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Full text of "Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik"

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Mechaniker-Zeitung. 






Beiblatt zur Zeitschrift fDr Instrumentenkunde 

und 

Organ fü r die gesamte Glasinstrumenten-Industrie. 

Vereinsblatt 

der 

Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik. 

Herausgegeben vom Vorstande der Gesellschaft. 



Redaktion: A. Blaechke ln Berlin. 



Jahrgang 1906. 




Berlin. 

Verlag von Julius Springer. 
1906. 



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Inhaltsverzeichnis 



Seite 

Neuere Entwicklung «1er nautischen Instrumente. Von K. Kohlsch Otter. 1. 13. 21. 33. 41. 

53. 61. 73. 81. 93 

Instrumente der Hamburger Sonnenfinsternisexpedition nach Souk-Ahras und die erhaltenen 



Aufnahmen. Von A. Schwaßmann 43 

über Zielfernrohre. Von C. Le iß 83. 95 

Eine Schaltung von Generatoren zur Erzielung von 5000 Volt Gleichspannung. Von 

P. G. Nutting 101 

Eine neue Blendeneinricht ung für Satzobjektive. Von A. Neu mann 113 

Einladung zum 17. Deutschen Mechanikertag 121 

Neues Prinzip eiuer elektrischen Präzisionsuhr. Von K. Siegl 123 

Positions-Lamellenmikrometer. Von C. Leiß 133 

Zum 17. Deutschen Mechanikertag 141 

Über private Prüfungsscheine für Thermometer 142 

Ein neues Rechen verfahren für Rochenstübe. Von B. Martiny 143 

Lehrplan und Ausrüstung der K. Württ. Fachschule für Feinmechanik, Uhrraacherei und 

Elektromechanik in Schwenningen a. N. Von F. Göpel 153. 162 

Der 17. Deutsche Mechanikertag 161 

Einspannfutter für die Drehbank. Von C. Reichel 173 

Zahnrflder- Übersetzungen. Von R. Seemann 181 

Univerflal-Fernrohrtrüger mit Horizontal-, Vertikal- und Kippbewegung. Voll A. Schütze. 193 

Spektrograph. Von K. Siegl 201 

Beschreibung eines Deviationamodelles. Von L. Weber 213 

17. Deutscher Mechanikertug in Nürnberg (Protokoll) 220 



Denkschrift, betreffend Rezepte für den Gebrauch in präzisionsmechanischen Werkstätten. 229. 241 
Vereins- und Personennachrichten: 6. 17. 25. 36. 45. 55, 65. 75. 97. 103. 115. 124. 134. 145. 
156. 165. 177. 185 195. 202. 216. 231. 242. 

Kleinere Mitteilungen: 8. 26. 37. 46. 55. 66. 76. 86. 97. 104. 115. 125. 135. 145. 156. 166. 177. 
185. 196. 202. 219. 238. 

Glastechnisches: 8. 18. 28. 48. 58. 67. 76. 88. 107. 116. 128. 137. 148. 157. 168. 178. 188. 197. 
206. 234. 

Biicherschnu: 38. 50. 70. 78. 90. 109. 118. 130. 138. 150. 170. 190. 198. 209. 237. 
f Preislisten: 78. 118. 150. 218. 

Patentschau: 11. 31. 39. 51. 59. 71. 79. 91. 99. 110. 118. 181. 139. 151. 159. 171. 179. 191. 199.210. 
238. 247. 

Patentliste: 12. 20. 32. 40. 52. 60. 72. 80- 91. 100- 111. 119. 132. 140. 151. 160. 172. 180. 192. 
200. 212. 218. 239. 248. 

Gebrauchsmuster für glastechnische Gegenstände: 30. 50. 69. 90. 108. 129. 158. 170. 189.208. 
; 237. 

Briefkasten der Redaktion: 40. 140. 

Berichtigung: 200. 

Zuschriften an die Redaktion: 219. 

Namen- und Sachregister: 249. 





Deutsche Mechaniker-Zeitung. 

Beiblatt zur Zeitschrift für Instrumentenkunde 

und 

Organ für die gesamte (Blasinstrumenten -Industrie. 
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik. 

Redaktion: A. Blaschke, Berlin \V30, An der Apostelkirche 5. 



Heft 1. 



1. Januar. 



190C». 



Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion gestattet. 



Über die neuere Entwicklung der nautischen Instrumente. 

V ortrag, 

gehalten auf dem 16. Deutschen Mcchanikortage zu Kiel am 4. August 190h, 

von 

Df Z. Xohlsohfltter m Berlin 

Als der ehrenvolle Antrag, vor Ihnen über die neuere Entwicklung der nau- 
tischen Instrumente zu berichten, an mich herantrat, habe ich nicht ohne Bedenken 
diese Aufgabe übernommen. Denn erstens habe ich selbst niemals praktisch navigiert 
und habe daher nicht diejenige Urteilsfähigkeit über den praktischen Wert und die 
praktische Notwendigkeit der einzelnen neu konstruierten Apparate, die für diesen Vor- 
trag erwünscht gewesen wäre; zweitens erstreckt sich mein eigentliches Arbeitsgebiet 
nur auf die nautische Astronomie, so daß mir nur die zur astronomischen Navigation 
bestimmten Instrumente besonders vertraut sind, also die Gefahr einer gewissen Ein- 
seitigkeit meines Referats vorliegt; und drittens ist die Zahl von Vorschlägen und Neue- 
rungen auf dem Gebiete des nautischen Instrumentenwesens sehr groß und auf eine 
umfangreiche Literatur verteilt, so daß es mir nicht gelungen sein dürfte, in meinen 
Aufzahlungen Vollständigkeit zu erreichen. Wesentliches, soweit es bereits praktisch 
erprobt ist, helfe ich allerdings nicht übersehen zu haben. — Ich muß daher um die 
gütige Nachsicht der Versammlung bitten, wenn meine Darlegungen nicht ganz den an 
sie zu stellenden Anforderungen genügen. 

Es scheint mir zweckmäßig mit Rücksicht auf die nicht „an de Waterkant“ 
wohnenden Herren, mit wenigen Worten die Grundzüge des Verfahrens bei der Navi- 
gierung eines Schiffes in Erinnerung zu bringen. Das Verständnis der weiterhin zu be- 
sprechenden Instrumente wird dadurch nur gewinnen. Außerdem bekommen wir auf 
diese Weise den roten Faden, der uns eine übersichtliche und sinngemäße Einordnung 
der einzelnen Apparate ermöglicht. 

Navigation ist die Kunst oder, wie von manchen Seiten jetzt gesagt wird, das 
Handwerk, ein Schiff wohlbehalten von seinem Ausgangshafen nach dem Bestimmungs- 
hafen zu bringen. Dazu ist es nötig, jederzeit das Besteck, d. h. den Schiffsort zu 
kennen und ihn auf der Seekarte absetzen, d. h. einzeichnen zu können, um den ein- 
zuschlagenden Kurs zu bestimmen und etwa drohenden Gefahren rechtzeitig aus- 
zuweichen. 

Das hauptsächlichste Mittel, das dem Seemann dafür zu Gebote steht, ist das- 
selbe, dessen sich auch der Forschungsreisende in unbekannten Erdteilen bedient und 
das im Prinzip auch von dem Landmesser bei Kleinvcrmessungen angewandt wird, näm- 
lich die Feststellung des vom Ausgangshafen an zurückgelegten Weges nach Richtung 
und Entfernung. Indem man die einzelnen Strecken dieses Weges rechnerisch oder auf 
der Karte fortlaufend aneinanderfügt, kennt man jederzeit den Schiifsort. Die Apparate, 
die hierbei gebraucht werden, sind der Kompaß oder seine Ersatzinstrumente für die 
Feststellung der Fahrtrichtungen und das Log zur Ermittlung der Geschwindigkeit oder 
der zurückgelegten Entfernungen. 

Bei größeren Reisen bedarf der auf diese Weise ermittelte Schiffsort, das sog. 
gegißte Besteck, aber von Zeit zu Zeit der Kontrolle. Durch Kompaß und Log kann 
nämlich nur die in der Kieirichtung liegende Komponente der Bewegung festgestellt 
werden, und zwar auch nur derjenigen Bewegung, die das Schiff relativ zum Wasser 



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2 



E. KohlichUttar, Ober dl« neuere Entwicklung der nautischen Instrument« 



Deutsche 

MectuLoUcer-Ztg. 



macht. Seitliche Bewegungen, die BOg. Abtrift, die durch Wind und Seegang erzeugt 
werden, und die Strecken, über die das Schiff durch die Meeresströmungen fortgetragen 
wird, die sog. Stromversetzungen, bleiben unbemerkt, wirken aber nichtsdestoweniger 
auf den wirklichen Schiffsort ein. 

Die daher notwendige Kontrolle liefern auf hoher See astronomische Beobach- 
tungen. Aus der Messung von Gestirnshöhen über dem Seehorizont oder der Kimm 
mittels Sextanten, Oktanten oder Prismenkreisen ln Verbindung mit der durch die 
Schiffschronometer gelieferten Zeit wird wenigstens einmal täglich, sobald das Wetter es 
erlaubt, der wahre Schiffsort festgestellt. Besonders wichtig wird diese Kontrolle, wenn 
das Schiff in Nähe von Land kommt, und schließlich für die Ansteuerung des Bestim- 
mungsortes oder enger Durchfahrten, wie z. B. des englischen Kanals u. s. w., sind auch 
die astronomischen Beobachtungen nicht mehr ausreichend. Der Schiffsort wird, sobald 
es möglich ist, durch Anpeilen von Landmarken oder Seezeichen mittels der Peilscheibe 
oder des am Kompaß befindlichen Peilapparats, oder durch Messung von Horizontal- 
winkeln zwischen solchen Objekten, oder durch Peilen und Entfernungsmessen genauer 
ermittelt, bis das Schiff die Tonnen oder die Feuer in Sicht bekommt, die die Einfahrt 
in den Bestimmungshafen kennzeichnen, oder bis der Lotse an Bord steigt, der das 
Fahrwasser genau kennt. 

Häufig werden bei dieser Gelegenheit auch die Lotapparate in Tätigkeit treten, 
zumal wenn die Fernsicht durch unsichtiges Wetter oder gar Nebel versperrt ist. In 
solchen Fällen muß man sich durch Loten und Schallaignule vor gefährlicher Annähe- 
rung an Land und andere Fahrzeuge schützen und langsam an die Hafeneinfahrt 
heran arbeiten. 

Das erste nautische Instrument, das uns bei der soeben gegebenen kurzen 
Übersicht begegnete, war der Richtungsanzeiger oder Kompaß. Diesem Apparate wird 
auf den modernen Schiffen das Leben so sauer wie möglich gemacht, überall hat er 
gegen seine ärgsten Feinde, Eisen und Stahl, anzukämpfen, und auf den Kriegsschiffen 
ist er in den Kommandotürmen und Gefecbtssteuerstellen unter Deck sogar von dicken 
Panzerplatten umgeben. Es ist unter diesen Umständen erstaunlich, daß er den Dienst 
nicht gänzlich aufgekündigt hat und immer noch, freilich unter großen Schwierigkeiten, 
als Richtungsanzeiger zu gebrauchen ist. 

Die Eisenmassen des Schiffes üben in doppelter Weise auf den Kompaß stö- 
rende Wirkungen aus. Erstens lenken sie die Rose aus dem magnetischen Meridian ab, 
und zwar auf den verschiedenen Kursen in verschiedener Richtung und verschiedener 
Stärke. Diese Ablenkungen heißen Deviationen; sie haben in der Hauptsache perio- 
dischen Charakter und man zerlegt sie nach dem Winkelmaß der Periode oder vielmehr 
der Halbperiode in halbkreisförmige, viertelkreiaförmige oder quadrantale, sechstel- 
kreisförmige oder sextantale Deviationen u. s. w. Es sind Fälle beobachtet, wo auf 
Kriegsschiffen das Zusammenwirken der Deviationen Ablenkungen der Rose bis zu 140° 
und mehr hervorgebracht hat. Wenn man in einem solchen Falle nach dem Kompaß Nord 
zu steuern glaubte, steuerte man tatsächlich Südost. Die zweite Störung, die das 
Schiffseisen hervorbringt, ist die Abnahme der Richtkraft des Erdmagnetismus. Beob- 
achtungen haben ergeben, daß ihr mittlerer Wert an einigen Kompaßplätzen bis auf 
*/- des normalen Wertes herabgeht. Auf einzelnen Kursen ist die Schwächung noch 
bedeutender; auf diesen Kursen versagt dann der Kompaß und folgt den Drehungen 
des Schiffes. 

Um diese Störungen zu beseitigen, wird der Kompaß kompensiert. Dazu 
werden Stahlmagnete in bestimmten Richtungen und Entfernungen unter dem Kompaß 
angebracht und neben ihm werden Kugeln oder Stangen aus weichem Eisen aufgestellt. 
Wenn die Deviationen nicht gar zu groß sind, so können sie auf diese Weise voll- 
ständig beseitigt werden, wobei auch die Richtkraft im allgemeinen erhöht wird. 

Die größten Deviationsbeträge lassen sich bei der von Sir W. Thomson er- 
fundenen und von Hechelmann in Hamburg verbesserten Trockenrose wegkompen- 
sieren. Da diese Rose außerdem mit großer Leichtigkeit großes magnetisches Moment 
und ein im Verhältnis dazu ebenfalls großes Trägheitsmoment verbindet, so ist sie sehr 
empfindlich und wirkt daher auch bei stark geschwächter Richtkraft noch in genügendem 
Maße. Drittens läßt sie sich am vollständigsten kompensieren, weil ihre kleinen schwachen 
Magnete nicht induzierend wirken. Aus diesen Gründen schien daher in der Trocken- 
rose die Idealrose gefunden zu sein, und in der Handelsmarine gilt sie, soviel ich weiß, 
auch vielfach noch dafür. 



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H »ft 1. 

1. Januar 1 ‘W 



E. KohlschUtter, Über die neuere Entwicklung der nautitct «n Instrumente. 



3 



Auf den Schiffen der Kaiserlichen Marine haben sie sich auf die Dauer aber 
nicht bewährt '). Die Rosen gerieten durch mechanische oder magnetische Ablenkungen, 
veranlaßt durch Schießen und Drehen der Geschütztürme, was an Bord von Kriegs- 
schiffen nicht zu vermeiden ist, in zitternde Bewegungen und Schwingungen, die sich 
lange Zeit hindurch fortsetzten. Dasselbe trat bei Kursänderungen des Schiffes ein, 
wenn die Kompensation nicht ganz vollkommen war, was sich auch nicht dauernd ermög- 
lichen läßt. Durch vertikale Stöße werden l’inne und Hütchen schnell abgenutzt, und 
sobald diese nur die geringste Beschädigung davongetragen hatten, wurde der Trocken- 
kompaß unzuverlässig oder versagte gänzlich. 

Mehrere Jahre hindurch hat das Reichs-Marinc-Amt kostspielige und umfang- 
reiche Versuche gemacht, um durch die verschiedensten Mittel, die hier aufzuzählen zu 
weit führen würde, diesen Übelständen abzuhelfen 2 ). Als nichts zu diesem Ziele führte, 
ließ man die Trockenrose fallen und suchte den Fluidkompaß zu verbessern. Von den 
soeben besprochenen, durch die Erfahrungen S. M. Schiffe festgeBtellten Mängeln ist 
die FluidroBe zwar gänzlich frei, aber sie hat den Nachteil, daß sie sich in dem ge- 
schwächten magnetischen Erdfeld trotz ihres sehr großen magnetischen Moments nicht 
rasch genug einstellt und daher bei der Drehung des Schiffes mitgeschleppt wird. Die 
anderen Nachteile, daß sich nicht ebenso große Deviationen wegkompensieren lassen, 
wie bei der Trockenrose, und daß durch die Nadelinduktion Deviationen höherer Ord- 
nung entstehen, würden ihren Vorteilen gegenüber nicht ins Gewicht fallen. Ich komme 
darauf noch wieder zurück. 

Von den Deviationen höherer Ordnung lassen sich die größten, die sextantalen 
und oktantalen, in einfacher Weise beseitigen, obwohl man vielfach gerade diese Stö- 
rungen als besonderen Nachteil der Fluidkompasse bezeichnet hat und ihnen deshalb in 
der Handelsmarine Mißtrauen entgegenbracbte. Den Grund hierfür hat Herr Professor 
Meldau in einem sehr lehrreichen Aufsatz , i klargelegt, auf den ich besonders die Ver- 
fertiger von Fluidrosen unter Ihnen aufmerksam machen möchte. 

Theoretisch war die Frage der sextantalen und oktantalen Deviationen bereits 
im Jahre 1861 durch Archibald Smith und F. J. Evans und neuerdings unabhängig 
davon und in allgemeinerer Form durch Bürgen 4 ) untersucht worden. 

Dabei wurde gefunden, daß sextantale und oktantale Deviationen durch die An- 
ordnung der Nadeln beseitigt werden können, wenn die Nadeln parallel zur Nordsüd- 
linie liegen und die Kosen bezüglich der Dimensionen und Stärke der Magnete voll- 
kommen symmetrisch zur Nordsüdlinio gebaut sind. Die einfachsten Nadelanordnungen, 
die diesen Zweck erfüllen, sind: 

1. Zwei Nadeln, deren Pole einen Winkelabstand von 30° gegen die Nordsüd- 
linie haben. 

2. Vier Nadeln, deren Pole auf einem Kreise und zwar symmetrisch zu 30° 
liegen, d. h. in Winkelabständen 30° — u und 30° + a von der NordBÜdlinie; dabei 
ist es jedoch nötig, daß die magnetischen Momente der Nadeln sich wie die Nadel- 
längen verhalten. 

Trifft die letztere Voraussetzung nicht zu, so müssen die Nadeln etwas anders 
angeordnet werden, um denselben Zweck zu erfüllen. 

Fig. 1 zeigt zwei Rosen mit der theoretisch richtigen Nadelanordnung. Die 
kleinen Kreise in den Magnetnadeln bedeuten die Pole, die um etwa ein Zehntel der 
Nadellänge von den Nadelenden abstehen. 

Nach Budinich und Vital 5 ) genügen diese Bedingungen aber noch nicht voll- 
ständig zur Beseitigung der sextantalen und oktantalen Deviationen, sondern ist es not- 
wendig, die Nadeln in und 52 1 / a 0 Abstand von der Nordsüdlinie zu legen. 

Hr. Meldau hat nun durch Versuche festgestellt, daß Kosen, deren Nadeln 
theoretisch richtig angeordnet sind, in der Tat keine praktisch in Betracht kommenden 
sextantalen und oktantalen Deviationen mehr haben, daß sie eich also biB auf ver- 

l ) Wirkt Admiralitätsrat Kottok, Kompaß versuche und Verbesserungen in der Kaiser- 
lichen Marine wahrend der letzten Jahre. Marine- Rundschau. 13 . S. 1203. 1902. 

z ) s. Kottok, a. a. 0. 

J ) Meldau, Experimentaluntersuchuogon Ober die Einwirkung von Flinderestangen und 
Quadrantalkugeln auf Fluidkompasse. Ann. d. Hydrogr. u. marit. Meteor. 32. S. 161. 1904. 

*) Archiv d. Seeu'arte . 23. Nr. 1. 1902 und Ann. d. Hydr. u- 8. te. 32. S. 31. 1904. 

5 ) Mitt. a. d. Oeb. d. Seewe$in$. 27. S. 56. 1899. . 



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4 



E. Kohlechü t t er, Ober dl« neuer» Entwicklung der nautischen Instrumente. 



Dentsrhe 
Mechanik er-Züf 



schwindende Glieder noch höherer Ordnung vollständig kompensieren lassen. Kosen 
mit fehlerhafter Nadelanordnung zeigten dagegen sämtlich solche Deviationen, und zwar uin 
so größere, je weiter die Nadeln von der theoretischen Lage entfernt waren. Von den 
untersuchten Kompassen hatten allein ein großer Fluidkompaß der Kaiserlichen Marine 




Fl*, i. 

und ein amerikanischer Kompaß eine richtige Nadelstellung, 5 Fluidkompasse aus den 
renommiertesten Werkstätten für nautische Instrumente in Bremerhaven und Hamburg 
wiesen dagegen sämtlich mehr oder weniger große Abweichungen von der_richtigen 
Lagerung der Nadeln auf. Beispiele solcher Anordnungen zeigt Fig. 2 l ). Hätte sich 
die Praxis in diesem Falle an die von der Theorie gelieferten Regeln gehalten, so hätten 
die Fluidkompasse der Handelsmarine ebensowenig wie die der Kaiserlichen sextantale 
und oktantale Deviationen gezeigt und wären nicht in Mißkredit geraten. 

Auf Handelsschiffen wird es immer möglich sein, durch die Wahl des Kompaß- 
ortes oder durch die Verwendung von unmagnetisierbarem oder schwach magnetisier- 
barem Material zum Bau des Ruderhauses und der darunter befindlichen Teile solche 
magnetische Verhältnisse zu schaffen, daß richtig gebaute Fluidkompasse nicht nach- 
schleppen und ohne Schwierigkeit vollständig kompensiert werden können und auch 




Fig 2. 



nicht allzu häufig Nachkompensierungen verlangen. Deshalb sollte soviel als möglich 
darauf hingearbeitet werden, daß auch in der Handelsmarine die Schiffbauer bereits bei 
Aufstellung der Pläne eines Neubaues auf die Schaffung erträglicher magnetischer 
Eigenschaften der Kompaßorte Rücksicht nehmen. 



') Nach Moldau a, a. 0. 



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E. KohlschUtte r, Ober die neuere Entwicklung der nautischen Instrumente. 



Heft I. 

1 Januar I90Q 



5 



Anders liegen die Verhältnisse bei der Kaiserlichen Marine, wo der möglichst 
vollständige Schutz der Steuereinrichtungen und des Kompasses gegen das feindliche 
Feuer in erster Linie in Betracht kommt. Auch hier hat die Verwendung von 23-pro- 
zentigem Nickelstahl zu den horizontal liegenden Panzerplatten in der Nähe des Kom- 
passes, d. h. zu Decke und Boden der KommandotQrme, eine Besserung, geschaffen. 
Die vertikalen Platten können wegen der geringeren Widerstandsfähigkeit'des Nickel- 
stahls jedoch nicht aus diesem Material hergestellt werden. Daher bleibt leine starke 
Verminderung der Richtkraft noch immer bestehen und muß durch Verbesserung der 
Kompasse bekämpft werden 1 ). 

Die alte Fluidrose der Kais. Marine wurde bei ungeschwächter erdmagnetischer 
Horizontalkraft und mittlerer Drebgeschwindigkeit (Kreisdrehung in 4*/ 2 Minuten) nur 
um 2 0 bis 3 0 mitgeschleppt, bei einer Horizontalkraft dagegen, wie eie in den Türmen 
herrscht (etw'a */ 4 der normalen), und derselben Drehgeschwindigkeit bis zu 30° und 
bei schnellerer Drehung sogar bis zu 45°. Der Grund für diese lirscheinung wurde in 
der Reibung zwischen der Rose und dem Schwimmer einerseits und der Schwimm- 
flüssigkeit andererseits gefunden, die von der verminderten Richtkraft nicht schnell 




genugj überwunden werden konnte. Das Bestreben mußte daher darauf gerichtet werden, 
diese Reibungen möglichst zu verringern. Als Mittel dafür standen zu Gebote: möglichst 
glatte Oberflächen, Verminderung des absoluten Rosengewichts und der Belastung der 
Pinne durch die Rose, möglichst großes magnetlsches^Moment im Verhältnis zum Ge- 
wicht und vor allem Vergrößerung des Abstandes zwischen Rose und Kompaß- 
kesselwänden. 

Unter diesen Gesichtspunkten und wesentlich nach Angaben des Reichs-Marine- 
Amts entstand der Fluidkompaß der Kaiserlichen Marine Modell 1903, gebaut von Bam- 
berg in Friedenau. Er hat das Problem so gut gelöst, daß die Rose bei einer Richt- 
kraft von */ 4 der normalen nur bis zu 2° mitschleppt, gegenüber 30° bei sonstigen 
Fluidkompassen. 

Dieser Kompaß, von dem Fig. 3 ein Halbmodell zeigt, zeichnet Bich in der 
Hauptsache' durch folgende Einrichtungen aus. Der Abstand der Rose von der zylln- 
drischen ^Wandung beträgt 3 cm, der Abstand des Schwimmers von der Wandung 6 cm, 

*) Rottok, a. a. 0 



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E. Kohlichüttir, Nautische Instrumente. Vereins- u. Personennachrichten. 



vom Boden und Deckel 5 cm. Oben ist ein Dorn (£) in den Deckel eingelassen zur 
Zentrierung der Rose, falls sie einmal aufschwimmen sollte oder wenn der Kompaß ge- 
kantet wird. Um der Ausdehnung und Zusammenziehung der Schwimmflllssigkeit Kaum 
zu geben und zur Beseitigung von Luftblasen, die sich etwa unter dem Glasdeckel ge- 
bildet haben, ist in dem Kompaßkessel ein ringförmiger Luftrauin (!) geblieben, der von 
dem Hauptteil durch einen nicht ganz bis zum Boden reichenden Zylindermantel (X) 
abgeschlossen ist. Bei einer Neigung des Kessels treten die zu beseitigenden Luft- 
blasen hinter diesen Zylindermantel. Zur Druekreguiierung in diesem Luftraum sind 
zwei Ventile, ein Säugventil (f) und ein Druckventil (io), von je 0,5 kg Belastung an- 
geordnet. Die Beleuchtung der Rose geschieht von unten her durch zwei elektrische 
Glühlampen (u), die in einer Haube (oj angebracht sind und deren Licht nach Bedarf 
durch eine Blauscheibe (e) gedämpft werden kann. Die magnetische Ausrüstung der 
Rose ist nur wenig geändert worden. Sie besteht aus 8 Magneten, deren jeder aus 
mehreren Lamellen zusammengesetzt ist; vier davon stehen hochkant im Innern des 
Schwimmers symmetrisch zu 30 0 Abstand von der Nordsüdlinie, die vier anderen liegen 
in verlöteten Hülsen flach unter dem Schwimmerboden in derselben Anordnung, wie 
die ersteren. 

(Fortsetzung folgt ) 



Verein*- und Peraonennachrichten. 



Mitgliederverzeichnis. 

In der Zeit vom 1. Oktober bis zum 
31. Dezember 1905 sind folgende Verände- 
rungen bekannt geworden: 

A. Neue Mitglieder: 

Dr. W. Felgentraeger; Techn. Hilfs- 
arbeiter bei der Kais. Normal-Eichungs- 
Kommission; Charlottenburg 1, Kaiser 
Friedrich-Str. 86. Berl. 

Deutsche Gasglühlicht-Aktienge- 
sellschaft; Berlin SW 13, Alte Jakob- 
straße 139. Berl. 

E. Gollmer; Vorsteher der Kgl. Tcle- 
graphenwerkstätten in Altona; Altona 
(Elbe), Holstenplatz 2. H.-A. 

Paul Hempel; Werkführer bei G. 
Kaerger, Berlin O 27, Holzmarkt- 
straße 45a. Berl. 

Carl Kellner; Thermometer- und Gias- 
instrumenten - Fabrik ; Arlesberg bei 
Elgersburg i. Thür. Ilm. 

Martin Lückgen i. Fa. Rob. Eichen 
Nachf.; Fabrik von Prttzisionsrohren 
aus Messing, Neusilber und Kupfer. 
Berlin S 42, Wassertorstr. 8. Berl. 

Rob. Müllor; Glasinstrumente; Essen 
(Ruhr). Ilm. 

Albert Simon; Werkstatt zur Anferti- 
gung aller mechanischen Arbeiten so- 
wie physikalischer, chemischer und 
meteorologischer Instrumente; Berlin 
SO 20, Oranienstr. 191. Berl. 

Straßer & Rohde; Werkstatt für Prli- 
zisionspendeluhren ; Glashütte 8a. Hptv. 

B. Ausgeschieden: 

Robert Anspach; Berlin. 

Emil Fischer; Stützerbach. 



Paul Hebe; Berlin. 

Herrn. Menzel i. Fa. C. Dittmar; 
Berlin. 

L. Tesdorpf; Stuttgart. 

C. Minderungen in den Adressen: 

A. Blaschke; Berlin W 30, An der 
Aposlelkirche 5. 

Prof. Dr. Czapski; Jena. 

Paul Kretlow; Berlin C2, Kaiser 
Wilhelm-Str. 2. 

Dir. Dr. D. Kaempfer; Braunschweig, 
Pockelsstr. 16. 

Paul Nicolas; Berlin N 58, Danziger 
Str. 79. 

E. A. Sekell; Stettin, Frauenstr. 20. 
Hof I. 

A. C. Zambelli; Turin, ViaOspedale 16. 



D. O. f. M. u. O. Zweigverein Halle. 

Am G November wurden die Wintersitzungen 
wieder aufgenommen. Der Vorsitzende be- 
richtet zunächst Uber die in den Ferien einge- 
laufenen Eingänge sowie die darauf notwendig 
gewordenen Antworten an die Behörden, 
Handwerkskammer u. s. w. Bin Sommerausflug 
nach Freiburg litt leider unter der Ungunst 
der Witterung, trotzdem wird derselbe den 
Teilnehmern eine liebe Erinnerung bleiben. 
Sodann erläuterte der Vorsitzende an einem 
ftlr die technologische Sammlung der Univer- 
sität ausgeftlhrteu Modell das Prinzip und die 
Wirkungsweise der Carpeuter-Bremse. 

Die Sitzung am 4. Dezember galt mehr der 
Geselligkeit und waren dazu die Damen mit 
singeladen. Der Rezitator Schwartz trug aus 
Fritz Reuters Werken ernste und heitere 
Sachen vor. In den Pausen wurden ge- 



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Heft 1. 

I-Jatmar [•Oft. 



Vereint* und Ptrsoncnnachrlchten. 



( 



schAftliche Angelegenheiten, die Wahl von 
3 Mitgliedern zur Wahlvorbereitungakoromission 
sowie von 2 Rechnungsprüfern, erledigt. Ferner 
wurde beschlossen, wegen einer Verfügung 
des Fortbildungsschulkuratoriums, Fülle drin- 
gender Schulversäumnis vorher auzumelden, 
sich der Eingabe des Innungsausschusses an- 
zuschließen, wonach gebeten werden soll, be- 
rechtigte Versäumnisse auch nachträglich an- 
melden zu dürfen, da eich öfter tu letzter Mi- 
nute noch eine VeraAumnia notwendig macht. 
Sodann wurdo gebeten, Gehilfenprüfungen 
rechtzeitig anzumelden und die Lehrlinge auf 
den herau9gegebencn Leitfaden aufmerksam 
zu machen. Ebenso sollen Lehrlingsvakanzen 
dem Vorsitzenden angezeigt werden. 

R. Kl 



Abteilung Berlin. Sitzung voml2.De- 
zember 1906. Vorsitzender: Hr. W. Haudke. 

Der Vorsitzende gedenkt in wArmater 
Weise des schweren Verlustes, den die D. G. 
und die deutsche PrAziaionsmechauik durch den 
Tod von Eduard Sprenger erlitten hat. Die 
Versammlung ehrt das Andenkeu an den Ver- 
storbenen durch Erheben von den Sitzen. 

Hr. Dr. Reim erd es spricht über „Einige 
praktische Winke für die Herstellung von Aräo- 
metern“. Ausgehend von der Definition des 
spezifischen Gewichtes und der Eigenschaft der 
Flüssigkeiten, in jedem Querschnitt nach jeder 
Richtung den gtoichen Druck aufzuweisen, wird 
das Archimedische Prinzip sowie die Bestim- 
mung des spezifischen Gewichts einer Flüssig- 
keit durch einen eintauchenden Körper abge- 
leitet. Hieran schließt sich die Entwickelung 
der Formel für die Teilung einer Mutterskaia, 
sowie einer Formel, welche die Möglichkeit 
gibt, von vornherein für ein gegebenes Unter- 
teil die gewünschte Stengeldicke rechnerisch 
zu bestimmen; dies erleichtert die Herstellung 
von ArAometern gegenüber dem früheren Pro- 
bieren. Umgekehrt kann man aus derselben 
Formel die Lange der Teilung bei gegebenem 
Stengeldurchmesser u. s. w. berechnen. — Redner 
bespricht dann das zweckmäßigste Arbeitsver- 
fahren bei den Versuchen mit Probeflüssig- 
keiten. — Zum Schluß schlügt Redner vor, um 
die orforderlicho Breite der Skale zu bestimmen, 
einen geeignet geteilten Keil zu verwenden. 

Hr. Regierungsrat Dr. Stadthagen weist 
auf die Abkühlung des Aräometers beim Her- 
ausbeben aus einer stark verdunstenden Flüssig- 
keit sowie darauf hin, daß es bei den ArAo- 
metern wegen dor Kapillarwirkungen von Wich- 
tigkeit ist, für welche Flüssigkeit das Inslru- 
ment bestimmt ist. 

In die D. G. werden aufgenommen die Herren 
Paul Hernpel, Werkführer bei G. KrAger 



(0 27, Holzmark tat r. 45a). und Martin Lückgen, 
i Fa, Roh. Eichon Nachf, Fabrik von Messing* 
PrAziaionsröhren (S42, Wassertoretr. 8). 

Zur Aufnahme hat sich gemeldet Hr. H. 
Giesebart, i. Fa. C. A. Niendorf in Bernau 
(Mark). 

In die Wahlvorbereitungskommission worden 
gewählt die Herren O.Ahlberndt,H. Dehme I , 
0. Himmler, P. Kretlow, C. Richter; zu 
Kasäonrovisorcn die Herren F. A. Hintze und 
M. Runge. Bl. 

Zweigverein Hamburg-Altona. Sit- 
zung vom 12. Dezember 1905. Vorsitzender: 
Hr. Dr. H. Krüß. 

Hr. Dr. Schwaß mann, Observator der 
Hamburger Sternwarte, hielt einen Vortrag 
Uber die Instrumente der Hamburgischen 
Sonnenfinsternis-Expedition nach Souk-Ahras 
und zeigte zunächst, wie aus den gestellten 
Aufgaben, nämlich photographische Aufnahme 
der Figur und Ausdehnung der Sonnenkorona, 
der Forschung nach intramerkuriellen Planeten 
und der Bestimmung der Intensität des Korona- 
lichtes, die Konstruktion der dazu erforder- 
lichen Instrumente eich entwickelte. Von 
diesen ist besonders zu erwähnen das 20 m 
lange, mit einem Cölostaten verbundene Fern- 
rohr und das als Planetensucher dienende 
Doppelfernrohr von 4 m Länge. Außerdem 
dienten der Expedition noch eine Anzahl 
kleinerer photographischer Apparate sowie 
photometrische Instrumente zur IntensiüUsbe- 
stimmung. Mit dom großen Fernrohre wurden 
auf photographischen Platten von 70 X 80 cm 
fünf Aufnahrneu von verschiedener Expositions- 
zeit während der 3Va Minute dauernden 
Sonnenfinsternis gemacht, während der Planeten- 
sucher mit jedem der beiden Rohre zwei sich 
gegenseitig kontrollierende Aufnahmen der 
östlichen und westlichen Umgehung der Sonne 
ergab. Mit der Bearbeitung der Beobachtungs- 
rosultate ist man noch beschäftigt, endgiltigo 
Schlüsse können erst nach dem Vergleich mit 
den Ergebnissen anderer Expeditionen erwartet 
werden. 

Hierauf berichtete Hr. Basilius über die 
Vorbereitungen zu dem auf den 16. Januar 
angesetztun Vereinsfest, und Hr. Heinatz 
zeigte Abbildungen von explodierten Kohlen- 
säuroflaschen vor. H. K. 



Hr. Dr. n. A. Krüf« (jun.) hat in An- 
erkennung seiner Verdienste um die Kollektiv- 
ausstellung der deutschen Prllzisionsmechanik 
in St. Louis 1904 den Kronenorden IV. Klasse 
erhalten. 



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8 



Kleiner« Mitteilungen - Glastechnisches. 



Deutsch# 

Me^himiker-Ztg. 



Der Betriebsdirektor der Aktiengesellschaft 
Mix & Genest, Hr. F. Müller, beging am 
5. v. M. das Jubiläum seiner 25 jährigen Tätig- 
keit bei dieser Firma. 



Kleinere Mitteilungen. 

Lieferung von Elektiizltätsmeagern 
und Indikatoren nach Launceston 
(Tasmania). 

Die Stadtverwaltung von Launceston (Tas- 
mania) schreibt die Lieferung von 500 oder 
mehr Elektrizitätsmessern und einer Anzahl 
Indikatoren aus. Abschriften der Bedingungen 
können von der Firma John Terry & Co., 
7 Gt. Winchester-Street, London, E.C., gegen 
Einsendung von 2 £ bezogen werden, welcher 
Betrag bei Empfang von ernstgemeinten An- 
geboten zurückerstattet wird. Angebote sind 
versiegelt und mit der Aufschrift „Tennen for 
Supply of Electric Metert" bis zum 15. Januar 
1906 bei C. W. Bocher, Town Clerk, Town 
Hall, Launceston (Tosmunin), einzuroichen. 

(Vorstehendes ist der Ked. erst vor einigen 
Tagen bekannt geworden, so daß sie früher 
nicht davon Mitteilung machen konnte. Es 
wird vielleicht doch noch möglich sein, auch 
für ein etwas verspätet einlaufendes Anerbieten 
Berücksichtigung zu erlangen | 

Teuerungszuschlag für Telephon- 
materlallen. 

Die maßgebenden Firmen für die Fabrikation 
von Telephon - und Telegraphenapparaten 
haben sich infolge der fortdauernden und sehr 
bedeutenden Steigerung der Uohmaterialien- 
preise nunmehr ebenfalls gezwungen gesehen, 
einen Teuerungszuschlag von 10 % auf allo zur 
Telephonie und Telegraphie gehörigen Appa- 
rate und Einrichtungen einzuführen. Hiermit 
ist diese Industrie dem Vorgehen vieler anderer 
gefolgt. 

Der diesjährige Nobel-I*rcls für Physik ist 
Hm. Prof. Dr. Lcnard in Kiel, der für Chemie 
Hru. Prof. Dr. v. Baeyer in München verliehen 
worden. 



Glastechnische«. 

Die amerikanischen 
Prüfungsbestlinmungen für 
Thermometer. 

Das i. J. 1901 aus dem Office of 
Standard Weights and Measures hervor- 
gegangene Bureau of Standards in Wa- 

■) Diese Rubrik wird sich fortan in jeder 
Nummer dieser Zeitschrift finden, nicht nur 
— wie bisher — in den Nummern vom 1, dee 
Monate. 



shington D. C. hat für die Prüfung von 
Thermometern und Pyrometern drei Zir- 
kulare herausgegeben : 

Nr. 5 vom 16. Dezember 190.1, Prü- 
fungsbestimmungen für ärztliche Thermo- 
meter; Nr. 8 vom 15. September 1904, 
Prüfungsbestimmungen für Normalthermo- 
meter, tiefgradige, hochgradige Thermo- 
meter, Laboratoriumthermometer, gewerb- 
liche und häusliche Thermometer, Platin- 
thermometer; Nr. 7 vom 15. April 1904, 
Vorschriften für Prüfung von Thermoele- 
menten, elektrischen Widerstandsthermo- 
metern, optischen Pyrometern, Ausdehnungs- 
und anderen Pyrometern sowie für Tem- 
peratur- und Wörmemessungen, wie Aus- 
dehnung. epezif. Wärme, Verbrennungs- 
wfirtne, Schmelz- und Siedetemperaturen. 

Die drei Zirkulare umfassen zusammen 
22 Druckseiten, so daß es nicht ange- 
bracht erscheint, sie im vollen Umfange 
hier zum Abdruck zu bringen. Wir 
müssen uns vielmehr darauf beschränken, 
die wesentlichsten Punkte hervorzuheben. 

Die Bestimmungen schließen sich zwar 
auch, wie die französischen und englischen, 
den deutschen Prüfungsvorschriften eng 
an, enthalten aber außerdem auch viele 
Anweisungen über den Gebrauch, ja auch 
für die Verfertigung der Thermometer. 
Dies erklärt sich wohl daraus, daß eine 
eigentliche Industrie, für feinere Thermo- 
meter, wie sie in den älteren Kulturländern, 
besonders ln Deutschland, in weitem Um- 
fange besteht, in den Vereinigten Staaten 
erst im Entstehen begriffen ist. Es ist 
daher dort auch notwendiger als anderswo, 
die Beteiligten über den Gebrauch und die 
Herstellung der Thermometer genauer zu 
informieren. Die Vorschriften leisten diesem 
Bestreben großen Vorschub, und man kann 
öfters Klagen der deutschen Fabrikanten 
hören, daß der amerikanische Markt der 
deutschen Thermoineterindustrie mehr und 
mehr verloren geht. Dies ist bedauerlich 
und läßt sich nur dadurch aufhalten, daß 
die deutschen Fabrikanten danach streben, 
sich den amerikanischen Bedürfnissen 
möglichst anzupassen und nur gute 
Ware zu liefern, zu deren Herstellung 
stets ein gutes Stück individueller Arbeit 
gehört, worin unsere Vettern jenseits des 
großen Teiches ns uns sobald nicht gleich- 
tun werden. Dagegen ist die maschinen- 
mäßige Herstellung gewöhnlicher Thermo- 
meter, d. h. wohl nur der Skalen, in den 
Vereinigten Staaten sehr weit gediehen, 
und die größte derartige Therinometer- 
fabrik der Welt ist diejenige von Taylor 
Brothers in Rochester N.-Y. 



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Heft t. 

1. Januar moft. 



Glasiechnischet. 



1. Prüfung von ältlichen Thermometern. 

(Zirkular Nr. B vom 15. Der. 1903). 

Das Bureau prült ärztliche Thermo- 
meter, die in der Heilkunde, Chirurgie, 
Arzneilehre und zu wissenschaftlichen 
Zwecken benutzt werden. 

Die zu Grunde gelegte Temperatur- 
skala ist die „Internationale Wasserstoff- 
skala“. 

Art der Prüfung. Die Prüfung zer- 
fällt in zwei Teile. Zunächst wird geprüft 
aur Konstruktionsfehler, fehlerhafte Teilung, 
Vorhandensein von Glassplittern oder Duft- 
blasen im Gefflß, zu schweres Herunter- 
schafTen des (juecksilberfadens unter 95 * F, 
Zerstörbarkeit des Index u. s. w. Wenn 
ein Thermometer irgend einen solchen 
Fehler hat, wird es zurückgewiesen. Falls 
das Thermometer diese Vorprüfung besteht, 
wird es durch Vergleichung mit den 
Normalthermometern des Bureaus bei vier 
Temperaturen, 96°, 100°, 104°, 108° F, 
geprüft. Diese Vergleichung wird bei 
jeder Temperatur wenigstens zweimal aus- 
geführt 

Fehlergrenzen Wenn die Korrektion 
an irgend einem dieser vier Punkte 0,3 0 F 
(oder 0,15° C) überschreitet, erhalt das 
Thermometer keinen Prüfschein, ebenso- 
wenig, wenn bei zwei voneinander unab- 
hängigen Vergleichungen mit den Normal- 
thermometern an demselben Punkte die 
Resultate um mehr als 0,15° F voneinander 
abweichen. Der größte Fehler, der bei 
Messung einesTemperaturintervalls zwischen 
zwei aufeinander folgenden Punkten Vor- 
kommen darf, soll 0,3° (0,15* C) nicht 

überschreiten '). 

Die Fehlergrenzen sind vorläufig so 
weit bemessen, um den Fabrikanten ge- 
nügend Zeit zu lassen, ihre Normale der 
Normalskala des Bureaus anzupassen. Das 
Bureau behalt sich das Recht vor, die 
Fehlergrenzen spater enger zu ziehen, und 
wird die Fabrikanten hiervon in Kenntnis 
setzen. 

Platz zur Bezeichnung. JedeB zur 
Prüfung eingereichte Thermometer muß 
einen freien Raum am Ende der Röhre 
haben, der mindestens 2 cm ( 3 / 4 ") lang 
ist, um darauf die Kennzeichnungen des 
Bureaus anbringen zu können. 

Veränderungen mit der Zeit. Der 
Betrag der allmählichen Änderung in den 

') Wenn z. B. die Korrektion eines Ther- 
mometers bei 9(1° F-f 0,3" F und bei 100° F 
— 0,1° F betrügt, so würde der Fehler des Tem- 
peroturintervails 0,4° F und das Thermometer 
unzulässig sein. 



9 



Angaben bei neuen Thermometern hangt 
ab von der Zusammensetzung des Glases, 
der Herstellungsmethode der Thermometer 
und der Zeit. Kleinere Änderungen in 
dem Volumen des Gefäßes finden noch 
viele Jahre hindurch statt, aber der bei 
weitem größte Teil der Änderungen voll- 
zieht sich in den ersten 6 Monaten. Eine 
der wichtigsten Ursachen für die Stand- 
iinderungen der Thermometer liegt in der 
chemischen Zusammensetzung des Glases ; 
bei den weichen englischen oder thüringer 
Glassorten, die jahrelang meistens für 
Thermometer verwendet wurden, dauert 
die zeitliche Veränderung viel langer, be- 
vor sie zu vernachlässigen ist, und erreicht 
einen Betrag von 1 • F oder mehr. Wenn 
jedoch eins der wohlbekannten harten 
Thermometerglaser benutzt wird, so sind 
die Veränderungen in den Angaben der 
Thermometer nach den ersten 6 Monaten 
für die Zwecke der ärztlichen Thermo- 
metrie praktisch zu vernachlässigen. 

Prüfungsbescheinigungen. Es ist in 
Amerika allgemein üblich geworden, das 
Thermometergefäß aus einem der harten 
Gläser und die Röhre aus weichem, mit 
weißem Email belegtem Glase zu machen. 
Je mehr das Volumen des Gefäßes das- 
jenige der Röhre übertrifft, um so mehr 
können die Veränderungen in dem Glase, 
aus welchem die Röhre verfertigt ist, ver- 
nachlässigt werden, ausgenommen inso- 
weit sie die Zusammenziehung desjenigen 
Teiles der Röhre beeinflussen, in welchem 
sich der Index befindet. Die Prüfungen 
auf dem Bureau haben jedoch in einigen 
Fallen gezeigt, daß die Thermometer noch 
neu und aus weichem Glase gemacht 
waren. Wenn solche Thermometer Prüfungs- 
scheine erhalten, bevor sie genügend ab- 
gelagert sind, wird der Schein schon nach 
wenigen Monaten praktisch unbrauchbar. 
Hierdurch werden die reellen Fabrikanten 
geschädigt und eB kann auch ein falscher 
Begriff von derZuverlässigkeit der Prüfungen 
aufkommen. Um dies zu vermeiden, unter- 
scheidet das Bureau of Standards einmal 
zwischen Thermometern, von denen das 
Bureau nicht weiß, ob sie abgelagert sind, 
und zweitens zwischen Thermometern, die 
wenigstens 6 Monate unter amtlichem Ver- 
schluß des Bureaus gelagert haben. In 
beiden Fallen erhalten die Thermometer 
die gleiche Prüfungsbescheinigung, welche 
folgende Bemerkung enthält : 

„Wenn dieses Thermometer vor der 
Prüfung nicht genügend abgelagert war, 
sind seine Angaben der Veränderung mit 
der Zeit unterworfen. Diejenigen Thermo- 



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10 



GlastechnischM. 



Deutsch* 

M*M-h^nlh«r-Zli 



meler, die wenigstens 0 Monate vor dem 
Datum der Prüfung unter Verschluß des 
Bureaus gelagert haben, erhalten auf der 
Röhre unmittelbar hinter der amtlichen 
B. S.-Nummer den Buchstaben ,4 aufgeützt. “ 
Bis au der Zeit, wo weitere Erleich- 
terungen für das Altern der Thermometer 
vorgesehen werden können, werden die 
Scheine nur unter der ersteren der oben 
angegebenen Bedingungen ausgegeben. 
Die Fabrikanten werden benachrichtigt 
werden, sobald dieThermometcr der Alterung 
unterworfen werden können. 

Form der Scheine. Die Scheine ent- 
halten folgende Daten : 

n) Beschreibung des Apparats oder In- 
struments, b) die amtliche Prüfnumtner, 
e ) Name der Person, die die Prüfung aus- 
geführt hat, d) Temperaturen, bei denen 
die Vergleichungen gemacht sind, e) andere 
Bedingungen der Prüfung, /) Korrektionen 
bei jedem geprüften Punkt, g ) Tag der 
Bescheinigung, h) Stempel des Bureaus 
und die Unterschrift des Direktors, t) be- 
sondere Bemerkungen, falls erforderlich. 

Gebühren für Ärztliche Thermometer, 
n) In Anzahl bis 8, jedes Stück 0,25 Dollar 

b) „ „ zwischen 8 und 12, 

zusammen 2,00 „ 

c) „ „ „1 und 4'/j 

Dutzend, das Dutzend 2,00 „ 

d) „ Anzahl zwischen 47 2 und 

6 Dutzend, zusammen 0,00 „ 

c) „ Anzahl von G Dutzend 

und mehr, das Dutzend 1,50 „ 

(I Dollar = 4,25 M.) 

Versendung.! Vorschriften. Alle Sen- 
dungen sollen adressiert werden : Bureau 
of Standards, Department o/ Commerce 
und Labor, Washington D. C. Jeden 
Schaden, den die Thermometer bei der 
Prüfung oder Versendung nehmen, trügt 
der Eigentümer. Sendungen, welche Glas 
oder andere zerbrechliche Instrumente ent- 
halten, sollten als solche gekennzeichnet sein. 

Die Kosten der Versendung an das 
Bureau müssen im voraus bezahlt werden; 
keine Sendung wird zurückgeschickt, bevor 
die fülligen Gebühren entrichtet sind. 

Außer dem Bureau of Standards befaßt 
sieh auch das Yale Observatorg (Thermome- 
tric Bureau ) in New Haven Conn. mit der 
Prüfung ärztlicher Thermometer, welches 
sogar Fehler bis 0,5° F zulüßt, Thermo- 
meter, bei denen die Ablesung am selben 
Punkt um mehr als 0,25° F variiert, er- 
halten keine Prüfungsbeacheinigung. 



Im Anschluß an diese Bestimmungen hat 
das Bureau of Standards im Bulletin Nr. 2 unter 
dem Titel „Die Prüfung von ärztlichen Thermo- 
metern“ (Verfasser Dr. C. W. Waidner und 
L. A. Fisher) eine größere Schrift mit vielen 
Abbildungen veröffentlicht, um den Fabrikanten 
Gelegenheit zu geben, die Prtlfungsmethode, 
die ein Minimum von Zeit und Kosten verur- 
sacht, ohne daß die erforderliche Genauigkeit 
in irgend einerWeise leidet, kennen zu lernen. 
Diese Methode ist wohl geeignet, den Fabri- 
kanten einige Dienste bei der Herstellung der 
Thermometer zu leisten. 

Die ersten Prüfungen zeigten, dnß die Fehler 
der ärztlichen Thermometer vielfach 0,5° oder 
0.6° F betrugen, in einigen Fällen sogar noch 
mehr. Weitere Untersuchungen ergaben, daß 
auch die gebrauchten Normalthermometer große 
Fehler aufwieseu. 

Die Abhandlung gibt dann eine Beschrei- 
bung der ärztlichen Normallhermometer, die 
einen Skalonumfaug von 90° bis 110,5° F oder 
3S° bis 43,5 ° C und in der Nähe des Eispunktes 
eine Hilfsteilung von einigen Zehntelgrad über 
und unter Null haben, wie solche Thermometer 
auch in Deutschland gebraucht werden. Nach 
einer Erläuterung über die zu Grunde gelegte 
Tcmperaturskala werden die verschiedenen Ty- 
pen vun ärztlichen Thermometern beschrieben. 
Es scheineu danach nur zwei Typen im Ge- 
brauch zu sein, die Thermometer mit Verenge- 
rung in der Kapillare und diejenigen mit ludex- 
faden. Die in Deutschland fast ausschließlich 
verfertigten Thermometer mit eingeschmolzenem 
Stift scheinen in Amerika wenig benutzt zu 
werden. Ferner werden Mitteilungen über die 
Zeit, die erforderlich ist, damit das Thermo- 
meter dio Körpertemperatur erreicht, sodann 
Ober das Altern der ärztlichen Thermometer ge- 
macht. 

Untersuchungen Uber den Anstieg der An- 
gaben bei ärztlicheu Thermometern hatten fol- 
gende Resultate ergeben: 

Anstieg in Grad F 



Glas 


am 

1 . 


Ende des 
2. 


14 Monats 


Jeua 16 Hl . . 


. 0.04 


0.06 


0,11 


Weiches Glas . 


. — 


0,S0 


0,68 



Dann folgt oino ausführliche Beschreibung 
der Prüfungsmethode, dio der in der Physika- 
lisch-Technischen Reichsanstalt befolgten voll- 
kommen gleicht, nur das Herunterschleudern 
der Quecksilberfäden erfolgt mittels einer 
maschinellen Vorrichtung durch Zentrifugalkraft 
und nicht wie bei uns von Hand. letzteres 
scheint dem Ref den Vorzug zu verdienen, da 
dieses Verfahren sich mit dem praktischen Ge- 
brauch des Thermometers deckt, also auch 
einen besseren Maßstab für die Brauchbarkeit 
abgibt. 



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ti*n 1. 

I. Januar 



Patentschau 



11 



Schließlich werden auch die Kennzeichnung 
und die Prüfungsbescheinigungen besprochen. 



Wir werden spater noch einmal auf die Ar- 
beit zurückkommen. ( F^rtuUung folgt) 



Patentschau. 



c 



~ 




Vorrichtung zum selbsttätigen Auf zeichnen der Höhen- 
richtung des Windes. E. A. 8 p erb er in Dresden. 

6. 8. 1903. Nr. 154 181. Kl. 42. 

Ein oder mehrere auf einer drehbaren Welle l 
befestigte Windflügel t o versetzen eine ebenfalls auf 
dieser Welle befestigte kreisende Scheibe a in Um- 
drehung. Sie bewegen hierbei einen an dieser Scheibe 
angebrachten , mit einer Schreibvorrichtung a verbun- 
denen VerbinduiigsstAb /, um eine der Einheit der 
Richtungsänderung des Windes stets gleichbleibende 
Bewegungsgröße auf und ab. 

Vorrichtung zur vergröfserten mecha- 
nischen Übertragung der Längen- 
änderung eines Körpers unter dem 
Einfluss von Temperaturverände- 
rungen. E. B ata ult in Genf. 

23. 11. 1901. Nr. 153919. Kl. 42. 

Der Grundgedanke der Erfin- 
dung besteht darin, daß die Vergrößerung 
der Sehne eines flachen Bogens sich in 
sehr viel größerem Maßstabe in der 
Höhe des Bogens bemerkbar macht, 

weil bei einem kleinen Basiswinkel des Bogens der zugehörige Sinus bedeutend wächst, wenu 
der Cosinus nur wenig abnimmt. Bei der Ausführung des Baues eines derartigen Instrumentes 
wird eine aus biegsamen oder unbiogsamen Stollen hergestellte Sehne, welche den thermosta- 
tischen Körper darstellt, durch ein au» federndem, einen geringen Ausdehnungskoeffizienten be- 
sitzenden Material bestehendes Bogenstück gespannt. Die Pfeilhöhe des Bogens, die durch Zug 
oder Druck ein Zoigerwerk in Bewegung setzt, gibt das Maß für die zu messende Temperatur 
oder den andern mit einer Temperaturänderung verbundenenen physikalischen ZuBtand ab, 

Hitzdr&htmefegerät. H. Sievers in Berlin. 7.5.1902. Nr. 154 288 KI. 21. « 

Der aus einem Stück bestehende Hitzdraht h wird teils in Schleifen b 
teils durch frei schwebende aus Isolationsmaterial bestehende Stücke * in 
Winkeln so geführt, daß sämtliche stromdurchflossene Leitungsteile die 
Zeigerbewegung beeinflussen. 

Doppellernrohr mit verstellbaren Rohreinsätzen in den Einzelfernrohren , 
zam Einstellen aaf Sehschärfe. C. P. Goerz in Friedenau. 4. 9. 1903. J 
Nr. 154142. Kl. 42. * 

Die verschiebbaren Rohreins&tee a b sind 
mit jo einer auf einer gemeinschaftlichen Achse 
sitzenden Rinstellhandhabe k bezw. I mit Hilfe 
der Außenverzahnungon e d der Rohreinsätze, der 
Zwischenräder/“ £ und der Zahntriebe hi gekuppelt, 
so daß durch Drehen der Einstellhaudhabe k oder l 
das entsprechende Einzelfornrohr verstellt wird 
und durch gleichzeitiges Drehen beider Handhaben 
eine gemeinsame Einstellung möglich ist. Die 
Einstellhandhaben für die Binzelferurohre können auch nebeneinander auf der Scharnierachse 
sitzen. 





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12 



Patentlist*. 



Deotarbe 

Merhaolker-Ztg. 



Patentliste. 

Bis zum 11. Dezember 1905. 

Klasse: Anmeldnnren. 

21. C. 11 572. Verfahren zum Hervorbringen 
elektrischer Schwingungen in einem Arbeits- 
Stromkreis. The Coop er- He witt Electric 
Cy., New- York. 17.3.08. 

C. 13138. Wechselstromzfthler. F. Conrad, 
Kdgowood Park, und W. M. Bradshaw, 
Wilkinsburg, V. St. A. 1. 11. 04. 

F. 16 612. Empfänger für die elektromagne- 
tischen Wellen bei der drahtlosen Tele- 
graphie. R. A. Fes senden, Manteo, V. 

St. A. 12. 8. 02. 

F. 17 566. Verfahren zur Verhinderung von 
Störungen funkentelegraphischer Empfangs- 
stationen durch in geringer Rntfernuug 
arbeitende Sendestationen. R.A.F essenden, 
Manteo, V. St. A. 2. 12. 02. 

F. 20 074. Elektrolytischer Gleichrichter. 0. 
de Faria, Paris. 14.4.05. 

8. 19 957. Ferrariszähler. Sociötä Gene- 
voise pour la Construction d’ Instru- 
ments de Physique et de Möcanique, 
Genf. 22. 8. 04. 

T. 10 201. Einrichtung zur Verhütung nach- 
teiliger Folgen des Quecksilherschlages bei 
Dampfapparaten nach Art der Hewittschen 
Quecksilberlampe. P. H. Thomas, Mont 
Clair, V. St. A. 14. 2. 05. 

42. A. 10 801 und Zus. dazu 11962. Kraft- und 
ArbeitsmesBer für sich drehende Wellen. 

M. Arndt, Aachen. 14. 3. 04 u. 15. 8. 04. 

B. 36468 Parabolischer Reflektor mit vor- 
geschalteter Linse für eine breite oder zwei 
Lichtquellen. A. Boas, Rodrigues & Cie., 
Paris. 20. 2. 04. 

B. 37 518. Thermoelektrisches Pyrometer 
zum Messen der Temperatur geschmolzener 
Leiter. W. H. Bristol, Hoboken, V. St. A. 

27. 6. 04. 

H. 32 142. 8phärisch, chromatisch und astig- 
matisch korrigiertes Objektiv, bestehend 
aus einer alleinstehenden Sammellinse und 
einem verkitteten Meniskus. O. Heim- 
stad t, Wien. 11.1.04. 

H. 35 768. Gyroskopkompaß mit elektrischem 
Antrieb der rotierenden Masse durch Mehr- 
phasenstrom. Hartmann & Braun, Frank- 
furt a. M. 19. 7. 05. 

P. 16 534. Dreischenkliger Zirkel zum Auf- 
trägen von Winkeln. J. Pilsatnecks. 
Riga,Utußl. 17. 10 04. 

65. G. 18 991. RegiBtriervorrichtung mit elek- 
trischer Übertragung für die Maschinen- 
manöver auf Dampfschiffen, bei welchen die 

FOr di* Redaktion ▼•rastwortlich 
Vertag tod Ja II Df Springer Id B«rUa N. - 



Komandos und die Umdrehungen der Schifla- 
welle aufgezoichnet werden. F. Gl oy stein , 
Bremen. 10. 10. 03. 

67« T. 10 004. Maschine zum Schleifen von 
Linsen u. dgl. 8. Tompson, Livormore 
Falls, Mairo, V. St. A. 12. 11. 04. 

74. H. 34 546. Verfahren zur Bestimmung der 
Entfernung von metallischen Gegenständen 
(Schiffen oder dgl.), deren Gegenwart durch 
das Verfahren nach Pat. Nr. 165 546 festgc- 
stellt wird. Ch. Hülsmeyer, Düsseldorf. 
10. 11. 04. 

Erteil nagen. 

18. Nr. 167 034. Verfahren zum Zementieren 
und Hörten von Gegenständen aus Eisen 
und weichem Stahl G. Reiniger, West- 
end-Berlin. 23. 6. 04. 

21. Nr. 167 067. Verfahren und Vorrichtung 
zur Messung der Stromst&rke in Röntgen- 
röhren. E. Ruhmer, Berlin. 13.4.05. 

Nr. 167 110. Queckeilberlampe mit Einsatz- 
rohr. Schott St Gen., Jona. 25.11.04. 

Nr. 167 286. Wechselstromzfthler nach dem 
Induktionsprinzip. Allg. Elektrizitäts- 
Gesellschaft, Berlin. 14. 3. 05. 

32. Nr. 167 023. Vorfahren zum stetigen Er- 
schmelzen von Glas oder dgl. mittels elek- 
trischer Widerstandserhitzung. H. Hauke 
Wevelinghoven, Rhld. 26. 9. 03. 

Nr. 167 113. Vorrichtung zur Herstellung 
röhrenförmiger Glaskörper durch Verdrängen 
der in eine Form eingegebeuen Glasmasse 
mittels eiuGB achsial eingeführten Formkerns. 
F. A. Grosse, Bischofswerda i. S. 17. 5 04. 

2 Nr. 167 041. Einrichtung zum Anzeigen der 
Summe oder der Differenz des Zeigeraus- 
schlages zweier beliebiger Instrumeute. 
Neufeldt ft Kuhnke, Kiel. 24.4.04. 

Nr. 167 069. Einrichtung an Handfernrohren 
zum Messen des Winkels, den die Viaier- 
linie nach dem beobachteten Punkt mit der 
Lotlinie oder dem magnetischen Meridian 
bildet. C. Zeiß, Jena. 29.12.03. 

Nr. 167 070. Vorrichtung zum Anzeigen des 
Wärmeverbrauchs in Dampfheizungen. C. 
Moormann, Hildesheim. 22.10.03. 

Nr. 167 224. Sphärisch, chromatisch und astig- 
matisch korrigiertes photographisches 
Doppelobjektiv, bestehend aus einer ein- 
fachen Linse und zwei miteinander ver- 
kitteten Einzellinsen mit zwischen beide 
Gruppen eingeschalteter Blende. G. Roden - 
stock, München. 9. 6. 03. 

Nr. 167 230. Jodprüfor für Bier. H. Trapp, 
Wittenberg. 12. 5. 05. 

A Blascbk* la Berlin W. 

Druck tod Emil Dr*jer 1b Berllo SW. 



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Deutsche Mechaniker-Zeitung. 

Beiblatt zur Zeitschrift fiir Iustrumentenkunde 

und 

Organ für die gesamte Glasinstrumenten - Industrie. 
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik. 

Redaktion: A. ßlaschke, Berlin W30, An der Apostelkirche 6. 



Heft 2. 15. Januar. 1906. 

Nachdruck uur mit Genehmigung der Redaktion gestattet. 



Ober die neuere Entwicklung der nautischen Instrumente. 

Vortrag, 

gehalten auf dem 16. Deutschen Mechanikertage zu Kiel am 4. August 1906, 

TOO 

Dr. E. Kohlsehtltter ia Berlin. 

(ftrUetoMr) 

Versuche mit noch größerem Abstand zwischen Rose und Kesselwandungen 
sind im Gange, um einen Kompaß, der auch Bei noch mehr verringerter Kichtkraft 
brauchbar bleibt, zu erzielen, und es steht zu hoffen, daß auf dem eingeschiagenen 
Wege ein Kompaß erreicht wird, der allen billigen Anforderungen entspricht. Jeden- 
falls stellt das in Fiy. 3 dargestellte Modell des Reichs-Marine-Amts den zur Zeit voll- 
kommensten Typ eines Fluidkompasses dar. 

Ein anderer Weg zur Bekämpfung der Richtkraftverminderung würde die Ver- 
mehrung des magnetischen Moments der Rose durch Anwendung von Elektromagneten 
anstelle der gebräuchlichen Stabmagnete sein. Diesbezügliche Versuche sind ebenfalls 
vom Reichs-Marine-Amte unternommen worden, haben aber zu keinem brauchbaren Re- 
sultat geführt. Daher steht hier erfinderischen Köpfen noch ein weites Feld zu viel- 
leicht dankbarer Betätigung offen. 

Hand in Hand mit diesen Versuchen gingen solche zur Verbesserung der Kom- 
pensationseinrichtungen. Nach holländischem Vorgänge w urden statt der seitlichen Kugeln 
lange Stabe aus weichem Eisen längsschiffs und querschiffs neben dem Kompaß ange- 
bracht (Turmbodenkompaß), wodurch auch in der Tat eine Vermehrung der liichtkraft 
und stärkere Kompensation erreicht wurde. Aus militärischen Gründen mußte davon 
jedoch wieder Abstand genommen werden. Für Handelsschiffe, auf denen die gewöhn- 
liche Quadrantalkompensation nicht ausreicht, könnte diese Kompensation jedoch mit 
Vorteil verwendet werden. 

Holländischen Ursprungs ist auch der Gedanke, die Quadrantaldeviation nicht 
durch weiches Eisen, wie es naturgemäß ist, sondern durch zwei kleinere Kompasse, 
die neben dem Hauptkompaß aufgestellt werden, zu kompensieren. Es lassen sich 
dadurch bedeutend stärkere Deviationen wegbringen, als durch weiches Eisen. Die 
Anregung wird vom ReichB-Marine-Amt durch Versuche noch weiter verfolgt, und etwas 
Abschließendes ist daher noch nicht darüber zu sagen. 

Bei den Regel- und Peilkompassen, die sowohl auf den Handelsschiffen als 
auch an Bord der Kriegsschiffe meist so frei stehen, daß der Einfluß der schiffsmagne- 
tischen Kräfte durch die gewöhnliche Kompensation beseitigt werden kann, machen 
sich die hierzu gebrauchten großen Quadrantalkugeln beim Peilen störend bemerkbar, 
indem sie die Sichten querab vom Schiff verdecken. Deshalb hat der Mechaniker 
Stolfa in Triest die Kugeln unter dem Kompaßkessel angeordnet und nach dem sach- 
verständigen Urteil von Gelcich mit gutem Erfolg'). Dies trifft aber wohl nur für 
Trockenkompasse zu. Das Vorgehen des Reichs-Marine-Amts, statt der Vollkugeln nur 
Kugelzonen zu verwenden, deren Mittelpunkt in der Rosenebene bleibt, ermöglicht 
ebenfalls das Peilen querab und ist theoretisch richtiger. Die dadurch herbeigerührte 
Verschlechterung der Kompensation bleibt in den meisten Fällen unter 1 *, wie durch 
Versuche praktisch festgestellt worden ist, und kommt daher nicht in Betracht-). 

■) Zeitichr. /. Inttrkde. 20. S. 251. 1900. — : ) Rottok, a. a. 0. 



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14 E. RohlicfcOUir, Ob«r di« n«u«re Entwicklung der nautischen Instrumente. M«ebanU«r-Ztg 

Fitj. 4 zeigt den Kompaßkessel Modell 1003 mit den beiden Kugelzonen. 

In ganz anderer Richtung als die bisher besprochenen bewegen sich die Ver- 
suche, durch Kompaßübertragungseinrichtungen an den Steuerstellen gut funktionierende 
Richtungsanzeiger zu bekommen. Der leitende Gedanke dabei ist der, an magnetisch 
günstiger und möglichst sicherer Stelle einen gut kompensierten Mutterkompaß auf- 
zuslellen, dessen Angaben durch irgendwelche Fernleitungen automatisch auf beliebig 
viele Tochterrosen übertragen werden, die in den Kommandotürmen und an den 
Steuerstellen aufgestellt sind und nach denen das SchifT gesteuert wird. 

Von den vielen Vorschlägen zu derartigen Hinrichtungen, die infolge eines 
Preisausschreibens vom Jahre 1895 beim Reichs-Marine-Amt eingingen, werden gegen- 
wärtig zwei auf verschiedenen Prinzipien beruhende weiter verfolgt und durch ständige 
Verbesserungen ausgebaut. Die Freesesche Übertragung 1 ) verwendet einen an der 
Mutterrose befestigten Kontakthebel, der auf Quecksilberkuppen gleitet und dadurch 
einen Strom schließt, der die Tochterrose auf die den berührten Kuppen entsprechende 
Stellung einspielen läßt. 

Die andere Einrichtung ist von 
Dr. Einthoven in Leyden konstruiert und 
von Siemens & Halske ausgeführt und 
verbessert worden. Sie beruht auf der 
Änderung des elektrischen Widerstandes 
von kleinen Metallplättchen infolge Erwär- 
mung durch eine elektrische Glühlampe, 
deren Strahlen durch einen Ausschnitt der 
Mutterkompaß-Rose auf die dem jedes- 
maligen Kurse entsprechenden Metallplätt- 
chen fallen. Die durch die WiderBtandsänderung hervorgebrachten Stromschwankungen 
dienen zur entsprechenden Regulierung der Tochterrosen. 

Die Versuche mit diesen Übertragungen sind jedoch noch nicht aus dem 
Anfangsstadium herausgekommen. 

Ähnliches gilt von einem anderen Instrument, das ebenfalls bestimmt ist, den 
Kompaß in gewissen Fällen zu ersetzen, nämlich dem Kreisel. 

Schon bei Beginn der Schwierigkeiten mit den Fluidkompassen hatte Herr Ge- 
heimer Admiralitätsrat Rottok darauf verwiesen, die magnetische Kraft der Erde durch 
die Schwungkraft eines schnell rotierenden Körpers zu ersetzen und den Foucaultschen 
Kreisel, der bislang nur im Experimentiersaal des Physikers zu finden war, in die nau- 
tische Praxis zu übernehmen. Zunächst war dabei an den Kreisel mit zwei Freiheits- 
graden gedacht, d. h. einen Kreisel, dessen Drehungsachse nicht aus der Horizontalebene 
herauskann. Ein solcher Kreisel hat die Eigenschaft, daß seine Achse sich immer in den 
astronomischen Meridian einstellt. Diese Verwendungsart des Kreisels war aber nicht 
möglich, da man auf dem schwankenden Schiff kein Mittel hat, die Drehungsachse in 
der Horizontalen festzuhalten. Deshalb wurden die Versuche, die das Reichs-Marine- 
Amt unternahm, mit einem Kreisel mit drei Freiheitsgraden angestellt, d. h. einem 
solchen, der sich um drei beliebige, rechtwinklig aufeinander stehende Achsen drehen 
kann. Ein derartiger Kreisel behält, wenn er sich ganz frei bewegen kann, dauernd 
seine Drehungsebene und somit auch seine Drehungsachse im Weltenrauin bei. Das- 
selbe tut aber auch die Erdachse. Daher muß eine solche Kreiselachse dauernd nach 
dem nördlichen Himmelapo! gerichtet bleiben, wenn eie einmal darauf eingestellt ist. 
Damit hätte man also ebenfalls ein Instrument, das dauernd nach dem wahren Norden zeigt. 

Nachdem die Schwierigkeiten überwunden waren, die sich der Stromzuführung 
entgegenstellten, wurde der KreiBel als Drehstrommotor mit Kurzschlußanker, letzterer 
in Gestalt einer schweren Eisenscheibe, von der Firma Jul. Pint sch in Fürstenwalde 
hergestellt. Zuerst schien die Sache zu gehen, aber sehr bald wirkten störende Kräfte 
ein, die Reibung in den Lagern und die Schwerkraft der Erde. Die letztere kam 
deshalb zur Wirkung, weil es nicht möglich gewesen war, den Unterstützungspunkt des 
Kreisels ganz genau in die Drehungsachse zu verlegen. Diese störenden Kräfte riefen 
unkonlrollierbare Präzessionen hervor ; die Drehungsachse, statt dauernd nach dem 
Nordpol zu zeigen, setzte sich in Bewegung und beschrieb irgendwelche Bahnen, so daß 
die Versuche als gescheitert angesehen werden müssen *). 



>) 1). R. P. Nr. 138 205. Kl. 74. - ») Rottok, a. o. 0. 




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lieft X 

15. Januar l#Oß. 



E. Kohlschütter, Ober die neuere Entwicklung der nautischen Instrumente. 



15 



Unabhängig davon war aber dieselbe Idee von einigen Gelehrten und In- 
genieuren «elbständig und in anderer Weise verfolgt worden, und es ist möglich oder 
sogar wahrscheinlich, daß in nächster Zeit unter Zuhilfenahme eines anderen Prinzips 
doch noch ein brauchbarer Kreiselapparat als Richtungsanzeiger zustande kommt. 

Von Wichtigkeit für die richtige Ortsbestimmung des Schiffes ist es, daß der 
Mann am Ruder den ihm vorgeschriebenen Kurs auch möglichst genau innehfiit. Zu- 
weilen werden aber größere Abweichungen entstehen, die durch verschiedene Ursachen 
hervorgerufen werden können, wozu in erster Linie die Luv- oder Leegierigkeit des 
Schiffes, d. h. sein meist einseitiges Bestreben, den Bug nach der Windseite oder der 
entgegengesetzten Seite zu drehen, sowie die Unaufmerksamkeit des Rudersmannes ge- 
hören. Um derartige Abweichungen kenntlich zu machen und ihren Betrag auch nach- 
träglich feststellen zu können, sind Registrierkompasse 1 ) konstruiert worden, die sich 
trotz ihres offenbaren Nutzens für Schiffsführung aber nicht einzubürgem vermocht 
haben, ln der Nähe von Land oder gefährlichen Untiefen, w-o es auf eine möglichst 
genaue Ortsbestimmung ankommt, kann der Schiffsführer den wirklich gesteuerten Kurs 
aus den Aufzeichnungen bestimmen. In See, wo dieser Grund wegfüllt, werden die 
Zeit- und die damit verbundenen Geldverluste vermieden, die aus dem Zickzackkurs 
eines schlecht gesteuerten Schiffes entstehen. Ein besseres Steuern wird aber durch 
die stete Kontrolle erreicht, die der Registrierkompaß über den Rudersmann ausübt. 
Auch geben die von solchen Kompassen aufgezeichneten Diagramme dem Kapitän die 
Möglichkeit, diejenigen Leute aus seiner Mannschaft, die sich am besten als Ruder- 
gänger eignen, auszuwählen. Wie groß dieses persönliche Moment ist, zeigt Fig. 5; 
von den beiden Kurven ist die obere aufgenommen, als der Steuerer nichts von der 
Anwesenheit des Registrierkompasses wußte, während ihm bei der unteren bekannt war, 
daß er durch einen solchen kontrolliert wurde. 




Ein weiterer Vorteil solcher Registrierungen ist der, daß sie bei Seeamtsver- 
handlungen unter Umständen wertvollen Aufschluß über die Ursachen eines Schiffs- 
un falls geben können*). Am einfachsten würde sich die Registrierung mit einer Kompaß- 
übertragungseinrichtung verbinden lassen, und die Firma Siemens & Halske hat auch 
einen derartigen Apparat konstruiert. Doch ist auf den Schiffen der Kais. Marine das 
Bedürfnis nach einem solchen Instrument nicht vorhanden, da hier der Rudergänger 
genügend kontrolliert wird. Unabhängige Registrierkompasse sind von einer ganzen 
Reihe von Leuten erfunden worden; ich nenne nur die Namen Carlstedt, Langen 
in Ponta Delgada 3 ), Wrigley, den Kommandanten Heit und W. C. Forbes 1 ). 

Bei dem Ships Course Recorder von Wrigley wird ein Papierstreifen durch 
ein Uhrwerk mit konstanter Geschwindigkeit über den Mittelpunkt der Kompaßrose fort- 
bewegt. Der Papierstreifen wird dabei so orientiert, daß bei dem richtigen Kurse eine 
an der Kompaßrose befestigte Nadel auf die Mittellinie des Papierstreifens trifft. Von 
Zeit zu Zeit bohrt die Nadel Löcher in den Papierstreifen und aus dem Abstand dieser 
Löcher von der Mittellinie ergeben eich die Abweichungen vom Kurs. 

Bei dem Registrierkompaß von Heit befinden sich an der Wand des Kompaß- 
kessels kleine metallene Anschläge, die je um 1 0 voneinander abstehen. Sie können 
so gedreht werden, daß bei dem richtigen Kurse der Nullanschlag dem Westpunkt der 
Rose gegenübersteht. Von Minute zu Minute wird ein kleiner, im Mittelpunkt der Rose 
befestigter Hammer durch ein Uhrwerk ausgelöst und fällt auf einen der Anschläge 
nieder, wodurch ein elektrischer Strom geschlossen wird, der an einem Registrier- 
apparat den getroffenen Anschlag vermerkt. Der Registrierapparat besteht aus zwei 



’) Caspar, Registrierkonmasse. Annalen d. Hydr u. i k ■?- . S. 428. 1904. — 
») Hama 1904. S. 41 ■ — 3 ) D. R. P. Nr. 86 187. Kl. 42. — ‘I Australisches Patent 1903 



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16 



E. KohlichUllir, üb#r di« n«u«r« Entwicklung der nautischen Instrumente. 



Dsatach« 

Mecbsniker-Ztg. 



Metallkämmen, deren Zinken sich genau gegenüberstehen, und einem durch ein Uhrwerk 
zwischen beiden hindurchgezogenen Papierstreifen. Je zwei sich gegenüberstehende 
Zinken entsprechen einem der metallenen Anschläge. Wird nun durch den Hammer 
der Strom geschlossen, so springt zwischen den entsprechenden Zinken der Kämme ein 
Funke über, der ein Loch in das Papier schlägt. Der Apparat soll gute Resultate er- 
geben haben; er scheint aber für einen Hordapparat zu diffizil zu sein. 

Wir gehen nunmehr von den Richtungsanzeigern zu den Apparaten über, die 
den zurückgelegten Weg, das zweite ßestimuiungsstück des gegißten Bestecks, zu be- 
stimmen gestatten. 

In früherer Zeit diente hierzu ausschließlich das Log. Jetzt wird der gutge- 
machte Weg vielfach aus der Umdrehungszahl der Maschine berechnet. Man kaDn 
das Log aber trotzdem nicht entbehren, da es zu gelegentlicher Kontrolle und zur Be- 
stimmung des Umrechnungsfaktors der Maechinenumdrehungen ln Weglänge nötig ist. 
Dieser Faktor bleibt nämlich nicht konstant, sondern ändert sich mit dein Seegang, dem 
Wind, dem Tiefgang und dem Krängungswinkel des Schilfes, mit der zunehmenden 
Bewachsung des SchifTsbodens u. s. w.; er muß daher von Zeit zu Zeit durch das Log 
neu bestimmt werden. Segelschiffe sind außerdem allein auf das Log angewiesen. 

Noch vielfach in Gebrauch ist das alte gewöhnliche Log, bestehend aus dem 
Logscbeit mit der Leine und dem Logglas, einer Sanduhr Das Logscheit ist ein höl- 
zernes Brett in Form einer Viertelkreisscheibe, die senkrecht im Wasser steht, und den 
festen Punkt bilden soll, von dem aus die Fahrt des Schiffes an den in der Leine an- 
gebrachten Knoten gemessen wird. Die Scheibe bleibt natürlich nicht genau an der- 
selben Stelle stehen, sondern wird von der schweren, durebhängenden Leine etwas 
nachgeschleppt. ln der deutschen und einigen anderen Marinen schützt man sich 
gegen diesen Fehler dadurch, daß man die Knotenlänge um 5*/o kürzer macht, als sie 
eigentlich sein soll; doch ist dies nur ein rohes Ausfluchtsmittel, und man ist daher 
bemüht gewesen, ein Logscheit zu konstruieren, das nicht nachschleppt. 

Von amerikanischer Seite ist zu diesem Zweck vorgeschlagen worden, statt des 
ScheiteB einen spitzen Ledersack 1 ) anzubringen, der durch einen Reifen offengehalten 
wird und seine offene Seite dem Schiff zukehrt. Fr soll im Vergleich zum alten 
Scheit nur sehr wenig nachgeschleppt werden, so daß die Logfehler dadurch tatsächlich 
geringer werden. Nach Beendigung des Loggens wird der Sack mit der Spitze voran 
eingeholt. 

Ein anderer Verbesserungsvorschlag, der von Guyou-) herrührt, soll in der 
französischen Marine eingeführt sein. Das Logscheit wird ebenfalls durch einen Sack 
ersetzt, aber aus wertlosem Material, Kattun, der durch einen Reifen aus Rohr oder 
Weidenrute offen gehalten wird und durch eine Handvoll Sand beschwert ist. Statt 
der schweren Logleine dient ein dünner Bindfaden, der von einer Haspel abrollt und 
so leicht ist, daß er schwimmt und den Sack nicht nachzieht. Jedesmal, wenn 100 m 
Leine ausgelaufen sind, wird durch die Haspel ein elektrischer Kontakt geschlossen, 
wodurch im Kommandoraum von einem Registrierapparat ein Punkt auf einen Papier- 
streifen gemacht wird. Daneben werden auf demselben Papierstreifen auch die Um- 
drehungen der Schraubenwelle registriert. Man bekommt daher einen direkten Vergleich 
zwischen der Anzahl der Maschinenumdrehungen und dem zurückgelegten Weg, woraus 
sich ohne weiteres der Umrechnungsfaktor ergibt. Der Logsack und der Bindfaden 
von etwa 400 m Länge gehen verloren, was bei ihrem geringen Werte nichts aus- 
macht. Guyou hat somit dasselbe Prinzip angewandt, das sich bei den Lotröhren 
bereits allgemein eingebürgert hat. 

Die außerdem gebräuchlichen Fahrtmesser Bind die Decklogs, vielfach auch 
Patentlogs genannt, die sich sämtlich darin gleichen, daß die Umdrehungen einer von 
dem Schiff durchs Wasser nachgeschleppten Schraube oder eines Flügelrades durch ein 
Zählwerk summiert werden und man somit aus der Ablesung durch Multiplikation mit 
einem empirisch bestimmten Reduktionsfaktor direkt die zurückgelegte Distanz bekommt. 

(Fortictiung folgt.) 

't Ttchn. Hundtchau 1905. 3. 11. — *) Compt. rervl. 171(1. S. 1170. 1903. 



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Heft 2. 

i:.. Januar lOO*. 



Verein»- und Personennachrichten. 



17 



Vereins» und Personen* 
nachrichten. 

Todesanzeige. 

Am 16. Dezember v. J. verschied unser 
Mitglied 

Hr. J. J. Buddlngh 

im Alter von beinahe 73 Jahren. 

Der Verstorbene, der am 1. Juli v. J. 
das 50-jährige Jubiläum als Leiter der 
Firma Becker & ßuddingh in Arnhem 
feiern konnte, war eines der ältesten Mit- 
glieder unserer Gesellschaft und hat immer 
die engsten Beziehungen zur deutschen 
Feinmechanik unterhalten. Wir werden 
seiner stets in Achtung und Liebe gedenken. 

Der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Mechanik 
und Optik. 



Anmeldung zur Aufnahme in den 
Hptv. der D. G. f. M. u. O.: 

Hr. Ernst Flank; Optische und me- 
chanische Fabrik ; Nürnberg. 



25-Jährlges .Jubiläum 
der 

I. Handwerkerschule zu Berlin. 

Gegen 2000 Personen, — Schiller, 
Lehrer und Freunde der I. Handwerker- 
schule — füllten am Abend des 9. De- 
zembers den großen Saal der Philharmonie, 
um das 25-jährige Bestehen der I. Hand- 
werkerschule von Berlin zu feiern. Der 
Festakt, der unter Vorsitz von Hm. Ober- 
ingenieur H. Remnne slattfand, wurde 
eingeleitet durch eine Rede von Hrn. Geh. 
Oberregierungsrat Lüders, dem einzigen 
noch lebenden Mitglied» der Kommission, 
die seinerzeit die Vorarbeiten zur Gründung 
der Schule durchführte. Diese und fast alle 
folgenden Reden waren eine Huldigung für 
den leider verstorbenen ersten Direktor 
der Schule, Otto Jessen, und den eben- 
falls verstorbenen Stadtschulrat Bertram. 
Besonders hervorgeboben sei die Rede des 
Vertreters der D. G. f. M. u. 0., Herrn W. 
Handke, der die Entwickelung des ge- 
samten Fortbildungsschulwesens in Berlin ') 

i) Einige Zahlen, die diesen Ausführungen 
zu Grunde lsgen, dürften allgemeines Interesse 
beanspruchen. 

Im Jahre 1904 gab es in Bsrlin Fortblldungs- 
gelsgenheiten für 112 gewerbliche und kauf- 



und dessen Verdienste um die Hebung des 
Handwerks beleuchtete. An die Reden 
reihten Bich gesangliche Darbietungen; der 
Festakt schloß mit höchst beifällig ange- 
nommenen lebenden Bildern. Es folgte Tanz 
und geselliges Beisammensein, die sich bis 
zum Morgen ausdehnten. 

Die gesamten Veranstaltungen, unter 
denen auch die treffliche Festzeitung ge- 
nannt sei, waren nicht nur sorgfältig, 
sondern auch mit feinem künstlerischen 
Geschmack vorbereitet ; dem Festausschuß 
gebührt darum der Dank aller Teilnehmer. 



Anträge auf Bewilligung von Geldmitteln 
aus dem Fonds der Jubilänmsstiflung der 
deutschen Industrie, die in der ordentlichen 
Sitzung des Kuratoriums im Mai 1906 zur Be- 
ratung und Beschlußfassung gelangen sollen , 
müssen spätestens bis zum 1. Februar 1906 an 
den Vorsitzenden des Kuratoriums eingereicht 
werden ; Druckabzflge dor Leitsätze für die 
Stellung derartiger Anträge sind von dor Ge- 
schäftestelle der Jubiläumsstiftung (Charlottcn- 
burg, Technische Hochschule) kostenlos zu 
bezieheu. 



männische Berufe. Abgesehen vou den Fort- 
bildungsschulen für Mädchen, der städtischen 
Webeschule und ähnlichen Instituten stellte 
sich der Besuch folgendermaUen : 

Schüler darunter 



17 Fortbildungaachulen . - 


14 094 


Lehrlinge 

9901 




(852) 


(664) 


I. Handworkerkschulo . . 


2401 


2763*) 




(341) 


(199) 


ii. 


2896 






(186) 


(132) 


Gowerbeaaal (11 Klaasen) 


2427 


172» 




(384) 


(373) 


rd. 45 Fachschulen . . . 


9291 


7715 


Berliner Handwerkerverein . 


452 


99 




(9) 


(3) 


Kaufmännische Fort- 
bildungaachule .... 


2683 


1821 


Zusammen 


. 34244 


24 028 




(1918) 


(1361) 



Die eingeklammerten Zahlen geben an, wie- 
viel Mechaniker sich unter den Schülern und 
Lehrlingen befanden. 



*) Die Zahl 2763 bezieht eich auf beide 
Handwerkerschulen. 



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IS 



GUctechnUchM. 



Dtotach« 

M«ch*nllcer-Ztg. 



Glastechnisches. 

Die amerikanischen 

Prüfungsbestttnniungen tiir 
Thermometer. 

(FcrtmtMumg.) 

ü. Prüfung von Thermometern. 

(Zirkular Nr. 8 vom 15. Sept. 1904.) 

Während das Zirkular Nr. 5 sich nur 
mit der Prüfung Ärztlicher Thermometer 
befaßt, enthält das Zirkular Nr. 8 ganz 
allgemein die Vorschriften für Prüfung der 
verschiedenen Thermometer. 

Zur Vergleichung mit den Normal- 
thermometem des Bureaus werden ange- 
nommen Glasthermometer, die mit Queck- 
silber, Alkohol, Toluol, Petroläther, Pentan 
oder einer andern geeigneten Flüssigkeit 
gefüllt sind, soweit sie den nachfolgenden 
Bedingungen entsprechen. Hauptnormal- 
Quecksilberthermometer werden angenom- 
men zur Kalibrierung, Bestimmung der 
Druckkocfüzienten und des Fundamental- 
intervalls. 

Vorschriften für die Anträge auf 
Prüfung. Der Prüfungsantrag soll die 
Art der gewünschten Prüfung bestimmt 
angeben, z. B. die Temperaturen, bei 
welchen die Thermometer geprüft werden 
sollen, die Eintauchtiefe während der Prü- 
fung oder irgend andere Bedingungen, die 
der Antragsteller beobachtet zu sehen 
wünscht. Wenn möglich sind dem Antrag 
die Gebühren beizufügen, unfrankierte Sen- 
dungen werden nicht angenommen. 

Die Instrumente und Verpackungen 
sollen zur Identifizierung deutlich gekenn- 
zeichnet sein. 

Die Instrumente werden nicht früher 
zurückgesandt, als bis alle fälligen Ge- 
bühren entrichtet sind. 

Anforderungen an die Instrumente. 
Im allgemeinen werden Thermometer, die 
Konstruktionsinäugel zeigen, nicht geprüft. 
Findet dies dennoch statt, so werden die 
Mängel im Prüfungsschein aufgeführt. 

Hauptsächlich sind folgende Vorschriften 
zu erfüllen. 

1. Die Teilung muß entweder direkt 
auf der Röhre angebracht werden, was 
immer vorzuziehen ist (? der lief.), oder 
auf einer Skala, die sicher und unverrück- 
bar in der Röhre befestigt ist. Im letz- 
teren Falle muß eine Strichmarke, welche 
mit einem Strich der Skala zusammenfällt, 
angebracht sein. 

2. Die Teilung auf der Röhre soll so 
beziffert sein, daß die Identität jedes 
Striches ohne unnötige Schwierigkeiten 
festgcstellt werden kann. Kaliber und 



Teilung sollen gleichmäßig sein und frei 
von solchen Unregelmäßigkeiten, die Un- 
sicherheiten in den Angaben verursachen 
können, welche die anderweitig für die 
betreffende Thermometergattung festge- 
setzten Fehlergrenzen überschreiten. 

3. Die Dicke der Teilstriche darf nicht 
0,2 des kleinsten Teilintervalls überschreiten 
und sollte weniger als 0,1 betragen, wenn 
die Korrektionen auf 0,1 des kleinsten 
Intervalls abgerundet werden sollen. Wenn 
die Dicke oder Form der Teilung zu große 
Unsicherheit in der Ablesung der Skala 
bedingt, so werden die Korrektionen nur 
in der Größenordnung der kleinsten Inter- 
valle angegeben. 

4. Die Thermometer sollen nur wenige 
Teilstriche über die äußersten Temperaturen, 
die geprüft werden, haben. 

5. Alle Normal-Siedethermometer(Hypso- 
meter) und Kalorimeter-Thermometer sollen 
am oberen Ende der Kapillare eine bim- 
förmige Erweiterung haben. Dieses Hilfs- 
reservoir ist auch bei den meisten anderen 
Thermometerarten höchst erwünscht, da es 
die Kalibrierung der Röhre ermöglicht, 
die Fortschaffung von Duft aus der Queck- 
silbersäule erlaubt und die Gefahren des 
Zerspringens bei Überhitzung verringert. 

ö. Jedes zugelassene Thermometer wird 
einer vorläufigen Prüfung bezüglich der 
Einzelheiten seiner Konstruktion unter- 
zogen, z. B. auf Feinheit und Gleichförmig- 
keit der Teilung und Gleichförmigkeit des 
Kalibers, Reinheit des Quecksilbers und 
der Kapillarröhre, Abwesenheit von Schmutz, 
Luftblasen. Splittern im Rohr u. s. w. Auch 
werden über die Veränderlichkeit des 
Nullpunkts nach wiederholten Erhitzungen 
und über den Betrag der Nullpunktde- 
pression Versuche gemacht, um einen 
Maßstab für die Verläßlichkeit der Angaben 
und der Eigenschaften des Glases zu ge- 
winnen, aus welchem das Thermometer 
hergestellt ist. Wenn diese Versuche er- 
geben, daß das Thermometer nicht ge- 
nügend gealtert ist, oder daß es aus einem 
Glase mit unzulässig großer Nachwirkung 
hergestellt ist, so wird ein Prüfungsschein 
nicht ausgestellt. 

Ein Thermometer, das sich bei der 
Vorprüfung als ungenügend gealtert er- 
weist, wird, wenn es zur Prüfung zuge- 
lassen wird, zunächst vollständig gealtert, 
wofür eine Zusatzgebühr erhoben wird. 

Wen» ein Thermometer nicht gealtert 
worden ist, so steigt der Nullpunkt (Eispunkt) 
nach jedesmaliger Erhitzung ; in hohen Tem- 
peraturen kann die Veränderung 25° C über- 
schreiten. Diese Schwierigkeiten kann man 



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Heft 2. 

1j. Jantutr 19'Hi. 



Glastechnisches. 



19 



vermeiden, wenn die besseren Thermometer- 
gläaer verwendet und die Thermometer we- 
nigstens 75 Stunden auf 450° C erhitzt werden. 
Es ist sehr wünschenswert, daß der Alterungs- 
prozeß von den Fabrikanten vor endgültiger 
Teilung der Thermometer vorgenommen wird. 
Ein geringes Ansteigen des Nullpunkts findet 
noch viele Jahre hindurch statt, selbst wenn 
das Thermometer auf konstanter Temperatur 
gehaiton wird ; aber bei gehörig gealterten 
Thermometern aus geeignetem Glas ist die 
Veränderung sehr klein und wird 0,1° C ln 
vielen Jahren nicht überschreiten, wenn die 
Thermometer bei gewöhnlichen Temperaturen 
gebraucht werden. Die Wichtigkeit gehöriger 
Alterung muß besonders betont werden, weil 
eine große Zahl der hochgradigen Thermo- 
meter, die im letzten Jahre zur Prüfung ein- 
gereicht wurden, in dieser Beziehung unge- 
nügend waren. 

Die Depression des Nullpunkts, nachdem 
das Thermometer auf 100° C (212° F) erhitzt 
worden ist, sollte 0,1° C (0,2° F) nicht über- 
schreiten. Der Betrag dieser Nulipunktsdepres- 
sion für einige der am meisten gebräuch- 
lichen Thermometergläser wird nachstehend 
aufgeführt : 

Jenaer Glas 59 111 0,02° C 

. . 16 «I 0,05° bis 0,07° C 

Verrc dar 0,07° „ 0,10° C 

Engl. Kristallglas ungefähr 0,18° C- 

Thcrmometer, die aus den besseren Glas- 
arten hergestellt sind, erreichen nach der Er- 
hitzuug den Gleichgewichtszustand nach we- 
nigen Minuten, während solche aus Glas mit 
großer Nachwirkung eine Stunde oder mehr 
dazu gebrauchen Ferner erreicht bei den 
ersteren der Nullpunkt viel schneller seinen 
alten Btand wieder, was schon io wenigen 
Tagen geschieht, während die letzteren Monate 
dazu erfordern t). 

7. Es ist höchst wünschenswert, daß 
alle Thermometer auf ihrer Skala den 
Eispunkt (0° C oder 32° F) oder den 
Siedepunkt (100* C oder 212° F) haben, 
besonders aber den ersteren, damit die 
Veränderungen in dem Glase beobachtet 
und die erforderlichen Korrektionen ange- 
bracht werden können. Diese Konstruk- 
tion ist hauptsilchlich bei allen I’räzisions- 
und Laboratorium- Thermometern zum Ge- 



il Weitere Einzelheiten über die Wirkung 
des Altern, über die physikalischen und che- 
mischen Eigenschaften der verschiedenen Glas- 
arten linden sich in Guillaume, Präzisious- 
thermometrie, Hovestadt, Jenaer Glas, 
und in den thermometrischen Publikationen 
der Physikalisch-Technischen Reichs- 
anatalt. 



brauch in gewöhnlichen Temperaturen er- 
forderlich, wenn eine Genauigkeit von 0,1° 
oder mehr verlangt wird ; ferner bei Ther- 
mometern mit beschranktem Skalenumfang, 
wie ärztlichen Normalthermometern, und 
bei allen hochgradigen Thermometern, bei 
denen die Veränderungen mehrere Grad 
betragen können. 

8. Thermometer, die sorglose Arbeit 
zeigen oder irgend Konstruktionsfehler 
haben, welche beim Gebrauch des Instru- 
ments zu Unsicherheiten in der Temperatur- 
messung führen können, erhalten keinen 
Prüfungsschein. Das Bureau behält sich 
in jedem einzelnen Falle das Recht vor, 
über die Annahme eines Thermometers 
zur Prüfung zu entscheiden. 

Allgemeine Priifungsberlingungen. Die 
genauen Bedingungen der Prüfung, aus 
welcher die Korrektionstafel hergeleitet 
ist, werden im Zeugnis angegeben. Im 
allgemeinen jedoch gelten die angegebenen 
Korrektionen für volles Eintauchen, d. h. 
wenn das Quecksilber in dem Gefäß und 
in der Röhre sich auf der Temperatur des 
Bades befindet, in welches das Thermo- 
meter eintaucht. Wenn ein Thermometer 
unter anderen Bedingungen gebraucht 
wird, so werden im Zeugnis die nötigen 
Daten zur Anbringung der „Fadenkorrek- 
tion“ angegeben. Auf Wunsch werden 
die Korrektionen auch für die gebrauchte 
Eintauchtiefe bestimmt, vorausgesetzt, daß 
die Apparate des Bureaus dies zulassen. 
Wenn die Thermometer von solcher Länge 
oder Form sind, daß die Apparate des 
Bureaus nicht ausreichen und besondere 
Apparate für ihre Prüfung hergestellt 
werden müssen, so wird eine Zuschlags- 
gebühr erhoben. 

Die Anzahl der Vergleichspunkte und 
der Genauigkeitsgrad der Korrektionen 
hängt von dem beabsichtigten Gebrauch 
des Thermometers, seiner Einteilung, Fein- 
heit der Striche, Art des Glases, aus 
welchem es gemacht ist, u. s. w. ab. Der 
Genauigkeitsgrad wird im allgemeinen im 
Zeugnis angegeben. 

Es ist immer erwünscht, daß bei Ein- 
reichung der Thermometer der verlangte Ge- 
nauigkeitsgrad angegeben wird, ebenso der 
Teil der Skala, für welchen der größte Ge- 
nauigkeitsgrad gefordert wird, und die Bedin- 
gungen, unter denen das Thermometer ge- 
braucht wird (z. B. Tiefe des Eintauchens, die ge- 
wöhnlich vorhandono Zimmertemperatur u.s.w.). 
Auf diese Weise bat man die erforderlichen 
Daten, um die Anzahl und die Verteilung der 
zu prüfenden Punkte zu bestimmen. 

{Fnrttttrung folgt) 



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20 



Pat«ntllBt«. 



D«ot*ctae 

M«ctuu>lk«r-Ztj|. 



Patentliste. 

Bia zum 27. Dezember 1905. 

Klaas«: Anmsldang««. 

4. D. 16 105. Knallgasbrenner, insbesondere 
für Kalklichtlampen. H. & B. Drtlger, 

Lübeck. 1. 8. 05. 

20. A. 12 246. Elektrische Solenoidstellvor- 
richtung für Eiaenbahnaignaie oder dergl. 

Allg. Elektrlzit&ts-Gesellsch., Berlin. 

25. 1. 05. 

21. A. 12 306. Kontaktvorrichtung für perio- 
disches Offnen und Schließen eines Strom- 
kreise« wahrend ganz bestimmter einstell- 
barer Zeit- bezw. Arbeitsperioden. Allg. 

Elektrizitfite - Gesellschaft, Berlin, 

19. 8. 05. 

B. 39 286. Röntgeuröhre mit Wasserkühlung. 

H. Bauer, Berlin. 22.2.05. 

D. 13636 Vorrichtung zur Überhitzung von 

Gasen oder Dampfen mittels Elektrizität. 

Ch. Diealer, Koblenz. 16.5.03. 

F. 20 018. Thermoelektrisches Element zur 
Messung von Wechselströmen. Ch. F6ry 
u. Cy. pour la Fabrication dos Comp- 
teure et Material d'Usines ä Gaz, 

Paris. 30.3.05. 

F. 20 483. Rotierender Stromunterbrecher. 

Felten & Guilleaume - Lahmeyer- Nr. 167108. Verfahren zur Erhöhung der 

Werke, Frankfurt a. M. 4.8.05. Empfindlichkeit von elektrischen Meß-, An- 

S. 20 563. Drehspulen-Galvanometer mit vor- zeige- und Regelungsvorrichtungeu. M. 
stellbarem magnetischen Nebenschluß und Kallmann, Berlin. 6.8.04. 
mit konstantem Widerstande des Dämpfung»- Nr. 167 709. Röntgenröhre. H. Bauer, Berlin, 
kreises. Siemens & Halske, Berlin. 5.4.05. 

18.1.05. Nr. 167 710. Glimmlicht-Oszillographen-Röhre; 

Sch. 23G17. Traggerüst für hochgespannte Zus. z. Pat. Nr. 162 725. E. Ru hmer, Berlin. 
Sammlerbatterien. L. Schröder, Berlin. . 21.7.05. 

I. 4. 05. Nr, 167 747. Quecksilberunterbrecher mit inter- 

24. 8. 19 818. Vorrichtung zur Verhinderung des mittierendem Strahl. H.Boas, Berlin. 17.8.;04. 

Niederschlage js von Dftmpfen auf die Re- Nr. 167 765. Vakuumfritter mit verstell- 

flektoren der mit mineralhaltigen Bogenlicht- barem Kolbenabstande. Derselbe. 15. 7. 05. 
kohlen versehenen Projektionsapparate. Nr. 167 767. Temperaturausgleichavorrichtung 

Soci6te Sautter llarlö & Cie. f Paris. für elektrische Meßgeräte. W. H. Bristol, 

19. 7. 04. Hoboken, V. St. A. 9. 11. 04. 

W. 24 094. Vorrichtung zum Auswechseln 42. Nr. 167 262. Vorrichtung zur Einstellung eine« 
von Fadensystemen in optischen Instru- ruhenden bezw. im Anlauf befindlichen 

menten. A. Weigel, Braunschwcig. 8.7.05. Kreiselapparates in eine bestimmte Lage 

42. H. 34 786. Einrichtung an Reißfedern zur zum Erdmeridian. H. Anschütz-K aempfe, 

Veränderung der Strichdicke wahrend des Kiel. 7. 1. 05. 

Ziehens. F. linup, Wien. 24.2.05. Nr. 167 291. Vorrichtung zum Aufhangen des 

L. 21 010. Stangenzirkel zum Zeichnen von Tragstahes von Instrumenten in einem 

Evolventen. P. L. Lohrke, Turin. 27.4.05. j kanonischen Gelenk. K. Hein, Hannover. 

L. 20 154. Untersatz für Meßinstrumente 19. 7. 03. 

zur Befestigung an Holz. J. Lukes, Libu- Nr. 167 584. Apparat zur Bestimmung des 
Bchin, Böhmen. 12. 10. 04. spezifischen Gewichts von Körnerfrüchten 

M. 27 567. Vorrichtung zum Aufzeichnen der u. dgl. L. ßchopper, Leipzig. 7. 1.05. 

Dichte von Flüssigkeiten. W. Mettin, Nr. 167 646. Thermoelektrisches Pyrometer, 
Wittmar, Braunachweig. 26.5.05. W. H. Bristol , New-York. 19.2.05. 

Für di« R«d*ktion ▼•r«ntwortlicb: A. Blaachk« ln Berlin W. 

V«rUf von Jalta« 8prlDf«r ln B«rlln N. — Druck tod Kall Dr«j«r ln B«rlln SW. 



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P. 15 938. Vorrichtung zur gewicht* maly- 
tischen Bestimmung der Fettsaun in Seifen 
und Seifenlaugen M. Pitsch u. G. Lötter- 
h os, Berlin. 5. 4. 04. 

8. 18 868. Verfahren zur Trennung des Fettes 
vom Eiweiß bei der Bestimmung des Fett- 
gehaltes von Milch und anderen eiwoiß- 
und fetthaltigen Produkten. A. Sichler. 
Leipzig. 10.12.09. 

S. 20140. Photographischer Kurvenzeichner, 
Zus. z. Pat. Nr. 147 146. Siemens & Halske, 
Berlin. 11. 10. 04. 

48. C 12171. Verfahren zum Veredeln von 
Aluminiumlegierungon durch Glühen und 
Abschrecken. Zentralstelle für wissen- 
schaftlich-technische Untersuchun- 
gen, G. m. b. H, Neubabelsborg. 19. 10. 03. 

88. H. 34 778. Elastische Lagerung von Uhren 
oder sonstigen empfindlichen Apparaten. 
C. A. Heuser, Elberfeld. 24. 2. 06. 

Erteilungen. 

21. Nr. 167 494. Verfahren zur deutlichen Sicht- 
barmachung des Schwingungsbildes an 
Rosonanzmeßgerüten. Hartmann & Braun, 
Frankfurt a, M. 25. 6. 05. 

Nr. 167 580. Verfahren zur Herstellung von 
Vakuumfrittern. H. Boas, Berlin. 22.6.05. 



Deutsche Mechaniker-Zeitung. 

Beiblatt zur Zeitschrift für Instrumentenkunde 

und 

Organ für die gesamte Glasinstrumenten- Industrie. 
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik. 

Redaktion : A. Blaschke, Berlin W30, An der Apostelkircbe 6. 



Heft 3. 1. Februar. 1906. 

Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion gestattet. 



Über die neuere Entwicklung der nautischen Instrumente. 

Vortrag, 

gehalten auf dem 16. Deutschen Mechanikertage zu Kiel am 4. August 1905, 

TOD 

Dr. £. KohUchtltter Io Berlin. 

(ForMmty.) 

Die Umdrehungen der Logschraube werden jetzt gewöhnlich durch eine Leine 
auf das an Bord aufgestellte Zählwerk übertragen. Der holländische Kapitän Uter- 
rnöhlen 1 ) hat vorgeschlagen, die Leine durch einen 2 mm dicken Draht aus Aluminium- 
bronze von 75 m Länge zu ersetzen. Die Resultate sollen dadurch genauer werden, 
da Seegang und Wind auf den dünnen Draht weniger einwirken als auf die dicke 
Leine. Schwierigkeiten macht das Einholen des Drahtes, da er keinen Drall bekommen 
darf, weil er sonst leicht bricht. 

Von der Kaiserlichen Marine sind gleichzeitige Versuche mit einem deutschen 
Dccklog, von Haecke in Berlin, und einem englischen, dem bekannten Cherublog von 
Walker, angeslellt worden, wobei sich das deutsche dem englischen überlegen zeigte. 
Die Zuverlässigkeit der Aufzeichnungen ist bei beiden dieselbe, das deutsche Log 
ist aber einfacher gebaut und kann daher leichter auseinandergenomraen und ge- 
reinigt werden. 

Bei diesen Versuchen ergab sich der den beiden Logs gemeinsame Cbelstnnd, 
daß die Angaben bei langsamer Fahrt des Schilfes unzuverlässig w-erden. Das Keichs- 
Marine-Arot hat daher Untersuchungen angeordnet, ob sich dem vielleicht durch eine 
leichtere Schleppschraube aus Magnalium abhelfen läßt; Ergebnisse darüber sind aber 
noch nicht bekannt geworden. 

Ein schwerwiegenderer Übelstand der Decklogs ist ihre rasche Abnutzung, was 
hei der fortdauernden Reihung im Zählwerk, die unter dem ganzen Zuge der nachge- 
schleppten Schraube wirkt, nicht zu verwundern ist. Hier haben die Logs von Fleu- 
riais, Fua und dem Kapitän Mc. Gray Abhülfe geschaffen. Sie trennen Schlepp- 
leine und Übermittlung der Umdrehungen auf das Zählwerk, indem die letztere auf 
elektrischem Wege in einem Isolierten Leitungsdrahte erfolgt. Der Druck auf die Lager 
der Schraubenwelle ist infolgedessen gering und die Schleppleine, die nur den Druck 
aufzunehmen hat, braucht nicht drehbar befestigt zu sein. 

Bei dem Fleuriaisschen Log wird ein Schaufelrad, ähnlich dem bekannten 
Windrädchen, nachgeschleppt, das bei jeder Umdrehung einen Kontakt gibt. Da ein 
solches Rad aber viel mehr Beschädigungen ausgesetzt ist, als eine Schraube, so ist das 
Log von Fua 5 ) vorzuziehen. Dieses besteht aus der üblichen Schraube, deren Achse 
wasserdicht in einem Gehäuse läuft, das durch die Schleppleine mit dem Schiff ver- 
bunden ist. An der Achse ist eine Nase, die bei jeder Umdrehung auf einen Hebel 
wirkt, wodurch ein Kontakt und ein elektrischer Strom geschlossen wird, der an dem 
Zählwerk ira Kommandoraum die Umdrehungen der Schraube registriert. 

ln ähnlicher Weise wirkt das Log des Kapitäns Mc. Gray 3 ), von dem Fig. G 
einen schematischen Durchschnitt zeigt. An der Schleppleine s mit der isolierten Lei- 
tung im Innern wird ein Gehäuse nachgeschleppt. Dieses Gehäuse trägt hinten einen 

>) An«, d. Hydr. 27. 8. 89. 1899. - J ) D. R. P. Nr. 141 829. Kl. 42. — ••) D. Mcch.-Ztg. 
1901. S. 56; hergeatellt von der 8hip and Scamcns Safety Cy. in Boston Maas. 



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Deutsche 

Mechsplkor-Zly. 



22 E. Kohlichllller, über die neuere Entwicklung der nautischen Instrumente. 



großen Flügel, der es davor gehütet, in Kotation zu geraten. Die Achse o der 
Schraube r, die wasserdicht durch die Rückwand des Gehäuses hindurchgeht, trägt eine 
rechts- und linksgängige Spiralnut von gleicher Steigung. Ein wie eine Schrauben- 
mutter durchbohrtes Metallstück m, das sich nicht drehen kann, gleitet auf der Achse a 
und greift in die Spiralnut ein, so daß es sich bei der Drehung der Schraube ab- 
wechselnd von dem vorderen Ende des Gehäuses zum hinteren Ende und vom hinteren 
zum vorderen Ende bewegt. Jedesmal nun, wenn die Mutter m am vorderen Ende an- 
langt, drückt sie gegen den Stift d, der durch die Wand zwischen dem Gehäuse und 
der Kammer h hindurchgeht und den 
Kontakt schließt, der in der Durchbrechung 
der Kammer zu sehen ist. Der Strom, 
der dadurch geschlossen wird, betätigt im 
Kommandoraum einen Elektromagneten, der 
infolgedessen auf einer durch ein Uhrwerk 
gleichmäßig gedrehten Trommel jedesmal 
eine Marke macht, wenn die Mutter m ihren 
Weg einmal zurückgelegt oder wenn die Schraube 14 Umdrehungen gemacht hat. Bei 
den angeBtellten Versuchen soll das Log so befriedigende Resultate gezeitigt haben, 
daß die amerikanische Marine es eingeführt haben soll. Der Übelstand, der oben bei 
dem gewöhnlichen Decklog erwähnt wurde, daß die Angaben bei geringer Fahrt des 
Schiffes unsicher w'erden und für die verschiedenen Geschwindigkeiten verschiedene 
Korrektionsfaktoren angewendet werden müssen, dürfte sich auch bei dem Grayschen 
Log zeigen, da die Reibungen der Achse und der sich auf ihr bewegenden Mutter bei 
verschiedenen Geschwindigkeiten verschieden stark wirken werden. Immerhin scheint 
mir dies Log neben dem von Fua das vollkommenste Decklog zu sein. 

Alle diese Logs summieren den zurückgelegten Weg auf, so daß man nachträg- 
lich nicht mehr feststellen kann, wieviel Fahrt das Schiff in einem bestimmten Zeitab- 
schnitt gemacht hat. Dem soll der Logregistrierapparat von Hjalmar v. Köhler 1 ) ab- 
helfen, der außerdem dem Schiffsführer den Weg nach achtern zum Ablesen des Logs 
erspart. Durch den kleinen Zeiger eines gewöhnlichen Decklogs wird mittels eines 
Hebels ein elektrischer Strom geschlossen, der den Anker eines Elektromagneten eines 
an der Kommandostelle aufgestellten Registrierapparates betätigt. Dadurch wird nach 
jeder Umdrehung des Zeigers ein Loch in einen sich langsam weiterbewegenden Papier- 
streifen gestochen. Die Fortbewegung des Papierstreifens wird durch eine auf der Mi- 
nutenachse eines Uhrwerks sitzende Rolle bewerkstelligt, die eine Spitze trägt. Diese 
Spitze macht neben den Meilenmarken allslündlich eine Zeitmarke. Aus der Anzahl der 
Meilenmarken innerhalb einer Stunde kann man die Geschwindigkeit des Schiffes er- 
sehen und aus der Anzahl der seit einem bestimmten Zeitpunkt überhaupt gemachten 
Marken den zurückgelegten Weg. 

Eine zweite Art von Decklogs gibt nicht den zurückgelegten Weg, sondern die 
augenblickliche Geschwindigkeit des Schiffes an. Hier ist daB Piezometer des Kapitäns 
der Brasilianischen Marine Radler de A q u i n o 3 ) zu nennen, in dem der alte Gedanke 
des Clarkeschen Fahrtmessers eine Auferstehung feiert. Bei beiden wird die Ge- 
schwindigkeit des Schiffes durch den vom Wasser auf ein Logschoit ausgeübten Druck 
gemessen. Dieser Druck wird auf ein Dynamometer übertragen und mittels eines 
Zeigerwerks sichtbar gemacht und abgelesen. Ferner gehören hierher die Logs von 
Küpper 3 ) und Schuchhardt, die beide in dem Logkörper eine kleine Dynamo- 
maschine untergebracht haben, die durch die nachgeschleppte Schraube in Bewegung 
gesetzt wird. Die Umdrehungszahl dieser Maschine und damit die Stromstärke sind von 
der Geschwindigkeit des Schiffes abhängig, so daß der erzeugte Strom als Maß der Ge- 
schwindigkeit dienen kann. Die letztere kann an einem passend eingeteilten Strom- 
messer direkt abgelesen werden. 

Der bereits 1882 versuchte Fahrtmesser von Strangmeyer ist in etwas ver- 
änderten Formen wieder aufgelebt in den Geschwindigkeitsmessern von Renack, 
Raverot und Belly 4 ), Foss 5 ) und Nicholson' 1 ). Allen vieren ist eigentümlich, daß 
sie die Schiffswand durchbrechen und zwei Röhren in das Wasser münden lassen, von 

*) Hergestsllt von der Nautilka Instrument Aktiebalaget in Stockholm. — -) Aitron. Jahr - 
Bericht. 3. S. 633. 1901. — 3 ) D. R. P. Nr. 82 MS Kl. 42. — •) D. R. P. Nr. 87 513. Kl. 42. — *j D. R. P. 
Nr. 100 299. Kl. 42. — ») Proe. V ■ St. Xaval Inst 20. 8. 307. 1903. 




Kif. r, 



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H»»ft S. 

1 Februar 11)05. 



E. KohlschUtter, Obr die neuere Entwicklung der nautischen Instrumente. 



23 



denen die eine in der Fahrtrichtung, die andere in gleicher Höhe in der entgegenge- 
setzten Richtung offen ist. Auf die letztere wirkt nur der hydrostatische Druck der 
über der Öffnung stehenden Wassersaule, auf die erstere außerdem der durch die Fahrt 
des Schiffes erzeugte hydrodynamische Druck. Die Druckdifferenz in beiden Köhren, die 
auf verschiedene Weise nach der Kommandostelle übertragen wird, ist daher ein Maß 
der Schiffsgeschwindigkeit, die auf einer empirisch geeichten Skala direkt abgelesen 
werden kann. Bei Nicholson wird die Geschwindigkeit außerdem registriert und in 
Verbindung mit einem Uhrwerk durch eine sehr sinnreiche Anordnung die Anzahl der 
zurückgelegten Seemeilen automatisch berechnet und ebenfalls registriert. 

Auf einem Ähnlichen Prinzip beruht der Distance and course recorder von 
C. W. Forbes 1 ), bei dem durch den Wasserdruck in der nach vorn offenen Röhre ein 
Rädchen gedreht wird. Dieses setzt durch mechanische Übertragung einen Papierstreifen 
in Bewegung, dessen ausgelaufeno Länge den zurückgelegten Weg sowie die 
Geschwindigkeit zu berechnen gestattet. 

Es scheint mir indessen nicht wahrscheinlich, daß die zuletzt besprochenen 
Geschwindigkeitsmesser sich in der Praxis Eingang verschaffen werden, da sie nicht 
einfach genug sind und der Schiffbauer nicht ohne zwingenden Grund den Schiffs- 
boden durchbrieht und Röhren darüber hinausragen läßt. Auch stehen die Kosten nicht 
im Verhältnis zu dem erlangten Vorteil. 

Oben war bereits gesagt worden, daß das Log vielfach nur als Kontroliapparat 
angesehen und die Fahrtgeschwindigkeit des Schiffes gewöhnlich aus den Maschinen- 
umdrehungen berechnet wird. Um diese Umdrehungszahl auch außerhalb des Maschinen- 
raumes, z. H. auf der Brücke oder im Kartenhause, ablesbar zu machen und dem wach- 
habenden Offizier oder dem Schiffsführer jederzeit eine Kontrolle der Maschinenleistung 
zu ermöglichen, dienen die Umdrehuugsanzeiger. Eine Neukonstruktion auf diesem 
Gebiete ist Frahms Frequenz- und Geschwindigkeitsmesser-). Auf der Maschinenwelle 
ist ein Daumenrad aufgesetzt, das bei jeder Umdrehung ein oder mehrere Male 
einen Kontakt schließt. Dadurch wird jedesmal ein Stromstoß in die elektrische 
Leitung geschickt, die nach dem am gewünschten Ort aurgestollten Meßapparat führt. 
In diesem Apparat wird dadurch der auf einer elastischen Brücke befestigte Anker an- 
gezogen, der infolgedessen durch die rasch aufeinanderfolgenden Stromstöße die Brücke 
in rythmische Schwingungen versetzt. An dieser Brücke sind andererseits eine Anzahl 
abgeslimmter Blattfedern mit einem Ende befestigt. Durch Resonanzwirkung gerät von 
diesen Federn allemal diejenige in starke Schwingungen, deren Eigenschwingung mit 
dem Rythmus der Brücke übereinstimmt. Längs der Federreihe, von denen nur die 
freien, durch weiße Scheibchen sichtbar gemachten Enden zu sehen sind, ist eine Skala 
angeordnet, die die Umdrehungszahl an der Stelle der schwingenden Feder abzulesen 
gestattet. Die Eigenschwingungen der Federn haben sich während vier .Jahre, solange 
ist der Apparat versucht worden, unverändert erhalten. Die Genauigkeit ist etwa 1 °/ 0 . 
Trotz der verblüffenden Einfachheit ist der Apparat ein absolut genauer, unbeeinflußbarer 
Umdrehungszähler. Wie die Beschreibung zeigt, können mit einem Daumenrad beliebig viele 
an verschiedenen Punkten des Schiffes aufgestellte Uradrehungszähler betrieben werden. 

Ehe wir nunmehr die zur Bestimmung des gegißten Bestecks bestimmten Appa- 
rate verlassen, möchte ich auf ein Instrument hinweisen, das noch nicht existiert, dessen 
Konstruktion aber einem Bedürfnis abhelfen würde. Es ist dies eine Koppelmaschine. 
Koppeln der Kurse heißt, aus den einzelnen nach Richtung und Entfernung bekannten 
abgelaufenen Strecken das gegißte Besteck konstruieren. Dies geschieht entweder 
auf der Karte oder durch Rechnung unter Benutzung von Hilfstafeln, indem die Teil- 
strecken in ihre nordsüdlichen und ihre ostwestlichen Komponenten zerlegt und diese 
dann in entsprechender Weise aufsummiert werden. Bei Handelsschiffen, die meist 
längere Zeit hindurch einen und denselben Kurs beibehalten, verursacht dieses Koppeln 
der Kurse nur eine geringe Arbeit, bei Kriegsschiffen dagegen erfordert es nach längerem 
Evolutionieren außer Sicht von Land, wobei die verschiedensten Kurse in raschem 
Wechsel gesteuert werden, manchmal umfangreiche Rechnungen. In solchen Fällen 
würden die Navigationsoffiziere eine einfach zu bedienende Maschine entweder nach Art 
einer Rechenmaschine oder nach Art des Fergusonschen Zyklometers, die ihnen so- 
fort den gegißten Schiffsort anzeigt, wahrscheinlich mit Freuden begrüßen. 



') 8. S. 1H. 1903 in Australien patentiert. — ! ) D. R. P. Nr. 134 712 Kl. 42. F. Lnx, 

Ludwigshafen a. Rh. 1906. 



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Deutsch* 

Me'-hantkcr-Ztf? 



24 E. Kohlschütter, Ober die neuere Entwicklung der nautischen Instrumente. 

Ein derartiges Instrument ist der Deadreckoner von Lord Crawford (Broug- 
hams Pat. Nr. '10 160 v. J. 1903. Siemens Brothers & Co. Lim., London. Febr. 
1905) ‘). Er besteht aus dem achtem aufgestcllten und von einem gewöhnlichen Deck- 
iog regulierten Geber und dem im Kommandoraum aufgestellten Kegistrierapparat. Der 
erstere besitzt zwei parallele rotierende Kontaktscheiben, von denen die eine mittels 
einer Schraube ohne Ende durch das nachgeschleppte Log in Bewegung gesetzt wird, 
und einen Drei plinsen- Drehstrommotor, mit dem die andere Scheibe gekoppelt ist. Die 
Einrichtung ist so getroffen, daß durch selbsttätiges Schließen und Öffnen des Kontaktes, 
je nach Bedarf, die Umdrehungszahl des Motors stets proportional zu der Umdrehungs- 
zahl des Logs bleibt. Ein gleicher Motor, der mit dem des Gebers synchron läuft, 
setzt den Kegistrierapparat in Bewegung. Dieser führt ein Schreibrädchen mit erhabenen 
Zahlentypen über ein Blatt Papier hin und drückt es jede Viertelstunde einmal auf das 
Papier. Dadurch werden der jeweilige Ort des Rädchens durch einen Punkt aufgezeichnet 
und außerdem die zugehörigen vollen Stunden aufgeschrieben. Das Rädchen wird mit 
einer der Geschwindigkeit deB Schiffes proportionalen Geschwindigkeit weiterbewegt und 
zwar in einer dem anliegenden Kurs entsprechenden Richtung. Die Art der Fortbe- 
wegung des Schreibrädchens in der richtigen Richtung und Geschwindigkeit ist sehr 
sinnreich und geschieht durch Zerlegung der Bewegung in ihre Nordsüd- und ihre 
Ostwest-Komponente. Eine Beschreibung würde aber zu weit führen; es mag nur er- 
wähnt werden, daß bei jeder Kursänderung der Apparat mit der Hand auf den neuen 
Kurs eingestellt werden muß. Durch Verbindung mit einer Fernübertragung der Kompaß- 
stellung ließe sich jedoch vielleicht eine völlig selbsttätige Koppelmaschine gewinnen. 
Die Einrichtung ist, wie man sieht, dem Zyklographen von Ferguson ähnlich. Nach 
dem Prinzip des Gebers ließe sich auch eine sehr einfache Einrichtung zur Kompaß- 
fernübertragung konstruieren. 

Wir kommen nunmehr zu den Instrumenten, die zur Kontrolle des mit Fehlern 
mancherlei Art behafteten gegißten Schiffsortes dienen, zunächst auf hoher See außer 
Sicht von Land durch astronomische Beobachtungen. Hierher gehören die Spiegel- 
instrumente und die Chronometer. 

Von den Spiegelinstrumenten werden fast ausschließlich Sextanten und Ok- 
tanten gebraucht, die im Laufe der Zeit die bekannten typischen Formen in Messing 
oder Rotguß mit Teilung auf Silberstreifen bekommen haben, von denen die einzelnen 
Fabrikanten nach ihrem Geschmack oder dem ihrer Abnehmer nur wenig abzuweichen 
pflegen. Daher sind nur einige Neuerungen und Verbesserungen an diesen Instru- 
menten anzuführen. Für Nachtbeobachtungen, wo die Kimm nur schwer zu sehen ist, 
wird ihnen ein galileisches Fernrohr beigegeben, das anstelle des sonst gebräuchlichen 
astronomischen Fernrohrs gesetzt wird. Einige Fabrikanten geben statt dessen ein 
ebensolches Doppelglas, einen kleinen Feldstecher, ihren Instrumenten mit. Um die 
Kimm noch deutlicher zu machen, als sie dadurch schon wird, ist der obere Teil des 
Horizontspiegels (kleinen Spiegels) und ebenso der obere Teil des Spiegelrahmena weg- 
geschnitten worden, wie z. B. an den Instrumenten von Ludolph und von Haecke. 

Durch diese Anordnung wird zwar das Bild der Kimm verstärkt, aber gleich- 
zeitig macht sich die doppelte Austrittspupille unangenehm fühlbar. In den astrono- 
mischen Fernrohren stört sie nicht so sehr, weil der Teil des Gesichtsfeldes, w r o die 
beiden Bilder gleichzeitig zu sehen sind, verhältnismäßig breit ist. In den galileischen 
Fernrohren dagegen ist dieser Teil so schmal, daß von einer Deckung des Sternbildes 
mit dem Horizontbilde nicht die Rede sein kann, sondern der Stern nur schätzungs- 
weise mit dem Horizont in eine Linie gebracht werden kann. 

Einen Fortschritt in dieser Beziehung bietet der Nachtoktant System Hilgen- 
dorf, von I’lath in Hamburg. Bei diesem wird die bessere Sichtbarkeit der Kimm 
durch ein ganz schwach vergrößerndes lichtstarkes Fernrohr mit großem Objektivdurch- 
measer erzielt. Ferner ist der Horizontspiegel so groß gemacht, daß kein Teil des 
Objektivs verdeckt wird, sondern die volle Öffnung in Wirksamkeit tritt. Dadurch ist 
erreicht, daß der Stern nicht nur in dem belegten Teile des Horizontspiegels zu sehen 
ist, sondern infolge der Spiegelung an der großen Glasfläche des Horizontspiegels 
auch daneben. Er kann daher auch wirklich mit der Kimm zur Deckung gebracht 
werden, oder man kann ihn durch pendelndes Hin- und Herschwingen des Oktanten 



*) Dieses Instrument ist mir erst bekannt geworden, nachdem der Vortrag gehalten 
war ; es ist aber so interessant, daß ich die Beschreibung hier oinfltge 



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H#n s. 

i. P«bruar isoa. 



E. KoblschUlter, Nautische Instrument«. 



Vereins- und Pereonennachrichten. 



*25 



einen die Kimm berührenden Kreisbogen beschreiben lassen, wie es sonst bei Höhen- 
beobachtungen zur See üblich ist. 

Trotzdem ist der Stern noch nicht im ganzen Gesichtsfelde zu sehen, weil 
durch die Kleinheit des Alhidadenspiegels das Gesichtsfeld für das doppelt gespiegelte 
Bild noch immer beschränkt ist. Bei einem für das Reichs-Marine-Amt in Arbeit be- 
findlichen Versuchsinstrument soll auch dieser Mangel noch beseitigt und der Alhidaden- 
spiegel so groß gemacht werden, daß das Sternbild durch das ganze Gesichtsfeld hin- 
durch sichtbar bleibt, oder, um mich präziser auszudrücken, daß die beiden Austritts- 
pupillen vollständig zusammenfallen. 

( Fortsetzung folgt.) 



Vereins- und Personennachrichten. 



An die Beantwortung der beiden Rund- 
schreiben, betr. Wert© der Aua- und 
Einfuhr sowie Mltgllederverzeichnia, 
wird dringend erinnert. 



D. 6. f. M. u. O. Zwelgrereln Göt- 
tin gen. Sitzung vom 2. November 1905 
Vorsitzender: Hr. R. Brunnäe. 

Der Vorsitzende berichtet über eine An- 
frage von seiten der Mechaniker in Braun- | 
schweig hinsichtlich der Behandlung der Lehr- j 
lingsangelegenheiten und teilt mit , daß er 
den Herren das geeignete Material übersandt 
habe. 

über eine Beteiligung der Mechaniker- 
lehrlinge an einer Lehrliugsausstelluug in hie- l 
siger Stadt gehen die Ansichten ziemlich weit 
auseinander; im ganzen ist wenig Neigung 
dazu vorhanden. 

Darauf wird zur Vorstandswahl geschritten 
und werden ln derselben gewählt: 1. Vorsitzen’ 
der: Hr. Brunnöe; 2. Vorsitzender : Hr. Prof. 
Dr. Arabronn; Kassenwart: Hr. W. Sartorius; 
Schriftführer: Prof. Bohrendsen — Zum Mit- I 
glied des Haupt Vorstands wird Hr. Brunnde 
gewählt. Die Harren H. Winkel und E. Ruh- 
strat werden zu Revisoren der Kasse er- 
nannt. 

Sitzung vom 30. November 1905. Vor- 
sitzender: Hr. R. Bruunöo. 

Der Vorsitzende teilt mit, daß gegen die 
in voriger Sitzung vollzogene Wahl von 
einem Mitglied« Einspruch erhoben sei, weij 
zwei nicht dazu berechtigte Herren sich au 
der Wahl beteiligt hätten. Die Wahl muß 
wiederholt werden und ergibt dasselbe Re- 
sultat. 

Hr. W. Sartorius erstattet den Kassen- 
bericht, worauf Prof. Ambronn dazu anregt, 
wieder an die Anlage einer Bibliothek zu 
denken. 

Der Vorsitzende gibt alsdann noch einen 
kurzen Bericht Uber die Verhandlungen der 
Handwerkskammer. ßh. 



Abt. Berlin E. V. Hauptversamm- 
lung vom 9 Januar 1906. Vorsitzender: 
Hr. W. Handke. 

Der Vorsitzende erstattet den Jahres- 
bericht (s. u.). der Schatzmeister den Kassen- 
bericht. Hr. M. Runge beantragt nan ens der 
Kaesenrevisoren die Entlastung des Schatz- 
meisters, die einstimmig ausgesprochen wird. — 
Hierauf finden unter Leitung von Hm. P. 
Kretlow die Vorstands wählen statt; das Er- 
gebnis ist folgendes: Vorsitzende: W. Handke. 
W. Haensch, Reg.-Rat Dr. H. Stadthagen; 
Schriftführer: A. Blaschke und H. Schmidt; 
Schatzmeister: A. Hirschmann; Archivar: 

F. Sokol; Beisitzer: 0. Böttger, Th Lude- 
wig, Prof. Dr. St. Lindeck, M. Runge. — 
In den Haupt vorst and werden entsandt die 
Herren W. Haensch, Baurat B. Pensky, 
F. Sokol, Reg.-Rat Dr. H. Stadthagen. — 
Hr. H. Giesebart )i. Fa. C. A. Niendorf) in 
Bernau wird als Mitglied aufgenommen. — 
Dem aus dem Vorstande leider austreten- 
den Hrn. Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Weatphal 
wird der Dank der Abteilung votiert. — 
Der Vorsitzende verliest eine Danksagung 
von Hrn Ed Sprenger jun. für dio beim 
Tode seines Vaters erwiesene Teilnahme. — 
Schließlich wird über die Veranstaltung eines 
Vortragsabends mit Damen mit anschließendem 
Winterfeste , wofür der 20. Februar in Aus- 
sicht genommen ist, beraten; dabei findet eine 
Anregung von Hrn. A. Blaschke, ein Ein- 
trittsgeld zu erheben, vielseitige Zustimmung; 
die endgültige Beschlußfassung hierüber und 
über die zu bewilligenden Mittel wird auf die 
nächste Sitzung verschoben. Bl. 

Jahresbericht 1905, 
erstattet vom Vorsitzenden. 

(Auszug.) 

Den Vorstand bildeten folgende Herren: 
Vorsitzende: W. Handke. Reg.-Rat Dr. H. 
Ötadthagen, W. Haensch; Schriftführer: 
A. Blaschke, H. Schmidt; Schatzmeistir: 
W. Niels; nach dessen Tode wurde an seiner 
Stelle A. Hirsch mann vom Vorstande gewählt; 



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26 



Vereins* und Personsnnmcbrichten. — Kleiner« Mine Hungen 



DeaUK-be 

Mechenlk'T-Ztg. 



Archivar: F. Sokol; Beisitzer: 0. Büttger, 
Th. Ludewig, G. P eilehn, Geh. Heg -Rat 
Prof. Dr. A. Westphal. 

Als Vertreter der Abt. Berlin im Vorstände 
des Hauptvereins waren gewählt die Herren 
W. Ha o nach, C. Sch ticke, F. Sokol, Reg.- 
Rat Dr. H. Stadthagen. 

Am Schlüsse des Jahres 1906 haben wir von 
Herrn Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. A. Westphal 
die Nachricht erhalten, daß er wegen Über- 
lastung durch Berufstätigkeit aus dem Vor- 
stände ausacheiden müsse, daß er aber bereit 
sei, Bich bei jeder darbietenden Gelegenheit 
der Gesellschaft nützlich zu erweisen. Wir 
halten es für unsere Pflicht, der unendlichen, 
treuen Mitarbeit des Herrn Geh. Reg.-Rat Prof. 
Dr. Westphal seit 1881 hier zu gedenken. 
8eitens des Vorstandes haben wir an ihn, unser 
Ehrenmitglied der Abt. Berlin, ein Schreiben 
gesandt, in welchem der herzlichste Dank für 
seine erfolgreiche Tätigkeit ausgesprochen 
wurde, die den deutschen Mechanikern und 
Optikern so nützlich und den Zielen unserer 
Gesellschaft so fördernd war. 

Möchte es uns gelingen, immer wieder solche 
Männer mit gleichem Interesse für die Prä- 
zisionsmechanik zu finden! 

Wir hatten im Jahre 11105 den Tod von 
4 treuen Mitgliedern zu beklagen; vom Vor- 
stando war es unser Kollege W. Niehls, 
dessen Lebensgang in einem längeren Artikel 
der D. M.-Z. geschildert wurde; sodann die 
Herren F. liaase, E. Klein, Ed. Sprenger. 
Wir wollen hier nochmals ihrer treuen Zu- 
gehörigkeit und Mitarbeit für unsore Abt. 
Berlin gedenken. 

Wir begannen das Jahr 1905 mit 155 Mit- 
gliedern, es schieden aus 5, neu traten ein 15, 
so daß wir mit 165 Mitgliedern in das Jahr 1906 
hineingehen. 

Der Vorstand hielt 7 Sitzungen ab; es fanden 
im ganzen im Vereine, einschließlich eines 
Damen abends, 19 Sitzungen und eine Exkursion 
(nach dem Materialprüfungsamt in Groß-Lichter- 
felde) statt. 

Zu allen diesen Vereinsabenden, besonders 
auch zu der Exkursion nach dem Material- 
prüfungsamt hat sich eine erfreuliche Teil- 
nehmerzahl eingefundon, und wir dürfen auch 
aus dem Besuche unserer Veranstaltungen durch 
Vertreter von Reichs- und Staatsbehörden eine 
weitere Förderung unserer Bestrebungen er- 
hoffen. 

(Schluß folgt j 

Die Firma P. Sartorius ist geändert in: 
F. Sartorius, Göttingen; Vereinigte 
Werkstätten für wissenschaftliche In- 
strumente von F. Sartorius, A. Becker 
und L. Tesdorpf. — Hr. Prof. Dr. L. Am- 



bronn in Göttingen hat die wissenschaft- 
liche Bearbeitung der Tesdorpfschen 
Abteilung übernommen; in Zukunft sollen 
alle astronomischen Instrumente, auch 
größere, gebaut werden. 

Hm. Prof. Dr. Helmert, Direktor des 
Kgl. Preußischen Geodätischen Instituts in 
Potsdam, ist der Kronen-Orden II. Klasse, 
Hrn. Prof. Dr. W. Feufoner, Mitglied der 
Phys.-Techn. Reichsanstalt, der Rote Adler- 
Orden IV. Klasse verliehen worden. 

Habilitiert: Dr. $. Valentiner für Physik 
an der Berliner Universität; Dr. G. von dem 
Borne für Geophysik und angewandte Geologie 
in Breslau. 

Ernannt: Der ao. Professor W. C. Sabine 
zum o. Professor der Physik an der Harvard 
Universität in Cambridge; der Privatdozent 
der Physik Dr. 11. Konen in Bonn zum ao. Pro- 
fessor an der Universität Münster i. W.; Privat- 
dozent Dr. F. Cohn, Observator an der Uni- 
versitätssternwarte in Königsberg i. Pr., zum 
ao. Professor; Dr. M. Maurer (Mitarbeiter der 
Zeitschr. f. Instrkde.) zum Direktor der Eid- 
genössischen Moteor. Zentralanstalt in Zürich; 
der Privatdozent der Astronomie Dr. M. Ernst 
in Lemberg zum ao. Professor; der ao. Pro- 
fessor der allg. Chemie an der böhm. Univer- 
sität Prag Dr. A. Belohoubek zum o. Prof.; 
der Privatdozent der Chemie an der Techn. 
Hochschule in Stuttgart Dr. J. Schmidt zum 
ao. Prof.; der ao. Professor der Chemie an der 
Techn. Hochschule in Wien Dr. M. Bamberger 
zum o. Prof.; der Privatdozent der ehern. 
Technologie Dr. J. Zehnter in Innsbruck zum 
ao Prof ; Dr. O. L. Shinn und Dr. W. T. 
Taggart zu Assistant ■ Prof, für Chemie an der 
Universität von Pennsylvania 

Verstorben: Prof. Dr. I>c Witt B. Bracc, 
o. Prof, der Physik an der Universität von 
Nebraska; Dr. St. Kostlivv, Vizedirektor der 
Zentralanstalt für Meteorologie in Wien; Dr. 
Dr. J. II. Meidinger, Physiker, o. Prof, am 
Polytechnikum in Karlsruhe, Dir. der Bad. 
Landesgewerbehalle (der Konstrukteur des Mei- 
dingerelemente); Prof. Dr. Engelbrecht, erster 
wissenschaftlicher Assistent am ehern. Staats 
laboratorium in Hamburg; Prof. R. Copeland, 
Kgl. Astronom für Schottland und Prof, der 
Astronomie an der Universität in Edinburgh; 
Prof. Dr. B. Fischer, Direktor des chem. Unter- 
Buchungaamtes in Breslau. 



Kleinere Mitteilungen. 

Fräser aus Schnelldrehst ahl. 

Bat/. Ind.- und Generbebl. 37. S. 31 1903. 
Die Festigkeit eines Stahles nimmt mit der 
Härte ab; daher empfiehlt es sich nicht, Schneid- 



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Heft 3. 

I. Februar IMS. 



Kleiner* Mitteilungen. 



27 



Werkzeuge, an die große Ansprüche auf innere 
Festigkeit gestellt werden, z. B. Fraser, aus 
naturhartem Stahl (Schnelldrehstahl) her- 
zustellen. Um aber Sehnelidrehstahl auch für 
solche Zwecke zu verwenden, hat Hi Ilde* 
brand )un. in Wertloh! einen besonderen 
Frftakopf konstruiert. Der Fräskopf trägt 6 bis 
8 Nuten, in denen die Stichel genau passen, 
so daß eine seitliche Verschiebungausgeschlosscn 
ist. In der Längsrichtung werden die Stichel 
durch hohle, daher elastische Stahlstifte ver- 
sichert, und zwar sind Stichel und Stift auf 
Anzug gearbeitet; der Stichel darf mit seiner 




hinteren Fläche nicht am Fräskopf anliogen, 
der Stahlstift muß leicht konisch gehalten sein. 

Bern de s Rtf. Der Fräakopf zeichnet sich 
durch die Einfachheit der Stichelhefestigung 
und leichte Nachschleifbarkeit der Fräser aus. 
Ein großer Nachteil besteht aber darin, daß 
man die Stichel nicht einzeln nachstellen kann. 
Leidet die Arheitakante eines Stichels, so ist 
man genötigt alle übrigen auf die gleiche 
L&ngo zu bringen, ein Vorfahren, das oben bo 
umständlich wie zeitraubend ist. Der Fräskopf 
würde sich billiger stellen, wenn die Stähle 
nicht radial, sondern achsial angeordnet I 
würden und die Stichel nicht bo komplizierte, 
sondern einfach zylindrische Form bekämen. 

Kg. 

Über ein neues und einfaches 
Refraktometer aus der Werkst&tte 
von R. Fuefe. 

Vou C. Leiß. 

Zeittchr. f. Kryat. u. M in. HO. S. 47. 1904. 

Das Refraktometer ist vor allem für rasche 
Bestimmungen im Praktikum und zu Vor* 
leaungs/.wecken bestimmt ; die Figur zeigt einen 
Hauptschnitt desselben. 

Das Instrument beruht auf dem Bortrand- 
Ab besehen Prinzip der Bestimmung des Grenz- 
winkeis mit Hilfe einer Halbkugel aus stark 
brechendem Glase. Der Brechungaindex wird 
direkt au einer nach Hundertstel geteilten Glaa- 
skala S im Beobachtungsfernrohre abgelescn. 
ohne daß man, wie ^sonst üblich, den Grenz- 



winkel an einem Teilkreise bestimmt ; die Ab- 
lesungsgenauigkeit beträgt infolge der etwa 
fünfmaligen Vergrößerung durch die Beob- 
achtungslupe 0,002. Der Brechungsindex des 
Glases der Halbkugel beträgt 1,7938, so daß 
unter Anwendung von Methylenjodid (als ver- 
mittelnde Flüssigkeit) alle Brechungsindices 
zwischen 1,45 und 1,70 gemessen werden können. 

Die auf einem Stabe befestigte Halbkugel H 
kann für Messung doppelbrechender Substanzen 
mittels der geränderten Scheibe h um eine 
vertikale Achse gedreht werden ; sie ist zum 
Schutze gegen Beschädigungen vollständig von 
dem Mantel J/ umgeben, der auch das Beoh- 
achtungsröhrchen trägt, welches im Inneren 
die Indcxskala S enthält; dieso ist unver- 
änderlich fest nach ihrer Berichtigung einge- 
setzt. P ist ein totalreflektierendes Prisma, 
so daß eine hequemo Kopfhaltung ermöglicht 
wird; seine dem Auge zugekehrte Katheten - 
I fläche ist behufs Ersparnis eines besonderen 
Okulars als Lupe ausgebildet : zur Scharf- 
Stellung dient ein Schieberröhrchen und eiu 
Augendiaphragma d. Letzteres kann aus seiner 
kurzen Röhre herausgezogen und eventuell 
durch eine Hülse mit Nicol zur Untersuchung 




der Polarisationsverhältmsae der Grenzkurven 
ersetzt werden. Um auch den sphärischen 
Teil von H reinigen zu können, läßt sich nach 
Lösung der kleinen Schraube s der Mantel M 
abschrauben. 

Es kann sowohl streifend einfallendes Licht 
(über die Oberfläche streifend in das Präparat 
eintretend), als auch reflektiertes Licht (von 
unten in die Halbkugel eintretend) benutzt 
werden ; für den letzten Fall befindet sich in M 
gegenüber dem Beobachtungsrohre ein läng- 
licher Schlitz t, der für streifenden Einfall 
durch den Drehring m abgeschlossen worden 
kann. 

Das Instrument ist sowohl auf einem in 
Höhe stellbaren Stativ, als auch in einem 
Haudgriff zu benutzen, in welchem es von Hand 
zu Hand gegeben werden kann. 

Jedem Instrument ist endlich ein Zylinder 
aus FHutglas vom Brechungsimlex — 1,620 
als Kon trollprä parat beigegeben ; für Unterrichts- 



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Kleinere Mitteilungen 

zwecke empfiehlt eich außerdem die Beigabe 
einiger Kristallzylinder, wie z. B. Kalkspat, 
Quarz, Aragonit u. «. w., deren Basiafläche 
parallel der optischen Achte bezw. Achseu- 
ebene geschliffen ist. 

Koplernadel mit Lupe Ton R. Reife 
In Liebenwerda. 

Der Apparat ist von Herrn Kataatorkontrolleur 
Conradt konstruiert und als D. R. G. M 
Nr. 247 214 geschützt. Er besteht aus einer 
Kopiernadel, an deren Stiel a eine Luperf von 
etwa 3 facher Vergrößerung verstellbar ange- 
bracht ist. Die Nadel b kann, wie die bislang 
gebräuchlichen, ausgowechselt werden. Die 
Lupe ist an dem Kopiernadelhalter beweglich 
und somit für jede Augenstflrke einstellbar. 
Durch die Lupo wird nicht nur ein bedeutend 
schnelleres und sicheres Arbeiten ermöglicht, 
sondern die Genauigkeit der ahgestochenen 
Punkte ist auch bedeutend größer, als beim 
Kopieren mit bloßem Auge. 




Kerner laßt sich die Nadel ausgezeichnet 
zur Kartierung verwenden, indem man an einem 
genau geteilten Lüngenmaßstah die aufzutra* 
genden Punkte absticht. Durch die Lupe ist 
eine genaue Schatzung des Teilungsintervalles 
möglich, und demgemäß wird die Kartierung 
»ehr genau. Zur Verteilung der unvermeid- 
baren Messungsdifferenzen benutzt mau eine bei- 
gegebene Tafel, auf welcher die Abszissen und 
Ordinaten in Meter aufgetragen sind. Hat man 
z. B, bei einer 260 m langen Linie 0,3 m zu 
verteilen, so legt man ein Lineal so auf die 
Tafel, daß die Kante des Lineals die Abszisse 
hei Null, die Ordinate 260 bei 0,3 m schneidet. 
Der Schnittpunkt der Linealkante mit den 
Zwischenordinaten gibt dann an, wieviel Meter 
hei jeder aufzutragenden Ltluge zu- oder abzu- 
rechnen sind, z. B. bei 120 m 0,14 m. 

Der Preis der Kopiornadel mit der Lupe be- 
trügt 2 M., der Preis der Tafol 0,25 M 



Glastechniaches. 



Deutsche 

Mechanlfc er-Ztg . 



Die deutsche Ausfuhr nach Schweden 

i. J. 1904 wird geschützt auf rd. 620 000 M. an 
chirurgischen, physikalischen Instrumenten und 
rd. 650 C00 M an optischen Instrumenten; die 
Gesamtausfuhr Deutschlands nach Schweden be- 
trug 151 Millionen M. 



Eino Ausstellung exportfähiger öster- 
reichischer Erzeugnisse in London wird im 
nächsten Jahre statttinden; von der österreichi- 
schen Regierung ist mit der Organisation der 
Ausstellung der Präsident des Niedoi öster- 
reichischen Gewerbevereins, Kommerzialrat 
Denk, betraut. Die Abteilung für Industrie 
wird auch eine Ausstellung von Präzisions- 
instrumenten enthalten. 



Zolle. Ein französisch- russischer Handelscet- 
trag unterliegt zurzeit der Beratung durch di 3 
Deputiertenkammer. Wenn dieser Vertrag in 
Kraft tritt, »o werden sich auch für Deutsch- 
land, du wir in Rußland Meistbegünstigung ge- 
nießen, einige Zölle ermüßigen; für die Fein- 
mechanik kommt in Betracht: Pos. 170. Brillen, 
Lorgnetten, Doppelfernrohre. Operngläser in 
Fassungen aus gemeinen Stoffen; ebensolche 
Fassungen ohne Glaser 24 Rb. per Pud (jetzt 
30 Rb ). 

In Australien gehen nach einer jüngst er- 
gangenen Entscheidung Umschalter von 4 Zoll 
und weniger Grundfläche als elektrische Mate- 
rialien frei ein; wenn sie indes als Bestandteile 
zollpflichtiger Gegenstände eingeführt werden, 
zahlen sie denselben Zoll wie die Gegenstände, 
von denen sie ein Bestandteil sind. 



Das Thüringische Technikum Ilmenau 
zahlte im abgelaufenen 11. Schuljahr 1200 
Semesterschüler. Die Anstalt bildet Ingenieure, 
Techniker und Werkmeister aus und ist im 
verflossenen Jahr bedeutend erweitert worden 
durch ein modernes Versuchslaboratorium, haupt- 
sächlich für Dampfmaschinen- und Dynamobau, 
sowie durch Angliederung eines handelsaka- 
demischen Kurses für kaufmännische Aus- 
bildung des Ingenieurs. Mit dom Technikum 
steht elno Maschinenfabrik in Verbindung, in 
der auch Volontäre Aufnahme finden. 



Glastechnisches. 

Die amerikanischen 
PrUfungsbestimmungen für 
Thermometer. 

{FortmtMu af) 

Auf Wunsch werden die Korrektionen 
in 0,1 des kleinsten Intervalls der Teilung 
abgerundet, vorausgesetzt ilaii das Inter- 



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Hefl 3. 

l- Febmiir iws. 



C.la*technlsch*s. 



2 <) 



vall nicht zu kurz ist (nicht weniger als 
0,4 oder 0,5 mm) und daß die Teilung 
genügend fein und gleichförmig ist sowie 
die Konstruktion und das Verhalten des 
Thermometers diesen Genauigkeitsgrad ge- 
währleisten. 

ltn allgemeinen soll bei Thermometern 
mit einer Genauigkeit von 0,1 des kleinsten 
Intervalls das Intervall zwischen den zu 
prüfenden Punkten 50 Teilstriche nicht 
überschreiten. Für gewöhnliche in 1 0 oder 
2° geteilte Thermometer, für welche die 
Korrektionen auf ganze Grade angegeben 
werden, genügt eine Prüfung von 100° 
zu 100°. 

Gebrauchsmethoden für Präzisionsthermometer. 
Infolge der unvollkommenen elastischen Eigen- 
schaften des Glases, die Bich in der Nullpunkts- 
depression mit dem je nach der Glasart in 
weiten Grenzen variierenden langsamen Rück- 
gang kundtun, hangen die Angaben eines 
Thermometers von seiner vorherigen Behandlung 
ab. Wenn z. B. eine gegebene Temperatur 
mit demselben Thermometer gemessen wird, 
zuerst nachdem es eine lange Zeit auf Zimmer- 
temperatur gehalten, und zum zweiten, nachdem 
es auf 100° erhitzt war, so werden die Angaben 
voneinander um Betrüge abweichen, die von der 
Beschaffenheit des Glases abbflngen und 0,5° 
oder mehr für einige schlechte Glassorten und 
nur einige hundertstel Grad für die besseren 
betragen. Pernet hat gezeigt, daß diese 
Wirkungen der unvollkommenen Elastizität 
eleminiert und die Angaben der Thermometer 
von der vorherigen Behandlung unabhängig 
gemacht werden können, wenn man nach jeder 
Temperaturmessung sofort den zugehörigen 
Nullpunkt bestimmt und als Puiidamental- 
intervall den Abstand zwischen dem Punkt 
100° C und den» Nullpunkt nach Erhitzung auf 
100° wählt. Wenu die Korrektionen mit einer 
Genauigkeit von 0,01° oder 0,02° gewünscht 
werden, so ist dieses Verfahren stets einzu- 
schlagen. 

Für das gewöhnliche Temperaturintervall 
(0° bis 100° C) wird zu den Vergleichungen 
ein Apparat benutzt, wie er in der Phys. Be v. 
21. 3. 62. 1904 beschrieben ist. 

Beim Gebrauch von Prüzisiotisthermometern 
ist es sehr wichtig, daß die Temperatur nicht 
füllt, weil der Meniskus dann nicht gleich- 
förmig ist und die Säule gewöhnlich in mehr 
oder weniger großen Sprüngen zurückgeht. 
Oft zeigt ein Thermometer eine absolut kon- 
stante Temperatur an, wahrend ein anderes 
erkennen laßt, daß die Temperatur um 0,01° oder 
mehr gefallen ist. Der einzige sichere Weg 
ist, bei allen Beobachtungen mit einem steigen- 
den Meniskus zu arbeiten. Eine etwas ver- 
änderliche Temperatur verringert auch den Be- 



obachtungsfehler, da sie Ablesungen an ver- 
schiedenen Skaleustellen erfordert und so die 
Wiederholung derselben Schatzungsfohler ver- 
hindert. 

Eine andere wichtige Fehlerquelle beim 
Gebrauch der Thermometer rührt von der 
Parallaxe her. Wenn ein Thermometer keinen 
eingeschmolzeneil Emaiistreifen hat, so kann 
dieser Fehler dadurch vermieden werden, daß 
man die Ablesungen einmal mit der Teilung 
vor und einmal mit der Teilung hinter dem 
Quecksilber macht, ohne dabei den Gesichts- 
winkel zu {Indern, und dann das Mittel aus 
beiden Ablesungen nimmt Bei Thermometern 
mit Emailstreifen vermeidet man die Parallaxe, 
indem man das Spiegelbild der Teilung in dein 
Quecksilberfaden beobachtet. 

Weitere Angaben über die Methode des 
Gebrauchs eines Thermometers für höchste 
Genauigkeit sind in den vorstehend zitierten 
Abhandlungen und Werken enthalten. 

Korrektion für herausragenden baden. Wenn 
ein Thermometer nicht ganz eintauchend ge- 
braucht wird, so kann die heruusragende Röhre 
uud das darin enthaltene Quecksilber eine 
Temperatur haben, die von derjenigen dos 
Bades sehr verschieden ist, und es ist dann 
eine Korrektion w r egen des herausragenden 
Fadens erforderlich. Diese sogenannte „Fadeu- 
korrektion" ist aber sehr groß, wenn die 
Anzahl der herausragenden Grade und die 
Temperaturdifferenz zwischen Bad und Raum 
oberhalb des Bades groß sind ; sie kann bei 
Messungen mit einem Quecksilberthcrmometer 
bei 400° C (750® F) mehr als *20° C betragen. 

Der Betrag dieser Fadenkorrektion wird 
angenühert durch folgende Formeln berechnet : 
0,00 016 < n X (2*— f)° C 
oder 

0,000 088 X »X { 3T — 1)° F, 
worin » die Anzahl der herausragenden 
firado, T die Temperatur des Bades, t die 
mittlere Temperatur des herausragenden 
Fadens bedeuten. Die letztgenannte kann an- 
genähert durch ein in der Nahe aufgehängtes 
kleines Uilfsthermometer gemessen werden 
oder durch Umgeben der Röhre mit einem 
kleinen Mantel von Wasser, dessen Temperatur 
bestimmt wird, oder noch genauer mittels 
eines Gull lau moschen oder Mahlkeachen 
Fadenthermometers. ( Zeitschr . f. Instrkde 13. 
8 . 58 . 1893 .) 

Temperaturskala . Es ist wohl bekannt, daß 
die Temperaturskala, welche durch ein mit einer 
Flüssigkeit gefülltes Glasthermometer definiert 
ist, abhängig ist von der Zusammensetzung und 
Behandlung des Glases. Selbst Proben von 
Glas aus demselben Hafen zeigen in dieser 
Hinsicht Unterschiede. Deshalb sind auch 
Quecksilberthermometer, obwohl sie bei guter 



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HO 



Glastpc hnischcs 



Konstruktion und vorsichtigem Gebrauch einer 
8ehr großen Genauigkeit fähig sind, dennoch 
nicht zur Herstellung einer Normal-Temperatur* 
skala geeignet. 

Die allgemein gebräuchliche Temperatur- 
skala für das Intorvall — 35° bia -f 100° C ist 
die Wasserstoff skala des Bureau International 
des Poide et Mesuree, wie sie durch den fol- 
genden Beschluß des Internationalen Komitees 
für Maße und Gewichte vom 16. Oktober 1887 
festgesetzt ist: 

„Das Internationale Komitee für Maße und 
Gewichte nimmt für den internationalen Dienst 
des Maß- und Gewichtswesens als thermo- 
metrische Normal skala die hundertteilige Skala 
des Waasorstofftherraometers an, deren Fix- 
punkte die Temperatur des schmelzenden 
Eisos (0°) und des Dampfes von siedendem 
Wasser (100°) bei normalem atmosphärischem 
Drucke sind; der Wasserstoff wird bei einem 
manometrischen Anfnngsdrucke von Im Queck- 
silber genommen, d. h. 1000:760 = 1,3158-nml 
dem normalen Atmosphärendruck." 

In dieser Temperaturskala wird demnach 
1 Contigrad gemessen durch 0,01 der Druck- 
änderung zwischen den beiden festen Punkten, 
den eine begrenzte Masse von Wasserst offgas 
erfährt, dessen Volumen konstant gehnlteu 
wird und dessen Anfangsdruck (bei 0° (?) gleich 
1 m Quecksilber von 0° unter 45° Breite im 
Meeresniveau ist. 

Für die Temperaturen zwischen — 35° und 
-t- 100° C Ist die vom Bureau of Standarde an- 
genommene Skala die Internationale Wasser- 
atoffskala, definiert durch die mittleren An- 
gaben einiger von Baud in und von Tonnelot 
hergestellter Hauptnormal - Quecksilborthermo* 
metor, welche sorgfältig untersucht und zu 
verschiedenen Zeiten mit den Normalen des 
Internationalen Bureaus verglichen sind. 

Da Wasserstoff für den Gebrauch in höheren 
Temperaturen sich nicht gut eignet wogen 
seiner großen chemischen Aktivität und der 
Leichtigkeit, mit welcher er durch die Gefäß- 
wände diffundiert, so wird für die höheren 
Temperaturen zwischen 100° und 550° C das 
StickBtoffthermometer zu Grunde gelegt. Diese 
Skala ist durch dio mittleren Angaben einer 
Reihe von Platin -Widerstandsthermoraetern l’est- 
golegt. 

In dem Intervall zwischen — 35° und — 200°(? 
oder tiefer ist die Normalskala festgelegt durch 
die mittleren Angaben einer Anzahl von Platin- 
WiderstandsÜiermometern, die auf die Skala deB 
Wasserstolfthermometers durch Kalibrierung bei 
drei bekannten Temperaturen (Dampf, Eis, 
Siedepunkt des Sauerstoffs) bezogen sind. 

(Fortulntng ftlgt ) 



Dootach« 
M«cb*nik»r-ZL|C. 

Gebrauchsmuster. 

Klasse: 

12. Nr. 264 635. Instrument zum Extrahieren 
von Farbstoff o. s. w. aus Pflanzen schnitte«, 
bestehend aus einem Glastrichter mit Deckel 
und Metallgazeeinsatz sowie einem Halm 
im Ablaufrohr des Trichters. H. Deegoner, 
Colmar i. E. 23. 10. 05. 

Nr. 265309. Elektrische Laterne mit Queck- 
silberdampflampe als Lichtquelle, besouders 
zur Unterwasserbeleuchtung. Neufoldt & 
Kuhnke, Kiel. 30. 10. 05. 

30. Nr. 263 872. Flasche mit Meßgerät als 
Stopfen. E. Schlecht, Berlin. 13. 10. 05. 

Nr. 267 187. Apparat zum Ansaugen von 
Sekreten aus den Nebenhöhlen dor Nase. 
R. Müller, Essen Ruhr. 6. 11.05. 

42 Nr. 263992. Sicherheitsvorrichtung an Queck- 
silbermauometern zur Verhütung dos Her- 
ausschleuderns von Quecksilber bei Über- 
druck. G. A. Schultze, Charlottenburg. 
28. 9. 05. 

Nr. 264 154 u. 264 155. Ahsorptionagofäßo ohne 
Luftverdrängung zum übercinanderschalton 
und Nebeneinandorschallen. Bender & 
Hob ein, München. 17. 7. 05. 

Nr. 264 166. Absorptionsgefäße ohno Luft vor- 
drängung als Explosionspipette. Dieselbon. 
17. 7. 05. 

Nr. 264 725. Thormometerkugolschutz aus 
Metallblech, mit Email überzogen. Alt, 
Eberhardt & Jäger, Ilmenau Thür. 
28. 10. 05. 

Nr. 264 452. Sicherheitsbürette, welche in zwoi 
Teile zerlegbar ist. P. Hennekes, Borbeck 
b. Essen. 20. 10. 05. 

Nr. 264 674. Schoidetrichter mit Kühlvorrich- 
tung für heiße Flüssigkeiten. Alt, Eber- 
hard! & Jäger, Ilmenau Thür. 28. 10. 05. 

Nr. 266 009. Thermometer zum Anzeigen 
von kommendem Frost. L. H. Bernei, 
Paris. 11.10.05. 

Nr. 266 162. Vorrichtung zur Bestimmung des 
Kalks in der Ackererde, bestehend aus 
einem mit Skala versehenen Glasgefäß und 
einem mit diesem zu verbindenden Ent- 
wicklergefäß. 8t. Dabkiewicz, Breslau. 
24. 10. 05. 

Nr. 266 413. Auseinandernehmbarer und trans- 
portabler Meßapparat zur Bestimmung des 
spezifischen Gewichtes von Gasen mit Mano- 
meter, Btandrohr und Pumpe. G. A.Schultze, 
Charlottenburg. 24. 10. 05. 

64 Nr. 263 900. Durch eine Schutzflascho mit 
abnehmbarem Deckel und ßägospänenfüUung 
geschützte Glasflasche. W. Zander, Magde- 
burg. 16 9. 05. 



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Heft 3. 

t. Februar IW41. 



Patenticheu. 



•Hl 



Patentschau. 




Verfahren zum Blasen von Glashohlkörpern. P. Th. Sievert 
in Dresden. 16. 1. 1903. Nr. 154 888. Kl. 32. 

Geschmolzene Glasmasse wird zunächst , wio be- 
kannt, zu einer Schicht ausgebreitet und an den Rändern 
bei b festgehalten. Durch Vorbla9en wird ein Hohlkörper A 
mit zum Festhalten geeigneten Ausbuchtungen i atu Boden 
gebildet und darauf der an diesen Ausbuchtungen (durch den 
versenkbaren Boden 0 ) und am oberen Rand festgehaltene 
Zwischenkörper in freier Luft oder in Formen und gleich- 
zeitigem Ziehen fertig geblasen. 

Chromatisch, sphärisch und astigmatisch korrigiertes Ob- 
jektiv. Voigtländer & Sohn in Braunschweig. 18. 9. 
1903. Nr. 154 910. Kl. 42. 

Bin mittleres Linsensystem ist zwischen zwei Liusen 
gestellt, die aus mindestens zwei Linsen (Krön und Fiint) 
bestehen, welche beide nur Kronglas höherer oder geringerer 
Brechung als das Flintglas enthalten. Zugleich ist dabei — 
und darin besteht das Neue — in den beiden Äußeren Systemen 
die Lage der Sammel- und Zerstreuungslinsen gegenüber 
dem mittleren System verschieden. 

Chromatisch, sphärisch und astigmatisch korrigiertes Ob- 
jektiv. Dieselben. 18. 9.1903. Nr. 154 911. Kl. 42. 

Zwischen zwei aus mindestens je zwei Linsen (Krön 
und Flint) bestehenden Linsengruppen, die beide Kronglas 
von höherer Brechung als das Flintglas enthalten, ist, wie be- 
kannt, ein drittes System gestellt. Die Erfindung ist dadurch 
gekennzeichnet , daß die einander zugekehrten Linsen des 
inneren und eines äußeren Systems (oder beider äußeren 
Systeme) hinsichtlich Farbenzerstreuung und Brechung aus 
ungefähr gleichen oder solchen Glassorten bestehen, bei denen 
das Glas mit kleinerer Farbenzerstreuung einen kleineren 
Brechungeexponenteu besitzt als das andere. 

Elektrolytischer Elektrizitätszähler. J. Busch in Pinneberg. 
23. 3. 1904. Nr. 154 855. Kl. 21. 

Um bei elektrolytischen F.lektrizitätszfthlem , bei 
denen die Meßzelle B im Nebenschluß zu einem Ohmschen 
Widerstande A liegt , die schädliche Wirkung der Konzen- 
trations • BMK und -Kapazität der Meßzelle zu kompensieren, 
ist parallel zum Stromkreis der Meßzolle B noch ein Strom- 
kreis mit einer zweiten Elektrolytzelle E geschaltet. 



Magnetsystem mit kurzer Schwingungsdauer für Galvano- 
skope, Kompasse oder geodätische Bussolen Gebr. 

Ruhstrat in Göttingon. 13. 9. 1903. Nr. 155 644. Kl. 21. 

In einem kreiszylindrischen Dämpfungsraume sind parallel nebeneinander hochkantig 
stehende Magnete von dem Dämpfungsraume entsprechend verschiedenen Längen um den Mittel- 
punkt schwingend angoordnot. Bei der Verwendung für Galvanoskope wird die Magnetnadel 
innerhalb einer konischen Spule mit einer Wicklung von nach außen zunehmender Drahtstärko 
eingebaut. 





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Patentlitte. 



Deutsch« 

Mecbaniker-Ztf. 



32 



könuen. Heyl & Patterson, Pitteburg. 
9. 3. 05. 

F. 20418. Vorrichtung zum Ahsprengen von 
Glasgcgenständon. H. Fi ach er, Stolberg, 
Rhld. 17.7.05. 

: 42. B. 37988. Glaslinse und Verfahren zur Her- 
stellung. J. L. Borsch jun., Philadelphia. 
31. 8. 04. 

H. 33916. Tellurium. G. Hering, Griesheim 
bei Darmstadt. 6. 10. 04. 

U. 2523. Aus einem massiven, nur mit Kapil- 
lardurchbohrung für die Quecksilbersäule 
oder dgl. und mit eingegossenem reflek- 
tierenden Belag versehenen Glasatabe be- 
stehendes Thermometer. W. Uobe, Zerbst. 
12. 7. 04. 

W. 2*2 302. Apparat zur Prüfung von Schmier- 
mitteln. J. Walther, Gleiwitz. 28.5.04. 

47. H. 36 012. Vorrichtung zur Verminderung 
des Reibungsverlustes bei iu Gasen oder 
Flüssigkeiten kreisenden Körpern; Zus. z. 
Pat. Nr. 168 111. F. Iierles u. J. Novak, 
Prag. 23. 8. 05. 

74. 8. 19 566. Vorrichtung zum Empfangen 
von durch Wasser fortgeleiteten Schall- 
signalen an Bord von Schiffen. Bubmarine 
Signal Oy., Boston V. 8t. A. 13.5.04. 

8. 20 269. Elektrischer Apparat zur Be- 
stimmung der Richtung von Schallsignalen 
auf Schiffen. Submarine Signal Cy., 
Waterville V. 8t A. 17. 11. 04. 

Sch. 21 287. Schallrichtungaanzeiger für unter 
Wasser fortgepflanzte Schallwellen. J. 
Schießler, Wien. 5.12.03. 



Patentliste. 

Bis zum 8. Januar 1906. 

KlaeBe: 

21. A. 12 463. Heizvorrichtung für Quecksilber- 
dampflampen und ähnliche Apparate. Allg. 
Elektrizität« • Gesellschaft, Berlin. 
14. 10. 05. 

B. 39 430. Quecksilberstrahlunterbrecher für 
veränderliche Kontaktdauer. R. Bosse &Co., 
Berlin. 9.3.05. 

F. 20 639. Vorfahren zur Messung sämtlicher 
Wechsolstromgrößen beliebiger Frequenz 
durch Kompensation mittele Gleichstroms. 
A. Krukowsky, Kiew RußL, u. H. Fischer, 
München. 13. 9. 05. 

H. 34 736. Widerstandsmaterial, bestehend aus 
zerkleinertem Kohlenstoff. R. Hopfe lt, 
Berlin. 18. 2. 05. 

H. 35 204. Einrichtung zum Schutz von Quarz- 
glasgefäßen. W. C. Heraeus, Hanau. 18. 4. 05. 

K. 29655. Verfahren zur Erhöhung der Empfind- 
lichkeit elektrischer Meß-, Anzeige- und Re- 
gelungsvorrichtuugen; Zus. z.Anm. K. 27827. 
M. Kallmann, Berlin. 2.6.05. 

M. 27 292. Elektrische Vakuumröhrenlampe 
mit einer als Beleuchtungsmittel dienenden 
und sich teilweise verbrauchenden gasför- 
migen Füllung. Moore Electrica! Cy., 
New- York. 10. 4. 05. 

W. 23 038. Influenzmaschine. H. Wommels- 
dorf, Charlottenburg. 26. 11, 04. 

30. M. 25 650. Apparat zum keimfreien 

Abziehen von sterilisierten Flüssigkeiten 
auf sterilisierte evakuierte Kugelröhrchen 
oder Glaskölbchen. E. Maynard, London. 
16. 6. 04. 

O. 4728. Vorrichtung zur Behandlung des 
menschlichen Körpers mit allmählich in der 
Spannung an- und absteigenden Induktions- 
Strömen. W. Otto, Berlin. 27. 12. 04. 

32. B. 39 454. Verfahren und Vorrichtung 
zum Blasen von Quarzglasgegen ständen. 
J. F. Bottomley, Wallaond-on-Tyne, R. S. 
Hutton, Manchester, und A. Paget, North 
Cray (Kent Engl.). 13. 3. 05. 

B. 40 147. Elektrischer Ofen zur Erzeugung 
von Quarzglaszylindern. J. F. Bottomley, 
Wallsond-on-Tyne, und A. Paget, North 
Cray (Kent Engl.). 31. 5. 05. 

H. 34 892. Kühlofe» mit abaetzend bewegter 
Sohle und beständig umlaufendem Förder- 
band, durch welches die Glasgegenstünde 
so in Reihe quer vor daß Ofenende geführt 
werden, daß sie in Querreihen vom Förder- 
band auf die Ofensohle abgeschoben werden 



Erteilungen. 

21. Nr. 168 076. Verfahren zum Telegraphieren 
mittels elektromagnetischer Welleu. R. A. 
Fessonden, Manteo V. St. A, 21.8.04. 

Nr. 168077, 168 078 und 168 079. Von einem 
Mehrphasenstromerzeuger gespeiste Bender 
und Luftleiter zur Übertragung von Energie 
in den Raum für die Zwecke der Funken - 
telegraphie u. s. w.; Zus. z, Pat. Nr. 158 727. 
A. Artom, Turin Ital. 11.2.05. 

Nr. 168082. Anlaßvorrichtung für Vakuum- 
dampfapparate nach Art der Cooper-Hewitt- 
Lampe. I*. II. Thomas, East Orange 
V. StA. 13.4.05. 

42. Nr. 167905. Kreisteilmaschine mit mehreren 
in ein gemeinsames Schneckenrad eingrei- 
fenden Schnecken zum Antriebe des Werk- 
stückträgers. M. Wolz, Bonn a.Rh. 23.12.04. 

Nr. 167 942. Binokularer Feldstecher. C. A. 
Steinheil Söhue, München. 9.6.05. 



Kor dl« Kedektloa verantwortlich: A Bleachke in Berlka W. 

Verlag von Julias Springer in Berlin S. — Druck von Emil Drejer in Berlin SW. 



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Deutsche Mechaniker-Zeitung. 

Beiblatt zur Zeitschrift für Xnatrumentenkunde 

and 

Organ für die gesamte Qlasinstrumenten- Industrie. 
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik. 

Redaktion: A. Blaschke, Berlin W30, An der Apostelkirche ß. 



Heft 4. 15. Februar. 1906. 

Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion gestattet. 



Über die neuere Entwicklung der nautischen Instrumente. 

Vortrag, 

gehalten auf dem 16. Deutachen Mechanikertage zu Kiel am 4. Auguat 1905, 

▼on 

Dr. XL KohUohütter in Berlin. 

( Fortutturnff) 

Das von dem unbelegten Teil des Kimmspiegels gelieferte doppelt reflektierte 
Bild ist gelbst bei helleren Sternen recht schwach; deshalb will das Reichs-Marine-Amt 
Oktanten mit Spiegeln anwenden, die nach einem der Firma Zeiß in Jena patentierten 
Verfahren ganz schwach versilbert sind, wodurch die von der Kimm herkommenden 
Strahlen nur ganz wenig geschwächt werden, dafür aber das doppelt gespiegelte Bild 
des Sterns ein wenig an Helligkeit gewinnt. Der Grad dieser Versilberung wurde 
durch praktische Versuche so festgestellt, daß das direkt gesehene Sternbild dieselbe 
Helligkeit besitzt wie das doppelt gespiegelte. Die Frage, ob sich eine solche Ver- 
silberung zwischen verkitteten Spiegelplatten genügend lange hält, kann allerdings 
erst nach einem längeren Gebrauch an Bord entschieden werden. 

Die besprochenen Verbesserungen laufen im wesentlichen darauf hinaus, daß 
die Oktantenspiegel größer gemacht werden, als es bisher Üblich war. Die Fortschritte 
siDd also nur dadurch möglich gemacht worden, daß die optische Technik jetzt so 
große Platten von genügender Planparallelität zu erschwinglichen Preisen zu liefern 
imstande ist. 

Ferner sind noch zwei Neuerungen zu erwähnen, die sich auf die Klemmung 
beziehen. Die eine ist auf Veranlassung des Reichs-Marine-Amts von Plath in Ham- 
burg konstruiert worden und soll den Übelstand beseitigen, daß man beim Festsetzen, 
wenn die Klemmschraube etwas schwer geht oder weit herausgeschraubt ist, das doppelt 
gespiegelte Bild durch eine kleine unbeabsichtigte Bewegung der Alhidade leicht aus 
dem Gesichtsfeld verlieren kann. Dies wird durch die Plathsche Konstruktion ver- 
mieden, bei der ein ganz schwacher Druck auf einen kleinen Hebel in der Richtung 
nach dem Zentrum hin genügt, um die Alhidade festzustellen. Der Hebel sitzt nämlich 
an einem Exzenter, der auf einen Druckstift wirkt; dieser drückt seinerseits die untere 
Klemmplatte an, wodurch der Limbusrand geklemmt wird. Die Bewegung, die der 
Hebel auszuführen hat, ist so klein und der notwendige Druck so gering, daß ein Ver- 
schieben der Alhidade nur bei grober Fahrlässigkeit möglich ist. 

Demselben Zweck dient auch eine Konstruktion von E. A. Reeves 1 ), die in 
erster Linie jedoch unter einem anderen Gesichtspunkt entstanden ist. Bei den üblichen 
Feinbewegungsschrauben kommt es zuweilen vor, daß gerade mitten in einem Satze 
von Höhenmessungen das Ende des Spielraums der Schraube erreicht wird, wodurch 
Unannehmlichkeiten und Zeitverlust entstehen. Reeves hat deshalb die Stirnseite des 
Sextantenbogens als Zahnrad ausbilden lassen, in das eine tangential wirkende Schraube 
ohne Ende als Feinbewegungsschraube eingreift, wie dies ähnlich bei Kreisteilmaschinen 
und parallaktisch montierten Refraktoren vielfach gebräuchlich ist. Diese auf der 
Alhidade gelagerte Schraube wird durch eine Feder an <laa Zahnrad angedrückt, zur 
Grobeinstellung der Alhidade kann sie durch einen leichten Druck auf einen Winkel- 
hebel, der das eine Lager trägt, außer Eingriff gebracht werden. 

') Geograph. Joum. 2G. S. 304. 190l>. 



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34 



E. KohlicbUiitr, Ober di« n«uer« Entwicklung der nautischen Instrument«. 



Deutsche 
Mec han ik e r-Ztg- 



Von Vorteil iat diese Konstruktion besonders gegenüber englischen Instrumenten, 
die die Stellung der Feinbewegungseinrichtung nicht erkennen leasen. Gegenüber den 
besseren deutschen Instrumenten, bei denen ein Blick vor Beginn der Beobachtungen 
den Spielraum der Feinbewegung erkennen läßt, ist der Vorteil nicht ao bedeutend, 
daß man dafür den Nachteil des durch die Feder ausgeübten wechselnden Druckes in 
Kauf nähme. 

Dagegen erscheint es mir aussichtsreich, diese Tangentenschraube (oder besser 
eine Heydesche Peripherieschraube) nicht nur zur Feinbewegung, sondern auch zur 
Winkelmessung nach Art des Heydeschen Zahnkreistheodolits 1 ) zu verwenden. Der 
Wegfall deB Nonius und die bequeme Ablesung an der hellen Trommel sind für Bord- 
verhältnisse, zumal nachts bei mangelhafter Beleuchtung, besonders zu empfehlen. Ver- 
suche zur Herstellung eines solchen Zahnkreissextanten sind im Gange. 

Es sind auch Vorschläge laut geworden, die auf eine Vergrößerung der Ge- 
nauigkeit der Winkelinstrumento abzielen 2 ). Dies hat aber lür die Navigation kein 
Interesse, da Genauigkeiten über 1' keinen Zweck haben. 

Dagegen möchte ich nicht verfehlen zu erwähnen, daß der deutsche Sextanten- 
bau, der vornehmlich von den Finnen Haeeke und Plath vertreten wird, solche Fort- 
schritte gemacht hat, daß Instrumente mit beachtenswerten Teil- oder Exzentrizitäts- 
fehlem überhaupt nicht mehr Vorkommen. 

Das Schmerzenskind der nautischen Astronomie ist die Kimmtiefe, d. h. der 
Winkel zwischen dem wahren Horizont und der Kimm, der infolge von Anomalien in 
der irdischen Strahlenbrechung außerordentlich veränderlich ist; Abweichungen von 
8' bis 10' vom normalen Wert sind mehrfach beobachtet worden, es kommen aber noch 
größere vor. Eine Abweichung von 1 ' erzeugt im Schilfsort einen Fehler von 1 See- 
meile = 1,85 km; es handelt sich dabei also zuweilen um recht erhebliche Beträge. 

Zur Vermeidung dieses Fehlers sind schon vor längerer Zeit der Libellen- 
sextant von Butenschön in Hamburg und der Kreiselkollimator des Admiral Fleuriais 
konstruiert worden, die beide den Seemann von der Kimm vollständig unabhängig 
machen. Während der erstere sich meines Wissens überhaupt nicht elnzubürgern ver- 
mocht bat, wird der Kreiselkollimator in mehreren Marinen angewendet. Das Prinzip und 
die erste Ausführungsform des Kreisels w aren die einer reinen Luftturbine. Der dauernde 
Antrieb durch den vom Blasebalg kommenden Luftstrom erwies sich bald als störend. 
Deshalb machte Fleuriais das Gehäuse des Kreisels luftdicht und pumpte es aus. 
Der Antrieb erfolgte bei dieser zweiten Ausführung dadurch, daß das Gehäuse mit dem 
arretierten Kreisel in einen Rolalionsapparat eingesetzt wurde, der durch ein Zahnrad- 
vorgelege in sehr schnelle Drehungen versetzt werden konnte. Die Auslösung der 
Kreisels erfolgte selbsttätig, wenn das Gehäuse plötzlich angehalten wurde. Diese Aus- 
lösevorrichtung war jedoch äußerst diffizil, und bei dein Instrument des Reichs- Marine - 
Amts versagte sie bald gänzlich. Dies hat nach Fleuriais - Tode Herrn Fav6 3 ) bewogen, 
den dauernden luftdichten Abschluß fallen zu lassen und wieder die Luftturbine als Treib- 
mittel einzufübren. Zum Unterschied von der ersten Ausführungsform wird der Betriebs- 
luftstrom aber nicht durch den Blasebalg, sondern durch Absaugen mittels einer Luft- 
pumpe hergestellt. Hat nun der Kreisel die nötige Tourenzahl erreicht, so wird ein 
Hahn im Lufteintrittsrohr geschlossen, und die Luftpumpe dient nun dazu, die Luft in 
dem Gehäuse stark zu verdünnen. Nach Schließung eines Hahnes im Luftaustrittsrohr 
kann die Luftpumpe abgenommen werden, und der Kreiselkollimator behält nun in dem 
verdünnten Kaum seine schnelle Rotation lange Zeit hindurch bei. 

Gleichzeitig iat eine andere Verbesserung eingeführt, die darin besteht, daß die 
Kollimatorfäden nicht mehr schwarz auf hellem Grunde, Bondern hell auf dunklem 
Grunde erscheinen und daß die Beleuchtung nachts durch ein Glühlämpchen statt durch 
das häufig versagende Ölfunzelchen der ersten Ausführungsform bewerkstelligt wird. 
Ich lasse es dahingestellt, ob sich das Instrument in der Fa v eschen Form in Deutsch- 
land mehr Freunde erwerben wird als früher, nachdem einige der Gründe, die gegen 
seine Einführung sprachen, durch die Neukonstruktion hinfällig geworden sind. 



’) Zeitschr. f. Irutrkde SS. 8. 2. 1905. — *) Etzold, Über Verbesserungen an astro- 
nomischen Instrumenten. Bitte Ztittchr. 1901. 8.53. — ») Pavä, Votier nur l horizon yyrotcopique. 
Arm. hydrogr. //. Sß. 8. 19. 1901; eine Besprechung mit Figuron s. Zeittchr. f. Inttrkdc. Sß. 
8. 27 1906. 



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1&. Februar M06 E. Ko hl» c h ü*t *r, Öb.-r die neuer« Entwicklung d*r nautischen Instrument«. 35 

Hieran anschließend ist ein von P. Verde erdachter Apparat 1 ) zu erwähnen, 
mehr der Vollständigkeit und der Kuriosität hulber, als weil ich glaubte, daß er jemals 
für die ausübende Navigation von Bedeutung werden könnte. Es ist eine photogra- 
phische, nach dem Zenit gerichtete Kamera, die auf einem Kreisel mit vertikaler Achse 
montiert ist. Damit sollen drei Aufnahmen eines hellen Sterns in bestimmten Lagen 
der Kreiselachse gemacht, die Platte entwickelt, mit einem besonderen Instrument aus- 
gemessen und daraus der Zenitabstand des Sterns berechnet werden. Der Gedanke 
bietet insofern Interesse; als er zeigt, bis zu welcher Verkennung der praktischen Be- 
dürfnisse daB jetzt auch auf anderen Gebieten vielfach angetroffene Bemühen führen 
kann, um jeden Preis photographische Beobachtungsmethoden und Instrumente ein- 
zuführen. 

Den Gedanken, die Kimm durch Anbringung eines künstlichen Horizonts am Sex- 
tanten überhaupt ganz auszuschalten, verfolgen auch Morehouse & Morrison sowie 
Boy-Ed. Bei beiden Instrumenten dient eine Kanalwage als künstlicher Horizont. 
Morehouse & Morrison-) haben sie so angeordnet, daß der eine Schenkel dicht 
vor dem Auge des Beobachters liegt, der eben über die Flüssigkeitskuppe hinweg- 
visieren und das doppelt gespiegelte Gestirnsbild mit der Kuppe in dem hinter dem 
Horizontspiegel befindlichen zweiten Schenkel zur Deckung bringen soll. Boy-Ed 
hat die Kanalwage ganz hinter den Kimmspiegel verlegt, so daß der Beobachter die 
nebeneinander sichtbaren Flüssigkeitsoberflächen in den beiden Schenkeln und da« 
doppelt gespiegelte Gestirnsbild gleichzeitig in dieselbe Höhe bringen muß. 

Beide Apparate geben eine zu geringe Genauigkeit, da man ohne Fernrohr 
beobachten muß und die Flüssigkeit bei bewegtem Schilf ln den beiden Schenkeln auf 
und ab schwankt. Auch haben die Apparate ein großes Gewicht, wodurch die Hand- 
habung erschwert wird. 

Wenn es auch ein erstrebenswertes Ziel ist, die Kimm bei den nautischen Be- 
obachtungen ganz auszuschließen, so genügt doch keins der soeben besprochenen 
Instrumente vollständig den an Bordinstrumente zu stellenden Anforderungen. Man hat 
deshalb vorgeschlagen, die Unregelmäßig- 
keiten der irdischen Refraktion dadurch un- 
schädlich zu machen, daß man die Kimm- 
tiefe bei jeder Beobachtung direkt mißt. 

Dies ist an Bord aber nur dadurch möglich, 
daß man den in einer Vertikalebene ge- 
legenen Winkel mißt, den zwei um 180° 
auseinanderliegende Punkte des Seehorizonts 
miteinander einschließen, wie Fig. 7 zeigt. 

Mißt man durch das Zenit (Z), so ist dieser 
Winkel gleich 180° + 2 Kt, mißt man 

durch das Nadir (Na), so ist er gleich 180 0 — 2 Kt. Es wird dabei vorausgesetzt, daß 
die Kimmtiefe an den beiden Stellen, zwischen denen der Winkel gemessen wird, 
gleich ist. Da diese Voraussetzung aber nicht immer zutrelfen dürfte, so werden Kimm- 
tiefenfehler durch diese Messung auch nicht vollständig eliminiert; in der größten Mehrzahl 
der Fälle aber werden sie beseitigt oder wenigstens stark vermindert werden. Deshalb 
bat das Verfahren seine Berechtigung. 

Da es nicht möglich ist, diesen Winkel mit dem Sextanten zu messen und die 
Prismenkreise teure und an Bord wenig beliebte Instrumente sind, so ist eine ganze 
Reihe von kleineren HilfsinBtrumenten erdacht worden, die es ermöglichen, Winkel bis 
zu 180° und darüber hinaus mittels des Sextanten oder Oktanten zu messen. Diese 
Einrichtungen können teilweise auch bei der Ortsbestimmung aus Landobjekten durch 
Doppelwinkelmessung oder Rückwärtseinschneiden nach 3 Punkten von Vorteil sein. 

Solche Hilfeinstrumente sind von Fergusson, Blish, Kohlschütter, Koß, 
Defabre und dem ungenannten Verfasser eines Aufsatzes in De Zee 1900. S. 187 an- 
gegeben worden. Sie haben das gemeinsame, daß mit Hilfe von Spiegeln oder Priemen 
der eine der Kimmstrahlen um 180° oder beide um je 90° von ihrem Wege abgelenkt 
werden. Fig. 8 zeigt z. B. die Anordnung des ungenannten Holländers, bei der ein 
rechtwinklig-gleichschenkliges Prisma vor den unbelegten Teil des festen Spiegels ge- 

') Attron Jakretbtr. 3. 8. 032. 1902; *. 8. 009. 1903. O. 8. 007. 1900 — -) D. R. P. 
Nr. 82666. Kl. 42 




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36 



E. KohlschUttir, Nautische Instrumente. — Vereintnachrichten. 



Deutache 

Mechamker-Ztg. 



steckt wird und ein Okularprisma ein Beobachten von oben ermöglicht. Der von 
kommende Kimmstrahl gelangt über die beiden Spiegel, der von kommende durch 

doppelte Spiegelung in dem Prisma in das Fernrohr. Die anderen Instrumente sind 
Ähnlich konstruiert. Das beschriebene würde die einfachste und beste Lösung des 
Problems daretellen, wenn es nicht zwei verschiedene Austrittspupillen hatte. Dem 
ließe sich nun zwar dadurch abhelfen, daß man das Prisma größer machte und hinter 
einem der bereits oben erwähnten halbdurchsichtigen Kimmspiegel aufstellte; indessen 
scheint mir der Weg, den Hr. Dr. Pulfrich zur Bestimmung der Kimmtiefe eingcschlagen 
hat, zweckmäßiger zu sein. Er hat nämlich den Kimmtiefenmesser vollständig vom 



v Vlliiiliiil- 

--^0*pici*rl 



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Flg. H. 




Sextanten getrennt und dadurch die leichten und handlichen Instrumente 1 ) geschaffen, 
die in Fig. 9 schematisch dargestellt sind. a b ist ein Spiegel, c b d, d b e und 
d e f g Bind rechtwinklige Prismen, b d ist ein Belag, von dem parallele Streifen weg- 
gekratzt sind, so daß ebensoviel Licht durchgeht, wie reflektiert wird. Den Weg der 
beiden von K x und kommenden Kimmstrahlen zeigt die Figur. Durch das 
Prisma d e f g werden sie in horizontaler Richtung in das Fernrohr reflektiert. 
Die Messung der Kimmtiefe erfolgt bei dem einen Modell durch Drehen des 
Spiegels a ?>, dessen Winkel gegen seine Nullstellung an einer Trommel abgelesen werden 
kann: bei dem andern direkt durch Ablesen an einer iin Gesichtsfelde befindlichen 
Skala. Bei scharfer Kimm gibt das Trommelinstrument, bei verschwommener Kimm 
dasjenige mit Skalenablesung bessere Resultate. Infolge der Handlichkeit, des großen 
Gesichtsfeldes und der einfachen Austrittspupille ist es ein Genuß, mit dem Instrument 
zu arbeiten, namentlich mit dem Modell mit Trommelablesung. Der einzige Übelßtand 
ist der hohe Preis. 

( Fortsetzung folgt.) 



Vereinsnachrichten. 



Aufgenommen in den Hptv. der D. G. 
f. M. u. O. ist 

Hr. Ernst Plank; Optische und me- 
chanische Fabrik; Nürnberg. 

I) G. f. M. u. O. Abteilung Berlin. 

Jahresbericht 1905, 

erstattet vom Vorsitzenden. 

(Auszug.) 

(ScklußJ 

Unsere Abteilung sowie die Fraunhofer- 
Stiftung sandten zur Bestattung von Prof. 
Abbe Krftnze nach Jena, welche von den 
Herren A. Blaschke, W. Haensch, Prof. 
Dr. A. Westphal niedergelegt wurden. 

Auf gewerblichem Gebiet sind die viel- 
fachen Anfragen der Herren Betriebsinhaber 
zu erwähnen, die außerhalb des Rahmens un- 
serer Sitzungen ihre Erledigung fanden: auch 

*) Zeit$chr. f. Invtrkd. 24. S. 225. 1904 



hat die mehrjährige vorbeugende Tätigkeit de« 
Vorstandes erfreulicherweise zu einem gewissen 
freundlichen VerhAltnis mit der Handwerks- 
kammer Berlin geführt. Hr. F. Sokol ist auf 
Vorschlag des Vorstandes zum Beauftragten 
der Handwerkskammer ernannt worden. 

In der Septembcrsitzung wurde Uber die 
Pflichtfortbilduugsschule sowie über da« ge- 
fährdete Bestehen der bisherigen fachlichen 
Fortbildungastfttten verhandelt. Leider sind 
wir weder von der Stadt Berlin noch von der 
Schuldeputation um eine Äußerung ersucht 
worden, trotzdem etwa 1000 Mechanikerlebr- 
linge die bereits bestehenden Fortbildungs- 
fachschulen besuchen, womit wir an zweiter 
Stelle aller Gewerbe stehen. Da durch den 
Schulzwang an mehreren Nachmittagen 3 bla 
4 Monate der eigentlichen Berufslehre ent- 
zogen werden, ganz abgesehen von der Störung 
in der BetriebsfUiirung, so wird die Pflichtfort- 



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Heft 4. 

lö. Pebniftr 1908. 



Vereioanüchricbten. — Kleinere Mitteilungen. 



37 



bildungsschule den Beweis erbringen müssen, 
daß sie die bisher bestehenden Schulen weit 
Ubertrifft und damit auch die Lehre in der 
Werkstatt weniger nötig macht. 

Am 9. Dezember folgten wir der Einladung 
zum 25-jährigen Jubiläum der I. Handwerker- 
schule, bei welchem Feste eine große Zahl 
von Mitgliedern der Abt Berlin zugegen war; 
bei diesem Anlaß konnte der Vorsitzende der 
Abt. Berlin unsere Befriedigung darüber aus- 
sprechen, daß die aus unseren Werkstätten 
hervorgegangenen Fachlehrer, Mechaniker, sich 
gut bewahrt haben und daß an mehreren Fach- 
schulen gerade die Rücksichtnahme auf Be- 
dürfnisse der Praxis die besten Erfolge ge- 
zeitigt hat. Am 4. Januar d. J. hatten wir den 
Tag feiern können, an dem vor 25 Jahren aus 
dem .Fachverein Berliner Mechaniker und Op- 
tiker" die „Deutsche Gesellschaft für Mechanik 
und Optik" entstand, deren Satzungen am 
18. Januar 1881 angenommen wurden. 

Ich möchte im Hinblick auf dieses Jubiläum 
meinen Bericht damit schließen, daß ich die 
besten Wünsche für das fernere Emporblühon 
unserer Deutschen Gesellschaft für Mechanik 
und Optik hier zum Ausdruck bringe. 

Zwelgvereln Halle. Sitzung vom 
8. Januar 1906. Vorsitzender: Hr. R. Klee- 
mann. 

Hr. Kollege P. Kertzinger erstattete zu- 
nAchst den Jahresbericht. Auch das verflossene 
Jahr brachte dem Zweigverein reichlich Arbeit, 
welche sich zum Teil in dem Schriftwechsel 
mit den Behörden, vornehmlich der Handwerks- 
kammer, abwickelte; ferner wurden belehrende 
und unterhaltende Vortrüge veranstaltet. Der 
recht günstig lautende Kassenbericht wurde 
von Hm. 0. Baumgartel erstattet. Der 
Mitgliederbestand ist zur Zeit 36. Als Vor- 
standsmitglieder wurden die bisherigen auf 
zwei Jahre wiedergewählt , nftmlich: Vor- 

ritzender; Hr. R. Kleemann; stellvertretender 
Vorsitzender: Hr. K. Potzelt; Schatzmeister: 
Hr. 0. Baumgartel; Schriftführer: Hr. P. Kert- 
zinger. ln den Haupt verstand wurde Hr. 
R. Kleemann entsandt. Das Schiedsgericht 
ist auch im Berichtsjahre nicht angerufen 
worden, dagegen wurden vom Prüfungsausschuß 
der Handwerkskammer, welcher ausschließlich 
durch Mitglieder des Zweigvereins besetzt ist, 
28 Lehrlinge geprüft. Die Elektrotechniker- 
Prüfungskommission, die ebenfalls in den Hän- 
den von Mitgliedern der Gesellschaft liegt, 
hatte einen Lehrling zu prüfen. R. Kl. 

Die GehÜIfenprtifungcn 
Im 

Bezirke des Zweigvereins Halle. 

Im Jahre 1905 fanden 28 Gehilfen- 
prüfungen statt ; es bestanden mit recht 



gut 1, gut 16, ziemlich gut 3, genügend 8. 
Von den Prüflingen gehörten 24 der 
eigentlichen Feinmechanik an, wahrend je 
einer gelernt hatte Im Bau von Kontroll- 
apparaten, Fahrrädern, Manometern und in 
der Elektromontage. 

Es ist dem Zweigverein gelungen, den 
Prüfungsausschuß für Elektrotechniker (rich- 
tiger Elektromonteure) ebenfalls durch seine 
Mitglieder besetzen zu lassen; es waren 
dazu gewählt die Herren Klee mann, Rast, 
Kertzinger und Huch. Von diesem Prü- 
fungsausschuß ist, da derselbe erst nach 
dem Juli bestätigt war, 1 Lehrling mit 
der Zensur gut geprüft w'orden. 

Ein zweiter Lehrling wurde als jugend- 
licher Arbeiter zugeführt und mußte, da 
kein Lehrverhältnis von dem Lehrherrn zu- 
gestanden wurde, zurückge wiesen werden. 
Als derselbe sodann als Lehrling ein Zeug- 
nis erhielt und zugeiaasen war, zog der 
Vater die Anmeldung zurück, da ihm 
schroff geäußerte Wünsche über seine Gegen- 
wart bei der Prüfung aus gesetzlichen 
Gründen verweigert wurden. 

Auch in diesem Jahre konnte wiederum 
ein besseres Wissen auf dem Gebiete der 
Theorie, namentlich der angewandten Werk- 
stattmathematik und der Technologie der 
gebrauchten Materialien, ßowie ein besseres 
Wissen von Arbeitsmethoden überhaupt als 
Folge des herausgegebenen Hilfsbuchs kon- 
statiert werden. Flächen- und Körperbe- 
rechnungen sowie Gewichtsbestimmungen 
w'urden ziemlich glatt und geläufig ausge- 
führt. Wenige Prüflinge erreichten nur die 
Zensur genügend in den theoretischen Kennt- 
nissen. 

Die Gesamtzahl der Prüfungen beträgt 
bis heute: 101 Mechaniker, l Elektrotech- 
niker. 

Der Antrag, getrennte Zensuren für 
Theorie und Praxis ausstellen zu dürfen, 
ist zur Zeit noch in der Schwebe, da sämt- 
liche Kammern über die Handhabung be- 
fragt werden sollen. R. Kl. 



Kleinere Mitteilungen. 

Buscha neueste« Teleobjektiv. 

Bla Telar F : 9. 

Nach einem Prospekt der Rathenow er 
i Optischen Industrieanstalt vorm. Emil 
Busch, A.-G. 

Beim Gebrauche von Handkameras eihält 
man infolge Verwendung der hierbei üblichen 
Objektive mit kurzer Brennweite leicht eine 
übertriebene Perspektive, die bei Landschaft«- 
motiven, Portrat« und dergl. störend wirkt. 



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38 



Kl«in«r« Mitteilungen. — Bücherschau. 



Deutsche 

Mechmlker-Ztg. 



Diesem Übelstande bat die Rathenower Op- 
tische Iudustrieanstalt durch Konstruktion eines 
Teleobjektives abzuhelfen gesucht, welches sie 
als Busch-Bis-Telar bezeichnet. Dieses neue 
Objektiv besteht, wie untenstehende Figur 
zeigt, aus einem Konvexsystem als Vorderlinee 
und einem Konkavsystem als hinterer Linse. 
Nach dem Prospekt der Firma gestattet das 
Bis-Telar einen halb so großen Kameraauszug, 
wie ein gewöhnliche« Doppelobjektiv mit 
gleicher Brennweite, ist also für Handkamera» 
besonder» geeignet. Ferner sollen seine Vor- 
züge darin bestehen, daß cs nicht größer ist 
als ein entsprechender Aplanat, daß cs eich in 




fast alle Verschlüsse montieren laßt, daß es bet 
voller Öffnung, F:9 , fast randscharfe Bilder 
gibt und daß es eine bei Teleobjektiven uner- 
reichte Brillanz besitzt, weil es nur 4 reflektie- 
rende Glasluftflachen aufweist. Dagegen ist 
dieses Objektiv, wie überhaupt die Teleobjek- 
tive, nicht frei von Verzeichnung, »o daß es Bich 
für Meßzwecke, Reproduktionen u.s. w. nicht em- 
pfiehlt Als eine vorteilhafte Eigenschaft dieses 
Objektivs verdient noch hervorgehoben zu 
werden, daß sich die Vordcrlinse — nach Ent- 
fernung der Hinterlinae — als gute Weitwinkel 
linse mit nur geringer Abblendung F:S5 ver- 
wenden läßt. Mk 

K. Fachschule für Feinmechanik 
in Schwenningen a. N. 

Durch Erlaß des K. Württ, Ministeriums des 
Innern vom 27. Januar 1906 ist die Abschluß- 
prüfung des einjährigen, höheren Fortbildungs- 
kurses für diejenigen Prüflinge, welche diesen 
Kur» als ordentliche Schüler vollständig durch- 
laufen haben, der Meisterprüfung im Sinne des 
§ 133 der Gewerbe-Ordnung für dio Handwerke 
der Fein- und Elektromechanik und der Uhr- 
macherei gleichgestellt worden. Durch den- 
selben Erlaß ist ferner auf Grund des § 129 
Abs. 4 der Gewerbe-Ordnung für solche ordent- 
liche Schüler des Fortbildungskurses, welche, 
ohne vorher eine Gesellenprüfung oder eine 
dieser gleichgestellte Prüfung bestanden zu 
haben, auf Grund der für solche Fälle vorge 
sebriebenen besonderen Aufnahmeprüfung zum 
Fortbildungskurs zugelassen worden sind, dem 
Zeugnis Uber die Entstehung der Abschluß- 
prüfung zugleich die Wirkung der Verleihung 
der Befugnis zur Anleitung von Lehrlingen je 



als Fein- und Elektromechaniker oder als Uhr- 
macher beigelegt worden. 

Deutsches Museum. 

(Museum von Meisterwerken der 
Naturwissenschaften und Technik.) 

Der frühere, durch seine LiUige sehr un- 
bequeme Name des Instituts ist nunmehr in 
.Deutsches Museum* geändert worden. 

Magistrat und tiemeiudekoilegium dor Stadt 
München haben den einstimmigen Beschluß 
gefaßt, den dem Museum bereits früher zur 
Verfügung gestellten Bauplatz auf der Kohlen- 
iusel von rund 80 000 qm auf rund 10 000 qm zu 
vergrößern, da die dem Museum schon 
jetzt aus allen Teilen des Reichs zufließenden 
Sammlungsobjekte, Bücher und Plane erkennen 
lassen, daß mit der bisherigen Größe deB Bau- 
platzes das Auslangen für spatere Zeiten nicht 
gefundou werden könnte. 



BOeharsohau. 

Fr. Schön, Die 8chule des Werkzeugmachers 
und das Härten des Stahles. 8®. 56 8. m. 
11 Fig. Göppingen, G. Schön 1906. 1,00 Af. 

Verf. will dem Arbeitenden eine kurze 
Anleitung über die Behandlung des Werkzeug* 
Stahles geben. Er erörtert zunächst die ver- 
schiedenen Stahlsorten, deren Kohlonstoffgehalt 
und Zusammensetzung, gibt dann eine Zu- 
sammenstellung, wie der Btahl für verschiedene 
Werkzeuge beschaffen sein muß, ob zäh, hart 
oder sehr hart, oder ob eine der Zwischenstufen 
zu wählen ist; hier findet sich eine Reihe sehr 
beherzigenswerter Hinweise. Dann folgen Ka- 
pitel über Veränderungen dos Stahles durch 
Glühen, Schmieden. Walzen, Härten und An- 
lassen, die Behandlung des Stahles, um Miß- 
erfolge möglichst auszuBchiießen, sowie Be- 
schreibungen von Glüh- und Härteöfen. Hierbei 
erwähnt Verf. die Pyrometer, die er aus Mangel 
an Platz nicht genauer beschreibt; deswegen 
wäre eiu Hinweis auf die einschlägige Literatur 
sehr am Orte; auf ein Inserat zu verweisen 
und zu verlangen, daß der Leser sich vom 
Fabrikanten Auskunft holen soll, hält Ref. nicht 
für richtig. Verf. beschreibt dann genauer das 
Härten solcher Gegenstände, bei denen beson- 
dere Vorsicht nötig ist, das Einsetzen und das 
Oberflachenhürten, das Härten bestimmter Stellen 
des Werkzeuges und endlich das Anlassen, unter 
Beifügung einer Tabelle. Ein besonderes Ka- 
pitel ist dem Zementieren gewidmet. Den Schluß 
bilden einige Rezepte. Der Leser wird dem- 
nach vieles finden, was ihm von Nutzen sein 
kann. 

Wünschenswert wäre, wenn Hinweise im 
Text auf dem Heftchen angehängte Inserate 
fortgeblieben wären. Ktflm* 



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(fort 4. 

15. Februar 190«. 



Patentsch 



Regelungevorrichtung für Qnecksilberluftpumpen Sprengel- 

■eher Art. J. Rosenthal in München. 26. 5. 1903. 

Nr. 154 91. Kl. 42. 

Im oberen Ablaufgefäß B oder im unteren Sammel- 
gefflß A ist ein Schwimmerventil g h angeordnet, das den 
Durchgangaquerschnitt für das Quecksilber beim Übergang 
in die Pall* bezw. Steigröhre je nach dem Stande des Queck- 
silbers in diesen Gefäßen verengt oder erweitert. Auf diese 
Weise wird ein gleichmäßiges Strömen des Quecksilbers durch 
A die Pumpe herbeigeführt und erhalten. 



Vorrichtung zum Befestigen von Thermometern j 
in Flaschen. B. Gregory in Schöneberg 
u. R Swiderski in Dresden. 23. 6. 19011. 

Nr. 155 050. KI. 30. 

i Die Vorrichtung besteht aus eiuem das 

Thermometer aufnehmenden pilzförmigen Körper d 
der in einem Drahtbügel b befestigt ist. Die Enden 
des Bügels sind nach unten verlängert und nach 
außen umgebogen, so daß sie sich federnd gegen 
die innere Halswandung der Flasche legen. Bei 
dieser Anordnung ist die Flasche einerseits stets r«a 
gebrauchsfertig, andrerseits können die Tempe- 
raturgrade abgelesen werden, ohne daß das Ther- 1J 
moroeter herausgenommen zu werden braucht. [£ 



Vorrichtung zur Erzielung konstanter, der Abhängig- 
keit von Druck und spezifischem Gewicht ent- 
zogener Gasvolumina bei strömendem Gase 

H. Strache u. R. Jahodu in Wien. 26. 5. 1901. 
Nr. 154 705. Kl. 42. 

Von dem Ventilraum des Druckdifferenzreglera 
geht ein Kapillarrohr 1 ab, dessen anderes Ende mit 
dom Niveaugef&ß N des Reglers kommuniziert. Die 
Wirksamkeit dieses Apparates beruht auf der Tatsache, 
daß ein Kapillarrohr, als Durchgangsweg für das Gas 
angeordnet, die jeweils in der Zeiteinheit durchgelasseneu 
Gasvolumina ungeachtet einer Verschiedenheit im spezi- 
fischen Gewicht dann konstant erhält, wenn das Druck- 
gefälle zwischen den Räumen, weiche das Kapillarrohr 
verbindet, konstant gehalten wird. 

Verfahren zur Beseitigung des rückbleibenden Mag- 
netismus. Mix & Genest in Berlin. 31. 3. 1903 - 
Nr. 153 762. Kl. 21. 

Zur Beseitigung des rückbleibenden Magnetis-^ 
mus wird dem elektromagnetischen Apparat b ein 
trockeuer Kondensator c parallel geschaltet, dessen Größe 
so bemessen ist, daß bei Unterbrechung des den elek- 
tromagnetischen Apparat bedienenden Arbeitsstromes 
eine oszillatoriBche Entladung des Kondensators durch 
den elektromagnetischen Apparat hiudurch stattfindet r 
(«9- *)• 

Der entmagnetisierende Stromkreis kann auch %J 
durch eine besondere Wicklung g des elektromagne- 
tischen Apparates und eineu Kondensator c gebildet 
werden, welche beide mit dem Arbeitssfrom des Appa- 




J J 



wmmp 





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40 

ratet) nicht in leitendem Zusammenhang stehen. Dabei kann der in einem besonderen Ortskrcise 
liegende Kondensator durch Polarisationszellen ersetzt werden (Fig- 2). 



FatentÜit». 



Meehanllter-Ztg. 



Patentliate. 

Bis xum 29. Januar 1906. 

Klöertc : lBm.ldm.f.11. 

21. A. 12 050. ElektrizitAtszÄhler. H. Aron, 
Charlottenburg. 15. 5. 05. 

A. 12 364. Selbstzeichnendes Wattmeter für 
Wechselstrom. V. Arcioni. Mailand. 7.9.05. 

C. 13582. Induktionszahler mit einer Phasen- 
verschiebung gleich oder mehr als 2. — 
Cie. An. Continentale pour la Fabri- 
cation des Compteurs ä Gaz et autres 
Appareils, Paris. 26. 4. 05. 

E. 10 823. Röntgenröhre mit gekühlter Anti- 
kathode. M. Ehrhardt, Berlin. 22. 4. 05. 

S. 21 207. Verfahren zum Beseitigen des Ein- 
flusses der gegenseitigen Iuduktion bei dyna- 
mometrischen MeßinBtrumentnn. Siemens- 
Schuckert- Werke, Berlin. 2. 6. 05. 

S. 21 8C0. Kollektor für Motorelektrizitttts- 
zfthler. Siemens - Schuckert - Werke, 
Berlin. 27. 6. 05. 

42. A. 11 771. Objekttisch für Mikroskope mit 
durch Kurbelgetriebe gleichzeitig in zwei 
senkrecht zueinander stehenden Richtungen 
bewegbarem Objektträger. G. Adler, Berlin, 
14. 2. 05. 

A. 11954. Kreiselapparat. H. Anschütz- 
Kaempfe, Kiel. 10. 4. 05. 

H. 33 028. Vorrichtung zur Bestimmung der 
Wassertiefe von eiuem in Fahrt begriffenen 
Schiffe aus. van Sittard Howard, Sidcup, 
Kent, u. A. E. H. Marescaux, London. 
20. 6. 04. 

H. 34 287. Geschwindigkeitsmesser mit durch 
Uhrwerk zeitweise ausgelöstem, von der An- 
triebswelle aus bewegten Streckenanzeiger. 
M. Hoeft, Berlin. 7. 12. 04. 

M. 26 175. Fernrohr, Opernglas oder dgl. mit 
Wechselokular und selbsttAtiger Einstellung 
desselben durch Druck auf einen Knopf 
oder dgl. M. Mannesmann, Remscheid- 
Bliedinghausen. 30. 9. 04. 

M. 28 057. Astronomisches Unterrichtsmittel 
zur Veranschaulichung der wechselnden Be- 
lichtung und Beschattung der Erde durch 
Sonne und Mond. R. M. Meili, Luc ca, North 
Dakota. 21. 8. 05. 

St. 9079. Vorrichtung zur fortlaufenden Auf- 
zeichnung der Ergebnisse von Gasabsorp- 
tions- und FiUssigkeitsfallungsanalysen. 
B. S tollberg, Bollstedt, Kr. Grafsch. Hohen- 
stein. 2. 9. 04. 



Z. 4524. Unterseefernrohr mit einem oder 
mehreren am Ende des Rohres angeordneten 
drehbaren Spiegeln und Beleuchtung der 
beobachteten Gegenstände durch Schein- 
werfer. J. C. Zubli, Paris. 27. 4. 05. 

Erteilungen. 

21. Nr. 168 297. Thermoelement für pyrome- 
trische Zwecke unter Verwendung von Kohle 
als Rlektrodenmaterial. 8. Kokosky, Berlin. 
10. 5. 04. 

Nr. 168412. Thermoelement. W. Hoskins, 
La Grauge, HL (V. St. A.). 29. 12. 04. 

Nr. 168 515. Armatur für Quecksilberdampf- 
lampen. Siemens - Schuck ert - Werke, 
Berlin. 1. 6. 05. 

Nr. 168 558. Instrumentarium zur Erzeugung 
elektrischer Wellen. O. Mod rach, Berlin. 
6. 10. 04. 

Nr. 168609. Gleichrichter nach Art der Queck- 
silberdampflampe mit mehreren Anoden. 
P. H. Thomas, East Orange, V. 8t. A. 
4. 5. 05. 

42. Nr. 168 146. Geschwindigkeitsmesser mit 
mehreren hintereinander zur Wirkung kom- 
menden und quer zur Richtung des Papier- 
streifens eich bewegenden Schreibstiften. 
K. Wilkens, Berlin. 15. 11. 04. 

Nr. 168 530. Feineinstellung für Instrumente 
durch Verschiebung des einzustellenden Teils 
mittels eines kegelförmigen Körpere. M. 
Blum, Wien. 27. 9. 04. 

Nr. 168 752. Geodätisches Meßinstrument zur 
direkten Ablesung trigonometrischer Funk- 
tionen mit von schwingenden Armen in Grad- 
führungen beweglichen Schiebern. A. Mayer 
u. E. Wiesraann, Katers, Schweiz. 7. 8. 04. 

Nr. 168 952. Entfernungsmesser mit zwei an 
den Enden einer Basis angeordneten festen 
Spiegeln uud zwei denselben gegenüber- 
liegenden, unter einem unveränderlichen 
Winkel miteinander verbundenen Spiegeln, 
sowie einem gemeinsamen Okular. L. Cere- 
botani, München. 6. 1. 05. 



Briefkasten der Redaktion. 

1) Wer übernimmt die Anfertigung einer 
kugelförmigen Glaskappe, die auf einer Kugel 
von 54 cm Durchmesser 30 Breitengrade über- 
decken und gut passen soll? Optische Wirkungen 
werden nicht verlangt. 

2) Wer liefert Urometer oder Alisoraeter nach 
Ruhemann? 



Kar dl« Redikilon rerwitwortUch : A. Blaachk« la Berlin W. 

Y*rl»g von Jalta« Springer la Rerlla N. — Druck tod Emil Dreyer la Berlin SW. 



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Deutsche Mechaniker-Zeitung. 

Beiblatt zur Zeitschrift für Instrumentenkunde 

und 

Organ für die gesamte Qlasinstrumenten - Industrie. 
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik. 

Redaktion : A. Blaschke, Berlin W30, An der Apostelkirche 6. 



Heft 3. 1. März. 1906. 

Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion gestattet. 



Ober die neuere Entwicklung der nautischen Instrumente. 

Vortrag, 

gehalten auf dem 16. Deutschen Mechanikertage zu Kiel am 4. August 1906, 

YUII 

Dr. E. KohlaohÜttor la Berlin. 

(FortttUuny) 

Wir kommen nunmehr zu dem zweiten Instrument, das bei der Kontrolle des 
Bestecks durch astronomische Beobachtungen auf See gebraucht wird, dem Marine- 
chronometer. 

Es ist nicht möglich hier auf Einzelheiten in der Konstruktion dieses kompli- 
zierten Mechanismus pinzugehen, der ja ein großes Spezialgebiet für sich bildet. Ich 
will nur erwähnen, daß die Hilfukompensatiom n, denen anfänglich ein sehr großes Miß- 
trauen, namentlich von amerikanischer aber auch deutscher Seite, entgegengebracht 
wurde, sich jetzt ausgezeichnet bewähren und ebenso regelmäßige, wenn nicht bessere 
Gänge aufweisen wie die einfachen Kompensationen. Dagegen müssen die Versuche, 
die Schnecke aus dem Chronometer auszuschalten, die in Deutschland letzthin wieder 
aufgenommen worden waren, als gescheitert angesehen werden. 

Ferner ist die Erfindung des Nickeistahis auch auf diesem Gebiete für die Navi- 
gation von Wichtigkeit geworden, indem es Hin. Guillaume gelungen ist, Unruhen aus 
Nickelstabl und Messing zu konstruieren, die den sekundären Kompensationsfehler be- 
seitigen. Wenn die Legierung 36"/, bls47°/o Nickel 
enthält, dann hat ihre Ausdehnungsformel ein negatives 
quadratisches Glied, und Herr Guillaume konnte eine 
Zusammensetzung finden, bei der dieses quadratische 
Glied fast genau das positive quadratische Temperatur- 
glied aufhebt, das in dem Ausdruck für das Trägheits- 
moment der Unruhe vorkommt. Fig. 10 zeigt die 
Form einer solchen Unruhe. Durch die Entdeckung 
dieser Legierung ist es also gelungen, mit einer ein- 
fachen Unruhe ein Resultat zu erreichen, das früher 
nur angenühert durch die Anwendung von mehr oder 
weniger komplizierten Hilfskompensationen zu erlangen war. 

Der Vorteil, der hiermit für die Feinstellung der Chronometer verbunden ist, 
hat sich deutlich bei der 28. Wetthewerbprüfung der Seewarte 1 ) gezeigt, da von den 
mit Nickelstahlunruhen versehenen Chronometern 71% in die T. Klasse gekommen sind, 
gegen 4'd % bei den nicht mit solchen Unruhen versehenen Instrumenten. 

Die bequemere Feinstellung wird den Nickelstahlunruhen ein großes Über- 
gewicht gegenüber den Unruhen mit llilfskompensation verleihen, auch dann, wenn sie 
sich im Gebrauch an Bord nicht überlegen zeigen sollten. Es läßt sich nämlich 
nicht voraussehen, ob dies der Fall sein wird, da nach den l'ntersuchungen des Korv.- 
Kapitäns a. D. Iiottok-) die Veränderungen der Kompensation und Feinstellung, die die 

I) C. Stochert, Bericht über die 2S. auf der deutschen Soewarte abgehaltone Wettbewerb- 
prüfung von Marine. Chronometern. (Winter 1904 bis 1905.) Ann.d. Hydr. UI w. .'#.9. S. 346. 1905. 
— a ) C. Rottok, Untersuchung über die Änderung der Temperaturkoeffizier.ten a und 6 bei 

Chronometern. Archiv der devdechen Seewurf« -4 ■ Nr. 4. 1901. 




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42 



E. KobltchUlitr, Über die neuere Entwicklung der nnutiachen Instrumente. 



Duntarhe 

ML'L-henikier-Ztf. 



größten Fehler ln die vorausberechneten Chronometerstände bringen, bei einfachen 
Unruhen ebenso groß sind, wie bei solchen mit Hilfskoinpensationen, und daher auch 
bei den Nickelstahlunruhen ebenso groß sein können. Die Frage nach der dauernden 
Überlegenheit der Nickelstahlunruhen wird sich also erst entscheiden lassen, wenn eine 
größere Zahl von Chronometern mit solchen Unruhen an Bord gewesen sein und 
mehrere Temperaturprüfungen durcbgemacht haben wird. 

Der größte Feind der Chronometer an Bord ist die Feuchtigkeit. Durch 
Niederschläge bei Abkühlungen verändert sie die Masse und damit das Trägheitsmoment 
der Unruhe und gibt so zu plötzlichen Gangänderungen Anlaß. Bei längerer Ein- 
wirkung, namentlich in den Tropen, veranlaßt sie öfters Rostbildung an den Eisenteilen 
und begünstigt das Entstehen von Schimmelwucherungen. Dadurch bekommt das 
Chronometer unregelmäßige Gänge und versagt schließlich ganz, wenn die beschädigten 
Teile nicht rechtzeitig durch neue ersetzt werden. Auch auf die Haltbarkeit des Üles 
scheint die Feuchtigkeit von Einfluß zu sein. 

Infolge dieser Erfahrungen hatte das Reichs-Marine-Amt schon früher einen 
Wettbewerb zur Erlangung eines luftdichten Chronometergehäuses ausgeschrieben. In 
merkwürdiger Verkennung der gestellten Anforderungen w r ar unter den eingehenden 
Konstruktionen keine einzige, die einen wirklich luftdichten Abschluß gewährleistete; 
höchstens Schutz gegen das Eindringen von Staub ließ sich von einigen erwarten. Wie 
vorauszusehen war, machten sich bei der Erprobung dieser sogenannten luftdichten Ge- 
häuse die ungünstigen Einflüsse der Feuchtigkeit, deren Eindringen eben nicht ver- 
hindert war, nicht minder geltend, als bei den gewöhnlichen Gehäusen. 

Von Dr. Neumayer 1 ) wurde deshalb ein Chronometerspind konstruiert, in 
dem die I.uft durch Chlorkalcium getrocknet wurde; es erwies sich aber für den Bord- 
gebrauch als zu umfangreich und zu schwierig zu bedienen. 

Schließlich konstruierte der Korv.-Kapitän a. D. Nees v. Esenbeck ein wirklich 
luftdichtes Gehäuse, das von Steeger in Kiel ausgeführt wurde; seine Einrichtung zeigt 
der Schnitt in Fig. 11. a ist das Chrono- 
meter mit dem Vierkant der Aufzugs- 
welle (1. b ist das durch die Glasplatte r 
verschlossene und den Kautschukring k 
abgedichtete Gehäuse. Das aus Eisen be- 
stehende Gefäß i ist luftdicht mit dem 
Gehäuse verschraubt und mit Queck- 
silber /( gefüllt. In entsprechenden Durch- 
bohrungen der Wände des Gefäßes i 
drehen sich die Zapfen g und g t ; sie 
werden durch die Spiralfeder m so an 
die Gefäßwände angedrückt, daß kein 
Quecksilber auslaufen kann; durch ein 
Vierkant bei g und eine entsprechende 
Bohrung in g t sind sie so verbunden, 
daß g mitgenommen wird, wenn g x durch 
den Uhrschlüssel in Drehung versetzt 
wird. Zur Übertragung auf das Uhr- 
werk dient die mit einem Zahnkranz versehene Scheibe e und das Fallgowicht f, das 
an dem ebenfalls als Vierkant ausgebiideten oberen Teile von g gleitet und zwei in 
die Zahnlücken des Zahnkranzes von e passende Zähne trägt. Wird nun das Chrono- 
meter zum Aufziehen umgekippt, so fällt das Fallgewicht f auf die Scheibe e, seine 
Zähne greifen in den Zahnkranz ein und die Aufzugswelle d macht die Aufziehbewegung 
des auf </, aufgesetzten Uhrschlüssels mit. In aufrechter Stellung des Gehäuses fällt 
das Gewicht wieder zurück und gibt das Chronometerwerk frei. 

Das Gehäuse ist mit trockenem Stickstoff gefüllt, wodurch Kost- und Schimmel- 
bildung sowie Oxydation und Verharzung des Öles vermieden werden sollen. 

Das Reichs-Marine-Amt macht mit diesem Gehäuse jetzt einen Dauerversuch, der 
einen guten Erfolg verspricht, da das eingeschlossene Chronometer immer noch vor- 
zügliche Gänge aufweist, obgleich es seit mehr als G Jahren in dem Gehäuse sitzt und 
daher nicht gereinigt werden konnte. Das Öl scheint also tatsächlich nicht verharzt zu 

<) Lehrbuch der Navigation, herauagegeben vom Reichs-Marine-Amt; 11. S. 369. 




Fig. II. 



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A Sch waUmann, Dl« Hamburglsche Sonnenfinsternis-Expedition 1903 



n«n 5 . 

1. März 100«. 



43 



sein. Ein endgültiges Urteil wird sich jedoch erst nach Besichtigung der einzelnen Teile 
des Chronometers gewinnen lassen. 

Inbezug auf den Aurziehinechanismus ha! dieser Versuch kein so günstiges 
Resultat ergeben. Einmal hat sich nämlich das Füllgewicht festgeklemmt. Es konnte 
zwar durch starkes Klopfen ohne weiteres wieder in Ordnung gebracht werden ; aber 
bei einem Bordinstrument müssen derartige Möglichkeiten ausgeschlossen sein, da an 
Bord niemand sachverständig genug ist, um eine derartige Kraftkur an einem so empfind- 
lichen Kunstwerk, wie es ein Chronometer ist, vornehmen zu können. 

Ich habe mich bei dieser Spezialkonstruktion so lange aufgehalten, weil ich der 
Ansicht bin, daß die nächste und notwendigste Verbesserung im Chronometerwcsen die 
Konstruktion eineB absolut luftdichten Gehäuses mit sicher wirkender Aufzieh- und 
Zeigerstellvorrichtung ist. Nebenbei würde ein solches Gehäuse auch noch den kleinen 
Vorteil haben, das Chronometer gegen die Schwankungen des Luftdrucks abzuschließen. 
Nachdem es gelungen ist, Pendeluhren luftdicht abzuschließen, sollte dies doch für ein 
Chronometer nicht so schwer sein. Die Mehrkosten eines solchen Gehäuses würden 
durch die geringeren Reparatur- und Reinigungskosten der Chronometer vermutlich wieder 
eingebracht werden. 

Vielleicht ließe sich damit auch die Herstellung einer völlig reibungsfreien 
Hemmung verbinden, indem man der Unruhe elektrischen Antrieb gibt und die Ver- 
bindung zwischen Unruhe und Werk, ähnlich wie bei der Einthovenschen Koinpaß- 
übertragung, durch einen Lichtstrahl herstellt, der auf eine Selenzelle fällt und durch 
eine schirmartige Ausbildung der Unruhe bei jeder Schwingung einmal geöffnet und 
dann wieder unterbrochen wird. Für Pendeluhren ist derselbe Gedanke ja schon von 
verschiedenen andreen Seiten ausgesprochen und buch verwirklicht worden. 

Als Hilfsinstrument für die astronomische Ortsbestimmung ist der starfinder (Stern- 
linder) von Cust, verbessert von English 1 ) zu erwähnen, der im wesentlichen aus einem 
kleinen Himmelsglobus mit zwei festen und einem beweglichen Bügel besteht. Er soll 
zur Identifizierung von Sternen dienen, die in Wolkenlücken beobachtet sind und die 
man daher nicht ohne weiteres erkennen kann. Mit der genäherten Position des Schilfes, 
die man aus dem gegißten Besteck kennt, der gemessenen Höhe und der Peilung des 
Sterns stellt man den Gestirnsort auf dem Globus ein, wobei der bewegliche Bügel, der 
die Höhenteilung trägt, einen (Quadranten des durch den Stern gehenden Vertikalkreises 
darstellt. Auf dem Globus findet man dann an der eingestellten Stelle den beobachteten 
Stern und liest seinen Namen ab. Das Instrument ist zwar ganz nützlich, aber un- 
verhältnismäßig teuer. 

( Fortsetzung folgt.) 



Die Instrumente der Hamburgischen Sonnenfinsternis - Expedition nach Souk-Ahras 
und die mit ihnen erhaltenen Aufnahmen. 

Vortrag, 

gehalten im Zweigverein Homburg-Altona der D. G. f. M. u. O. am 12. Dezember 1900, 

von 

Dr Arnold Sohwafsmann, ol.iorvntor der llanihnTxer Sternwarte. 

Die drei Hauptaufgaben der Expedition bestanden in der Herstellung von photo- 
graphischen Aufnahmen der Sonnenkorona sowohl in großem als in kleinem Maßstabe, 
in photographischer Nachforschung nach einem eventuell vorhandenen intramerkuriellen 
Planeten und in Intensitätsbestimmungcn des Koronalichtes auf optischem, photo- 
graphischem und elektrischem Wege'-’). 

Für die Herstellung großer Sonnenphotographien wurde von der Expedition ein 
20 m langes, horizontal montiertes Fernrohr mit einem für die Wellenlängen 531,7 
(Koronalinie) und 405,1 achromatisch korrigierten Zeiß sehen Objektiv von 10 tm (tfiiiung 
und einein Brennweitenverhältnis 1 : 125 benutzt. Das Fernrohr wurde gebildet durch 

() Zu beziehen von Barker & Bon in London. — *) Näheres e. R. Schorr, Die Ilam- 
burgische Sonnenfinsternis-Expedition nach Souk-Ahras (Algerien) im August 1905. I. Teil Die 
Ausrüstung und der Verlauf der Expedition. 8°. 36 S, mit 1 Karte u. 12 Tf. Hamburg, Komm - 
Verlag von Lucas Gräfe & Sillem, 190&. 6,00 &i- 



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44 



A SchwaQmann, Dia Hamburglsche Sonnenfinsternis Expedition 1905. 



Deutsche 

Ifockaalker-Ztg, 



zehn in Entfernungen von je 2 m voneinander aufgestellte, viereckige Holzrahmen, welche 
mit Ledertuch überdeckt waren. Über dem Ganzen war ein Sonnenzelt errichtet, um eine 
ungleichmäßige Erwärmung der in dem Fernrohr eingeschlosaenen Luft und die dadurch 
entstehenden Luftschlieren zu vermeiden. 

Vordem Objektiv war ein GrubbscherCölostat von 20 cm Durchmesser aufgestellt, 
der sich dadurch von einem gewöhnlichen Heliostaten unterscheidet, daß der Spiegel parallel 
der in der liichtung der Erdachse aufgestellten t'mdrehungsachse montiert ist und diese 
Achse, anstatt in 24 Stunden, in 48 Stunden eine Umdrehung auaführt. Während bei 
der gewöhnlichen Anordnung des Heliostaten wohl ein mittlerer Strahl immer in die- 
selbe Kichtung reflektiert wird, rotieren die reflektierten seitlichen, gegen den mittleren 
geneigt auf den Spiegel fallenden Strahlen um den mittleren. Dabei würde also die 
Herstellung einer photographischen Aufnahme der Konfiguration der Korona unmöglich 
sein. Dieser Übelstand ist bei der geschilderten Anordnung eines Cölostaten vermieden. 
Dieser „Koronograph“ gab einen Monddurchmesser von 19,2 cm und war für Platten 
von dem Format 70 X 80 cm eingerichtet, da die Höhe der Korona über dem Sonnen- 
bezw. Mondrande bei langen Expositionszeiten in einer Ausdehnung von mehr als 
einem Monddurchmesser erwartet werden konnte Auf eine handliche Auswechselbarkeit 
der großen Kassetten war besondere Rücksicht genommen, und es gelang, während der 
Dauer der Totalität von 3'/j Minuten im ganzen 5 Aufnahmen herzustellen von 4, 6, 
20, 37 und 62 Sekunden Expositionszeit mit einer jeweiligen Zwischenzeit von etwa 
15 Sekunden. — Außer dem großen Koronographen wurden noch drei kurzbrennw'eitige, 
feststehende Kameras benutzt. 

Zur photographischen Aufnahme der Sterne in der näheren Umgebung der Sonne 
wurde ein von Carl Zeiß in Jena gebauter „Planetensucher" benutzt, welcher aus zwei 
miteinander verbundenen, äquatoreal aufgestellten und mit Triebwerk versehenen Fernrohren 
bestand. Die beiden Rohre waren um 4,6 Grad in Uektascension gegeneinander geneigt, 
so daß man in dem einen Fernrohr die Sonne mit ihrer östlichen Umgebung bis zu 
6,5 Grad Abstand, in dem anderen die Sonne mit ihrer westlichen Umgebung in gleicher 
Ausdehnung erhielt. Auch hierbei wurde das Konstruktionsprinzip unmittelbar aus der 
gestellten Aufgabe heraus entwickelt. Es kam bei der photographischen Nachforschung 
nach der eventuellen Existenz eines heileren oder schwächeren intramerkuriellen Planeten 
neben einem großen Gesichtsfeld (bei den angewandten Platten von 50x60 cm je rd. 
50 t^uadratgrad) hauptsächlich darauf an, oin Objektiv zu benutzen, das zwar einerseits 
lichtstark genug war, um in kurzer Zeit auf der photographischen Platte schwächere 
Sterne hervorzurufen, das aber andererseits die durch das Koronalicht erzeugte Flächen- 
helligkeit in der Sonnenumgebung so stark abschwächte, daß die allgemeine Schw ärzung 
der Platte die Sternbilder noch deutlich genug hervortreten ließ. Zu diesem Zwecke 
wurden, nach dem Vorgänge der Amerikaner bei den letztvorangegangenen totalen 
Sonnenfinsternissen, Objektive von 10 cm Öffnung und 4 m Brennweite, also mit einem 
öffnungsverhältnis von 1 : 40, benutzt; jedoch wurden nicht wie bisher zwei Landschafts- 
linsen angewandt, sondern es wurde, um eine sichere Entscheidung über die best- 
geeignete Objektivsorte herbeizuführen, eine zweiteilige Landschaftslinse und ein drei- 
teiliges Objektiv in Anwendung gebracht, welche beide von der Firma Carl Zeiß hier- 
für speziell bergeBtellt wurden. Erstere zeigte außerhalb der Plattenmitte in beträcht- 
lichem Maße die bekannte Komaform der Sterne, die zweite gab eine gut kreisförmige 
Abbildung der Sterne bis zum Plattenrande hin. Es gelang, mit jedem der beiden 
Rohre zwei sich gegenseitig kontrollierende Aufnahmen von rd. 2 Minuten und von 
rd. 1 Minute ExpositionBzeit zu machen. Die allgemeine Schwärzung der Platten ist 
durchweg gering geblieben; jedoch gab das Triplet-Objektiv noch Storno S l /„. Größe 
wieder, während die Landschaftslinse nur Sterne 7 1 / 2 . Größenklasse aufwies. Be- 
züglich der übrigen vier kleineren Kameras, welche auf dein Planetensucher außerdem 
noch aufmontiert waren, muß erwähnt werden, daß mit einem Voigtländersehen, auf 
das Öffnungsverhältnis 1 ; 18 abgeblendeten Taylor-Cooke-Objektiv von 60 cm Brenn- 
weite eine Aufnahme von 3‘/ 2 Minuten Expositionszeit gelang, welche die äußeren 
Koronastrahlen bis zu einem Abstande von etwa 4 Monddurcbmessern, vom Mondrande 
gemessen, zeigt. 

Die Bestimmung der Intensitätsverhültnisse der Korona geschah zunächst auf 
optischem Wege mittelst eines direkt auf die Milte des Mondes gerichteten Weber- 
schen Photonieters. Sodann wird beabsichtigt, aus der Schwärzung der photographischen 
Platten durch Vergleich mit einer Schwärzungsprobe, die durch Bestrahlung mit dem 




Hell 5. 

i. Mir* UKW. 



Vereins* und P*r*on«anachricht«n. 



45 



Lichte einer Hefnerkerze hergestellt ist, auf die chemische Intensität zu schließen, und 
endlich wurden Strahlungsmessungen mittels Selenzellen gemacht. Eine auf die Zenit- 
gegend gerichtete, flache Ruhm ersehe Selenzelle zeigte bei der Totalität für den Zenital- 
kreis von 6° Durchmesser eine Helligkeitsabnahme von 56 Lux auf 0,6 Lux. Herr 
Ruhmer stellte der Expedition für eine zylindrische zweite Selenzelle, die von allen 
Seiten bestrahlt wurde, einen Registrierapparat zur Verfügung, welcher ebenfalls während 
der ganzen Finsternis in Funktion war und eine Helligkeitsabnahme 76 000 Lux bis 
auf 5 Lux ergab. 

Was die Ergebnisse der Beobachtungen anbelangt, so ist auf einige besonders 
interessante Eigentümlichkeiten der photographierten Sonnenkorona hinzuweisen: so auf 
den unverkennbaren Typus der Korona zur Zeit des Sonnenfleckenmaximums, auf die 
erstmalig beobachtete äquatoreale fächerartige Strahlung der Korona, auf das große 
und hohe Protuberanzengebiet am östlichen Sonnenrande und die darüber lagernden 
wolkenartigen Gebilde innerhalb der Korona u. a. m. 



Vereins- und PersonennacKrichten. 



Anmeldung zur Aufnahme in den 
Hptv. der D. G. f. M. u. O.: 

Hr. Dr. E. Ziinansky; Kgl. Eichungs- 
inspektor für die Rheinprovinz und Hohen- 
zollern; Köln (Rhein), Spichernstr. 73. 

D. G. f. M. u. O. Abteilung Berlin. 

Sitzung vom 23. Januar 1906. Vor- 
sitzender: Hr. W. Hand ko. 

Hr. Becker von der Firma R. Fueß spricht 
über Anemometer. — Die Anemometer dienen 
nicht nur meteorologischen Zwecken, sondern 
werden auch in großer Zahl zur Untersuchung 
der Bewetterung in Bergwerken und des 
Zuges bei Heizungen verwandt; man kann 
eie der Konstruktion nach in zwei Hauptgruppen 
teilen: in solche mit Zählwerken und in 

hydrostatische. — Der Grundtypus der ersten 
Art wurde vor etwa 35 Jahren von R. Fueß auf- 
genommen: ein in Steinlagern gehendes, leicht 
bewegliches Flügelrad, dessen Umdrehungen 
gezählt werden. Fueß verbesserte dann diese 
Konstruktion, indem er die Flügel aus Glimmer 
machte, der von der Atmosphäre nicht auge- 
griffen wird, und ferner das Instrument mittels 
Uhrwerks nach bestimmter Zeit selbsttätig ein- 
und wieder ausschaltete. Auf eine Anregung 
des Geh. Bergrats Schulze in Bochum be- 
seitigte Fueß eine der Hauptfehlerquellen, die 
Anfangsreibung, Indem er das Instrument durch 
einen eingebauten kleinen Ventilator antreibt, 
welcher einen Luftstrom von bekannter, kon- 
stanter Geschwindigkeit liefert; diesem wirkt 
der zu messende Luftstrom entgegen, so daß 
die Differenz beider Geschwindigkeiten abge- 
lesen wird; wenn der Luftstrom eine größere 
Geschwindigkeit als 30 m in einer Sekunde 
hat, so benutzt man das Instrument ohne 
Ventilator. Alle diese Instrumente müssen 
senkrecht auf den zu messenden Luftstrom 



gerichtet werden, was bei meteorologischen 
Apparaten so gut wie unmöglich ist; hier be- 
nutzt man deshalb die bekannten Schalonkreuze. 
— Die hydrostatischen Instrumente haben gegen- 
über denen mit Zählwerk deu Vorzug, daß sich 
ihre Konstante nicht ändert. Pi tot verwandte 
ein U-förmiges, zum Teil mit Wasser gefülltes 
Rohr, auf dessen einen Schenkel der Luft- 
strom drückt; eine solche Messung ist aber 
vom Barometerstand und von der Temperatur 
abhängig. Neuerdings stellt man solche In- 
strumente in der Nähe des Ventilators auf, 
um ein Bild von der Gesamtbewetterung der 
Grube zu erhalten. Man ist eben heut dazu 
übergegangen, die Differenz zwischen statischem 
und dynamischem Druck zur Messung zu ver- 
wenden. Solche Apparate sind zwar etwas 
groß, geben aber sehr zuverlässige Resultate, 
sie werden deshalb auch zur Ermittelung von 
j Dampfmengen bei Kesselanlagen und von 
Wassermengen bei Zentrifugalpumpen verwen- 
det. — Der Redner erläuterte seine Darlegungen 
an zahlreichen Instrumenten. An den mit großem 
Beifall aufgenommenen Vortrag knüpfte sich 
eine kurze Diskussion. 

Zur Aufnahme haben sich gemeldet die 
Mechaniker Hrn W. Michaelis (8016, Neander- 
strasse 3) und E. Marawske (C 54, Linien- 
strasse 214). 

Der Vorstand beantragt, für den Vortrags- 
abend mit Damen am 20. Februar ihm 150 M 
zur Verfügung zu stellen und ein Eintrittsgeld 
von 1 M von jedem Teilnehmer zu erheben. 
Dieser Antrag wird angenommen. 

Der Vorsitzende bittet, etwa frei werdende 
Lehrstellen bei ihm anzumelden, damit er 
gegebenenfalls Lehrlinge zuweisen könne. 

Bl 



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46 



Sitzung vom 6. Februar 1906. Vor- 
sitzender : Hr. W. Handke. 

Hr. W. Handke spricht Uber die zweck- 
mäßigste Art, die Scheiben für kleine Zahn- 
räder auszufltnnzen, worüber selbst in Fach- 
kreisen noch sehr falsche Ansichten angetroffen 
werden. 

Die Hm. W. Michaelis und B. Mb- 
rawske (Adressen s. oben) werden aufge- 
nommen. 

Hr. F. 8. Archen hold spricht über Aus- 
rüstung und Forschungsergebnisse der Sonnen- 
finsternis - Expedition der Treptow - Sternwarte 
nach Burgos (August 1905). Der Vortragende 
konnte dank der Munificenz von Carnegie die 
Expedition unternehmen; er beschreibt an der 
Hand zahlreicher Lichtbilder ausführlich die 
instrumentelle Ausrüstung, die ihm zum Teil 
von einigen Firmen leihweise zur Verfügung 
gestellt wurde (R. Fließ, HansHeele, Franz 
Schmidt & Haensch, Siemens & Halske), 
und führt sodaun die Reise nach Burgos, dio 
Art der Beobachtung und einen Teil der er- 
haltenen Resultate im Bilde vor; er schloß mit 
einem Dank an diejenigen Mechaniker, die ihm 
in selbstlosester Weise bei der Expedition unter- 
stützt batten 1 ). Bi 

Zweigverein Hamburg- Altona. Sit- 
zung vom 6. Februar 1906. Vorsitzender: 
Hr. Dr. H. Krüß. 

Als Mitglieder wurden aufgenomroen die 
Hrn. Albert Graaf io Hamburg und Paul 
Kröplin in Pinneberg. — Der Schatzmeister, 
Hr. Richard Dennert, erstattete die Ab- 
rechnung Uber dos Jahr 1905; auf Antrag der 
Revisoren wird ihm mit Dank für seine Mühe- 
waltung Entlastung erteilt. Die Neuwahl de« 
Vorstandes ergab die Wiederw ahl der bisherigen 
Mitglieder, nftmlich Hrn. Dr. H. Krüß zum 
Vorsitzenden, Hrn. Max Bekel 7Aim Schriftführer 
und Hrn. Richard Dennert zum Schatzmeister. 

Hierauf hielt Hr. A. Kittel einen Vortrag 
über das photographische Objektiv und die 
Parbenphotograpkie. Im ersten Teile behandelte 
der Vortragende die von den Abmessungen 
und der Konstruktion des Objektives ubhftngigen 
Eigenschaften, vornehmlich den Einfluß der 
Blendenwirkung auf die Tiefenschärfe und die 
Belicbtungszeit. Im zweiten Teil erörterte er 
auf der Grundlage der Wellentheorie des Lichtes 
die Li pp mann sehe Photographie in natür- 
lichen Farben, das Jolysche Rasterverfahren 
und den Dreifarbendruck. An den Vortrag 
schloß sich eine lebhafte Besprechung, worauf 
Hr. Kittel einen einfachen Entfernungsmesser 
vorzeigte und Hr. Will mann einige technische 
Fragen zur Erörterung brachte. H. K. 

') S. Weltall n. S. 145. 1905. 



Deutsche 

M echmlh er-Ztg 

Dr. Hermann Job. Phil. Sprengel ist am 
14. Januar im Alter von 71*/ 3 Jahren zu London 
gestorben. Sprengel war vor allem bekannt 
als Erfinder der nach ihm benannten Luftpumpe. 
Bei diesem Apparat erzielte er das Vakuum ln 
völlig neuer Weise durch Transport der Luft 
mittels tropfenden Quecksilbers; der Ausbau 
dieses Prinzips hat in den letzten Jahrzehnten 
fortgesetzt die Technik beschäftigt und ist wohl 
noch nicht abgeschlossen. Dank derSprengel- 
schen Erfindung ist die Herstellung der glä- 
sernen Quecksilberluftpumpen besonders in 
Deutschland zu höchster Blüte gelaugt. Indem 
man durch diesen Apparat dio erreichbare Ver- 
dünnung immer mehr steigern konnte, öffneten 
sich der Wissenschaft und Technik stets neue 
Gebiete der Forschung und Betätigung. — 
Sprengel, 1834 in Schillerslage bei Hannover 
geboren, studierte in Göttingen Chemie und 
siedelte schon 1859 nach England über. Nach- 
dem er hier zuerst in Universitfltslaboratorien 
gearbeitet hatte, wurde er 1865 Teilhaber an 
einer chemischen Fabrik. Schon 1870 konnte 
er sich von diesem Geschäfte zurückziehen, 
um sich fortan als Privatgelehrter ungestört 
seinen wissenschaftlich-technischen Neigungen 
zu widmen; in den letzten Jahrzehnten seines 
Lebens beschäftigte er sich fast ausschließlich 
mit SprengstofTtechnik. — Sprengels Ver- 
dienste wurden 1878 durch Ernennung zum 
Mitgliede der Boyal Society und 1893 von seinem 
Vaterlande durch Verleihung des Professortitela 
anerkannt. 



Kleinere Mitteilungen. 

Bin Instrument zum Zentrieren, Orien- 
tieren und Prüfen von Binnen. 

The Oft. Irutr. UmtUy 1. 3. 24. 1905. 

Der in nachstehender Figur ahgebildete 
Apparat dient zum Zentrieren sphürischer 
Linsen, zum Festtegen der Achsen von zylin- 
drischen Linsen, zur Bestimmung der pris- 
matischen Wirkung derselben, zur Prüfung von 
Linsenkombinationen u. 0 . w. 

Der Apparat besteht aus einem Stativ mit einer 
horizontalen Bank, auf welcher sich ein fester 
und zwei verschiebbare Trflger befinden. Der 
feste Trflger an dem einen Ende umfaßt ein 
Schaurohr nebst einer Blende für dos nicht 
zur Beobachtung verwandte Auge, der Träger 
am anderen Ende halt eine Scheibe, die mittels 
der auf der rechten Seite befindlichen Welle 
in Drehung versetzt werden kann; die Scheibe 
ist entsprechend der Brennweite der Linse ein- 
zustellen. Der mittlere Trflger dient als Linsen- 
halter; er umfaßt mit seinem Ring eine Glas- 



Veteins- und Personennachrichten. Kleinere Mitteilungen. 



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Heft 5. 

I. Mar 100S. 



Kleinere Mitteilungen 



47 



platte, gegen welche die zu prüfende Linse ‘ 
mittels der Hand oder in anderer Weise ge- ' 
drückt wird; au seinem Fußeist auf der linken ' 
Seite der Bank eine Schiene drehbar ango- j 
bracht, welche mehrere Nuten enthalt, in welche I 
man den Scheibentrager eingreifen laßt, um | 
diesen für die Messung von prismatischen Ab- | 
lenkungen der Strahlen auf bestimmte Ent- 
fernungen einzustellen. Am Fuße des Mittel- 
trägere befindet sich feiner ein in vertikaler 
Richtung befindlicher Arm mit drei Markier- 
stiften. Eine um den Halter dieser Stifte ge- 
legte Schnur bewirkt, daß beim Herunter- 
drücken des beweglichen Armes die drei Stifte 
eine auf der Bank befindliche Farbplatte be- 
rühren und daß beim Emporheben des Armes 
dieselben sich um den Halter drehen, so daß 
sie sich gegen die Linse richten und auf dieser 
drei Funkte markieren. Der mittlere Funkt 




bezeichnet den optischen Mittelpunkt der Lins« 
und die Gesamtheit der drei Punkte die hori- 
zontale Richtung. Die drei Markierstifte sind 
in den Halter federnd eingesetzt, so daß sie sich 
den Krümmungen der Linse anpassen können. 

Um eine sphärische Linse mit dieser Vor- 
richtung zu markieren, hat man sie auf dem 
Linsenhalter in eine solche Stellung zu bringen, 
daß beim Hindurchsehen durch das Schnurohr 
das mittlere Kreuz der Scheibe sich im Ge- 
sichtsfelde innerhalb der Linse und außerhalb 
derselben stetig fortsetzt. In ähnlicher Weise 
lassen sich die Achseu einer zylindrischen Linse 
festlegen, indem man die Scheibe so lange 
dreht, bis das Mittelkreuz mit den Linsen- 
achsen zusammenfällt. Für die Messung der 
prismatischen Ablenkung dienen die in zwei 
Quadranten vertikal schraffierten Rechtecke. 
Boi bestimmt eingestellter Entfernung der 
Scheibe von der Linse gibt die Verschiebung 
der vertikalen Striche durch die Linse ein 
Maß für die prismatische Ablenkung. 

Die Vorrichtung wird angefertigt von der 
Standard Optical Uy. zu Goneva im Staate I 



Now-York und ist patentiert auf den Namen 
Chauncey W. Howland. Mk. 

Explosion einer SauerstofTilusche. 

Zeitsehr . d. Ver . d. Ing . 49. S. 893. 1905. 

Vor kurzem explodierte im Technikum Win- 
terthur (Schweiz) eine Sauerstoff - Stahlflasche, 
wobei eine Person, der Laboratoriumsdiener, go- 
tötet,eineAnzahl verletzt und großer Materialscha- 
den angerichtet wurde. Nach der Schweizerischen 
Bauzeitung ist nunmehr die Ursache dieser 
Explosion wie folgt festgestellt. 

Die Untersuchung des Inhaltes einer gleich- 
zeitig bezogenen zweiten Flasche, welcher mit 
dem der explodierten nach Augabe der Fabrik 
übereinstimmen mußte, ergab, daß der Sauer- 
stoff stark mit Wasserstoff vermengt war, die 
Flasche somit statt reines Sauerstoffes Knall- 
gas enthalten hatte. Zur Zeit der Explosion 
war das Versuchsmanometer auf die Flasche ge- 
schraubt, wobei die Verbindung mit Piberringen 
abgedichtet war. Die Überreste dieser Ringe 
waren teilweise verkohlt und enthielten kleine 
Reste von Schmieröl. Nun ist es bekannt, daß 
Bich Schmieröle in verdichtetem Sauerstoff oder 
sauerstoffreichen Gasgemengen leicht entzünden 
können. Offenbar hat der verunglückte Labo- 
ratoriumsdiener den noch vorhandenen Inhalt 
der Flasche messen wollen und zu dem Zwecke 
das Manometer aufgesebrauht, das bei sonstiger 
Verwendung nicht angesetzt wird. Sobald er 
das Ventil öffnete, hat sich das Schmieröl in 
dem komprimierten Knallgas entzündet und die 
Explosion ist erfolgt. 



Eine Genossenschaft „Urania“ hat sich in 
Zürich gebildet zur Errichtung einer Volksstcrn- 
warte, die schon im Laufe des kommenden 
Sommers dem Betrieb übergeben werden soll; 
sie wird nach den Planen von Prof. Gull im 
Zeutrum der Stadt errichtet, an der bereits 
Uraniastraße genannten neuen Verbindung der 
Bahnhofstraße mit dem Limmatquai. 

Das Hauptinstrument, ein parallaktisch mon- 
tierter Refraktor von 30 cm Objektivdurchmesser 
und nuhezu t> m Lange, wird von Carl Zeiß 
gebaut; es erhalt 8 Okulare von 40- bis 1000- 
maliger Vergrößerung; die Kuppel wird einen 
lichten Durchmesser von 8,5 m haben. 

Tagsüber soll das Fernrohr zur Beobachtung 
des großartigen Alpenpanoramas dienen, dessen 
Bich Zürich erfreut, zu welchem Zweck es mit 
einem Zeißschen Umkehrprisma ausgerüstet 
wird. Der Eintrittspreis wird tagsüber 1 fr. 
und bei Nacht 1,50 fr. betragen. Die Adresse 
des Instituts ist bis zur Eröffuung: Zürich, Bahn- 
hofstr. 51. 



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18 



Kleinere Mitteilungen. Glastechnisches. 



Deutm-he 

Merhaniker-Ztg. 



Das KyfThäiiser-Technikum in Kranken- 
hausen a. K. wird im 20. Semester seines Be- 
stehens eine große Maschinenhalle für die neue 
Kachahteilung für den Bau von landwirtschaft- 
lichen Maschinen errichten. In deren Itnumen 
wird auch das mit Versuchsmoachinen aller Art 
ausgestattete maschinell- und elektrotechnische 
Laboratorium Platz linden. 

Die Bausumme ist bereits vom Stadtrate be- 
willigt, so daß die Benutzung dieser reichhaltig 
ausgestatteten Vorsuchsrftume im .Jahre 1906 
ihren Anfang nehmen dürfte. An die Anstalt, 
die unter direkter staatlicher Aufsicht atoht, 
ist eine Baugewerkschule mit Tiefbauabteilung 
angegliedert. Das Sommer- Semester beginnt 
am 18. April; die Direktion erteilt gerno ge- 
nauere Auskunft. 



Glastechniaches. 

Die amerikanischen 
PrUfungsbeHtlnmnmgen für 
Thermometer. 

( Fortutaung.) 

Haupt normal- Thermometer. 

AU Hauptnormal-Thermometer ( primär y 
Standard, thermometer) wird ein solches 
Thermometer bezeichnet, das in sich selbst 
eine Temperaturskala umfaßt. Diese Ther- 
mometer müssen deshalb auf ihrer Skala 
die beiden festen Punkto 0° und 100" 
haben. Erfahrungsgemäß ist die geeig- 
netste Dünge für einen Grad bei Houpt- 
normal-Thermometem im Intervall 0° bis 
100° ungefähr 6 oder 7 mm, nicht weniger 
als 5 mm: für die hohen Temperaturen 
darf die Gradlange geringer sein. Um die 
Thermometer nicht ungebührlich lang 
werden zu lassen, kann die Skala des 
Hauptnormal-Thermometera nur denjenigen 
Umfang haben, für den es gebraucht 
werden soll, z. B. 0° bis 50° C, 100“ G 
bis 200° C u. s. w. Es muß jedoch so kon- 
struiert sein, daß es mit Hilfe passend ein- 
geschalteter Erweiterungen in der Röhre 
die beiden Fixpunkte enthalt, und ferner 
so, daß das Volumen irgend eines Teils 
der Röhre auf das Fundamentalvolumen 
zwischen 0° und 100° C bezogen werden 
kann. 

Wenn eine Anzahl solcher Thermo- 
meter sub derselben Glasart derselben Be- 
handlung ausgesetzt wird, so sollten sie 
gut untereinander übereinstimmen und 
würden dazu dienen, eine bestimmte Tem- 
peraturskala für diese besondere Ginsart 
darzustellen. Wenn ferner die durch diese 



Glasart definierte Skala vorher mit der 
Gasthermometer-Skala verglichen worden 
ist, so würde es dann möglich sein, die 
Angaben des Quecksilbers in Glastbermo- 
metern als Temperaturen in der Normal- 
Gaslhermometer-Skala auszudrücken. 

Die Skalen, welche durch eine Reihe 
der besten Thermometergläser {verre dur, 
Jena 16 Jena 59 ln ) dargestellt werden, 
sind mit der Wasserstoffskala des Inter- 
nationalen Bureaus verglichen worden, so 
daß die Angaben der Hauptnormal-Thprino- 
meter aus diesen Glasarten benutzt werden 
können, um Temperaturen in der Inter- 
nationalen Wasserstoffskala zu messen. 

Wie vorstehend gesagt, sollen aus der- 
selben Gla8sorte hergeatellte Thermometer 
untereinander übereinstimmen; damit dieses 
aber der Fall ist, müssen die Thermometer 
in jeder Hinsicht vollkommen sein, was 
jedoch in der Praxis nicht zu erreichen ist. 
Sie müssen deshalb in der Weise herge- 
stellt sein, daß die erforderlichen Kor- 
rektionen sicher bestimmt und angewendet 
werden können. 

Hierzu sind folgende Bedingungen nötig. 
Die Dünge eines Grades soll im allge- 
meinen 5 bis 7 mm betragen, die Strich- 
dicke darf nicht größer als 0,1 des kleinsten 
Intervalls sein, die Teilung soll gleich- 
müßig sein. Die Differenz in den Kaliber- 
korrektionen darf nicht mehr als 0,3° C 
betragen, der Fehler des Fundamental- 
intervalls nicht mehr als 0,1 0 (7. Die Röhre 
des Thermometers muß durchsichtig sein, 
so daß die parallaktische Unsicherheit 
durch Ablesungen vor und hinter der 
Teilung vermieden werden kann. Der Ge- 
brauch von belegten Röhren ist daher für 
Hauptnormal-Thermometer nicht zulässig. 

Gebühren. (Verzeichnis 31) 

Dollar 

а) Kalibrierung mit einem Queck- 
silberfaden 5,00 

б) Kalibrierung nach der Neu- 

mann-Thiesenschen Methode 
in Intervallen von 5° und 
Unterkalibrierung jedes Inter- 
valls von 2 zu 2° . . 20,00 

c) Bestimmung des Koeffizienten 

für inneren und äußeren Druck 5,00 

d) Bestimmung des Fundamental- 

intervails 5,00 

Tic/firuditie Thermometer. 

Zur Messung von Temperaturen unter 
— 30° C sind geeignet: Alkohol, Toluol, 
Petroläther und Pentan in GlaBtbermometem, 
Kupfer- Konstantan -Thermoelemente sowie 
elektrische Widerstandsthermometer. 



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Heft S. 
I. Mttrz 1 



Glastechnieche«. 



49 



Der niedrigste Grad für Alkoholthermo- 
meter ist ungefähr — 70° C, für Toluol- 
thermometer ungefähr — 90° C, für Petrol- 
äther- und Pentanthermometer ungefähr 
— 200 0 C. (Für Petrolfttherthermometer ist 
besser — 150° C zu nehmen. Der lief.) 

Nach den Untersuchungon von Chappuis 1 ) 
können Alkoholthermometer, welche mit ver- 
schiedenen Proben als chemisch rein bezeich- 
neten Alkohols gefüllt sind, in ihren Angaben 
um 1 0 C voneinander differieren, wahrend bei 
Toluolthermometern die Unterschiede 0,04° C 
nicht überschreiten. 

In dem Zirkular werden dann ferner einige 
Anweisungen über die Herstellung der Skalen 
für die tiefgradigen Thermometer gegeben, auf 
die hier aber nicht eingegangen werden soll. 
Sie sind entnommen der oben zitierten Ab- 
handlung von Chappuis, ferner den Abhand- 
lungen von Kohlrausch 2 ), Holborn 3 ) und 
Rothe 4 ). 

Eine wichtige Vorsicht ist beim Gebrauch 
dieser tiefgradigen Thermometer zu beachten, 
indem sie langsam ahzukühlen sind und zwar 
zunächst nur das Gefäß, spater erst die Röhre; 
andernfalls wird der Meniskus starr und haftet 
an den Wftnden fest, so daß Tropfen hangen 
bleiben. 

Hochgradige Thermometer. 

Bei Quecksilberthermometern zum Ge- 
brauch über 275® C (525° F) muß der 
Raum über dem Quecksilber ein trockenes 
Gas (Stickstoff oder Kohlensäure) unter 
Druck enthalten, um das Quecksilber am 
Sieden zu verhindern. 

Zur Herstellung der hochgradigen Thermo- 
meter sind zwei Methoden im Gebrauch. Ent- 
weder bringt mnn am Ende der Kapillare eine 
kleine Erweiterung an und füllt den Raum 
Uber dem Quecksilber bei Atmospharendruck, 
wobei sich dann die steigende Quecksilbersäule 
den erforderlichen höheren Druck von selbst 
schafft, oder man nimmt eine große Erweite- 
rung, dio dann von vornherein mit Gas unter 
erhöhtem Druck gefüllt wird. Bei Tempera- 
turen von 550° C (1000° F ) muß der Druck 
dann ungefähr 20 Atm betragen. 

Thermometer zum Gebrauch über 425° C 
(775° F) werden jetzt allgemein aus Jenaer 
Borosilikatglas 59hl oder aus dem Jenaer Ver- 
bronnungsröhronglas hergestellt. Es worden 
viele gewerbliche Thermometer in komplizierten 
Formen hergestellt, mit Schutzrohr, Luftmaute! 
oder nndereu Kunstgriffen, um den Gebrauch 
von leichter schmelzbaren, mit Emailstreifen 

*) Zeit» ehr. f. Imtrkde. 14. 8. 141. 1994. — 
2 ) Wied. Am • 60. S. 463 1897. — *) Ann d. 
Phys. 6. S 255 1901 — 4 ) Zeit* ehr. f. Instrhh *42, 
8. 192. 1902; 24. S. 47. 1904. 



belegtem Glas in Verbindung mit den Ge- 
fäßen aus Hartglas möglich zu machen. 
In vielen Füllen gibt dies den Vorzug leicht 
ablesbarer Skalen, was dio Komplikation recht- 
fertigen mag, aber wegen der Einfachheit der 
Konstruktion und der größeren Genauigkeit ist 
dio Verwendung des Hartglases für das ganze 
Thermometer oft wünschenswert. 

Thermometer aus geschmolzenem Quarz, mit 
Gas von 60 /lfm über dem Quecksilber gefüllt, 
können bis 700° C gebraucht werden. (Nach 
den neueren Untersuchungen der Reichsanatalt 
ist es nicht geraten, die Quarzthermometer in 
so hohen Temperaturen zu benutzen, da die 
Widerstandsfähigkeit der Gefäße aus Quarz oder 
Glas gegen Druck in höherer Temperatur stark 
abnimmt. Nach Versuchen von Dr. O. Schott 
hielten Wasserstamlsröhren aus jedem Glas 
kalten Druck von 300 bis 4<i0 Atm aus, wahrend 
sie bei einer Temperatur von 240° nur einem 
Druck von 35 /lfm standhielten. Der Bef.) 

Laboratoriumthermometer and Thermo- 
meter für besondere Zwecke. 

Unter dieser Bezeichnung werden kurz 
zusammengefaßt die meisten Thermometer 
der gebräuchlichsten Typen, einschließlich 
der Normale zweiten Grades und der Ar- 
beitanormale, die auf weniger als 0,01 0 
zuverlässig sind, und gewöhnliche Thermo- 
meter mit 1° oder 2° Genauigkeit. Beispiele 
für Thermometer zu besonderen Zwecken 
sind Maximum- und Minimumthermometer, 
Kalorimeterthermometer, Siedethermometer 
(Hypsometer), Tiefseethermometer u. a. m. 

Gebühren. (Verzeichnis 32) 
a) Bestimmung der Korrektionen Dollar 
innerhalb 80° und + 100" C 
mit einer Genauigkeit von 0,01° 
oder 0,02°, oder so genau, wie es 
die Konstruktion der Thermo- 
meter zuläßt, für jeden Punkt . 0.20 
fe) Dgl. bei 6 St. oder mehr . . 0,10 

c ) Bestimmung der Korrektionen auf 
0,1° oder 0,2°, für jeden Punkt 0,15 

d) Dgl. bei 12 St. oder mehr . . 0,075 

e) Bestimmung der Korrektionen 
auf 0,1" oder 0,2° von 100" bis 
250° (7, mit etwas geringerer Ge- 
nauigkeit in höheren Tempera- 
turen, für jeden Punkt . . . 0,50 

/) Bestimmung der Korrektionen 
zwischen 100° und 550° C auf 
1° oder 2°, für jeden Punkt . 0,30 
a) Dgl. bei 6 St. oder mehr . . 0,20 

h) Bestimmung der Korrektionen 
von Alkohol-, Toluol-, Petrol- 
äther- und Pentanthermometern, 
unter — 30 0 G', für jeden Punkt 1,00 



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Glastechniach« — BUcherachau. 



Üauim-he 

Meehaoiker-Zte. 



50 



Gewerbliche Thermometer. 

Hierunter werden zusammengefaßt die 
Thermometer, deren Konstruktion den be- 
sonderen Anforderungen der Industrie an- 
gepaßt ist, z. B. für Rauchgase, Dampf- 
kessel, Destillationsprozesse, ferner Winkel- 
thermometer und Ähnliche. 

Die Gebühren für die Prüfung dieser 
Art Thermometer httngen von dem Skalen- 
umfang und der Konstruktion des Instru- 
ments ab. Wenn die Prüfung mit den ge- 
wöhnlichen Einrichtungen ausgeführt werden 
kann, so sind die Gebühren dieselben wie 
im Verzeichnis 32. 

(#Vfc*k umg folgt) 



Gebrauchsmuster. 

Klasse: 

42. Nr. 267 280. Pipettenfläschchen, bei welchem 
die Pipette mit einer glockenförmigen Kappe 
versehen ist, die auf den Hals des Fläschchens 
aufgeschliffen ist. E. Buhlit», Stolp i. Pomm. 
6. 11. 05. 

Nr. 267 285 Apparat zur Bestimmung des 
spezifischen Gewichtes des Gases mit zwei 
kugelförmigen Glaagefäßen und einem Stativ 
mit zwei verschieden hohen Trägem. W. 
Müller, Krefeld. 14. U. 05. 

Nr. 207 666. Kombinierte Saug- und Wasch- 
flasche mit Drei wegehahn und einem bis auf 
den Boden ragenden Rohre. A. Schuster, 
Steinebach, Post Gebhardshain. 14. 10. 05. 

Nr. 268 359. Thermometorakalo mit abwechselnd 
auf beiden Seiten der Kapillare angeord- 
netor Teilung. Gebr. Fritz, Schmiede- 
feld i. Thür. 18. 12. 05. 

Nr. 268 979. Vorrichtung zur doppelten Sauor- 
stoffzuführung bei der vereinfachten Ele- 
mentaranalyse, bestehend aus einem an dem 
einen Ende erweiterten Kapillarrohr mit 
übergeschobonem T-Rohr. M. Deimstedt, 
Hamburg. 8. 11. 05. 

Nr. 269 008. Glasflasche mit .Mensursinteilung. 
A. Neu mann, Popelken. 14. 12. 05. 

Nr. 269 069. Automatisch verschließbares 
Qucckailber-Tropfgefäß mit Gewichtsangabe. 
8. Brun h Öl» 1, Traunstein. 17. 10 05. 

Nr. 269 243. Im Querschnitt halbrund geformtes 
Präparatenglas mit an einem Ötimende an- 
geordneter Verschließöffnung. Deutsche 
Lehrmittel- Gesellschaft, Berlin. 14. 12. 
05. 

Nr. 269 778. Gärungs - Saccharometer mit 
Schlauchverbindung zwischen Gärungs- und 
Meßgefäß und einer öligen Flüssigkeit im 
Meßrohr. Th. u. R. Lohnstein, Berlin. 
16. 12. 05. 



Bücherschau. 



O. Lueger, Lexikon der gesamten Technik. 

2. neu bearb. Auflage. Band 2. 80 800 S. 
mit zahlreichen Abb. 25,00 M . , Einband- 
decke 3,00 M. 

Der 2. Band umfaßt Biegungsnchse bis 
Dollieren; er enthält eine große Reihe von 
Artikeln, die speziell für den Mechaniker von 
Interesse sind, z. B. Bogenlampen, Bohrma- 
schinen, Brünieren, Chronoskope, Dichte, 
Distanzmesser u. s. w. Der Inhalt der Artikel 
wird unterstützt durch die ausführlichen Quellen- 
angaben; nur wäre zu wünschen, daß die 
schwerer zugänglichen Quellen nicht nur zi- 
tiert, sondern etwas mehr verarbeitet werden, 
damit man eich ohne das lästige, an kleineren 
Orten oft unmögliche Aufsuchen der Original- 
arbeiten informieren kann. Als Kuriosum sei 
erwähnt, daß der Verf. des Artikels Chrono- 
skope als Adresse der Fueßschon Werkstatt 
immer noch Berlin, Alte Jakobstraße, angibt. 
Diese Bemängelungen an Einzelheiten sollen 
natürlich nicht den hohen Wort in Zweifel 
ziehen, den das Werk im ganzen hat — Zu den 
Mitarbeitern gehört übrigens auch Hr. Prof. 
Ambronn in Göttingen, wie aus seiner Unter- 
schrift unter einzelnen Artikeln zu ersehen ist 
(alle Artikel tragen erfreulicherweise die Unter- 
schrift der Verfasser); das Verzeichnis der Mit- 
arbeiter enthält leider diesen für unser Fach 
so wertvollen Namen nicht. Bi 

C. Michalke, Die vagabundierenden Ströme 
elektrischer Bahnen. 8°. VI, 85 S. mit 34 Abb. 
Braunschweig, F. Vieweg & Sohn 1904. 
(Heft IV von G. Benischke, Elektrotechnik 
in Einzeldarstellungen) 2,50 geb. in 
Leinw 3,00 M. 

Die Erdrückleitungen der Starkströmen- 
lagen, insbesondere der elektrischen Bahnen, 
haben unangenehme Folgeerscheinungen ge- 
zeitigt. Namentlich sind es die Gas- und 
Wasserleitungsanlagen, die durch die Erdströmo 
korrodiert werden, die Telegraphen- und Tele- 
phonanlagen, in welche die vagabundierenden 
Ströme eindringen, und die magnetischen Stö- 
rungen, denen die Apparate der Physiker aus- 
gesetzt sind. Der Verf. hat die seither er- 
schienenen Arbeiten über diese Erscheinungen 
und die Abwehr der störenden Einflüsse in 
übersichtlicher Weise zusammengestellt und 
ergänzt. Die Darstellung ist unter Benutzung 
elementarer mathematischer Hilfsmittel klar 
und läßt Sorgfalt und eingehendo Sachkenntnis 
erkennen, so daß das Werkchon allen Interes- 
senten bestens empfohlen werden kann. 

E O 



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Bort Y 

1. Miln 190«. 



Patentschau. 



51 



Patentoohau. 

Ofen lör schmelzflüssiges Glas mit beweglichem Beb 

The Toledo Glass Cy. in Toledo. V. St. A. 16. 6. 

Nr. 155 051. Kl. 32. 

J stellt in der Draufsicht einen Behftlter für sei: 
flüssiges Glas dar, welcher unabhängig vom Ofenmauerwi 
um eine mittlere Achse gedreht werden und nötigenfalls 
den Oberlauf F aus einem festen SchmelzbehAlter mit 
schmelze gespeist werden kann. Auf diese Weise ist bei 
Glnsoberflilche zwecks Aufuehmens von Glas freigelegt 
die Glasoberflttche in Berührung mit dem kalten Aufnahmi 
oder dgl. ahgeschreckt wird , wird die Bntnahmestelle 
Drehung des Behälters nach der Entnahme wieder ii 
Heizraum eingeführt. Bei jeder Bewegung des Behälters ge- 
langt ein neuer Teil b der Glasobcrflftche ins Freie, wahrend ein zuvor freigelegter Teil wieder 
in don Heizraum eintritt und dort angewftrmt wird. 

Bilderwechselvorrichtung für Projektionsapparate u. dgl. C. Zeiß in Jena. 12. 1. 1904. 

Nr. 155 315; Zus. z, Pat. Nr. 135 063. Kl. 42. 

Zur Wiederherstellung der richtigen Entfernung zwischon dem Objektiv h und dem 
Bild beim Wechseln der Bilder ist 
weder das Objektiv noch das Bilder- 
halterpaar unter Erhaltung des Ab- 
standes zwischen seinen Ebenen, son- 
dern nur der eine Bildhalter k l oder 
der an ihm angebrachte eigentliche 
Trflger des Bildes in der Richtung 
dos Lichtkegels verschiebbar. 

Einrichtung zur Fernübertragung von Zeigeratellungen mittels Gleichstromes. E. Ziehl in 
Berlin. 27.8.1901. Nr. 155350. Kl. 74. 

Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Fernühortragung von Zeigerstellungen 
mittels Gleichstromes mit aus einem Widerstandsschalter bestehenden Geher und einem nach 
Art eines Mehrphasensystems mit diesem durch drei hezw. vier Fernleitungen verbundenen 
Empfänger, in welchem die Lage eines resultierenden magnetischen Feldes sich entsprechend 
der Stellung des Gebers ftudert. Das 
Neue besteht darin, daß zur Erzielung 
oinea proportional vergrößerten oder 
verkleinerten Zeigerausschlages im 
Empfänger entwoder der Geberwider- 
stand oder die Empfangerwicklung, 
statt auf einem in Bich geschlossenen 
Vollkreis, bogenförmig angeordnet 
ist. Das beim kreisförmigen Instrument zwischen dem Winkolabstand der Schleifbürsten b c 
hezw. der Ankerpole k und demjenigen benachbarter Abzweigpunkte bestehende Ver- 
hältnis ist beizubehalten. Das bogenförmig ausgeführte Instrument muß an mehr als drei bezw. 
vier Punkten abgezweägt werden, von denen immer der dritte bezw. vierte auf einen Abzweig- 
punkt folgende wieder an dieselbe Fernleitung anzuscbließen ist. 

Maximalthermometer. M. Messerschmidt in Elgersburg i. Th. 2. 12. 1903. Nr. 155707. Kl. 42. 

In einem in die Kapillare verjüngt übergehenden QuecksilbergefAße ist frei beweglich 
ein nach oben zugespitzter Schwimmkörper angoordnet. Beim Aufstoßen des Thermoraeter- 
gefnßes auf die Hand oder Tischplatte dringt der Stift nach oben und %’erschlioßt die Kapillare, 
so daß das Quecksilber in seiner Maximalhöhe festgebalten wird. Nach dem Ableaen wird das 
Thermometer auf den Kopf gestellt und angestoßen, so daß der Stift die Verbindung der Kapillare 
mit dem Quecksilbcrgefüß freigibt. Das Entfernen des Stiftes aus der Kapillare kann auch mit 
Hilfe eines Magneten geschehen. 






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Deutsch« 

Mechanlker-Zig. 



52 Patentschau — Patenteste. 



Spiogelstei coskop für beliebig groflse Halbbilder. W. Manchot in Frankfurt a. M. 3. 4. 1902. 
Nr. 154 908. Kl. 42. 

Damit der reflektierte Hauptsehstrahl die verwiegten Halbbilder eines stereoskopischen 
Bildes, das ebenso groß ist wie die Halbbilder, lotrecht und in deren perspektivischen Augen* 
punkten trifft, werden die Objoktspiegel der Größe der Bilder entsprechend in einer zur Bild- 
tläche parallelen Richtung verschoben. 

Aalhängevorrichtung ihr die Rose von Lultkompassen mittels Fäden 
oder Drähte. F. J. F. Lerne ko in Stockholm. 8. 12. 1903. 

Nr. 155 751. Kl 42. 

Die Fassung des Steines a und der Ring d in der Mitte der 
Rose b sind durch senkrecht angeordnete Fäden oder Drähte c mit 
einander verbunden, um die Standfllhigkeit der Rose zu erhöhen. 




Patentliste. 

Bis zum 12. Februar 1906. 

Kl«,«««: Anmeldungen. 

21. B. 37 018. Vorrichtung zur Erzeugung dia- 
magnetischer Wirkungen. H. du Bois, 
Berlin. 25. 4. 04 

F. 19 196. Verfahren und Vorrichtung zur 
Fernsichtbarmachung von Bildern und Gegen- 
ständen mittels Selenzellen, Dreifarben- 
filter und Zerlegung des Bildes in Punkt- 
gruppen durch Spiegel. W. v. Jaworski, 
Hagen i. W., u. A. Krankenstein, Berlin. 
19. 8. 04. 

39. W. 23 654. Metallisch elastischer Stoff, be- 
stehend aus dor innigen Verbindung von j 
Kautschuk, Guttapercha oder ähnlichen Stoffen 
mit feinen metallischen Spänen. F. G. 
Walker, Liverpool, Engl. 28. 3. 05. 

42. B. 39 193. Hyperbolischer Reflektor mit vor- 
geschalteter Linse. Sociätö Bosnard, 
Maris & Antoine, Paris. 14. 2. 05. 

H. 36 489. Einrichtung zur Erzeugung von 
Resonanzschwingungen fester elastischer 
Körper zu Frequenzmessungen. Hart- J 
mann & Braun, Frankfurt a. M. 13.11.05. 

M. 26 647. Himmelsglobus. F. Malina, Wien. 
23. 12. 04. 

M. 27 909. Vorrichtung zur Aufzeichnung der 
Lichtstärke unter verschiedenen Neigungs- 
winkeln mit Hilfe eines Selenphotometers. 
B. Monas ch, Berlin. 24. 7. 05. 

8. 19 735. Entfernungsmesser. V. Sapo- 
retti, Mailand. 28. 6 04. 

Sch. 23 340. Aus Blech gezogene Prismen- 
stühle für Prismenfernrohro. W. Schöne- 
wolf, Friedenau-Berlin. 10. 2. 05. 

W. 24 676. Zeigerthermometer mit selbst- 
tätiger Berichtigung der Zeigerstellung. 
Wegener & Mach, Quedlinburg. 28. 6. 05. 

74. Sch. 23 006. Vorrichtung zum Anzeigen 
von plötzlichen Temperaturunterschieden 
und von Höchsttemperaturen. F. Schodde, 
Berlin. 1. 12. 04. 



Erteilungen. 

21. Nr. 169 109 Vorrichtung zur Einstellung 
von Motor-Amperestundenzählem für ver- 
schiedene Spannungen. Isaria - Zähler- 
Werke, München. 29. 4. 05. 

Nr. 169 257. Verfahren zur Herstellung ein- 
zelner Zungen und skalenartig ahgestimmter 
Zungenkämme aus Federbändern für Reso- 
nanzapparate; Zus. z Pat. Nr. 166 608. 
Hartmann & Braun, Frankfurt a. M. 
7. 5. 05. 

Nr. 169 335 Elektrolytischer Gleichrichter. 
O. de Faria, Paris. 16. 4. 05. 

32. Nr. 168 574. Verfahren zur Erzeugung von 
blasenfreier Quarzglassrhmelze im Schmelz- 
ofen. J. Bredel, Höchst a. M. 27. 11. 04. 

42. Nr. 168 754. Titriervorrichtung. R König 
u. Th. Meyer, Gelsenkirchen, 18. 9. 04. 

Nr. 168 976. Prismendoppelfernrohrgehfluse, 
das die Gelenkarme trägt. C. Zeiß, Jena. 
2. 2. 05. 

Nr. 168977. Sphärisch, chromatisch und astig- 
matisch korrigiertes photographisches Ob- 
jektiv. O. Simon, Dresden - Striesen. 
29. 4. 02. 

Nr. 168 999. Hohlspiegel aus Glas für Schein- 
werfer u. dergl. C. Zeiß, Jona. 26. 5. 05. 

Nr. 169 385. Einstellvorrichtung für Einsatz- 
nadeln von Zirkeln. G. Schoenner, Nürn- 
berg. 7. 9. 05. 

67. Nr. 169 393. Maschine zum Schleifen von 
Linsen u. dergl D. S. Thompson, Liver- 
more Falls, Maine, V. St. A. 13. 11. 04. 

74. Nr. 169 154. Verfahren zur Bestimmung 
der Entfernung von metallischen Gegen- 
ständen (Schiffen o. dergl.), deren Gegen- 
wart durch das Verfahren nach Pat. 
Nr. 165 546 festgeatellt wird; Zus. z. Pat. 
Nr. 165 546. Ch. Httlsmeyer, Düsseldorf, 
11. 11. 04. 



Für die Redaktion rerant wörtlich: A. Blanchke ln Berlin W. 

Verlag von Jollue Springer ln Berlin N. — Druck von Kall Drejer ln Berlin 8W. 



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Deutsche Mechaniker-Zeitung. 

Beiblatt zur Zeitschrift für Instrumentenkunde 

und 

Organ für die gesamte Olasinstrumenten- Industrie. 
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik. 

Redaktion: A. Blaschke, Berlin W 30, An der Apostelkirche 5. 



Heft 6. 15. März. 190ß. 

Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion gestattet. 



Ober die neuere Entwicklung der nautischen Instrumente. 

Vortrag, 

gehalten auf dem 16. Deutschen Mechanikertage zu Kiel am 4. August 1905, 

von 

Dr. E. Kohlnohüttor ln Berlin. 

(Fortulaung) 

Damit hatten wir die Instrumente, die bei der Ortsbestimmung auf hoher See 
gebraucht werden, erschöpft und stellen uns nunmehr vor, daß das Schiff sich dem 
Bestimmungshafen ntthert. Sobald als möglich wird seine genaue Lage nach Land- 
objekten festgestellt, wobei in erster Reihe der Peilapparat des Kompasses oder die 
Peilseheibe in Tätigkeit tritt. Einschneidende Veränderungen sind an diesen einfachen 
Apparaten nicht recht möglich. Der neue Peilapparat der Kais. Marine von 0. Bamberg, 

den Fig. 12 zeigt, hat 
ein ganz schwach ver- 
größerndes Fernrohr be- 
kommen, dessen Nutzen 
und Notwendigkeit noch 
ausprobiert werden. Eine 
neue Peilscheibe für 
Tag- und Nachtgebrauch, 
die ebenfalls noch im 
Versuchsstadium sich be- 
findet , wird wie die 
Kompaßrose der neuen 
Kompasse durch eine 
elektrische Lampe von 
unten erleuchtet. 

Eine bessere Sicht- 
barmachungdes Objektiv- 
diopters, als es durch 
die gebräuchlichen, mit 
Leuchtfarbe gestrichenen 
Fäden möglich ist, be- 
zwecken mehrere von 
österreichischen Linien- 
Bchiffsfähnriclien konstru- 
ierte Nuchtpeilapparate 1 ). 

Ein Vorschlag, die 
Peilscheibe unabhängig 
vom Diopterlineal dreh- 
bar zu machen, der mir recht zweckmäßig erscheint, rührt vom Commander Fiske 1 ) her. 
ln engen und gewundenen Fahrwassern, wo das Peilen schnell gehen muß, wird das 
Objekt ohne Rücksicht auf die Stellung der Peilscheibe angepeilt, während der Steucr- 

1) J Utt. a. ä- Geb . d. Seewesens 211. S. 9if7. 189N und 20, S. f8. 1901. — - : ) Proceed. V. S . 
Aocuf hui. 27. S. .7 71. 1901. 




Fl*. 1J. 



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64 



E. Kohlichtllter, Übet die neuere Entwicklung der neutlechen Instrumente. Mech*niker-Ztir 





mann den in diesem Augenblick anliegenden Kurs aussingt. Nach beendeter Peilung 
wird die Peilscheibe auf diesen Kurs eingestellt, wobei das Diopterlineal auf dem Kessel- 
rand fest stehen bleibt, und dann wird die Peilung abgelesen. Das Peilen soll mit 
dieser Vorrichtung ohne jeden Zeitverlust und viel schneller vor sich gehen, als bei 
der gewöhnlichen Art der Be- 
nutzung der Peilscheibe. Es wäre 
zu wünschen, daß auch in Deutsch- 
land damit Versuche gemacht 
würden. 

Zum bequemeren Absetzen 
der gepeilten Richtungen in der 
Karte, die mit Transporteur und 
Parallellineal, Rollineal oder Drei- 
eckspaar zu erfolgen pflegt, hat 
Dr. Pulst 1 ) den von Plath in 
Hamburg ausgeführten Vorschlag 
gemacht, eine Halbkreisteilung auf 
den aus durchsichtigem Zelluloid rig ia. 

hergestellten Dreiecken selbst an- 
zubringen, um den Transporteur zu sparen. Fig. 13 zeigt ein solches Dreieck, Eine 
Verbesserung dieser Dreiecke hat Hr. Kartograph Pellehn angegeben 1 ), indem er die 
ebenfalls auf der Unterseite des Zelluloiddreiecks eingravierte Teilung mit einem weißen 
undurchsichtigen Kack abdeckte, so daß die Teilung in der detailreichsten Karte doch 
immer deutlich auf einfarbigem 
weißem Untergrund sichtbar bleibt. 

In Fig. 14 ist ein solches Drei- 
eckspaar-) abgebildet; die Teilung 
des zweiten Dreiecks , die von 
180° bis 360° lauft, ist der Ein- 
fachheit wegen fortgelassen. 

Für die Ortsbestimmung 
durch Rückw&rtseinschneiden oder 
Doppelwinkelmessung, wie sie an 
Bord genannt wird, kommen die 
bereits früher erwähnten Verbesse- 
rungen der Spiegelinstrumente in 
Betracht: Hebel festsetzung der Al- 
hidade. die die Benutzung der 
Feinschraube in vielen Fallen un- 
nötig machen wird, und Vorrich- 
tungen an Sextanten und Oktanten, 
um damit Winkel bis zu 180° 
messen zu können. 

Die Genauigkeit der Spie- 
gelinstrumcnte geht aber für diesen 
Zweck viel zu weit, und deshalb 
kann man durch Aufgeben des un- 
nötigen Überschusses an Genauig- 
keit andere Vorteile eintauschen. 

Diesen an sich richtigen Gedanken 
verfolgte ein Älteres englisches 
Instrument. Arcumeter genannt, das ri*. n. 

aber, w ie es scheint, keinen Anklang 

zu linden vermochte, so daß es von den Kapitltnleutnants Löh lein und v. Klitzing 
unter dem Namen „Doppelwinkelmesser“ ein zweites und drittes Mal neu erfunden 
werden konnte. Das Arcumeter oder der Doppelwinkelmesser besteht aus einem etwas 
veränderten Doppeltransporteur, auf dessen drei Schenkeln je ein Okulardiopter be- 



') Marine - Kundtchau Iß. 8 711. 1905. — ’) Zu beziehen von A. Blankenburg, 
Berlin SO 2t>, Dresdener Str. 16. 



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IS Mftrz 190* Vereins- und P#rson«nnachricht«n — Kleiner# Mitteilungen. 56 

festigt ist und der im Mittelpunkt eine Spitze als gemeinsames Objektivdiopter trügt. 
Zum Beobachten gehören drei Leute, von denen jeder einen Schenkel bedient und das 
Diopter auf das ihm zugewiesene Objekt einstellt. Die Einstellung auf die drei Objekte 
muß natürlich gleichzeitig erfolgen. An einem Teilkreis, dessen Teilung von dem 
mittleren Schenkel aus nach beiden Seiten lauft, können die Winkel abgelesen und in 
gewöhnlicher Weise benutzt werden. Einfacher ist es jedoch, den modifizierten Doppel- 
transporteur nach der Festsetzung der Schenkel vom Stativ abzunehmen, auf die Karte 
zu legen und zum Absetzen des Schifisortes gleich selbst zu benutzen. Es gebt so 
schneller, und Kehler, die durch das Übertragen auf ein anderes Instrument entstehen 
können, werden vermieden. 

Der Gedanke, daß drei Beobachter an einem Instrument gleichzeitig arbeiten 
sollen, mutet zunächst etwas sonderbar an. Die Versuche haben aber gezeigt, daß 
dies gar keine Schwierigkeiten macht und daß die erzielte Genauigkeit vollauf genügt. 
Der Hauptvorteil der drei Instrumente ist der, daß jeder Beobachter nur mit einem 
Objekt zu tun hat, statt mit zwei bei der Doppelwinkelmessung mittels Spiegelinstru- 
menten, und daß er direkt auf das einzustellende Objekt hinblickt und es dauernd im 
Auge behalten kann, während bei der Messung mit Spiegeiinstrumenten das eine Objekt 
immer seitwärts liegt. Diese Vorteile machen das Arcumeter oder die Doppelwinkel- 
messer besonders an fiacben Küsten, wo die gebräuchlichsten Landmarken, Kirchtürme 
und Windmühlen, infolge vielfacher Ähnlichkeiten leicht miteinander verwechselt werden, 
den bisherigen Methoden weit überlegen. Das Reichs-Marine-Amt läßt von Ed. Sprenger 
in Berlin ein neues Modell dieses Instruments konstruieren, das die Vorteile der drei 
älteren Modelle vereinigt und ihre Nachteile vermeidet. 

i Fortieiruruj folgt ) 



Vereins- und Personen- 
nachrichten. 

D. G. t. M u. O. Abt. Berlin, E V. 

Am 20. Februar fand das Wintervergnögen 
ndt Damen in Neumanns Festeäion statt. 
Hr. Paul Fraeukel schilderte fesselnd eine 
Reise »Von den Ufern der Reuß bis zur Adria*, 
unter Vorführung von höchst eß'ektvollen Licht- 
bildern, die sich nicht nur durch Nuturtreuc, 
sondern auch besonders dadurch auezeichncten, 
daß der Vortragende die wunderbarsten Be- 
leuchtungsetfekte in wahrhaft künstlerischer 
Weise im Bilde festgehalten hat. Die zahlreich 
erschienenen Mitglieder mit ihren Damen und 
Güsten kargten denn auch nicht mit dem wohl- 
verdienten Beifall. In einem Nebeusaal, der ln 
einen südlichen Hain verwandelt wurden war, 
wurde man darauf durch italienische Musik und 
durch teils echte, teils täuschend nachgemachte 
italienische Gesänge, verfaßt vom Hausdichter 
Hm. Hannemann, vorgetragen von Frl. 
Haensch und Hm. Flchtler, erfreut. Bis 
zur KaäeepnuBe trat nun der Tanz in seine 
Rechte. Wahrend der Kaffeetafel brachten Frl. 
Haensch und Hr. Fichtler wiederum in be- 
kannter künstlerischer Weiso Duett- und Solo- 
gesänge zu Gehör, welche allseitig mit dem 
größten Beifall aufgenommen wurden; Br. 
Hannemann sprach in humorvoller Weise dem 
H. H. H.-Komiiee, vor allem dom Vorsitzenden 
Hm. Handke, den Dank aus für die außer- 
ordentlichen Mühen und Sorgen um das Ge- 



lingen des Festes. Hierauf wurde den Dameu 
eine italienische Spende gereicht; alsdann 
sprach der Vorsitzende Hrn. Fraeukel, allen 
Mitwirkeoden und den zahlreich erschienenen 
Gästen den Dank der D. G. aus. Bei lebhafter 
Unterhaltung und flottem Tanz fand das Fest 
erst mit dem grauenden Morgen sein Ende. 

W. B 

Hrn. Max Kohl in Chemnitz ist an- 
, läßlich der Einweihung des Kaiserin 
Friedrich - Hauses der Rote Adler - Orden 
IV. Klasse verliehen worden. 



Kleinere Mitteilungen. 

Das Kaiserin Frledrlch-Haus für das 
ärztliche Fortblldungswesen. 

Am I. März d. J. ist in Gegenwart des 
Kaiserpaares, vieler anderer Fürstlichkeiten, 
| der Mehrzahl der Minister, bekannter 
j Männer der medizinischen Wissenschaft, 
zahlreicher Vertreter der Technik und 
Anderer das »Kaiserin Friedrich-Haus für 
das ärztliche Fortblldungswesen“ feierlich 
eröffhet worden. 

Die Festrede hielt der Wirkl. Geh. 
Rat Prof. I)r. von Bergmann; er wies 
darauf hin, daß die Kaiserin Friedrich 
als die eigentliche Schöpferin des ürzt- 
I liehen Fortbildungswesens anzusehen sei ; 



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66 



Kleinere Mitteilungen - 



Deutache 

MechenlkerZtg 



«ioshnlb Bei auch dieses Haus ihrem Ge- 
dächtnis gewidmet. Ein neues Moment 
sei aber hinzugekommen durch das Hinein- 
treten der Technik in die Heiikunst, wie 
nie zuvor; die Technik im Dienste der 
Naturwissenschaft sei selbst zu einer Wissen- 
schaft geworden. Schon ein flüchtiger 
Klick auf die Ausstellung, die heute hier 
eröffnet werde, zeige wie großartig die 
Verdienste der Technik gerade um die 
medizinische Wissenschaft sind, wie ge- 
waltig aber auch ihre täglichen Fortschritte. 
Viele Entdeckungen im Mikro- und Makro- 
kosmus sind den Linsen und Konstruktionen 
Abbes zu danken. Ohne eie wären die 
Ursachen vieler Krankheiten nicht gefunden 
und nicht Gegenstand einer erfolgreichen 
ärztlichen Bekämpfung geworden. Auch 
dem Fortschritte der technischen Chemie 
danke die ärztliche Wissenschaft viel, 
ebenso der großen Entdeckung Röntgens, 
die eine ganz neue technische Schulung 
vom Arzte verlange. Wissenschaftliche 
Photographie und Elektrotechnik trügen 
dazu bei, das Lieht und radioaktive Körper 
der ärztlichen Behandlung dienstbar zu 
machen. Man könne kaum den sich über- 
stürzenden Fortschritten folgen, die Zeit 
erfordere dringend ein Zusammengehen des 
Technikers und Arztes. Hierzu solle das 
Haus dienen, das eine Stätte sei, um die 
neuen Errungenschaften, Funde, Methoden, 
Apparate und Instrumente zu sammeln und 
zugänglich zu machen. 

Nach den darauf folgenden Ansprachen 
von Vertretern des Prinzregenten von 
Bayern und des Königs von England nahm 
der Vorsitzende des deutschen Arztevereins- 
Bundes, Prof. Dr. Löbker, das Wort, indem 
er im Namen des Ärztestandes für das In- 
teresse des Kaiserhauses an der Ent- 
wicklung der medizinischen Wissenschaft 
dankte. Der Dank der Ärzte solle be- 
stehen in unerschütterlicher treuer Pflicht- 
erfüllung und in Liebe zum Herrscherhause 
und Vaterland. Dann stattete der General- 
stabsarzt der Armee, Prof. I)r. Schjerning, 
den Dank der Militärärzte ab. Kr wies 
darauf hin, wie durch die Hebung in der 
AusbildungdesSanitätskorpsderGesundhoits- 
zustand der Armee sich so außerordentlich 
gebessert habe und noch weiter bessern 
würde. In einem Schlußwort dankte der 
Kultusminister Dr. Studt den Majestäten 
für ihre Anwesenheit bei dieser dem Ge- 
dächtnis der edlen Mutter des Kaisers ge- 
weihten Feier. 

Dann ergriff der Kaiser das Wort zu 
einer längeren Rede, die tiefen Eindruck 
auf die Versammelten machte. S. M. führte 



aus, daß der heutige Tag in lebhafter 
Weise unserm Volke und der Welt zeige, 
wie das Königshaus seine Aufgaben seinem 
Volke gegenüber zu erfüllen hat und in 
innigem und festem Bande mit den Ärzten 
des Landes zusammenstehen muß. Der 
heutige Tag gebe auch eine teilweise 
Antwort auf die schmerzerfüllte Frage, 
warum seine erlauchte Mutter so früh und 
in so erschütternder Weise uns entrissen 
werden mußte. Durch die schwere Prüfung, 
die des Himmels Hand auf die edle Frau 
und ihr Haus gelegt hatte, ist ihrem Geiste 
der Gedanke an Linderung von Not in 
lebhafter Weise wach geworden. Sie hat 
ihm Ausdruck verliehen, und das Samenkorn, 
das sie Bterbend ausstreute, fand Grund 
und Wurzel, Unter dem Eindruck des er- 
schütternden Hinganges hat es Gefühle der 
Menschenliebe erweckt, die ihrerseits wieder 
Taten ausgelöst haben in allen Ständen 
und Kreisen. So erkennen wir, wenn auch 
erst später, an den Erfolgen der einzelnen 
Tatsachen doch immer wieder die Pläne 
der alles umfassenden Vorsehung, der Vor- 
sehung, ohne die auch die ganze ärztliche 
Kunst nichts ausrichte. 

Wie zu Beginn der Feier so fand auch 
nach der Rede des Kaisers ein kurzer 
Uhorgesang statt, dem sich ein Rundgang 
durch die Räume des Kaiserin Friedrich- 
Hauses anschloß. 

Die Dauerausstellung für die ärztlich- 
technische Industrie ist in 4 Gruppen ein- 
geteilt. Die Kollektiv - Ausstellung der 
Deutschen Gesellschaft für Mechanik und 
Optik ist im Saal VII aufgestellt und macht 
einen vorzüglichen Eindruck. Als Ver- 
treter der Deutschen Gesellschaft wohnten 
der Feier bei die Herren W. Haensch, 
Alfred Hirschmann und Prof. Dr. Wiebe, 
welchen zurzeit die Vertretung der D. G. 
gegenüber dem Kuratorium des Hauses 
übertragen ist. 

Über die Ziele und Zwecke der Dauer- 
Ausstellung sowie der Sonder- Ausstellung 
der D. G, gibt der Artikel im Heft 23 des 
vorigen Jahrgangs Auskunft. Es war den 
Bemühungen des Komitees, bestehend aus 
den Herren Prof. Böttcher, Prof. Dr. 
üzapski und W. Haensch, gelungen, ein 
besonders günstiges Abkommen mit der 
Verwaltung der Kaiserin Friedrich-Stiftung 
zu treffen ; auf Grund dieses Vertrages ist 
unsere Kollektiv-Ausstellung von' den ge- 
nannten Vertretern der D. G. unter Zu- 
ziehung des Geschäftsführers sowie des Hrn. 
W. Wicke und unter Leitung von Hrn. W. 
Haensch ins Leben gerufen worden. In ihr 
sind nachfolgende Firmen vertreten ; R. 



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Heft 0. 

K.. Man IS>f<y 



Kleiner« Mitteilungen. 



57 



Burger & Co.-Berlin; R, FueB- Steglitz; E. 
Hartnack-Potsdam; F. Kühl mann -Ham- 
burg; Leppin & Masche-Berlin; E. Mentz, 
vorm. H. Fleischer- Berlin; Gustav 
Miehe - Hildesheim; Richard Müller- 
Uri -Braunschweig; Voigtlander & Sohn 
A.-G. - Braunschweig; P. WUchter-Berlin- 
Friedenau ; E. Zimmermann-Leipzig u. 
Berlin. 

Aus den anderen Gruppen sei noch 
eine Reihe von Firmen genannt, deren 
Ausstellungsobjekte für unsere Leser be- 
sonderes Interesse bieten. 

Ärztlich-instrumentelle Technik. 

Fr. Baumgartel-Halle a. S.; Rudolf 
Detert - Berlin; H. Dette - Berlin; Ver- 
einigte Fabriken für Laboratoriums- 
bedarf G. m. I). H.-Berlin; H. Hauptner- 
Berlin; F. & M. Lautenschlüger-Berlin; 
J. Peters-Berlin; H. Pfau-Berlin; Dr, H. 
Kohrbeck, vorm. J. F. Lahn« & Co.- 
Bcrlin; Warmbrunn, Quilitz & Co.- 
Berlin; H. Windler-Berlin. 

Medizinische Optik und Elektro- Medizin. 

Alwin Berger - Berlin; Allgemeine 
Elektrizitats-Gesollschaft-Berlin; Otto 
Himmler - Berlin; W. A. Hirschmann- 
Berlin; R. Jung- Heidelberg; Max Kohl- 
Chemnitz; ErnBt Leitz- Wetzlar u. Berlin; 
Ed. Meßter - Berlin; C. H. F. Müller- 
Hamburg; Reiniger, Gebbert & Schall- 
Erlangen; F. Sartorius - Güttingen; M. 
Schanze - Leipzig; Kranz Schmidt & 
Haensch - Berlin; Siemens & Halske- 
A.-G.-Bcrlin-Nonnendamm; Emil Sydow- 
Berlin; Alfred Wehrsen - Berlin; R. 
Winkel-Göttingen; Carl Zeiß-Jena. 

Ferner mögen noch von den übrigen 
Veranstaltungen erwähnt werden die um- 
fassende staatliche Sammlung ärztlicher 
Lehrmittel, das Röntgen -Laboratorium, dos 
mit allen erforderlichen Apparaten und 
Vorrichtungen für Kurse oder Arbeiten auf 
dem Gebiete der Röntgenologie ausge- 
stattet und von der Firma Max Kohl in 
Chemnitz gestiftet worden ist. 

Im großen Hörsaal befindet sich ein 
großer Projektionsapparat, der von der 
Firma Carl Zeiß in Jena gestiftet ist und 
erlaubt, sämtliche Methoden der modernen 
Projektion in inustergiltiger Weise (diu- 
skopische Projektion von Glasbildern, epi- 
skopische Projektion von Zeichnungen und 
körperlichen Gegenstllnden, mikroskopische 
Projektion von Präparaten) vorzuführen. 

Schließlich darf nicht des Verdienstes 
vergessen werden, das sich Hr. Prof. Dr. 
R. Kutner, Direktor des Kaiserin Friedrich- 



Hauses, um das Zustandekommen des ganzen 
Unternehmens erworben hat. Von ihm ist 
auch der Plan zur Begründung des Kaiserin 
Friedrich-Hauses angeregt worden. 

1F6. 

Der Untersuchungsrichter beim Landgericht 
Elberfeld warnt vor einer Londoner Schwindel- 
firma .Continental Hardware Mfg. Co., 
Chinchester Chambers, Chancery, Lano Lon- 
don". Hinter dieser Firma steckt der wegen 
.Schlittenfahrens" bereits vorbestrafte Karl 
Hermann Ern. Diese Firma wendet sich be- 
sonders an optische und mechanische Werk- 
stätten unter Berufung auf E. M. Ern, Kom- 
mission und Export iu Solingen. Die Aus- 
künfte schreibt Ern selbst in London und 
schickt sie an seine Helfer in Solingen, von 
wo sie weitergesandt werden. Firmen, bei 
denen dieser Betrug geglückt ist oder ver- 
sucht wurde , wollen unter Beifügung der 
Schriftstücke dem Untersuchungsrichter beim 
Kgl. Landgerichte in Elberfeld schleunigst 
Mitteilung; machen. 

Verbraucher deutscher Industrie- 
artlkcl ln Chile, Peru und Bolivien. 

Für Industrielle und Exporteure, welche 
Adressen wünschen , an die sie ihre Kata- 
loge und sonstigen Anzeiger schicken können, 
liegen 9 Verzeichnisse von Firmen und 
Personen, welche als Verbraucher deutscher 
Industrieartikel in Chile, Peru und Bolivien in 
Betracht kommen, im Keichsamte des Innern 
(Berlin, Wilholmatraße 74) im Zimmer 175 zur 
Einsichtnahme aus. 

Das Technikum Mittweida ist ein unter 
Staatsaufsicht stehendes höheres technisches 
Institut zur Ausbildung von Elektro- und Ma- 
schinen-Iiigeninnron, Technikern und Werk- 
meistern, welches alljährlich über 8000 Besucher 
zahlt. Der Unterricht in der Elektrotechnik 
wurde in den letzten Jahren erheblich er- 
weitert und wird durch die reichhaltigen Samm- 
lungen, Laboratorien, Werkstätten und Maschi- 
uenanlagen (Maschinenbau-Laboratorium! u.s.w. 
sehr wirksam unterstützt. Das Sommersemester 
beginnt ain 19. April, und cs linden die Auf- 
nahmen für den am 20. Mürz beginnenden un- 
entgeltlichen Vorunterricht von Anfang Mürz 
an wochentüglich statt. Ausführliches Pro- 
gramm mit Bericht wird kostenlos vom Sekre- 
tariat des Technikums Mittweida (Königreich 
Sachsen) abgegeben. 



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58 



GlutechnlichM 



Deutsch* 

Mech*oiker-Ztc. 



Glastechnisches. 

Die anierlkanlitchen 
PrUfungabestimtmingen fUr 
Thermometer. 

[Tortmtaung) 

Häusliche Thermometer und Thermo- 
graphen. 

Diese Klasse schließt die Thermometer 
ein, die zur Messung oder Registrierung 
der Temperatur in Zimmern, Kranken- 
häusern, öffentlichen Gebäuden u. s. w. dienen. 

Gebühren. (Verzeichnis 34) 

Dollar 

a) Häusliche Thermometer, für 



jeden Punkt 0,15 

h) Dgl. bei 12 St. oder mehr . . 0,05 

c) Thermographen mit dem gewöhn- 
lichen Temperaluruinfang. Be- 
stimmung der Korrektionen an 

zwei Punkten 2.00 

d) Dgl. bei 3 St. oder mehr 1,25 

e ) Für jeden weiteren Punkt . . 0,50 



Die Gebühren unter a und b werden 
nur dann berechnet, wenn die Prüfung der 
Thermometer in dem gewöhnlichen Apparat 
ausgeführt werden kann Sind besondere 
Einrichtungen erforderlich, so kommt eine 
Extragebühr zur Erhebung. 

Das Zirkular enthalt dann noch kurze Vor- 
schriften für ärztliche Thermometer und die 
Gebühren dafür, die aber ausführlicher schon 
(diese Zeitschr. 1906. S. 9) mitgeteilt worden sind. 

Zum Schluß fordert das Bureau die Fabri- 
kanten, Wissenschaftler und andere Interes- 
senten nuf, mit ihm zusammenzuarbeiten, da- 
mit für das Maß- und Gewichtswesen, für die 
Meßinstrumente und thermischen Konstanten 
zufriedenstellendere Bedingungen geschallen 
worden als bisher und allen interessierten 
Kreisen gehörige Aufklärung auf diesen Ge- 
bieten gegeben werden kann. Anfragen in 
diesem Sinne sind erwünscht. 

♦V. Prüfung von Pyrometern; Wärme- 
messungen. 

(Zirkular Nr. 7 vom 15. April 1904.) 

Allgemeine Anweisungen. 

Der Antrag auf Prüfung von Pyrometern 
soll soweit als möglich die Bedingungen 
enthalten, unter denen das Instrument ge- 
braucht wird, z. B. die Art der Montierung 
des Pyrometers, die Eintauchtiefe, die Art 
des Bades oder des Mediums, dessen Tem- 
peratur gemessen werden soll, wie das 
Pyrometer geschützt ist, bei welchen Tem- 
peraturen es gebraucht wird, ob es fort- 
gesetzt diesen Temperaturen ausgesetzt 
ist u. s. vv. Auch empfiehlt es sich oft, 



eine Skizze der Gebrauchsmethode des In- 
struments beizugeben. Nur unter diesen 
Bedingungen können bei der Prüfung an- 
nähernd die gleichen Bedingungen wie 
beim Gebrauch hergestellt und ein Maßstab 
für den erreichbaren Genauigkeitsgrad ge- 
wonnen werden. Auch erhält man einen 
Anhalt dafür, welche Änderungen in dem 
Gebrauch des Instruments etwa wünschens- 
wert sind, um hinreichend befriedigende 
Resultate zu erhalten. 

I. Thermoelemente. 

Boi Pyrometern dieser Gattung werden die 
Temperaturen durch die Größe der elektrischen 
Kraft gemessen, welche zwischen Drähten aus 
verschiedenen Materialien entsteht, wenn eine 
Lötstelle der zu messenden Temperatur aus- 
gesetzt wird und die andere Lötstelle (oder 
Lötstellen) auf einer bekannten Temperatur 
gehalten wird. Untersuchungen haben gezeigt, 
daß die am meisten befriedigenden Thermo- 
elemente für die Messung von Temperaturen 
zwischen 300® C (570° F) und 1600° C (2900° F) 
hergestellt werden aus einer Legierung von 
Iridium oder Rhodium mit Platin in Verbindung 
mit reinem Platin. Die verbreitetsteu Arten 
sind bekannt unter dem Namen Le Chate- 
li ersehe Pyrometer; sie bestehen aus einer 
10-prozentigeu Platinrhodiumlegierung und 
reinem Platin. Die Metalle müssen rein, und 
die Legierung muß homogen sein. 

Für Arbeiten in dem Intervall von 600° C 
bis zur Temperatur der flüssigen Luft oder 
tiefer eignen sich Thermoelemente aus Kupfer- 
Konstantau oder Eisen-Koustautau. 

Thermoelemente sind für viele technische 
Operationen brauchbar, da sie dauerhaft sind, 
schnell arbeiten und gewöhnlich direkte Ab- 
lesungen gestatten. 

Die beim Gebrauch der Thermoelemente 
besonders zu beachtenden Vorsichtsmaßregeln 
sind : Schutz der Drähte vor der Wirkung der 
heißen Ofcugase, der Kieselsäure, metallischer 
Dämpfe u. s. w. Die kalten Lötstellen sollen 
so angebracht werden, daß ihre Temperatur- 
Veränderungen zu vernachlässigen sind ; der 
elektrische Widerstand des Pyrometer-Galvano- 
meters soll so hoch sein, daß die Fehler, 
welche von dem Widerstand der Leitung und 
der Veränderung in dem Widerstand des 
Thermoelementes herrühren, ganz vernach- 
lässigt werden können. Eine große Anzahl 
der berichteten Mißerfolge in der praktischen 
Benutzung der Thermoelemente rührt von der 
Vernachlässigung der einen oder andern der 
angegebenen Vorsichtsmaßregeln her. 

Es empfiehlt sich, mit den zur Prüfung 
eingereichten Thermoelementen das zuge- 
hörige Galvanometer einzureichen ; die 



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15. MM 1906. GludcluiichM. — Patentschau. 59 

Schulzrohre dagegen sollen nicht mitge- Gebühren. [Verzeichnis 36l 

gesandt werden. Dollar 

Die vollständige Prüfung eines Thermo- a) Vollständige Prüfung eines 
elementes besteht in einer Alterung bei Thermoelements .... 3,00 

Weißglut, Bestimmungderelektromotorisehen : b) Dasselbe bei einer Anzahl 

Kraft bei drei oder mehr bekannten Tem- j von 3 oder mehr, je . . 2,00 

peraturen der Normai-Temperaturskala des | c) Prüfung auf Homogenität der 
Bureaus und Bestimmung des Widerstands i Drähte des Elements . . 1,00 



(kalt) unter Beigabe von Tafeln über <t) Prüfung des Pyrometer-Oal- 

die korrespondierenden elektromotorischen vanometers an fünf Punkten 1,50 

Kräfte und Temperaturen. Palls auch ein e) Für jeden weiteren Punkt . 0,10 

Galvanometer eingereicht ist, wird noch /) Die Prüfung eines Kornpen- 

eine Tafel ausgefertigt, welche direkt die sationsapparats, der in Ver- 

Temperaturen zu den Ablesungen des Gal- bindung mit Thermoele- 

vanometers in Verbindung mit dem Thermo- I menten gebraucht wird, 

element gibt. ! erfolgt nach den ßedin- 

Die Prüfung des Pyrometer - Galvano- | gungen der Prüfung von 

meters besteht in einer Bestimmung der Widerstanden (Zirkular Nr.ti, 

Korrektionen an fünf Punkten der Skala und | Verzeichnis 72). 

eines Widerstandes bei einer Temperatur. 1 foiit) 

Patentschau. 

Fernrohr mit gebrochener optischer Achse and drehbar angeordnetem Reflektor für die ein- 
tretenden Strahlen nebst drehbarem Aulrichtereilektor. C. P. Goerz in Friedenau. 

24. 6. 1902. Nr. 156 039. Kl. 42. 

Die beiden drehbaren Reflektoren o e 
bezw. a t bilden Teile eines Prismenumkehr- 
systems in einem Prismenfernrohr, so daß 
besondere optische Zuaatzeinrichtungen zur 
Bildaufrichtung and zur Seitenberichtigung 
des Objektivbildes entbehrlich werden. 

Die Prismen des Prismenumkohrsystems 
entsprechen den zugleich zur Bildaufrich- 
tung und Seitenberichtigung dienenden 
Elementen der Porroschen Prismenauord- 
nung. Eins von diesen Prismen, in w elchem 
eine zweimalige Reflexion der Strahlen statt- 
findet, ist fest in einem das Okular tragen- 
den Gehäuses angebracht, welches mit dem 
Okular um eine Achse drehbar ist, die mit 
dem in dos Prisma eintretenden Achsenstrahl 
zusammenfällt. 

Faxettenschleifmaschine für Brillengläser. 

Altstädtische Optische Industrie- 
Anstalt Nitsche & Günther in 
Rathenow. 30. 1. 1902. Nr. 155 554: Zus. 
z. Pat. Nr. 141 219. Kl. 67. 

Die Schleifscheiben S S 1 erhalten an- 
stelle der achsialen Verschiebung gemäß 
dem Hauptpatent Schwingbewegungen. Die 
Scheiben sind nämlich an dom einen Ende 
von Winkelhebeln Ir l bezw. k ' 2 gelagert, 
deren Drehachsen e bezw. e 1 auf den Schteif- 
ateinschlitten P' bezw. P 1 befestigt sind und 
deren andere Enden Schlitzftthrungen fnr 
am Maschinengeetell befestigte Stifte d J 1 
haben. 





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60 



Patentschau Patentliste. 



Deutsche 



Einrichtung zur Erzeugung elektrischer Schwingungen H Th. Simon und M. Reich in Güt- 
tingen. 2G. 3. 1903. Nr. 156 364. Kl. 21. 



Die in bekannter Weise mit einem aus einer Kapazität C und 
einer Selbstinduktion L t bestehenden Schwingungskreis gekoppelte 
Funkenat recke F, die mit hochgespanntem Gleichstrom oder langsam 
wechselndem Wechselstrom betrieben wird, ist unsymmetrisch gestaltet, 
um Wechselströme beliebiger Frequenz und gleichblcihender Amplitude 
in dem Kreise Lj C zu erzeugen. 




Elektrischer Gas- oder Dampfapparat. J. R, Baker in Arlington, New-Jersey, V. St. A. 23. 2. 

1904. Nr. 155 781. Kl. 21. 

In den Taschen, welche zur Aufnahrao des Quecksilbers dienen und welehe der Be- 
schädigung durcii die Stöße, die durch die Bewegung des Quecksilbers hervorgerufen werden, 
am meisten ausgesetzt sind, sind zur Aufnahme des Stoßes nachgiebige Materialien angebracht. 
Als nachgiebiges Material werden GlaswollstQcke benutzt, w’elche in die Röhre teilweise oin- 
geschroolzen sind. 



Patenilfste. 

Bis zum 26. Februar 1906. 

KIhbso: A«meldn«*»„. 

21. C. 12 726. Elektrische Meßbrücke zur Be- 
stimmung des Cbergangswiderstandca einer 
Erdablsitung unter Benutzung zweier Hilfs- 
ableitungen. A. Christensen, Maribo, 
Dänemark. 6. 5. 04. 

H. 34 030. Einrichtung an Thermoelementen 
zur Sicherung der Verbindungsstellen der 
Elektroden. W. E. Hask eil, Boston, V. St. A. 
27. 10. 04. 

I. 8 852. Elektrizitätszähler für Eichzwecke. 
Isaria -Zähler werke G. m. b. H., München. 
27. 12. 05. 

M. 28 777. Elektrisches Meßgerät; Zua. z. Pat 
Nr. 165 741. P. Meyer. Berlin. 20. 12.05. 

Sch. 24 020. Als Stromeicheruug, Quecksilber- 
dampflampe oder zum Heizen benutzbare 
Vorrichtung. H. Schagen, Aachen. 3.7.05. 

42. B. 38 700. Vorrichtung zum dauernden Ana- 
lysieren von Gasen mittels fester Absorptions- 
körper, bei welcher zwischen zwei Gas- 
messern ein Absorptionsgefäß eingeschaltet ! 
ist. A. Bayer, Brünn. 2.8.04. 

C. 13 351. Vorrichtung zum Anzeigen der 
Widerstandsmomente von Profilen. A.Cyran, 
Düsseldorf. 28. 1. 05. 

K. 29 956. Metallthermometer mit einer aus 
zwei verschiedenen Metallen hergestellten 
Spirale. F. Kaeforle, Hannover. 18.7.05. 

N. 7742. Halbachatten-Polarisationseinrichtung. 
8. Nakamura, Göttingen. 17.3.05. 

N. 7889. SchilVskompaß mit oberem, die Aus- 
dehnung der Flüssigkeit ermöglichendem 
Luftbehälter. Neufeldt & Ku linke, Kiel, 
und B. Freese, Delmenhorst. 16.6.05. 



P. 16 617. Btoßplatto für Druckmeßapparate, 
insbesondere Winddruckmesser. C. W. Paul, 
Bremen. 2. 8. 04. 

R. 20 914. Panorama-Doppelfernrohr. Rathe- 
now o r Opt. Industrie anstatt, vorm. E. 
Busch, Rathonow. 15.3.05. 

W. 23 318. Ölprobiermaschine. P. Wen dt, 
Grünberg i. 8chl. 24. 1. 05. 

Z. 4306, Verfahren zur Analyse von Gas- 
gemischen. C. Zeiß, Jena. 8.8.04- 

67. M. 26 268. Verfahren zum Schleifen von 
Linsen mit zwei Brennpunkten mit Hilfe 
einer zwei Schleifzonen verschiedener Krttra- 
mung besitzenden Schleifscheibe. B. M av e r, 
Baltimore, V. St. A. 18. 10. 04. 

74. F. 20 278 u. 20 287. Vorrichtungen zur elek- 
trischen FernUbertragung von Kompaßstel- 
lungen. B. Freese, Delmenhorst. 2. 6.05. 
u. 6. 6. 05. 

Erteilungen. 

21. Nr. 169 545. Ferrariszähler. Soci6tö Ge- 
nevolse pour la Construction d’In- 
struments de Physiquo et de M6ca- 
niquo, Genf. 23.8.04. 

Nr. 169 566. Röntgenröhre mit Wasserkühlung. 
E. Guudelach, Gehlberg. Th. 24.6.04. 

42. Nr. 1C9 496. Vorrichtung zur Verhinderung 
des Niederschlagens von Dämpfen auf die 
Reflektoren der mit mineralhaltigen Bogen- 
lichtkohlen versehenen Projektionsapparate. 
Soci6t6 Bautter, Harl4 & Cie., Paris. 
20. 7. 04. 

Nr. 169 497. Thormoelektrisches Pyrometer 
zum Messen der Temperatur geschmolzener 
Leiter. W. H. Bristol. Hoboken, V. St. A. 
28. 6. 04. 

Nr. 169 757. Dreischeukliger Zirkel zum Auf- 
trägen von Winkeln. J. Pilsutneeks, Riga, 
Rußland. 18. 10. 04. 



POr dl« Redaktion verantwortlich: A. Blaachke ln Berlin W. 



Verlas von Jullu« Springer ln Berlin N. — Druck von Emil Drejer ln Berlin SW. 



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Deutsche Mechaniker-Zeitung. 

Beiblatt zur Zeitschrift für Inatrumentenkunde 

und 

Organ für die gesamte Glasinstrumenten- Industrie. 
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik. 

Redaktion: A-ßlaschke, Berlin VV30, An der Apostelkirche 5. 



Heft 7. 1. April. 1906. 

Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion gestattet. 



Ober die neuere Entwicklung der nautischen Instrumente. 

Vortrag, 

gehalten auf dem 16. Deutachen Mechanikertago zu Kiel am 4. August 1905, 

TOD 

Dr. E. Kohlfohütter Io Berlin. 

( F orfoäU ) 

Eine Verbesserung des zum Abselzen des SchifTsortos dienenden Doppeltrans- 
porteurs, die aber leider bei den oben beschriebenen Doppelwinkelmessern wohl nicht 
benutzt werden kann, hat der Leutnant Mc. form ick 1 ) erfunden. Sein Transporteur 
besteht aus drei großen konzentrischen Ringen, die im Azimut beliebig gegeneinander 
verschoben w'erden können und sieh dabei gegenseitig führen. Der Nulldurchmesser 
eines jeden Ringes ist durch einen Faden bezeichnet, so daß die drei Faden sich im 
Mittelpunkt kreuzen. Sie ersetzen die Linealkanten des gewöhnlichen Doppeltranspor- 
teurs und können durch Drehung der Ringe so eingestellt werden, daß sie die ge- 
messenen Winkel miteinander bilden. Das Instrument hat den Vorzug, daß das Ge- 
sichtsfeld frei bleibt von den breiten Linealen, der Mittelpunktascheibe u. s. w. des ge- 
wöhnlichen Doppeltransporteurs, die hiluflg das Detail der Karte am Schiffsort und die 
anvisierten Punkte verdecken und das Einstellen kleiner Winkel unmöglich machen. 
Für sehr weite Sichten können Verlängerungsarme an die Hinge angesteckt werden. 
Das Instrument scheint mir eine beachtenswerte Neuerung zu sein, die einen Versuch 
wohl lohnen würde. 

Will man den Schiffsort durch Peilen bestimmen, so muß man zwei Objekte in 
Sicht haben, um zwei Linien zu bekommen, in deren Schnittpunkt sich das Schiff be- 
findet. Beim Doppelwinkelmessen braucht man sogar drei Objekte. Für den Fall, daß 
nur ein Objekt in Sicht ist, muß man zur Ortsbestimmung mit der Peilung noch eine 
Entfernungsmessung verbinden. Zu den alten Methoden, die hierfür zu Gebote stehen, 
treten jetzt die verschiedenen Telemeter, die den Abstand aus der Parallaxe des ent- 
fernten Gegenstandes bestimmen, in erster Linie das Telemeter von Barr & Stroud 
und die stereoskopischen Entfernungsmesser von Zeiß in Jena. Die letzteren haben 
den für die Navigation sehr wichtigen Vorteil, daß sie auch bei nicht deutlich sicht- 
baren oder nicht Bcharf begrenzten Objekten, wie z. B. flachen Küsten, an denen man 
längs steuert, die Entfernung richtig und mit einem Blick abzulesen gestatten. Auf 
die Einzelheiten dieser Apparate einzugehen, verbietet die Beschränkung des zur Ver- 
fügung stehenden Raumes. 

Das wichtigste Instrument aber Tür die Navigation in der Nahe von Land ist 
das Lot. Wir unterscheiden zwei Arten: Lote, die durch die ausgelaufene Länge des 
Lotdrahtes die Tiefe messen, und solche, bei denen der Druck der über dem Lot 
stehenden Wassersäule die Höhe dieser Wassersäule angibt. 

Zu der ersteren Klasse rechnen die gewöhnlichen mit der Hand geworfenen 
Lote und die nach dem System der submarine sentry des Engländers James wirkenden 
Apparate, bei uns Tiefenwächter oder Tiefenmelder genannt*). 

Für diejenigen, denen die Konstruktion dieses Apparates nicht geläufig ist, 
will ich kurz erwähnen, daß er ( Fiy. 15, 1 ) aus einem dachförmigen Scherbrett besteht, 
das mittels einer Hahnepot an dem Lotdraht befestigt ist. Der vordere Schenkel der 

') Procccd. U 8. Savai /tut. 2H. 8 243. 1902. - J ) Ann. d. Hydr. tut e, 20, 8.279. 1892. 



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62 



E, Kohlichütter, Ober die neuer« Entwicklung der nautiecben Instrumente. 



DeoUcbe 
Mechaniker* Zig. 



Hahnepot ist mit der Kausch M über den Schiipphaken C gestreift, der seinerseits 
durch den Ausrückhebel H niedergehaltcn wird. Wird der Tiefenmeider von einem in 
Fahrt befindlichen Schiffe nusgeworfen, so wirkt er umgekehrt wie ein Drache und 
schneidet soweit unter ( Fig. 15, 2), daß die Kesultante des auf das Scherbrett aus- 
geübten Wasserdrucks in die Richtung des Lotdrahtes zu liegen kommt. Die Tiefe, bei 
der dies stattfindet und bis zu der das Scherbrett daher hinabsteigt, ist unabhängig 
von der Geschwindigkeit des Schiffes und hängt nur von der Form der Hahnepot und 
der Länge des ausgelaufenen Lotdrahtes ab. Be! einem bestimmten Instrument kann 
man daher die Tiefe des Untertaacbens während der Fahrt durch die Länge des aus- 
gelassenen Drahtes regulieren und messen. 

Der Tiefenmeider dient nicht eigentlieh zum Loten, Bondern dazu, automatisch 
ein Signal zu geben, wenn die Tiefe, auf die er eingestellt ist, unterschritten wird. Er 
warnt so vor Untiefen und zeigt beim Ansteuern des Bestimmungshafens rechtzeitig die 
Nähe des Landes an. Die Wirkungsweise ist so, daß durch die Grundberührung der 
Ausrückhebel II zurückgedrückt wird, wobei er den Schiipphaken C freigibt. Der vordere 
Schenkel der Hahnepot gleitet ab und die Drachenwirkung des Scherbrettes hört auf 
(Fig. 15, 3 ). Damit verschwindet auch der Zug in dem Lotdraht, und durch die plötzliche 
Entlastung wird ein Kontakt geschlossen, wodurch die Alarmglocke in Bewegung gesetzt 
wird. Das Scherbrett schwimmt dann auf und wird auf der Wasseroberfläche nach- 
geschleppt (Fig. 15,4), bis man es einholt. 




Pit. 15. 



Diesen schon älteren Apparat hat der Schwede Sjöstrand 1 ) verbessert. Durch 
Verminderung des Druckes auf die Stirnseite des Scherbrettes bewirkt er, daß der 
Winkel zur Horizontalen, unter dem sich das Scherbrett einstelit, ein flacherer ist. 
Bei der gleichen Drabtlftnge taucht daher der Sjöstrandache Tiefenmeider, auch Signal- 
lot genannt, tiefer ein als der gewöhnliche, und andererseits braucht zur Erreichung der- 
selben Tiefe weniger Draht ausgesteckt zu werden. Dies hat den Vorteil, daß der Lot- 
draht steiler nach unten zeigt und das Scherbrett in geringerem Abstande hinter dem 
Schiff hergeschleppt wird. Sjöstrand erreicht dies dadurch, daß er das Brett BC (Fig. 16) 
aus dünnem Aluminiumblech herstellt und den Ausrückhebel durch eine an einer Hahnepot 
hängende eiserne Stange E ersetzt. Diese Stange wirkt nicht, wie der feste Hebel, 
dem Unterschneiden entgegen, sondern befördert es vielmehr; stößt sie auf den Grund 
(Fig. 17), so gibt die Nase NR, an der sie hängt, den Schiipphaken LG frei. Ferner 
ist die Einrichtung getroffen, daß der vordere Schenkel YV der Hahnepot reißt, wenn 
sich das Brett irgendwo festsetzt und der Zug in dem Lotdraht A eine bestimmte Grenze 
überschreitet. Dadurch soll vermieden werden, daß das Signallot in einem solchen Falle 
gänzlich abreißt und verloren geht. 

Ob sich diese Vorzüge des Sjöstrandschen Apparats auch bei seinem 
praktischen Gebrauch zeigen werden, müssen erst noch die damit anzusteilenden Ver- 
suche lehren. 

Bei den Loten dieser Gruppe, die die Tiefe nach der ausgelaufenen Länge des 
LotdrahteB bestimmen, wird die Grundherührung durch das Aufhören des Zuges in dem 
Drahte festgesteilt, sei es, daß man mit einem einfachen Sinkgewicht, sei eB, daß man 



') Ann. d Bydr. utw. 29, S. S09 1901. 



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H«fl t. 

I. April 1906. 



E. KohlichUttor, über die neuere Entwicklung der nautischen Instrumente. 03 



mit einem Wasserdrachen arbeitet. Für die nautische Praxis ist diese Art und Weise 
vollkommen ausreichend, eo daß die Erfindungen von Mohs in Brandenburg a. H. *), 
Griffith 2 ), Franklin in Brooklin 3 ) und Krumhoff 3 ), die den Moment der Grund- 
berührung durch Schließung eines elektrischen Kontakts im Lotkörper scharfer beobachtbar 
machen wollen, keine Aussicht auf Erfolg haben. Dazu kommt, daß bei Mohs, 
Franklin und Krumhoff der Stromschluß durch Stempel bewirkt wird, die sich in 
nur sanft anliegenden Stopfbüchsen bewegen, so daß die Kontakte nicht genügend gegen 
Eindringen von Seewasser geschützt sind. Dieser Mangel ist von Griffith durch die 
Anordnung eines federnden Zwischenbodens zwar vermieden worden, aber dieser Boden 
dürfte der Beanspruchung durch den auf ihn drückenden Stempel nicht lange Standbalten. 

Ebenfalls ein Scherbrett wie die Tiefenmelder benutzt das im übrigen auf 
einem anderen Prinzip beruhende Lot des Seeflschers Jakobs in Neuharlingersiel 5 ), 
das für geringe Tiefen bestimmt ist und auch zu der ersten Klasse von Loten gerechnet 
werden muß. Jakobs gibt der Schlepptrosse eine bestimmte, sich stets gleichbleibende 
Lange und schleppt das Scherbrett, das infolge der Drachenwirkung bis zu einer ge- 





fi* !6 



Fl* 11. 



wissen Tiefe immer auf dem Grunde bleibt, hinter dem lotenden Schiffe her. Die Tiefe 
wird durch den Winkel, den die Trosse mit der Horizontalen macht, gemessen. Zu 
dem Zweck ist sie an einem aus Stangen bestehenden, in seinen Ecken drehbaren 
Parallelogramm befestigt, dessen einer Winkel gleich demjenigen zwischen der Trosse 
und der Horizontalen ist Ein empirisch geteilter Kreisbogen lüßt die diesem Winkel 
entsprechende Tiefe ablesen. Die ersten vom Keichs-Marine-Amte mit diesem Lote an- 
gestellten Versuche haben einige kleine Mangel erkennen lassen, nach deren Beseitigung 
wohl günstige Kesultate zu erwarten sein werden. 

Bei der zweiten Gruppe von Lotapparaten wird der Umstand benutzt, daß der 
Druck der über dem Lot stehenden Wassersftulo auf ein abgeschlossenes, im Lotkörper 
befindliches Luftquantum der Höhe dieser Wassersliule, d. i. der Wassertiefe, proportional 
ist und somit ein Maß für die Wassertiefe abgibt. Die Art, wie dieser Druck gemessen 
wird, ist bei den einzelnen Apparaten verschieden. Sie sind mit Ausnahme derjenigen, 
die ein Scherbrett oder einen Drachen benutzen, von der Geschwindigkeit des Schiffes 
nicht ganz unabhängig, da die aus Eisen oder Blei bestehenden Lotkörper trotz ihrer 
Schwere bei großen Geschwindigkeiten nicht bis auf den Boden sinken, sondern nach- 
geschleppt werden, wenn man nicht unverhältnismäßig viel Lotdraht auslaufen lassen will. 

Das Vorbild für diese Apparate ist die Tbomsonsche Lotmaschine, an der von 
einzelnen Verfertigern, ich nenne nur Bamberg, Hechelmann, Steeger und Dobbie, 
im Laufe der Zeit kleine Verbesserungen angebracht sind. Sie dient nur zum Auslassen 
und Einholen des Lotdrahtes. Die eigentlichen Tiefenmesser werden zusammen mit 

*) Ausgefnhrt von der Berliner Kunstdruck- und Verlags-Anstalt A. u. C. Kauf- 
mann. — -J In England patentiert. Schipping World IG. 8. 161. 1897. — ") L>. B. P. Kl. 42. 
Nr. 88491. - «) D. R. P. Kl. 42. Nr. 134 839. •) I> R. P. Kl 42 Nr. 122 553. 



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«4 



E. KohlachUttar, Ober dl* neuer« Entwicklung der nautiecben Instrumente 



Deutsche 

Mwhanlk*r-ZlR. 



einem schweren Eisen- oder Bleilot am Ende des Drahtes befestigt, auf den Grund 
hinabgelassen und wieder eingeholt. 

Die ersten derartigen Tiefenmesser waren enge Glasröhren, Thomsonröhren 
oder Farbröhren genannt, die einen orangeroten Chromsilberbelag im Inneren haben 
und an ihrem oberen Ende fest verschlossen sind, während das untere Ende offen bleibt. 

Sinkt nun das Lotgewicht mit der angesteckten Röhre im Wasser au Boden, 
so wird in der Röhre die Luft ztisammengedrückt. das Wasser tritt ain unteren, offenen 
Ende ein und steigt in der Röhre bis au der der Tiefe entsprechenden Höhe. Dabei 
wird an den benetzten Stellen das Cbromsilber durch den Salzgehalt des Seewassers in 
weißes Chlorsilber übergeführt, und die Röhre wird soweit, als das Wasser gestiegen 
ist, entfärbt. Nach dem Aufholen der Röhre wird die Länge des entfärbten Teils an 
einer Skala gemessen, die so geteilt ist, daß gleich die Wassertiefe abgelesen wird. 

Es hat große Mühe gekostet, bis die in der Kaiserlichen Marine gebräuchlichen 
Lotröhren durch die Firma Fueß in Steglitz auf den Grad der Vervollkommnung ge- 
bracht worden sind, den sie Jetzt aufweisen Damit die Wassertiefe richtig abgelesen 
wird, muß das abgeschlossene Luftquantuin immer dasselbe sein. Die Röhren müssen 
daher erstens von oben bis unten eine innerhalb sehr kleiner Grenzen vollkommen 
gleichmäßige lichte Weite haben, ohne doch allzu teuer zu «erden, und zweitens muß 
das Zuschtnclzen in stets gleicher Weise erfolgen. Früher wurden die Röhren nicht 
zugeschmolzon, sondern mit einem oberen Metalldeckel verschlossen, der mit Lack ab- 
gedichtet wurde, wie es wohl auch jetzt noch anderwärts geschieht. Dabei kam es 
aber zuw f eilen vor, daß die Deckel nicht vollkommen dicht hielten und infolgedessen 
zuviel Wasser eindrang. Ein solcher Fehler kann aber sehr verhängnisvoll werden, da 
er die gelotete Tiefe größer erscheinen läßt, als sie wirklich ist. Die Fueßschen 
Röhren haben ein so gleichmäßiges Kaliber und sind so gleichmäßig verschmolzen, daß 
Fehler über 4 % der Tiefe nicht Vorkommen. Außerdem sind die angozeigten Tiefen 
immer geringer als die wirklichen, weil der engere Teil der Glasröhren nach oben ge- 
nommen wird, sobald das Kaliber kleine Unregelmäßigkeiten aufweist. Daher können 
Unglücksfälle infolge dieser Fehler nicht entstehen. 

Eine zweite, erst nach vielen Versuchen überwundene Schwierigkeit lag darin, 
den Belag dünn und gleichmäßig herzustellen Für unsere Schiffe ist der dicke Belag, 
den die englischen Röhren haben, nicht zu brauchen, da in der Ostsee und vor den 
Mündungen unserer großen Ströme das Wasser infolge seines geringeren Salzgehalts 
einen dicken Belag nicht zu entfärben vermag. Aus demselben Grunde muß der Belag 
auch gleichmäßig sein, denn dickere Stellen werden bei dem schwachen Salzgehalt 
langsamer entfärbt als dünnere und geben somit zu Unregelmäßigkeiten in der Be- 
grenzungslinie Veranlassung, die das Ablesen der Tiefe unsicher machen. Um die 
Röhren gegen das Verderben durch Eindringen feuchter salzhaltiger Luft zu schützen, 
sind sie auch unten zugeschmolzen. Dieses Ende wird vor dem Gebrauch an einer an- 
geritzten Stelle abgebrochen. 

Ein noch bestehender Übelstand ist der, daß bei dem schwachen Belage die 
Grenze zwischen orangeroter und weißer Farbe, namentlich nachts, gehr schwer zu er- 
kennen ist. Es wäre deshalb zu wünschen, daß Köhren konstruiert würden, die auch 
auf Süßwasser reagieren und einen starken Farbenkontrast zwischen trockenem und be- 
netztem Teile zeigen bei vollkommen scharfer Trennungslinie zwischen beiden. 

Zum Teil werden diese Forderungen erfüllt durch die Röhre des Commanders 
Blish-), der die Innenseite nicht mit Farbe belegt, sondern mattiert. Der trocken ge- 
bliebene Teil dieser Köhren bleibt matt, der benetzte wird durchsichtig. So einfach 
der Gedanke ist, so haben sich die Röhren nicht besonders bewährt, weil die Trennungs- 
linie zwischen mattem und durchsichtigem Teil, die die Marke zur Ablesung der Tiere 
bildet, nicht scharf ist. Außerdem bleibt leicht Salz in der Röhre zurück, wodurch 
das Trocken- und Undurchsichtigwerden des Mattglases verhindert wird. In einem 
solchen Falle muß das obere Ende geöffnet, die Röhre mit Frischwasser ausgespült und 
dann wieder verkittet werden. Für den Bordgebrauch ist diese Operation jedoch zu 
umständlich, und es bleibt die Gefahr des Undichtwerdens der Verkittung bestehen. 

Die Lotröhren haben mehrere Nachteile. Der wesentlichste ist der, daß die 
Meßskala sich sehr stark verjüngt; die Hälfte davon wird bereits von den ersten 
13 Metern verbraucht, und die Ablesung wird mit zunehmender Tiefe immer ungenauer. 
Ein anderer Nachteil liegt darin, daß die Röhre zur Ablesung der Wassertiefe jedesmal 



') Arm d Hydr. u»w. 27. S 80. 1899 — ! ) IVoceed- U . 8. Nova i ln»t. 23. S ■ 747. 1897. 



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p*n 7. 

i April i " 



Verein«- und Personennachrichten. 



66 



eingeholt werden muß; schließlich kann es Vorkommen, daß der an Bord befindliche 
Vorrat an Röhren nicht ausreicht und der allein auf sie angewiesene Schifisführer in 
die größte Verlegenheit kommt. Hs ist daher eine große Anzahl von Tiefenmessern 
konstruiert worden, die diese Nachteile entweder teilweise oder gänzlich vermeiden und 
einen vollständigen Ersatz oder wenigstens eine Ergänzung der Farbröhren bilden sollen. 

{ForUelxung folgt .) 



Vereins- und Personennachrichten. 



MitgllederverzelchnU. 

Da das neue Mitgliederverzeichnis in 
der nächsten Zeit versandt werden wird, so 
unterbleibt diesmal die übliche Zusammen- 
stellung der Veränderungen. 



Aufgenommen in den Hptv. der D. G. 
f. M. u. 0. ist 

Hr. Dr. E. Zimansky; Kgl. Eichungs- 
inspektor für die Rheinprovinz und Hohen- 
zollern; Cöln (Rhein), Spichernstr. 73. 



Verein deutscher Glaetnstrumenten- 
Fabrlkauten, E. V. 

Bekanntmachung. 

Hiermit machen wir die verehrl. Vereins- 
mitglieder darauf aufmerksam, daß infolge 
der von uns beim Bundesrat eingeleiteten 
Schritte seit dem 1. März der zollfreie Bezug 
leichter Mineralöle allen Glasbläsereien zum 
Bearbeiten von Glas bis zu einem Gesamt- 
jahresverbrauch von 5000 kg erlaubt ist. 
Unter leichte Mineralöle fallen auch Gasolin 
und Benzin. Wir bitten die Mitglieder, sich 
von dem Hauptsteueramt ihres Bezirks 
Zollerlaubnisscheine für den Bezug von 
leichten Mineralölen ausstellen zu lassen, 
auf Grund dören dann Gasolin und Benzin 
von inländischen Raffinerien zollfrei ge- 
liefert wird. Da der Zoll 7,75 M. per 
100 kg netto ausmacht., so liegt es im 
Interesse aller Verbraucher, diese Ver- 
günstigung auszunutzen. Zu Beleuchtungs- 
zwecken darf zollfreies Mineralöl jedoch 
nicht verwendet werden. Zur Erlangung 
eines Zollerlaubnisscheines dient ein For- 
mular, das von unserer Geschäftsstelle in 
Ilmenau ausgegeben wird. Die Lieferung 
des Gasolins wird durch uns vermittelt, 
sie kann auch direkt geschehen. Wir werden 
einen größeren Abschluß machen, sobald 
die Preise desselben sinken. 

Der Vorstand. 

Max Bieler. 



D. G. f. M. u. O, Zwelgvereln Ham- 
burg-Altona. Sitzung vom 6. März 1906. 
Vorsitzender: Hr. Dr. H. Krüß. 

Nach Erledigung einiger geschäftlicher An- 
gelegenheiten fuhrt der Versitzend» ein Spek- 
troskop vor, welches gestattet, die Dispersion 
unddamit dieL&ngedes beobachtetenSpektrums 
innerhalb bestimmter Grenzen zu verändern. 
Es wird dies dadurch erreicht, daß zwei gerad- 
sichtige Prismen gegeneinander, und zwar beide 
in gleichem Maße, um eine in der optischen 
Achse liegende Achse gedreht werden. 

Hierauf spricht Hr. Carl Heinatz über 
Kugellager. An der Hand von Modellen und 
Zeichnungen erläutert er die Konstruktion 
dieser Lager und fuhrt als die weseatlichsten 
Vorteile den geringen Raumbedarf, die geringe 
Roibung und die leichte Wartung an. Die 
dazu erforderlichen Kugeln bestehen meistens 
aus bestem Werkzeugstahl, es kommen auch 
solche aus Bronze und Gußeisen vor. Sie 
werden je nach der Belastung in verschiedenen 
Größen hergestellt und besitzen eine hoho Ge- 
nauigkeit der Kugelform. Die Beschreibung 

1 1 der Herstellung der Kugeln und ihrer Ein- 
bringung in das Lager bildete den Schluß der 
interessanten Ausführungen. H- K 



Abt. Berlin E.V. 8itzungvom20.März 
1906. Vorsitzender : Hr. Reg. - Rat Dr. H. 

Stadthagen, dann Hr. W. Handke. 

Hr. Dr. Fr. Hoffmann sprach Uber die 
Messung hoher Temperaturen. Einleitend 
wurden die hochgradigen QueckBilberthermo- 
meter besprochen; hieran schlossen sich nach 
kurzer Darlegung des Wesens der Gasthermo- 
meterskala die Thermoelemente, besonders die 
aus Platin - Platinrhodium, neuerdings (von W. 
C. Heraeus) auch aui Iridium - Iridiumruthe- 
nium. Darauf w-urden die Widerstandsthermo- 
meter und einige optische Pyrometer, die letzt- 
genannten unter Erörterung ihrer theoretischen 
Grundlage, vorgeftthrt; zum Schluß wurden 
die Soger- Kegel demonstriert. 

Hr. R. Herrlich wird in den Verein aufge- 
nommen; augemeldet hat sich Hr. A. Jacken- 
kroll. Bl 



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Vereint* und Personennachrichte», — Kleinere Mitteilungen. 



Deutsch« 

llKMni>»r-Zm. 



Hr. Gustav Halle in Rixdorf begeht 
am 1. April d. J. sein 50- jähriges Meehaniker- 
jubilBum. 

Carl Heinrich r. Siemens, der letzte 
Bruder von Werner v. Siemens, ist am 
21. Mftrz, kurz nach Vollendung des 77. 
Lebensjahres, gestorben. Seit dem Jahre 
1853 war der Verstorbene der Vertreter 
von Siemens & Halske in Rußland; als 
die Firma 1897 in eine Aktiengesellschaft 
umgewandelt wurde, war er bis 1904 Vor- 
sitzender des Autsichtsrates. 

Hr. Willi. Mix, einer der Begründer der 
Fa. Mix & Genest, lei am 15. MArz nach 
längerem Leiden im Alter von €5 Jahren ge- 
storben. 



Klainar« Mitteilungen. 

Platin. 

Zeitschr. d. Vtr. d. Ing. 49. 8 . 893. 1905. 

Die Geologische Landesanstalt der Ver, 
Staaten von Nordamerika wird die im Lande vor* 
handenen Platinvorkommen genau untersuchen, 
um bei dem steigenden Bedarf an diesem Metall 
ev. neue Bezugsquellen zu erschließen; am 
reichlichsten soll Platin in Kalifornien vorhanden 
•ein. 



IflollerroIIen-Befestlgung von 
Hartmann & Braun ln Frankfurt a. M. 

Mitgeteilt von W. Kluß mann in Charlottenburg. 

Auf Befestigungsarten von Isolisrrollen ist 
hier Bchon mehrfach hingowiesen worden (vgl. 
D Mech.-Zig. 1900. 8. 207; 1901. 8. 197; 1902. 
S. 44). Im folgenden sei auf eine neue Dübel- 
art aufmerksam gemacht, die aich im Ge- 
brauch gut bewahrt hat. 

Der „Peacheldübel“ (D. R. G. M. 161 246) von 
Hartmann & Braun A.-G. in Frankfurt a, M. 
kann ohne Vorbohren direkt in jedes Ziegel- 
mauerwerk ohne Gipsen eingeschlagen werden. 
Die Wand wird daher sehr geschont und auch 
an Arbeitszeit wird wesentlich gespart. Der 
Erfinder des Dübels, Pesch el, ging von den an 
einem Nagel gemachten Beobachtungen aus; 
treibt man einen spitzen Nagel in eine Wand 
und setzt sich dabei demselben ein Hindernis 
(Steineben im Mörtel o. dergl.) entgegen, so 
biegt sich die Spitze des Nagels krumm und 
der Nagel dringt nicht weiter vor, oder 
der Schaft krümmt sich und der Nagel 
geht schief in die Wand. Wird die Spitze des 
Nagels stumpfer gemacht, so ist zwar einem 



Verbiegen etwas vorgebeugt, der Nagel dringt 
aber auch wesentlich schwerer ein; eine meißel- 
förmige Spitze treibt das Material zur Seite 
und bewirkt demnach ein Platzen des Ziegel- 
steins. Pesch el hat nun die Spitze durch eine 
kleine Scherflache ersetzt; dadurch wirkt der 
Nagel wie der Stempel einer Lochstanze, er 
treibt das Material in der Richtung des Druckes 
vor sich her. 

Über die Wirkung derartiger Nagel hat 
P e s c h e 1 in Gemeinschaft mit Professor B e r n d t 
im Maschinentochnischen Laboratorium der 
Technischen Hochschule zu Darmstadt ein- 
gehende Versuche angestellt. Er kommt zu 
dem Schluß, daß ein Dübel mit Scherflnche 
fester sitzen muß als ein Dübel mit Spitze, da 
die Zertrümmerungszone um ersteren kleiner 
ist und der Gegendnick gegen den Dübel also 
größer sein muß. 

Es verbrauchte 

zum zum 

Hineinpressen Heraufziehen 
Dübel mit Scherflftche 970 kg 303 kg 

„ „ Spitze . . 1160 „ 285 „ 

ZumHerauaziehen voneinzementierten Dübeln 
(36 Stunden nach dem Binzementieren) waren 
etwa 42 kg, zum Herausziehen von eingo- 
schlagenen 125 kg nötig; die eingeschlagenen 
hielten also fester. 




Fig. > Ftg, r f»k s. 



Fig. 1 und 2 zeigen zwei AusfUhrungsarten 
der Pescheldübel; zum Einschlagen der Dübel 
nach Fig. 1 mit Gewindezapfen dient ein Uber 
den Zapfen zu schiebendes Setzeisen. Die 
Dübel werden mit Schaftlangen von 35 bis 65 mm 
hergestellt. Die Gewindezapfen der Dübel nach 
Fig. 1 haben 6 bis 32 mm Lange. Auf diese 
Dübel können gewöhnliche Isolierrollen, Klemm- 
rollen (ffy. 5), Rohrschellen, Anschlußdosen und 
Sicherungen leicht befestigt werden. Die Preise 
der Pescheldübel schwanken je nach Größe 
zwischen 2,50 und 4,70 M. für 100 Stück. 



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Heft T. 

1. April 190«. 



Kleiner« Mitteilungen — Glastechnlaches. Q’J 



Bei der Elektrischen Lehr- und t'nter- 
Rurhungsnnstalt des Physikalischen Vereins 
zu Fankfurt (Main) bestand das Elektrotech- 
nische Komitee im Jahro 1904/05 aus den 
Herren: Prof. E. Hartmann, Vorsitzender, 

Oberlehrer Dr. Boiler, Direktor C. Kohn, 
Dr. C. Deguisne und Prof. Dr. J. Epstein. 

Die Anstalt wurde von Hrn. Dr. C. Döguisne 
geleitet; als Assistent fungierte Hr. Ingenieur 
Skirl, als Mechaniker Hr. Joos. 

An der Lehranstalt wurde Unterricht in fol- 
genden Spezialfächern erteilt: 

Allgemeine Elektrotechnik: Dynamokunde; 
Akkumulatoren; InBtrumeutenkunde; Installa- 
tionstechnik; Motorenkunde; Physik; Zeichnen 
und Mathematik; dazu traten praktische 
Übungen. 

Die Unter suchungsanstalt wurde im Berichts- 
jahre in 86 Fallen in Anspruch genommen, und 
zwar zur Untersuchung von Schalttafel- und 
Präziaions - Instrumenten, zu Kapazitätspruben, 
zur Begutachtung und Prüfung von Blitz- 
ableiter-Anlagen, zur Abnahmeprüfung von 
Dynamomaschinen, zur Vornahme von Durch- 
schlagsversuchen, zu photometrischen Messun- 
gen, zur Prüfung von Spezial-Apparaten. 

Auch in diesem Jahre wurden die Unter- 
suchungen über elektrische Ströme im Wasser- 
leitungsnetz ira Aufträge der städtischen Wasser- 
werke fortgesetzt. 

Der Städtische Gewerbesaal xu Berlin 
besteht aus 124 Sonntags und Abendklassen, 
der Fachschule für Maschinenbauer und den 
Übungswerkstätten für Mechaniker, Maschinen- 
bauer und Kunstschmiede; diese drei Gruppen 
stehen sämtlich unter der Leitung von Hrn. 
Dir. K. Hrabowski (Sprechstunden: Montags 
und Donnerstags von 10 bis 11 Uhr vorm., am 
ersten und dritten Montag jedes Monats von 8 
bis 9 Uhr abends, Straßmannstr. 6) 

Die Sonntags- und Abendklassen befinden sich 
in 11 gleichartig eingerichteten Abteilungen in 
verschiedenen Stadtbezirken, und zwar: I. SW, 
Wassertorstr. 31, II. N, Zehdenicker Str. 17/18, 
III C, Hinter der Gamisonkircho 2, IV. NW, 
Turmstr. 86, V. 0, Straßmannstr. 6, VI. SO, 
Reichenberger Str. 181, VII. N, Ravenöstr. 12, 
VIII. W, Pallasstr. 15, IX NO, Heinersdorfer 
Straße 18, X. N, Putbuser Str. 23, XI. SW, 
Hagelsberger Str. 34. 

An allen Abteilungen finden Kurse im Fach- 
zeichnen für Mechaniker, in den Abt. II Ms X 
Kurse in Mechanik und in den Abt. V und VI 
auch Kurse in Mathematik statt 

Anmeldungen nehmen die Vorsteher der 
Abteilungen am Anfang des Halbjahres, Sonn- 
tags von 10 bis 12 Uhr und an den Wochen- 
abendon von 8 bis 9 Uhr abends entgegen. 



Das Eintrittsgeld ist bei der Aufnahme zu 
entrichten und betrügt für dns Halbjahr bis zu 
4 wöchentlichen Unterrichtsstunden 4 M., hei 
mehr als 4 Stunden 6 M. 

Der Unterricht in dor Mechanik ist für Teil- 
nehmer des Gewerbesaales frei. 

Bedürftigen können mit Genehmigung der 
Deputation für die städtischen Fach- und Fort- 
bildungsschulen Freistellen gewährt werden. 

Durch den Besuch der Sonntags- und Abend- 
klassen der Gewerbesaal-Abteilungen worden 
diejenigeu männlichen Arbeiter (Lehrlinge, Ge- 
sellen, Gehilfen u. s. w.), welche nach dem 
30. September 1890 geboren sind, bis zum 
Schlüsse des Schulhalbjahres, in welchem sie 
das 17. Lebensjahr vollendet haben, nicht der 
Verpflichtung enthoben, die von der Stadt 
Berlin eingerichtete Pflichtfortbildungsschulo 
zu besuchen. 

Über die Übungswerkstätten ist in dieser 
Zeitschrift wiederholt ausführlich berichtet 
worden (u. a. 1902. S. 188. u. 190,1. 8 . 93). 

Genaueres über den Gowerbesaai ist aus 
dom Programm zu ersehen, das vom Direktor 
kostenfrei zu beziehen ist. 

Die Kgl. Württembcrgische Fachschule 
für Feinmechanik einschl. Uhrmacherei und 
Elektromechanik in Schwenningen am Neckar 
hat ein vorzüglich ausgestattetes Programm 
herausgegeben, das nicht nur Uber den Unter- 
richt Aufschluß erteilt, sondern auch durch 
2 Pläne und 8 Innenansichten ein Bild von 
diesem ausgezeichnet eingerichteten und gelei- 
teten Institut gibt. 

Der Vorhand Deutscher Elektrotechniker 
wird seine Jahresversammlung in der Zeit vom 
24. bis zum 27. Mai in Stuttgart abhalten. 



Qlastechnisohes. 

Die amerikanischen 
PrQfungsbestltnmungen für 
Thermometer. 

(FortutMumg) 

II. Elektrische Wtderstandsthcrmometer. 

Diese Thermometer beruhen auf der Ver- 
änderung des elektrischen Widerstandes eines 
Metalies (besonders Platin) mit der Temperatur. 
Wenn das Platinthermometer richtig konstruiert 
ist und bei seinem Gebrauch alle erforderlichen 
Vorsichtsmaßregeln beachtet werden, so ist es 
ein Instrument von sehr gToßer Genauigkeit 
zum Messen der tiefsten erreichbaren Tempera- 
turen bis hinauf zu etwa 1000° C (1800° F ). 



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08 



GlastcchnUches. 



Deutsche 

Merhaniknr*ZtK' 



Die vollständige Prüfung eines Platin- 
thermometers umfaßt die Bestimmung seiner 
Konstanten zum Messen des elektrischen 
Widerstandes bei drei bekannten Tempe- 
raturen: Eispunkt, Siedepunkt des Wassers 
und Siedepunkt des Schwefels. Falls das 
Plalinthermometer zum Messen von Tem- 
peraturen unter — 100° C ( — 150° F) 
benutzt werden soll, tritt der Siedepunkt 
des flüssigen Sauerstoffs an Stelle des- 
jenigen des Schwefels. 

Gebühren. (Verzeichnis 37). 

Dollar 

a) Vollständige Prüfung eines 

Platin - Widerstandsthermo- 
meters für Präzisions- 
arbeiten 7,50 

b) Prüfung eines Platin- oder 

anderen Widerstandsther- 
mometers für industrielle 
Zwecke mit minderer Ge- 
nauigkeit 3,50 

c) Prüfung der Widerstands- 

büchsen oder der Kompen- 
sationsapparate, welche in 
Verbindung mit Wider- 
standsthermometern ge- 
braucht werden, geschehen 
gemäß den Vorschriften der 
Prüfungsbestimmungen für 
Widerstände (Zirkular Xr.6). 

111. Optische Pyrometer. 

Alle Arten Instrumente, welche die Tem- 
peratur in Werten der Intensität des Lichtes 
oder der Strahlung eines glühenden Körpers 
zu messen gestatten, werden für die Prtlfungs- 
zwecke unter dem Namen von optischen Pyro- 
metern zusammengefallt. 

Diese Methode ist sehr empfindlich, da die 
Lichtintenaität viel schneller zunimmt als die 
Temperatur. Der Meßbereich gebt von dunkler 
Rotglut (600° C) bis zu undefinierbar hohen 
Temperaturen. Ein solches Pyrometer ist voll- 
kommen getrennt von dem Körper oder Ofen, 
dessen Temperatur gemessen werden eoll, was 
für viele Prozesse von großem Vorteil ist. 

Derartige Pyrometer werden deshalb be- 
sonders gebraucht zurMessung der Temperaturen 
von unzugänglichen oder bewegten leuchtenden 
Körpern und zur Ermittlung der Gleichförmig- 
keit der Hitze in einem Ofen oder auf einer 
großen Fläche. Es ist das einzige Instrument, 
das zur hinreichend genauen Schätzung sehr 
hoher Temperaturen geeignet ist. Die mit op- 
tischen Pyrometern erreichbare Genauigkeit 
schwankt sehr mit dem Instrument, der Tem- 
peratur, der Erfahrung des Beobachters und 
der von ihm geübten Sorgfalt. 



Die verschiedenen gebräuchlichen optischen 
Pyrometersind Gegenstand einerexporimenteilen 
Untersuchung gewesen, deren Ergebnisse im 
Bulletin Nr. 2. 190S von C. W Waldner und 
G. K. Burgess unter dem Titel Oplical Fyro- 
mrtry mitgeteilt worden sind. 

Das Bureau ist auf die Prüfung von 
optischen oder Strablungs - Pyrometern 
der gebräuchlichen Art eingerichtet, ebenso 
auch auf Prüfung von Pyrometern nach 
Mesur6-Nouel, Morse, Holborn-Kurl- 
baum, LeChatelier, Wanner, Fery u.a. 

Die Prüfung besteht in Bestimmung der 
Ablesungen des Instruments bei drei oder 
mehr bekannten Temperaturen in Graden 
der Normalskain des Bureaus, wobei die 
für den Gebrauch des Instruments be- 
sonders zu beachtenden Vorsichtsmaßregeln 
ermittelt werden. Eine beigegebene Tafel 
liefert die Temperaturen, wie sie sich aus 
den Ablesungen am Instrument ergeben. 

Gebühren. (Verzeichnis 38). 

Dollar 

а) Für Prüfung eines Pyrometers 

bei drei Temperaturen . 7,50 

б) Für jeden weiteren Punkt . 1,00 

1 V. Ausdchnungs- und andere Pyrometer 1 ). 

Für Temperaturen über 1400° F werden 
vielfach Pyrometer gebraucht, die auf der 
relativen Ausdehnung von Metallen oder 
eines Metalles und Graphit beruhen. Diese 
Instrumente sollten von Zeit zu Zeit 
geprüft werden, um die Nullpunkts- 
änderungen festzustellen. 

Das Bureau übernimmt auch die Prüfung 
von anderen Pyrometertypen, wie die ver- 
schiedenen Arten Kegistrierinstrumente, 
ferner solche die auf anderen Eigenschaften 
beruhen, wie spez. Wärme, Ausdehnung, 
Transpiration, Viskosität u. s. w. 

Die Gebühren für hochgradige Thermo- 
meter sind bereit« mitgeteilt worden. Für 
die letztere Art Pyrometer wird ein be- 
sonderes Verzeichnis nicht aufgeBtellt, viel- 
mehr hängt der Betrag der Gebühren von 
der Konstruktion des Pyrometers, der 
Schwierigkeit der Prüfung, den Tempera- 
turen, bei welchen die Prüfung gemacht 
werden soll, und dem Grad der gewünschten 
Genauigkeit ab. 

V. Wä rmemessungen . 

Das Bureau übernimmt auch die 
Prüfung der verschiedenen Arten von kalori- 
metrischen Apparaten und die Bestimmung 

') Ober die hochgradigen (jueckeilberthermo- 
meter ist schon auf S. 18 berichtet. 



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H* ft 7. 

I. April IW». 



Glastechnisches. 



69 



der thermischen Eigenschaften von Brenn- 
materialien, Ölen und anderen Substanzen. 
Ebenso werden im wissenschaftlichen oder 
technischen Interesse auch Bestimmungen 
der Ausdehnungskoeffizienten in hohen 
Temperaturen, spez. Wärme, Siedepunkte, 
Schmelzpunkte von Metallen, Legierungen, 
Mineralien u. s. w. ausgeführt. 

Gebühren. (Verzeichnis 39). 

Dollar 

a) Prüfung von Verbrennungs- 

kalorimetern nach Mahler, 
Berthelot, Junkers 
u. s. w., einschließlich der 
Bestimmung des Wasser- 
wertes und der Korrek- 
tionen der Quecksilberther- 
mometer nebst Ausstellung 
der Zeugnisse .... 7,50 

b) Bestimmung der Verbren- 

nungsw'ürrae von Brenn- 
materialien, einschließlich 
angenüherter Analyse (für 
staatliche und städtische 
Behörden und in besonderen 
Fallen für Vereine und 
Private) 10,00 

c) Für andere Warmemessungen 

hiLngt der Gebührenbetrag 
von der Art der Prüfung ab. 

Schließlich fordert das Bureau alle die- 
jenigen auf, die sich für pyrometrische 
Messungen interessieren, die Laboratorien 
des Bureaus zu besuchen, um die ver- 
schiedenen dort befindlichen Pyrometer- 
typen in Tätigkeit zu sehen. 

Wir haben in vorstehenden Artikeln die 
Thermometer Prüfungsbestimmungeu für Frank- 
reich, England, Vereinigte Staaten von Nord- 
amerika wiedergegeben und an einigen Stellen 
mit kritischen Bemerkungen versehen. Wenn 
wir jetzt zum Schluß nochmals einen Gesamt- 
vergleich mit den deutschen Prüfungsvor- 
schriften ziehen, so müssen wir zunächst wieder- 
holen, daß ulle drei auswärtigen Bestimmungen 
sich eng an die deutschen anlehnen, aber 
außerdem den nationalen Eigentümlichkeiten 
der Industrien der betreffenden Lander Rechnung 
tragen. 

EindeutlicherEinflußder deutschen Prttfungs- 
bestimmungen laßt sich auch darin erkennen, 
daß die Vorschriften auf die Prüfung von Ein- 
schlußthermometern Rücksicht nehmen, wahrend 
bis vor kurzem in allen drei Ländern fast aus- 
schließlich Stabthcrmoraeter in Gebrauch waren. 
Es kann ja aucli gar keinem Zweifel unter- 
liegen, daß die Einschlußthermometer in den 
meisten Fallen, wo das Thermometer als Hilfs- 



instrument dienen soll, den Vorzug der be- 
quemeren und sicheren Ablesung für sich 
haben. Ein anderer Vorzug besteht darin, daß 
sie nicht so leicht cinschränken oder in der 
Kapillare einspalten, was bei Stabthermoroeteru. 
namentlich an den Stellen, wo das Gefäß an- 
geschmolzen ist, leicht eintritt. Für gewisse 
Typen von Thermometern dagegen wird man 
stets das Btabtherinometer bevorzugen, wie 
z. B. für Hauptnormul - Thermometer ersten 
Ranges, bei denen die Umständlichkeit der Ab- 
lesung keine Rolle spielt, oder tür hochgradige 
Thermometer oder Tiefseethermumeter, wo es 
die Konstruktion erfordert. 

(Schluß foltfU 

Verwendung von Qutirzgefäfeen für 
Vorlesungsversuche. 

Von E. Fischer. 

Chem. Ber. 37. S. 4605. 1004. 

Verf. betont, daß Quarzgefäße als Tiegel, 
Schalen, Röhren vielfach die wesentlich teureren 
und undurchsichtigen Platinapparate ersetzen 
können. Ganz besonders ist die Anwendung 
eines Quarzkolbens zu empfehlen für den 
Hofmannschen Vorlesungsverauch, die Wasser- 
bildung aus Wasserstoff und Sauerstoff. Diese 
Gase werden durch Porzeilankapillarc» in den 
Quarzkolben, der am Boden mit Flatinasbeat 
bedeckt ist, eingeleitet, zuerst Wasserstoff so- 
lange, bis der ganze Kolben damit angefüllt 
ist. Dann erhitzt man und läßt nun den 
Sauerstoff zutreten, der dann die Knallgas- 
flamme erzeugt. Durch das Destillierrohr des 
Quarzkolbens entweicht der Wasserdampf, der 
in einem Schlangenkühler kondensiert wird. 
Derselbe Apparat ist zu mehreren ähnlichen 
Versuchen zu benutzen. J. 

Gebrauchsmuster. 

Klasse: 

30. Nr. 271 164. Milchglasspekulum mit spie- 
gelnder Innenfläche für Scheidenunter- 
suchungen. Alt, Eberhardt & Jäger, 
Ilmenau, Thür. 14. 12. 05. 

42. Nr. 269 811. Für Sterilisierbehälter u. dgl. 
bestimmte Thermometerhülse mit stopfen- 
ähnlichem Ansatz an der Deckeldurchtritts- 
stelle und fahnenartig angebrachter Tafel 
für die Tomperaturskala und Kennzeichnung. 
O. & H. Keller, Frankfurt a. M. 8.1.06. 

Nr. 270 443. Gärungs-Saccharometer mit dop- 
pelt U-förmigem Rohr. Th. Lohnstein u. 
R. Lohnstein. Berlin. 18.1.06. 

Nr. 271 026. Meßzylinder aus Glas, für photo- 
graphische und andere Zwecke, welcher in 
einen gesondert hergestellten Fuß aus Por- 
zellan eingesetzt ist. W. Schmidt & Co., 
Luisental, Thür. 4. 9. 05. 



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70 



Bücberschau 



Deutsche 

M*cb«.Dik«r-ZtR. 



Bücherschau. 

S. (.arten, Leitfaden der Mikroskopie. 2. Aufl,, 
vollständig neu bearbeitet, kl. -8°, XL, 
•262 S. mit 152 in den Text gedruckten Ab- 
bildungen und einer farbigen Tafel. Leip- 
zig, J. J. Weber 1904. 4,00 M. 

Das vorliegende Werkchen, das den jungen 
Mikroskopiker mit dem Wesen und der 
Wirkungsweise seines Arbeitsinstrumentes ver- 
traut machen will, bewegt sich bezüglich seines 
Inhalts und UmfaugB glücklich zwischen den 
beiden Extremen, dem Zuwenig, wie cb das 
Lehrbuch der Physik, und dem Zuviel, wie es 
die meisten Spezialwerke über Mikroskopie 
bieten. DaB Büchlein ist für den Anfänger be- 
stimmt und führt ihn bequem, mit geschickter 
Überwindung der sich darbietenden Schwierig- 
keiten in das Verständnis des Mikroskops ein. 
Der Verfasser behandelt unter Beachtung der 
neuesten Forschungsergebnisse die Theorie des 
Mikroskops, wobei auch die mikroskopischen 
Hilf«- und Nebenapparate, das Polarisations- 
mikroskop, die Lupen, das Prüparierstativ und 
die Zeichenapparate Berücksichtigung finden. 
Ferner wird der Gebrauch des Mikroskops be- 
sprochen, wobei vor allem Anleitungen zur 
Prüfung des Mikroskops gegeben werden. 
Schließlich vermittelt der dritte Teil des Leit- 
fadens einen Überblick über die verschiedenen 
üblichen mikroskopischen Untersuchungsme- 
thoden. Hr. 

C. Dietzschold, Die Hemmungen der Uhren, 
ihre Entwicklung, Konstruktion, Reparatur 
und Behandlung vor der Reglage, liebst zu- 
gehörigen Tabellen, zahlreichen Abbildungen 
und 6 Portrait«. Allgemein verständlich be- 
arbeitet für Uhrmacher, Ingenieure, Tech- 
niker u. e. w., 8°, X., 234 S. mit 84 Abb. 
Krems a. Donau, Nieder- östr. im Selbst- 
verlag des Verfassers 1905. Geb. 4,40 M. 

Das Buch gibt zunächst nach der Klar- 
legung dos Begriffes und der Aufgaben der 
Hemmung eine eingehende Darlegung der ge- 
schichtlichen Entwicklung dieses wichtigen 
Elementes. Im Anschluß hieran werden die 
gebräuchlichsten Hemmungen nach ihrer Kon- 
struktion und Wirkungsweise betrachtet. Die 
Darstellung wird unterstützt durch gute Kon- 
struktionszeichnungen, von denen allerdings 
einige im Format etwas zu klein ausgefallen 
sind, so daß ihre Deutlichkeit zu wünschen 
übrig laßt. Der rUckführenden und der ruhendon 
Ankorhemmuug, dem Zylindergang, dem freien 
Ankergang ist ihrer Bedeutung gemäß besonders 
breiter Raum angewiesen. Daneben sind aber 
auch die seltener vorkommenden Glinge er- 
schöpfend behandelt. Die Aufnahme bequemer 
Tabellen für die Berechnung der Hemmungen 



macht das Buch für den Praktiker besonders 
wertvoll und enthebt ihn außerdem der Mühe, 
Gelglch-Dietzscholds .Tabellen der Uhr- 
macherkunst" zu Rate zu zieheu. Das Eingehen 
auf die praktische Herstellung der Hemmungen, 
ebenso auf biographische Einzelheiten der Groß- 
meister der Uhrmacherei und nicht zuletzt die 
häufig subjektive Art der Darstellung gibt dom 
Buch etwas lebendiges. Wir empfohlen das 
Werk, welches den I. Band einer utnfussenden 
.Uhrmacherei-Bibliothek" bildet, unseren Lesern 
angelegentlich. Q. 

G, Th. Stier, Der praktische Werkmann. 8°. 
Vollständig in etwa 20 Heften. Mit zahl- 
reichen Abbildungen und Tabellen. Leipzig, 
M- Schäfer 1905. Heft 1 u. 2. 64 S. Jedes 
Heft 0,50 M. 

Aua den bisher erschienenen zwei Heften 
laßt sich noch kein Urteil gewinnen, wie das 
Buch als Ganzes wirken wird. Der Zweck des- 
selben, der Lehrlingsausbildung in den Metall 
bearbeitenden Berufen zu dienen, ist jedenfalls 
löblich. Man merkt dem Buch an, daß der 
Verf., ein erfahrener Werkmeister, viel Eigenes 
gibt. Das ganz besondere Eingehen auf 

Eisen und Stahl macht das Werkchen für 
Schlosser und Maschinenbauer jedenfalls be- 
sonders geeignet. Q. 

II. Bouasse, Essais des materiaux. Notions fon- 
damentale* relatives aux deformation* Hasti - 
que* et permanente*. Aus Bibliotheque de 
FiUve-ingenieur. gr.-8°. 145 S. mit 54 Abb. 
Paris. Gauthier-Villars 1905. Broch. bFr. 

Auf sehr engem Raum ist das wichtigste 
über die elastischen Deformationen der Körper 
dargestellt. Für manchen Leser der Mechaniker- 
Zeitung dürften namentlich die eehr einfachen 
Versuchsanordnungen von Interesse sein, welche 
der Verf. zum experimentellen Studium der 
elastischen Deformationen angibt. Einige Bei- 
spiele hierfür seien an dieser Stelle angeführt. 

Zur Demonstration der Viskosität der Flüs- 
sigkeiten bedient sich der Verf. folgender 
Einrichtung. Ein zylindrisches, mit Flüssigkeit 
gefülltes Glasgefnß kann durch ein sinkendes 
Gewicht ln gleichförmige Umdrehung versetzt 
werden. Ein zweites etwas engeres Gefäß 
taucht mit dem Boden nach oben in die Flüssig- 
keit. Es hängt an einem feinen Draht. Aus 
der Torsion des Drahtes wird die Viskosität 
bestimmt Zur Aufzeichnung elastischer De- 
formationen verwendet Bouaeso eine Re- 
gistriertrommel, welche von einem Schwimmer 
angetrieben wird. Je nach der Größe des Aus- 
flusses aus dem hohen zylindrischen Gefäß, 
welches deu Schwimmer aufnimmt, wird die 
Trommelbewegung schneller oder langsamer. 

Q. 



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H*n 7. 

I. April i«n«. 



Patenticbau. 



71 



Patentscha u. 1 ) 

Vorrichtung zum maschinellen Blasen von Glnshohlkörpcrn, insbesondere Tafel- 
gtaswalzen, aus einer schichtförmig ausgebreiteten, durch einen Rahmen an den Rändern fest- 
gehaltenen Glasmasse unter Schwenken oder Drehen oder Schwenken und Drehen des Rahmens, 
gekennzeichnet durch die Anordnung des Rahmens an einem mit Antriebsvorrichtungen zum 
Schwenken oder zum Drehen um eine senkrecht zu seiner Ebene gelegte Achse oder zum 
Schwenken und Drehen des Rahmens versehenen Gestell. 

Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das den Rahmen tragende 
Gestell gehoben und gesenkt, gegebenenfalls auch seitlich verschoben werden kann, zum Zweck 
der Einführung der Walze in eine unten, gegebenenfalls seitlich gelegene Anwärmevorrichtung. 
P. Th. Sievert in Dresden. 28. 4. 1903. Nr. 156 585. Kl. 32. 

Verfahren zum maschinellen Blasen von Glashohlkörpcrn — insbesondere Tafel- 
glaswalzen — aus einer schichtförmig ausgebreiteten, durch einen Rahmen an den Rändern 
festgehaltenen Glasmasse, dadurch gekennzeichnet, daß der Rahmen wahrend des Bissens in 
solcher Weise geschwenkt oder gedroht, oder sowohl geschwenkt als gedreht wird, daß die Glas- 
masse ohne Zuhilfenahme einer Form in der der Gestalt des zu erzielenden Körpers entsprechen- 
den Weise und gleichmäßig verteilt wird. Derselbe. 28.4. 1903. Nr. 156 584. Kl. 82. 

Wärmemesser für hohe Temperaturen, bei welchem die Strahlung des zu unter- 
suchenden Körpers mit jener eines Normalkörpers verglichen wird, dadurch gekennzeichnet, 
daß der letztere in einem zum Glühen gebrachten und gegen den Einfluß der Heizgase durch 
ein durchsichtiges Quarzrohr geschützten Thermoelement besteht. Hart mann & Braun in 
Frankfurt a. M. 11.2.03. Nr. 156 008. Kl. 42. 

Einrichtung zur Fcrnübertragung von Bewegungen mittels Induktorströme, bei 

welcher durch die zu übertragende Bewegung zunächst eine Feder gespannt wird, welche sich 
nach Erreichung eines bestimmten Betrages der Bewegung entspannt und dem Induktoranker 
eine schnelle Bewegung erteilt, dadurch gekennzeichnet, daß die zu übertragende Bewegung 
mittels eines Exzenters oder dgl. in eine bin- und hergehende Bewegung eines vor der Achse 
des Induktorankers angeordneten Hebels umgewandelt wird, welcher mit dem zwischen zwei 
Anschlügen drehbaren Induktoranker durch eine Feder in der Weise verbunden ist, daß diese 
Feder bei der Bewegung des Hebels gespannt wird und in dessen Endlagen ohne Auslösung, 
lediglich durch Umkehrung dos von ihr auf den Anker ausgeübten Drehmomentes, eine plötz- 
liche Drehung dos Ankers von einem seiner Anschlüge nach dem andern hervorbringt, wobei 
ein Gleichstromstoß von abwechselnd der einen und der anderen Richtung in die Fernleitung 
gesendet wird. Gebr. Ruhstrat in Göttingen. 27.3.1903. Nr. 155937. Kl. 74. 

F.lcktrodynamometcr mit flachen Spulen, die gemäß Pat. Nr. 135 717 in der Ruhelage 
einander mit parallelen Windungsflachen sehr nahe gegenüberstehen und abstoßend wirken, 
wahrend der weitere Verlauf der Skala wesentlich durch eine zweite feste, flache Spule bedingt 
wird, die in gerader oder gebogener Form nahe hinter der orstcren oder seitwärts von ihr an- 
geordnet ist und deren Windungszahl von der ersten festen Spule verschieden sein kann. 
Hartmann & Braun in Frankfurt a. M. 31. 1. 1904. Nr. 156 456; Zus. z. Pat. Nr. 135 717. Kl. 21. 

Vorrichtung znra Kenntlichmachen von Trägcrdarclihiegtingcn, gekennzeichnet 
durch zwei oder mehr übereinander ungeordnete, von einem beweglichen Körper abgedeckte 
Reihen von Kugeln oder Walzen, welche durch den Druck infolge der Trügerdurchbiegung in- 
einandergeschoben werden und so eine in beliebiger Weise meß- oder registrierbare Ver- 
längerung der Kugel- oder Walzenreihe bewirken. M. JUdel & Co. in Braunschweig. 5.2.1904. 
Nr. 155 419. Kl. 42. 

WochselstrommeBgerät nach Ferrarisschem Prinzip, das als Amperemeter oder als 
Voltmeter nusgebildet ist und bei dem das wirksame Drehmoment sich in gleicher Weise wie 
der variable Strom beim Ainperemeter oder die variable Spannung beim Voltmeter ändert, da- 
durch gekennzeichnet, daß die Proportionalität zwischen Ausschlag und Belastung, bei einem 
der Belastung proportionalen oder angenähert proportionalen wirksamen Feld, durch Änderung 
des maßgeblichen Ankerwiderstandes hervorgerufen wird. 



’) Fortan können hier nur Patentansprüche gebracht werden, da das Patentblatt jetzt 
nur solche enthält (vgl. D. Mech.-Ztg. 1905 . 8. 241). 



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72 



Patentschau Patentliste. 



Deutsch« 

Mechanlke r-Ztg . 



Diese Änderung kann entweder dadurch herheigefuhrt werden, daß die Starke dea 
Ankers in Richtung der Kraftlinien an der unter dem Einflüsse des motorischen Feldes stehen- 
den Stelle mit zunehmden Ausschlag abnimmt, oder dadurch, daß die spezifischen Widerstande 
der Metallteile, aus denen sich der Anker zusammensetzt, an der unter dem Einfluß dos moto 
rischen Feldes stehenden Stelle mit zunehmenden Ausschlag zunehmen. E. Morck in Frankfurt 
a. M. 6.3.1904. Nr. 166623. Kl. 21. 



Patentliste. 

Bis zum 12. März 1906. 

Kinase: Inmeldon^n. 

12. Sch. 23 459. Hinrichtung zum Durchlichten 
von Flüssigkeiten mit Quecksilberlicht be- 
hufs Erzeugung einer chemischen Reaktion. 
Schott & Gen., Jena. 2.3.05. 

21. A. 12717. Elektrizitätszähler. Allg. Elek- 
trizitäts-Gesellschaft, Berlin. 6. 1. 06. 

B. 37 976. Elektrische Vakuumdampflampe. 
Ch. 0. Bastian, London. 29.8.04 

G. 21 433 u. 22261. Magnetische Entlastungs- 
Vorrichtungen für Meßiustrumente mit senk- 
rechter Drehachse, insbesondere für Motor- 
zähler. Th. tiruber, Lüdenscheid i. W. 
2. 6. 05 u. 24. 7. 05. 

32. S. 20 843. Verfahren zur Herstellung beider- 
seitig offener Glashohlkörpcr; Zua. z. Pat. 
Nr. 164 442. P. Th. Sievert, Dresden. 
10. 3 05. 

42. A. 12 221. Vorrichtung zur Fixierung und 
Einbettung von Objektiven zwecks Her- 
stellung mikroskopischer Präparate. G. 
Arndt, Erlangen. 22 7.05. 

B. 38 285. Elektrisch betriebener Kreisel in 
kardunischer Aufhängung. L. Sch wart z- 
kopff, Berlin. 15.10.04. 

H. 33 544. Vorrichtung zur gleichmäßigen 
Erwärmung oines Raumes. M. Hering, 
Aachen. 8. 8. 04. 

R. 20 354. Paooramafernrohr für Untersee- 
boote mit mehreren, den Horizont sektoren- 
weise aufnehmenden Objektiven. F. Rebm, 
Lichtenfels, Bay 6.11.04. 

Z. 4556. Gelenkdoppelfernrohr mit recht- 
winklig zur Durchsichtsrichtung liegenden 
Rohren. C. Zeiß, Jena. 25.5.06. 

43. K. 28 867. Kartenausgebevorrichtung für 
Totalisatoren o. dgl. Th. Kragl, Preßburg, 
Ung. 3. 2. 06. 

72. Sch. 23 165. Aus Kornspiegel, Visiermarke 
und Zielfernrohr bestehende Visiervor- 
richtung, besonders für Geschütze. F. A. 
B cha uz, Dresden -A. 9.1.05. 

74. B. 38 607. Verfahren zur Fernanzeige des 
Unterschiedes der Einstellungen zweier an 



verschiedenen Punkten befindlichen Zeiger- 
instrumente. E. Bo wieu, Charlottenburg. 
26. 11.04. 

C. 1 i 645. Handgerät zum Ermitteln von Tem- 
peraturerhöhungen. C. Cyon, St. Peters- 
burg. 11.4.03. 

P. 17 301. Kontaktvorrichtung für elektrische 
Signalapparate. W. Pohl jr., Trautenau, 
Böhmen. 2. 6. 05. 

Erteilungen. 

12. Nr. 169 514. Verfahren zum Absorbieren 
von (iason oder Dämpfen mittels Holzkohle. 
J. De w ar, Cambridge, Engl. 26.4.05. 

21. Nr. 170189. Röntgenröhre mit Wasser- 
kühlung H. Bauer, Berlin. 23.2.05 

30. Nr. 169 865. Apparat zum keimfreien Ab- 
ziehen von sterilisierten Flüssigkeiten auf 
sterilisierte evakuierte Kugelröhrchen oder 
Glaskölbchen. B. May na rd, London. 17.6.01. 

32. Nr. 169 958. Verfahren und Vorrichtung 
zum Blusen von Quurzglasgogensländen. 
J. F. Bottomloy, Wallsend-on-Tyne, Engl., 
R. S. Hutton, Manchester, u. A. Paget, 
North Cray, Kent, Engl. 14. 3. 05. 

Nr. 170 234. Elektrischer Ofen zur Erzeugung 
von Quarzglaszylindern. J. F. Bottomloy, 
Wallsend-on-Tyne, Engl., u A. Paget, North 
Cray, Kent, Engl. 1.6.05. 

42. Nr. 17 004 u. 17 005. Kraft- und Arbolts- 
mesaer für sich drehende Weilen u. Zus. 
dazu. M. Arndt, Aachen. 15. 3. 04 u. 16.8.04. 

Nr. 170 233. Vorrichtung zum Auswechseln 
von Fadensystemen in optischen Instru- 
menten. A. Weigel, Braunschweig. 9.7.05. 

Nr. 170 306. Zylindrische Lehrbolzen und Lehr- 
ringe, Toleranz- (Differenz-) Maße und zylin- 
drische Gewindelehren mit einer konischen 
Vorlehre mit oder ohne Teilung. Dolze 
& Slotta, Coswig i. S. 15.7.04. 

48. Nr. 170 085. Verfahren zum Veredeln von 
Aluminiumlegierungen durch Glühen und 
Abschrecken. Zentralstelle für wissen- 
schaftlich -technische Untersuchun- 
gen, Neubabelsberg. 20.10.03. 

64. Nr. 170 057. Gefäß mit doppelten, einen 
luftleeren Uohlraum einschließenden Wan- 
dungen. R. Burger, Berlin. 1.10.03. 



Par die Rednkuon verantwortlich : A. Bleechke ln Berlin W. 

Verleg von Jnllne Springer In Berlin N. — Druck von Kmll Dreyer In Berlin SW. 



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Deutsche Mechaniker-Zeitung. 

Beiblatt zur Zeitschrift für Instrumentenkunde 

und 

Organ für die gesamte Glasinstrumenten- Industrie. 
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik. 

Redaktion: A. Blagchke, Berlin W 30, An der Apoatelkirche 6. 



Heft 8 . 15. April. 


1906. 


Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion gestattet. 





Ober die neuere Entwicklung der nautischen Instrumente. 

Vortrag, 

gehalten auf dem 16. Deutschen Mechanikertag« zu Kiel am 4. August 1905, 

von 

l»r. E. KoUUohtitter io Berlin. 

( ForUttnmg ) 

Nach demselben Grundgedanken sind die Tiefenmesser von Bamberg, Nielsen, 
Cooper & Wigzell und Dobbie gebaut. 

Fig. IS (s. folgende S.) zeigt den in der Kaiserl, Marine gebräuchlichen Tiefen- 
messer von Bamberg, Er besteht aus dem eigentliehen Meßrohr, einem sich bis zu einem 
gewissen Grade nach oben verjüngenden, dickwandigen Glasrohr, das in einer Messing- 
fassung gehalten wird; oben schließt Bich ein feines Röhrchen an, das an der Außenseite 
wieder nach unten geführt ist und hier mit einer weiten Öffnung endet. Sinkt der Tiefen- 
messer im Wasser unter, so wird die Luft im Glasrohr zusammengedrückt, das Wasser 
dringt durch das feine Röhrchen ein und sammelt sich im unteren Teile des Meßrohres 
an, wie die Pfeilchen in Fig. IS anzeigen. Beim Einholen des Tiefenmessers kann das 
einmal eingedrungene Wasser nicht entweichen, da die eiuzige Öffnung sich am oberen 
Ende des Meßrohres befindet. Die Höhe des Wasserstandes in diesem Rohre ist daher 
ein Maß für die erreichte größte Tiefe; an einer empirisch geteilten Skala auf dem Rohre 
kann sie unmittelbar abgelesen werden. Nach dem Gebrauch wird der Tiefenmesser 
durch ein unten befindliches Ventil entleert. Infolge der Verjüngung der Meßröhre ist 
die Verjüngung des Maßstnbes nicht so stark, wie bei den Farbröhren, sie ist bei den 
großen Tiefen von 100 bis 200 in indessen immer noch sehr merklich. 

Dasselbe gilt von dem Nielsensehen Tiefenmesser ') {Fig. 19), der das 
Sinkgewicht selbst enthält. Hier ist die von einem Schutzgehäuse h umgebene und 
sich ebenfalls etwas verjüngende Meßröhre g oben zugeschmolzen und unten durch 
ein Ventil i geschlossen. Stößt das Lot mit dem Teller p auf den Meeresboden auf, 
so wird infolge des Sinkgewichts b der Stift t gegen das Ventil i gedrückt; das Ventil 
öffnet sich und das Wasser steigt in dem Meßrohre bis zu der der Tiefe entsprechenden 
Höhe. Beim Einholen schließt sich das Ventil durch den nunmehr im Inneren 
herrschenden Überdruck, und die erreichte Tiefe wird an der empirisch geteilten Skala 
durch die Höhe der mit nach oben gebrachten Wassersäule bezeichnet. Dieser Tiefen- 
messer liefert ungenaue Angaben, wenn der Lotkörper infolge der Fahrt des Schiffes 
schief auf den Boden trifft, weil dann der Stift t nicht gegen das Ventil i drückt und 
dieses nicht genau die der Tiefe entsprechende Wassermenge eintreten . läßt. 

Beim Apparat von Cooper & Wigzell-) wird daB abgeschlossene Luftquantum 
durch einen sich in einem Zylinder bewegenden Kolben zusammengedrückt, der durch 
den Wasserdruck bewegt wird. Außer durch das Luftpolster wird die Bewegung dieseB 
Kolbens auch noch durch eine Spiralfeder reguliert. Der Kolben nimmt einen auf einer 
Skala spielenden Zeiger mit, der beim Rückgang des Kolbens durch ein Gesperre feBt- 
gebalten wird und auf der der größten erreichten Tiefe entsprechenden Stelle der Skala 
stehenbleibt. Die Verjüngung des Maßstabes ist bei diesem Apparat ebenso stark wie 
bei den Farbröhren. 

«) D. K. P. Kl. 42. Nr. 113 282. — a ) Engineering «?. S. 4SI. 1899. 



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74 



E. Kohl«chUtl*r, Oh*r die neuere Entwicklung der nautischen Instrumente 



Deutsch« 

Mechenlker-Ztg. 



Schnitt A R 




w ird auch 



Keim Tiefenmesser von Dobbie besteht das Meßrobr aus Messing, es ist sehr 
genau gearbeitet und nach oben stark verjüngt. Oben ist es durch einen aufgeschraubten 
Messingdecke), unten durch ein Ventil geschlossen, das nach dem Prinzip des bekannten 
Fahrrad-Ventils, jedoch in bessern- und sichererer Ausführung gebaut ist. Beim llntersinken 
der Röhre überwindet das Wasser den Gegendruck der im Inneren abgeschlossenen 
Luft und dringt durch das Ventil ein; beim Aufholen wird es durch das Ventil zurück- 
gehalten, Die Verjüngung des Messingrohres ist so gehalten, daß dadurch die Ver- 
jüngung des Maßstabes gerade aufgehoben wird. Der Maßstab, an dem direkt Tiefen 
abgelesen werden, ist daher ein linearer, er wird nach Abechraubung des oberen Deckels 
in das Messingrohr eingetaucht und an der Grenze der Benetzung abgelesen. Der 

Schiffsführer taucht gewissermaßen einen reduzierten 
Meterstab in ein der Tiefe nach entsprechend redu- 
ziertes Modell des Meeres ein und führt 
die Lotung selbst im kleinen aus Ob 
sich die Gummiversehlüsse der Ventile 
lange halten werden und nicht sehr oft 
erneuert werden müssen, kann erst die 
Krfahrung lehren. 

Das Ziel des linearen Maßstabes 
von dem Bathometer von Prytz und 
Kung 1 ), mit dem das Reichs-Marine-Amt kürzlich Ver- 
suche angestellt hat, erreicht, jedoch auf einem ganz 
anderen, sehr sinnreichen Wege ; Fig. 30 u. 31 zeigen 
dies Instrument. 

Das Lot besteht aus dom mit einem Sinkge- 
wicht beschwerten Lotkörper und dem Mantel , der 
innerhalb enger, durch die Anschläge p gegebener 
Grenzen an dem Lotkörper auf- und ab- 
gleiten kann. Oben ist 
der Mantel an einem 
Hebel t befestigt, der 
einen Messinghalm II 
dreht, sobald der Mantel 
über den Lotkörper 
gleitet. Der Hahn H enthält eine 
Luftkammer k mit einer seitlichen 
Durchbohrung. Im Lotkörper be- 
finden sich nebeneinander zwei lange 
Rohre von gleichblei- 
bender lichter Weite, 
das aus Messing beste- 
hende Luftrohr l und 
das aus Glas beste- 
hende, von äußert sicht- 
bare und die Skala \ 
tragende Meßrohr m. Beide Rohre'' 
sind unten offen, so daß das Wasser 
an die Öffnung herantreten kann ; 
oben stehen sie entweder mit der 
Durchbohrung des Hahnes in Ver- 
bindung oder sind offen. 

Bevor das Lot ausgeworfen 
wird , werden die beiden Halte- 
federn / zurückgedrttekt , so daß 
der Mantel herabgleitet und dabei 
den Hahn H so dreht , daß die 
dem Luftrohr l kommuniziert und das Meßrohr m 
füllt 




.Ir knitt tSl) 

j€L 
[p I 



S. -hnMtr. 





Pt*. 18 . 

Lullkamnier k mit 

{Fig 30). Während des Sinkens des Lotes 



Fl« I«. 

oben offen ist 
sich das Rohr m daher vollständig mit 



’) Arm. d. Hydr wie. '17. 8. dis u SIS. 1899. 



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11 «ft (t. 

r«. April tSOA. 



E. Ko hlichütt«r, Nautisch« Instrumente. Vertinsnachrichten. 



:*V 



Wasser, wahrend die Luft im Rohre l und in der Kammer k durch den Wasserdruck 
entsprechend der erreichten Tiefe zusammengedrückl wird. Stößt das Lot auf den 
Meeresboden auf, so gleitet der Lotkörper infolge seines großen Gewichtes in dem 
Mantel herunter, bis die Haltefedern f einschnappen. Dabei wird der Hahn H so gedreht, 
daß das Meßrohr m mit der ein bestimmtes und stets 
gleiches Volumen komprimierter Luft enthaltenden 
Kammer k in Verbindung tritt [Fig, 21). Während des 
nun folgenden Aufholens dehnt sich die Luft in der 
Kammer aus, tritt in die Meßröhro m ein und drängt 
das Wasser darin solange nach unten, bis sie wieder 
unter dem Druck der umgebenden Atmosphäre steht. 

Durch den Wassersland im Meßrohr wird dann auf 
der Skala die größte erreichte Tiefe angegeben. 

Da nach dem Mariotteschen Gesetz Volumen 
und Druck, d. i. in diesem Palle die Wassertiefe, um- 
gekehrt proportional sind, so wird die Luft nach dem 
Aufholen aus der doppelten, dreifachen u. s. w. Tiefe 
auch das doppelte , dreifache u. s. w. Volumen ein- 
nehmen und das Wasser um das doppelte, dreifache 
u, s. w. aus der Meßröhre vordrängen. Deshalb ist der 
Maßstab auch bei diesem Tiefenmesser ein linearer. 

Das Bathometer liefert sehr gute Tiefenan- 
gaben, es hat aber den Nachteil, daß es nur bei ganz 
langsamer l-'ahrt des Schiffes zu brauchen ist. Steigt 
die Geschwindigkeit Ober ■! Seemeilen, so reicht das 
Aufstoßen des Lotes auf den Grund nicht mehr aus, 
um es in dem Mantel heruntergleiten zu lassen. 

Alle diese verschiedenen Tiefenmesser, die 
die Farbröhren ersetzen sollen, haben den gemein- 
samen Nachteil, daß die Zuführungekanftie leicht ver- 
schlicken. Kommt einmal Schmutz in eine Lötrohre, 
so wird sie fortgeworfen und die Lotung mit einer 
neuen wiederholt. Gefahr kann dadurch nicht ent- 
stehen, da immer eine zu geringeTiefe gelotet werden 
wird. Die anderen Tiefenmesser dagegen erfordern 
in einem solchen Falle eine umständliche Reinigung. 

Hin fernerer Vorteil ist, daß die Lotröhre nach dem 
Gebrauch fortgeworfen wird, während die Tiefenmesser 
entleert, mit Süßwasser ausgespült und sorgfältig be- 
handelt und aufbewahrt werden müssen. 

in diesem Falle bewährt sich das amerika- 
nische Prinzip, Gebrauchsgegenstände möglichst ein- 
fach zu gestalten und fortzuwerfen, wenn sie ver- 
braucht sind, anstatt auf eine mögliche Reparatur 
und Wiederherstellung zu erneutem Gebrauch Rück- 
sicht zu nehmen. 

(FortarUung folgt ) 



Sie. ao. 



Vereinanachrichten. 



D. O. f. M. u. O. Abt. Berlin E. V. 

Sitzung vom 3. April 1906. Vorsitzender: 
Hr. W. Handke. 

Hr. Prof. Dr. R. 8 dring spricht Uber die 
wichtigsten Prinzipien und Erfolge der Motor- 
luftachiffahrt Redner glaubt, daß es für die 
Aeronaut ik bei ihrem jetzigen Stande sehr 
förderlich wftre, wenn sich die Mechaniker mit 



den einschlägigen Fragen mehr als bisher be- 
faßten. Nach einem kurzen Überblick Uber die 
Literatur und die (jeschichte des lenkbaren 
Luftschiffs erörtert der Vortragende eingehend 
dessen wichtigste Bestandteile, die Ballon- 
hülle, die Propellerschraube, den Motor, das 
Traggerttst und das Steuer; zum Schluß werden 
die bedeutendsten und erfolgreichsten Typen 



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76 

im Bilde vorgeführt und erl&utert. — An den 
Vortrag schließt sich eine längere Besprechung. 

Hr. A. .Jackonkroll <0 17, Rüdersdorfer 
Str. 26) wird aufgenommen; angemeldet hat 
sich Hr. Willy Kioßner (SO 36, Glogauer 
Str. 19). 

Hr. H. Delunel zeigt eine praktische Vor- 
richtung zum Abdrehen der Schleifsteine vor 
(zu beziehen von Bluth & Cochius). Dl 

Zweigverein Hamburg-Altona. Sit- 
zung vom 3. April 1906. Vorsitzender: Hr. 
Dr. H. Krüß. 

Als Mitglied wird die Verwaltung des 
Gew erbeschul wesens aufgenommen. 

Zur Vorbereitung des Sommcrnusfluge» wird 
eine Kommission eingesetzt und beschlossen, 
die Hamburg-Amerika-Einie um die Erlaubnis 
zu bitten, eines ihrer modernen Schilfe zu be- 
sichtigen. 

Hr. E. Gollmer halt einen Experimental- 
vortrag über Ströme von hoher Spannung und 
hoher Frequenz. Nach Erläuterung der Vor- 
gänge beim Transformieren und der Wirkungs- 
weise des Induktors, des Tesla-Transformators, 
der Kondensatoren und des Kohärers führt der 
Vortragende eine große Anzahl wohlgelungener 
Versuche über Röntgen- und Kathodenstrahlen, 
Obertragung von elektrischen Schwingungen, 
Telegraphie ohne Draht und verwandte Er- 
scheinungen vor. H. K. 



Kleinere Mitteilungen. 

Der Stereo • Haimos 9 < 12 cm und 
der Minimum - Pal mos 8 :< 9 cm der 
Firma Carl Zeit« ln Jena. 

Die photograpbi chen Kameras der 
Finna Carl Zeiß sind sämtlich aus I.eicht- 
metall hergestellt und vereinet) Zuverlässig- 
keit im Gebrauch mit großer Bequemlich- 
keit in der Handhabung. Hisher sind der 
Minimum - Paitnos (9 X 12, 9 x 18 cm, 

.'$'/« x 4 1 /, und 4 ' 5 inches), eine Klapp- 
kamera für kürzeste Freibanduufnahiuen, 
und der Universal-Palmos 9 X 12 cm be- 
kannt geworden 1 ). 

Jetzt kündigt die Firma zwei weitere 
Modelle, den Stereo-Palmos 9 x 12 cm und 
den Minimum - l’almos 6X9 cm an, die 
manchem Bedürfnis abhelfen und die Reihe 
der Palmos-Modelle zu einem gewissen Ab- 
schluß bringen. 

Der Stereo-Palmos 9 X 12 cm ist ein 
allseitig geschlossenes Kästchen, dessen 
eine Wand aufklappbar ist und als Lnuf- 

•) S. D Mech.-Ztg.il»OS. S.2W 



Deutsch« 
Mech*nlk#r-Zff 

boden für den Objektiv-träger dient. Für 
Stereo - Aufnahmen werden zwei Tessare 
1/6,3 f — 84 mm beigegeben und in einer 
Entfernung von 59,5 mm auf dem Ob- 
jektivbrett montiert. Die Irisstellringe sind 
gekuppelt, so daß die Irisöffnung für beide 
Objektive gleichzeitig gestellt werden kann. 
Das eine der Stereo-Objektive kann unter 
Benutzung eines zweiten Objektivbrettchens 
und nach Entfernung der Stereo-Zwischen- 
wand als Objektiv für Panoramen 9X 12 cm 
benutzt werden. 

Für Momentaufnahmen 9 X 12 cm mit 
kleinerem Gesichtsfeld, also mit größeren 
Figuren, z. B. für Porträts, Gruppen, 
Straßenszenen u. dgi., ist die Benutzung 
eines Tessars 1/6,3 f = 145 mm vorge- 
sehen. Der Fokalschlitzverschluß gestattet 
kürzeste Momentaufnahmen aus freier Hand 
sowie beliebige Zeitauinahmen auf den) 
Stativ. Die Bedienung des Verschlusses 
ist sehr einfach und die Zuverlässigkeit 
läßt nichts zu w-ünschen übrig. 

Den Stereo-Palmos kann man also außer- 
ordentlich vielseitig benutzen, und dabei 
steht er ganz in dem Dienst der modernen 
Richtung, die die übertriebene Perspektive 
und unnatürliche Plastik im Stereobilde zu 
vermeiden und in jeder Beziehung die volle 
Natürlichkeit zu erreichen sucht. Die 
9 < 12-Stereogramme, mit geeigneten Ste- 
reoskopen betrachtet, lassen das Bild in 
der richtigen Perspektive und der lebens- 
wahren Plastik erscheinen. Geeignet sind 
speziell die Doppel-Veranten und überhaupt 
Stereoskope, deren Gläser auf die Augen- 
weite einstellbar und deren Brennweite 
gleich der Brennweite der Aufnahmeobjek- 
tive sind. 

I Schluß folgt J 



Glastechnisches. 

Die amerikanischen 
Prüfungsbestlinmungen für 
Thermometer. 

(Schluß) 

Di© französischen Prüfungabestimmungen 
stellen in bezug auf die Einhaltung bestimmter 
Fehlergrenzen die höchsten Ansprüche, wobei 
zweifellos der Einfluß des Bureau International 
des Poids et Mesurts zur Geltung gekommen 
ist. Ob aber außer den wegen ihrer Genauig- 
keit berühmten Fabrikanten Baud in und 
Tonnelot in Frankreich noch weitere Firmen 
vorhanden sind, die deu erhöhten Ansprüchen 
genügen können, vermag der Ref. nicht zu 
beurteilen, auf der Pariser Weltausstellung war 



Vsrcinsnachnchlnn — Kleiner» Mitteilungen. - Glastechnische*. 



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Glattechnischet. 



77 



H«ft 8. 

I.V April 1806 

nicht viel davon zu sehen. Auch darf es wohl 
bezweifelt werden, ob so enge Fehlergrenzen, 
wie «ie beispielsweise für die Halb-PrÄzisions- 
thermometer zwischen 0 und 100°, nämlich nur 
0,15°, vorgeschrieben werden, notwendig und 
fQr die Industrie von Nutzen Bind. 

Für die Prüfung ärztlicher Thermometer 
besteht eine Erschwernis in der Beigabe eines 
Thermometers zur Prüfung der Identität des 
Glases und der Beibringung eines Zeugnisses, 
«laß die eingereichten Thermometer aus der- 
selben Glassorte bestehen. Diese Umständlich- 
keit fallt bei den deutschen Thermometern aus 
dem Jenaer Normalglas weg, da sie durch den 
eingeschmolzenen rotvioletten Streifen gekenn- 
zeichnet sind. 

Die englischen Prüfungsbestimmuuge» 
stecken die Fehlergrenzen namentlich für die 
hochgradigen Thermometer viel weiter, nach 
Ansicht des Rof. zum Teil zu weit, da sie über 
die deutschen noch hinausgeheu. Bei meteo- 
rologischen und anderen Thermometern für 
Temperaturen zwischen 12° lind 212° F ( — IO* 
und 100° C) werden die Korrektionen nicht ge- 
nauer als auf 0,1° F angegeben, wahrend bei 
den Prüfungen in der Physikalisch-Technischen 
Reichsanstalt bei meteorologischen Thermo- 
metern noch 0,02° C und bei den anderen 
feineren Thermometern noch 0,01° C angegeben 
werden. 

Bei ärztlichen Thermometern sind nach den 
englischen Bestimmungen sogar noch Fehler 
bis 0,4° F (0,3° C) zugelasson. wahrend bei uns 
nur Fehler bis 0,1° C gestattet sind. 

Ein Mangel besteht ferner darin, daß den 
Prüfungen am National Physical Laboratory die 
Kewglasskala und nicht die Internationale 
Wasserstotlskala zu Grunde gelegt ist 

Die amerikanischen Prüfungsbestimmungen 
dürfen in vielen Hinsichten als vorzüglich be- 
zeichnet werden, sie sind auch die jüngsten, 
so daß hei ihnen alle Erfahrungen, die die an- 
deren Institute im Laufe der vielen Jahre ge- 
sammelt haben, und die neueren Fortschritte 
der Thermometrie im vollen Maße benutzt 
werden konnten. Sie unterscheiden sich 
wesentlich von den übrigen dadurch, daß sie 
außer den eigentlichen Prüfungsvorschriften 
viele Anweisungen über die Herstellung und 
den sachgemäßen Gebrauch der Thermometer 
enthalten, was für die amerikanischen Ver- 
hältnisse als besonders nützlich anerkannt 
werden muß. 

Ala Hauptvorzug der deutschen Thermo- 
meter muß die Verweudung des Jenaer Glases 
bezeichnet werden, das unter wissenschaft- 
licher Kontrolle in stets gleicher Beschaffen- 
heit hergestellt wird und den in anderen 
Landern verwendeten Glassorten vielfach über- 



legen ist; nur das französische verre dur kommt 
dem Jenaer Glase 16 üi an Güte nahe, wahrend 
es dem Jenaer Glas 59 111 nachsteht. 

Was schließlich die Prüfungsgebühren an- 
betrifft, so sind dieselben für einzelne Instru- 
mente in den anderen Landern durchweg 
höher, am höchsten in England; zieht man aber 
die in den anderen Landern gewahrten Rabatte 
bei gleichzeitiger Prüfung einer größeren 
Anzahl gleichartiger Thermometer in Betracht, 
so kommen sie den deutschen nahe oder stellen 
sich, z. B. in Amerika für die ärztlichen Thermo- 
meter, noch niedriger als bei uns. 

Eine genaue Vergleichung der Prüfungsge- 
bühren für die verschiedenen Lander unter- 
einander laßt sich kaum durchführen, da z. B. 
in Frankreich eine Grundtaxe erhoben wird, 
zu der die Gebühren für die einzelnen Punkte 
hinzutreten. Ferner gelten in England für ge- 
wisse Thermometergat tun gen feste Gebühren, 
was die Vergleichung erschwert. 

Um aber doch einen Anhalt zu haben, 
mögen umstehend noch zwei Zusammen- 
stellungen folgen über die Gebühren für ärzt- 
liche Thermometer und für bessere Labora- 
toriumsthermometer, wie sie für die verschie- 
denen Lander gelten. Bei der Umrechnung in 
Mark ist gerechnet 1 fr. = 0,80 AL. li = 1 AL, 
1 Dollar — 4M. 

In den unter Kontrolle der Reichsanstalt 
stehenden Prüfungsanstalten in Ilmenau und 
Gehlberg kostet die Prüfung eines Maximum- 
thermometers 0,60 M und diejenige eines Mi- 
nuten-Maximumthermometers 0,80 Af. In Frank- 
reich ermäßigen sich die Gebühren um 0,60 M . 
0,45 Af., bezw. 0,30 Af.. wenn kein Prüfungs- 
Schein verlangt wird. In Amerika werden für jede 
Anzahl zwischen 8 und 12 Thermometern zusam- 
men 8 M. und für jede Anzahl zwischen 54 und 
72 Stück zusammen 36 M au Gebühren erhoben. 

In Frankreich tritt noch eiue Grundtaxe für 
die vorläufige Prüfung, die Stempelung und 
Bescheinigung von zusammen 0,64 M. hinzu, 
dagegen werden Rabatte von 25 °/ 0 bei 5 In- 
strumenten und von 50 % hei 10 und mehr In- 
strumenten bewilligt. In England worden Ra- 
batte von 10 bis 25 % bei 10 und mehr In- 
strumenten gewährt. In Amerika ermäßigen 
sich die Gebühren auf etwa die Hälfte, sobald 
6 oder mehr gleichartige Thermometer gleich- 
zeitig eingereicht werden. Ganz genaue Ver- 
gleiche der Gebühren sind, wie gesagt, nicht 
möglich, da die Eiuzelbestimmuugen z. B. über 
die Temperaturintervalle, für welche obige Ge- 
bühren gelten, bei den verschiedenen Landern 
nicht ganz gleich sind. 

Im ganzen genommen geht aus den Rabatt- 
gewahrungen der fremden Lander hervor, daß 
die Regierungen bestrebt sind, die Massen- 



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78 



GlaitechnUchca. — Bücharschau und PreisUaton. 



Daatacb« 

Mcftunlker-Zig 



fabrikaticn in ihren Staaten zu fördern, was | ohne Rücksicht aut die Anzahl die Möglichkeit 
besonders den großen Fabrikanten zu gute ; bieten, daß auch die kleinen Fabrikanten 
kommt, wfthrend bei uns die gleichen Preise | leistungsfähig bleiben. 

Prüfungsgebühren für ärztliche Thermometer 



Deutschland 




(in MarA:) 

Frankreich 


England 


Amerika 




für da* 
Stück 


einzeln 


hei 5 Stück bei 10 Stück 


einzeln 


mehr 


bi« 8 Stück 1S ^ 
54 Stock 


79 u. 
mehr 


Maximum- 0,70 


1,44 


1,08 0,72 


1,00 


0,90 


1.00 0,67 


0.50 


Minuten- 1,00 


1,66 


1,17 0,78 


2,00 


1.80 


1,00 0,67 


0.50 



Prüfungsgebühren für bessere Lahor atoriumsthermonutcr 

(in Mark) 



in Temperaturen 
zwischen 


Druttchlan.l 


- 80° 


und 


— 30“ 


1.00 


— 30° 




0» 


0,75 


0° 




50" 


0.25 


60° 


» 


100" 


0,50 


100° 




200» 


0,75 


200° 


„ 


300» 


1,00 


300 • 


m 


400» 


1.00 


400° 


„ 


500» 


1,50 



Vollständige Gasanalyse mittels 
Druckmessung. 

Von A. Wohl. 

Chem. Ber. 37. S. 433. 1904. 

Verf. verwendet Goakolben mit Wasser- | 
mantel. Die äußere Wandung eines doppel- , 
wandigen. innen etwa 100 ccm lassenden Kolbens 
hat zur Wasserfüllung einen Tubus, der mittels 
Kork- oder Gummistopfens verschlossen wird 
Der Hals des Kolbens ist mit Hahn versehen ; 
und endigt in ein Rohr von geringer Weite. 

j. I 



Büoheraohau u. Preislisten. 

Dr. IC. Vogel, Taschenbuch der praktischen 
Photographie. Bearb. von Paul Hanneke. 
13. u. 14. Auflage. (43. bis 60. Tausend). 
8°. VIII, 32 8. mit 122 Abb., 14 Tf. und 
20 Bildvorlagen. Berlin, Gustav Schmidt 
1906. Geb. in Leinw. 2,60 M- 
Die neue Auflage des bekannten Taschen« 
huches der Photographie von E. Vogel ist be- 
arbeitet von dem Herausgeber der „Photo- 
graphischen Mitteilungen“. Die «lern Autor 



Frankreich 


England 


. ImcriAfl 


2,40 


1,67 


4,00 


0,9*; 


— 


0,80 


0,24 


| insgesamt 


0,80 


0,80 


h M 

’ zw. 0° u. 100° 


0,80 


0.96 


0,75 


1 2,00 


1,38 


1.00 


1 voll 250 "all 


2.00 


1,33 


| 1,20 

Wiebe. 


2,40 


1,67 


durch seine 


langjährige Tätigkeit auf dienern 


Gebiete zu 


Gebote stehenden 


i Erfahrungen 



haben es ihm ermöglicht, alle die vielen fort- 
gesetzt auf dem Markte erscheinenden photo- 
graphischen Neuheiten persönlich zu erproben, 
und die hierdurch gewonnenen Ergebnisse sind 
der Neuausgabe dieses Werkes sichtlich zu 
gute gekommen. Dasselbe ist deshalb nicht 
nur Anfängern in der photographischen Kuimt 
als erster Leitfaden zu empfehlen, sondern auch 
fortgeschrittenen Amateuren, welche neue Ver- 
fahren au der Hund eines erfahrenen Führers 
versuchen wollen. Mk. 



Preitverzelfhaims u. dgl. 

Ein Prospekt der A. - G für Anilin- 
Fabrikation ist dieser Nummer beigefügt, 
er enthält kurze Angaben über die unter 
der Bezeichnung „Agfa* bekannten photo- 
graphischen Artikel (Platten, Films, Kassette, 
Entwickler, Verstärker und Abschwächer 
u. s. w.) dieser Gesellschaft; erschöpfende 
Mitteilungen findet man in dem Agfa-Photo- 
Handbuch, das in photographischen Hand- 
lungen erhältlich ist (120 S., geh. in Leinen 
0,30 M). 



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H«ft *. 

15. April 190«. 



Patentschau. 



79 



Patentachau. 

Lotpaste für Gußeisen, gekennzeichnet durch eine Mischung von reinem, oxyd- und 
oxydulfreiem Stahl- oder Eisenpulver mit Stearin- oder Paraffinöl, Borax und einem Zusatz von 
Kampfer. E. Herzog in Erlach, N.-Öaterr. 6.5.1902. Nr. 154 519. Kl. 49. 

Röntgenröhre» dadurch gekennzeichnet, daß die Elektroden, insbesondere die Antika-' 
thode, aus Tantalmetall besteht. Siemens & Halske in Berlin. 25. 11- 1903. Nr. 156 746. Kl. 21. 

Thermometer für ärztliche Zwecke, dadurch gekennzeichnet, daß das Thermometer- 
glas am oberen Ende mit einer Scheibe aus Durit o. dgl. und in der Mitte mit einem ange- 
schmolzenen Flansch versehen ist, zu dem Zwecke, das Thermometer gleichzeitig als Kolben 
für eine Spritze benutzen zu können. B. Günzerodt in Remda. 27.9.1903. Nr. 156832. Kl. HO. 

llindernistaster mit einem mit dem einen Tastschenkel durch eine Reibungskupplung 
lösbar verbundenen, gegen den andern Tastschenkel federnd beweglichen Stellschenkel, welcher 
sich gegen einen auf dem zweiten Tastschenkel befindlichen Feineiostellungskegel anlehnt, da- 
durch gekennzeichnet, daß der an beide Seiten der Kegelmutter mit seiner Spitze anlegbare 
Stellschenkel durch eine Feder, die mit ihren beiden Enden durch die Ränder des Stellschenkels 
zusammongehalten wird und mit geringem Spiel zwischen zwei an dem einen Tastschenkel an- 
gebrachten Stiften liegt, in einer Mittelstellung zu diesem Tastschenkel gehalten wird, in die 
er, wenn er selbst oder der mit ihm verbundene Tastschenkel nach der einen oder der anderen 
Seite verstellt wird, zurückzukehren bestrebt ist. E. Köhler in Chemnitz. 21. 11. 1903. 
Nr. 156 633. KL 42. 

Ables e Vorrichtung zur Vermeidung parallaktischer Fehler bei Zeigermeßinstru- 
menten o. dgl., dadurch gekennzeichnet, daß außer der Skala und dem Zeiger noch eine 
zweite Skala oder ein zweiter Zeiger derart angeordnet ist. daß durch Einvisleren der drei 
teils festen, teils beweglichen hintereinander liegenden Punkte die Lage des Auges bestimmt 
ist. G. Re i mann in Berliu. 26. 11. 1903. Nr. 156 537. Kl. 42. 

Stellvorrichtung für Entfernungsmesser mit in vertikaler Ebene kippbarein Fernrohr 
und Anzeiger zur direkten Angabe der Entfernung eines mit dem Fernrohr anvisierten Gegen- 
standes vom Fußpunkt einer gegebenen Höhe, gekennzeichnet durch einen Fernrohr und An- 
zeigevorrichtung verbindenden, außerhalb der Schwingungsachse des Fernrohres angeordueten 
schwingenden Hebel, dessen Angriffspunkt am Fernrohr gegebenenfalls mit Hilfe einos Gleit- 
stückes auf dem mit nach Höhen eingeteilter Skala versehenen Ausläufer verstellbar ist. The 
Warner and Swasey Cy. ln Cleveland, V. St. A. 28. 3. 1903. Nr. 156 685. Kl. 42. 

Registrier- und Anzeigevorrichtung für Geschwindigkeitsmesser mit skalenartig 
angeordueten Resonanzkörperti, welche der zu messenden Geschwindigkeit entsprechend in 
Schwingung versetzt werden, dadurch gekennzeichnet, daß den einzelnen Resonanzkörpern 
gegenüber elektrische Kontakte so angeordnet sind, daß nur diejenigen Kesonanzkörper, die in ge- 
nügend starke Schwingungen versetzt werden, einen Stromschluß bewirken, der eine Anzeige- 
oder Regietriervorrichtung einstellt. Hartmann & Braun in Frankfurt a. M. 8. 10. 1903. 
Nr. 156 640. Kl. 42. 

Geschwindigkeitsmesser, hei welchem die Bremswirkuug von permanenten Magneten 
auf einen metallenen Rotationskörper benutzt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Achse des 
metallenen Rotationskörpers mit der zu prüfenden Welle durch ein Differentialgetriebe ver- 
bunden ist, dessen Umlaufrad somit infolge der Bremswirkung der Magnete auf den Rotations- 
körper um einen gewissen Winkel verschwenkt wird, welcher mit Hilfe eines Zeigers abgelesen 
werden kann und als Maß für die Geschwindigkeit dient. Hartmann & Braun in Frankfurt 
a. M. 22 4.1904. Nr. 156 641. Kl. 42. 

IJingenmeB Vorrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß ein Meßrud auf einen kreis- 
förmig gebogenen, mit Gewinde versehenen Stab aufgebracht ist, über den es sich als Schrauben- 
mutter entlang bewegt. S. Hartmann und H. Fulde in Berlin. 21.8. 1903- Nr. 157240. Kl. 42. 



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80 



Pauotllst«. 



Deutsch« 
Mechaolker-Zlf . 



Patentliste. 

Biß zum 26. März 1906. 

K lande: Anmeldn»*»«. 

21. B. 38 706. Verfahren zur Übertragung vou 
reolien optischen Bildern in die Perne. 
B. u. M. Belin, Lyon. s. 12. 04. 

B. 39 287. Röntgenröhre für starke Bean- 
spruchung. H. Bauer, Berlin. 22.2.05. 

B. 41 938. Rohrsystem zur Verbindung von 
(Quecksilberdampflampen mit der Luftpumpe. 
H. Boas. Berlin. 18* 1.06. 

11. 36 916. Elektrische Glühlampe, deren Glüh- 
faden in Dampf von Quecksilber o. dgl. glüht. 
R. Hopf eit, Berlin. 11.11.05. 

S. 21 805. Schutzvorrichtung für Motorelektri- 
xitätsziihler, deren Anker vom gesamten Ver- 
brauchsstrom durchflossen wird. Siemens- 
Schuck er t- Werke , Berlin. 30.10.05. 

Sch. 24 066. Verfahren zur Registrierung der 
Zeit, wahrend welcher ein bestimmter Maxi- 
mal- oder Minimalstromverbrauch stattfindet. 
Schiersteiner M e t a 1 1 w e r k . Berlin. 
12. 7. 05. 

42. B. 37 297. Vorrichtung zum Messen von 
Druckunterschieden mittels zweierdurch eine 
llingsverschiebbare Stange o. dgl. verbundener 
Platten. E. F. Ben de mann, Charlotten- 
burg. 30. 5. 04. 

B. 38 314. Gerät zum Nachbilden von Zeich- 
nungen mit an Schienen mittels Schnurlaufs 
gegenläufig bewegtem Fahr- und Zeichen- 
stift. E. B ronner, Eberbach a. N. 19.10.04. 

B. 38 605. Verfahren und Vorrichtung zur Auf 
rechterhaltung des Gleichgewichts an sich 
nicht stabiler Körper durch Anordnung eiues 
oder mehrerer Gyroskope. L. Brenn au, 
Woodlands, Engl. 26.11.04. 

B. 39 982. Druckmesser für Gase, bei welchem 
der zu messende Druck auf einen kreis- 
förmig gebogenen, im Mittelpunkt drehbar 
aufgehängten und teilweise iu eine Flüssig- 
keit eiutauchenden Körper wirkt. E. L. 
Berger, Halmstad, Schweden. 15.5.05. 

G. 21881. Vorrichtung zum Zurticktreiben des 
Quecksilberfadcns bei Maximalthermometern. 
GrÖsche & Koch, Ilmenau, Thür. 27. 6. 05. 

H. 32 949. Registrierender Geschwindigkeits- 
und Entfernungsmesser mit Punktierregiatrie- 
rung und einem sich dauernd bewegenden 
Schreibbande. H. Hartley u. V. Canova, 
Birmingham, Engl. 7. 5. 04. 

11. 35 347. Gyroskopkompaß mit mehreren je 
mit verschiedenen Freiheitsgraden ausge- 
statteten rotierenden Massen. Hartmann 
& Braun, Frankfurt a. M. 15.5.05. 

11. 36 980. Ziehfeder. B. H uns ein an n, Tete- 
kum b. Lüdinghausen i. W. 24. 1. 06. 



74. M. 29 042. Einrichtung zur Fernübertragung 
mittels strahlenempfindlicher elektrischer 
I Leiter. Th. Meyenburg, Berlin. 22.1.06. 

Erteilungen. 

21. Nr. 170 508. Drehspulen-Galvanometer mit 
verstellbarem magnetischen Nebenschluß und 
mit konstantem Widerstande des Dämpfungs- 
kreises. Siemens & H als ke, Berlin. 19. 1. 05. 

Nr. 170510. Kontakt vorrichtung für periodischen 
offnen und Schließen eines Stromkreisen 
während ganz bestimmter einstellbarer Zeit- 
bezw. Arbeitsperioden. AUg. Elektrizi- 
täts-Gesellschaft, Berlin. 20.8.06. 

Nr. 170 512. Rotierender Stromunterbrecher. 
Felten & G ui Ile au me- Lah mey er werke, 
Frankfurt a. M. 5. 8. 05. 

Nr. 170817. Quecksilberstrahl - Unterbrecher 
für veränderliche Kontaktdauer. R. Bosse 
& Co., Berlin. 10. 3. 05. 

Nr. 170 818. Verfahren zur Erhöhung der 
Empfindlichkeit elektrischer Meß-, Anzeige- 
und Regelungsvorrichtungen; Zus. z. Pat. 
Nr. 167 708. M. Kall mann, Berlin. 3.6.05. 

Nr. 170 873. Elektrische Vakuumröhrenlampe 
mit einer als Beleuchtungsmittel dienenden 
und sich teilweise verbrauchenden gas- 
förmigen Füllung. Moore Electrical Cy. t 
New-York. 11.4. 05. 

Nr. 170 871. Einrichtung zum Schutz von 
Qunrzglasgefüßen. W. C. Heraeus, Hanau. 
19. 4. 05. 

22. Nr. 170 788. Verfahren, um beliebige Gegen- 
stände gegen die Einwirkung hoher Hitze- 
grade und gegen chemische Agentieu wider- 
standsfähig zu machen. A. Kronstein, 
Karlsruhe i. B. 4. 1. 01. 

42. Nr. 170 367. Einrichtung an Reißfedern zur 
Veränderung der Strichdicke während des 
Ziehens. J. Knup, Wien. 25.2.05. 

Nr. 170 370. Vorrichtung zur Bestimmung der 
durch eine Welle übertragenen Arbeit. H. 
Föttingor, Stettin. 8. 11. 04. 

Nr. 170 414. Photographischer Kurveuzeichner; 
Zus. z. Pat. Nr. 147 145. Siemens ÄHalske, 
Berlin. 12. 10. 04. 

Nr. 170 415. Anmeßgerät für Brillen u. dgl. 

A. Meyer, Aachen. 25.2.05. 

Nr. 170 444. Vorrichtung zur gewichtsanaly- 
tischen Bestimmung der Fettsäure in Seifen 
und Seifeulaugen. M. Pitsch \i. G. Lotter- 
hos, Berlin. 6. 4. 04. 

Nr. 170 598. Stangenzirkel zum Zeichnen von 
Evolventen. P. L. Lolirke, Turin. 28.4.05. 
Nr. 170 879. Vorrichtung zum Aufzeichnen der 
Dichte von Flüssigkeiten. W. Mettin, Witt- 
mar, Braunschweig. 27. 5. 05. 

Nr. 170 880. Telluriuin. G. Hering. Gries- 
heim b. Darmstadt. 7. 10. 04. 



Par dl« R«d*kUo« ▼•natwortlldi : JLBliaehk« la B«rltn W. 

V«rl«c tob Julia* Sprlngvr la B«rUa N. — Druck tob Emil Dr«j«r la B»rllB SW. 



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Deutsche Mechaniker-Zeitung. 

Beiblatt zur Zeitschrift für Instrumentenkunde 

and 

Organ für die gesamte Glasinstrumenten- Industrie. 
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft fUr Mechanik und Optik. 

Redaktion: A. Blaachke, Berlin W 30, An der Apostelkirche 6. 

Heft 9. L Mai. 1906. 

Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion gestattet. 



Über die neuere Entwicklung der nautischen Instrumente. 

Vortrag, 

gehalten auf dem 16. Deutschen Mechanikertage zu Kiel am 4. Auguat 1906, 

von 

Dr. E. Kohisohiitter In Berlin. 

(Fort$*tMU*p.) 

Die bisher besprochenen Tiefenmesser haben mit den Lotröhren den Übelstand 
gemeinsam, daß sie zum Ablesen der Wassertiefe jedesmal eingeholt und wieder ge- 
brauchsfertig gemacht werden müssen. Die folgenden Lotapparate ermöglichen dagegen, 
ebenso wie derjenige des Seeflschers Jakobs (g. S. 63), ein dauerndes Ablesen der 
Wassertiefe, da sie von dem lotenden Schiff auf dem Grunde nachgeschleppt werden. 

Hier ist zunächst dag Lot von H. Lippmann 1 ) in Dover zu nennen, das Fig. 22 
zeigt. In dem Luftrohr f Ist der Lange nach ein Leitungsdraht x ausgespannt, 
der mit einer isolierten Leitung verbunden ist, die längs des LotdrahteB durch das 
Wasser bis zum Schiff geführt und dort an den einen Pol einer elektrischen Batterie an- 
geschlossen ist; der andere Pol ist mit dem Wasser verbunden. Sinkt dag 
Lot nach dem Auswerfen zu Boden, so dringt Wasser durch die Öffnungen l 
und m in das Rohr f ein und steigt darin unter Kompression der Luft in die 
Höhe; der Leitungsdraht x taucht infolgedessen um ein bestimmtes, der 
erreichten Tiefe entsprechendes Stück in das Wasser ein. Dadurch wird 
der Widerstand in dem Stromkreis vermindert, und zwar umsomehr, je 
größer die Wassertiefe ist und ein je größeres Stück des Drahtes vom Wasser 
bespült wird. Diese Verminderung wird mittels eines an Bord in den 
Stromkreis eingeschalteten Hilfswiderstandes mit Gleitkontakt bestimmt, dessen 
Bezifferung so angebracht ist, daß direkt Wassertiefen abgelesen werden. 
Unsicherheiten können bei diesem Lot entstehen, wenn es nachgeschleppt 
wird, weil die Benetzungsgrenze des Leitungsdrahtes x bei der stark geneigten 
I Ul Lage, die das Lot alsdann annimmt, eine andere sein kann, als bei auf- 
rechtem Lote. 

Frei von diesem Übelstande ist das Lot des Kapitäns zur See a. D. 
Mensing, bei dem der unten herrschende Druck durch eine Rohrleitung nach 
dem Schiff übertragen und dort an einem Manometer abgelesen wird. Der 
Lotkörper besteht aus einem tiaschenarligen Windkessel, an dem vorn ein 
langer Stiel mit zwei seitlichen zurückgebogenen Armen befestigt ist, die 
in flossenartigen flachen Scheiben endigen (Fig. 23). Infolge seiner eigen- 
artigen Gestalt ist dieses Lot mit einem Seehund, einer Ente oder einem 
Tintenfisch verglichen worden. Es wird mittels einer starken Troß von 
dem lotenden Schiffe auf dem Grunde nachgescbleppt. Dabei wirkt der auf- 
Kig. -n. gebogene hintere Teil wie ein Scherbrett und drückt die Ente fest auf den 
Meeresboden Die abgerundeten Formen der Unterseite schützen sie davor, 
sich im Schlick oder hinter Steinen festzusetzen, und die seitlichen Arme verhindern ein 
Umkippen des Kessels. Von dem Flaschenhals geht der Schlauch aus, der längs der Troß 
bis zum Schiff emporgeführt ist und hier in einem Manometer endet, das infolge- 




') D. R. P. Nr. 109 197. Kl. 42. 



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§2 E. KohlicbUttir, Ob«r die neuere Entwicklung der nautischen Instrumente. 



Deutsche 

Mechsnlker-Ztg. 



dessen den im Innern des Lotkörpers herrschenden Druck an Bord abzulesen gestaltet. 
Oben am Kessel mündet ein Rohr, das im Innern bis zum Boden herabgeführt ist, und 
durch das beim Untertauchen der Ente Wasser in den Windkessel eindringt.. Dadurch 
wird die im Lotkörper und der Leitung enthaltene Luft auf den der Wassertiefe ent- 
sprechenden Druck komprimiert, den das Manometer fortdauernd anzeigt. Die Ein- 
teilung der Manometerskala ist so gewählt, daß unmittelbar die Wassertiefe in Meter 














Flj. 53 



abgelesen wird. Es ist möglich mit dem Mensingschen Lot ein lückenloses Boden- 
profil der durchfahrenen Strecke mit allen kleinen Hebungen und Senkungen des 
Meeresbodens aufzunehmen, wodurch die Erfindung hauptsächlich für nautische Ver- 
messungen geeignet erscheint. 

Bei einer zweiten Ausführungsform kann ein Schiff 
gleichzeitig zwei Lotlinien legen, indem es zwei senkrecht 
stehende, durch starke Eisenbeschläge beschwerte Scher- 
bretter P und P‘ (Fig. 24) hinter sich herschleppt. Diese 
Bretter bleiben infolge ihrer Schwere auf dem Grunde und 
tragen je einen Windkessel, der durch eine Schlauchleitung 
mit je einem Manometer an Bord des Schiffes N verbunden 
ist und ebenso wirkt wie der Kessel der Ente. Durch die 
Ausbildung der Unterkanten der Bretter in der Form von 
Schlittenkufen erzielt Mensing ein leichtes Gleiten über 
den Grund. Die Schlepptrossen p und p‘ sind so an den 
Brettern befestigt, daß infolge der Fahrt des Schilfes eine 
seitwärts gerichtete Drachenwirkung entsteht und die Bretter 
ausscheren, soweit als die zwischen ihnen ausgespannte 
Troß l es gestattet. Die Länge der Troß f bestimmt also 
den Abstand der beiden gleichzeitig zu legenden Lotlinien 
voneinander, deren Tiefen fortgesetzt an den beiden Mano- 
metern abgelesen werden können. Seitliche Stützen verhindern 
das Umfallen der Scherbretter, und eine Alarmvorrichtung 51 

tritt in Tätigkeit, wenn aus irgend einem Grunde zuviel Wasser in die Windkessel 
eindringt. 

Den Gedanken der pneumatischen Drucküberleitung vom Lotkörper zum Schiff 
hat, unabhängig von Mensing. auch der Torpeder-Kapitänleutnant Gutt bei seinen von 
der Maschinenfabrik Cyclop ausgeführten Loten verwertet. Die letzte Form dieser Lote 
unterscheidet sich von dem Mensingschen nur dadurch, daß zum Unterschneiden statt 




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lieft 9. 

I. Mal IV*. 



83 



E. KohllcbQlttr, Nautisch« Instrumente. - C Lalfi. Ober Zielfernrohre 



der Ente ein Hargrave-Drache aus festen Brettern dient, in den der Windkessel ein- 
gebaut ist. Dadurch soll ein besseres und tieferes Untertauchen des Lotkörpers erzielt 
werden. 

Bei der ersten Form des Quttscben Lotes fehlte der Windkessel und das 
untere Ende des Gummischlauches war mit einem Lippenventil verschlossen. An Bord 
gabelte sich der Schlauch in zwei Teile, von denen der eine zum Manometer, der an- 
dere zu einer Luftpumpe führte. Wurde mit der Pumpe die Luft in dem Schlauche 
komprimiert, so stieg der Druck darin, bis er die Größe des von außen auf das Lippen- 
ventil wirkenden Wasserdrucks erreicht hatte. Die Luft, die darüber hinaus in den 
Schlauch gepumpt wurde, entwich durch das Lippenventil, so daß im Schlauch ein 
größerer Druck als der Wasserdruck nicht hergestellt werden konnte. Das Manometer 
zeigte daher ständig diesen Druck an, solange durch langsames Pumpen für die voll- 
ständige Füllung des Schlauches gesorgt wurde. Dabei zeigte die Skala des Mano- 
meters nicht den Druck, sondern gleich die Wassertiefe in Meter an. 

Die Lote mit pneumatischer Druckleitung sind verhältnismäßig schwer, aber 
doch nur für geringe Tiefen zu verwenden, weil der Widerstand des Wassers, der beim 
Schleppen auf die starke Troß und den Luftschlauch ausgeübt wird, so stark ist, daß die 
Lotkörper nicht bis zu so großen Tiefen herabsteigen können, wie wenn das Lot an 
einem dünnen Lotdraht hängt. Die Anwendbarkeit dieser Lote ist daher auf bestimmte 
Gebiete beschränkt, und auch hierfür sind sie bis jetzt noch nicht über das Versuchs- 
stadium hinausgekommen. 

i Schluil folgt.) 



Ober Zielfernrohre. 

Einiges über deren Zweck and Einrichtung. 

Von C L«If» ln Stngllu. 

Das Zielfernrohr findet fast ausschließlich nur bei solchen Jagdwaffen, die einen 
Kugelschuß ermöglichen, also bei Jagdbüchsen, Anwendung; im Heereswesen hat es 
sich bis jetzt bei Handfeuerwaffen nicht einzuführen vermocht, weil es, abgesehen 
von dem verhältnismäßig hohen Preis, für militärische Zwecke nicht nur zu wenig Vorteil 
bietet, sondern auch ein zu empfindliches Instrument ist. Der Zweck des Zielfernrohres 
ist in erster Linie, dem Schützen an Stelle der üblichen, durch die gog. Kimme und 
Korn gegebenen Gewehrvisierung ein vollkommneres Hilfsmittel zum raschen und sicheren 
Erfassen des Zieles zu geben. Bei dem gewöhnlichen Visier muß der Schütze gleich- 
zeitig drei in verschiedenen Entfernungen liegende Punkte — Zielobjekt, Korn und 
Kimme — deutlich sehen, was aber in Wirklichkeit so gut wie unmöglich ist, da sich 
das Auge nur auf eine Distanz scharf einzustellen vermag. Man beobachtet vielmehr 
die genannten drei Objekte beim Zielen nicht gleichzeitig, sondern das Auge stellt sich 
rasch nacheinander auf die drei Punkte ein. Ein kurz- oder weitsichtiges Auge vermag 
ohne Brille wegen des mehr oder weniger stark verminderten Akkomodationsvermögens 
die schnelle Einstellung auf die drei Punkte nicht zu bewirken, und deshalb wird ein 
Schütze mit kurzsichtigen oder weitsichtigen Augen auch stets eine geringere Treff- 
sicherheit besitzen als ein Schütze mit normalen Augen. Diesem Mangel, welcher dem 
gewöhnlichen Visier anhaftet, hilft das Zielfernrohr nun in vollkommenster Weise ab ; 
denn das Zielobjekt und das Visier liegen hierbei in einer einzigen Ebene, in der Bild- 
ebene des Objektives, in welcher sich ja gleichzeitig das Fadenkreuz befindet. Man 
hat also beim Zielfernrohr nur dessen Fadenkreuz oder dessen sonstwie gestalteten 
Haltepunkt einfach auf das zu beschießende Objekt, das man gleichzeitig durch das 
Fernrohr noch vergrößert erblickt, zu bringen. Das Zielen oder Visieren durch ein 
Zielfernrohr ist demnach identisch mit dem Visieren durch irgend ein zu Meßzwecken 
dienendes Fernrohr, z. B. Nivellierinstrument, Theodolit und dgl. Den bei Zielfernrohren 
gebräuchlichen Haltepunkt bezeichnet man als Absehen oder Abkommen. Es gelangen 
als solche die verschiedensten Ausführungsarten zur Anwendung; in den Fig. 1, 2, 3, 
4 und 5 sind die z. Z. gebräuchlichen Formen dargestellt, von denen jede gewisse 
Vorzüge, aber auch Nachteile hat. 

Das einfache Fadenkreuz (Fig. 1) ermöglicht ein sehr rasches Erfassen des 
Zieles, läßt ein Verkanten des Gewehres sofort im Gelände oder Wald erkennen, hat 



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84 



C L«iß, üb«r Zielfernrohr«. 



Deutsche 

Mech eniker-Z tg. 



aber den Nachteil, daß es als feines Kreuz in der Dämmerung und bei Mondlicht 1 ) 
schwer oder garnicht zu erkennen ist und als zu dickes Kreuz aus Metallfaden kleinere 
Ziele und selbst größere auf weitere Entfernungen mehr oder weniger verdeckt. 

Der Faden mit Punkt (Fig. 2) wird besonders gern zum Schießen auf flüchtiges 
Wild vorgezogen; im übrigen hat dieses Abkommen dieselben Vorzüge und Nachteile 
wie das vorige. 

Der Horizontalfaden mit Zielstachel (Fig- 3) ist ein sehr gebräuchliches Ab- 
kommen; als Haltepunkt gilt analog dem Korn der gewöhnlichen Visierung die oberste 
Spitze des aus dünnem Stahldraht gefertigten Zielstachels. Der Schuß soll hei diesem 
Abkommen also da sitzen, wo die Zielspitze hinzeigt. Vielfach erhalt der Zielstachel 
auch oben statt der Spitze eine runde Kuppe. Letztere ist für das Schießen bei 
schlechtem Lichte günstiger als die Spitze, weil man die Äußere Spitze in der Dämmerung 
und bei Mondlicht doch nur Bchwer erkennen kann und man das Ziel dann leicht 
überschießt. 

Bei den drei freistehenden Balken (Fig. 4) bildet der ideelle Kreuzungspunkt, der 
gleichzeitig in der Spitze des vertikalen Zielstachels liegt, das eigentliche Abkommen. 
Dieses vom Verf. angegebene und der Firma R. Fueß geschützte Abkommen bietet 
dem Jfiger eine ganze Reihe von Vorteilen und ist gleich gut am Tage wie auch bei 
Dämmerung und Mondlicht verwendbar. Es erlaubt auf feine Ziele ein sicheres Ab- 
kommen, ohne das Wild zu verdecken, und bei vorgeschrittener Dämmerung und Mond- 
licht kann ein Überschießen des Wildes nicht gut cintreten, weil die horizontalen Balken, 
mit denen man einfach die Mitte des Wildkörpers deckt, einen sehr guten und sicheren 
Anhalt für den richtigen Haltepunkt hinsichtlich der Höhe geben. Ein weiterer Vorteil 
dieses Abkommens ist, daß es gleichzeitig auch ein recht nettes Hilfsmittel zum Be- 




stimmen der Entfernung des Wildes bietet. Zu diesem Zweck wird das Abkommen 
derart angefertigt, daß in dem Zwischenraum der unterbrochenen Horizontalfäden auf 
100 m z. B. gerade das Bild eines breitstehenden Rehbocks (bezw. eines Rumpfes) Platz 
findet. Erscheint nun z. B. dieser Zwischenraum doppelt so groß wie der Wildkörper 
des Bockes, dann ist der Bock 200 m entfernt, bei 150 m füllt der Wildkörper des 
Bockes zwei drittel des Zwischenraumes der beiden unterbrochenen Horizontalfäden 
aus u. s. w. In gleicher Weise kann dieses Absehen natürlich auch für alle anderen 
Wildarten eingerichtet werden. Der Zwischenraum der Horizontalräden wird in diesem 
Falle dann entsprechend der Wildart größer, das Meßverfahren bleibt dabei aber 
genau dasselbe. 

Das Absehen der Fig. 5, feines Kreuz mit 3 freistehenden Balken, D. R. 
G. M. 203 228, ist aus dem vorgenannten hervorgegangen. Der Kreuzungspunkt der 
feinen Fäden fällt mit dem ideellen Kreuzungspunkt der drei freistehenden Balken zu- 
sammen und bildet den eigentlichen Halte- oder Visierpunkt. Der Kreuzungspunkt ver- 
deckt bei den Fernrohren mit 3-maliger Vergrößerung auf 100 m nur etwa 3 cm, so 
daß also dieses Abkommen selbst auf die kleinsten Ziele noch verwendbar ist. Auch 
für die Dämmerung, bei Mondlicht und zum Schätzen von Entfernungen des Wildes 
eignet sich dieses Abkommen genau ebenso gut wie das in Fig. 4 abgebildete. Ein 
ganz ähnliches, vor^ Etrich angegebenes und von der Firma Carl Zeiß ausgeführtes 
Abkommen ist bereits unter Nr. 202 020 als D. R. G. M. geschützt. 



l ) Alle jagdbaren Tiere treten bekanntlich meist erst zur Dämmerung oder gar bei 
Nacht aus den Dickungen in die lichteren Hölzer und auf die Felder und Wiesen aus, so daß 
während der für die Jagdausflbung wichtigsten Zeit Dämmerung oder Mondlicht herrsrht. 



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Htfl 3. 

1. Mai 190«. 



C. Le Iß, Ober Zielfernrohre. 



85 



Jedes auf einem Gewehr zu gebrauchende Zielfernrohr muß wegen des Rück- 
stoßes einen größeren Augenabstand vom Okular besitzen, als ein gewöhnliches 
astronomisches oder terrestrisches Fernrohr. Die z. Z. gebräuchlichen Zielfernrohre be- 
sitzen Augenabstönde, die zwischen 3,5 bis 18 cm variieren. In der Praxis hat sieh 
am besten ein Augenabstand von ungefähr 8 cm bewahrt. Dabei hat man noch die 
Möglichkeit, ein den praktischen Bedürfnissen genügend großes Sehfeld zu erreichen, 
ohne daß bei diesem Abstand das Auge durch den Rückstoß gefährdet wird. Je kürzer 
man den Augenabstand wählt, also je naher man die Austrittspupille an die Okular- 
linse rückt, ein um so größeres Sehfeld kann man erreichen. Darin sind aber, wie 
bereits erwähnt, einem Zielfernrohr infolge der Gefährdung des Auges gewisse Grenzen 
gesetzt. Zu lange Augenabstande, wie man sie früher besonders viel bei Zielfernrohren 
sah, sind, abgesehen von dem kleinen Sehfeld, das sie zur Folge haben, auch schon 
deshalb unzweckmäßig, weil sie das rasche Aufflnden des Zieles zu sehr erschweren. 

Die z. Z. gebräuchlichen Zielfernrohre sind solche nach Art der terrestrischen 
(Bildumkehrung durch Linsen), welche ich kurzweg als Linsen-Zielfemrohre bezeichnen 
möchte; es werden aber auch bereits verschiedene Formen von Prismen-Zielfernrohren 
(Bildumkehrung durch Prismen) verfertigt. 

Den Strahlengang in einem Linsen-Zielfemrohr zeigt uns Fig 6\ Ob ist eine 
als Objektiv bezeichnete Sammellinse (konvexe Linse), deren Brennpunkt oder Bildebene 
bei B liegt. An dieser Stelle entwirft die Linse Ob ein winzig kleines und umge- 
kehrtes Bild eines anvisierten Gegenstandes. Genau in dieser Ebene befindet sich auch 
das Absehen. Bild und Abkommen werden nun durch ein aus den ebenfalls konvexen 
Linsen U und Oc kombiniertes System, das weiter nichts als ein schwach vergrößerndes 
Mikroskop ist, betrachtet. Das Objektiv dieses schwach vergrößernden Mikroskopes ist 
die Linse U, welche gleichzeitig die Umkehrung des Bildes B bewirkt und deshalb 
auch als Umkehrlinse oder Umkehrsystem bezeichnet wird. Das durch U umgekehrte 
oder wieder aufgerichtete und bereits vergrößerte Bildchen wird von der Linse U in 
der zweiten Bildebene B, entworfen und dieses endlich durch die Augen- oder Okular- 
linse Oc wie mit einer Lupe betrachtet. 




h- $-- > 
0 . 



Kl*. S. 

Da auch in B., ein Bild des Objektes entsteht, so könnte auch an dieser Stelle 
das Absehen eingeführt werden. Das ist in der Tat auch schon häufiger bei Zielfern- 
rohren, besonders alteren Ursprungs, geschehen; aus triftigen Gründen hat man dieB 
wohl aber neuerdings unterlassen. In diesem Falle kann nBmlich unter Umständen eine 
recht unangenehme Störung der Visierlinie eintreten. Befindet sich das Abkommen 
bei B, so hat an einem Zielfernrohr, welches vor Veränderungen der Visierlinie, 
die durch das Einschießen festgelegt worden ist, infolge Rückstoßes bewahrt bleiben 
soll, lediglich das Objektiv Ob und das Absehen in dem Rohr festzusitzen ; alle übrigen 
optischen Teile könnten in ihren Fassungen schlottern, ohne daß dadurch eine Dejustierung 
entstehen, bezw. ein Neueinschießen und nachträgliches Befestigen der Linsen U und 
Oc nötig würde. Anders verhalt es sich hingegen, wenn das Abkommen in B„ ein- 
gesetzt ist. Jede Lockerung oder Lagenverönderung des Umkehrsystems U würde auch 
eine Lagenveränderung des in B 2 entworfenen Bildes bewirken; es würde also das in 
B„ entworfene Bild nicht mehr die ursprüngliche Stellung zu dem mechanisch festen 
Abkommen (ln B„) haben und damit eine jeweilig veränderte Visierlinie gegeben sein. 
Zielfernrohre, bei denen das Abkommen also bei B 2 eingesetzt ist, sind auf keinen Fall 
zu empfehlen. Denn eine neben dem Rückstoß des Gewehres nach allen möglichen 
äußeren Einflüssen aufgesetzte optische Zieleinrichtung soll, soweit dies mit dem Zweck 
des Hilfsmittels vereinbar ist, so einfach wie nur möglich sein. 

(Schluß folgt.) 



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86 



Kl«la«r« Mitteilungen. 



Kleinere Mitteilungen. 

Der Stereo • Pal mo* 9x12 cm und 
der Minimum • Pal mos 6x9 cm der 
Firma Carl Zella ln Jena. 

:(scu*fj 

Der Minimum- Palmos 6 '< 9 cm wird 
dem bei kleinen Formaten naheliegenden 
Wunsch gerecht, rasch Aufnahmen hinter- 
einander machen zu können. Nach Auf- I 
richten der Spreizen ist das Objektiv auf 
unendlich eingestellt, und auf nähere 
Objekt wird das Objektiv - Tessar 1/6,3 
f = 1 12 mm mit Hilfe seiner Spezialfassung A 
verstellt. Die Kamera kann außer mit 
Platten- oder Planfilmhalter mit Rollfilra- 
kassette verwendet werden; die bequeme 
Benutzung des Rollfilms für rasch aufein- 
ander folgende Aufnahmen ist durch den 
als Sicherheitsverschluß ausgebildetenFokal- 
verechluß gewährleistet; beim Aufziehen 
des Verschlusses ist nämlich der Schlitz 
geschlossen, so daß die dahinter liegende 
empfindliche Platte nicht verdorben wird, 
auch wenn der Kassettenschieber nicht ein 
geschoben ist. Dabei ist der Verschluß 
auf die einfachste Weise zu 
bedienen und mit allen Stell- 
möglichkeiten ausgestattet. Die 
Schlitzbreite kann in jeder 
Aufzugslage beliebig verstellt 
werden, man kann Zeitauf- 
nahmen mit dem Verschluß 
oder mit Hilfe des Objektiv- 
deckels machen, und zum Ein- 
stellen kann die Exponieröffnung 
sofort freigelegt werden. Der einzige von 
außen zugängliche und hervorstehende Teil 
des Mechanismus ist der Aufzugsknopf, mit 
dem alle Einstellungen bewirkt werden. 

Der Stereo-Palmos sowohl als auch der 
Jlininium-PalmoB 6x9 können mit einem 
Teleobjektiv ausgestattet und mit einem 
beliebigen Kassettensystem benutzt werden, 
wobei, Palmos-Kassetten und -Adapter vor- 
ausgesetzt, die Fokusstellung nicht ge- 
ändert wird. 

Im besonderen ist für das Format 
9 X 12 cm auf die im vorigen Jahre ein- 
geführte und in Fachkreisen gut beurteilte 
Zeiß-Packung für Flachfilms mit Tageslicht- 
wechselung aufmerksam zu machen l ). Diese 
Packung gestattet strikte Einzelbehandlung 
jeder Aufnahme, und ihr Adapter besitzt 
eine Mattscheibe, die nach Entfernung der 
Filmparkung automatisch in die Fokus- 
ebene einspringt, beim Wiedereinschieben 

>) 8. D Mtch-Ztg 190S. S- M. 



D«ot*ch • 
Mechanlkftr-Ztg. 

einer neuen Packung aber aus der Fokus- 
ebene nach rückwärts verschoben wird. 
Für das Format 6 x 9 cm ist eine Doppel- 
Filmpackung in Vorbereitung, die mit der 
Bequemlichkeit der Einzelpackung den 
i Vorzug geringer Kosten verbindet, der in 
Anbetracht des kleinen Bildformats be- 
sonders wichtig wird. 

Die Firma Carl Zeiß in Jena sendet 
auf Verlangen den Interessenten ausführ- 
liche illustrierte Prospekte und Kataloge 
über die Apparate. 



Bohrfutter mltZahnkraoz-Spannhtilse. 

D.R.G.M. 

Mitgeteilt von 

W. Klußmann in Charlottenburg. 

Das in beistehender Figur abgebildete, 
von der Firma Schuchardt & Schütte 
(Berlin C 2, Spandauer Str. 59/61) in den 
Handel gebrachte selbstzentrierende Drei- 
backenfutter ähnelt dem bekannten amerika- 
nischen Beach- Bohrfutter. Der Übelstand, 
daß letztere wenig fest klemmen, ist schon 
vielfach empfunden und bei dem hier ab- 



I gebildeten in sinnreicher Weise vermieden. 
In den mit Kordel versehenen Spannring 
des Futters sind kegelradartige Zahne ein- 
geschnitten, mit welchen die Zahne eines 
Schlüssels zum Eingriff gebracht werden; 
letzterer wird dazu mit seinem Zapfen in 
eins der drei symmetrisch über den Um- 
fang des Futters verteilten Löcher gesteckt. 
Für das schnelle Öffnen und Schließen 
sowie auch für leichte Arbeiten wird die 
Festklemmung in der üblichen Weise mit 
der Hand durch den Spannring bewirkt; 
dag Festspannen und das Lösen geschieht 
mittels des beigegebenen Schlüssels. Die 
Klemmung ist derart fest, daß ein Rutschen 
des Bohrers vollständig ausgeschlossen ist. 

Das Futter kostet für Spannweiten bis 
5 oder 8 mm 20,50 M., für Spannweiten 
bis 13 mm 33,50 M. 




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Heft 9. 

MM 190«. 



Kleinere Mitteilungen. 



87 



Verstellbarer Zeichenwinkel 
„Slmplon“. 

Engineering 81. 8. 226. 1906. 



Auf Veranlassung eines Zeichners hat die 
Firma Simpson & Co. (Bnrrow-in-Furness, 
1 Cavendish Streei) die Herstellung einer sinn- 
reichen und handlichen Form eines verstell- 
baren Zeichenwinkels übernommen. Die Figur 
zeigt denselben im Gebrauch an einer Reiß- 
schiene oder an einem Lineal; der Zeichner 
braucht dabei die Reißschiene nicht zu ver- 
stellen oder umzulegen, wodurch er viel Zeit 
spart, zumal da der Winkel ohne großen Zwang 
zu verstellen ist. Die Teile desselben sind aus 
durchsichtigem Zelluloid hergestellt. 

Der an die Reißschiene zu legende Teil D 
trügt den um einen Zapfen E drehbaren 
Winkel C. Letzterer hat rechtwinklig zuein- 




ander stehende Schenkel, so daß also z. B. zu 
der Linie A B sowohl parallele als auch recht- 
winklige Linien gezogen worden können, ohne 
den Stellwinkel umlegen oder verstellen zu 
müssen. Die Kanten der beiden Schenkel 
von C sind parallel; mithin kann entweder die 
äußere oder die innere benutzt werden, je 
nachdem das Licht von links oder von rechts 
kommt. Ferner ist nur ein verstellbarer 
Winkel notwendig statt der sonst üblichen 
beiden Dreiecke von 45° und 60°. da der Winkel 
mit Marken für 30°, 45° und 60° versehen ist, 
auf welche die Kante von D eingestellt wird. 
Bei geringer Preiserhöhung kann C mit jedem 
notwendigen Winkel bezeichnet werden. En- 
gineering schlügt vor, da der Stellwinkel aus 
durchsichtigem Zelluloid hergestellt ist, auf der 
Unterseite von D einen Strich einzuziehen und 
mit diesem den Winket nach der Teilung auf C 
einzustellen, wodurch die Genauigkeit ganz 
wesentlich erhöht wird; wenn nötig, wäre 
Teil D etwas zu vergrößern. Der Apparat ist 
sauber ausgeführt; er soll sich in einigen der 
ersten Ingenieurbureaus von England gut be- 
wahrt haben. Klßm. 



Entwicklung der Elektrizität«- 
gewlnnung an den Nfagarafällen. 

Nachr. f. Handel u Ind 1906 . iVr. 16 
nach The Iron Agt 

Die Kraft dos Niagarafalls wird nach allen 
Richtungen verteilt, sie dient zu industriellen 
und Transport-Zwecken in Buffalo, Lockport, 
Rochester, Toronto und Syracuse und zum Be- 
trieb eines Netzes elektrischer Bahnen im 
Westen und Zentrum des Staates New- York. 
Die Niagara Falls Cy. hat in ihren zwei 
Kraftstationen auf der amerikanischen und in 
der Station auf der kanadischen Seite die Ein- 
richtung für Erzeugung von 155 000 PS voll- 
endet und gibt jetzt Elektrizität von 90000 PS 
ah. Die Niagara Falls Hydraulic Power 
and Manufacturing Cy. ist mit ihren An- 
lagen soweit fortgeschritten, daß sie bald von 
den geplanten 260 000 PS 42 000 zu liefern im- 
stande sein wird. Die Niagara, Lockport 
and Ontario Po wer Cy., welche den Vertrieb 
der von der Ontario Power Cy. erzeugten 
Elektrizität besorgt, bat mit der New- York 
Central Roilroad Cy. einen Vertrag ab- 
geschlossen über Lieferung elektrischer Kraft 
zum Betrieb der Nebenlinien dieser großen 
Eisenbahngesellschaft; die Vorarbeiten zur Über- 
führung der für diesen Zweck nötigen große» 
Strommengen nach der Mitte des Staates 
wurden mit großem Eifer betrieben, da kon- 
traktmäßig die Elektrizität vom 1. Mürz 1906 
in Syracuse geliefert werden sollte. Die Leitung 
für einen Strom von 60 000 Volt, die aus Alu- 
miniumdraht bestehen und Uber eiserne Masten 
geführt werden , mußte bis zum genannten 
Tage fertiggestellt sein. Auch die Stromleitung 
von den Niagarafüllen nach Toronto nähert sich 
schnell der Vollendung und bald wird dieser 
Stadt die zum Betrieb ihrer Bahnen genügende 
Kraft geliefert werden können. 

Die Verlängerung des Kanals zur Ableitung 
des Wassers vor den Fallen nach der Kraft- 
station der Niagara Falls Hydraulic 
Power and Manufacturing Cy. ist ihrer 
Vollendung nahe, und man erwartet, schon 
in allernächster Zeit den Sperrdamm zwischen 
dem alten und neuen Kanalteil sprengen 
zu können. Der neue Kanalteil wird aller- 
dings erst später in Benutzung genommen 
werden können, wenn die übrigen Erweite- 
rungsbauten der Gesellschaft vollendet sind. 
Der Bau des neuen Kanals hat bisher eine 
Arbeit von zweijähriger Dauer beansprucht, 
und man kann anuehmen, daß erst in weiteren 
zwei Jahren der Rest der für die Betriebs- 
erweiterung nötigen Arbeiten bewältigt werden 
wird. Die neue Kraftstation dieser Gesell- 
schaft, die 300 m unterhalb der jetzigen liegt, 
wird für die Erzeugung von 120 000 PS ein- 



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88 



KI»iD«rt Mitteilungen — Glastechmtches. 



Deotache 

MeehJUiJker-Ztg. 



gerichtet und soll die größte Station auf der 
amerikanischen Seite werden. 

78. Versammlung Deutscher Natur- 
forscher und Ärzte ln Stuttgart vom 
16. bis 22. September 1906. 

Geschäftsführer der diesjährigen Natur- 
forscherversammlung sind die Herren Ober- 
medizinalrat Dr. v. Burckhardt und Prof. 
Dr. v. Hell. 

Die allgemeinen Sitzungen sollen Montag 
den 17. und Freitag den 21. September 
slattfinden; für Donnerstag den 20. Sep- 
tember vormittags ist eine Gesamtsitzung 
der beiden wissenschaftlichen Hauptgruppen 
geplant, in weicher die Frage der Regene- 
ration und Transplantation behandelt werden 
soll. Am Nachmittag des 20. September 
finden gemeinsame Sitzungen je der beiden 
Hauptgruppen statt. Die Abteilungssitzungen 
sollen am 17. nachmittags und am 18. und 
19. vormittags und nachmittags, ev. auch 
noch am 21. nachmittags abgehalten werden. 

Die Abteilungen der naturwissenschaft- 
lichen Hauptgruppe sind unverändert ge- 
blieben, so daß für die Präzisionemechanik 
hauptsächlich in Betracht kommen: 1. Mathe- 
matik, Astronomie und Geodäsie; 2. Physik, 
einschließlich Instrumentenkunde und wissen- 
schaftliche Photographie; 3. Angewandte 
Mathematik und Physik (Ingenieurwissen- 
schaften, einschließlich Elektrotechnik); 

4. Chemie, einschließlich Elektrochemie; 

5. Angewandte Chemie und Nahrungsmittel- 
untersuchung; 6. Geophysik, einschließlich 
Meteorologie und Erdmagnetismus; 7. Ma- 
thematischer und naturwissenschaftlicher 
Unterricht. 

Der Vorstand der Abteilung für Physik, 
einschließlich Instrumentenkunde und 
wissenschaftliche Photographie besteht aus 
den Herren Prof. Dr. Koch (Techn. Hoch- 
schule) und Prof. Rob. Lang (Real- 
gymnasium) als Einführenden, sowie den 
Herren Dr. K. Wildermuth, Oberreal- 
lehrer, und Fr. Käser, Assistent an der 
Techn. Hochschule, als Schriftführern. 

Den späteren Mitteilungen über die 
Versammlung, die im Juni zur Versendung 
gelangen, soll bereits ein vorläufiges Pro- 
gramm der Verhandlungen beigefügtwerden; 
Vorträge und Demonstrationen — nament- 
lich solche, die größere Vorbereitungen in 
Stuttgart erfordern — sind wenn möglich 
bis zum 15. Mai bei Hrn. Dr. K. R. Koch, 
Professor an der Techn. Hochschule (Cann- 
statt-Stuttgart, Taubenheimstraße 24), anzu- 
melden. Vorträge, die erst später, ins- 
besondere erst kurz vor oder während der 
Versammlung angemeldet werden, können 



nur dann noch auf die Tagesordnung 
kommen, wenn hierfür nach Erledigung der 
früheren Anmeldungen Zeit bleibt; eine 
Gewähr hierfür kann daher nicht über- 
nommen werden. 

Die allgemeine Gruppierung der Ver- 
handlungen soll so stattfinden, daß Zu- 
sammengehöriges tunlichst in derselben 
Sitzung zur Besprechung gelangt; im übrigen 
ist für die Reihenfolge der Vorträge die 
Zeit ihrer Anmeldung maßgebend. 

Ganz besonders erwünscht sind Vor- 
träge über Gegenstände, welche sich zur 
Besprechung in kombinierten Sitzungen 
zweier oder mehrerer verwandter Abteilungen 
eignen, da es dem universellen Charakter 
der Gesellschaft Deutscher Naturforscher 
und Arzte, in welcher im Gegensatz zu 
den zahlreichen alljährlich stattfindenden 
Spezialkongressen sämtliche Zweige der 
Naturwissenschaften und Medizin vertreten 
sind, entspricht, daß gerade solche, mehrere 
Abteilungen interessierende Fragen zur 
Verhandlung gelangen. 



Glaatechniachea. 

Dewars Methode zur Erzeugung 
hoher Vakua 1 ), 

Von Blythswood und H. 8. Allen. 

Phü. Mag. 10. S. 497. 1905. 

Dewars Methode zur Evakuierung von Ge- 
fäßen ohne Anwendung einer Luftpumpe be- 
steht darin, daß man den zu entleerenden 
Raum mit einem abgeschlossenen Gefäß in 
Verbindung setzt, welches Holzkohlenpulver 
enthält, und dieses Gefäß in flüssige Luft 
taucht. Die Holzkohle absorbiert dann die im 
Innern des Apparates befindliche Luft. Man 
kann auf diese Weise ein beliebig hohes 
Vakuum erzielen, falls das Absorptionsgefäß 
groß genug gewählt ist, und darauf das letztere 
von dem entleerten Gefäß abtrennen. Um die 
an den Innenwänden des Apparates adh&rie- 
rende Luft zu entfernen, muß man vor Beginn 
der Operation die gesamte Vorrichtung erhitzen. 

Die durch die Figur in etwa 6-facher Ver- 
kleinerung dargeetellte Röntgenröhre von 
1160 ccm Inhalt wurde von den Verf. mit einem 
Glaskolben von 200 ccm Volumen verschmolzen, 
der 6b g aus Kokoanußschalen hergestellte Kohle 
enthielt. Der Verlauf der Evakuierung war 
folgender: 

11 Uhr 26 Min. Erhitzung der Entladungsrohre 
und des Kohlenpulverkolbens be- 
gonnen. 

11 „ 36 „ Apparat zu geschmolzen. 

») 8. auch D. R P. Kl. 12. Nr. 169 613. 



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HoA 9 
i m»i im 



Ql»»t«chni*ch*«. 



89 



11 


Uhr 16 Min. 


Kohlenpulverkolben in flüssige 
Luft getaucht. 


11 


• 


60 . 


Beginn der Entladung in der 
Röntgenröhre. 


19 


* 


— . 


Beide Elektroden derselben mit 
samtartiger Glühschicht bedeckt. 


12 


* 


7 » 


Die Eutladung füllt die ganze 
Röhre an. 


12 


„ 


9 . 


Auftreten dergrünen Fluoreszenz. 


12 


* 


12 „ 


Die Elektroden werfen Schatten 
auf die Röhre, verursacht durch 
die Kathodcnstrahlen. 


12 




30 „ 


Beginn der X-Strahlen. 


12 


„ 


60 „ 


Entladungsröhre abgeschmolzen. 



Ala Ergebnis dieses Verfahrene wurde eine 
etwaa weiche Röntgenröhre erhalten. An flüs- 
siger Luft werden 300 bie 400 g bei derartigen 
Operationen verbraucht; um den Kohlenpulver- 
kolben vollständig bedecken zu können, sind 
600 bis 800 g hiervon erforderlich, die in einem 
zylindrischen I)e wa rachen Gefäß untergebracht 
werden. 




Will man ein sehr hohes Vakuum erzielen, 
so empfiehlt es sich, zwei Absorptionskolben 
mit Kohlenpulver an den Apparat anzuschmelze». 
Man taucht dann zunächst den einen Kolben 
in die flüssige Luft; nachdem das Kohlen- 
pulver darin eich mit der eingeschossenen Luft 
hinreichend gesättigt hat, schmilzt man ihn ab, 
worauf man den zweiten Kolben zu gleicher 
Verwendung in das Dewarsche Gefäß mit der 
flüssigen Luft bringt. Vorteilhaft ist es, den 
Apparat vor der Operation eine hinlängliche 
Zeit mit einer Trockenröhre zu verbinden, da 
hierdurch die Absorptionskraft des Kohlen- 
pulvers erhöht wird. 

Das wirksamste Kohlenpulver für diesen 
Zweck gewinnt man aus Kokosnußscbalcu, in- 



dem man sie einige Stunden hindurch in einem 
eisernen Topfe, der einen fest schließenden 
Deckel mit kleinem Luftloche hat, erhitzt. 
Das erhaltene Kohlenpulver muß unter Luft- 
abschluß auf bewahrt werden, da es beim 
Stehen an freier Luft einen großen Teil seiner 
Absorptionskraft verliert. 

Die nach dieser Methode hergestellten Va- 
kuumröhren sind vor den mit den üblichen 
Luftpumpen entleerten Röhren dadurch aus- 
gezeichnet, daß sie frei von Quecksilberdämpfen 
sind. Dieser Vorzug ist besonders wichtig bei 
spektroskopischen Untersuchungen. Mk. 



Nachtfrostwarner und Feuchtigkeits- 
messer der Firma Gebrüder Herrmann 
ln Manebach. 

D. R. G. M. Nr. 249 219. 

Nach einem Prospekt 

Der Apparat stellt sich als ein August- 
eches Psychrometer dar, dessen beide Thermo- 
meter zusammen auf einer Skala montiert sind. 
Die Gefäße der Thermometer sind nach aus- 
wärts gebogen, damit seitlich von den Röhren 
Platz für die Anbringung der Teilungen bleibt. 
Links ist das trockene, rechts das feuchte 
Thermometer angebracht. Das Gefäß des letz- 
teren ist mit einem Baumwoilachlauch über- 
zogen, dessen Ende in ein kleines, mit Wasser 
gefülltes Gefäß taucht, das auf dem Fuß des 
Halters für das Instrument plaziert ist. Die 
Teilung für das trockene Thermometer befindet 
sich links, die für das feuchte rechts, 
während zwischen den beiden Röhren noch 
eine Teilung angebracht ist, die die Bezeich- 
nung „Grenzstftnde“ trägt. Es sind dies die- 
jenigen Temperaturen, auf welche das feuchte 
Thermometer zurückgehen muß, wenn in der 
folgenden Nacht Frost zu erwarten ist. Diese 
Beobachtung gründet sich auf eine von dem 
1897 verstorbenen Schweizer Meteorologen 
Arthur Kammermann aufgefundene Regel 
über die Vorausbesthnmung des nächtlichen 
Temperaturminimums (Meteorologische Zeitschrift 
3» 8. 124. 1886). Nach dieser Regel ist für jede 
Landschaft der Unterschied zwischen der An- 
gabe des feuchten Thermometers zu einer be- 
stimmten Tageszeit und der niedrigsten Tem- 
peratur in der darauf folgenden Nacht eine 
konstante Größe, die aber für verschiedene 
Landschaften verschieden ausfällt. 

Der Appnrat wird zur Beobachtung im 
Freien auf einen Pfahl aufgestellt, so daß er vor 
direkter Bestrahlung durch die Sonne und vor 
Regen geschützt ist. Sinkt dann das feuchte 
Thermometer z, B. bei einer Lufttemperatur 
von 15° am trockenen Thermometer unter 8°, 
so ist Nachtfrost zu erwarten. 



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90 



Glastechnlach*». — Bücherschau. 



Deatarhe 

Mechanlkar-Ztg. 



Die Rückseitu der Skala trftgt eine Tabelle 
zur Bestimmung der Feuchtigkeit der Luft 
Das Instrument ist für den Landwirt und 
GArtner in erster Linie bestimmt und wird ihm 
sicherlich, besonders im Frühjahr und Herbst, 
gute Dienste leisten. H'6. 

Über die Wirkung ultravioletten 
Lichte« auf Ol». 

Von F. Fischer. 

Chenu Ber. 38. S. 946 . 1905. 

Vcrf. benutzte eine QuarzqueckBilberlampe 
eigener Konstruktion, in deren Nftho er die Glas- 
röhren brachte. Er ließ die Strahlen durch Luft- 
oder Wasserstoffschicht wirken und arbeitete 
mit ungekühlten und gekühlten GlaastUckeu. 
In Anbetracht der niedrigen Spannung des 
Lampenstroms und bei dem Grade der Gas- 
leere der Quecksilbcrlampe halt Verf. die Ent- 
stehung und Einwirkung von Kathoden- und 
Röntgenstrahlen für ausgeschlossen. 

Es wurden 8 Glasarten untersucht, von denen 
gewöhnliches Thüringer Glas, Apparatenglas von 
Greiner u. Co. (Stützerbach), Apparatenglas 
von Bock & Fischer (Ilmenau) und Normal- 
Thermometerglas von Schott Sc Gen. (Jena) 
eich wahrend 12 Stunden im Lichte derQueck- 
eilberlampe lebhaft violett färbten, wahrend 
Jenaer Verbrennungsröhren, Jenaer Duraxglas. 
deutsches und englisches Bleiglas keine Ver- 
änderungen zeigten. 

Die Analyse ergab, daß die ersten Glaser 
Mangan enthielten, die zweiten nicht. Wie bei 
den von Crookes in 4000 m Höhe im Sonnen- 
licht geprüften Glasern, die sich hier auch all- 
mählich violett fflrbten, dürfte durch Einwirkung 
der kurzwelligen ultravioletten Strahlen eine 
Umwandlung von Ferri- und Manganosilikat in 
Ferro- und Manganisilikat allmählich erfolgen. 
Das letztere ist violett und verleiht dem Glas 
die Färbung. Durch Erhitzung bis zum Er- 
weichen laßt sich die Färbung beseitigen und 
durch Bestrahlung dann wieder hervorrufen. 

Die FArbung der Röntgenröhren und Radium 
bromidröhrchen beruht auf Ähnlicher Wirkung. 

J. 

G ebr n uch smuster . 

Klasse : 

42. Nr. 272 785. Schwefelbestimmungsapparat, 
dessen einzelne, ohne An- bezw. Einschmelzen 
verschiedener Glasstucke herstellbare Teile 
ohne fremdes Verbinduugsmaterial gebrauche- 
bereit zusammengesetzt worden. H. v. N os t i t z 
und JAnkendorf, Bruckbausen a. Rh., u. 
C. Gerhardt, Bonn. 27.1.06. 

Nr. 273 134. FlAchenthermometer zum Messen 
heißer Platten mit um das Gefäß befind- 
lichem Trichter als Schutzmittel gegen 



äußere WArmeeinflüsse W. Niehls, Berlin. 

22 . 2 . 06 . 

Nr. 272 927. Bürette zur KohlensAurebestim- 
mung mit Gaszuleitungsrohr und Tuben zum 
Anschluß an die Absorptionsvorrichtung 
und die Sperrflüssigkeit. F. Hugershoff, 
Leipzig. 19. 2. 06. 

Nr. 273 118. Pipette mit Kolben zum Auf- 
ziehen übelriechender Flüssigkeiten. H. 
Noffke, Berlin. 19. 2 06. 

Nr. 278 447. Doppelkugel-Pipette für gasana- 
lytische Zwecke, bestehend aus zwei mitein- 
ander verschmolzenen, unten in röhren- 
förmige, miteinander kommunizierende Ver- 
längerungen auslaufenden Glashohlkörpern 
von annähernd kugliger Form, von denen 
der eine sich innerhalb des größeren anderen 
befiudet. G. M. Schubert, Chemnitz. 
31. 1. 06. 

Nr. 273 608. Bürette bezw. Meßrohr, w’obei 
sich die Flüssigkeit selbsttätig einstellt, mit 
zwischen der bekannten Skaleneiuteilung 
befindlicher besonderer Teilung und Be- 
zeichnung. Ströhlein & Co., Düsseldorf. 
21. 2. 06. 



BOcherschau. 

O.Lcneick, Illustrierte gewerbliche Materialien- 
kunde. Zum Gebrauch in gewerblichen 
Fortbildungs- und Fachschulen, in Meister- 
kursen und zur Selbstboiehrung. Aus B. 
Vo Igore Bücherei für den Gewerbe- und 
Handwerkerstaud Bd. 5. kl. -8°. VIII, 578 S. 
mit 152 Abb. Berlin, A. Golds chmidt 1905. 
Geb. 4,00 M. 

Das Buch behandelt in zwei großen 
Gruppen die natürlichen und künstlichen Ma- 
terialien und unterscheidet demgemAß zwischen 
RohstofTlehro und Technologie. Der erete Teil 
trennt übersichtlich nach dem Ursprung die 
Rohstoffe in mineralische, vegetabilische und 
animalische, wAhrend für den zweiten Teil die 
Trennung in chemische und mechanische Tech- 
nologie gegeben war. Die wichtigsten Ma- 
terialien sind in großer Vollständigkeit auf- 
geführt und ihre Entstehung und Eigenart dem 
engen Rahmen des Buches entsprechend 
wiedergegeben- Die Darstellung wird durch 
zahlreiche Abbildungen belebt, welche zum 
größten Teil in Reproduktionen einfacher Hand- 
skizzen bestehen, die durch ihre Schlichtheit 
und durch die meist gowfthlte perspektivische 
Darstellung an Deutlichkeit für ungeübte 
Augen nichts zu wünscheu übrig lassen. Es 
fragt sich nur, ob eine Trennung der Matorialien- 
kunde nach den hauptsAchlichste 11 Gewerbe- 
gruppen nicht zweckmäßiger ist. O. 



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Haft 9. 

I. Mal 190«. 



Patentschau. - Patentliste 



91 



Patentschau. 

Vorrichtung zum Befestigen von Thermometern in Flaschen nach Put. Nr. 155050, 
dadurch gekennzeichnet, daß der das Thermometer aufnehmende pilzförmige Körper nach unten 
in eine nur die Kapillarröhre des Thermometers umschließende Metallröhre ausläuft, an den 
Platten augeordnot sind, die mit entsprechenden Ausschnitten über Ansätzo einer außen mit 
Dichtungsmaterial belegten, oben erweiterten MetallhUlse greifen, mit der die ganze Vorrichtung 
im Flaschenhälse befestigt wird. B. Gregory in Berlin und R. Swiderski in Dresden. 
7.4. 1904. Nr. 157 010; Zus. z. Pat. Nr. 155 060. Kl. 30. 

Prismendoppelfernrohr, bei welchem die Okularrohre um die Achsen der zugehörigen 
Objektivrohre drehbar angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß das eine der Objektivrohre 
derart zwischen zwei mit dem anderen Objektivrohre starr verbundenen Brücken drehbar ge- 
lagert ist, daß mit Hilfe einer auf der einen Brücke angeordneten Feststellvorrichtuug diese 
Brücke an das drehbare Rohr gepreßt wird, zum Zwecke, eine Feststellung des drehbaren 
Rohres in jeder beliebigen Stellung zu ermöglichen. H. Kollmorgen in Berlin. 11.7.1903. 
Nr. 166 917. Kl. 42. 

Taschenoptometer mit einem die Linse tragenden äußeren Rohr und einem in das- 
selbe einschiebbaren, das Schauobjekt enthaltenden und mit Skalen versehenen inneren Rohr 
zur Feststellung des Grades der Kurz- bezw. Übersichtigkeit, dadurch gekennzeichnet, daß zur 
Bestimmung der Kurzsichtigkeit das Auszugrohr umgekehrt in das die Linse tragende Rohr 
eingeschoben und an den in entsprechender Richtung laufenden Skalen das Messungsergebnis 
abgelegen werden kann, zum Zwecke, ein in zusammeugeschobenem Zustande nur kurz ge- 
staltetes und bequem unterzubringendes Handinstrument zu schaffen. P. Becker in Düssel- 
dorf. 14. 11. 1903. Nr. 157 070. Kl. 42. 

Eine Ausführungsform der durch Pat. Nr. 138 205 geschützten Vorrichtung zur Fern- 
Übertragung von Konipaßstellungen, bei welcher die Stromzuführung zum Hebel durch Pinne 
und Rose erfolgt, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindung des Hebels mit der Rose mit 
Hilfe metallischer Federn hergestellt wird, zu dem Zwecke, die in diesem Falle bei scharnier- 
artiger Verbindung des Hebels mit der Rose eintretende unsichere Leitung zu vermeiden. 
B. Freese in Delmenhorst b. Bremen. 26. 2. 1903. Nr. 156 668; Zus. z. Pat, Nr. 138 206. Kl. 74. 

Sender für Wellentelegraphie, dadurch gekennzeichnet, daß der die elektro- 
magnetischen Wellen ausstrahlende Sendekörper von einem Stoffe umgehen Ist, dessen die 
Wellenlänge bestimmende Dielektrizitätskonstante einen größeren Wert als die Luft besitzt. 
R. A. Fe ss enden in Manteo, V. 8t. A. 13. 8. 1902. Nr. 167 344. Kl. 21. 

Apparat zur Bestimmung der magnetischen Eigenschaften von Eisenblechen in 
Form einer Doppelspule, gekennzeichnet durch die Anordnung flacher Magnetisierungsspulen, 
derart, daß ganze Blechtafeln durch dieselben hindurchgeschoben werden können, wobei die 
Blechenden eine einzige Stoßstelle bilden. Siemens & Halske in Berlin. 7. 11. 1903 
Nr. 167 494. Kl. 21. 

Apparat zum Messen der Schärfe des Brennpunktes einer Röntgenröhre, be- 
stehend aus einer in einem mittleren Loche mit Drähten oder anderen Körpern verschiedener 
Größe besetzten oder mit Löchern oder Schlitzen verschiedener Lichtweite versehenen Blei- 
scheibe, einem Rohr aus Holz oder dgl. auf der einen Scheibenseite und einem Metallrohr auf 
der' anderen Scheibenseite, in welchem nahe dessen äußerem Ende ein Leuchtschirm nebst Blei- 
glasplatte angebracht sind. R. Seifert & Co. in Hamburg. 11.3. 1904. Nr. 157 279. Kl. 21. 



Patentliste. 

Bis zum 9. April 1906. 

Klasse: Anmeldungen. 

21. B. 41 976. Einrichtung zum Ausgleich des 
Einflusses der Schwankungen der Spannung 



oder der Wechselzahl auf die Zählerkonstante 
von Elektrizitätszählern nach Ferraris- 
schem Prinzip. O. T. Blathy, Budapest. 
19. 1. 06. 

D. 16 599. Astatischer Elektrizitätazähler. 
Deutsch - Russische Elektrizitäts- 
zäh 1 er- Ges., Berlin. 3.1.06. 



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Patentlitte. 



Deotnehe 

kfechanlker-Ztg. 



92 

H. 35 928. Vorfahren zum Betriebe von Queck- 
silberdampflampen. W. C. Horacus, Hanau. 

15. 8. 05. 

H. 38 423. Schaltungsanordnung für elek- 
trische Meßinstrumente mit mehr als einem 
Spannunga - Meßbereich. Hartmann St 
Braun, Frankfurt a. M. 2. 11. 05. 

H. 86 447. Wattmeter nach dynamometrischem 
Prinzip mit mehreren Meßbereichen. Hart- 
mann & Braun, Frankfurt a. M. 6. 11.06. 

H. 37 022. Meßgerät nach Ferrariaschem j 
Prinzip. Dieselben. 29.1.06. 

K. 31 159. Isolationsprüfer; Zus. z. Patent 
Nr. 162880. K. Krüger, Berlin. 12.1.06. 

P. 17 108. Verfahren zur Verbesserung der 
Lichtfarbe von monochromatischen Licht- 
bögen zwischen Elektroden, von denen nur 
eine oder auch beide aus Material von 
niederem Schmelzpunkt bestehen, z. B. 
Quecksilberlicht. G.Perlts, Berlin. 5.4.05. 

8t. 2937. Elektrisches Meßgerät mit zwei 
Spulen. W. J. Still, Ealing, Engl. 2 12. 04. 

32. 8. 19 940. Verfahren nebst Vorrichtung zur 
Herstellung von Glashohlkörpern. P. Th. 
Sievert, Dresden. 16.8.04. 

42. B. 40 771. Verfahren zur Bestimmung von 
Temperaturen in erhitzten Hnumen, Öfen 
u. dgl. H. Brearley, Sheffield, England. 

24 H. 05. 

H. 32 689. Apparat zur Bestimmung von 
Bogenhöhe, Sehne, Zentriwinkel und Radius. 

H. Huber, Freiburg i. B. 24.3.04. 

H. 36 539. Resonanzraeßgerfit, Hartman n 

& Braun, Frankfurt a. M. 20. 11. 05. 

K. 29 184. Lagerung für Wasserwagen mit 
Einstellung der Libelle parallol zu zwei auf- 
einander senkrechten Ebenen durch zwei die 
Libelle in diesen Ebenen verschiebende Stell- 
schraubenpaare. J. F. Klingel fuß, Aarau, 
Schweiz. 16. 3. 05. 

L. 19 370. Temperaturregler mit Kontakt 
tbermometer für die höchste und tiefste 
Temperatur. M. Lwo w Usch-Kost ritza, 
Wilna. 18.8.04. 

M. 27 747. Geschwindigkeitsmesser mit. Reib- 
radget riebe und Vergleichsuhrwerk. G.M e y e r, 
Dresden. 27. 6. 06. 

Sch. 23 333. Ölprüfvorrichtung. F. Schmaltz, 
Offeubach a. M. 6. 2. 05. 

Erteilungen. 

21. Nr. 171051. Radiumprflparat. H. Lieber, 
New-York. 21.9.04. 

Nr. 171 154. Heizvorrichtung für Quecksilber- j 
dampflampen und ähnliche Apparate. AI lg. j <j 
Elektrizitäts-Gesellschaft, Berlin. 15. 

10. 05. 

FQr dl« Redaktion verantwortlich; 

Verlag von Jullue Springer In Berlin N. — 



Nr. 171 218. Eloktrizitatsrneßgerftt für Gleich- 
strom. W. Moyerling, Ilmenau, Thür. 
10. 11.04. 

Nr. 171 230. Signaleinrichtung zum Anzeigen 
des Durchscbmelzens elektrischer Siche- 
rungen. Siemens k Halsko, Berlin. 
14. 2. 05. 

Nr. 171 309. Verfahren zur Herstellung kalt 
leitender, aus geschmolzenen Körpern be- 
stehender elektrischer Glüh- oder Heiz- 
körper. O. Frölich, Berlin. 20.1.05. 

32. Nr. 171 055. Vorrichtung zur Herstellung 
von Hohlkörpern aus Glas mittels Aushebe- 
verfahrens. G. H. Harvey, Glenfleld 
Borough, Pa., V. St. A. 28. 10. 03. 

Nr. 171 057 Vorrichtung zum Absprengen von 
Glasgegensthnden. H. Fischer, Stolberg, 
Rhld. 18. 7. 05. 

42. Nr. 170 904. Selbstregistrierendea Metall- 
oder Feder-Barometer mit einer durch ein 
Uhrwerk bewegten Skala. A. Abraham, 
Neuhuus a. Oste. 13. 9. 04. 

Nr. 170 989. Untersatz für Meßinstrumente zur 
Befestigung an Holz. J. Lukes, Libuschin, 
Böhmen. 13. 10. 04. 

Nr. 171031. MesserfUhrung für Mikrotome. 

A. Becker, Göttingen. 28.4.04. 

Nr. 171 032. Linsenfassung für Projektione- 
und Vergrößeruugsapparate, bei der die 
Einzellinsen von vorspringenden Klauen 
einer Hülse getragon werden. 8oci6t6 
Romanet & Guilbert, Paris. 19.3,05. 

Nr. 171 158. Glaslinse und Verfahren zur 
Herstellung. J. L. Borsch jun., Phila- 
delphia. 1. 9. 04. 

Nr. 171 181. Apparnt zur Prüfung von Schmier- 
mitteln. J. Walther, Gleiwitz. 29.5.04. 

Nr. 171 248. Vorrichtung zur fortlaufenden 
Aufzeichnung der Ergebnisse von Gasab- 
sorptions- und FlüsaigkeitsfAliungsanalysen. 

B. Stollberg, Sollstedt, Hohenstein. 3.9.04. 

Nr. 171369. Sphftrisch, chromatisch, astig- 
matisch und komatisch korrigiertes Objektiv 
aus vier verkitteten Linsen. C. P. Goerz, 
Friedenau-Berlin. 11. 5. 04. 

Nr. 171 493. Fernrohr, Opernglas o. dgl. mit 
WechBolokular und selbsttätiger Einstellung 
desselben durch Druck auf oineo Knopf 
o. dgl. M. Mann es mann, Remscheid- 
Bliedingbausen. 1. 10. 04. 

Nr. 171 494. Astronomisches Unterrichtsmittel 
zur Veranschaulichung der wechselnden Be- 
lichtung und Beschattung der Erde durch 
Sonno und Mond. R. M. Moili, Lucca, 
North Dacota. 22. 8. 05. 

19. Nr. 171 071. Verfahren zum Löten von Alu- 
minium und aluminiumreichen Legierungen. 
L. Fries, Zürich. 6. 10. 04. 

A.Blaaohke Ln Berlin W. 

Druck ren Bmll Dreyer'ln Berlin SW. 



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Deutsche Mechaniker-Zeitung. 

Beiblatt zur Zeitschrift für Inatrumontenkunde 

und 

Organ für die gesamte Glasinstrumenten - Industrie. 
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik. 

Redaktion: A. Blaachke, Berlin W30, An der Apostelkirche 5. 

Heft 10. 15. Mai. 1906. 

Nachdruck nur mit Genehmigung: der Redaktion gestattet. 



Über die neuere Entwicklung der nautischen Instrumente. 

Vortrag, 

gehalten auf dem 16. Deutschen Mechanikertage zu Kiel am 4. August 190h, 

TOD 

Dr. B. KohlsobUtt«r in Berlin. 

(StklußJ 

Wichtiger noch als das Lot zur Bestimmung des SchilVsortes bei Nebel und 
unsichtigem Wetter sind die akustischen Signale. Sie leiden jedoch daran, daß es 
sehr schwer ist, die Richtung zu bestimmen, aus der sie herkommen; daher ist es nicht 
zu verwundern, daß viele Apparate konstruiert worden sind, die dies ermöglichen sollen. 
Brauchbare Resultate sind jedoch damit nicht erzielt worden, da die Hauptschwierigkeit 
in der Eigenschaft der Nebelwände liegt, den Schall zu brechen, abzulenken, zurück- 
zuwerfen oder zu dämpfen, die je nach den obwaltenden Umständen in verschiedenster 
Weise zur Geltung kommt und durch kein Instrument zu beseitigen ist. 



Fl«. N. 

Deshalb war schon von verschiedenen Seiten die Verwendung von l'nterwasser- 
Schallsignalen empfohlen worden, da man voraussetzen konnte, daß bei der Fort- 
pflanzung der Schallwellen durch das Wasser verderbliche Ablenkungen und Re- 
flexionen, wie sie an den Nebelbänken statthaben, nicht Vorkommen würden. Aber 
erst durch die Erfindung eines geeigneten Empfangs- und Hörapparats durch A. S. 
Mundy und Elisha Gray, der durch M. Millet noch wesentlich verbessert und von der 
Submarine Cable Co. in Boston hergestellt worden ist, gelang es, den Gedanken 
nutzbringend ln die Praxis einzuführen 

Die Töne werden durch ungefähr 65 kg schwere Glocken mit metallisch hellem 
Klange erzeugt, die an Feuerschiffen ( Fig . 25) oder Bojen (k'ig. 26)-) in verschiedenen 

') Technische Rundschau. II. 3. 189. 1908 — *1 Hansa 43. 1906 Nr. 18. 





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94 E- KohlichQlttr, Ober dl« neuer« Entwicklung der nautischen Instrument« Mechanl^er-Zt* 

Tiefen bis zu 15 m unter der Wasseroberfläche aufgehängt sind. Als Triebkraft für den 
Klöppel kann Dampf, Elektrizität oder Preßluft verwendet werden. Jede Glocke hat ihr 
bestimmtes Signal, das aus einer Anzahl von Schlägen in bestimmtem Rythmus besteht 
und in bestimmten Zwischenräumen wiederholt wird. Danach kann ein Schiff, sobald 
es ein Unterwassersignal wahrnimmt, sofort bestimmen, von welcher Glocke es ausgeht, 
und seinen Kurs danach einrichten. 

Der Kmpfangsapparat hat den großen Vorteil, daß er eine Durchbrechung des 
Schiffabodens nicht nötig macht. Jedes Schiff hat zwei davon, je einen an Steuerbord 
und Backbord, die möglichst tief unter der Wasserlinie etwa 3 bis 4 m vom Vorsteven 
entfernt innen an der Schiffswami angebracht sind (s. Fig. 36'). Sie bestehen aus einem 
zylindrischen Gefäß aus Eisenblech ( Fig. 37), das unter Einschaltung einer Gummidichtung 
mit seiner offenen Seite an die Sehiffswnnd angeschraubt und mit Seewasser angefüllt 
ist. In Beinern Innern befindet sich ein Mikrophon, das die durch das Meerwasser und 
die Schiffswand übertragenen Schallschwingungen aufnimmt und durch eine elektrische 
Leitung an ein im Kommandoraum befindliches Telephon weitergibt. Hier hört der 
wachthabende Offizier die Glockensignale, und je nachdem er den Backbord- oder den 
Steuerbordempfänger auf das Telephon schaltet, kann er entscheiden, ob die Signale 
von Backbord oder Steuerbord kommen. Bringt er das Schiff auf einen solchen Kurs, 
daß die Signale in beiden Empfängern 
gleich stark hörbar sind, so weiß er, daß 
er das Feuerschiff oder die Boje, deren 
Signale er vernimmt, recht voraus hat. Die 
Unsicherheit in der Richtungsbestimmung 
ist so gering, daß bei allen angestellten 
Versuchen der Kurs innerhalb eines Striches, 
d. i. 11 °, richtig angegeben wurde. Daraus 
geht auch hervor, daß man Ablenkungen 
des Schalles im Wasser nicht zu befürchten 
braucht. 

Die Hörweite der Unterwassersignale 
betrügt etwa 10 Seemeilen, und unter den 
Kapitänen der Handelsmarine findet ihr 
großer Nutzen für die Schiffahrt immer mehr 
Anerkennung '). Ein Nachteil, der besonders 
in den engen Fahrwassern der deutschen 
Flußmündungen sich fühlbar macht, besteht 
darin, daß zur Feststellung der Richtung, 
aus der der Schall der Unterwasserglocken 
kommt, das ganze Schiff aul diesen Kurs 
gebracht werden muß. Vielleicht läßt sich dies aber ändern und ein Empfangsapparat 
konstruieren, der auch ohne Drehung des Schiffes die Richtung der Unterwassersignale 
bestimmt. 

In den vorstehenden Ausführungen habe ich die verschiedenen Neukonstruktionen 
von Tag- und Nachtfernrohren und von Marinegläsern nicht berücksichtigt, da sie nicht 
zu den spezifisch nautischen Instrumenten gehören. Ich möchte daher nur kurz er- 
wähnen, daß hier ebenso wie beim Landgebrauch die verschiedenen Arten von Prismen- 
fernrohren sich immer mehr Bahn brechen, und schließlich auf eine Konstruktion des 
Commanders Fiske-j hinweisen, die ein sicheres Imgesichtsfeldhalten des betrachteten 
Gegenstandes auch bei stark bewegtem Schiff ermöglichen soll. Zu dem Zweck ist ein 
rechteckiger, aufrecht stehender Rahmen auT einem festgeschraubten Stativ um eine ver- 
tikale Achse drehbar montiert. In dem Rahmen ist ein gewöhnliches .Marinefernrohr so ge- 
lagert, daß es sich um eine am Okularende befindliche horizontale Achse dreht, wenn 
dos Objektivende zwischen zwei Gleitbacken auf und ab bewegt wird. Ein langer 
Winkelhebel ist am Fernrohr befestigt, der das Gewicht des Rohres und des Objektiv- 
kopfes ausbalanziert, und mit dem der Beobachter ohne großen Kraftaufwand das Objektiv 
je nach Bedarf schnell heben oder senken kann. Während also das Okular an seinem 
Platze in Augenhöhe stehen bleibt, wird das Objektiv entgegengesetzt den Bewegungen 
des Schiffes auf und ab bewegt und dadurch die Richtung des Fernrohrs konstant er- 

1 ) Itanm 43. S . 131. 1906. — •) Proe. V 3. Xaval In»t *49. 8. 699. 1903. 




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I£. Mal 1904 **• KoblichUitcr, Nautische Instrumente. -• C. LeiO, Ober Zielfernrohre. 95 

• 

halten. Der Zweck der Vorrichtung wird demnach erreicht durch die Anwendung des 
von den Kometensuchern her bekannten Prinzips, das Okular in den Drehpunkt des 
Fernrohre zu legen. 

Die von der amerikanischen Marine mit dem Apparate angestellten Versuche 
haben ein günstiges Resultat ergeben. Es waren Flaggensignale mit diesem Fernrohr 
noch gut zu erkennen, die mit in gewöhnlicher Weise gehaltenen, ebenso starken 
Kohren nicht auszumachen waren. Indessen ist der Preis der Vorrichtung ein so hoher, 
daß die dadurch erzielten Vorteile zu teuer erkauft erscheinen, und deshalb ist die 
Fiskesche Erfindung nicht eingeführt worden. Vielleicht regt sie aber zur Konstruktion 
eines billigeren Apparates an, der denselben Zweck erfüllt. 

Am Schlüsse meines Referates mOchte ich nicht verfehlen, daran zu erinnern, 
daß das auch vom Reichs-Marine-Amte stets auf das lebhafteste unterstützte Bestreben, 
uns int Bau nautischer Instrumente vom Ausland ganz frei zu machen, bereits große 
Erfolge aufzuweisen hat, und daß wir unsere früheren Lehrmeister, die Engländer, in 
bezug auf die Güte der Instrumente vollkommen erreicht, in manchen Punkten bereits 
übertrofTen haben. 

Wenn manche englische Firmen billiger zu liefern scheinen, so liegt das nur 
an der geringeren Qualität. Gute Ware ist drüben ebenso teuer wie hier, und es ist 
auf das lebhafteste zu bedauern, daß der Grundsatz, in erster Linie die heimische 
Arbeit zu unterstützen, bei manchen Reedereien noch immer nicht zum Durchbruch 
gekommen ist. Für die deutschen Fabrikanten nautischer Instrumente aber ist es nur 
ein gutes Zeichen, daß das berüchtigte Wort „billig und schlecht“ auf sie keine An- 
wendung findet. 



Ober Zielfernrohre. 

Einiges über deren Zweck und Einrichtung. 

Von O Lall« ln Steglitz. 

(Schluß) 

Fig. 7 zeigt uns den Hauptscbnitt durch ein Linsenzieifemrohr der Firma 
R. Fueß, wie es aber in ganz ähnlicher Weise, d. h. ohne besonders wesentliche Unter- 
schiede, von einer Reihe anderer deutscher Firmen, z. B. Voigtländer dt Sohn, 
Mücke, Riediger & Bischoff und Goerz, hergestellt wird. Das Absehen ist auf 
einem schwalbenschwanzartigen Schlitten bei B t befestigt und kann durch eine Schraube 
mit geränderter Griffscheibe, der sogenannten Elevationsscheibe, in der Vertikalen 
verstellt werden. Die ganze Stellvorrichtung (Elevationseinrichtung) dient also ebenso 
wie die Stellvisiere der Kugelgewehre dazu, das Visier bezw. das Abkommen für die 
verschiedenen Schußentfernungen einzustellen. Die hierzu erforderlichen Marken werden 
durch Beschußproben mit dem bereits auf das Gewehr montierten Zielfernrohr fest- 
gestellt und dann in die Elevationsscheibe eingraviert. (Vgl. auch Fig. 9.) 




Die scharfe Einstellung auf das in B { entworfene Bild und das dort befindliche 
Absehen kann auf zwei verschiedene Arten geschehen: entweder bringt man das 
Umkehrsystem U und das Okularsystem Oc (beide das sogenannte terrestrische Okular 
bildend) in eine gemeinsame Rohrfassung, welche in achsialer Richtung der Bildebene 
B x genähert und entfernt werden kann; oder man richtet nur das Umkehrsystem ver- 
schiebbar ein, wie dies im vorliegenden Falle (Fig. 7) aus rein technischen Gründen 
geschehen ist. Diese Art der Scharfstellung am Umkehrsystem besitzt nämlich gegen- 
über der vorgenannten den Vorzug, daß die Feststellungsschraube S hierbei ihrer ge- 
ringen Masse wegen nicht den manchmal bedeutenden Rückstoß auszuhalten hat und 
deshalb Veränderungen in der Scharfeinstellung durch den Rückstoß, wie dies im ersten 
Falle zuweilen passiert, ausgeschlossen bleiben. 



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C. Leiü, über Zielfernrohr«. 



Deutsche 

Mechinlker-Z'g. 



98 





Das Sehfeld des in Fig. 7 im Durchschnitt abgebildeten Zielfernrohres beträgt 
bei einer ungefähr 3-fachen Vergrößerung und einem Augenabstand von etwa 8 cm 
rd. 17%, d. h. man überblickt auf 100 m in linearer Ausdehnung 17 m. 

Das erste vollkommene Prismen-Zielfernrohr hat die Firma Carl Zeiß auf den 
Markt gebracht. Dieses ist (s. Fig. 8) so konstruiert, daß sich das Okular des Fern- 
rohres nur wenig über der gewöhnlichen 
Visierlinie des Gewehres befindet, das 
Objektiv aber mehrere Zentimeter höher 
liegt. Dadurch wird verhindert, daß das 
I.auf-Knde des Gewehres etwa störend 
den unteren Teil des Gesichtsfeldes be- 
einträchtigen kann. Der Augenabstand 
betrug bei diesem Zielfernrohr etwa 3,5 
bis 4 cm. Das Sehfeld ist demzufolge 
auch größer als bei einem Zielfernrohr 
mit längerem Augenabstand, es betrögt 
in diesem Falle bei einer nicht ganz 
3-fachen Vergrößerung 22% (auf 100 m 
22 m linear). Neuerdings fertigt die 
Firma Zeiß auch noch ein gleichartiges 
Prismen -Ziel fern rohr mit rd. 7 cm Augen- 
abstand bei einer 2-maligen Vergrößerung und einem Sehfeld von 21,8% an. 

Ein Prismen-Zielfernrohr mit geradliniger Durchsicht, bei dem also Objektiv 
und Okular in einer Achse liegen, fertigt neuerdings die Firma HenBoldt an. Die 
innere Einrichtung dieses Zielfernrohres bezw. des bildumkehrenden Prismas ist ebenso 
beschaffen, wie bei den Hensoldtschen Prismenperspektiven, natürlich ist der Augen- 
abstand dem Zweck entsprechend ebenfalls größer. 

Die Art der Befestigung eines Zielfernrohres auf einem Gewehr, und zwar auf 
einer Repetierbüchse, zeigt Fig. 9. Die Befestigungsfüße o und c sind mit dem Stahl- 
mantel des Zielfernrohres fest verlötet. Das untere Ende des Fußes a ist hakenförmig 
ausgebildet und greift mit seinem Haken in eine auf der Büchse befestigte Fußplatte b 
ein, während sich der Fuß c mit einem zylindrischen Zapfen in die zugehörige Fuß- 
platte d einsteckt und sodann durch den kleinen yuerriegel e fest mit der Fußplatte 
verbunden wird. Will man nun das Zielfernrohr vom Gewehr wieder abnehmen, so 
dreht man zunächst mit der linken Hand den Riegel e um 180° herum, hebt das am 
Okularteil mit der rechten Hand umfaßte Fernruhr aus der Fußplatte d heraus, worauf 
sich auch sofort der vor- 
dere hakenförmig eingrei- 
fende Fuß (i lockert, und 
man kann nun das Fern- 
rohr nur noch unter ge- 
ringem Riickwärtsziehen 
vom Gewehr abheben. 

Die Manipulationen des 
Aufsetzens und Abneh- 
mens dauern nur wenige 
Sekunden. 

Die Befestigungs- 
arten der Fernrohre sind 
je nach dem Gewebrtypus 
sehr mannigfacher Art. und es würde zu weit führen, nur die gebräuchlichsten zu 
erläutern. Für den Mechaniker und Optiker ist dies queh weniger von Interesse, weil 
die Fernrohrbefestigung nicht Sache des Mechanikers, sondern des Büchsenmachers ist. 

Bei dem in Fig. 8 abgebildeten Zeiß sehen Prismen-Zielfernrohr ist die Be- 
festigung am Gewehr durch eine einzige aufklemmbare Stütze bewirkt. Sehr häufig 
werden aber diese Zielfernrohre auch mit Hilfe einer besonderen Stahlröhre, die auf 
der Objektivseite des Prismengehäuses mit einem Flantsche angeschraubt ist, ganz 
ähnlich wie die Einsenzielfernrohre ( Fig. 9 ) montiert. 



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V*r«ln*n*chrichten. — Kleinere Mitteilung«!). 



Heit to. 

IS. Mai 190ft. 



97 



Vereinsnachrichten. 



Kleinere Mitteilungen. 



Anmeldung zur Aufnahme in den 
Hptv. der D. G. f. M. u. 0.: 

Wilson-Maeulen Company; Mount 
Vernon, New-York. 

1). G. r. M. 11 . O. Abt. Berlin E. V. 

Sitzung vom 24. April 1906. Vorsitzender: 
Hr. Regierungsrat Dr. H. Stadthagen. 

Hr. Marine-Baurat F. Peck spricht über 
„Dio Sicherung der Seeschiffahrt bei Tage, 
Nacht und Nebel“. Der Vortragende schilderte , 
in sehr eingehender und lichtvoller Weise das 
Wesen und die Wirksamkeit der Tonnen und 
Baken, der Leuchttürme, Leuchtschiffe und 
Lcuchttonuen, sowie der akustischen Signale, 
insbesondere der Unterwasser- Schallsignnle; 
die Darlegungen wurden durch eine überaus 
große Zahl von Lichtbildern erläutert. 

Aufgenommen wurde Hr. Willy Kießnor; 
Berlin SO 36, Glogauer Str. 16; angemeldet hat 
eich Hr. Robert Kurtzke, Feinmechanikorder ; 
Militär technischen Akademie; Charlottenburg, | 
Faeanenstr. 87. Bl. 

Zweigrereln Hamburg-Altona. Sit- 
zung vom 1. Mai 1906. Vorsitzender: Hr. 
Dr. H. Krttß. 

Untor deu Eingängen findet sich eine Auf- 
forderung der Geworbekammer zur Teilnahme | 
an Vorträgen über das Genossenschaftswesen ! 
und eine Mitteilung der Handelskammer über 
die Zulassung zusammenklappbarer Metermaße 
zur amtlichen Stempelung in Frankreich. 

Hr. August Dahoi (Metallwarenfabrik in 
Hamburg) wird als Mitglied aufgenommen. Auf 
Vorschlag der Ausflugkommission wird be- 
schlossen, dio diesjährige Sommertour nach 
Lübeck-Travemündo zu machen. 

Hr. Carl Müller-Wedel halt einen Vortrag 
über bildumkehrende Prismen, wie sie zu deu 
modernen Prisrnenfernrohren beuuzt werden. 
Unter Vorführung verschiedener Arten dieser 
Prismen und Modelle ihrer Montieruug hebt der 
Vortragende den Einfluß der einzelnen Kon- 
struktionen auf Helligkeit, Gesichtsfeld und 
Leichtigkeit der Justierung hervor. 

Hierauf macht Hr. A. Kittel unter Bezug- 
nahme auf den Ausbruch des Vesuvs und das 
Erdbeben in San Francisco einige Mitteilungen, 
in welcheu besonders die Verfolgung der mag- 
netischen Störungen und der Bewegung der 
Atmosphäre als wichtig für die Charakteri- 
sierung der Erdbebenerscheinungen hingestellt 
wird. H. K 



Tor*lon8ine*8er 
von I)enny und Johnson. 

Engineering 79. 8. 440 . 1905. 

Auf den in der englischen Marine bereite 
recht zahlreichen Schiffen mit Dampfturbinen 
ist ein von Denny und Johnson konstruierter, 
I von der Fa. Kelvin&JamesWhitein Glasgow 
gebauter TorsionBmeaser in Gebrauch, welcher 
es ermöglicht, die Torsion der Schraubenwelle 
während der Fahrt des Schiffes in jedem Augen- 
blick zu messen. Dies hat deu Zweck, die von 




leistung zu ermitteln, was bei den Schiffen mit 
Kolbenmaschinen durch Aufnahme eines Indi- 
katordiagramms zu erfolgen pflegt, auf Turbinen- 
schiffen aber in anderer Weise ausgeführt werden 
muß. 

Die Einrichtung dieses Apparates ist in vor- 
stehender Figur schematisch dargeatellt, wobei 
oben in der Mitte ein Durchschnitt des oberen 
Teiles eingeftigt ist. Auf die Schraubonwelle A 
sind in passender Entfernung voneinander zwei 
Bronzerttdor B Bi aufgesetzt, von denen jedes 
an seinem Umfange einen mit dem gleichen 



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98 



Kleinere Mitteilungen 



Deutsche 
Mechaniker ZtR 



Pole nach außen gerichteten permanenten Mag- 
neten CC X trägt. Die Pole besitzen die Form 
einer der Welle parallelen Messerschneide. Unter 
jedem der Räder befindet sich ein Induktor D D ] 
au? weichem Eisen, der in gleichem Abstand von- 
einander eine Anzahl isolierter Windungen mit 
isolierten Zuführungen enthält. Bei jeder 
Drehung der Welle werden die Maguete einmal 
an den darunter befindlichen Induktoren vor- 
Ubergeführt und erregen in derjenigen Windung 
einen Strom, welche zur gleichen Zeit ge- 
schlossen ist. 

Auf dem Induktor D sind 6 parallele 
Windungen im Abstande von 0,2 Zoll (= 5 mm) 
voneinander angebracht, von denen je ein Ende 
isoliert durch das Kabel E nach dem Schalt- 
kasten führt und dort mit einem der 6 Kontakt- 
knöpfe der oberen Skale F verbunden ist. Die 
zweiten Enden der 6 Windungen sind mit einem 
einzigen Draht verbunden, der gleichfalls im 
Kabel E liegt und nach dem Zapfen des dreh- 
baren Kontaktarmes Q fuhrt. Auf dem In- 
duktor D, befinden sich 13 parallele Windungen 
im Abstande von 0,02 Zoll = 0,5 mm vonein- 
ander. Das eine Ende dieser Windungen ist 
isoliert durch dos Kabel F, nach den Kontakt- 
knöpfen der unteren Skale F, geleitet, während 
das andere Ende durch eine gemeinsame gleich- 
falls in dem Kabel F, befindliche Leitung mit 
dem Drehzapfen des Kontaktarmes G, ver- 
bunden ist. In jeden der beiden Stromkreise 
ist jo einer der beiden veränderlichen Wider- 
stände des Schaltkastens eingefUgt, welche es 
ermöglichen, die Stromstärke in beiden Kreisen 
beliebig zu vermindern und so einander gleich 
zu machen. 

Werden die beiden Kontaktarme auf die 
obersten Knöpfe eingestellt, so sind von den 
Induktorwindungen diejenigen beiden einge- 
schaltet, welche an dem einen Ende der 
Windungsreihen gelegen sind und Uber die 
beide Magnete gleichzeitig hinweggehen, wenn 
die Welle nicht tordiert ist. Vom Schaltkasten 
aus sind die Stromkreise zu einem Telephon- 
hörer H geleitet und auf diesem entgegen- 
gesetzt aufgewickelt, so daß kein Ton zu ver- 
nehmen ist, wenn in beiden Stromkreisen die 
gleiche Stromstärke herrscht. Man reguliert 
die Widerstände W TT, zunächst so, daß beim 
Drehen der Welle in unbelastetem Zustande das 
Telephon nicht ertönt. Wird die Welle aber 
belastet, so geben die Magnete nicht mehr 
gleichzeitig über die Windungen hinweg, welche 
der Nullstellung der Kontaktarme entsprechen, 
und das Telephon gibt deswegen einen Ton. 
Man sucht dann durch Drehen der Kontaktarme 
diejenigen Windungen auf, bei denen das 
Telephon wieder verstummt, und ermittelt so 
aus den Ablesungen der Skalen die Größe derTor- 
sion und damit die auf die Welle wirkende Kraft, i 



Dieser Apparat ist bereits auf 10 SchifTen 
erprobt uud hat hierbei befriedigende Resultate 
ergeben. Die mittlere Genauigkeit einer Ab- 
lesung desselben beträgt 99 °/o- Auch auf einem 
Schilfe mit Kolben raaschinen hat er sich vor- 
trefflich bewährt. Indem man auf den Umfang 
der auf die Welle aufgesetzten Bronzeräder je 
6 Magnete verteilte, war es sogar möglich, die 
L’ngleichförmigkeit der Drehung bis auf l °/ 0 
genau zu bestimmen. Mk 

Ein neues Verfahren zur photogra- 
phischen Fixierung der Aufzeich- 
nungen von Stimmgabeln, der Fall- 
körper von FnUmaschlnen, von Mete- 
orographen u. s. w 
Von R. Nim ftthr. 

Arm. d. Physik 19. 8. 647. 1906. 

Verf. hat ein Verfahren ausgearbeitet, das 
nicht nur bei der Registrierung meteorologischer 
Vorgänge anwendbar ist, sondern Überall da, 
wo Aufzeichnungen dauernd fixiert werden 
Bollen, sich empfehlen wird. Er benutzt zum 
Beziehen der Registrier-Trommel oder -Platte 
gewöhnliches photographisches Kopierpapier 
(Zelloidinpapier) und berußt es Uber einer Pe- 
troleumlampe möglichst gleichmäßig, ln die 
so erhaltone Rußschicht, die fast vollständig 
lichtundurchlässigist, kann nun die Aufzeichnung 
durch das Registrierinstrument eingeschrieben 
werden; sie wird sich als feine weiße Linie mar- 
kieren. Zur Fixierung setzt man die Trommel 
zunächst noch einige Zeit dem Licht au?, bis 
die Kurve dunkel geworden ist, wäscht unter 
der Wasserleitung den Ruß mit einem Watte- 
bausch vollständig ab, bringt die Kurve wie 
jeden photographischen Abzug in ein Fixierbad 
(wässerige Lösung von unterschw'efligsaurem 
Natron), wässert daun das Blatt und trocknet es. 

Das Bild gibt dunkle Linien auf weißem 
Grund: es machen sich selbst die feinsten 
Linien bemerkbar. Das vorteilhafte Aussehen 
ist wesentlich von der Güte der Rußschicht 
abhängig: eine genügend starke und fehlerfreie 
Schicht ist mit einiger Übung leicht zu er- 
halten; man hat darauf zu achten, daß das 
Papier nicht durch die Hitze der rußenden 
Flamme leidet. Klßm. 

Ein radiotherapeutischcs Institut in Ma- 
drid soll unter Benutzung der radioaktiven 
Mineralien des Guadarramogebirges gegründet 
werden; zu diesem Zweck« hat sich eine Ge- 
sellschaft unter der Firma Sociedad Espa- 
ßola del Radio y sus applicaciones ge- 
bildet; Präsident ist der Vize, de la Vega, 
Sekretär Hr. Jos6 R. de Rivas. 



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Haft 10 

IS. Mal UKW. 



Pa tan« sc hau, 



99 



Patentaohau. 

Vorrichtung zum Anzeigen schwacher Ströme mittels der beim Durchgang des 
Stroms durch die Berührungatlüche gewisser, in ihren Eigenschaften voneinander abweichender 
Leiter (z. B. Quecksilber und verdünnte Schwefelsäure) auftretenden Änderung der Oberflächen- 
spannung in dieser Berührungsfläche, dadurch gekennzeichnet, daß die zum Int&tigkeitsetzen 
eines Anzeige- oder Registrierapparates erforderliche Bewegung nicht durch die genannte 
Elektrokapillarwirkung unmittelbar, sondern durch eine von dieser aiisgelöste Schwerkraft- 
wirkung der Flüssigkeitsloiter hervorgebracht wird, indem entweder die Schwere der einen in 
einem besonderen Behälter enthaltenen Flüssigkeit durch Verminderung der im stromlosen Zu- 
stand ihr gerade das Gleichgewicht haltenden Oberflächenspannung zur Wirkung gelangt und 
diese Flüssigkeit zum Ausfließen bringt oder das Gleichgewicht eines beide Flüssigkeiten ent- 
haltenden fein ausbalanzierten Systems durch Veränderung der Gewichtsverteilung infolge der 
bei Stromdurchgang eintretenden Verschiebung der Flüssigkeiten gestört wird. J. T. Arm- 
strong und A. Orling in Londou. 29 11. 1901. Nr. 157 448. Kl. 21. 

Eine zur einfachen und schnellen Bestimmung der Marschrichtung dienende Diopter- 
bussole, gekennzeichnet durch die Vereinigung eines auf einer Magnetnadel befindlichen 
Zeigers, einer damit konzentrischen drehbaren Zeigerplatte mit einem dem Zeiger kongruenten 
Ausschnitt eines auf dem Gehüuse angebrachten, die Marschrichtung angebenden Pfeiles und 
eines durch Ausschneiden von zwei gleich breiten Schlitzen in dem aufklappbaren Deckel der 
Bussole gebildeten Diopters. C. J. Ritter v. Bözard in Neuaohl. 25. 11. 1902. Nr. 157 329. Kl. 42. 

Sclbstaufzeicbncnder Wiaddruckraesscr mit einem an einer Seite festen ßelenk- 
parallologramm, dessen die Windstoßflüche tragende Seite jener festen parallel ist, wahrend 
das Gegengewicht für die Stoßflflche an einer der anderen Seiten bezw. deren Verlängerung 
starr befestigt ist, dadurch gekennzeichnet, daß ein zweiarmiger Hebel mit der am weitesten 
von der Winddruckflüche abgebogenen senkrechten Seite des Parallelogrammen fest verbunden 
ist, welcher an seinem in der Drehungsachse des Winddruckmessers gelegeuen Ende die den 
Kegistrierstift tragende Stange und an seinem anderen Ende das Gegengewicht für diese trügt. 
E. A. Sperber in Dresden. 31. 3. 1903. Nr. 157 347. Kl. 42. 

Vorrichtung zum Messen und Aufzeichnen des Winddruckcs, dadurch gekenn- 
zeichnet, daß ein Meßkörper bezw. eine Meßflüche mit zwei Registriervorrichtungen derart ver- 
bunden ist, daß die Komponenten der Windkraft voneinander unabhängige Bewegungen der 
Meßflächo hervorbringen und infolgedessen einzeln aufgezeichnet werden, zum Zwecke, Größe 
Bowio Lag® der Windkrüfte gleichzeitig ermitteln zu können. Steinl o & Hartung in Quedlin- 
burg. 23. 11. 1902. Nr. 157 359. Kl. 42. 

Elektrisch leitendes Schmiermittel aus Wollfett und Antimonbutter, gekennzeichnet 
durch einen Zusatz von Chlorzink, zu dem Zweck, die Leitungsfühigkeit des Schmiermittels hei 
veründerlicher Temperatur annühernd gleich hoch zu erhalten. Merlander & Co. in Antwerpen. 
30. 7. 1903. Nr. 157 719. Kl. 21. 

Eine Vorrichtung zur Einstellung von Motorampcrestundcnzählcrn, welche mittels 
einer festen Übersetzung am Zählwerk unter Voraussetzung einer bestimmten Spannung richtig 
ln Wattstunden registrieren, für beliebige andere Spannung, dadurch gekennzeichnet, daß ein 
Blech den Polen des Magneten so genähert werden kann, daß es einen, je nach dem Abstande 
von den Magnetpolen veränderlichen Teil des magnetischen Flusses in sich aufuimmt, zum 
Zwecke, durch Regelung seines Abstandes die Antriebskraft und somit die Geschwindigkeit des 
Zählers verändern zu können. Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft in Berlin. 12. 12. 1902. 
Nr. 157 527. Kl. 21. 

Gewindeschneidatahl mit zwei oder mehreren Schneidzähnen , dadurch gekenn- 
zeichnet, daß die einzelnen Schnoidzähne so weit voneinander entfernt zur Wirkung kommen, 
daß mindestens ein Gewindegang zwischen je zwei Zähnen frei bleibt, wobei der eine zum 
Schruppeu dienende Zahn schmaler als der zum Fertigschneideu dienendo sein kaun. J. J. Till- 
manns in Neu-Cronenberg b. Opladen. 20.11. 1903. Nr. 157 640. Kl. 49. 



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Patentlift«. 



Deutsch« 

Mecbaoiker-Ztf;. 



100 

Patentliste. 

Bis zum 23. April 1906. 

Klasse: Anmeldungen. 

21. B. 38453. Widerstandsanordnung. L. Bran- 
des, Hannover. 8. 11. 04. 

H. 35 339. Einrichtung zur Verhütung un- 
zeitiger Stromübergänge bei Quecksilber- 
darupfapparaten mit mehreren positiven 
Elektroden. P. C. Hewitt, New -York. 
13. 5. 05. 

H. 35 956. Magnet für elektrische Meßgeräte 
J. Herman, Budapest. 19. 8. 05. 

K. 29 221. Vakuum-Ventilröhre. Koch & Ster- 
zei, Dresden. 21. 3. 05. 

M. 27 523. Elektromagnetischer Selbstunter- 
brecher. A. Müller, Hannover. 19. 5. 05. 

R. 20498. Verfahren zur Bestimmung der 
Röntgenlichtmenge. Reiniger, Gebbert 
& Schall, Erlangen. 10. 12. 04. 

R. 22 011. Verfahren zur Bestimmung der 
Röntgenlichtmenge; Zus. z. Anm. R. 20 498. 
Dieselben. 8. 12. 05. 

R. 21 677. Quecksilberstrahlunterbrecher. C. 
Ropiquet. Amiens. 23. 9. 05. 

S. 21 950. Verfahren zur Eichung von Wechsel- 
Strommeßgeräten , insbesondere Zählern. 
Siemens & Halske, Berlin. 25. 4. 04. 

T. 10 331. Vorrichtung zum Anzeigen und 
Messen elektrischer Schwingungen, insbe- 
sondere als Empfänger für die Zwecke der 
drahtlosen und der Telegraphie auf Drähten 
verwendbar. D. W. Troy , New-York. 7. 4. 05. 

32. B. 40 362. Verfahren zur Herstellung von 
Glasformen aus Graphit. J. J. Bronn u. 
Ver. Fabriken f. Laborator iumsbe- 
darf, Wilmersdorf-Berlin. 30. 6. 05. 

B. 40 832. Verfahren und Vorrichtung zur Her- 
stellung von Quarzglashohlkörpern aus einem 
im Schmelzofen unmittelbar gewonnenen 
Zylinder. J. F. Bottomley, Walitend-on- 
Tyne, u. A. Paget, North -Cray, Engl. 
31. 5. 05. 

F. 20 410. Verfahren zur Herstellung von 
gläsernen Durchgangshähnen vor der Glas- 
bläserlampe. F. Fischer & Röwer, Stüt- 
zerbach i. Th. 18. 7. 05. 

Sch. 24 685- Glasblasemaschino für Handbe- 
trieb. mit Einrichtung zur Erzeugung der 
zum Blasen dienenden Preßluft. A. Schiller, 
Berlin. 30. 8. 05. 

42. B. 40 955. Projektionsrahmen. C. Bara- 
toff, Dresden-A. 20. 9. 05. 

B. 42 049. Vorrichtung zur Bestimmung der 
Mengenverhältnisse eines Gasgemisches 
durch Beobachtung der Längenänderung 
einer Flamme. P. de Bruyn, Düsseldorf. 
24. 1. 06. 



C. 14 087. Vorrichtung, um das Ablesen von 
SchiffslogB an verschiedenen Stellen des 
Schiffes zu ermöglichen. L. Crawley, Los 
Angeles, Kalifornien. 15. 11. 05. 

P. 19 300. Verfahren zur volumetrischen Milch- 
fettbestimmung durch alkalische Lösungen. 
P. Funke & Co., Berlin. 15. 9. 04. 

P. 19 640. Röhronfederthermometer. J. B. 
Fournior, Paris. 24. 12. 04. 

H. 34 147. Wärmemesser für hohe Tempera- 
turen; Zus. z. Pat. Nr. 156 008. Hartmann 
& Braun, Frankfurt a. II. 12. 11. 04. 

H. 34 430. Vorrichtung zur Erzielung ellip- 
tischer, geneigter oder ungeneigter Bahnen 
der Himmelskörper bei Planetarien u. s. w. 

G. Hering. Griesheim b. Darmstadt. 28. 
12. 04. 

H. 34 491. Anmeßgerät für Brillen u. dgl. 
J. H. ilales, Newport - Newa, V, Bt. A. 
10. 1. 05. 

Erteilungen. 

21. Nr. 171 599. Elektrizitätszähler. H. Aron, 
Charlottenburg. 16. 5. 05. 

Nr. 171600. Bolbstzeichnendes Wattmeter für 
W'echselstrom. V. Arcioni, Mailand. 8.9.05. 

Nr. 171 674. Einrichtung zur Prüfung von 
Magneten. Hart mann & Braun, Frank- 
furt a. M. 31. 1. 05. 

Nr. 171841. Vorrichtung zur Erzeugung dia- 
magnetischer Wirkungen. H. du Bois, 
Berlin. 26. 4. 04. 

Nr. 171 870. Anordnung von Drehspulen für 
Galvanoskope, Relais und audere mit zwischen 
den Polen von Dauermagneten drehbaren 
Spulen arbeitende Instrumente. W. Blut, 
Berlin. 13. 8. 05. 

42. Nr 171 812. Objokttisch für Mikroskope 
mit durch Kurbelgetriebe gleichzeitig in 
zwei senkrecht zueinander stehenden Rich- 
tungen bewegbarem Objektträger, G. Adler, 
Berlin. 15. 2. 05. 

Nr. 171813. Unterseofernrohr mit einem oder 
mehreren am Ende des Rohres ungeordneten 
drehbaren Spiegeln und Beleuchtung der 
beobachteten Gegenstände durch Schein- 
werfer. J. C. Zubli, Paris. 28. 4. 05. 

Nr. 171 924. Vorrichtung zur Bestimmung der 
Wassertiefe von einem in Fahrt begriffenen 
Schiffe aus. van Sittart -Howard, Sid- 
cup, Engl , u. A. E. H. Marescaux, London. 
21. 5. 04 

Nr. 171925 Kreiselapparat. H. Anschütz- 
Kaempfe, Kiel. 11. 4. 05. 

Nr. 172019. Maximalthermometer mit im 
Quecksilber beweglichem stählernen Ab- 
sperrstift. P. Zeise, Angelroda b. Plaue LTh. 
21. 10. 04. 



I 

Pür dU fUdaktloo ttrul wörtlich: A. Blmchki ln B«rlia W. 

Vtrlftf tob Julia« 8prlng«r in Berlin N. — Druck ton Krall Dr«y«r ln B«rlla SW. 



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Deutsche Mechaniker-Zeitung. 

Beiblatt zur Zeitschrift für Instrumentenkunde 

und 

Organ für die gesamte Glasinstrumenten - Industrie. 
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik. 

Redaktion: A. Blaschke, Berlin W 30, An der Apostelkirche 5. 

Heft 11. 1. Juni. 1906. 

Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion gestattet. 



Eine Schaltung von Generatoren zur Erzielung von 5000 Volt Gleichspannung. 

Von P. CL Wuttlng- in Washington •). 

In der Sitzung der American Association for the Advancement of Science in 
Pittsburg im Jahre 1902 beschrieb Prof. Moler eine Generatorenschaltung zur Er- 
zeugung hochgespannten Gleichstromes, die er in der Comell-Univeraität angewandt 
hatte. Die Anordnung bestand aus 24 einander gleichen Crocker- Wheeler-Genera- 
toren von je 500 Volt, die in Serie geschaltet waren und einen Höchststrom von 
0,2 Ampere lieferten; sie wurde vom Verfsaser während mehrerer Monate benutzt 
und diente als Grundlage für die Ausführung der im folgenden beschriebenen Schaltung. 

Die Erzeugung und Regelung von hochgespannten Strömen mittels mehrerer 
einander gleicher Generatoren ist verhältnismäßig einfach. Doch ließen die durch 
Riemenbruch und durch die Bürsten verursachter, verhängnisvollen Mißerfolge es ratsam 
erscheinen, die Einrichtung so gedrungen wie möglich auf einem mit Laufrollen ver- 
sehenen Tische zu montieren, so daß sie von dem, welcher sie benutzt, gut überwacht 
werden kann. 

Eine Spannung von 1000 bis 2000 Volt genügt schon zu vielen Arbeiten über 
Leitung in Gasen, und eine Spannung von über 5000 Volt ist nur selten erforderlich. 
Andererseits macht die Isolation erst bei Spannungen von über 8000 Volt Schwierig- 
keiten, Es tritt dann Oberflftchenleitung über geölte, angestrichene oder lackierte Ober- 
flächen und durch Schalter hindurch ein. Deshalb wurde eine Spannung von 5000 Volt 
als die geeignetste gewühlt, da sie einerseits zur Isolation keine besonderen Vorsichts- 
maßregeln erfordert, andererseits doch für die meisten Arbeiten genügend groß ist. 

Einheiten von 500 Volt wurden gewühlt, um bei einer möglichst kleinen 
Anzahl von Generatoren doch das Funken am Kollektor und die Isolations- 
schwierigkeiten nicht zu groß werden zu lassen, und zwar wurde das bekannte 
zweipolige Modell des Crocker- Wheeler-Generators von 500 Volt mit NebenBchluß- 
wickelung benutzt, da dasselbe sich von allen auf dem Markt befindlichen Maschinen 
bei weitem am besten zu eignen schien. Die Kollektoren dieser Maschinen bestehen 
auB 16 Segmenten, sind wöhrend des Betriebes leicht zugünglich und lassen sich 
durch zeitweiliges Polieren leicht funkenfrei halten. 

Wie die nachstehende Abbildung der Anordnung erkennen lfißt , sind die 
10 Generatoren zu fünf auf jeder Seite oben auf einem eigens zu diesem Zweck kon- 
struierten Tische aus massivem Eichenholz angebracht Der zweipferdige Antriebs- 
motor (General Electric, Type C. A.) ist in der Mitte der einen Querseite des Tisches 
montiert und durch Riemenkuppelung mit der Transmissionswelle verbunden, von der 
aus jeder Generator durch einen besonderen Riemen angetrieben wird. 

Die Generatoren sind unmittelbar auf den beiden lackierten Eichenplatten 
montiert, aus welchen die obere Tiechflüche zusammengesetzt ist, so daß ihre Gestelle 
voneinander nur durch das Holz isoliert sind. Jedoch sind die Bürstenhalter und Feld- 
klemmen gegen die Gestelle der Maschinen Borgfültig durch starke Glimmerbuchsen 
isoliert. Drei Drühte verbinden jeden Generator mit dem nächsten: der eine schaltet 
die Anker in Serie und die beiden anderen dienen zur Parallelschaltung der Felder. 



*) Aus dem englischen Manuskript übersetzt von Dr. ing. G. Schulze in Wartenberg 
bei Weißeneee. Vgl. auch Buß. Bur. of Standards. Washington. 1, S. 449 I904j05. 



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102 



P. G NM tl In ft Erzielung von 5000 Volt Gleich Spannung. 



Denteebe 

Mecheotker-Ztg. 



Diese Drähte sind überall mit starkwandigen, halbzölligen Oummiröhren über- 
zogen. An den Stellen, an denen sie über die Tischkante hinausragen, sind sie durch 
’/ 4 - zöllige Hartgummiröhren von l /s Zoll Wandstärke gestützt. Die Beanspruchung der 
Isolation ist alBo sowohl zwischen den einzelnen Gestellen als auch zwischen Feld und 
Anker gering. Wahrend einer einjährigen starken Benutzung der Anlage wurde weder 
ein Durchschlagen der Isolation noch irgend eine Spur von Undichtheit beobachtet. 

Die Generatorfelder werden durch direkten Anschluß an einen Stromkreis von 
120 Volt Spannung erregt, und zwar, wenn irgend möglich, durch einen anderen als 
den, welcher den Antriebsmotor speist. Ein Tourenregler von weitem Kegelungs- 
bereich wird in Verbindung mit dem Antriebsmotor verwandt und gestattet eine 
starke Veränderung der zu liefernden Spannung. Zwischen 3000 und 5000 Volt 
kann die Spannung längere Zeit leicht auf 1 °/ 0 konstant erhalten werden. 

Beträchtliche Schwierigkeitenpjietet'die .Regulierung des Hochspannungskreises. 




Die Anker haben jeder nur einen Widerstand von 250 Ohm, und der Höchst- 
strom beträgt nur 0,22 Ampere ; also muß ein Mindestwiderstand von 25000 Ohm stets 
im Stromkreis verbleiben, während Arbeiten über Leitung in Gasen bei einem Strome 
von ungefähr 1 Milliampere einen kontinuierlich veränderlichen Widerstand von 
fünf Millionen Ohm bedingen. Bisher wurden dazu Röhren mit einer Lösung von Kad- 
miumjodid in Amylalkohol benutzt. Dieser Flüssigkeitswiderstand soll jedoch durch 
einen von Gebr. Kuhstrat verfertigten Rheostaten aus Draht und Graphit ersetzt werden. 

Im folgenden sind die genaueren Einzelheiten der Anlage zusammengestellt: 
Generatoren: Größe: PS, 110 Watt; Spannung: 500 Volt. Höchst- 

strom: 0,22 Ampere; Geschwindigkeit: 2500 Touren per Minute; Feld: 500 0 hm, 
0,2 Ampere; Ankerwiderstand: 250 Ohm; Kollektor: 16 Segmente; Riemen- 
scheibe: Breite 1 */ 4 Zoll, Durchmesser 2 Zoll; Größte Länge (Welle): 9 */ 2 Zoll; 
Größte Breite (Joch): 7 1 / a Zoll. 



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Haft II. 

I Juni IX*. 



103 



P. G. Nutting, 5000 Volt GUichtpannuog. — Vcralm u. P*raon«naachr1cht«a. 



Antriebsmotor: 2 PS, General Electric, Type C. A. ; 15 Ampere , 
115 Volt ; Geschwindigkeit: 1800 Touren per Minute; Riemenscheibe: Breite 
3 7a Zoll , Durchmesser 4 l / t ÜToW. 

Tisch: Obere Fläche 26 X 62 Zoll ; Fläche für einen Generator 8 X 10,5 
Riemen: Zwischen Motor und Transmission 3 Zoll, zwischen Transmission 
und Generatoren 1 Zoll. 

Die im vorstehenden beschriebene Generatorenschaltung hat den Zweck, die 
Benutzung der lästigen Hochspannungsbatterien für alle Arten von Arbeiten an Vakuum- 
röhren, ja selbst für genaue Leitfähigkeitsmessungen zu vermeiden. Mit dem kleinen 
Hochspannungstransformator, wie er bei spektroskopischen Arbeiten mit Funken und 
PlückerBchen Röhren benutzt wird, soll sie jedoch nicht in Wettbewerb treten. 

Washington, Bureau of Standards , Mai 1905. 



Vereins- und Personennechrichten. 



Der 17. Deutsche Mechanikertag 

wird am 17. und 18. August d. J. in 
Nürnberg stattfinden. Es ist beabsichtigt, 
für Vorträge und Erledigung geschäftlicher 
Angelegenheiten nur einen Tag zu ver- 
wenden, um recht viel Zeit zur Besichtigung 
der Bayer. Jubiläums - Landesausstellung, 
des Germanischen Museums und bedeuten- 
der, für Nürnbergs Industrie charakteristi- 
scher Fabriken zu gewinnen. — Genaueres 
über die Tagesordnung wird eine der nächsten 
Nummern bringen. 

D. G. f. M. u. O. Abt. Berlin E. V. 

Sitzung vom 8. Mai 1906. Vorsitzender: Hr. 
W. Handke. 

Hr. Ing. F. Kayser von der Fa. Siemens 
& Halske (Wernerwerk) sprach Ober den 
Oszillographen, ein Instrument, das zum Demon- 
strieren oder photographischen Registrieren 
des zeitlichen Verlaufs von Wechselströmen 
dient. Nachdem Vortragender das Prinzip der 
Konstruktion erläutert hatte, führte er mit dem 
Instrument mehrere Experimente aus. — An 
den Vortrag schloß sich eine längere Be- 
sprechung, in deren Verlauf der Vortragende 
eine Reihe von Fragen beantwortete. 

Hr. R. Kurtzke, Feinmechaniker der Militär- 
technischen Akademie, wurde aufgenommen. 

Die Versammlung beschloß, daß im Laufe 
der bevorstehenden Sommerferien wiederum 
ein Ausflug veranstaltet werden solle, und 
stellte dem Vorstande die erforderlichen Mittel 
zur Verfügung. Bl 

Ernannt: Prof. Dr. Lange vin zum Prof, der 
allg. Physik an der Eeole Municipale de Phynque 
et Chitnic in Paris; Prof. Dr. K. Dieterici in 
Hannover zum 0 . Prof, der Physik an der Uni- 
versität Rostock ; Dr. E. Ritter v. Sch weidler, 
Privatdozent der Physik an der Universität 
Wien, zum ao. Prof.; Dr. C. A. Skinner zum 



Prof, der Physik an der Universität von Ne- 
braska in Lincoln; die Privatdozenten der 
Chemie Dr. A. Lottermoser an der Techn. 
Hochschule in Dresden, Dr. W. Dieckmann in 
München und Dr. E. Mohr an der Universität 
Heidelberg zu ao. Professoren; Prof. Dr. A. 
Penck in Wien zum 0 . Prof, der Erdkunde und 
Dir. dos Geograph. Inst, der Universität Berlin ; 
Pater J. G. Hagen, 8 . J., gegenwärtig Prof, 
der Astronomie an der Georgetown-Universität, 
U. 8. A., zum Direktor des Vatikanischen Ob- 
servatoriums in Rom; Prof. Dr. T. Schwarz 
zum Direktor der Benediktiner-Sternwarte in 
Kremsmünster; Dr. F. Porro, Prof, an der 
Universität Genua, zum Direktor der Staatlichen 
Sternwarte in La Plata; Prof. Dr. H. Simon 
zum Leiter der neu errichteten Abt. für ange- 
wandte Blektrizitätslehre beim Physikalischen 
Institut der Universität Göttingen ; der Astronom 
F. W. Dysou, F. R. 8., erster Assistent an der 
Sternwarte zu Greenwich, zum Kgl. Astronomen 
für Schottland und zum Prof, der praktischen 
Astronomie an der Universität Edinbourgh; 
II. R. Morgan, vom U. 8. Naval Obaervatory 
in Washington, zum Prof, der Astronomie und 
Dir. der Morrison Sternwarte in Glasgow, 
Missouri; Prof. S. Newcomb, Astronom in 
Washington, zum Ritter des preußischen Ordens 
Pour le Merite für Wissenschaften und Künste; 
E. T. Whitiaker, F. R. S., zum Prof, der Astro- 
nomie an der Universität Dublin und zum Kgl. 
Astronomen in Irland; Dr. E. Anding, ao. Prof, 
der Astronomie in München, zum Dir. der 
Sternwarte in Gotha; von der Akademie der 
Wissenschaften zu Berlin Prof. Dr. W. Nernst 
u. Prof. Dr. P. Drude zu ord. Mitgliedern, 
Prof. H. Le Chatelier in Paris, E. Ch. Pickering 
in Cambridge Maas., Prof. II. Bruns in Leipzig 
u. Prof. H. t. Seeliger in München zu korre- 
spondierenden Mitgliedern. — Dr. E. Aschkinaß, 
Privatdozent für Physik und höhere Mathe- 
matik an der Universität Berlin, und Dr. R. da 



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104 



Vereins- u. Personennachrichien. — Kleinere Mitteilungen. 



Deutsche 
Mechanik ar-Ztg. 



Bois- Key mond, Privatdoz. der Physiologie und 
Abtoilungsvorsteher am Physiolog. Institut der 
Universität Berlin, zu Professoren. 

Habilitiert: Dr. A. Byk an der Universität 
Berlin für physikalische Chemie; Dr. W. J. 
Müller an der Universität Basel für physikalische 
Chemie; Dr. Mannheim für Chemie an der 
Universität Bonn; Dr. K. Frcdenhagen für 
theoretische Physik an der Universität Leipzig. 

Geh. Hofrat Dr. U. Weber, ord. Prof, der 
Physik an der Techn. Hochschule in Braun- 
schweig, und Prof. Dr. V. Knorrc, 1. Obser- 
vator an der Kgl. Sternwarte in Berlin, traten 
in den Ruhestand. 

Verstorben: Dr. U. Jaccklc, Dozent der 
Naturwissenschaften an der Königl. Akademie 
in Posen und Vorsteher der chemischen Abt. 
am Hygienischen Institut; Prof. K. Haati, Leiter 
der Chem. -techn. Versuchsanstalt der Techn. 
Hochschule in Karlsruhe i. B.; A. St. Popow, 
Prof, der Physik und Dir. des Blektrotechn. 
Inst. Alexanders III. in Petersburg; Prof. 
8. P. Langley, Sekretär der Smith sonian In- 
stitution und Leiter des Nationalmuseums in 
Washington ; Prof. T. Brngnatelli, früher Prof, 
der Chemie an der Universität Pavia; G. Brolaz, 
Prof, der Chemie an der Universität Lausanne; 
Dr. 11. Lorbcrg, ao. Prof, der Physik an der 
Universität Bonn. 



Kleinere Mitteilungen. 

Neue Laboratorluinsbrenner und Ihre 
Anwendung zum Erhitzen auf hohe 
Temperaturen. 

Von G. Mekor. 

Jour, de Phys. 4. S. 348. 190S. 

Eine verbesserte Form der Bunsenbrenner 
für Laboratoriumszwecke hat Verf. in zwei ver- 
schiedenen Ausführungen angegeben. Die eine 
hiervon, welche zum einfacheu Anschlüsse an 
eine gewöhnliche Gasleitung eingerichtet ist, 
ist in Fig. 1 abgebildet. 

Diese zeigt oine doppelte Reihe von Ein- 
st römuugsöffnungen für den Eintritt der Luft, 
um eine vollständige Verbrennung des Gases 
zu ermöglichen. Das Brennerrohr ist nach 
oben konisch erweitert, wodurch die Aus- 
strflmungsgeschwindigkeit des Gas- und Luft- 
gemisches verringert und eine vollkommen 
gleichmäßige Durchmischung desselben erzielt 
wird. Auf das Brennrohr ist dann ein Ver- 
schlußrohr C von 10 mm Höhe aufgesetzt, das 
aus Nickelblech von 0,5 mm Stärke hergestellt 
ist und die Ausströmungsöffnung in kleine 
Quadrate von 2 mm Seitenlänge zerlegt. 

Infolge dieser Einrichtung tritt bei dem 
neuen Brenner nicht der große blaue Konus 



auf, wie ihn die gewöhnlichen Bunsenbrenner 
im Innern der Flamme zeigen, sondern die aus 
den Öffnungen des Mundstückes C austretenden 
kleinen Flämmchen vereinigen sich zu einer 
großen gleichmäßigen Flamme, die in jedem 
horizontalen Querschnitt überall die gleiche 
Temperatur besitzt, wie sich durch Thermo- 
elemente naebweisen läßt. Infolge der besseren 
Ausnutzung der Heizkraft des Gases liefern 
diese neuen Brenner eine um reichlich 100° 




höhere Temperatur als die gewöhnlichen 
Bunsenbrenner bei gleichem Verbrauch an Gas. 

Die zweite, in Fig. 2 dargestellte Form er- 
fordert die Benutzung komprimierter Luft. Da« 
Gas tritt durch das untere Einströmungsrohr 
des Brenners ein und mischt sich mit der durch 
die Öffnungen t oinströmenden Luft. In dieses 
durch das Brennerrohr ansteigende Luft- und 
Gasgemisch wird dann durch die feinen Öff- 




nungen des Querschnittes / die durch das obere 
Zuleitungsrohr eint rötende komprimierte Luit 
hineingepreßt. Die übrigen Teile sind wie bei 
der ersten einfacheren Form ausgeführt. 

Die Wirkung eines solchen Brenners mit 
komprimierter Luft ist eine außerordentliche. 
So war es beispielsweise möglich, bei An- 



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iun ii. 

I. Juni llKXV 



Klalnare Mlttallungan. 



105 



Wendung von Luft unter 1,6 kg Druck mit 
diesem Brenner 50 g Platin in 10 bis 15 Minuten 
zum Schmelzen zu bringen. Mk. 

*B. O. B. “-Schraubstock 

Engineering 81. 8. 926. 1906. 

Der Schraubstock (vgl. Fig.) sitzt auf einer 
Grundplatte, auf der er um einen Zapfen ge- 
dreht und mittels Bolzen festgeechraubt werden 
kann. Die Grundplatte trftgt eine Teilung und 
der Schraubstock einen Index, nach dem sich 
jeder beliebige Winkel einstellen laßt. Die 
Kanten der Grundplatte sowie der Zapfen und 
die Grundfläche sind genau gerade und winkelig 
zueinander. Die Backen drehen sich gleich- 
falls um Zapfen, auf welche sie gesteckt sind, 
und es lassen sich daher spitz zulaufende 




Gegenstände ebenso fest,klemmen]wie*parallele; 
die Backen können aber auch so gestellt 
werden, daß sie genau parallel spannen, ßine 
V-Backe kann anstelle der einen geradeu Backe 
auf den Zapfen gesetzt werden, um auch runde 
Gegenstände sicher zu halten. Die Backen 
haben auswechselbare Spannflftchen aus ge- 
härtetem Stahl. Ein großes Loch durch die 
Grundplatte gibt die Möglichkeit, Bohrer durch 
den eingespannten Gegenstand frei hindurch- 
gehen zu lassen. Der Mutterklotz läßt sich in 
den Einkerbungen derart versetzen, daß trotz 
der Kürze der Klemmschraube große und kleine 
Gegenstände gehalten werden können. 

Der Schraubstock wird von der Firma 
Thomas A. Ashton Lim. in Sheffield in drei 
Größen hergestellt; der größte hat 6' (rd. 15 cm) 
breite Backen und eine Spannweite bis zu 14* 
(rd. 35 cm). Klßm. 



Der Pendel- Geschwindigkeitsmesser, 
ein Instrument 

zur direkten Messung und Aufzeich- 
nung Ton Beschleunigungen. 

Von F. W. Lanchenter. 

Phil Mag. 10. 8. 260. 1905. 

Zur Bestimmung der Antriebsbeschleunigung 
uud der Bremswirkung bei Eisenbahnen und 
Motorfahrzeugen hat Verf. das nebenstehend 



dargestellte Instrument konstruiert Das Prin- 
zip desselben beruht darauf, daß ein Pendel, 
dessen Schwingungsebene in der Bewegung*- 
richtung liegt, bei jeder Bewegungsbeschleu- 
nigung ausBchlägt und daß die Tangente des 
Ausschlagewinkels der Beschleunigung pro- 
portional ist. Hierbei ist vorausgesetzt, daß 
das Pendelgewicht unmittelbar der Bewegung 
des Fahrzeuges folgt, was durch möglichst ge- 
ringe Lange des Pendels erreicht wird. Diese 
betragt bei dem Instrument l l / 4 Zoll, also etwa 
32 mm. 

In der Figur bedeutet A das Pendelgewicht, 
B C die messerschneidenförmige Auflage des 
Pendels, D die Pendelverklngerung zur Über- 
tragung der Bewegung des Pendels auf die 
Registriervorrichtung; E ist der Schreibstift- 
hebel, F der Schreibstift, Gdie Schreibtrommel, 



l 




H die Papierrolle, J die Vorrichtung zum 
Markieren der Zeit, L der keulenförmige 
Bremskolben, der in einem mit zähem Öl ge- 
füllten Zylinder sich vertikal bewegt und durch 
einen Hebel mit A in Verbindung steht, 
N sind Nivellierschrauben, P das Uhrwerk. 

Die Schreib Vorrichtung tragt als Ordinate 
die Tangente des Ausschlagswinkels des Pendels 
auf, wahrend durch das Uhrwerk die Schreib- 
trommel gedreht und so die Zeit als Abszisse 
aufgetragen wird. Durch die Bremsvorrichtung 
wird die Bewegung des Pendels zu einer fast 
vollständig gedampften Schwingungsbewegung 
und ist dadurch befähigt, alle Bewegungs- 
anderungen des Fahrzeuges genau auf die 
Schreibvorrichtung zu übertragen. Die Dia- 
gramme geben beim Anfahren jeden neuen Im- 
puls seiner Größe nach rasch wieder und zeigen 
beim Bremsen in gleicher Weise die Wirkung, 



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100 



Kleiner* Mitteilungen. 



Dfltitarh* 
Mechaniker Ztg. 



welche beim jedesmaligen Anziehen der Bremse 
eintritt. Mk. 



Da« Metermars ln den Vereinigten 
Staaten von Nordamerika *). 

Von O. A. Bell. 

Joum. Franklin Inst. 101. S. 394. 1906. 

Oie Kommission für Münzen, Maße und Ge- 
wichte des nordamerikanischen Unterhauses 
berat einen Gesetzentwurf, wonach vom 
1. Juli 1908 an für die Behörden das metrische 
Maßsystem obligatorisch sein soll. Hierzu liegt 
ein eingehender Bericht von Dr. G. A. Bell 
vor, der im Mftrzhoft des Nat. Qeogr. Mag. aus- 
führlich abgedruckt ist. Der Bericht weist auf 
die Widersprüche hin, die sich bei dem in den 
Vereinigten Staaten gebrauchten englischen 
Maßsystem zeigen; diese Verwirrung sei noch 
gesteigert worden durch die fakultative Zu- 
lassung des metrischen Maßes. Da aber die 
Vereinigten Staaten bereits ein dezimales 
Münzsystem besitzen, so würden sich durch 
Einführung des dezimalen Maßsystems sehr 
wesentliche Erleichterungen erzielen lassen; 
soweit dieses bereits in Gebrauch sei, hatten sich 
keine Schwierigkeiten gezeigt, und es werde 
sich daher auch seine allgemeine Einführung 
ohne Anstoß vollziehen. — Für die Einführung 
des Metermaßes ist auch die Metrological Society 
eifrig t&tig, an deren Spitze Prof. S. New- 
comb steht. Bl. 

Die Aktien-Gesellschaft für Anilin- 
Fabrikation, Berlin, legt von jetzt an jeder 
Packung ihrer neuen Chromo-lsolar- Platten u. 
•Films eine Gelbfolie gratis bei, um die Ver- 
braucher in den Stand zu setzen, die hervor- 
ragenden Eigenschaften dieses neuen orthochro 
matischen Negativmaterials ohne viele Umstande 
auszunutzen. Diese Gelbfilter sind genau für 
die Chrorao-Isolar-Fabrikate abgestimmt, also 
auch nur für diese verwendbar; bezogen auf 
dos gleiche Negativmaterial ohne Gelbfilter be- 
dingen sie eine sechsfach längere Bxpositious- 
zeit. Die Chromo-Iaolar- wie die Agfa-Taschen- 
Films 9 X 12 und 8 X 10,5 cm werden neuer- 
dings mit der Zusatzbezeichnung 0 T (ohne 
Taschen) zu entsprechend niedrigerem Preise 
auch zum Selbstnachfüllen in gebrauchte 
Taschen geliefert. 

Ein Fonds für wissenschaftliche 
Zwecke von zurzeit 3 Millionen Mark ist 
in Hamburg gegründet worden. Mit der 
in den letzten Jahren mehrfach erörterten 
Frage einer Hamburger Universität steht 

>) Vgl. D. Meth -Ztg. 1903 S. 20. 



dieser Fonds nur insofern in Zusammen- 
hang, als in den von den Beitragenden ge- 
billigten Bestimmungen der Fall der Über- 
gabe des Fonds an die Universität vorge- 
sehen ist. Das soll unter gewissen Be- 
dingungen geschehen, wenn der Fonds 
durch weitere Zuwendungen angewachsen 
»ein wird und wenn dann auch die 
»taatlichen Organe Hamburgs erhebliche 
Mittel zur Begründung einer Universität zu 
bewilligen bereit sind. Es wird also der- 
maleinst das Vorhandensein dieses Fonds 
die Errichtung einer Universität bedeutend 
erleichtern können. 

Inzwischen sollen die Zinsen des wissen- 
schaftlichen Fonds benutzt werden, um das 
wissenschaftliche Leben in Hamburg zu 
fördern, sei es durch Heranziehung vor- 
züglicher Kräfte zur Abhaltung von Vor- 
lesungen, sei es durch Ausstattung wissen- 
schaftlicher Expeditionen oder durch Unter- 
stützung wissenschaftlicher Versuche und 
literarischer Arbeiten wie auch durch Druck- 
legung wissenschaftlicher Werke. Dabei 
sollen aber alle diejenige Betätigungen aus- 
geschlossen sein, für welche die Sorge dem 
Staate obliegt. 

Die Verwaltung des wissenschaftlichen 
Fonds untersteht einem Kuratorium unter 
der Leitung des Präses der Oberschul- 
behörde, Hrn. Senators Dr. von Melle, 
welches aus Gelehrten und Kaufleuten ge- 
bildet ist und dem auch der Vorsitzende 
der D. G. f. M. u. O., Hr. Dr. KrÜß, an- 
gehört. H. K. 



Eine Allgemeine deutsche geodätisch- 
kulturtechnisrhc Ausstellung wird in Königs- 
berg (Pr.) aus Anlaß der 25. Hauptver- 
sammlung des Deutschen Geometervereins in 
der Zeit vom 8. bis 25. Juli d. J. veranstaltet 
werden. Die Ausstellung soll den interessierten 
landwirtschaftlichen und technischen Kreisen 
die Mannigfaltigkeit der Aufgaben veran- 
schaulichen, die den Landmessern und Kultur- 
technikern obliegen, und die Hilfsmittel zur 
Lösung dieser Aufgaben zur Darstellung 
bringen. 

Dem Ausstellungsausschuß gehören u. A. 
an die Herren: Prof. Dr. Cohn, Observator an 
der Sternwarte; Prof. Dr. Hahn; Heinrich, 
Stadtgeometer; Prof. Dr. Kl len, Dirigent der 
Landwirtschaftlichen Versuchsstation; Lohnes, 
Vermessiuigsinspektor der Generalkoramission ; 
Repke witz, Landmesser; Prof. Dr. Stutzer, 
Direktor des agrikulturcbemischen Instituts 
der Universität; Universitätsprofessor Dr. 
Volkmann. 



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Heft II. 

I. Juni I1KW. 



Kleinere Mitteilungen. — GlMtechnlsche«. 



107 



Für die Feinmechanik sind folgende Gruppen 
von Interesse: 

I. A) Mathematische und optische Instru- 
mente (von den ältesten, die nur noch ge- 
schichtlichen Wert haben, bis zu den neuesten) 
11) Meßgerät schäften und Werkzeuge. II. In- 
strumente und Gerätschaften zum Kartieren 
und Flächenberechnen. IV. Vervielfältigungs- 
apparate und Reproduktionen. VI. Mineralien 
Fossilien, Bodenproben und deren Analysen, 
Wasseranalyeen. 

Die Ausstellung findet in den Ausstellungs- 
räumen des Tiergartens zu Königsberg statt. 

Ober die Annahme der eingehenden An- 
meldungen entscheidet die Ausstellungsleitung 
und der zuständige Gruppenvorstand. Die 
Anmeldescheine sind in doppelter Ausfertigung 
an den Geschftftsleiter der Ausstellung, Hm. 
Kommissionsrat Claaß (Königsberg i. Pr., Tier- 
garten), einzusenden. Als PlatzgebUhr werden 
erhoben: für je ein Quadratmeter Boden- 
fläche im bedeckten Raum 10 M, im Freien 
3 M\ für je ein Quadratmeter Wandfläche 7 M. 
Behörden, wissenschaftliche Institute, Gemeinde- 
vertretungen sind von der Entrichtung einer 
Platzmiete befreit, desgleichen Mitglieder des 
Deutschen Geometervereins oder dessen Zweig- 
vereine unter Zustimmung des Vorsitzenden dos 
Laudmeeservereins für Ost- und Westpreußen. 



Verband der elektrotechnischen 
Inatallationsflrmen In Deutschland 

Die 4. ordentliche Mitgliederversammlung 
wurde in den Tagen vom 6. bis 9. Mai in 
Dresden unter dem Vorsitz dos Hm. Mon- 
tanus (Frankfurt a. M.) abgehalten. Nach dem 
Geschäftsbericht hat der Verband wiederum 
ersprießliche Erfolge zu verzeichnen. Nach 
Genehmigung der neuen Satzungen wurde ein 
Ausschuß von 14 Mitgliedern gebildet, in 
welchem alle Teile Deutschlands vertreten sind 
Ferner wurde über die heute oft noch nicht 
geeignete Ausbildung des Monteurpersonals 
eingehend diskutiert und beschlossen, auf Grund 
eines eingehenden Studiums entsprechende 
Schritte zur Förderung dieser Angelegenheit 
zu unternehmen. Auch wurde die von ver- 
schiedenen Handelskammern in letzter Zeit be- 
handelte Frage betreffend den Bigentums- 
vorhehalt an Maschinen besprochen. Der 
Ausschuß wurde beauftragt, ein Studium dieser, 
die Interessen der Installationsfirmen eng be- 
rührenden Frage zu unternehmen, um durch 
geeignete Schritte der vielfach auftretenden 
Schädigung beteiligter Kreise vorzubeugen 
Der nächstjährige Verbandstag soll in Hamburg f 
abgehalten werden. 



Glastechnisches. 

Bestimmung von Molekulargewichten 
In siedender konzentrierter Schwefel- 
säure. 

Von E, Beckmann. 

Zeilschr. /. phyaik. Chem- 53. S 129. 1905. 

Benutzt wurde der schon früher') beschrie- 
bene Apparat für direktes Heizen. Zur Er- 
zielung der hier erforderlichen hohen Tem- 
peratur wurde der Luftmantel noch mit Asbest- 
deckcl verschlossen und unten an den Öffnungen 
neben dem mit Asbesthuube versehenen Siede- 
rohr mit Asbestwolle verstopft. Wenn man auf 
Beobachtung des Siederohrs verzichten kann, 
empfiehlt sich Ausfüllung des Luftmantels mit 
Asbest- oder Glaswolle. 8o ausgerüstet ist der 
Apparat auch für Temperaturen über 830° be- 
nutzbar uud erfordert nicht die Anwendung 
eines Dampfmantels. 

Das Kühlrohr ist für diese Vorsuche am 
unteren Teile mit warzenförmiger Erweiterung 
versehen worden, damit hier das etwa zuerst 
tlbergehendo Wasser aufgefangen wird und 
nicht direkt in die Schwefelsäure zurücktropfen 
kann. In dieser Höhlung mischt sich das Wasser 
mit bereits dort vorhandener heißer Schwefel- 
säure. 

Ala Thermometer wurde ein nicht variables 
Instrument benutzt, dessen Skale nur 4 in 
hundertel geteilte Grade umfaßte. 

Das Trockenrohr, welches das Eindringen 
der Luftfeuchtigkeit verhindern soll, ist mittels 
S-förmig gewundenen Biegerohrs mit dem Kühl- 
rohr verbunden. J. 



Zur Anwendung der Dampfstrom- 
methode für die Bestimmung von 
Molekulargewichten bei höheren 
Temperaturen. 

Von E. Beckmann. 

Zeitachr. f. phyaik. Chem. 53. S. 137. 1905. 

Verf. hat den vor etwa 3 Jahren von ihm 
beschriebenen 2 ) Dampfstromapparat weiter ver- 
bessert und zwar bildeten Konstruktionen von 
G. Walter 8 ) uud A. Smits 4 ) Anlaß dazu. 

Die neueste Form, die Verf. seinem Apparat 
gegeben, bat neben dem Thermometertubus nur 
noch ein Ansatzrohr; Einfüll- und Druckaus- 
gleichsrohr sind in Fortfall gekommen. Die 
umstehende Fig. 1 zeigt den Apparat in >/ 4 
der natürlichen Größe. 

») Diese Zeitachr. 1904 8. 238 u. 250. — 
-) Ebenda 1905 . S. 67. — *) Ebemla 1905. S. 149 
— 4 ) Chtmiach Weckblad t . 8. 32. 1904. 



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108 



GUutechnUche*. 



DeoUch« 

M»ch*nlker-Ztg. 



Da« Siederohr A ist mit Dampfentwickler Q 
verschmolzen ; DampfzuleitungsrohrD vermittelt 
den Dampfzufluß de« Lösungsmittels von G 
nach A. Kühlrohr K Ist in den Tubus H eiu- 
geschliffen und trügt am Schliff drei Bohrungen, 




welche Rückfluß zum Dampfentwickler und 
Druckausgleich ermöglichen. Neu eingefügt 
ist da« Verbindungsrohr V, da« zum direkten 
Druckausgleich von G zum Kühlrohr und durch 
diese« zur Atmosphäre dient. Rohr E ver- 
mittelt, wie an dom früheren Apparat, den Rück- 
fluß des Lösungsmittels aus dem Kühler nach 
dem Dampfeutwickler. Der Kühler ist mit An- 




satz M versehen wordon. mit dom der Schlauch 
des Gummiballs 0 verbunden wird; x und y, die 
den Kühler N bedienenden Waeserschlfluche, sind 
so befestigt, daß der Kühler ohne Behinderung 
gedreht werden kann. Wulst W ist am Kühl- 
rohr angebracht, damit bei hohen Temperaturen 
Teile von Kondonsatiouswassor sich hier mit 



heißem Lösungsmittel mischen können und nicht 
unvermischt in das Dampfentwicklungsrohr ge- 
langen. Da« Thermometer T mit der Ablese- 
vorrichtung U ist mittels Schliffstücks Q bei 8 
in den oboren Teil des Siederohrs eingeschliffen. 

Der Apparat muß vom Glasbläser sehr gut 
gekühlt werden, da er bis Uber 200° verwendet 
werden soll. Bei sehr hohen Temperaturen be- 
nutzt man zum Schutze den schon früher be- 
schriebenen Luftmantel. 

Eine zwoite Modifikation des Dampfetrom- 
apparates dient dem Verf. zur Verwendung be- 
sonders hoch siedender Flüssigkeiten, wie kon- 
zentrierte Schwefelsäure. Bin vor 3 Jahren von 
Eijkmann angegebener Apparat, an dem das 
Siederohr mit eiuem unten offenen Mantelrohr 
verschmolzen ist und so in den Dampfentwickler 
eingesetzt wird, hat ihm zur Richtschnur ge- 
dient. 

Iu Fig.2 ist dieser Stromapparat mit Dampf- 
glocke abgebildet. 

Dampfentwickler E ist oben mit weitem 
Schliff Q versehen, durch den das Thermometer 
eingeführt wird. Durch ihn läßt sich auch 
Siederohr A , das von Glockenrohr Q umgeben 
wird, eiusetzen. Am Boden des Dampfent- 
wicklers sind Ösen angeschmolzen, an denen 
Asbestschleifen befestigt werden. Auf diesen 
ruht Dampfglocke G und kommt somit nicht 
unmittelbar mit dem Boden von E in Berührung. 
Kühlrohr K mit Kühler N hat auch den vorher 
erwähnten warzenförmigen Ansatz W und ist 
außerdem zum Eiusetzen eines Trockenrohrs mit 
Tubus M versehen. Um zu verhüten, daß zu 
viel Kondensat in das Siederohr gelange und 
die Konzentration dort wesentlich ändere, sind 
bei F Asbostfäden um da« Thermometer gelegt, 
welche die Flüssigkeit an die Wandung des 
Dampfentwicklers und in diesen zurück leiten. 
Zum Ableseu des Flüssigkeitastands im Siede- 
rohr ist in das Thermometer unten eine Milli- 
moterskale eingesetzt. Die Lösungssubstanz 
wird durch das Kühlerrohr mittels langen Glae- 
löffels eingeführt. 

Verf. hat bei der Benutzung]) seiner ver- 
schiedenen Apparate dieser Art gefunden, daß 
der Apparat für direktes Heizen sicherer 
funktioniert als die Dampfstromapparate — auch 
als der zuletzt beschriebene, der nach den bis- 
herigen Erfahrungen verbessert worden ist. 

J. 



Gebrauchsmuster. 

Klasse: 

12. Nr. 275 958. Schwefelwasserstoff - Entwick- 
lungsapparat, dadurch gekennzeichnet, daß 
das Schwefeleisen in besonderen Einsatz- 
gefüßen untergebracht wird, welche die 
einwirkende Säure zu einer raschen Zirku- 



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Heft 11. 

!. Juni iw*. 



Glai technisch«!. — BU eherschau. 



109 



lation um die 8ubstanz zwingen. W. 
Schmidt & Co., Luisenthal i. Th. 14.3.06. 

Nr. 276010. Trichter zur Filtration unter 
Druck, welcher von einom angeschmolzenen, 
einen Hoblraum bildenden zweiten Trichter 
umgeben ist. R. Kühnei, Berlin. 12.2.06. 

42. Nr. 274 012. Vakuum - Barometer zur Kon- 
trolle des Vakuums bei Kondensations- 
Dampfmaschinen. G. A. Schultze, Char- 
lotteuburg. 28. 2. 06. 

Nr. 2740 35. Differen tialthermometer nach L e s 1 i e 
mit herabhftngendem Gefäß mit verstellbarer 
Vorrichtung zur Aufnahme bezw. Anbringung 
und Sicherung des die zu untersuchende 
Flüssigkeit enthaltenden Gefäßes. W. N i e h 1 s 
Ww., Berlin. 14. 12. 05. 

Nr. 274 069. Zentrifugenglas mit ange- 
schliffen em, stehendem Auffangglftschen mit 
Kappe, angeschmolzenen Glashäkcben und 
eing 08 chlüFenem Verschlußstab. U. Rohr» 
b e ck, vorm. J. F. Lu h m e & Co., Berlin. 15. 2.06. 

Nr. 274 139. Viskosimeter, dessen ganze Röhre 
von einem Kühlmantel vollständig um- 
schlossen ist, durch welchen der Hahn des 
Viskosimeters nach außen hindurchgeht. 
H. Geißler Nachf. F. Müller, Bonn. 
19. 2. 06. 

Nr. 274 504. Automatische Bürette, direkt mit 
dem Flüssigkeitsbehäiter verbunden und 
durch einfache Neigung desselben automatisch 
füllbar. Bausch & Lomb Optical Co., 
Frankfurt a. M. 9. 3. 06. 

Nr. 274 534. Kegelförmiger, am zugespitzten 
Bude geschlossener Glasbehälter zur Prüfung 
der Milch auf Schmutzgehalt. H. Fried» 
1 ander, Hamburg. 12.2.06. 

Nr. 275 376. Zentrifugengläschen für die Milch* 
eiterprobe. F. Hugers ho ff, Leipzig. 19.3.06. 

Nr. 275 419. Flaschengasometer nach Dr. Reck- 
leben und Dr. Lockemann, bestehend 
aus zwei mit dem Boden aufeinander ge- 
stellten Flaschen, welche ihrerseits wieder 
in einem eisernen Gestell ruhen und durch 
Hähne und Schlauch miteinander kommuni- 
zieren. O. Peßler, Leipzig. 22. 1.06. 

Nr. 275 902. Apparat zur Bestimmung des 
kohlensauren Kalks in der Ackererde, be- 
stehend aus einem mit hinterlegter Skala, 
mit zwei Glashähnen und Glasfuß versehenen 
Glasgefäß und einer mit diesem zu ver- 
bindenden Bntwicklujigsilasche. St. Dab- 
kiowicz, Breslau. 13.3.06. 

Nr. 275 906. Butyrometer, ln welchem die 
Oberfläche der Fettschicht eine konvexe 
Form hat. A. Bernstein, Berlin. 22.3.06. 

Nr. 276 234. Aus zwei verschieden großen, auf 
ein Schreibwerk einwirkenden Schwimmern 
bestehende Vorrichtung zur ununterbrochenen 
Aufzeichnung der Dichte von Flüssigkeiten. 
W. Mett in, Wittmar, Brau nach w. 26. 5. 05. 



Nr. 276 533. Rahmprüfer mit Doppelskala. 

A. Sichler, Leipzig. 12. 2. 06. 

Nr. 276 599. Mit einem von den Enden nach 
der Mitte heller werdenden Anstrich ver- 
sehenes Unterlagbrett für Thermometer. 
F. R. Kirchner, Ilversgehofen. 3.3.06. 



BOoherschau. 

E. Ziegler, Feldbuch für die Feldmeßübungen 
an technischen Lehranstalten; mit einem 
Anhang: Ausgeführte Musterbeispiele. 8°. 
128 8. mit 6 Taf. Hannover, Gebr.Jä necke 
1905. Geb. 2,20 M. 

— , Anweisung zur Führung des Feldbuches 
nebst kurzgefaßten Regeln für den Fold- 
dienat beim Feldmessen, Winkelmeesen, Kreis- 
kurvenabstecken, Nivellieren, Peilen und 
Tachymetrieren, sowie einer Anleitung zum 
Gebrauch, zur Prüfung und Berichtigung der 
erforderlichen Feldmeßinstrumente u.s. w. 8°. 
144 S. mit Fig. Ebenda 1905. Geb. 3,80 M. 

Von diesen beiden Werkchen bestimmt 
der Verf. das erste „für die Feldmeßübungen 
an technischen Lehranstalten und für die in 
der Ausbildung begriffenen Techniker zum 
Feldgebrauch“, das zweite „für die Feldmeß- 
übungen an technischen Lehranstalten und zum 
Gebrauch für Behörden und praktisch tätige 
Techniker“; im zweiten ist die Berichtigung 
und der Gebrauch einer Anzahl geodätischer 
Gerätschaften und Instrumente gelehrt und im 
ersten sind die dabei zu benützenden Feld- 
ausweise mit Vordrucken fertiger Messungen 
zusammengeatelit nebst einigen Tabellen Diese 
sind: die vierstelligen natürlichen goniometri- 
schen Zahlen der Winkel von 10' zu 10', eine 
Tabelle zum Abstecken von Kreisbögen durch 
rechtwinklige Koordinaten von der Tangente 
aus mit runden AbBzissenabschnitten für 80 ver- 
schiedene Halbmesser zwischen 10 und 3000, 
endlich eine 5-stollige Arcustafel. Der Grund 
dieser Zusammenstellung ist nicht einleuchtend. 
Auf eine Verwendung gemessener Horizontal- 
winkel für trigonometrische Bestimmung der 
Lage von Punkten wird nicht eingegangen, 
ebensowenig auf trigonometrische oder baro- 
metrische Höhenmessung. In der Tachymetrio 
ist neben „Kreistachymetern“ die Benützung 
des Wagner-Feunelschen Tachymeters vor- 
ausgesetzt, während in der Anweisung auch 
die zwei Puller-Broithauptschco „Schnell- 
messer* eingehend besprochen werden. Die 
Anweisung sollte vielfach besser durchgoarbeitet 
sein; für die Bedürfnisse der technischen Hoch- 
schulen reicht das Werkchen jedenfalls nicht 
aus. Hammer. 



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BUcherachau — Patantachau. 



Maehanlkar-Ztj*. 



110 

0. t. Z wiedin eck, Arbeiterschutz und Arbeiter- 
Versicherung. 78. Bfindchen von „Natur- uud 
Geistes weit“. 8°. 197 B. Leipzig und Berlin, 
B. G. Teobner 1905. Geb. 1,25 M 
Das Buch bringt eine Fülle lehrreicher 
und interessanter Betrachtungen Über die mannig- 
fachen sozialen Probleme, die wir unter dem 
Namen Arbeiterschutz und Arbeiterversicherung 
zusammenfassen. Der größte Vorzug des Buches 
ist die klare Darstellung und die scharfe be- 
griffliche Fassung der Probleme; der Verfasser 
exzelliert geradezu in der Methodik der Unter- 
suchungen und versteht es, den vielgestaltigen 
Stoff überall einheitlich darzustellen. 

Im ersten Teile, den „allgemeinen Grund- 
lagen“, hebt der Verf. unzweideutig hervor, 
daß die Präge des Arbeiterschutzes vor allem 
ein wirtschaftliches Problem sei, bei dessen 
Lösung in allererster Linie die Frage der öko- 
nomischen Zweckmäßigkeit stehen müsse. Der- 
selbe Gedanke tritt uns auch bei der Behand- 
lung der Arbeiterversicherung entgegen; hier 
wie dort handle es sich „um den Prozeß, sach- 
liche kapitalistische Produktionsenergie in 
menschliche Arbeitsenorgie zurückzuverwan- 
deln.“ 

Bei Betrachtung der einzelnen Probleme 
aber, wie Arbeitszeitschutz, allgemeiner hygie- 
nischer Bchutz, Lohn schütz, bleibt der Verf. 
nicht ganz konsequent, sondern trägt Gesichts- 
punkte hinein, die er seinem oben zitierten 
Ausspruche zufolge ausschließen wollte. Auf 
der anderen 8eite zeigt sich aber auch bei ihm, 



wie der Theoretiker bei der doktrinären Be- 
handlung solcher volkswirtschaftlichen Fragen 
leicht zu falschen Schlußfolgerungen kommt, 
die den Tatsachen nicht entsprechen. Es wird 
nämlich immer das individuelle Interesse des 
Unternehmers dem Interesse der Allgemeinheit 
gegenübergestellt, ohne dahei gebührend hervor- 
zuheben, daß die Blüte einer Industrie doch 
gerade so sehr im Interesse der Allgemeinheit 
und auch des Arbeiters wie des Unternehmers 
selbst liegt. 

Der Verf. verfällt hier in den Fehler der 
meisten seiner nationalökonomischen Kollegen: 
die jetzigen Verhältnisse vom Gesichtspunkt 
eines angenommenen Idealzustandee zu be- 
urteilen. Für den Industriellen und den sozial- 
politischen Praktiker aber kommt allein der 
Standpunkt in Betracht: eine Industrie nur so- 
weit zu belasten, daß sie rentabel und kon- 
kurrenzfähig bleibt. Wenn auch unsere Arbeiter 
erst einmal gelernt haben werden, den Bedürf- 
nissen unserer nationalen Industrie mehr Ver- 
ständnis entgegenzubringen, und nicht, wie 
jetzt häufig genug, Forderungen zu stellen, 
deren Gewährung den Ruin der Industrie be- 
deuten würde, dann wird sich auch ein fried- 
liches Zusammenarbeiten ergeben, zu dem die 
Arbeitgeber gern die Hand reichen. 

Abgesehen aber von solchen Auffassungen 
bietet das Büchlein auch für die Fachgenossen 
genug des Interessanten und Wissenswerten, 
um es recht warm empfehlen zu können. 

Dr. K. Q. fYank. 



Patentschau. 



Elektrizitätszahler nach Ferrarisschem Prinzip, bei dem ein oder mehrere Neben- 
schlußmagnete mit einem oder mehreren Hauptschlußmagneten Zusammenwirken und bei dem 
eine Phasenverschiebung von 90° zwischen den beiden Feldern dadurch erzielt wird, daß der 
eine Strom in zwei Komponenten zerlegt wird, dadurch gekennzeichnet, daß der oder die 
Hauptstrommagnete aus den beiden Teilen eines Differentialmagneten gebildet werden, dessen 
einer mit schwacher Selbstinduktion behafteter Teil von der einen Komponente und dessen 
anderer mit hoher Selbstinduktion versehener Teil von der anderen Komponente in entgegen- 
geeetzter Richtung erregt wird, und zwar derart, daß die gegenseitige Induktion der beiden 
Hauptstromfelder verhältnismäßig klein ist. Cie. pour la Fabrication des Compteurs et 
Matäriel d’Usines ä gaz in Paris. 18.2. 1908. Nr. 157 677. Kl. 21. 

Ein nur unter bestimmten Verhältnissen richtig zeigendes Meßgerät, dadurch gekenn- 
zeichnet, daß, nachdem durch eine bekannte Vergleich sgröße die richtigen Verhältnisse fest- 
gestellt sind, eine Einrichtung in Tätigkeit gesetzt wird, die das Meßgerät auf die zu messende 
unbekannte Größe umschaltet und gleichzeitig eine Festhaltevorrichtung auslöst, die den 
messenden Teil des Meßgerätes nach einem solchen Zeitraum festhält, daß dieser Teil gerade 
noch Zeit genug findet, um sich in die richtige Ruhelage einzustellen. Hartmann & Braun in 
Frankfurt a. M. 14. 5. 1904. Nr. 167 803. Kl. 21. 

Elektrisches Ventil, gekennzeichnet durch ein Entladungsrohr mit einer heißen 
Metallverbindung als Kathode und einer kalten, aus einem beliebigen Metall bestehenden Anode. 
A. Wehnelt ln Erlangen. 15.1.1904. Nr. 157 845. Kl. 21. 



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PiUntichau. — PatantlUte. 



ili 



H* ft H, 

1 Juni i»oa, 

Verfahren, am Glashohlkörper ans zwei Teilen mit kreisförmigen Rändern zu- 
sammeuzuschmelzen, dadurch gekennzeichnet, daß die mit den Rändern aneinander gelegten 
Teile, während eie auf die Erweichungstemperatur erhitzt werden, um die Achse der Ränder 
gemeinsam und mit so großer Geschwindigkeit gedreht werden, daß die Fliehkraft die Ränder 
verhindert, sich bei der Erweichung zusammenzuziehen. 

Ausführungsform des im obigen Ausspruch gekennzeichneten Verfahrens, bei der die 
zusammenzuschmetzenden Teile mit erweiterten Rändern aneinander gelegt werden oder die 
Geschwindigkeit der Drehung so geregelt wird, daß sich die erweichten Ränder erweitern, damit 
infolge des zum Verschmelzen angewendeten achsialen Drucks die Ränder sich umbiegen und 
flanschartig aneinander legen und dadurch trotz etwaiger Unebenheiten ihrer ursprünglichen 
Stirnflächen ringsum eine dichte Scbmelznaht erzielt wird. Schott & Gen. in Jena. 10.6. 1904. 
Nr. 157 828. Kl. 82. 

Verfahren zum Entferntin gemessen vom Standort aas mit parallel verschiebbarem 
Fernrohr, dadurch gekennzeichnet, daß die Sicherung der Parallelverechiebung des Fernrohres 
durch Einstellung geeigneter Vorrichtungen, und zwar bei Vertikalverachiebungen durch eine 
empfindliche Libelle, bei Horizontalverschiebungen durch eine sehr empfindliche Magnetnadel, 
ein Versicherungsfernrohr oder ähnliches, deren Verbindung mit dem Fernrohr während der Ver- 
schiebung unverändert bleibt, vom Beobachter bewirkt wird. 

Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach diesem Anspruch, dadurch gekenn- 
zeichnet, daß neben dem im Fernrohr befindlichen Diaphragma ein oder mehrere Mikrometer 
angebracht sind. G. Butenschön in Altona-Bahrenfeld. 22.7. 1903. Nr. 157108. Kl. 42. 

Kolbenquecksüberluftpumpe mit selbsttätiger Steuerung des zur Vorpumpe und zur 
Atmosphäre führenden Hahnes durch ein bewegliches Gefäß, das abwechselnd mit Quecksilber 
gefüllt und geleert wird, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohr, welches von diesem Gefäß aus- 
geht, durch einen mit Absperrhähnen versehenen Regulator unmittelbar mit der Vorpumpe ver- 
bunden ist, zum Zweck der Vermeidung des Eindringens schädlicher Luft durch die Haupt- 
pumpe hindurch in den zu entleerenden Raum. R. Burger in Berlin. 9. 2. 1902. Nr, 157437. Kl 42. 

Vorrichtung zur Erzeugung einer von Gasblasen unterbrochenen Flüssigkeits- 
säule beim gleichzeitigen Durchströmen von Gas und Flüssigkeit durch eine Röhre mit einer 
oder mehreren S- oder schleifenförmigen Biegungen derselben nach oben, dadurch gekenn- 
zeichnet, daß diejenigen Stellen, die einen nach oben führenden mit einem nach unten führenden 
Röhrenteil verbinden, verengt sind. W. Emmerich in Göttingen. 10. 7. 1903. Nr. 157388. Kl. 42. 

Registriervorrichtung fiir Geschwindigkeitsmesser mit in Schwingungen zu ver- 
setzenden elastischen Körpern (Fedorn oder dgl.), dadurch gekennzeichnet, daß die Körper 
zwischen einer Lichtquelle und einer lichtempfindlichen Fläche derart gelagert sind, daß die 
Körper, wenn in Schwingungen versetzt, den von der Lichtquelle ausgehenden Lichtstrahlen ein 
periodisches Bestrahlen einer lichtempfindlichen Fläche ermöglichen, dagegen, wenn sich die 
Körper in Ruhe befinden, ein Bestrahlen der Fläche verhindern. F. Lux in Ludwigshafen a. Rh. 
3.9.1903. Nr. 157 606. Kl. 42. 



Patentliste. 

Bia zum 7. Mai 1906. 

Klasse: Anmeldungen. 

17. K. 80 680. Flüssigkeit zur Übertragung 
tiefer Temperaturen. Königawarter 
& Ebel), Linden b. Hannover. 18. 11. 05. 

21. A. 12 798. Klektrizitätszähler, welcher den 
über eine bestimmte Energie hinaus statt- 
findenden Verbrauch anzeigt. Allgemeine 
Blektrizitäts • Gesellschaft, Berlin. 
29. 1. 06. 

B. 41 214. Verfahren zur Aufbewahrung von 
Radiumemanation. F. Bergeil, Berlin. 
21. 10. 05. 



B. 41 252. Elektrischer Meßapparat. F. Beck, 
Brüssel. 26. 10. 06. 

C. 18889. Wechselstromzähler. F. Conrad, 
Edgewood, Park, und W. M. Bradshaw, 
Wilklnsburg V. St. A. 11. 11. 04. 

D. 15 454. Einrichtung zur staubsicheren Ab- 
dichtung bub dem Gehäuse hervortretender, 
schwingbar beweglicher Teile an elektrischen 
Apparaten. Deutsche Telephonwerke, 
Berlin. 15. 12. 04. 

D. 16 070. Verfahren zur Herstellung von 
dünnen Fäden für elektrische Glühlampen 
aus schwer schmelzbaren Metallen. J. Lux, 
Wien. 11. 9. 06. 

H. 86678. Vakuumdampflampe mit Glühfaden 
in Bügelform. R. Hopfelt, Berlin. 9. 12.06. 



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Patentliete. 



Dentoeb* 

Mechao tker-Zt g . 



112 



S. 20867. Röntgenröhre. Siemens&Halske, 
Berlin. 14. 3. 05. 

V. 6118. Eingekapselto Influenzmaschine. W. 
Volkmann, Berlin. 28. 7. 06. 

32. B. 41 029. Verfahren zur Erzeugung von 
Gegenständen aus geschmolzenem Quarz. 
J. Bredel, Höchst a. M. 30. 9. 05. 

42. E. 10907. Zirkel miteinem durch eine zwischen 
den Zirkelkopfbacken gelagerte Scheibe in 
der Mittellinie der Zirkelöfl'nung gehaltenen 
Griff. J. BichmUller, Nürnberg. 22.5.05. 

J. 7482. Vorrichtung zur Heizwertbestimmung 
ständig strömender Wärmegase. H. Jun- 
kers, Aachen. 1. 9. 03. 

L. 19 944. Geschwindigkeitsmesser, bei wel- 
chem ein permanenter Magnet durch einen 
von der zu messenden Geschwindigkeit ge- 
drehten Anker abwechselnd magnetisch ge- 
öffnet und geschlossen wird. F. Lux, Lud- 
wigshafen a. Rh. 13. 8. 04. 

L. 20302. Meßband. L. Lepoirc, Dieppe, 
Frankr. 23. 11. 04. 

L. 22 037. Vorrichtung zur Dreiteilung eines 
beliebigen Winkels in gleiche Teile. St. Luc- 
zak, Ostrowo b. Großendorf. 10. 1. 06. 

M. 27 101. Vorrichtung bei registrierenden 
Geschwindigkeitsmessern mit Zentrifugal- 
regulator zur Unterscheidung zwischen Vor- 
und Rücklauf. G. W. Malm inen, Helsing- 
fors, Finland. 11. 3. 05. 

N. 8021. Regiatriervorrichtung. M. Neu- 
marck, Kattowitz, O.-Schl. 28 9. 05. 

8. 18 784. Flackerphotometer. J. F. Sim- 
mance u. J. Abady, London. 24. 11.03. 

S. 20 523. Verfahren zur Fettbestimmung in 
Milch. A. Sichler, Leipzig. 13.8.04. 

Sch. 22 437. Apparat zum Erkennen unter- 
irdischer Wasserläufe. A. Schmid, Bern. 
2. 8. 04. 

Sch. 21 249. Zirkel mit einer in glatter Führung 
feststellbaren Einsatznadol; Zus. z. Fat. 
Nr. 151478. G. Schoenner, Nürnberg. 
21. 8. 05. 

Sch. 25 183. Federnde BinsatzbefestigunQ an 
Zirkeln. Derselbe. 23. 2. 06. 

St. 8522. Meßvorrichtung zur Bestimmung der 
relativen Größe von Flächen. F. M.Stead- 
man, Rochester, V. 8t. A. 12. 11. 03. 

St. 9780. Vorrichtung zur Bestimmung des 
Kohlensäuregehaltes in Gasgemischen. 
Ströhlein & Co., Düsseldorf. 14. 9. 05. 

V. 5427. Kartenlupe für freihändigen Gebrauch 
im Dunkeln. „Mikrophotoskop“, Deut- 
sche Kartonlupen -Ges. , Berlin. 25.2.04. 

W. 22 925. Geschwindigkeitsmesser mit einem 
in einer kreisenden Flüssigkeit befindlichen 
und von ihr gegen die Wirkung einer Feder 



verdrehten Körper. H. Werner, Kiel. 
4, 11. 04. 

65. F. 19 898. Vorrichtung zum Aufzeichnen 
von Schiffsgeschwindigkeiten mit im Schiffs- 
körper in einem Waaeerzuführungsrohr an- 
gebrachten Propeller für die Meßvorrichtung. 
W. Ch. Forbee, Melbourne, Austr. 2.8.05. 

72. D. 16 436. Vorrichtung zum Messen de« 
beim Abfeuern einer Patrone entstellenden 
Gasdrucks. Deutsche Waffen- und Mu- 
nitions-Fabriken, Berlin. 13. 11. 05. 

74. O. 5005. Vorrichtung zum Anzeigen der 
Pberschreitungeiner best immten Temperatur- 
grenze. P. Orywall, Düsseldorf. 3.11.05. 

Erteilungen. 

24. Nr. 172 116. Zündvorrichtung für Queck- 
silberdampflampen mul Ähnliche Apparate. 
A I lg.Klek t rizitä ts- Gesellschaft, Berlin. 
15. 10. 05. 

Nr. 172 164. In luftleere oder mit indifferenten 
Gasen gefüllte Röhren eingeschlossener 
Drahtwiderstund aus Material mit hohem 
Tem peratu rk oeffizion ton. Physikalisch- 

technisches Laboratorium, Meiningen. 
3. 2 05. 

Nr. 172 166. Elektrizitätszähler zur Regi- 
strierung der Differenz aus einer eine fest- 
gesetzte elektrische Größe übersteigenden, 
veränderlichen elektrischen Größe und der 
festgesetzten Größe. Hartmann Sc Braun, 
Frankfurt a. M. 11. 1. 05. 

Nr. 172 318. Einrichtung zum Betriebe elek- 
trischer Dampflampen. Ch. O. Bastian, 
London. 7. 1. 04. 

Nr. 172 334. Als Stromsicherung, Quecksilber- 
dampflampe oder zum Heizen benutzbare 
Vorrichtung. H. Schagen , Aachen. 4.7.06. 

32. Nr. 172 466. Verfahren zur Herstellung von 
Hohlkörpern aus Quarzglas. W. C. Heraeus, 
Hanau a. M. 27. 10. 04. 

42. Nr. 172129. Entfernungsmesser. V. Sa- 
poretti, Mailand. 29.6.04. 

Nr. 172 131. Fern- oder Operngläser mit Papp- 
rohren und metallenen Fassungsringen. 
Sociötö Picard & Cie., Paris. 27.6.05. 

Nr. 172 1%. Hyperbolischer Reflektor mit vor- 
geschalteter Linse. Sociötö Besnard, 
Maris & Antoine, Paris. 15.2.05. 

Nr. 172 197. Vorrichtung zur Aufzeichnung der 
Lichtstärke unter verschiedenen Neigungs- 
winkeln mit Hilfe eines 9elenphotometers. 
B. Monasch, Berlin. 25.7.05. 

Nr. 172 416. Einrichtung zur Erzeugung von 
Resonanzschwingungen fester elastischer 
Körper zu Frequenzmessungen. Hartounn 
& Braun, Frankfurt a. M. 14.11.06. 



Pllr die Redaktion verantwortlich: A. Blasehke in Berlin W. 

Verlag von Jnltna Springer in Berlin N. — Druck von Emil Dreyer In Berlin SW. 



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Deutsche Mechaniker-Zeitung. 

Beiblatt zur Zeitschrift für Instrumentenkunde 

und 

Organ für die gesamte Glasinstrumenten- Industrie. 
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik. 

Redaktion: A. Blaschke, Berlin W 30, An der Apostelkirche 6. 



Heft 12 . 15. Juni. 1906. 



Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion gestattet. 

Eine neue Blendeneinricbtong für Satzobjektive. 

Voo A. Henm&BQ ln Manchen. 

In einem Aufsatze „Lichtstärke und Blendenbezeichnung photographischer Ob- 
jektive“ in Liesegangs Photogr. Alm. Mi. S. 45. 1906 habe ich unter anderem 
darauf hingewiesen, daß es möglich ist, eine einfache Objektivfassung für Satzkombi- 
nationen zu konstruieren, deren Blendenskala über das jeweilige Öffnungsverhältnis der 
Kombination unmittelbar Aufschluß gibt und deshalb den Gebrauch einer besonderen 
Blendentabelle überflüssig inacht. 

Zur Erläuterung der tatsächlich recht bequemen Einrichtung diene Fig. 1, 
welche das Fassungsrohrstück eines Satzobjektivs darstellt. Es ist auf dem entsprechend 
breit gehaltenen Gewindeansatz des Objektivtubus für den Irisstellring a ein zweiter 
Einstellring b soweit aufgesebraubt, daß zwischen beiden ein kleiner Zwischenraum zur 
freien Bewegung der beiden Ringe gegeneinander verbleibt. Der Einstellring b trägt 
auf der dem Irisstellring a zugewandten Seite eine Skala mit den Blendenziffern (Bo- 
lichtungswerten), auf der anderen Seite eine Marke, welche die Einstellung des Ringes 
auf eine an dem Rohrkörper angebrachte Teilung mit der Bezeichnung der verschiedenen 
Satzkombinationen gestattet. Auf letztere Teilung wird der Stellring l> bei jeder neuen 
Kombination eingestellt und im übrigen die rela- 
tive Öffnung wie bei jedem gewöhnlichen Objektiv 
an der Skala abgelesen. Über die Irisblende selbst 
ist im erwähnten Aufsatze nichts weiter ausgeführt, 
deshalb soll an dieser Steile eine Beschreibung der 
Konstruktion gegeben werden. 

Da bei der neuen Objektivfassung die Vor- 
aussetzung gemacht ist, daß eine Blendenskaia für 
alle möglichen Satzkombinationen zutreffend ist, 
müssen die Intervalle der gemeinsamen Skala an einer 
beliebigen Stelle denen an jeder anderen Stelle ähn- 
lich sein. Das ist offenbar nur dann der Fall, wenn die Teilstriche, welche jeweils die 
Hälfte, das Viertel, Achtel u. s. w. der vollen Öffnung angeben, gleiche Abstände von- 
einander haben. Wir haben also unsere Blendenskaia nach äquidistanten Werten zu 
teilen und die Bewegung der Lamellen der Iris in der Weise zu regeln, daß jede 
Blendenöffnung die Hälfte der vorhergehenden beträgt. 

Ist M 0 B 0 (Fig. 2) der Radius der größten Blendenöffnung, dann ist jeder 
weitere Radius der V 2'" Teil des vorhergehenden, die Blende mit dem Radius 
M I) B 1 mithin der 2'iä = 128 ''' Teil der größten Öffnung mit dem Radius M a B 0 und 
M Ü B- - M 0 B 0 :V 2\ Wir untersuchen nunmehr die Bewegung einer der beliebig vielen 
Lamellen, aus welchen die Irisblende zusammengesetzt ist, und gehen dabei von der 
größten Öffnung aus. 

Die einen Ringsektor bildende, in der Figur bervorgehobene Lamelle mit dem 
Zentrum Al 0 und dem inneren Radius M 0 B a ist um den Punkt D drehbar. Bei der 

Drehung beschreibt das Zentrum M 0 den Kreisbogen M 0 M 1 M t M „ und 

der beliebige Punkt F (wir nennen ibn den „Führungspunkt“) den Bogen F 0 i\ F t 

F.. Der Mittelpunkt beider Kreisbögen ist das Rotationszentram D. Wird 

also auf die halbe Öffnung mit dem Radius U 0 B l abgeblendet, so Ist das Zentrum M 0 




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114 



A. Niumaon, B1end«n«lnrlcbtung für Satzobjektive. 



Deutsche 

Mechanlker-Ztg. 



auf seiner Hahn bis zu einer Lage M t gekommen, welche dadurch charakterisiert iet, 
daß der Kreis um den Punkt mit dem Radius M, 2? 0 (neue Lage der Lamelle) den 
Kreis um M 0 mit dem Radius .V 0 B. — .lf 0 B 0 : V 2 (halbe Öffnung) berührt. Punkt if 7 
wird wie die folgenden Punkte M., M 3 . . . M 7 am einfachsten durch Ausprobieren 

gofunden. Wir machen dann M.F., i/ 7 P_ der Reihe nach gleich 

M 0 F 0 und erhalten die verschiedenen Lagen des Führungspunktes, welche zu den ge- 
wünschten Blendenöffnungen gehören. 

Bei der gewöhnlichen Art der Irisblenden liegt über den Lamellen ein Stellring 
(Kreisring) mit radial geführten Schlitzen, in welchen die Führungspunkte der einzelnen 
Lamellen zu laufen gezwungen sind. Man erhielte also hier die zugehörigen Teil- 
striche, indem man die Punkte F„ P, F, F. vom Mittelpunkt M 0 aus auf die 

Peripherie des Äußeren Kreises (Objektivtubus) projiziert. Die Teilstriche hiitten jedoch 
keineswegs gleiche Abstände, sondern näherten sich mit der Abnahme des Blenden- 
durchmessers. Werden indessen statt der radialen Schlitze anders gestaltete Kurven 
eingeführt, so lassen sich für die Teilstriche beliebige Lagen erzielen. 

Wir haben bei Fig. 2 die Teilstriche N 0 -V, 1V 2 ... . N- unserer Bedingung 
entsprechend in gleichen Abständen angenommen und konstruieren nunmehr die 
Führungskurven. Denken wir 
uns die Marke am Stellring bei 
der größten Blendenöffnung mit 
N 0 zusammenfallend, so liegt 
der zugehörige Führungspunkt 
F 0 rechts vom Radius M 0 N 0 . 

Wird der Stellring mit der 
Marke bis -V, (halbe Öffnung) 
und weiter bis N t (Viertel-Öff- 
nung) bewegt, dann sehen wir 
auf der Skizze in beiden Fallen 
den Führungspunkt auf dem 
Radius liegen, während er in 
der Stellung der Marke zwischen 
jVj und N 2 den zugehörigen 
Radius etwas überholt und bei 
Weiterdrehung der Marke auf 
N a , u. s. w. immer mehr 
hinter demselben zurückbleibt. 

Die Betröge, um welche 
die Punkte F von der jeweiligen 
Lage des durch die Marke be- 
zeichnten Radius abweichen, 
können wir auf die Anfangslage 
dieses Radius, also auf M 0 N 0 
in der Weise übertragen, daß wir um M„ die durch P, F 2 .... F. gehenden 

Kreisbogen ziehen und auf diesen die Punkte I\ P, P ; der Reihe nach 

bestimmen. Dabei ist H l F l — A r 0 P,, F 2 F., *= ,V 0 P 2 , A T 7 F- = A’ 0 P 7 . Legt 

man dann auf die Lamelle mit dem Drehpunkt D und Führungspunkt F einen Kreisring 

mit der ausgefrästen Führungskurve P 0 P, P 2 P 7 für den Punkt F, so wird 

in dieser die Lamelle zwanglauiig geführt und es gehören dann zu Drehungswinkeln, 
die eine arithmetische Reihe bilden, Blendenöffnungen, die in geometrischer Progression 
aufeinander folgen. 

Damit auch die übrigen Lamellen dieselbe Bewegung ausführen, legt man 

zwischen diese und den Kreisring mit der Führungskurve P 0 P, P 2 P. einen 

zweiten Ring, welcher ebenso beschaffen sein kann wie die bis jetzt üblichen (mit 
radialem Schlitz für jeden Fübrungspunkt) oder man bringt diese Schlitze, um die 
Reibung zu vermindern, in schräger Richtung an. Der Effekt ist in beiden Fällen der 
gleiche; wenn die Bewegung einer Lamelle in der verlangten Weise geregelt ist, dann 
ist selbstverständlich die Form der Schlitze, solange sie nur alle unter sich kongruent 
sind, äquidistant und homozentriBch liegen, vom kinematischen Standpunkt aus gleichgiltig. 




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115 



H«rt 12. 

15. Juni IDO«. 



Vtrtins und Poraontnnaehrlchten. — Klein ar« Mitteilungen. 



Vereine- und Personen- 
nachrichten. 

Aufgenomnien in den Hptv. der I). Q. 
f. M. u. O. ist 

Wilson-Maeulen Company; Mount 
Vernon, New-York. 



Kollektivausstellung der D. G. f. M. 
u. O. Im Kaiserin Friedrich-Hause für 
das ärztliche Fortblldungswesen. 

Da ein Aussteller sich außer Stande 
sieht, den von ihm belegten Platz mit In- 
strumenten zu besetzen, so sind noch 
0,75 qm unter den in dieser Zeitschrift 
1905. S. 221 bekannt gemachten Bedin- 
gungen zu vergeben. 

Der Ausschuß 
W. üaensch. 



Regierungsrat Dr. H. Ilomann ist am 
31. Mai zu Neuenahr, wo er sich zum Kur- 
gebraucho aufhielt, im Alter von 46 Jahren 
einem Gehirnschlage erlegen. Homanns 
Lebensarbeit gehörte der Prüzisionsmechanik 
und dem Eichwesen; ein Schiller von Wil- 
helm Poerster und Leopold Loewen- 
herz, hat er auf beiden Gebieten sich 
schon jung betätigt, gehörte er doch seit 
seinem 22. Lebensjahre der Normal- 
Elchungs-Kommission als Beamter an, in 
den letzten 6 Jahren als Mitglied; es sei 
ferner daran erinnert, daß er längere Zelt 
an der Bambergschen Werkstatt eine 
hervorragende Stellung einnahm, besonders 
nach dem Tode von Carl Bamberg; außer- 
dem war er vielfach literarisch auf dem Ge- 
biete der Astronomie und Physik tätig. Als 
Mensch war Homann gleich ausgezeichnet 
durch liebenswürdiges Wesen und durch 
stete energische Hilfsbereitschaft. Unserer 
Gesellschaft gehörte Homann bis zum 
Jahre 1905 an, wo ein Leiden ihn zwang, 
sich zurückzuziehen. Seine zahlreichen 
Freunde und Mitarbeiter werden des im 
besten Mannesalter Dahingegangenen stets 
mit Hochachtung, in Liebe und Wehmut 
gedenken. 



Kleinere Mitteilungen. 

Schlelfstelnregier. 

D. R. G. M. Nr. 153 029 u. 153 030. 

Der Apparat dient zum Abdrehen von 
Sand- und Schmirgelsteinen, um bei den- 



selben eine gleichmäßige Schleifüäche zu 
erzielen ; er besteht in der Hauptsache aus 
einem um seine Achse drehbaren, an einem 
Stiele befestigten Zylinder (s. Fig.), dessen 
Mantelfläche mit Zähnen besetzt ist. 

Um beim Abdrehen des Steines eine 
glatte Fläche zu erzielen, ist es erforder- 
lich, die Zähne kreuz und quer zu stellen, 
wie sie geliefert werden. Stehen die 
Zähne in einer Richtung parallel zur 
Achse, dann erhält der Stein eine gröbere 
oder gekerbte Schleiffläche. Für die be- 
queme Handhabung des Apparates ist es 
zu empfehlen, auf dem Troge vor dem 




Stein eine Führungsschiene anzubringen, 
an der man den Schleifsteinregler, gestützt 
auf den in der Figur links unten sichtbaren 
Zapfen, hin und her gleiten lassen kann, 
indem man denselben am Stielende hebt 
und ziemlich fest gegen den Stein drückt. 

Der Preis des Schleifstoinreglers ein- 
schließlich 1000 Stück Ersatzzähne beträgt 
5,50 il, 1000 Stück Iirsatzzllhne kosten 
2,00 M, der Apparat ist zu beziehen von 
Hm. Alexander Cochius in Berlin S 42, 
Ritterstr. 1 13. Bl. 

Aktino-Photometer von G. Heyde 
In Dresden. 

A ach einem Prospekt. 

Das Aktino - Photonieter ist ein Instrument 
zur Ermittlung der Expositionszeiten. Die Ein- 
richtung besteht im wesentlichen darin, daß 
ein blauer Glaskeil vor einem Diaphragma ver- 
schiebbar angeordnet ist. Um die richtige Ex- 
positionezeit zu finden, wird eine Schattenpartie 
des aufzunehmenden Objekts durch das Dia- 
phragma angesehen und der Farbglaskeil so 
lange verschoben, bis die Einzelheiten un- 
deutlich zu werden beginnen. 

Die Versuchsstation der Lehr- und Versuchs- 
anstalt ftlr Photographie in München urteilt 
darüber: „Heydes Aktino-Photometer, dessen 
eigenartige und sinnreiche Konstruktion den 
Verhältnissen der Präzis in einer Weise Rechnung 
tragt, wie dies bei keinem der bisher im Hundei 
befindlichen Expositionsmesser der Fall war, 
darf als ein äußerst handliches Hilfsinstrument 
bezeichnet werden, bei dessen sinngemäßer 
Anwendung Fehlrosultate mit großer Sicherheit 
ausgeschlossen sind.* 

Das Aktinometer kostet 15 il in Wildleder- 
heute! 16 M Hr. 



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Urt 



Glaitechnlschei. 



Glastechnisches. 

Queckellber-Kontaktthcrmometer 
von F. Schönfeld für Temperaturen 
bis 550° C. 

D. R. G. M. Nr. 263 919. 

Mitgeteilt von M. Bornhituser in Ilmenau. 

In der Technik besteht ein starkes Bedürf- 
nis nach hochgradigen Kontaktthermometern; 
denn in vielen Betrieben, bei Glüh- und 
Schmelzprozessen, ist die Einhaltung einer be- 
stimmten oberen oder unteren Temperatur- 
grenze Bedingung für ein vollwertiges Produkt. 
Hierfür eignen sich freilich dio elektrischen 
Temperaturmesser in Verbindung mit registrie- 
renden oder fernmeldenden Einrichtungen ganz 
ausgezeichnet, leider aber steht ihr hoher Preis 
der allgemeinen Einführung entgegen. Daher 
hat die Glastechnik seit langem sich bemüht, 
für diesen Zweck geeignete Kontaktthermo- 
meter herzustellen. So einfach nun bei nied- 
rigen Temperaturen die Herstellung solcher 
Thermometer ist, so viel Schwierigkeiten be- 
reitet sie bei hohen Temperaturen; denn diese 
bedingen einmal ein Glos, dessen Erweichungs- 
punkt möglichst hoch Uber der zu messenden 
Temperatur liegt, und zweitens muß der in der 
Kapillare herrschende Gasdruck so hoch sein, 
daß das Quecksilber darin bei der höchsten zu 
messenden Temperatur nicht zum Sieden kommen 
kann, in einem Thermometer bis 550° C also 
etwa 25 Atm. 

Das Einschmelzen der Platindrfthte in die 
Kapillare erfordert bei hohen Temperaturen 
und dem im Thermometer herrschenden hohen 
Druck ganz besondere Sorgfalt, denn die ge- 
ringste Undichtigkeit hat ein Abblasen des 
Gases zur Folge, wodurch das Thermometer 
unbrauchbar wird. Dae für die höchsten Tem- 
peraturen überhaupt verwendbare Glas laßt ein 
derartiges, bei allen Temperaturen zuverlässig 
dichtes Einschmelzen von Platindrfthten nicht 
zu, und man ist daher gezwungen, derartige 
Thermometer aus mehreren aneinandergesetzten 
Glassorten von verschiedenem Schmelzpunkt 
und Ausdehnungskoeffizienten herzustellen. 

Dieses Verfahren ist möglich, da bei hoch- 
gradigen Thermometern immer nur der unterste 
Teil der zu messenden Höchsttemperatur aus- 
gesetzt wird, und es ist auch schon Angewendet 
worden Aber wahrend man bisher bis zu 
6 verschiedene Glassorten henutzen mußte, ist es 
Hm. F. Schön fei d in Ilmenau gelungen, durch 
besondere Verfahren dasselbe mit nur 2 oder 
3 Glassorten zu erreichen, wodurch seine Kon- 
takt-Thermometer in bezug auf thermische 
HyBtoresiB sehr hohen Anforderungen genügen. 
Nach den Erfolgen Schön fei de ist zu hoffen, 
daß es auch gelingen wird, Kontaktthermo- 



Dntieh« 
M ecJunl ker-Ztg. 

meter herzustellen, deren unterster Teil aus 
Quarzglas besteht, so daß dann das Quecksilber- 
Kontaktthermometer bis zu Temperaturen von 
etwa 700° C anwendbar wäre, ein Erfolg, den 
die thermischen Industrien wohl zu würdigen 
wissen werden. 

Ein Dl Heren tlal-ArAo- Pyknometer. 

Von H. Rebenstorff. 

ZeiUchr. f. phys. u. chcm. Unterr. 17. S. 339 . 1904. 

Verf. hat das bekannte Arfto-Pyknometer 
nach Einhorn mit Anhftngegewichten versehen 
und dadurch in seinem Anwendungsbereich er- 
weitert. Das Instrument gibt ohne Anhftnge- 
ge wicht die Dichte von 1,9 bis 2,0 au, mit Ge- 
wicht 0,1 die Dichte von 1,8 bis 1,9. Die übrigen 
3 Gewichte sind mit 0,2, 0,4 und 0,8 bezeichnet 
und können einzeln oder in Zusammenstellung 
zur Messung im ganzen Umfange von der 
kleinsten Dichte einer Flüssigkeit bis 2,0 dienen. 

Verf. erwähnt das Einhornsohe Instrument 
nicht und scheint von dessen weit verbreiteter 
Anwendung keine Kenntnis zu haben. Das 
Instrument steht unter Musterschutz. J. 



Ein Piezometer neuen System». 

Von A. ßuehanan. 

Compt rend 139. S. 238 . 1904. 

Das Instrument findet Verwendung zur 
Messung der Kompressibilität des Wassers, im 
besonderen des Meerwassers und zwar in größeren 
Meerestiefen. 

Das Piezometer (vgl. FigJ besteht aus einem 
zylindrischen Gefäß mit unteu angeblasener 
Kugel C. Die Rühre B ist durch Kautschuk- 
stopfen D geführt und reicht mit dem ausge- 
zogenen Ende f in den Kugelansatz 
C; Stopfen D wird bei der Messung 
fest verschnürt. 

Zur Ausführung des Versuchs 
wird zunächst C größtenteils mit 
Quecksilber gefüllt und dann da- 
rüber A mit dem zu untersuchen- 
den , vorher entlüfteten Wasser 
Rohr B wird dann so eingesetzt, 
daß bei einem von der Meeres- 
temperatur (in den oberen Schich- 
ten) nicht wesentlich abweichen- 
den Wftrmegrad das Quecksilber 
im engen Rohr B etwa bis t sich 
•'instellt. Dann wird das Pie- 
zometer in diejenige Meerestiefo ge- 
bracht, in welcher der gewünschte 
Wasserdruck herrscht. Das in B eindringendo 
Meerwasser drückt dabei das Quecksilbor im 
Röhrchen B zurück, tritt in C und schließlich 
von dort aufsteigend in A ein, wo es sich mit 
dem zu prüfenden Wasser vereinigt. Nach dem 




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Heft lf. 

U. Jnnl 190«. 



Glas technisch««. 



117 



Herausnehmen wird das Instrument wieder auf 
die Einstellungsteroperatiir gebracht und nun 
daa Quecksilber in B bei e“ abgelesen. Au« 
Volumen A, dem Inhalt des Röhrchens B bis e 
und Druck und Temperatur des Meeres in 
der gemessenen Tiefe, ferner aus Volumen und 
Dichte von Wasser und Quecksilber laßt sich 
die Kompressibilität des im Instrument befind- 
lichen Wassers berechnen. J. 



Ein Ilus« von Radiumstrahlen auf 
Chlorknallgas. 

Von W. P. Jorisaon und W. E. Ringer. 

CA<m. Ber. 93. 8. 899. 1905 . 

Da zu erwarten war, daß die Einwirkung 
der Radiumstrablen auf Chlorknaligas nur ge- 
ring 3ein würde, haben die Verf. Apparat und 
Gasgemisch so empfindlich wie möglich ge- 
macht. Es wurde im Wesentlichen die An- 
ordnung von Bunsen und Roscoe*) benutzt 
(». Fijj.)- 

Das Gasgemisch wurde elektrolytisch im 
Gefäß A dargestellt, dessen Elektroden C aus 
Graphit bestehen, und aus Glocke B durch die 
Waschapparato D und E geleitet. Bei F ist 
mittels Glasschlitfs der übrige Teil des Apparats 
angefügt 




In daa Insolationagefäß H ist das dünn- 
wandige Röhrchen J eingeschraolzen, das zur 
Aufnahme des Radiumbromids dient. G ist ein 
Drei weghahn, K ein 2 mm weites Rohr von 
75 cm Lange, L eine Waschflasche, mit welcher 
durch Rohr M dio Druckausgloichflasche N 
verbunden wird; H und A r befinden sich in 
einem Thermostaten. 

Daa Gasgemisch wurde zunächst mittels 
Dreiweghahna G in Kalilauge geleitet, darauf 
mehrere Tage durch den Apparat, an welchen 
Flasche N noch nicht angeschlossen worden 
war. Das Rohr K wurde, mit MiUimeterteilung 
versehen, als Manometer benutzt. 

Die Einwirkung des unbedeckten Radium- 
bromidröhrchens betrug während 172 Stunden 
200 mm um Horizontalmanometer, des mit 

*) Ostwalds Klassiker Nr. 34 u. 38. 



schwarzem Papier bedeckten Röhrchens in 
193 Btunden 164 mm bei der Temperatur 25°. 

J. 

Eine neue Form der Absorptionsröhre. 

Von E. Pb. Pcrmnn 
Chem. Newa O.'i. S. 213. 1906. 

Bei der Absorption von Chlor, Ammoniak 
oder andern Gasen entstehen oft dadurch 
Schwierigkeiten, daß der Dampf sich kon- 
densiert oder das entwickelte Gas zu schnell 
absorbiert wird. Die Folge davon ist, daß 
etwas von der absorbierenden Flüssigkeit in 
die Kntwicklungeflascho zurückgetrieben wird, 
was bei Benutzung der hier abgebildeten neuen 




Absorptionsröhre nicht eintritt. Geeignete Ab- 
messungen sind: für C etwa 25 mm Durch- 
messer und etwa 90 mm Länge; für B und D 
etwa 32 mm Durchmesser. Die absorbierende 
Flüssigkeit muß so hoch eingefüllt worden, 
daß sie die enge Röhre bei E gerade schließt. 
A wird mit der Entwicklungsflasche durch 
Gummi, Kork oder dgl. verbunden, während am 
anderen« Ende bei F eine ßicherheitaröhre, 
gefüllt mit Giaakügelchen, die mit der absor- 
bierenden Flüssigkeit befeuchtet sind, ange- 
bracht wird. Wb. 

Zolltarif-Entscheidungen für die 
Vereinigten Staaten von Nordamerika. 

Als geschliffene und bemalte Glaswaren sind 
nach § 100 des Tarifs mit 60 ü /o des Wertes zu 
verzollen : 

Thermometer aus Glas, mit durch Einwirkung 
von Säure o<Ier durch Untermalen der Rück- 
seite mattierter Oberfläche, deren Kanten in 
einer Breite von */» Zoll (0,8 mm) oder mehr 
abgeschliffen sind; 

Halbfertige Injektionsspritzen, bei denen auf 
der Außenseite der Röhre Teilgrado einge- 
schliffen, sowie der Kolbenkopf, die innere 
Fläche der Röhre und die anderen Telle zu 
anderen Zwecken als zum Einpassen eines 
Stöpsels geschliffen sind. 



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118 

BUehersohau u. Preislisten. 

C. Lueger, Lexikon der gesamten Technik und 
ihrer Hilfswissenschaften. 2. neu bearbeitete 
Auflage. Band 3. 8°. 796 8. mit vielen Abb. 
Stuttgart u. Leipzig, Deutsche Verlags- 
an st alt. 25,00 M Einbanddecke 3,00 M . 

Der vorliegende Band dieses Werkes, 
dessen hoher Wert bei Besprechung der früheren 
Bände hervorgehoben wurde, umfaßt »Dolomit* 
bis »Feuerturm*. Unter den zahlreichen für 
den Mechaniker wichtigen Artikeln seien fol- 
gende besonders erwähnt: Drehbank, Druckluft- 
werkzeuge, Eisen u. s. w., Elastizität, Elektri- 
zität u. s w , Energie, Erdmessung, Federbaro- 
meter, Fehlertheorie, Fernrohr, Feuchtigkeits- 
messer. Dem Bande ist ein vervollständigtes 
Verzeichnis der Mitarbeiter beigegeben, das 
eine große Zahl angesehener Namen aufweist. 

Bi 

L. Dressei, Elementares Lehrbuch der Physik 
nach den neuesten Anschauungen für höhere 
Schulen und zum Selbstunterricht. 3. verm. 
und umgearb. Aufl. 2 Bde. gr.-8°. XV., X., 
1063 S. m. 655 Fig. Freiburg, Herder 1905. 
16,00 M., in Leinw. 17,60 M. 

PreiKverzeichniaae n. dfl. 

Otto Himmler (Berlin X 24, Oranienburger 
Str. 65). Mikroskope. 8°. 79 S. mit 23 lllustr. 

Eino sehr ausführliche und schön uusge- 
stattete Preisliste nebst Beschreibung und Ge- 
brauchsanweisung über die Mikroskope und 
Nebenapparate der Firma. • 



Deutsch« 
M*clmüli»r-Ztg. 

Georg Schmager (Leipzig, Nikolaikirchhof). 
Physikalische und chemische Lehrmittel 
unter Berücksichtigung dos Lehrplans für 
Volksschulen der Stadt Leipzig. 8°. 22 S. 
Gebrüder Mittelstraß, Hoflieferanten. (Magde- 
burg, Breiteweg 38). Das Skioptikon und 
seine Nebeoapparate. 8°. 48 S. mit vielen 
lllustr. 

Die Broschüre gibt auf Grund 30-jähriger 
Erfahrung eine Beschreibung und Gebrauchs- 
anweisung für die Skriptikons der Firma. 
Altstädtische Optische Industrie-Anstalt 
Nitache & Günther (Rathonow Pr.). 1. En- 
Gee-Pinceuez-Normale. 8°. 39 8. mit zahl- 
reichen lllustr. 2. Uni - Bifo - Gläser. 16°. 
20 S. mit vielen lllustr. 

Dem Pincenez-Bystem der Firma liegt der 
Gedanko zu Grunde, den Kneifer nicht als 
fertiges Ganzes zu verkaufen, sondern ihn aus 
seinen einzelnen Teilen so zusammenzustellen, 
wie es die Gesichtsform des Trägers erfordert. 
Die Firma liefert daher diese einzelnen Teile 
in den verschiedensten Abmessungen und 
Formen, die in der Broschüre aufgeführt und 
abgebildet sind; dom Verkäufer wird eine aus- 
führliche Anweisung gegeben, wie er die 
Auswahl zu treffen hat. 

Uni-Bifo-Gläser sind Brillengläser, bei denen 
der obere Teil zum Sehen in die Feme und 
der untere zum Sehen in der Nähe bestimmt 
ist; sie bestehen aus einem Stück und sind 
aufs genaueste zentriert. Der Firma Nitsche 
& Günther ist von der Londoner Uni- 
Bifocal Cy Lim. die Generalvertretung für 
Deutschland übertragen worden. 



Bücberacbau u. Prciilittan Patentachau 



Patentschau. 



Galvanometer, dadurch gekennzeichnet, daß die Polschuhe zweier Magnete von 
gleichem Querschnitt und gleicher Größe und demzufolge gleicher magnetischer Stärke kon- 
zentrisch zueinander angeordnet sind, so daß ein gleichförmiges doppeltes magnetisches Feld 
entsteht, in welchem sich zwei Seiten oines drehbaren Ankers bewegen, der aus einer auf einen 
Rahmen von V-förmiger Gestalt gewickelten Spule besteht. J. Richard in Paris. 3.7.1904. 
Nr. 157 936. Kl. 21. 

Vorrichtung zur Herstellung von Glasholilkörpern in der Weise, daß eine auf einer 
Unterlage ausgebreitete Glasschicht während der Umformung längs der Grundlinien des herzu- 
stellenden Körpers an einem tragenden Gestell o. dgl. durch einen mehrteiligen, innen genuteten 
Rahmen mit radial verschiebbaren Teilen gehalten und später freigegeben wird, gekennzeichnet 
durch einen mehrteiligen Greiferring, dessen radial verschiebbare Teile den auf der Unterlage 
vorläufig zusammengelegten, mit Glas gefüllten Rubinen beim Schließen in sich und mit dem 
Traggestell Zusammenhalten, beim Offnen die Rahmenteile mitnehmen und nach Abrücken vom 
Glaskörper selbsttätig freigeben. 

Ausführungsform der Vorrichtung nach obigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, 
daß das Ausein an de niehon der Rahmenteile beim Öffnen des Greiferringes durch am Rand an- 
geordnete Hebel mit Sperrhaken erfolgt, welche letzteren, wenn der Grelferring geschlossen wird, 



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Patentschau. — Patentliste. 



119 



Heft 12. 

13 Juni 190A. 

in eine Nut des Rahmens eingreifen und heim Öffnen dos Ringes die Rahmenteile so lange mit- 
nehmen, bis sie durch Anstoßen an einen am Gestell angeordneten Anschlag aus der Nut aus- 
gehoben werden. P. Th. Sievert in Dresden. 16. 12. 1903. Nr. 157 847. KI. 32. 

Windmittelkraft-Zeichner zum fortlaufenden Aufzeichnen der auf Flüchen und Körper 
wirkenden mittleren Windkräfte unter Berücksichtigung ihrer Richtung, Druck- und Saug- 
wirkung, dadurch gekennzeichnet, daß die den Wind auffangenden Meßkörper, ohne ihre Lage 
zu der Windrichtung verändern zu müssen, au einer lotrechten Pendelstange derart aufgehängt 
sind, daß die entstehenden drehenden und radialen Pendelbewegungen gleichzeitig auf zwei 
getrennte Zeichenstifte übertragen werden. 

Apparat nach obigem Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß die Übertragung der 
drehenden Bewegungen dadurch erfoigt, daß die Zeichenstifte mit einer Scharniersechseckseite 
durch die Drehungen des Pendelendes mit einem Triebrade geradlinig verschoben werden. 

A. Fromm in Graudenz. 20.2.1903. Nr. 157 550. Kl. 42. 

Gewindebohrer, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewinde auf einer ein- oder mehr- 
gängigen Schraubenlinie von gewisser Breite und von erheblich größerer Steigung als die des 
Gewindes fortgenommen ist, zum Zwecke, in den einzelnen Querschnitten des Bohrers die 
Anzahl der schneidenden Kanten zu verringern. W. Rump in Peine. 23. 2. 1904. Nr. 157 863. Kl. 49. 

Vorrichtung zur Fernanzeige des zeitlichen Verlaufes von Flüssigkeitsbewegungen, 
dadurch gekennzeichnet, daß in die Leitung ein unter gleichbleibendem Druck stehender, mit 
überlaufheber versehener Flüssigkeitssack eingeschaltet ist, in welchen die zwecks dauernd 
richtiger Angabe in bekannter Weise kegelförmig ausgebildete Tauchglocke eines pneumatischen 
Waeserstandzoigers eintaucht, der die Anzahl und Zeitdauer der BinzelfQlluugen aufzeichnet. 

F. Lorenzen in Friedrichstadt a. d. Eider. 6. 8. 1902. Nr. 157 645. Kl. 74. 

Rotierendes elektrisches Meßgerät, bei welchem dadurch bestimmte Rotations- 
geschwindigkeiten erzielt werden, daß der eingeleiteten elektrischen Leistung durch eine auf 
beliebige Weise erzeugte Gegenleistung das Gleichgewicht gehalten wird, dadurch gekenn- 
zeichnet, daß die auf einen beweglichen Teil eingeführte elektrische Leistung durch ein 
Planetengotriebe auf einen anderen beweglichen Teil, auf welchen die Gegenleistung erzougt 
wird, übergeführt wird, wobei der auf das Planetenrad ausgeübte Druck entgegen einer Feder- 
kraft eine Ablenkung des Planetenrades erzeugt, welche als Maß für die von dem Meßgerät zu 
summierende Größe dient. Hartmann & Braun in Frankfurt a. M. 9. 6. 1904. Nr. 157 804. Kl. 21. 

Verfahren zur Eliminierung des Einflusses der I'eriodenzahl bei Wechselstrom- 
meßgeräten nach Ferrarisschem Prinzip, dadurch gekennzeichnet, daß auf einen Anker ein 
Feld zusammenwirkt mit zwei von der Periodenzahl abhängigen Feldern, wobei diese entgegen- 
gesetzte Wirkung und ihre Spulen ungleiches Verhältnis der Reaktanz zum Ohmschen Wider- 
stand Jiaben. E. Morck in Frankfurt a. M. 6.3. 1904. Nr. 158 008. Kl. 21. 



Patentliste. 

Bis zum 28. Mai 1906. 

Klasse: Anmeldungen. 

12. Sch. 22 268. Gefäß zur Absorption von 
Gasen durch Flüssigkeiten. G. Lüttgen, 
Berlin- Halensee. 24.6.04. 

21. F. 19 780. Instrument zum Messen der 
Wellenlänge elektrischer Wellen. J. A. 
Fleming, London. 7.2.05. 

G. 22 397. Kombinierter Zeit-Verbrauchs- und 
Belast ungsmesser für elektrische Energie. 
Th. Grubor, Lüdenscheid. 15.1.06. 

H. 35 830. Verfahren zur Herstellung von 
Spulen für elektrische Zwecke. R. Hop- 
felt, Berlin. 28.17.05. 



O. 4870. Taschendynamomaschine für Hand- 
botrieb. A. S. Oliva u. SL Consigliere, 
Genua. 24. 5. 05. 

42. A. 12134. Kreiselapparat. H. Anschütz- 
Kaempfe, Kiel. 17.6. 05. 

B. 36 072. Entfernungsmesser mit zwei an 
den Enden einer kurzen Basis angeordneten 
Reflektoren und einem dem oder den Oku- 
laren vorgelagerten Prismensystem. A. 
Barr, Glasgow, u. W. Btroud, Leeds, Engl. 
31. 12. 03. 

B. 41 420. Schiebelehre. A. Bergmann, 
Velbert. 10. 11. 05. 

C. 12 503. Vorrichtung zur Bestimmung der 
Himmelsrichtungen. J. J. T. Chabot, Deger- 
loch, Württ 18. 2. 04. 



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1 20 



Patentli«le. 



C. 13 632. Reduktionszirkel für gleichzeitige 
mehrfache Reduktion. L. Cot 6, St. Hya- 
cinthe, Canada. 18. 5. 05. 

H. 35 366. Stativ zur Aufnahme und allseitigen 
Bewegung von Röntgenröhren u. dgl. mit 
einem an der Stativstange angeordneten, 
drehbaren Gelenk viereck. C. Hahn, Braun - 
schweig. 19. 5. 06. 

K. 28 414. Im Querschnitt halbkreisförmiges 
Prn paraten glas Deutsche Lehrmittel- 
Gesellschaft, Berlin. 23.11.04. 

K. SO 050. Schublehre, bei welcher ein 
Bchneckengewinde des Mikrometerrades in 
eine Vorzahnung des Maßstabos eingreift. 
F. Krämer, Amberg. 31.7.05. 

N. 7944. Vorrichtung zum Messen der in einem 
Behälter enthaltenden Flllssigkeitsmenge 
mit Hilfe einer die Flüssigkeitshöhe an- 
zeigenden!, mit ihrer Mündung verstellbaren 
Röhre. R. Neu mann, Wien. 24.7.05. 

O. 4703, Doppelfernrohr. Optische Werk- 
stAtte Casnol, Cassel. 1.12.04. 

R. 21 488. Panoramafernrohr mit drehbarem 
Eintritts- und Aufrichtereflektor. Rath. 
Opt. Ind.- Anstalt vorm. E. Busch, 
Rathenow. 9. 8. 05. 

R. 21 979. Nullzirkcl nach dem Zwoifeder- 
system. E. O. Richter & Co., Chemnitz i. Sa. 
4. 12. 05. 

Sch. 24 248. Feineinstellvorrichtung für Ein- 
satznadeln au Zirkeln. G. Schoeunor, 
Nürnberg. 21. 8. 05. 

Z. 4529. Koinzidenzentfemung8niesser mit 
einem aus zwei Teilen zusammengekitteten 
Scheideprisma, dessen Kittschicht den ge- 
meinsamen Brennpunkt der beiden Objektive 
enthalt und mit der sich anschließenden 
Scheideflllche in derselben Ebene liegt. 
C. Zeiß, Jena. 29. 4. 06. 

Z. 4614- Entfernungsmesser, bestehend aus 
zwei Fernrohren mit gemeinsamem Okular 
und gerader, zur Standlinie senkrechter 
Grenzlinie zwischen den beiden Bildern und 
aus einer Vorrichtung zur Verschiebung des 
einen Bildes iu der Richtung der Staudlluie. 
C. Zeiß, Jena. 1.8.05. 

72. St. 10 012. Als Fernrohr zu verwendendes 
Bajonett. F. W. Stil Iw eil, Scranton, 
V. St A. 17. 1. 06. 

Erteil nn gen. 

12. Nr. 172 681. Einrichtung zum Durchlichten 
von Flüssigkeiten mitQuecksilherlicht behufs 
Erzeugung eiuer chemischen Reaktion. 
Schott & Gen., Jena. 3 3. 05. 

Nr. 172 682. Quecksilberkathode für die Elek- 
trolyse von Salzlösungen. A. Sindig- 
Larsen, Christian ia. 31.7.04. 



Deutsche 



21. Nr. 172 515. Anordnung zur isolierenden 
Verbindung zweier Metallteile für elektrische 
Zwecke. M. Meiroweky, Cüln - Ehrenfeld. 
7. 2 04. 

Nr. 172 607. Elektrische Meßbrücke zur Be- 
stimmung des Übergangs Widerstandes einer 
Erdahleitung unter Benutzung zweier Hilfs- 
ableituogeu. A. Christen een, Maribo, 
l)Anem. 7. 5. 04. 

Nr. 172 686. Einrichtung an Thermoelementen 
zur Sicherung der Verbindungsstellen der 
Elektroden, W. E.Haskel, Boston, V.StA. 
28. 10. 04. 

Nr. 172 775. Verfahren, Uhren, Zeitz&hler und 
Ähnliche Apparate durch einen Elektromotor 
anzutreiben. Schiersteiner Metallwerk, 
Berlin. 1. 12. 05. 

Nr. 172 777. ElektrizitAtszAhler für Eichzwecke. 
Isaria-Zfthler* Werke, München. 28.12.05. 

Nr. 172878. Spannuugssucher. F. E. Smith, 
San Francisco. 2. 7. 05. 

Nr. 173119. Phasen an zeiger mit an gewissen 
Stellen der Skala erhöhter Empfindlichkeit. 

P. M. Lincoln, Niagara Falls, Now-York. 
2. 7. 01. 

42. Nr. 172 589. Wetteranzeiger. R. Marti, 
Solothurn, Schweiz. 2. 8. 05. 

Nr. 172 624. Panorama -Doppeifernrohr. Ra* 
theno wer Opt. Industrie- Anstalt vorm. 
E. Busch, Rathenow. 16.3.05. 

Nr. 172 626. Ölprobiermaschine. P. Wendt, 
Grünberg i. Schl. 25. 1. 05. 

Nr. 172914. Vorrichtung zur farbigen Be- 
leuchtung von Bterooskopbildern bei der 
Betrachtung derselben durch ein Stereoskop. 
H. Kloppe, Berlin. 5.2.05. 

Nr. 172 915. Metallthermometer mit einer aus 
zwei verschiedenen Metallen horgestcllten 
Spirale. F. Kaeferle, Hannover. 19.7.05. 

Nr. 173 107. Entfernungsmesser mit senk- 
rechter Basis. E. Hey her. Schloß Peru- 
scheu, G. Gossa u. M. Gossa, Breslau. 
27. 10. 03. 

Nr. 173022. Aus Blech gezogene Prisraen- 
stühle für Prismenfernrohre. W. Schöne- 
wolf, Friedenau-Berlin. 11.2.05. 

Nr. 173 109. Bilderwechselvorrichtung für Pro- 
jektionsapparate u. dgl. mit gleichzeitiger 
Einschaltung des einen und Ausschaltung 
des andern Bildhalters. C. Huysinga, 
München. 3. 4. 01. 

67. Nr. 172 811. Verfahren zum Schleifen von 
Linsen mit zwei Brennpunkten mit Hilfe 
einer zwei Schleifzonen verschiedener 
Krümmung besitzenden Schleifscheibe. B. 
Mayer, Baltimore, V. St. A. 19. 10.04. 

74. Nr. 173 152. Zeitsignalapparat. Ö. Schütt, 
Hannover. 15. 6. 04. 



Für di« Redaktion veraniw örtlich: A. Blaeehke Id Berlin W. 

Verlag von J alias Springer In Berlin N. — Druck von Emil Drejer in Berlin SW. 



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Deutsche Mechaniker-Zeitung. 

Beiblatt zur Zeitschrift für Inatrumentenkunde 

□nd 

Organ für die gesamte Giasinstrumenten- Industrie. 
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik. 

Redaktion: A. Blaschke, Berlin W30, An der Apostelkirche 6. 



Heft 13. 1. Juli. 1906. 

Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion gestattet. 



Einladung 

zum 

17. Deutschen Mechanikertag 

am 17. und 18. August 1906 

in Nürnberg. 

Nach sechsjähriger Pause kehrt der Deutsche Mechanikertag wieder irn Süden 
Deutschlands ein, und zwar ist die Wahl auf .das Schatzkästlein Deutschlands“, auf 
Nürnberg, gefallen. Dort wird gerade jetzt die 100-jährige Zugehörigkeit der Stadt 
zur Krone Bayerns durch eine glänzende Ausstellung gefeiert, die zeigt, welch' hohe 
Stufe in der Technik, den Künsten, dem Unterrichtswesen Bayern einnimmt, daß es im 
besonderen den Glanz, in dem schon vor 100 Jahren die Präzisionsmeehanik dort er- 
strahlte, zu wahren und zu mehren gewußt hat. Und so laden wir unsere Fachgenossen 
und die Freunde unserer Kunst herzlich ein, in diesem Jahre recht zahlreich in Nürn- 
berg sich einzufinden, um über eine Reihe von Fragen zu beraten, die für die Fein- 
mechanik und unsere Deutsche Gesellschaft für Mechanik und Optik von größtem In- 
teresse sind, sowie um Nürnbergs und seiner Jubiläumsausstellung Schätze zu be- 
sichtigen. Wir hoffen, daß auch in diesem Jahre unserem Rufe zahlreich Folge gegeben 
werden wird, heuer um so mehr, als sicherlich die Stadt an sich und doppelt in Ver- 
bindung mit der großartigen Ausstellung ihre Anziehungskraft ausüben wird. 

Der Vorstand hat geglaubt, die Eigenart Nürnbergs dadurch berücksichtigen 
zu sollen, daß er die Verhandlungen auf einen Vormittag zusammendrängte (vgl. die 
beifolgende Zeiteinteilung) und so 1 Tage für den Besuch der Ausstellung sowie die 
Besichtigung von Museen und Fabriken unter sachkundiger Führung frei machte. 

Der Preis für die Teilnehmerkarte (Herren oder Damen) beträgt 8,00 M: darin 
ist einbegriffen : zweitägiger Eintritt in die Ausstellung, einmaliger Eintritt in das Gewerbe- 
museum, einmaliger Eintritt Id das Germanische Museum, das trockene Gedeck für das 
Festessen, Festzeichen und Führer durch Nürnberg. 

Anmeldungen sind, spätestens bis zum 11. August, zu richten an Hrn. Kommerzien- 
rat (lg. Schoenner (Nürnberg, Gartenstr. 7). 

Der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik. 

Dr. H. KrUfi, Vorsitzender. Prof. Dr. A. WoBtphal, stell v. Vorsitzender. W. H an d k e, Schatzmeister. 
Prof. Dr. L. Ambronn. M. Bokel. M. Bieler. Dir. Prof. A. Böttcher. R. BrunuSe. 
Prof. Dr. S. Czapskl. Dir. Prof. Dr. F. Göpel. W. Haensch. 0. Heyde. Dr. D. Kaempfer. 
R. Kleemann. Prof. Dr. 9t. Lindeck. Baurat B. Pensky. W, Petzold. I,. Hchopper. 

F. Sokol. lieg. -Kat Dr. H. Btadthagen. 

Der Ortsausschuß zu Nürnberg-. 

Kommerzienrat Gg. Schoenner. 

F. Bock, Kgl. Prof. u. Vorstand der mechaniHCheu Abt. der Industrieschule. F. A. Kapeller, 
Kgl. Rektor der Industrieschule. G. Klüntler, Ingenieur, von Kramer, Kgl. Oberbaurat u. 
Dir. des Bayer. Gewerhemuseums. Dr.-Ing. J. Möl Ungar. F. Nerz, techn. Dir. der Hiemetis- 
Schuckert- Werke. Prof. Dr. F. Zickermann. 



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122 



Einladung zum 17. Deutschen Mechanikerlag. 



Deutsche 
Mec han i k er-Ztg . 



Zeiteinteilung. 

Donnerstag, den 10. August 1906, abends von 8 Uhr an: 
Begrüßung der Teilnehmer und ihrer Damen 
im Hotel „Goldener Adler“. 

Abgabe der Teilnehmerkarten, Festzeichen und Führer durch Nürnberg. 



Freitag, den 17. August 1906. 

9 Uhr vormittags: 

SiUung 

im großen Vortragssaale des Bayer. Gewerbemuseums. 
Tagesordnung: 

1. Jahresbericht, erstattet vom Vorsitzenden. 

2. Hr. Dr. F. Kalkner (von der Firma Siemens-Schuckert-Werke, Nürnberg): 

Zweck, Konstruktion und Wirkungsweise der Elektrizitätszähler und der neueren 
Tarifapparate. 

3. Hr. Prof. Dr. L. Ambronn: Stand der Arbeiten zur Herausgabe einer Geschichte der 

mechanischen Kunst. 

4. Hr. Prof. Dr. 8. Czapski: Die Abbe-Stiftung. 

5. Wiederholter Antrag des Vorstandes auf Erhöhung der Mitgliederbeiträge (vgl. § 17 

der Satzungen und Deutsche Mech.-Ztg. 1905. S. 247). 

6. Hr. A. Blaschke: Die wichtigsten Patente des letzten Jahres, 

7. Geschäftliche Angelegenheiten. 

a) Wahlen zum Vorstande gemäß § 10 der Satzungen. 

!J Voranschlag für 1906/07 | vorgelegt vom Schatzmeister. 

d) Wahl zweier Ktutsenrevisoren. 

e) Festsetzung betr. den 18. Deutschen Mechanikertag. 

8. Hauptversammlung der Fraunhofer-Stiftung. 

Während der Sitzung besichtigen die Damen unter ortskundiger Führung die 
Sehenswürdigkeiten der Stadt. Treffpunkt: Hauptportal der St. Lorenzkirche, 9 Uhr. 

l'/j Uhr mittags: 

Mittagessen im Restaurant Kultur-Verein. 

3 Uhr nachmittags: 

Besichtigung der Ausstellung. 

7 Uhr abend«: 

Zusammenkunft in der Hauptrestauration der Ausstellung 



Samstag, den 18. August. 

9 Uhr vormittags: 

Besichtigung der Siemens-Schuckert-Werke mit Damen, 
oder „ der Metallwarenfabrik vorm Gebr Bing A.-O. mit Damen, 

oder „ der Bleistift/abrik Joh. Faber A.-O. ohne Damen. 

Die Teilnehmer werden ersucht, sogleich bei der Anmeldung Mitteilung zu 
machen, für welche Besichtigung sie sich entschließen. 

2 bis 4 */, Uhr nachmittags: 

Besuch des Bayer. Gewerbemuseums, 
oder „ „ Germanischen Museums. 

5 Uhr nachmittags: 

Festessen in der Hauptrestauration der Bayer. Jubiläuma-LandeB- Ausstellung. 



Sonntag, den 19. August: 

Besichtigung der Stadt, der Museen usw. 

Wegen Unterkunft wolle man sich an den Wohnungeausschuß des Verkehrtverein» 
(Hauptbahnhof Nürnberg) wenden. 



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123 



H«ft IS. 

J. Juli ISO«. 



K. Sit gl. Neues Prinzip einer elektrischen Präzisionsuhr 



Ergänzung zu dem Aufsätze: 

Neues Prinzip einer elektrischen Präzisionsuhr'). 

Ton Dr. X- Steffl In Innsbruck. 

Das in meiner Dissertation behandelte Selenpendel hat noch eine wesentliche 
Vervollkommnung erfahren. Es hat sich gezeigt, daß etwaige Schwankungen der Licht- 
quelle, der Spannung der Batterie oder des Widerstandes der Selenzelle auf die 
Schwingungsdauer des Pendels dann den geringsten Einfluß haben, wenn die An- 
regung 1. nicht am unteren Ende des letzteren, sondern in seinem Aufhängepunkte 
erfolgt, 2. nicht in einer kleinen Verrückung des Aufhängepunktes, sondern in einer 
reinen Drehung desselben besteht. Die erste Bedin- 
gung läßt sich dadurch realisieren, daß der Elektro- 
magnet nicht direkt (wie früher) auf das Normalpendel 
wirkt, sondern auf ein zweites, das den Impuls erst 
mittels seiner Aufhängung auf das erste überträgt. 

Damit der Aufhängepunkt des Normalpendele gemäß 
der zweiten Bedingung eine reine Drehung ausführt, 
könnte man dasselbe mittels einer isochronischen 
Feder an einer Schneide befestigen in der Art, daß 
das obere, festgeklemmte Ende der Feder mit der 
Kante der Schneide in eine Linie zu liegen kommt, 
der Drehpunkt des Pendels also genau in dieser Linie 
sich befindet. Die 8chneide wäre mit dem zweiten 
Pendel verbunden ; letzteres könnte auf diese Weise 
durch eine reine Drehung des Aufhängepunktes auf 
das Normalpendel Energie übertragen. Dabei ginge 
aber das Normalpendel bei jeder Schwingung eine 
kurze Zeit auf Messeraufhängung, mit welcher sich 
bekanntlich keine solche Präzision erreichen läßt wie 
mit der reinen Federaufbängung. Außerdem ist in 
diesem Falle die Reibung bedeutend größer, so daß 
Lichtquelle, Selenzelle und Batterie viel stärker sein 
müssen als bei der alten Konstruktion. 

Diese Nachteile lassen sich auf folgende 
Weise umgehen: Das Normalpendel P hängt an 

einer isochronischen Feder F, deren oberes Ende in 
ein Metallstück M eingeklemmt ist , das an vier 
Federn ab c d hängt, von welchen sich immer je 
zwei rechtwinklig überkreuzen (Fig. 1). Das Metall- 
etück muß dabei bo weit zwischen die vier Federn 
hineinragen, daß seine untere Fläche, an welcher 
der freie Teil der isochronischen Feder beginnt, ge- 
nau mit der Halbierungslinie der genannten vier 
Federn zusammenfällt. Versetzt man jetzt das Pendel 
in Schwingung, so vollführt sein Aufhängepunkt eine 
reine Drehung um die genannte Halbierungslinie. 

Der bewegliche Teil der Federkreuzaufhängung ist 
nun mit einem zweiten Pendel P‘ verbunden, auf 
welches der Elektromagnet wirkt. Bei der rechtsseitigen Elongation von P 1 legt sich der 
an demselben befindliche Anker A‘ an den Elektromagneten E an (Fig. 2), natürlich unter 
Zwischenschaltung einer unmagnetisierbaren Schicht zur Vermeidung des remanenten 
Magnetismus. Hört der Elektromagnet zu wirken auf, so wird das Pendel durch eine 
Feder nach links gezogen, bis es sieb an einen auf dieser Seite befindlichen Anschlag A 
anlegt. Die Belichtung der Selenzellen geschieht auf folgende Weise: Das Normal- 
pendel P besitzt über seiner Linse einen Blechansatz B (Fig. 2); an der Pendel- 
stange P" befindet sich ebenfalls ein Blechansatz B‘. Erteilt man nun dem Normal- 
pendel eine Elongation nach links, so wird der in einem festen Schirm J befindliche 
(punktiert gezeichnete) Spalt zum Teil frei. Dadurch tritt Belichtung der Selenzelle 




Fig. 1 




‘) D. Mcch -Ztg 190 i. 8. 81. 



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124 



K. Sieg 1, Elektrische Präzisionsuhr — Vereins- und Personennachrichten. 



De ätsche 
Mechaniker- Ztf. 



ein, und der Elektromagnet beginnt zu wirken. P" bewegt sich deshalb nach rechts, 
und sein Anker bleibt an dem Elektromagneten ruhig liegen. Die Belichtung dauert 
Fort, und P, das sich inzwischen nach rechts bewegt, bekommt dadurch einen Impuls 
nach rechts. Sobald es seinen rechtsseitigen Umkehrpunkt zu erreichen beginnt, tritt 
Verdunklung der Selenzelle ein, und der Elektromagnet ladt P los. Dieses legt sich 
wieder an seinen linksseitigen Anschlag und erteilt dadurch P, das inzwischen nach 
links schwingt, einen Impuls nach links. Die Verdunklung dauert an, bis P in die 
Nahe seines linksseitigen Umkehrpunktes kommt. Jetzt wiederholt sich das ganze Spiel 
von neuem. 

Das Normalpendel P, das wie frDher ein Sekundenpendel ist, schwingt bei dieser 
Art der Anregung vollständig frei, und der Antrieb erfolgt nicht nur durch den Trägheits- 
strom der Selenzelle, sondern es wird zugleich der ganze Belichtungsstrom ausgenützt, 
was sich bei der früheren Konstruktion nicht hatte erreichen lassen. Außer der Selen- 
zelle, welche daB Pendel in Gang erhält, wird wie früher eine zweite Zelle belichtet, 
welche die Zeigerwerke betätigt. Die Amplituden der beiden Pendel sind sehr klein; 
nur der größeren Deutlichkeit halber sind sie übertrieben groß gezeichnet. 

Innsbruck, Mai 1906. 



Vereins- und Personennaehrichlen. 



Mitgliederverzeichnis, 

Bis zum 30. Juni d. J. Bind folgende Ver- 
änderungen im neuen Mitgliederverzeichnis 
bekannt geworden: 

A. Neue Mitglieder: 

August Dahm; Metallwarenfabrik; 
Hamburg 5, Lindenatr. 14. H.-A. 

W. Hofmann; Spezial Fabrik für Schnitte 
und Stanzenbau; Leipzig - Lindenau, 
Queckstr. 16. Lpz. 

Willy Kießner; Mechaniker und Op- 
tiker; Spez. : Kinematographen und 
Zubehör; Berlin SO 36, Glogauer 
Straße 19. Berl. 

Robert Kurtzke; Feinmechaniker der 
Militärtechnischen Akademie; Char- 
lottenburg 2, Fasanenstr. 87. Berl. 

Wilson-Maeulen Company; Mount 
Vemon, New-York. Hptv. 

B. Ausgeschieden: 

H. Dähnhardt; Einbeck. 

Eduard Kramer; Halle. 

Ernst Plank; Nürnberg. 

C. Änderungen der Adressen: 

Otto Bohne Naehf. (Inh.: Louis 

Kurth u. Otto Kohlmann). 

C. Stührmann; Hamburg 30, Bis- 
marckstr. 145. 

D. Berichtigung: 

Auf S. 1 Zeile 14 v. u. ist für W. Sar- 
torius zu setzen: R. Brunnee. 

Verein Deutscher Glaslnstrumenten- 
Fabrikanten. 

Laut Beschluß der Vorstandssitzung vom 
13. Juni findet die diesjährige Hauptver- 



sammlung am 13. August in Frauenwald 
statt. Die Mitglieder werden gebeten, An- 
träge hierzu bis zum 15. Juli beim Vorstand 
einzureichen. Das Programm wird mit der 
Einladung s. Z. übersandt und in dieser 
Zeitschrift veröffentlicht werden. 



Hr. Wilhelm Petzold, der I. Vor- 
sitzende des Zweigvereins Leipzig, feierte 
am 18. Juni sein 26-jähriges Geschäfte- 
jubiläum. 

Nach BeendigungseinerLehrzeit arbeitete 
Hr. Petzold in den Instituten von Breit- 
haupt & Sohn, G. & S. Merz und Dr. 
Stöhrer & Sohn. Am 18. Juni 1881 er- 
richtete er in Leipzig seine Werkstatt; 
1884 wurde der Physiologe Prof. Dr. C. 
Ludwig auf des jungen strebsamen und 
tüchtigen Mechanikers Unternehmen auf- 
merksam und übertrug ihm die Konstruktion 
seiner hervorragenden wissenschaftlichen 
Apparate; im Zusammenarbeiten mit 
Ludwig und seinen Schülern wurden viele 
neue physiologische Apparate gebaut. Im 
Jahre 1900 siedelte Hr. Petzold auf sein 
eigenes Grundstück (Leipzig-Kleinzschocher, 
Schönauer Weg 6) über. Heut darf Hr. 
Petzold seine Werkstatt als eine der ersten 
seines Faches bezeichnen; auf allen Aus- 
stellungen, die er beschickte, errang er 
höchste Auszeichnungen. 

Der Jubilar wurde durch Behr viele 
Beglückwünschungen und Geschenke er- 
freut. Er vereinigte am 23. Juni zahlreiche 
j Verwandte, Freunde und Kollegen mit ihren 
> Damen im Etablissement Reichsverweser 
| um sich, um die Jubelfeier festlich zu be- 



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Haft IS. 
t. Jnll l»OC. 



Kleiner« MltteUung.n. 



125 



gehen. An ein« Peittafel schloß sich ein 
gemütliches Tänzchen, das alle Beteiligten 
in heiterster Laune bis zur frühen Morgen- 
stunde zusarnmenhielt. 



Kleinere Mitteilungen. 

Apparat zur Bestimmung de« mecha- 
nischen Wärmeäquivalents. 

Von H. Rubens, 

Verh. d. Phy$. Ges. 8. 8. 77. 1906. 

Mit dem Apparate soll im physikalischen 
Übungslaboratorium das mechanische Wärme- 
äquivalent bestimmt werden. 

Die 60 cm lange, 4,5 cm weite, mit 
Maschinenöl gefüllte Messingröhre R R 




welche die Thermometer a und b in das Innere 
des Kalorimetergefftßes hineinragen. Dieses 
ist, um es gegen Wärmeabgabe an die Atmo- 
sphäre zu schützen, von der durch die Kappen T T 
verschlossenen Messinghülle PP umgehen; die 
Rbonitringe S S und die Gummiringe G G er- 
halten das Kalorimetergefftß io fester Lage in 
Beziehung auf die Schutzhülle. In das Innere 
des Kalorimeters ist ein Einblick gewährt durch 
je acht 4 X 2 cm große Fenster F F, welche 
sich sowohl in der Umhüllung wie auch in der 
Wandung des Kalorimeters befinden. 

Ein zylinderförmige», 4 kg schweres Blei- 
gewicht U füllt die untere Hälfte des Kalori- 
metergefäßes aus. Dreht man nun mittels der 
an der horizontalen Achse Q Q befindlichen 
Doppelkurbel das Kalorimetergefnß samt Schutz- 
hülle um 180°, so wird das Bleigewicht nach 
oben geführt und sinkt darauf in dem im Kalori- 
metergefäß befindlichen Öl langsam nach unten. 
Hierbei wird die bei der Hebung des Blei- 
gewichtes geleistete Arbeit durch Reibung am 
öle in Wärme übergoführt. Der Betrag der 
Wärme sowohl wie derjenige der Arbeit ist 
leicht zu ermitteln. Die Arbeit ist das Produkt 
aus dem Gewicht U multipliziert mit der 
Strecke, um welche dasselbe bei einer Drehung 
des Apparates gehoben wird. Die Wärme- 
menge ergibt sich als Produkt der durch die 
Thermometer a und b angezeigten Temperatur- 
erhöhung des Kalorimeters und der Wärme- 
kapazität desselben, welche letztere durch Be- 
stimmung von Masse und spezifischer Wärme 
j des Ols, des Bleies, des Messings und des 
I Glases leicht festzustellen ist. Der Quotient 
I aus der geleisteten Arbeit dividiert durch die 
I erhaltene Wärmemenge ist dann das gesuchte 
• Wärmeäquivalent. 

Zur Erzielung einigermaßen genauer Werte 
muß man natürlich eine größere Anzahl von 
( Drehungen am Apparate hintereinander aus- 
' führen. Um hierbei die für kalorimetrische 
Messungen erforderlichen Bedingungen in bezug 
auf die Außen- lind Innentemperatur de» 
Apparates Herstellen zu können, ißt das Therrao- 
' metor d zur Messung der äußeren Lufttemperatur 
angebracht und dos Thermometer c zur 
Temperaturmessung im Lultmantel zwischen 
dem Kalorimeter und der Schutzhülle. In 
dieeem Zwischenraum befinden Bich 36 Kork- 
würfel von zusammen 7 g Gewicht, welche bei 
jeder Drehung mitgenommen werden und durch 
ihr Herabfallen die Luft gut durchmischen, so 
daß das Thermometer e wirklich die Mittel- 
temperatur des Luftmantels angibt. 



(b. Fig.) bildet das Kalorimetergefäß, mittels , 
dessen die Wärmemenge gemessen wird, die ] 
durch Betätigung des Apparates auB mecha- 
nischer Arbeit erzeugt wird. An den Enden 
ist R R von zwei Kappen abgeschlossen, durch 



Durch 50 Drehungen, die eine Zeit von 
etwa 3 Minuten in Anspruch nehmen, steigt die 
Temperatur des Kalorimeters um etwa ein viertel 
Grad. Eine Versuchsreihe von 450 Drehungen 
dauert nicht ganz eiue halbe Stunde und ergibt 





126 



KMon« Mitteilungen. 



Deutsche 

Mechaalker-Ztf. 



bei Beachtung der erforderlichen Vorsichts- 
maßregeln Werte, die selten um 2 % vom 
Mittelwerte abweichen. Zehn vom Verf. mit- 
geteilte Versuchsreihen wichen im Mittel nur 
um 0,94 % von dem zu 424,8 kgm berechneten 
Mittelwerte des mechanischen Wärmeäquivalents 
ab. Begnügt man eich im Unterrichte mit 
Versuchsreihen von 100 bis 200 Drehungen, 
welche 10 bis 20 Minuten erfordern, so erreicht 
man noch eine Genauigkeit von 3 °/ 0 . Mk. 

Ein neuer Parallelschraubstock. 

Von Oskar Jeidel in Berlin. 

Nachdem der Parallelschraubetock sich all- 
gemeine Anerkennung erworben hat, sind die 
Fabrikanten eifrig bemüht, ihn zu vervoll- 
kommnen, und zwar in erster Linie, eine genau 
parallele Führung der Backenflachen zu sichern. 
Eine genaue Führung ist aber nicht ganz 
leicht zu erreichen, denn die geradlinige Ver- 
schiebung der beweglichen Backe führt an 
sich zu einer weniger stabilen Bauart, als die 
einfachere drehende Bewegung beim Zangen- 



echraubstock. Um dem entgegenzuwirken, 
hat man die Parallelscbraubstöcke zunächst 
sehr kräftig gebaut, wodurch sie sehr massiv 
und schwer werden. Neuerdings wird ein 
Parallelschraubstock .Globus“ von der Firma 
Oskar Jeidel (Berlin NO 18, Landsberger 
Platz 5) auf den Markt gebracht, bei dein im 
Gegensatz hierzu eine genaue Führung in be- 
merkenswert einfacher Weise erreicht worden 
ist; die Abbildung zeigt die Konstruktion, wobei, 
um die Führung sichtbar zu machen, das Schutz- 
blech abgenommen ist, das FeilBpAnc und 
sonstige Unreinheiten von dem Gewinde der 
Spindel fernhält. Die bewegliche Vorderhacke 
wird, wie gewöhnlich, von der Spindel und 
einer darunterliegeudon Führuugsstange ge- 
führt ; aber diese gehen erstens in ungewöhnlich 
langen, glatten Bohrungen des Schraubstock- 
körpers und zweitens wird ihr hinteres Ende 
noch besonders geführt, indem ein an der 
unteren Führungsstange befestigtes Querstück, 
das dem hinteren Ende der Spindel als Lager 
dient, an einer festen Führungsstange entlang 
gleitet, die vorne am Schrauhatockkörper und 
hinten au einer besonderen Stutze befestigt 
ist. Man erkennt, daß dieser Führung ver- 
schiedene wesentliche Vorteile entspringen. 



Die Bauart gestattet die Anwendung einfacher, 
glatter, runder Führungsstangen aus Stahl, 
die erheblich zuverlAssiger und doch viel 
leichter sind, als prismatische und ähnliche 
Stangen. Weil die Bauart an sich stabil ist, 
können Schraubstockkörper und -backen leichter 
ausgeführt werden als sonst, und dadurch wird 
es möglich, den ganzen Schraubstock, ohne die 
Kosten nennenswert zu erhöhen, auB härtbarem 
Stahl herzustellen. Im Spanngebiet unter den 
Backen beanspruchen die Führungsteile weniger 
Raum als bei anderen Konstruktionen, und 
daher ist dieser Schraubstock von der 8eite 
leicht zugänglich. Durch die sichere Führung 
ist es ferner ohne weiteres möglich, auf größere 
Spannweiten zu gehen. 

Mattbad fflr Messlog, Neusllber und 
andere zinkhaltige Legierungen. 

Techn. Zmtralbl. 16. S. 163. 1906 nach Bros*- World. 

Das Mattbad erzeugt einen seidenartigen, 
kristallinischen, stumpfen Glanz, so daß störende 
Lichtreflexe vermieden werden. 

Das für alle zinkhaltigen Legie- 
rungen verwendbare Mattbad be- 
steht aus einer Mischung von 4.5 / 
Salpetersäure (Scheidewasser) von 
38 Grad und 4,5 l Schwefelsäure 
(Vitriolöl), die mit schwefelsaurem 
Zink (Zinkvitriol) gesättigt ist; es 
werden etwa 170$ Zink gebraucht. 
Um vollständige Sättigung zu er- 
zielen, muß man das Bad wie folgt herstellen. In 
einen Steintopf, der zurKühlung in kaltes Wasser 
gestellt ist, gießt man die Salpetersäure von 
38 Grad und löst darin so viel metallisches 
Zink, daß die Lösung vollständig gesättigt ist, 
wobei man das Zink (auch Zinkblechabfälle) in 
kleinen Stücken zugibt. Das Zink darf nicht 
mit einem Male hiozugefügt werden, da sonst 
die Erwärmung eine zu starke wird und die 
Lösung überkocht. Auch muß man darauf 
achten, daß kein ungelöstes Zink in dem Gefäß 
zurückbleibt, da dadurch die Wirkung des 
Bades beeinträchtigt wird. Den durch die 
Hitzo verdunsteten Teil der Säure ergänzt man 
durch Hinzufügen von neuer Säure. Dann 
gießt man, unter stetem Umrühren mittels 
eines Holzlöffels, nach und nach die Schwefel- 
säure hinzu. Die Lösung wird hierdurch zu- 
nächst milchig und erhält infolge dss Aus- 
scheidens von fein verteiltem Ziukvitriol eine 
sahuenartige Konsistenz. Vor der Benutzung 
läßt man das Bad dann einige Zeit (Ober Nacht) 
stehen. 

Das Bad wird heiß angewendet, und zwar 
stellt man am besten den Steintopf in heißes 
Wasser. Die zu mattierenden Gegenstände 
werden in der gewöhnlichen Weise poliert und 




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Heft 13. 

I. Juli 190«. 



Kleinere Mitteilungen. 



127 



gereinigt und eo lange in das vorher gut um- 
gerührte Bad getaucht, bia die gewünschte 
Mattierung erreicht ist, was man sich aus- 
probieren muß. Die Einwirkung der Sauren 
ist zuerst eine intensive, nimmt aber nach 
einigen Sekunden ab. Da die Gegenstände in 
dem Bad eine dunkle Farho annehmen, müssen 
Bio, nachdem sie gut abgeapült Bind, noch 
kurze Zeit in ein gewöhnliches Glanzbad ge- 
bracht werden, durch welches die dunkle 
Schicht entfernt wird. 

Nimmt mau anstatt der gleichen Mengen 
von beiden Sauren mehr Salpetersäure, so wird 
die Oberfläche rauher, durch mehr Schwefel- 
säure wird sie feiner. Der Gehalt des Bades 
a.i Zink braucht nicht ergänzt zu werden, da 
bereits bei dem Atzen von den Gegenständen 
genügend Zink in die Lösung übergeht. Mit 
der Zeit wird aber so viel Kupfer gelöst, daß 
durch den Kupfergehalt das Bad unwirksam 
wird; es muß dann fortgegossen werden. 

Versagt ein neues Bad zunächst seine 
Wirkung, so gibt man etwas Wasser zu, aber 
nicht zu viel; wenn möglich soll man Wasser 
überhaupt ganz vermeiden. 

Wie bei anderen Beizen ist auch hier viel 
8orgfalt und Erfahrung notwendig. Am ge- 
eignetsten für das Mattieren sind stark zink- 
haltige Messingsorten. Klßnx. 

Ausstellung auf der 
78. Versammlung Deutscher Natur- 
forscher und Arzte. 

Stuttgart, 16. hie 22. September 1906. 

Mit der Naturforscherversammlung wird auch 
in diesem Jahre wieder eine Ausstellung ver- 
bunden sein. Sie soll naturwissenschaftliche 
und] medizinisch-chirurgische Gegenstände so- 
wie chemisch - pharmazeutische Präparate und 
naturwissenschaftliche Lehrmittel, und zwar 
in erster Linie Neuheiten der letzten Jahre auf 
diesen Gebieten, umfassen. Die Ausstellung 
findet im Landesgewerbemuseum statt und wird 
an Werktagen von 9 bis 5, am 8onntag (16. Sep- 
tember) von 11 bis 4 Uhr geöffnet Bein. Es 
wird eine Platzmiete von 6 M für das Quadrat- 
meter (einerlei ob Boden-, Wand- oder Tisch- 
fläche) erhoben. Tische werden vom Landes- 
geworbemuseum gestellt werden, ebenso, soweit 
angängig. Schränke, wofern die Aussteller, die 
ihre Erzeugnisse unter Verschluß auszustellen 
wünschen, nicht ihre eigenen Schränke, Glas- 
kästen u. s. w. benutzen. Der Ausstellungs- 
raum ist zum Teil mit Zuleitung von elek- 
trischer Kraft (Gleichstrom, Wechselstrom) ver- 
sehen. Die Herstellung des Auestellungskata- 
loges erfolgt durch die Firma Rudolf Mosse 
(Stuttgart) in einer Auflage von 3000; dieser 
Katalog wird sämtlichen Teilnehmern an der 



Versammlung kostenfrei übergeben. Die Firma 
Rudolf Mosse hat die Verpflichtung über- 
nommen. in dem Katalog die Aussteller mit 
Namen, Wohnort und Wohnung, sowie das Ver- 
zeichnis der ausgestellten Gegenstände ohne 
besondere Berechnung abzudrucken. Alle 
weiteren Angaben, wie Geschichte der aus- 
stellenden Firmen, Empfehlungen, Preisangaben 
und sonstige Bemerkungen, die seitens der 
Aussteller gewünscht werden, werden zu 
verhältnismäßig billigen Sätzen aufgenorauien. 
Schlußtermin für die Anmeldung ist der 15. Juli. 

Wogen der genaueren Bestimmungen und 
etwuiger Anmeldungen zur Ausstellung wolle 
man sich an den Vorsitzenden des Ausstellunga- 
aussebusses, Hm. Oberstudienrat Professor Dr. 
Lamport (Stuttgart, Archivstr. 3) wenden. 

Rechteverfolgung ltn Auslande. 

Für die im folgenden genannten Länder 
wurden dem Handelsvertragsverein von 
vertrauenswürdigen Seiten Namen zuverlässiger 
Rechtsanwälte mitgeteilt. 

Ägypten, Argentinien, Belgien, Bosnien und 
Herzegowina, Brasilien, Bulgarien, China, Däne- 
mark, Finland, Frankreich, Griechenland, Groß- 
britannien, Italien, Japan, Kanada, Kapkolonio, 
Marokko, Mexiko, NeueUdwales, Niederlande, 
Nikaragua, Norwegen, Österreich, Ostasien, Para- 
guay, Portugal, Rumänien, Rußland, Schweden, 
Schweiz, Serbien, Türkei, Ungarn, Uruguay, 
Venezuela, Vereinigte Staaten. 

Unsere Mitglieder wollen eich im Bedarfs- 
fälle an den Handelsvertragsverein (Berlin W 9, 
Küthener Str. 28 29) wenden unter Bezugnahme 
darauf, daß die D. G. f. M. u. O. dem Vereine 
als Mitglied angehört; dieser übernimmt bei 
Nennung der betreffenden Adressen natürlich 
keinerlei Verpflichtung. 

Unter der Firma Einkaufsvereinigung 
für elektrische Bedarfsartikel, E.G.m.b.H. 
wurde ein neues Unternehmen mit dem Sitz in 
Frankfurt a. M gegründet, welches im Zu- 
sammenschluß mit dem bestehenden Verband 
derelektrotechnischen Installation.sfirinen in 
Deutschland die Interessen der deutschen 
elektrotechnischen lustallationsbranche ver- 
treten soll. Gegenstand des Unternehmens ist 
die wirtschaftliche Förderung seiner Mitglieder 
durch Einkauf von elektrotechnischen Bedarfs- 
artikeln im großen und durch Abgabe der- 
selben an Mitglieder im einzelnen. Zu Vor- 
standsmitgliedern wurden bestellt die Herren: 
Aug. Berghausen, Cflln a. Rh., Gg. Mon- 
tan ns in Fa. Schäfer & Montan us, Frank- 
furt a. M., und Max Wild in Fa. Max Wild 
& Co., Stuttgart. 



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128 



GlMtecbnlschM. 



Deutsch« 

tUch&olker-Ztff. 



Glastechniaches. 

Einige Bemerkungen Uber Kataloge. 

Beim Blättern in Katalogen von Glas- 
instrumentenfabriken, die meist vorzüglich 
ausgeatattet und mit vielen Illustrationen 
versehen waren, sind mir Mangel aufge- 
fallen, von denen ich einige öfter ver- 
kommende hier kurz erwähnen möchte. 

Geräte zur Bestimmung des spezifischen 
Gewichte von Flüssigkeiten werden vielfach 
als Pirno- oder auch Piknometer bezeichnet, 
während dieses aus dem griechischen stam- 
mende Wort I'j/inometer (wörtlich Dichte- 
messer) zu schreiben ist. 

Zwei bekannte Aräometer sind öfter 
nach B raume bezw. nach Twaddei ge- 
nannt, ihre Urheber schrieben sich jedoch 
Baume und Twaddlr. Der ebenso be- 
kannte Schwimmkörper zur Bestimmung 
der Dichte von Flüssigkeiten stammt nicht 
von Heinmann, sondern von Reimann, die 
Mostwage nicht von Oechsele, sondern von 
Oechsle, das Laktobutyrometer nicht von 
Stocies, sondern von Stoies; der Gas- 
brenner nicht von FletseAer, sondern von 
FleteAer. Mostwagen soll man übrigens 
nicht Gleuro-.sondernGleuAomelerschreiben, 
(ebenso, nicht Micro-, sondern Miiroskop), 
und die Ölwagen sind keine ElaSo-, sondern 
Elaiometer. 

Salleron hat seinen nach ihm bezeich- 
nten Apparat Alambic (nicht Alembic) ge- 
nannt. weil er Franzose war; wir Deutsche 
werden aber verständlicher und ebenso 
richtig von einem Salleronschen „De- 
stillierapparat“ sprechen. Ebenso sollte man 
den von Coquillon angegebenen Apparat 
zur Bestimmung der Grubengase als solchen, 
nicht aber mit dem sprachwidrigen, etwa 
wie „Wärmemeter“ gebildeten, Worte 
Grisoumeter bezeichnen '). 

Unter den Temperaturmessern finden 
sich alle möglichen Arten von Maxima- und 
Minima - Thermometern, auch solche mit 
Teilung auf der Minimaskale oder sogar ganz 
unverständliche „Thermometer maxima“. 
Es muß aber, und zwar sowohl in der 
Einzahl, wie in der Mehrzahl, Maximum- 
und Minimum-Thermometer heifien; doch ist 
auch Maximal- und Minimal-Thermometer 
zulässig. Die zur Bestimmung der 
Feuchtigkeit dienenden Thermometer sind 

<) Auch die aus dem englischen Übernommene 
Wortbildung „holosteric“ im Sinne von „ganz 
fest“ halte ich für inkorrekt, da im griechischen 
eterikoe nicht vorkommt. Die mit dem Worte 
bezeichnete Art von Bsrometern müßte holo- 
etereoid oder auch holosteriacb genannt werden. 



nicht Psychro-, sondern Psychrometer-Ther- 
mometer (ähnlich auch nicht Kalori-, sondern 
nur Kalorimeter-Thermometer). 

Ferner gibt es Volumeter, Volumometer 
und Volumenoineter, dagegen merkwürdiger- 
weise kein Voiummometer. Letzteres ist 
aber die einzig richtige Bezeichnung der 
in Frage kommenden Instrumente, da be- 
kanntlich für die Bildung der aus dem 
lateinischen abgeleiteten Wörter die Stamm-, 
nicht die Nominativform maßgebend ist. 
Allerdings fallen die Mißbildungen in erster 
Linie denjenigen zur Last, welche die be- 
treffenden Apparate angegeben und so be- 
nannt haben. 

Daß das Wort Meter, sowie alle mit 
Meter zusammengesetzten Bezeichnungen 
von Instrumenten, wie Thermo-, Baro-, 
Vapori- und andere -meter, nicht männ- 
lichen, sondern sächlichen Geschlechts sind, 
es mithin das Thermo-, das Barometer 
heißt, ist bekannt. 

Als Bezeichnung für Kubikzentimeter 
wird in der Regel immer noch cc oder c. e. 
gebraucht, obwohl die in Deutschland 
amtlich vorgeschriebene Abkürzung ccm ist 1 ) 
und außer dieser höchstens noch das sonst 
in wissenschaftlichen Werken gebräuchliche 
cm* in Frage kommen könnte. Da wir 
gerade bei metrischen Maßen sind, so sei 
noch darauf hingewiesen, daß es nur 
Gramm gibt und daß man deshalb auf 
Geräte nicht Gramme oder gar Grammen 
schreiben darf. 

Vielfach werden „geeichte“ Geräte auf- 
geftthrt. Leider wird dieses Wort in ganz 
verschiedenem Sinne gebraucht, indem man 
sowohl die nachprüfende Tätigkeit speziell 
einer AacAuziys- Behörde, wie diejenige 
einer beliebigen kontrollierenden Instanz, 
ferner die Ermittelung des Raumgehalts 
und endlich auch die Justierung eines 
Geräts als „eichen“ zu bezeichnen pflegt. 
Es wäre sehr zu wünschen, daß in dieser 
Beziehung strenger verfahren würde. Man 
sollte als „geeichte“ Geräte lediglich die 
von einer Kichungs-lieMrde gestempelten 
bezeichnen, die von andern Behörden kon- 
trolierten und mit einem Zeichen ver- 
sehenen vielleicht „amtlich geprüft“ und 
die Tätigkeit bei der Abgrenzung des 
Raumes „Justieren“ nennen. Ebenso müßte 
man zwischen „Eich“- und „Prüfungs- 
Scheinen“ unterscheiden. Wenn manche 
Firmen für einzelne Instrumente Prüfungs- 
scheine selbst ausstellen, so ist hiergegen 

') Vgl. diese Zeitsckr. 1892. 8. 41 u. Lan- 
dolt - Börnstein Phya.-chem. Tab. 3. Aufl. S. 802 , 
1 2. Aufl. S. B3S. 



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Heft IS. 

1. Jnll HK* 



Gla*t*chnisch**. 



129 



selbstverständlich nichts einzuwenden; doch 
sollte streng darauf gehalten werden, daß 
diese Scheine in ihrer Ausstattung und 
Einrichtung nicht, den Anschein amtlicher 
erwecken können. Sr. 

Eine neue Form von Pyknometern. 

Von R. V. Stanford. 

PhiL Mag. (5). HK 8. 269. 1905. 

Eino für genaue Einstellung sehr bequeme 
Form von Pyknometern gibt nachstehende 
Figur wieder. Dieses Pyknometer laßt sich leicht 
vor dem Gasgebläse für alle Größen mit einem 
Inhalte von 1 cm an aufwärts herstelleu. 

Man füllt dasselbe mit der Flüssigkeit, deren 
Dichte bestimmt werden soll, indem man an B 
ein Itohr oder einen Schlauch befestigt, das 
Ende hiervon in das Gefäß mit der Flüssigkeit 




eintaucht und darauf von A aus ansaugt. Nach 
Einsetzen des Pyknometers in den Thermostaten 
befestigt man auf B den Aufsatz CD. Dieser 
besteht aus dem Glaarohr D von 5 mm äußerem 
Durchmesser, in welches das engere Glasrohr C 
mittels eines Gummiringes luftdicht eingesntzt 
ist. 

Sobald das Pyknometer mit seinem Inhalt 
die Temperatur des Thermostaten angenommen 
hat, schließt man mit dem Finger die Öffnung JE 
an dem engen Glasrohr C und drückt dieses 
so weit in D hinein, bi» sich der Meniskus der 
Flüssigkoit im Pyknometer auf die Marke a 
einstellt. 

Vor den sonst, üblichen Formen hat dieses 
neue Pyknometer nicht nur den Vorzug einer 
bequemeren Einstellung, sondern ist ihnen auch 
dadurch überlegen, daß der aus dem Tempo- 
raturbad hervorragende Teil bei ihm auf ein 
möglichst geringes Maß reduziert wird. Mk. 

Apparat zur Darstellung 
des Knallgases. 

Von N. Teclu. 

Joum. f. prakt. Chem. 69. 8. 362 nach Chem. 

Zentralbl. 8. II. S. 9. 1904. 

Eine graduierte Flasche ist anstatt des 
Halses mit Hahn versehen und hat seitlich 
zwei Hähne, den einen zum Eiulosseu der Gase, 



den anderen zur Verbindung der Druckflasche 
mittels langen Gummischlauchs. J. 



Gebrauchsmuster. 

Klasse: 

12. Nr. 278 359. Vakuumdestillationsgerät mit 
Quecksilberdichtungen. Fr. Bleck mann, 
Berlin. 17. 4. 06. 

42. Nr. 276 902. Zur Bestimmung dos Arsens 
in Eisen und anderen Erzen dienende Vor- 
richtung, bestehend aus einem Destillier- 
kolben mit augeblasenem, durch einen ge- 
schliffenen Stopfen zu verschließendem 
Trichter, sowie mit einem am freistehenden, 
stopfenartigen Ende geschliffenen Rohr zur 
luftdichten Verbindung mit einem Kühler. 
Ströhlein & Co., Düsseldorf. 3.4.06. 

Nr. 276 903. Bkale für ärztliche Thermometer 
und ähnliche Instrumente, mit dunklem 
Band und mehrfarbigen, verschieden langen 
Teilstrichen. F. R. Kirchner, Ilvers- 
gehofen. 4. 4. 06. 

Nr. 276 951. Thermometerskala aus Celluloid, 
bei welcher die Skala und Bilder zwecks 
Aufnahme von Farbe herausgepreßt sind. 
Derselbe. 3. 3. 06. 

Nr. 277 009. Niveauskala für Orsatapparate. 
P. Hugershoff, Leipzig. 9.4.06. 

Nr. 277 010. OassbsorptioiiBgefäß für Orsat- 
apparate mit Sicherheitszwischenruum 
zwischen dem eigentlichen Absorptione- und 
dem Niveaugefäß. Derselbe. 9.4.06. 

Nr. 277 120. Gasanalysenapparat zur schnellen 
Untersuchung komplizierter Gasgemische, 
mit einer Explosionsbürette, mit zwei Ab- 
sorptionsgefäßen und Manometer C. Ger- 
hardt, Bonn. 22.3.06. 

Nr. 277 834. Titriorbürette mit Absorptions- 
aufsatz. G. Müller, Ilmenau. 20.4.06. 

Nr. 278 131. Aräometer mit in den Stengel 
cingeschmolzcner Glasröhrenskala zum 
Spindeln sehr heißer Flüssigkeiten. Der- 
selbe. 20.4.06. 

Nr. 278 251. Thermometer mit doppelter Hkula. 
H. Beckmann, Hagen i. W. 19.4.06. 

Nr. 279 046. Therraometorhülse mit Desinfek- 
tionsbehälter. Meyerhof & Cie., Cassel. 
23. 4. 06. 

Nr. 279 140. Kältethermometer mit Pentan- 
bandais l'bertragungsmittel G. A.Schul tze , 
Charlottenburg. 14. 4. 06. 

Nr. 279 162. Flüssigkeitsthormometer mit Ein- 
richtung zur graphischen Darstellung der 
Temperaturunterschiede. J. Sczuka, Ra- 
tibor-Proschowitz. 9. 5. 06. 



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1 30 



BQcbvrsc&au. 



Bücherschau. 

II. Löschner, Über Sonnenuhren. Beiträge zu 
ihrer Geschichte und Konstruktion nebst Auf- 
stellung einer Fehlertheorie. gr.-8°. 155 8. 
mit&9 Abh. Graz, Leuachner & Lubensky 
1906. 5 M., 2. Aufl. (s. u.) ebenda 1906. 

A. Souclion, La construction des cadrans so- 
laires, ses principe«, sa pratique, pröcödäe 
d’une histoire de la gnomonique. 8°. VIII, 
52 S. m. 2 Taf. Paris, Gauthier-VillarB 
1905. ‘2,50 M 

.Zwei Schriften Aber Sonnenuhren in unserer 
Zeit der immer allgemeinem Zugänglichkeit 
feinerer Taschenuhren, der immer genauer 
werdenden Zeitverteilung von Zeitzentralen aus 
an öffentliche Uhren, der immer größer wer- 
denden Ansprache an .genau“ richtige Zeit in- 
folge des Schnellverkehrs?“, so fragt mancher 
Leser. Nun, wir in Europa oder in Mittel-, 
West- und Nordeuropa sind freilich über die 
Hauptzcit der Gnomonik hinaus; unter den 
Gründen dafür spielt für einen großen Teil 
unseres Kontinents auch der eine bedeutsame 
Rolle, daß im ganzen die Sonnenuhr nur mit 
großen Unterbrechungen .geht“. Aber auch 
bei uns gibt sie, selbst wenn sie nur ge- 
legentlich benutzbar und richtig konstruiert 
ist, bei jeder Ablesung die „absolute“ Orts- 
zeit im Gegensatz zu den „relativen“ An- 
gaben auch feiner Rädnruhren; und für an- 
dere Länder tritt sie überhaupt mehr in ihr Recht. 
Erst vorkurzem ist in der Zeitschr.f. Instrkde. 23. 
S. 207. 1903 von Maurer berichtet worden, 
wie er 20 meteorologische Stationen in Afrika, 
wo mit Werkuhren meist wenig geholfen ist, 
mit bequem transportabel und leicht aufstell- 
baren Sonnenuhren, von Meißner ausgeführt, 
ausrüsten ließ; vgl. auch das lief von Maurer 
Uber Cozzas Sonnenuhr für mittlere Zeit 
(ebenda 23. S. 375. 1903 ) u. s. f. Und in 
anderer Beziehung; warum sollen auch wir den 
oft «ehr schönen Schmuck au üebttuden auf- 
geben, mit dessen Hilfe unsere Vorfahren die 
Zeit maßen? Wie es ferner auch heute noch 
mit Genauigkeit der Zeitangaben durch Rüder- 
uhren oft genug trotz aller Kontrolle beschoffen 
ist, davon weiß jeder nach eigenen Erfahrungen, 
selbst in Städten, zu erzählen und davon spricht 
auch z. B. die Tabelle bei Löschner S. 38 
mit den Zeiten nach den ßahnuhren der beiden 
Bahnhofshallen von Graz. 

Man kann es nur begrüßen, daß in den beiden 
Ländern, in denen die wohl eingehendsten 
Werke Uber Gnomonik erschienen sind (Sonn- 
dorfer, Wien 1864; Mollet, 7. Aufl., Paris 1884), 
neue Schriften Uber Sonnenuhren erscheinen, 
die ich iu dieser Zeitschr. auch besonders des- 
halb kurz anzeige, weil sie beide eine histo- 



D*at*ch* 
lU chanlk w-Zig. 

rische Einleitung enthalten, die auch für die 
allgemeine Instrumentenkunde von Interease ist. 

Lösch nere hübsche Schrift ist umfassender 
angelegt; der I. historische Abschnitt ist recht 
anziehend und gut illustriert; der II. Teil ent- 
halt eine eingehende Untersuchung der Fehler 
von Sonnenuhren, der III. einiges über Her- 
stellung des Zifferblatts bei deklinierenden 
Morgen- und Abenduhren, der IV. alles Über 
Herstellung einer Vertikaluhr in Graz, wozu 
der letzte Abschnitt noch Notizen Uber geo- 
dätische und direkte Meridianbestimmung ge- 
ringerer Genauigkeit bringt. — Seit Absendung 
des vorliegenden Referats ist die 8chrift von 
Löschner in 2, z. T. umgearbeiteter und be- 
trächtlich erweiterter Auflage erschienen, Graz 
1906. 

Souchons Heft gibt eine kürzere und weit 
populärer gehaltene Notiz, die aber besonders 
historisch von Interesse ist (z. B. Sonnenuhr 
im Hospiz von Tonnerre, Yonne, vom Bene- 
diktiner F e r o u i 11 a 1 1786 eingerichtet). Warum 
erwähnt der Verf. (wie übrigens auch Löschner) 
nicht auch die kleinen eigenartigen Taschen- 
sonnenuhren, die im Süden Frankreichs, be- 
sonders in den Landet , immer noch als r montre 
des bergers * auf dem Land im Gebrauch sind? 

Hammer. 

L. David, Ratgeber für Anfänger im Photo- 
graphieren und für Fortgeschrittene. SS. bis 
36. verb. Aufl. (97. bis 106. Tausend). 
kl.-8°. VIII, 260 8. mit 90 Fig. u. 20 Taf. 
Halle a. 8., Wilhelm Knapp 1906. Geb. 
1,50 M 

Im vorigen Jahrgang dieser Zeitschrift 
wurde die 23. Auflage des Werkchens von 
David besprochen, welche das 69. Tausend 
mit umfaßte; nunmehr ist dasselbe in mehr 
als 100 000 Exemplaren verbreitet, ein Beweis 
für die große Beliebtheit, welche dieser Rat- 
geber sich in allen Amateurkreisen erworben hat. 

Die neue Auflage ist um ein Kapitel über 
die Photographie in natürlichen Farben be- 
reichert, worin da« gegenwärtig übliche Ver- 
fahren der Dreifarbenphotographie geschildert 
wird, welches darin besteht, daß man auf die- 
selbe Platte nacheinander drei Aufnahmen des 
Gegenstandes macht und dabei zwischen Ob- 
jektiv und Platte je ein blaues, ein grünes und 
ein orangefarbenes Lichtfilter einschaltet. Auch 
dieser Abschnitt zeichnet sich wie alle übrigen 
Teile des Buches durch Knappheit in der Form 
wie durch Klarheit im Ausdruck aus, so daß 
dies Buch sich zu seinen bisherigen vielen 
Freunden noch weitere in großer Zahl voraus- 
sichtlich erwerben wird. Mk. 



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H«n i*. 

I. Juli IW«. 



PaUntschau. 



131 



Patentschau. 



Verfahren zur Vergrößerung des wirksamen Drehmomentes bei Elcktrizitätszählern 
nach Ferrariaschem Prinzip mit einem zweischenkligen Elektromagneten mit Nebenschluß- 
Wickelungen und zwei Polansätzen auf jedem Schenkel, an deren Enden durch den Neben- 
schlußetrom gleichnamige Pole und durch die auf den Polansätzen gelegte Haupt- und Sekundär- 
wickeluug je zwei ungleichnamige Pole und so zwei Momente auf die Scheibe erzeugt werden, 
dadurch gekennzeichnet, daß durch Annäherung der vier wirksamen Polausfttze bezw. Ver- 
einigung derselben zu einer einzigen Gruppe durch Wechselwirkung je eines Polansatzes des 
einen Schenkels mit je einem Polansatz des anderen Schenkels noch ein weiteres zusAtzlichee 
Moment auf die Scheibe ohne irgend welchen Mehraufwand an Strom oder Material erzeugt 
wird. Danubia, A.-G. für Gaswerk-Beleuchtungs- und Meßapparate, in Straßburg i.[E. 
7. 5. 1903. Nr. 158144. Kl. 21. 

Flüssigkeitskompaß mit mehreren, durch einen Mantel im Innern des Gehäuses 
gebildeten Räumen, von denen der Außere teilweise mit Luft gefüllt ist, dadurch gekennzeichnet, 
daß in diesem Raum ein Druckventil und ein Säugventil angeordnet ist, zum Zwecke, hei 
Temperaturunterschieden einen Ausgleich mit der Außenluft herbeizuführen. C. Bamberg in 
Friedenau. 5.8.1908. Nr. 158 060. Kl. 42. 

Spannungsmesser für Gase nach Patent Nr. 99 193, dadurch gekennzeichnet, daß die 
beiden FlüseigkeitsbehAlter oben durch ein Kohr verbunden werden, das von dem einen ge- 
schlossenen Behälter abzweigend in den anderen gegen die Atmosphrtre offenen Beh Alter mit 
einer Verlängerung so tief eingeführt ist, daß es bis zum Eintritt einer bestimmten maximalen 
Gas8pannui]g durch die Meßflüssigkeit ahgesperrt bleibt, sodann entweder bei Unterdruck- 
messung Außenluft eintroten oder bei Überdruckmessung gespanntes Ga« austreten läßt. 
M. Arndt in Aachen. 17. 12. 1903. Nr. 167 986; Zus. z. Pat. Nr. 99193. Kl. 42. 

Vorrichtung zum Schleifen von Profilen und Fazetten aus Stein, Metall, Glas u. dgl., 
dadurch gekennzeichnet, daß an die auf das Werkstück einwirkende, am Umfang entsprechend 
profilierte, umlaufende Scheibe aus Weichmetall oder einer weichen Metallegierung eine gegen 
den Scheibenumfang stetig oder zeitweise angedrückte, das zu schleifende Profil aufweisende 
Mutter walze aus harter Masse angepreßt ist, zu dem Zwecke, die durch die Schleifarbeit ent- 
stehenden Veränderungen des Profils der Schleifscheibe zu beseitigen. R. Klinger in Gumpolds- 
kirchen, Ni«der-Ö«terr. 6. &. 1904. Nr. 168 324. Kl. 67. 

Prismendoppelfernrohr mit in einem vom Fernrohrgehäuse getrennten Prismenstohl 
sitzenden Porropriemen und mit Objektiven von grofser relativer Ölinung, dadurch gekenn- 
zeichnet, daß die zweckinAßigerweise die Okulare tragenden Prismenstühle in die nach dem 
Okularende zu offenen kapselartigen Erweiterungen des FernrohrgehAuses vom Okularende her 
eingesetzt sind, zum Zwecke der Erzielung großer Stabilität bei bequemen Bearbeitungs- 
bedingungen für die Prismenauf lagerfi Achen. C. P. Goerz in Friedenau. 14. 10. 1902. 

Nr. 168 381. KL 42. 

Rechenschieber, dadurch gekennzeichnet, daß die Schieberzunge an beiden Enden 
Uber das Schieberlineal greifende Zeigorarme trägt, mittels welcher die Schieberzunge gegen 
die Teilung des Schieberlineals, die in bekannter Weise in mehrere parallel übereinander liegende 
Abschnitte zerlegt ist, «ingestellt werden kann, wobei die Wahl des jeweils für das Resultat 
zu wählenden Abschnittes mit Hilfe von Kennziffern bewirkt wird, die auf den Zeigerarmen 
und einem Reiter neben den einzelnen Abschnitten der Teilungen aufgetragen sind. F. J. 
Anderson ln Waterford, Irl. 23.5. 1903. Nr. 158452. Kl. 42. 

Vorrichtung zur Erzielung einer erhöhten Einstellungsdauer für in ihrer Dreh- 
bewegung gedämpfte Achsen, insbesondere Zeigerachsen von Mefsgeräten, bei Anlagen von 
stark schwankendem Betrieb, gekennzeichnet durch die Einschaltung einer Übersetzung zwischen 
Drehachse und Dämpfungsvorrichtung, durch welche die Zeitdauer der Einstellung den Betriebs 
Schwankungen gegenüber relativ groß gemacht wird. Hartmann & Braun in Frankfurt a. M. 
26.4.1904. Nr. 158 817. Kl. 21. 

Prismenstuhl, dadurch gekennzeichnet, daß die Priamenträger (Prismenbrillen) gegen- 
einander in Richtung der optischen Achsen der Prismen verschoben werden, während die 



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132 



Eatentechau. — Patentllete 



Deotaeke 

Mechanlker-Ztg. 



Prismen in ihrer endgültigen Lage durch drei Preßfedern und drei diesen gegenüberstehende 
Anschläge festgehalten werden, wobei rum Zwecke der Einführbarkeit der Priemen einer der 
Anschläge oder eine der Preßfedern lösbar sein muß. L. Bünger in Schmargendorf. 16.6. 1903. 
Nr. 168 668. Kl. 42. 



Patcntliata. 

Bis zum 11. Juni 1906. 

Klasse: Anmeldungen, 

21. B. 42 372. Einrichtung an Wechselstrom* 
zfihlem nach Perrarisschem Prinzip. 0. T. 
Blathy, Budapest. 28.2.06. 

M. 27 496. Röntgenröhre mit Kühlung der 
Antikathode: Zua. z. Pat. Nr. 113 430. C. H. 
F. Müller, Hamburg. 16. 5. 05. 

Sch. 21 04G. Verfahren und Vorrichtung zur 
Erzeugung hoher Temperaturen durch ge- 
meinsame Anwendung chemischer und elek- 
trischer Energie. R. Schnabel, Dresden- 
Striesen. 20. 10. 03. 

Sch. 24 832. Quecksilberlampe für Kipp- 
zündung. Schott & Gen., Jona. 27.12.05. 

T. 10 478. Elektrischer Dampfapparat nach 
Art der Cooper - Howittschen Quecksilber- 
lampe für Wechselstrom. P. H. Thomas, 
Montclair, V. St A. 14. 6. 05. 

W. 25 384. Vorrichtung zum AuffindtMi schad- 
hafter Isolationsstellcn an LeitungsdrAhten. 
S. W. Ward well, Providenco, V. Bt. A. 
14. 3. 06. 

32. B. 40 900. Verfahren, metallene Zubehör- 
teile an QuarzglasgegenstAnden zu be- 
festigen. J. F. Bottomley, Wallsend-on- 
Tyne, und A. Paget, North - Cray , Engl. 
12. 9. 05. 

B. 41 888. Mundstückwechselvorrichtung an 
GlaeblAeerp fei feil. M.ßeck, Dresden-Löbtau. 
10. 11. 05. 

D. 16 797. Glashlasemascbine. Dresdener 
Chem. Laboratorium Lingner, Dresden. 

з. 3. 06. 

K. 29 554. Glaeblasemascbine. E. Kögler 

и. G. Hegenbart, Außig a, E. 11.5.06. 

T. 10 514. Maschine zur selhsttAtigen Her- 
stellung von Glashohlkörpern. Toledo 
Glase Cy., Toledo, V. St. A. 30. 6. 05. 

42. E. 9998. Tiefenmeßvorrichtung mit einer 
an einer Stange befestigten, am Meeres- 
gründe laufenden Rolle o. dgl. S. Barle, 
Washington. 27. 4. 04. 

F. 21 046. Vorrichtung zum fortlaufenden 
Aufzeichnen von Kurven, die nur allmählich 
ihre Richtung Andern, insbesondere von 
Kompaßbewegungen. W. Ch. Forbee, Mel- 
bourne, Victoria, Austr. 2. 3. 05. 

H. 37 249. Verfahren und Vorrichtung zur 
Messung von Lichtstarken mit Hilfe einer 



Selenzelle. K. Hoecken, Neunkirchen, 
Bez. Trier. 22. 3. 06. 

67. G. 22 276. Auflager für zu schleifende 
Glasscheiben. F. A. G r o s s e , Bischofswerda 
i. S. 18. 12. 05. 

P. 17 328. Vorrichtung zum gleichzeitigen 
beiderseitigen 8chleifen oder Polieren von 
Glasplatten zwischen in entgegengesetzter 
Richtung sich drehenden Schleif- oder Polier- 
scheiben. P ree sed Priem Plate Glas 8 Cy., 
Morgantown, West- Virginia, V. St. A. 8. 6. 06. 

Erteilungen. 

21. Nr. 178 788. Röntgenröhre für starke Be- 
anspruchung. H. Bauer, Berlin. 23. 2- 05 

32. Nr. 178 205. Verfahren und Herstellung 
beiderseitig offener Glashohlkörper; Zus. z. 
Pat. Nr. 164 442. P. Th. Sievert, Dresden. 
11.3. 05. 

42. Nr. 172 625. Vorrichtung zum dauernden 
Analysieren von Gasen mittels fester Ab- 
sorptionskörper, bei welcher zwischen zwei 
Gasmessern ein AbsorptionsgefAß einge- 
schaltet ist. A. Bayer, Brünn. 3.8.04. 

Nr. 173 083. Apparat zum Anzeigen der Vor- 
zeichen der trigonometrischen Funktionen. 
H. Dimmler, Ilmenau, Thür. 29.8.05. 

Nr. 173 263. Vorrichtung zur Fixierung und 
Einbettung von Objekten zwecks Herstellung 
mikroskopischer PrAparate. G. Arndt, Er- 
langen. 23. 7. 05. 

Nr. 173 440. Gelenkdoppelfernrohr mit recht- 
winklig zur Durcbsichtsrichtung liegenden 
Rohren. C. Zeiß, Jena. 26.5.05. 

Nr. 173 551. Panoramafernrohr für Untersee- 
bote mit mehreren den Horizont sektoren- 
weise aufnehmenden Objektiven. F. Rohm, 
Lichtenfela, Bay. 6.11.04. 

Nr. 173 656. Verfahren zur Übertragung der 
Resonanzstellc bei einer Reihe von Resonanz- 
körpern auf ein Registrier- oder Anzeige- 
instrument. Hartmnnn & Braun, Frank- 
furt a. M. -Hockenheim. 24. 10. 05. 

67. Nr. 172 544. Facettenschleifmaschine für 
Glastafeln, bei welcher der GlastrAger als 
Wagen ausgebildet ist und das Glas durch 
eine Druckrolle gegen den Schleifstein ge- 
drückt wird. N. Wied er er & Co.. Fürth i.B. 
6. 7. 05. 

74. Nr. 172 925. Vorrichtung zum Anzeigen 
von plötzlichen Temperaturunterschieden 
und von Höchsttemperaturen. G. Schodde, 
Berlin. 2 12. 04. 



Für die Redaktion verantwortlich: A. Blaschke ln Berlin W. 

Verlag von Jnllna Springer ln Berlin N. — Druck von Emil Dreyer ln Berlin SW. 



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Deutsche Mechaniker-Zeitung. 

Beiblatt zur Zeitschrift für Instrumentenkunde 

und 

Organ für die gesamte Olasinstrumenten- Industrie. 
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik. 

Redaktion: A. Blaschke, Berlin W30, An der Apostelkirche 5. 

Heft 14. 15. Juli. 1906. 

Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion gestattet. 



PositionB-Lamellenmikrometer, 

Mitteilung aus der R. Fue fischen Werkstätte. 

Von O. Lelfa ln St«glltz-B«rlla. 

Nach Angaben des Herrn Prof. Dr. E. Becker in Straßburg hat die Firma R. Fueß 
das in nachstehender Abbildung dargestellte Positions - Lainellenmikroraeter für die 
Straßburger Sternwarte ausgeführt. Derartige Mikrometer finden dort vorzugsweise mit 
Vorteil Anwendung, wo es sich um die Ortsbestimmung schwacher Objekte (kleiner 
Planeten, Kometen und Nebelflecke) handelt, welche eine künstliche Beleuchtung des 
Gesichtsfeldes nicht vertragen. Die üblichen feinen Spinnfäden sind deshalb durch 
Metalldrähte oder Lamellen ersetzt, die so dick oder breit sein müssen, daß Bie sich 
von dem dunklen Himmelsgrund noch deutlich genug abheben, um den Durchgang 
durch die Mitte der beiden Lamellen oder Drähte mit Sicherheit zu bestimmen 1 ). 

Das Mikrometer M (s. Fig.) ist auf einem Teilkreis K befestigt, welcher mittels 
eines Flansches a mit dem Okularende des Refraktors verbunden ist. In die zentrale 

Bohrung dieses Flansches ist die Alhidade 
(Nonienkreis) N fest eingeschraubt. Am 
Teilkreis K befinden sich 7 kleine speichen- 
artig angeordnete Griffe g, sein silberner 
Limbus ist in 10' geteilt und bestreicht 
zwei kurze Nonien, die 1' direkt abzulesen 
gestatten. Eine Teilung von 10' wurde 
wegen der rascheren und bequemeren Ab- 
lesung auf 1 ' gewählt, was bei gröberer 
Einteilung infolge des dann längeren Nonius 
nicht möglich gewesen wäre. Die beiden 
Ableselupen (Steinheil-Lupen) haben ein 
tunlichst großes Sehfeld und erleichtern 
damit auch noch das schnelle Ablesen merk- 
lich. Zur Feinstellung dient nach erfolgter 
Klemmung des Kreises K durch die Klemm- 
schraube k die Mikrometerschraube l mit der Gegenfeder h 

Das Mikrometer M hat die Aufgabe, den gegenseitigen Abstand der beiden 
in der Figur deutlich sichtbaren Lamellen je nach Bedarf schnell zu variieren und 
zwar symmetrisch zum ideellen Mittelpunkt der beiden Lamellen bezw. zur Drehungs- 
achse des Teilkreises. Die symmetrische Gegeneinanderbewegung der Lamellen wird 
dadurch erzielt, daß die Mikrometerschraube mit einem Rechts- und einem Links- 
gewinde versehen ist, deren Muttergewinde mit je einem besonderen, im Mikrometer- 
kasten gleitenden Schieber oder Schlitten in Verbindung stehen; jeder dieser Schlitten 
trägt eine der beiden Lamellen. Die Steigung der Schraube des Rechtsgewindes 
beträgt 1 mm und die des Linksgewindes 0,6 mm. Eine Umdrehung der Schrauben- 
spindel bewirkt demnach eine Gesamtverschiebung der Lamellen von 1 mm, und da 
die Schraubentrommel s in 100 Teile geteilt ist, so kann auf 0,01 mm eingestellt und 

■) Näheres hierüber s. unter E. Becker, Mikrometer und Mikrometermeeaungen in 
Valentiners Handwörterbuch der Astronomie 3, 1. 8 9T. 




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Deutsch« 

X««Jb*QlkQr-Ztfc. 



134 C. LsiB, Poiltions-Lamsllsnmikrometer. — Vereins- und Personenoachrlchlein. 



abgelesen werden. Die vollen Umdrehungen der Schraube werden an einer kurzen, 
etwa 2 bis 3 mm langen Skala bei s abgelesen. 

In'der Figur ist der Deutlichkeit halber das Beobachtungsokular fortgelassen. 
Die SchiebehQlse für dasselbe wird in das Gewinde o einer besonderen, fest auf dem 
Mikrometerkasten sitzenden Platte p, die auch gleichzeitig das Diaphragma enthält, 
eingeschraubt. 



Verein*- und Personennachriohten. 



17. Deutscher Mechanikertag. 

Gleichzeitig mit diesem Hefte geht die 
Umladung zum 17. Mechanikertage unseren 
Mitgliedern nochmals zu; es wird darauf 
aufmerksam gemacht, daß es dem Orts- 
ausschuß höchst erwünscht ist, wenn die 
Anmeldungen spätestens bis zum 11. August 
erfolgen; ein Anmeldeformular liegt jeder 
Umladung bei. 

Zweigverein Ilmenau. 

Verein Deutscher Glaslnstrumenten- 
Kabrlkanten. 

Wir machen hiermit die ergebenste Mit- 
teilung, daß die diesjährige 

16. Hauptversammlung 

am 13. August, vormittags 10 Uhr, 
im Gasthof zum König von Preußen zu 
Urauenwald stattfindet, wozu die verehrl. 
Mitglieder unter Hinweis auf die nach- 
stehende Tagesordnung freundlicbst ein- 
geladen werden. 

Im Hinblick auf die sich immer schwie- [ 
riger gestaltenden Verhältnisse unserer In- i 
dustrie, welche das Zusammenhalten aller | 
ihrer Freunde und der Kollegen fordern, 
ist rege Heteiligung sehr erwünscht. 

Der Vorstand. 

M. Bieter. Kommerzienrat Dr. R. Küchler. 

Gust. Müller. Dir. Prof. A. Böttcher. 

Ed. Herrmann. Eug. Schilling. 

Prof. Dr. H. F. Wiebe. 

Frauenwald ist 8,b km von der Bahnstation 
Hennsteig (Eisenbahn Ilmenau -Schleusingen) 
entfernt und bequem zu erreichen. 

Wegen Vermittlung von Logis wende man 
sich an die Herren F. A. Kuhnlenz und Guat. 
Deckert in Frauenwald. 

Den Herren Teiiuehmeru bietet aich günstige 
Gelegenheit zur Weiterreise nach Nürnberg 
zum Besuch des Mecbanikertags. 

Tagesordnung. 

1. Begrüßung k der Teilnehmer und Er- 
stattung des Jahresberichts durch den 

Vorsitzenden. 



2. Kassenbericht; Bericht der Revisoren. 

3. Hr. Eduard Herrmann: Vorschläge 
zur Beseitigung der Mißstände in der 
Thermometerindustrie. 

4. Hr. ElchungsinspektorDr.Barczynski: 
Über die Anfertigung priifungs- und 
eichfähiger Glasinstrumente in der 
Thüringer Hausindustrie. 

5. Hr. Prof. Dr. H. F. Wiebe: Die aus- 
ländischen Thermometerprüfungsbe- 
stimmungen. 

6. Hr. Regierungsrat Dr. J. Domke; Über 
den Einfluß der Oberflächenspannung 
auf die Angaben der Aräometer. 

7. Bericht über die beabsichtigte Er- 
höhung der Einfuhrzölle seitens Spa- 
niens und die dagegen getroffenen 
Maßnahmen. 

8. Entgegennahme von Anträgen aus der 
Versammlung. 

9. Bestimmung des Orts der nächstjäh- 
rigen Hauptversammlung. 

Hierauf gemeinsames Mittagessen und 
geselliges Beisammensein. 



D. G. t. M. u. O. Abt. Berlin E. V. 

Sommerausflug mit Damen vom 3. 7. 1906. 

Das diesjährige SommervergnOgen wies eine 
außerordentlich zahlreiche Beteiligung auf: 
etwa 100 Personen hatten dem Rufe des be- 
wahrten HHH-Komttds Folge geleistet. Es war 
ein sehr glücklicher Gedanke, den Ausflug auf 
eins» Nachmittag zu beschränken, so daß 
mancher teilnehmen konnte, dem ein voller 
Tag nicht zur Verfügung steht. Ziel war diea- 
mal Tegel. Nach einem Spaziergang in dem 
schönen Schloßpark nahm man im Kaiser- 
pavillon den Kaffee ein; hierauf folgte ein 
Preisscbießen der Herren und Damen, und daran 
schloß sich eine Dampfarrundfahrt über den 
Tegeler See und auf der Havel nach Heiligen- 
see und zurück. Am Abend vereinigte ein so- 
lennes Mahl die Teilnehmer, wobei mehrfach 
Gelegenheit genommen wurde, dem Danke 
gegen das Komitd. und besonders dessen Vor- 
sitzenden, Ausdruck zu geben. Bl. 



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Heft 14. 

IS. Juli 1906. 



P«raon«n nach richten — Kleinere Mitteilungen 



135 



Prof. Dr. P. Drude ist am 5. Juli un- 
erwartet aue dem Leben geschieden; in 
ihm verlor die physikalische Wissenschaft 
einen ihrer bedeutendsten Gelehrten, die 
deutsche Pr&zisionsmechanik und speziell 
die Deutsche Gesellschaft für Mechanik und 
Optik einen ihrer wohlwollendsten Förderer. 

Ernannt: Prof. B. K. Emerson in Amherst 
zum Chef-Geologen de« Geological Survey in 
Massachusetts; Dr. R. Bell, Dir. de« Geological 
Survey in Montreal, zum Chef-Geologen von Ca- 
nada; Dr. N. A. Kcnt zum Prof, der Physik 
an der Universität Boston ; Prof. Dr. J. Precht, 
Dozent der Physik an der Technischen Hoch- 
schule in Hannover, zum o. Prof.; Dr. A. Ha- 
genbach, ao. Prof in Aachen, zum o. Prof, 
der Physik an der Universität Basel; Dr. H. 

A. Bumstcad zum o. Prof, der Physik; Dr. B. 

B. Boltwood und Dr. P. Wheeler zu Assist.- 
Prof, der Physik an der Yale-Universität in 
New-Haven; Dr. P. Guthnick in ßothkamp 
zum Observator an der konigl. Sternwarte in 
Berlin; Dr. F. E. Roft zum Dir. des Internatio- 
nalen Polhöhen-Observatoriums in Gaithersburg 
(Maryland); Dr. W. Lob, Privatdozent für phy- 
sikalische Chemie an der Universität Bonn, und 
Dr. M. Rudolphi, Privatdozont für Physik in 
Darmstadt, zu Titularprofessoren; Privatdozent 
Dr. A. Stock unter gleichzeitiger Verleihung 
des Charakters eines Professors zum Abteilung«- 
Vorsteher am Chem. Institut der Universität 
Berlin. 

Berufen: Dr. A. «Ic Ouerwiin, Privatdozent 
für Meteorologie in Straßburg, an die Meteoro- 
logische Zentralanstalt in Zürich; Dr. R. 
Nchenck, Privatdozent für Chemie, als etats- 
raäßiger Professor für physikalische Chemie an 
die Terhn. Hochschule iu Aachen; ao. Prof. Dr. 
E. v. Dryg&lski in Berlin als o. Prof, der Geo- 
graphie an die Universität in München. 

Habilitiert: Dr. V. Konrad für Meteorologie 
an der Universität Wien. 

Aus dem Amte schieden: Dr. J. M. Peirce, 
Prof, der Mathematik und Astronomie an der 
Harvard-Universität, und Prof. C. W. Pritchett, 
Dir. der Morrison-8ternwarte in Glasgow, Mass. 

Verstorben i II. Schnauft, Fachschriftsteller 
der Photographie, in Dresden ; Prof. Dr. A. Em- 
merling, Dozent der Agrikulturchemie an der 
Universität Kiel; Dr. F. M. Karlinski, Dir. 
der Sternwarte und Prof, der Astronomie in 
Krakau; Prof. J. M. Peirce, Prof, der Astro- 
nomie in Cambridge, Mass ; Prof. P. Curie, 
Entdecker des Radiums, infolge eines Unfalls; 
K. L. Bischoffsheim, Gründer der Sternwarte 
in Nizza, Mitglied und ständiger Sekretär der 
Akademie der Wissenschaften in Paris. 



Kleinere Mitteilungen. 

Über einen neuen Kitt für physi- 
kalische Zwecke. 

Von B. Walter. 

Ann. d. Phys. 18, S. 860. 1905. 

Von dor New- York- Hamburger Gummi- 
waren -Kompagnie wird ein 8totf von pech- 
schwarzer Farbe und großer Klebkraft her- 
gestellt, den Verf. als Pizein bezeichnet und 
zum Kitten für physikalische Zwecke empfiehlt. 

Das Pizein schmilzt bei etwa 80°, zeigt aber 
doch bei gewöhnlicher Temperatur noch ge- 
nügende Festigkeit und Klebkraft, um selbst 
schwerere Apparate bei verhältnismäßig kleinen 
Klebflächen fest miteinander zu verbinden. 
Ferner ist es auch bei Zimmertemperatur noch 
genügend plastisch, so daß es selbst bei Stoffen 
von ungleichem Ausdehnungskoeffizienten keine 
Neigung zum Abspringen zeigt, also einen aus- 
gezeichneten Kitt für Metall auf Glas darstellt. 
In Wasser ist das Pizein nicht löslich, in Alkohol 
erst nach tagelangem Verweilen und auch 
danp nur spurenweise. Man kann es daher 
mit Vorteil als Kittsubstanz für Gefäße ver- 
wenden, die wässerige und alkoholische Lösungen 
aufnehmen sollen. In Benzin und in Terpentin- 
öl ist es dagegen leicht löslich, so daß damit 
beschmierte Gegenstände sich auch wieder 
reinigen lassen. Beim Gebrauche zum Kitten 
wird es ebenso verwandt wie Siegellack. 

Mit dem bekannten Chatterton Compound ist 
das Pizelu nicht identisch, wenn es ihm auch 
sehr ähnlich ist. Mk. 

Glas mit Metall zu verkitten. 

Metaüarb. 32, 8. 53 . 1906. 

In einem irdenen Gefäß schmilzt man vor- 
sichtig über kleiner Flamme 160 g fein pulveri- 
siertes Kolophonium, 40 g Wachs und 80 g 
Englischrot, setzt dann 20 g venetianiachen 
Terpentin zu und rührt die Masse bis zum Er- 
kalten um. Der Kitt und die Metallfläche 
werden vor dem Aufträgen erwärmt, letztere 
nur handwarm; nachdem der Kitt gut gleich- 
mäßig verlaufen ist, drückt man das Glas 
darauf und läßt erkalten. Für den gleichen 
Zweck wird auch folgendes, gut haltbares Ge- 
misch empfohlen. 1 kg Leim und 62 g Ammoniak- 
harz werden gekocht, bis sie sich gut gelöst 
haben, und dann 62 g Salpetersäure hinzu- 
gefügt. Der erstgenannte Kitt verbindet auch 
Glas mit Glas KlfJm 

ftekrophon. 

Zeitechr. d. Ver. Deutsch. Ing. 30, S 468. 1906 
nach The Engineer 1906. 

Das Sekrophon ist eine Art Schallregler, 
welcher, auf ein Mikrophon gesetzt, den Schall- 



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136 



Kleiner« Mitteilungen. 



Deutsche 
Mechnntker Ztg. 



wollen den richtigen Weg an weist und dadurch 
die Übertragung der Laute wesentlich verstärkt. 

Der Apparat besteht aus dem Mundstück B 
(s. bXg ), das auf eine aus zwei Teilen zusammen- 
gesetzte Kapsel C D aufgeschraubt ist; der an 
letzterer befestigte Ring E wird in die Schall- 
öffnung de» Mikrophone gesetzt und muß dieser 
entsprechend gestaltet sein Zwischen B und C, 
C und D, D und E ist Drahtgazo gespannt. 
F ist ein Hartgummikegol, der durch eine 
Schraube auf der Gaze zwischen C und D be- 
festigt ist; seine Spitze 
ist gegen du» Mundstück 
gerichtet. Durch die Boh- 
rungen in B und D. die 
Drahtgaze und den Hart- 
guminikegel soll eine Re- 
gelung der Schallwellen 
erreicht werden. Für 
schwerhörige Personen 
erleichtert da» Sekro- 
phon die Verständigung 
wesentlich, auch soll ea 
eine schlechte Übertragung ohne Leitungs- 
Änderung erheblich verbessern. Man soll 
mittels de» Sekrophon» noch gut hören, 
wenn der in das Telephon Sprechende seine 
Stimme so dämpft, daß man sie direkt in 1 m 
Entfernung kaum noch vernimmt. 

Der Appurat wird von der Secrophon 
Company (London BC, Coleman-Str. 10) her- 
gestellt. Klßm. 

Verfahren zur Verzinkung ton Elsen 
und Stahl. 

MetaUarb. 32. S. 76. 1906. 

Das von Sberard Cowper Colea er- 
fundene und nach seinem Namen als Sherar- 
dient io n bezeichnete Verzinkungsverfahren hat 
den Vorzug, daß Bisen und Stahl bereits bei 
einer Temperatur mit einem Zinküberzug ver- 
sehen werden kann, die mehr als 100° C unter 
dem Bchmolzpuukt des Zinks liegt. 

Die zu überziehenden Gegenstände, deren 
Oberfläche durch Säure oder Sandstrahlgebläse 
gereinigt ist, werden in eine fest verschließbare 
Trommel gebracht, welche Ziukstaub (nicht zu 
verwechseln mit Zinkoxyd!) enthalt Die 
Trommel erhitzt man dann mehrere Stunden 
auf 260° bi» 350* C und laßt sie langsam ab- 
kühlen. Die Gegenstände haben hiernach einen 
dünnen, homogenen Zink Überzug erhaltet», 
dessen Dicke von der Temperatur und dar 
Dauer der Brhitzuug abhängig ist. Gegenüber 
den Üblichen Tauchverfahren hat die neue 
Methode, abgesehen von der niedrigeren Tem- 
peratur, den Vorzug, daß kleine und leicht zer- 
brechliche Stücke weniger leicht beschädigt 
werden; auch wird das Zink viel mehr auage- 



nutzt. I)a Zinkstaub unter gewöhnlichen Ver- 
hältnissen nicht schmilzt, sondern eine sehr 
hohe Temperatur und einen außerordentlich 
hohen Druck erfordert, ist die Gefahr des 
Bchmelzens bei einer etwaigen Überhitzung 
ausgeschlossen. Vorteilhaft für die Verzinkung 
ist es, die Trommel luftdicht zu verschließen 
und die Luft vorher auszutreiben, um der 
Bildung von Zinkoxyd vorzubeugen. Wenn 
die Entfernung der Luft nicht möglich ist, soll 
man etwa 3% »ehr feinen Kohlenstaub hinzu- 
fügen. Den zu großen Oxydgehalt des Zink- 
staubs erkennt mau daran, daß der erhaltene 
Überzug zwar einen schönen metallischen Glanz 
besitzt, aber eine dunkle Färbung zeigt. Ein 
Fettüberzug verhindert die Verzinkung nicht, 
scheint sie sogar noch zu verbessern. Die 
Inneuwandung der Trommel soll mit Graphit 
überzogen werden, um zu vermeiden, daß sich 
auch an dieser Zink ansetzt. Die Erhitzung 
kann in Gas- oder Koksöfen erfolgen. 

Der Preis des Zinkstaubs, welcher etwa 81 
bi» 85 ®/o metallisches Zink enthält, ist etwas 
geringer als der Preis von Zink in Harren odor 
Stangen. Das Verfahren soll sich in einer 
großen Anzahl von Betrieben praktisch bewährt 
haben. Klßm. 

In die Niederlande »ollen als Fabrikw erk- 
zeuge gemäß einer Entscheidung des nieder- 
ländischen Finanzminieters vom 14. Mai d. J. 
bei der Einfuhr zollfrei gelassen werden: 

a) die verschiedenen Arten von Motoren (mit 
Ausnahme der für Motorwagen und Fahrräder 
bestimmten); b) Dynamos; c) Werkzeuge, die 
ihrer Einrichtung entsprechend durch mecha- 
nische Kraft getrieben werden sollen; d) Meß-, 
Registrier-, Sicherheits- und andere ähnliche 
Instrumente, die zu den angegebenen Werk- 
zeugen gehören und gleichzeitig mit ihnen ein- 
geführt werden. 

Durch Gesetz vom 5. April 1906 wird der 
Präsident der Vereinigten Staaten von 
Amerika ermächtigt, die Kousulurgchühren 
für die Beglaubigung der Fakturen, die bisher 
gleichmäßig 2,50 Dollar betrugen, nach Belieben 
festzusetzeu; es soll ein nach dem Werte der 
Sendungen abgeatufter Gebührentarif einge- 
führt worden. 

Bin Institut für Meeresforschung in Paris 

wird vom Fürsten Albert von Monaco er- 
richtet werden. 

Die Jahreaversammlungdor Astronomischen 
Gesellschaft findet vom 12. bis 15. September 
| in Jena statt. 




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Heft 14. 

i!.. Juli not.. 



Glastecb machet. 



137 



Glastechnisches. 

Chenilache Vorlesuni;sverauche 

Von J. Lang in Cöln. 

Zcitachr. f. d. phya. u. chcm. Unterr 
IS. 8.202. 1905. 

Verfasser wendet den in nachstehender 
Figur abgebildeten Kühler zu verschiedenen 
lehrreichen Versuchen an. Wie leicht ersicht- 
lich, wird das Kühlrohr C von dem Kühlbecher D 
umgeben, es trägt oben und unten Ansatz- 
röhren, ist unten bei b offen und wird oben 
bei e durch einen Stopfen verschlossen. 

Bei der Darstellung von Schwefeltrioxyd 
wird das obere Ansatzrohr mit einer Kugel- 
röhre verbunden, in welcher Schwefel im 
Sauerstoffstrom verbrennt und die Umwandlung 
von SO, in SO, durch Einwirkung von 
glühendem Platinasbest auf ein Gemisch von 
SO, und 0 herbeigeführt wird. Mit dem unteren 
Ansatzrohr wird ein Aspirator verbunden. Im 
Kühlrohr setzt sich SO, ab, während der 
Aspirator die überschüssigen schwefligsauren 
und schwefelsauren Dämpfe entfernt. Man 




kann dann in einen bei b angefügten Probier* 
zylinder die ira Kühlrohr angesetzte SO, mittels 
Durchstoßens von e aus befördern. 

Mit Benutzung von flüssiger Luft im Kühl- 
mantel D kann man Chlor, Schwefelkohlenstoff, 
schweflige Säure, Kohlensäure, Äthylen, Azetylen 
und Cyan leicht verflüssigen und in festen 
Zustand bringen. Fürtoolche Fälle schlägt Ver- 
fasser vor, den Mantel von C doppelwandig 
und in der Zwischenwand luftleer zu machen, 
also als Weinhold sches Gefäß auszuführen 
(in der Figur durch Punktierung angedeutet). 

Ferner kann mit Hilfe des Kühlers die Ver- 
brennung von Wasserstoff in Lud oder Sauer- 
stoff und die Umkehrung der Flamme gezeigt 
werden. 

Zur Verbrennung des Phosphors in Sauer- 
stoff und zum Nachweis der dabei statl- 
flndenden Gewichtszunahme des Phosphors und 
Volumenabnahmo des Sauerstoffs bringt Ver- 



fasser einen Apparat in Vorschlag, welcher 
aus einem langhalsigen Rundkolben uml einer 
zylindrischen, graduierten und unten kugel- 
förmig erweiterten Sammelglocke besteht. 

In den Rundkolben wird Phosphor auf einem 
Schälchen auf Aaboatunterlage gebracht. Ein 
langes, durch den Hals geführtes, bis über das 
Phosphorschälchon reichendes Rohr ist Uber 
dem Kolben umgebogen und mit dem Ausgangs- 
rohr der graduierten Glocke verbunden. 

Die ganze Vorrichtung wird nach Einbringen 
des Phosphors mit Sauerstoff gefüllt, die gra- 
duierte Röhre nur bis zum Beginn der Ein- 
teilung über der kugelförmigen Erweiterung. 
Den Phosphor entzündet man, indem man den 
Ruudkolbcn in heißes Wasser einsetzt. Die 
Gewichtszunahme des Phosphors nach Um- 
wandlung in Pentoxyd wird durch Wägung des 
Rundkolbens vor und nach der Verbrennung 
und die Abnahme des Sauerstoffs durch Ab- 
lesung des Absperrwassers an der graduierten 
Glocke ermittelt. 

Die Flamnienumkehr bei Phosphorwasserstoff 
zeigt Verfasser durch Benutzung zweier Bammel- 
zylinder, von denen er den einen mit Sauerstoff, 
den anderen mit Phosphorwasserstotf füllt. 
Nach der Füllung tritt die Selbateutzümlung 
im Sauerstoff ein, wenn man Blaseu von 
Phosphorwasserstotf in den Saucrstolfzylinder, 
und die umgekehrte Selbstentzündung, wenn 
man Sauerstoffblaseu in den Phosphorwasserstoff 
steigen läßt. J. 

Quarzglas. 

Von A. L. Day u. E. S. Shephord. 

Science 22. S. 670. 1906. 

Geschmolzener Quarz hat drei für den Che- 
miker und Physiker sehr wertvolle Eigen- 
schaften: sein Ausdehnungskoeffizient für die 
Wärme ist kleiner als ein Zehntel von dem- 
jenigen des gewöhnlichen Glases, er kann bis 
1000° C erhitzt werden, ohne zu erweichen, 
und endlich läßt er die ultravioletten Strahlen 
ungehindert durch. Die Herstellung des Quarz- 
glases bietet aber viele technische Schwierig- 
keiten, selbst in kleinen Mengen im Labora- 
torium. Der Quarz hat keine scharfe Schmelz- 
temperatur, vielmehr erweicht er sehr all- 
mählich und wird selbst im reinen Zustande 
niemals dünnflüssig, sogar nicht bei der Tem- 
peratur des elektrischen Lichtbogens Ferner 
beginnt schon hei Platinechmelze der Quarz 
schnell zu verdampfen, während er noch viel 
zu zähe ist, um die eingeschlossenen Gasblasen 
entweichen zu lassen. Wenn man Bruchstücke 
von Quarz in der Luft im elektrischen Ofen 
schmilzt, so sieht die erhaltene Masse nach dem 
Erkalten wie Meerschaum oder Bimsstein aus; 
sie ist ganz undurchsichtig, schmutzig und un- 



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138 



OlaitochnischM. — BUcherschau 



Deutsch« 

Mach&nlker-Zt« 



brauchbar für mechanische oder optische Zwecke. 
Es ist nicht gelungen, auf diese Weise ein 
klares Produkt zu erzielen. Nur durch be- 
sondere Behandlung einzelner Krystalle, die 
man in der Knallgasflamme zusammenschmolz 
und dann ausblies, hat man die jetzt gebräuch- 
lichen Quarzgeröte erhalten. Auch hat man in 
Jena durch ein besonderes Verfahren kleine 
Scheiben von Quarzglas hergestellt, die für 
kleine Linsen geeignet waren. Allein diese 
Methoden genügen nicht, und man kann das 
technische Problem nicht eher als gelöst be- 
trachten. als bis wir imstande sind, aus einer 
gröberen Masse zufälliger Bruchstücke ein 
klares Glas zu erschmelzen. 

Nach mehrfachen Versuchen ist dies den 
Verf. gelungen, wobei die Hauptschwierigkeit 
darin lag, die eingeschlossene Luft zu entfernen, 
was durch Anwendung hoher Drucke möglich 
wurde. 

Die Versuche wurden in einem großen 
Bombenofen unter einem Druck von 500 poundf 
komprimierter Luft ausgeführt. Die Hitze 
wurdo durch Wechselstrom erzeugt, der die 
Wände einer dünnen Graphitbüchse, in welcher 
der Quarz enthalten war. durchlief. 

Die Anfangstemperatur betrug 2000® oder 
mehr, wobei kein Druck angewendot wurde, 
um genügend Quarzdampf zu erzeugen, der 
die Luft zwischen den einzelnen Quarzkörnern 
austreiben sollte. Dann wurde Druck (wenigstens 
500 pound$\ ‘gegeben, die Temperatur auf etwa 
1800° erniedrigt und dem Quarz Zeit gelassen, 
zu einer kompakten Masse zusammenzufließen, 
ohne daß er vom Graphit angegriffen wurde. 

Auf diese Weise haben die Verf. Platten 
von Quarzglas horgestellt von 3x6 X */ 2 Zoll 
(etwa 100 <ycm Flüche und 13 mm Dicke). Die 
Platten waren fast ganz frei von Blasen und 
nur stellenweise etwas fleckig durch frei- 
gewordenes Silizium. Die vorhandenen Blasen 
waren sehr klein, nicht größer als 0,5 mm im 
Durchmesser, und nicht zo zahlreich, daß sie 
den Gebrauch des Quarzglases für Linsen, 
Spiegel und andere optische Zwecke gehindert 
hätten. Es kamen nicht mehr als 2 oder 
3 Blasen im Kubikcentimeter vor, und auch 
diese ließen sich bei etwas mehr Erfahrung 
wohl noch vermeiden. Geringe Beimengungen 
von anderen Oxyden machen das Quarzglas 
undurchsichtig und fast schwarz, schon 0,3 °/ 0 
Verunreinigung genügen dazu. Es ist daher 
durchaus nötig, nur ganz reines Material zu 
verwenden, es braucht aber nicht klar zu sein, 
wolkiger Quarz kann «ehr gut benutzt werden. 

Die Verf. glauben, daß es bei Verwendung 
eines größereu Ofens als des ihrigen zweifellos 
gelingen wird, Quarzglas in noch größeren 
Dimensionen herzustellen. Wb. 



BQohei-schau. 

O. Berhstein. Instrumente zur Messung der 
Temperatur für technische Zwecke. 8°. 64 S. 
mitGlAbb. Hannover, Gebr. Jänecke 1905. 
Broschiert 1,80 M. 

Die als Sonderabdruck aus der .Deutschen 
Techniker - Zeitung* erschienene Schrift ist 
lediglich für technische Kreise bestimmt und 
gibt eine übersieht über die zur Temperatur- 
messung gebräuchlichen Methoden und die 
dabei in Betracht kommenden Instrumente. 
Nach einer kurzen Hinweisung auf die Luft- 
und Gasthermometer werden die verschiedenen 
Flüssigkeitsthermometer unter Berücksichtigung 
der Maximum- und Minimumthermometer be- 
schrieben. Weitere Kapitel beschäftigen sich 
mit den Tonpyrometern, Metall- und Graphit- 
pyroroetern, den verschiedenen andern Arten 
Pyrometern, als Schmelzpyrometer, Thalpotasi- 
meter, Kuallpyrometer, Segerkegel u. s. w. 
Ausführlich beschrieben sind auch die optischen 
und elektrischen Pyrometer. Endlich werden 
einige Fernthermometer geschildert und in 
einem Schlußwort Winke für die Handhabung 
der Temperaturmesser gegeben. 

Auf einige Irrtümer sei hier hingewiesen. 
Die Thermometer aus Borosilikatglas 59 HI 
lassen sich nicht bis 667° C benutzen, wie man 
nach einer Bemerkung auf S. 9 annehmen 
müßte, vielmehr liegt ihre Brauchbarkeits- 
grenze etwas über 500°; Thermometer für 
höhere Temperaturen sollte man ausschießlich 
aus dem Jenaer Verbreunuugsröhreuglas her* 
stellen. Ferner sind die Meßbereiche der an- 
deren Flüssigkeitsthermometer nicht ganz 
richtig angegeben. Für Alkoholthermometer 
liegt der Meßbereich zwischen — 80° und + 60°, 
für Tuluolthcrmometer zwischen — 100° und 
+ 100°, Petrolfltherthermometer lassen sich bis 
etwa — 150° gebrauchen, Pentanthermometer 
bis — 200°. Sodann werden fürdieSchmelzpunkt« 
von Silber, Gold, Platin. Iridium jetzt andere 
Werte angenommen, als auf S. 21 angegeben 
sind. Thalpotasimeter, d. h. Dampfdruckthermo- 
meter, wird mit Th am Anfaug geschrieben, 
der Physiker Pouillet schreibt seinen Namen 
mit doppeltem /. • 

Abgesehen hiervon, wird das Heftchen, das 
sich im ganzen mehr als eine Zusammen- 
stellung aus Katalogen und Prospekten, denn 
als eine kritische Arbeit darstellt, in vielen 
Fällen dem Techniker von Nutzen sein, weshalb 
wir ihm eine weite Verbreitung in allen be- 
teiligten Kreisen wünschen. Wb. 

F. Neumann, Die Metalldreherei 5. vollst. 
neubearb. Aufl., Iirsg. v. G. Lukasiewicz. 
Lex -8°. VIII, 224 S. m. 520 Fig. Leipzig, 
B. F. Voigt 1906. 8,00 M, geh. 9,50 M. 



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H«ft 14. 

16. Jall IVO«. 



Patcnlschaa. 



139 



Patentschau. 

Vorrichtung zum Auswählca eines bestimmten Apparates aus einer Gruppe von 
Sign&l&pp&r&ten, die an einer beiderseits geerdeten Doppelleitung liegen, dadurch gekenn- 
zeichnet, daß die Einschaltmagnete eines jeden Apparates zwei Wicklungen tragen, die den 
verschiedenen Leituugszweigen angeboren und deren Windungszahlen verschieden sind, so daß 
am Geber eine derartige Stromverteilung in den Zweigen hergestellt werden kann, daß alle 
Magnete bis auf einen erregt werden und ihre Anker anziehen, und das Zurückführen der 
Apparate in die Anfangslage dadurch geschieht, daß der Stromkreis durch die beiden Leitungen 
oder durch nur eine Leitung und Erde geschlossen wird. A. Pieper in Berlin. 1. 11. 1903. 
Nr. 168 652. Kl. 74. 

Vorrichtung zur Übertragung von Signalen nach dem Pat. Nr. 153 563, dadurch ge- 
kennzeichnet, daß das eingestellte Signal (Signalscheibe o. dgl.) bis zur nächsten Siegnalabgabo 
durch eine Sperre, Bremse oder ähnliche Vorrichtung festgehalteu w'ird, deren Wirkung wahrend 
der Dauer der Signalgabe aufgehoben wird durch einen Elektromagneten mit drei Wicklungen, 
die zwischen zwei Phasen geschaltet sind oder durch drei Blektromagnete mit je einer Wicklung, 
deren Wicklungen in Stern- oder Dreieckform an die Leitungen angeschaltet sind. A. Pieper 
in Berlin. 24. 11. 1903. Nr. 158 653; Zus. z. Pat. Nr. 153 563 Kl. 74. 

Elektrizitätszähler, bei welchem durch den zu messenden Strom ein Solenoid erregt 
wird, dessen Ankerhewegungen auf eine Hülse übertragen werden, die auf einem in gleichmäßig 
schwingender Bewegung befindlichen Hebelarm verschiebbar augeordnet ist und die wiederum 
ihre Bewegung auf ein mit Zählvorrichtung verbundenes Sperrwerk übertrügt, dadurch gekenn- 
zeichnet, daß die Bewegung des schwingenden Hebels durch ein Solenoid orfolgt, dessen 
Wicklung in verschiedene nebeneinander befindliche Abteilungen geteilt ist, die durch den 
Solenoidkern selbsttätig nacheinander so geschaltet werden, daß der letztere in die Spule hinein 
gezogon und wieder zurückgestoßen wird. O. Rasch in Schleusendorf b. Bromberg. 22. 4. 1904. 
Nr. 158 702. Kl. 21. 

Anordnung der Torsionsfedern bei elektrischen Anzeigevorrichtungen und Mefsinstru 
menten mit stromdurchflossenem beweglichem System, bei welchem die Federn lediglich die 
Stromzuführung zu dem beweglichen System bewirken, dadurch gekennzeichnet, daß die Be- 
festigungsstelle desjenigen Endes der Feder, an welchem die Strorazuführuug von außen erfolgt, 
derart drehbar angeordnet ist, daß zum Zwecke der Aufhebung oder Veränderung der Torsion 
wahrend der Benutzung des Instrumentes die Feder entsprechend ihrem jeweiligen Torsione- 
zustande mittels eines Handgriffes leicht nachgedreht werden kann. Siemens & Halske in 
Berlin. 22.11.1903. Nr. 158 801. Kl. 21. 

Verfahren zur Herstellung von Gegenständen aus Quarzglas, dadurch gekenn- 
zeichnet, daß man hochkieselsüurehaltige Stoffe io Quarzwolle überführt, diese in Formen ein- 
preßt und zum Schmelzen bringt. J. Bredel in Höchst a. M. 22. 3. 1904. Nr. 159 361. Kl. 32. 

Präzisionsbalkenwngc mit Spitzenlagerungon , dadurch gekennzeichnet , daß, 
wahrend der Wagebalken durch zwei Spitzen auf ebenen Platten geltigert ist, die Wagschalen 
nur von je einer Spitze und einer ebenen Platte getragen werden. P. de Knegt in Rotterdam. 
17. 6. 1904. Nr. 159 400. Kl. 42. 

(^uecksilberluftpumpe mit selbsttätiger elektromagnetischer Steuerung, bei welcher 
das Emporsteigen des Quecksilbers mittels Druckwassors oder Druckluft erfolgt, dadurch ge- 
kennzeichnet, daß der Umsteuerungshahn für den Zu- und Austritt des Druckmittels mit Hilfe 
von Elektromagneten bewegt wird, wobei der Schluß und die Unterbrechung des Stromkreises 
für denjenigen Elektromagneten, der den Eintritt des Druckmittels in das Rohr bewirkt, durch 
eine Kontakteinrichtung erfolgt, die von der übrigen Einrichtung unabhängig in bestimmt ein- 
stellbaren Zeiträumen mittels einer beliebigen Zeitmeßeinrichtung in Tätigkeit gesetzt wird, 
wogegen der Schluß und die Unterbrechung des Stromkreises für den anderen Elektromagneten, 
der den Austritt des Druckmittels bewirkt, durch das Quecksilber der Pumpe selbst vorge- 
nommen werden. P. Bergsöo und C. V. Schou in Kopenhagen. 17.10.1903. Nr. 159 099. Kl. 42. 



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140 



Patentllat«. Briefkasten dar Redaktion. 



Deutsch« 

Mechanlker-Zlf- 



Patentliste. 

Bia zum 2. Juli 1906. 

Klasse: Anmeldungen. 

17. 1*. 14 729. Vorrichtung zur Verflüssigung 
von Gasen. R. P. Pictet, Wilmersdorf- 
Berlin. 12. 12. 02. 

21. B. 41 210. Röntgenröhre. H. Bauer, Berlin. 
18. 4. 05. 

G. 22 485. Verfahren und Vorrichtung zur Ver- 
anschaulichung des Verlaufes elektrischer 
Schwingungen. Ganz & Comp., Ratibor. 
31. 1. 06. 

ü. 22 821. Wechselstrom - Meßinstrument. H. 

Grohmann, Braunschweig. 29.3.06. 

L. 21 763. Quecksilber- Dampflampe. O. D. 

Lucas, London. 14. 11. 05. 

S. 20 763. Vorrichtung zum Betriebe von Rönt- 
genröhren mit Wechselstrom. R. Seifert 
& Co., Hamburg. 14. 7. 04. 

Sch. 24 569. Einrichtung an Vakuuroglasge- 
fftßeu mit StrnmeinfUhrungsdrfthten zur Ent- 
lastung dieser Drahte von mechanischer 
Beanspruchung. Schott & Gen., Jona. 

6. 11.05. 

V. 6227. Elektrisches Meßinstrument nach Art 
eines MotorelektriziUltszühlera. T. W. Var* 
ley, New-York. 18.10.05. 

32. M. 29 087. Aus Ober- und Unterliefen be- 
stehender Glasschmelzofen. J. A. Miller 
& Co., Berlin. 2.2.06. 

42. B. 39 987. Wageglftschen für Flüssigkeiten. 
K. Buschmann, Dresden. 16.5.05. 

B. 41 961. Quecksilberluftpumpe nach Spren- 
gel. A. Beutel I, Santiago de Chile. 18. 1.C6. 

C. 13 722. Ahblendevorrichtung für optische 
Pyrometer. Cy. p. la Fabrication des 
Compteurs et Material d'Usineeüüaz 
u. Ch. F6ry, Paris. 22. 6. 05. 

H. 35 179. Schreibvorrichtung für Registrier- 
zwecke. Hart mann & Braun, Frankfurt 
a. M. 14. 4. 05. 

Erteilungen. 

21. Nr. 173 783. Verfahren zur Übertragung von 
reellen optischen Bildern in die Ferne. E. u. 
M. Belin, Lyon, Frankr. 9.12.04. 

Nr. 174 105. Rohrsystem zur Verbindung von 
Quecksilberdampflampen mit der Luftpumpe. 
H. Boas, Berlin. 14.1.06. 

Nr. 174 248. Meßgerät nach Ferrarisschem 
Prinzip. Hart man n& Braun, Frankfurt a. M. 
30. 1. 05. 

Nr. 174 434. Elektrisches Meßgerät mit zwei 
Spulen. W. J. Still, Ealing, Engl. 13.2.04. 
Nr. 174 545. Wattmeter nach dynamometri- 
schem Prinzip mit mehreren Meßbereichen. 
Hartmann & Braun, Frankfurt a. M. 

7. 11.06. 



Nr. 174 546. Astatischer Elektrizit&tszfihler. 
De u tsch-RusBis che Elektrizität sz&h- 
ler-Ges. ra. b. H., Berlin. 4. 1.06. 

32. Nr. 174 509. Verfahren und Vorrichtung zur 
Herstellung von Quarzglas-Hohlkörpern aus 
einem im Schmelzofen unmittelbar gewonne- 
nen Zylinder. J. F. Bottomley, Wallsend- 
on-Tyne, u. A. Paget, North Cray, Engl. 

I. 6. 05. 

Nr. 174 510. Glasblasemaschine für Handbe- 
trieb, mit Einrichtung zur Erzeugung der 
zum Blasen dienenden Preßluft. A. Schiller, 
Berlin. 31. 8. 05. 

42. Nr. 173 797. Gerat zum Nachbilden von 
Zeichnungen mit an Schienen mittels Schnur- 
laufs gegenläufig bewegtem Fahr- und 
Zeicheustift. E. Bronn er, Bberbach a. N. 
20. 10. 04 

Nr. 173 799. Vorrichtung zur gleichmäßigen 
Erwärmung eines Raumes. M. Hering, 
Aachen. 9. 8. 04. 

Nr. 173 851. Elektrisch betriebener Kreisel in 
kardanischer Aufhängung. L. Schwarz- 
kopf, Berlin. 16. 10. 04. 

Nr. 173 956. Schifl'skompaß mit oborem, die 
Ausdehnung der Flüssigkeit ermöglichenden 
Luftbehfllter. Neufeldt & Kubnke, Kiel, 
u. B. Freese, Delmenhorst. 17. 6. 05. 

Nr. 173 957. Verfahren zur Analyse von Gas- 
gemischen C. Zeiß, Jena. 9.8.04. 

Nr. 174 111. Gyroskopkompaß mit mehreren 
je mit verschiedenen Freiheitsgraden aus- 
gestatteten rotierenden Massen. Hart- 
mann & Braun, Frankfurt a. M. 16.5.05. 

Nr. 174 194 Vorrichtung zum Zurücktreiben 
des Quecksilberfadons bei Maximalthermo- 
metern. Grösche & Koch, Ilmenau. 
28. 6. 05. 

Nr. 174 335. Lagerung für Wasserwagen mit 
Einstellung der Libelle parallel zu zwei auf- 
einander eenkrechten Ebenen durch zwei 
die Libelle in diesen Ebenen verschiebende 
Stellschraubenpaare. J. F. Klingel fuß. 
Anrau, Schweiz. 17. 3. 05. 

Nr. 174 606. Verfahren zur Bestimmung von 
Temperaturen in erhitzten Räumen, Öfen 
u. dgl. H. Brearley, Sheffield, Engl. 

25. 8 05. 

Nr. 174643. Ölprüfvorrichtung. F. Sch mal tz, 
Offenbach a. M. 7. 2. 06. 



Briefkasten der Redaktion. 

Wer fertigt die sog. Immisch sehen Metall- 
therraometer an, die die Temperatur mittels 
eines mit Alkohol gefüllten, gebogenen Rohres 
Anzeigen? 



FQr die Redaktion verantwortlich; A. Blaachk« Io Borlin W. 

Verlag von J alias Springer ln Berlin N. — Druck von Emil Dr«y«r la B«rltn SW. 



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Deutsche Mechaniker-Zeitung. 

Beiblatt zur Zeitschrift für Instrumenteukunde 

und 

Organ für die gesamte Olasinstrumenten- Industrie. 
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik. 

Redaktion: A. Blaschke, Berlin W30, An der Apostelkirche 5. 



Heft 13. 1. August. 1906. 

Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion gestattet. 



Zum 17. Deutschen Mechanikertage. 

Am 17. und 18. August werden sich die Mitglieder der D. Q. f. M. u. 0. sowie 
die Freunde der Präzisionsteehnik zum siebzehnten Male versammeln, und zwar in 
Nürnberg. 

Nürnberg ist für dieses Jahr die Stadt der Kongresse; halten doch nicht 
weniger als achtzig Vereinigungen aller Art heuer ihre Tagung in den Mauern der 
berühmten Pegnitzstadt ab. 

Es muß also wohl der alten Noris zur gegenwärtigen Zeit eine ganz besondere 
Anziehungskraft innewohnen. 

Zwar lockt Nürnberg jedes Jahr zahllose Reisende aus aller Herren Lander 
herbei, welche das eigenartige Stfldtebild von altertümlicher Schönheit, die berühmten 
Kirchen und Mueeen bewundern. In diesem Sommer aber kommt ein weiterer Reiz hinzu, 
die musterhaft organisierte und originell durchgeführte Bayerische Landesausstellung. 

Nürnberg ist nicht dabei stehen geblieben, das Alte zu erhalten und zu 
sammeln; es ist stets mit der Zeit fortgeschritten und hat sich heute zu einer 
der mächtigsten Zentralen deutschen Gewerbfleißes entwickelt. Aus der Herstellung 
jenes berühmten Nürnberger Tandes, von dem man schon im Mittelalter sagte, daß er 
durch alle Lande gehe, sind Industrien emporgewachsen, die auch jetzt noch den 
Weltmarkt versorgen und für das Stadtbild Nürnbergs nicht minder charakteristisch sind 
als seine Burg, seine Kirchen, seine Patrizierhäuser. 

Diese Eigenart Nürnbergs gibt dem Programm deB Mechanikertages, das unsere 
Leser auf 5. 121 dieser Zeitschrift veröffentlicht fanden, das Gepräge. 

Für die Beratung der recht umfangreichen Tagesordnung ist nur ein Vormittag 
angesetzt, um so Zeit zu gewinnen für die vielen Besichtigungen, die alle unter sach- 
verständiger Führung stattfinden werden. 

Unsere Fachgenossen werden ihr Interesse zunächst der Ausstellung, und zwar 
den Abteilungen für Industrie, für Handwerk und für Kunstgewerbe, zuwenden, welche 
einen vorzüglichen Überblick über den Stand der Technik und des Gewerbes in Bayern 
gewähren; aber auch die Ausstellungen der bildenden Künste, der König). Staatsregierung 
und der Stadt Nürnberg bieten so viel des Anregenden und Sehenswerten, daß keiner 
ohne Befriedigung scheiden wird. 

Ferner ist in das Programm der Tagung die Besichtigung einiger bedentender, 
für Nürnbergs Gewerbe charakteristischer Fabriken aufgenommen, einer Fabrik für Elek- 
trotechnik, einer Bleistift- und einer Metallwarenfabrik. Alsdann werden die Museen be- 
sucht werden, das Germanische Nationalmuseum, jene Sammelsttttte für alles, was schön 
und wichtig ist aus Deutschlands großer Vergangenheit, und das Gewerbemuseum, 
das, nicht nur ein Museum, Bondern vor allem eine technische Prüfungs- und Unter- 
suchungsanstalt, der Gegenwart und Zukunft der Industrie dient. 

Diese Aufzählung wird unsere Freunde überzeugen, daß der Nürnberger Mecha- 
nikertag so vieles bringt, daß er jedem etwas bringen wird, und wird sie hoffentlich 
veranlassen, durch recht zahlreiches Erscheinen zu dem Gelingen des Tages bei- 
zutragen. 

Die vielfachen Veranstaltungen, die diesmal mit dem Mechanikertage verbunden 
sind, machen die Vorbereitungen besonders umfangreich und zeitraubend. Diejenigen 



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142 



Phyt.-T,cha. R*le hs ans talt , Privat* Prüfuo,»»ch*in» für Thermomvttr. 



Devtaeh« 

UMhuUtw-Zt«. 



Fabriken, die die Liebenswürdigkeit haben, ihre Betriebe dem Mechanikertag zu öffnen, 
haben ein sehr berechtigtes Interesse daran, über die Zahl der Besucher schon einige 
Tage vor der Versammlung und nicht erst wahrend dieser unterrichtet zu werden. Des- 
wegen hat der Ortsausschuß den dringendsten Wunsch, daß die Anmeldungen spätestens 
bis tum 11. August an ihn gelangen (Adresse: Hr. Kommerzienrat Gg. Schoenner, 
Nürnberg, Gartenstraße 7). 

Nürnberg, den 24. Juli 1906. Ka. 



Ober private Prüfungssoheine für Thermometer. 

(Mitteilung aus der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt.) 

Bereits vor Jahren wurde In einer Mitteilung des Deutschen Reichsanzeigers 
auf den Unfug hingewiesen, der leider in ziemlich ausgedehntem Maße mit privaten 
Prüfungsscheinen für Ärztliche Thermometer getrieben wird, und auf die Wertlosigkeit 
solcher Scheine aufmerksam gemacht. Seit einigen Jahren hat eich dieser Unfug teil- 
weise auch auf Normalthermometer ausgedehnt. So ist der Physikalisch-Technischen 
Reichsanstalt u. a. neuerdings ein Apparat zur Prüfung eingesandt worden, dem als 
Hilfsinstrumente zwei mit privaten Prüfungsscheinen versehene Thermometer beigegeben 
waren. Eine Nachprüfung der letzteren ergab, daß die in den Scheinen aufgeführten 
Korrektionen durchweg nicht stimmten und daß bei dem einen Thermometer sogar für eine 
Stelle noch eine Korrektion angegeben war, wo eine genaue Ablesung sich überhaupt 
nicht ausführen ließ, well die Skalenstelle schon unter der Mitte der am oberen Ende 
der Kapillare angeblaaenen Erweiterung lag. 

Nachstehend sind die beiden Prüfungsergebnisse zusammengestellt; hierin be- 
deuten die Zahlen unter a die in der Reichsanstalt ermittelten, diejenigen unter b die 
auf den privaten Prüfungsscheinen angegebenen Korrektionen. 



Ablesung 


a 


No. 387 
b 


a— b 


a 


No. 393 
b 


a— b 


0 6 


— 0,02° 


0,00« 


— 0,02“ 


— 0,02« 


0,00« 


— 0,02» 


10 


— 040 


0,00 


— 0,10 


— 0,10 


— 0,06 


— 0,05 


20 


— 0,01 


+ 0,05 


— 0,06 


— 0,04 


0,00 


— 0,04 


30 


-0,14 


0,00 


— 0,14 


- 0,12 


0,00 


-0,12 


40 


- 0,04 


0,00 


— 0,04 


— 0,09 


0,00 


— 0,09 


60 


— 0,07 


0,00 


— 0,07 


~ 7 


0,00 


— 7 



Man sieht, daß die Unterschiede bei beiden Thermometern bis über 0,1° gehen, 
obwohl die Korrektionen in den privaten Prüfungsscheinen in hundertstel Grad an- 
gegeben sind und obwohl für die Prüfungen mit dem in Rede stehenden Apparat auch 
noch hundertstel Grad in Betracht kommen. Wollte gar jemand mit dem letzteren 
Thermometer die Temperatur 60“ messen, so würde er einen Fehler von 7° begehen können. 

Einem zweiten ebensolchen, etwas später eingesandten Apparat waren gleich- 
falls zwei mit privaten Prüfungsscheinen versehene Thermometer beigegeben, von denen 
das eine im Quecksilber des Gefäßes und der Kapillare so viel Luft enthielt, daß die 
getrennten Quecksilberläden trotz vielfacher Bemühungen durch einfache Mittel Bich 
nicht wieder vereinigen ließen, so daß dieses Instrument zu genauen Temperaturbestim- 
mungen überhaupt nicht benutzbar ist. Das andere Thermometer zeigte bei der Ver- 
gleichung mit den Normalen der Reichsanstalt Abweichungen bis zu 0,06“ gegen die 
Angaben im privaten Prüfungsschein, also immerhin noch weit mehr, als die Genauig- 
keitsgrenze bei den in zehntel Grad geteilten Thermometern beträgt. 

Es erhellt aus diesen beiden Fällen wiederum zur Genüge, wie wenig Verlaß 
derartigen privaten Prüfungsscheinen zukommt, die meistens gar nicht die Resultate einer 
wirklich ausgeführten Prüfung darstellen, sondern nur den Befund bei der Justierung 
des Thermometers an einem Punkt angeben, wobei dann seitens des Fabrikanten an- 
genommen wird, daß die übrigen Punkte nach der Teilung der Skala richtig sind und 
daher mit 0,00 angegeben werden können. Die Bezeichnung dieser Scheine als ,Prü- 
füngsscheine“ ist demnach ganz unrichtig und geeignet, falsche Vorstellungen bei dem 



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lieft 15. 

1. August 1904 



E. Martin y, Ein nsues Rechen verfahren für RecbenstAbe. 



143 



kaufenden Publikum zu erwecken. Übrigens rühren die Unterschriften unter den pri- 
vaten Prüfungsscheinen meist nicht einmal von fachkundigen Leuten her, sondern sehr 
oft von Buchhaltern oder anderen kaufmännischen Angestellten der Firmen, die solche 
Thermometer vertreiben. In einem Falle ist sogar seitens der ReichBanstalt festgestellt 
worden, daß die Unterschrift vollständig fingiert war, das heißt, daß der Name erfunden, 
der größeren Glaubwürdigkeit wegen aber mit einem Vorgesetzten Dr. vergehen war. 

Die Reichsanstalt kann daher nicht dringend genug empfehlen, zu allen Unter- 
suchungen, bei denen eine genaue Ternperaturbestimmung erforderlich ist, nur solche 
Thermometer zu benutzen, die mit amtlichen Prüfungsscheinen versehen sind, da die 
privaten Prüfungsscheine, wie aus obigen Darlegungen von neuem unwiderleglich her- 
vorgeht, meistens keinerlei Wert besitzen. 



Ein neues Rechenverfahren für Rechenstäbe. 

Von Dr. E. Martiny ln Qrofi-Lichtoifeld«. 

Der Rechenstab hat, seit er zum ständigen und unentbehrlichen Begleiter des 
Ingenieurs geworden, im Laufe der Jahre eine Reihe von Veränderungen erfahren, 
deren Zweck entweder ist, das Gebiet seiner Anwendbarkeit zu erweitern, oder aber seine 
Handhabung innerhalb dieses Gebiets zu vereinfachen. Zur ersten Gruppe gehört 

die Anbringung der Sinus-, Tangens- und Logarithmenteilung (meist auf der Unter- 

seite des Schiebers) sowie des Millimetermaßstabes, zur zweiten z. B. der Teilstrich 
für jr sowie neuerdings die Anbringung einer von 1 bis 1000 laufenden und der logarith- 
mischen Teilung auf der Vorderseite des Stabes. 

Man wird über den Wert dieser Verbesserungen ganz verschieden denken, 
je nachdem, ob man aus dem Rechenstab ohne besondere Rücksicht auf den Preis 
ein Allerweltsgerät machen will, oder ob man bestrebt ist, nur das unbedingt Er- 
forderliche , das aber gut und billig zu liefern. Auch hier gibt es eine goldene 

Mittelstraße, breit genug, um die Wünsche der verschiedenen Rechner hinreichend zu 
berücksichtigen. Der Maschinenbauer und Elektrotechniker beispielsweise wird im all- 
gemeinen auf die Sinus- und Tangensteilung verzichten können; er braucht sie 
meist so selten, daß ihm, wenn er sie wirklich einmal anwenden möchte, die Übung 
fehlt, und andererseits ist, wo er sie häufig gebrauchen könnte, z. B. für den cos <p der 
Wechselstrom-Phasenverschiebung , die Ungenauigkeit gar zu groß. Mit der Loga- 
rithmenteilung endlich steht es nicht viel anders; sie ist zwar wegen ihrer Gleich- 
mäßigkeit recht genau und kann außerdem als Maßstab benutzt werden. Aber auch 
ihrer kann man gern entraten, wenn es gelingt, diejenigen Rechnungen, für die 
man sie unentbehrlich glaubt, mit gleicher Bequemlichkeit auf der gewöhnlichen Rechen- 
teilung auszuführen. Dies erreicht man nun tatsächlich mit einem einzigen Strich 
für die weitaus größte Gruppe unter diesen Rechnungen, nämlich für die Berechnung 
der Potenzen mit beliebigen ganzen oder gebrochenen, auch unbekannten Exponenten. 
Die erforderliche kleine Hilfseinrichtung läßt sich an jedem Rechenstab anbringen, der 
eine von 1 bis 10 oder von 1 bis 100 laufende Rechenteilung, eine im gleichen 
Sinne laufende Millimeterteilung und einen Läufer besitzt, und zwar folgendermaßen. 

Man stellt den Einstellfaden (bezw. die ihn ersetzende Strichmarke) des Läufers 
auf Strich 1 der Rechenteilung und reißt auf der über der Millimeterteilung gleitenden 
Seite des Läufers auf dem Metall einen mit dem Teilstrich 0 des Maßstabes zusammen- 
fallenden Strich an (fortan kurz mit „Riß* bezeichnet). Bei den üblichen Rechen- 
stäben von 250 mm Länge, welche über der Rechenteilung von 1 bis 10 noch eine 
von 1 bis 100 laufende tragen, verfährt man genauer, wenn man den Faden auf 
Strich 10 der oberen Teilung einstellt und den Teilstrich 125 mm anreißt. 

Um nun mit dieser Einrichtung zu rechnen, stellt man die Basis der betrefl’en- 
den Potenz (Form x = a"f" ; Wurzeln sind als Potenzen mit gebrochenem Exponenten 

m/N m 

zu behandeln: a = V a m ) auf der Rechenteilung ein und liest auf der Millimeter- 
teilung am Riß ab, multipliziert diese Zahl mit dem Exponenten, stellt den Riß auf 
die so gefundene Zahl ein und findet das Endergebnis unter dem Faden auf der 
Rechenteilung. 



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III 



E. Martiny, Eia neues Reebeaver fahren für Rechcnatäbe. 



Deutsche 
M echanik er- Ztg . 



;y, *v« •/. 

Beispiel 1 ): x=V 1,5; x=V 1,5 = 1,5 ■ 

1,5 44 mm; 44 mm • B / 4S = 6,14 mm. 

6,14 mm 1,058 = x. 

Meist wird die Basis oder der horauskomrnende Potenzwert oder beide mehr 
als eine Stelle vor dem Komma haben. Dann dar! man aber nicht etwa die Basis 
oder das Produkt, auf welches der Riß einzustellen ist, so lange mit tO, 100 u s. f. 
dividieren, bis nur noch eine Stelle vor dem Komma übrig bliebe, sondern man hat 
sich den Rechenstab nach rechts verlängert und auf dieser Verlängerung die Recben- 
tellung 1 bis 10 immer wieder, jetzt der Reihe nach mit der Bedeutung 10 bis 100, 
100 bis 1000 u. s. w. aulgetragen zu denken. Dies macht man, indem man von der Basis 
die erste Ziffer abstreicht, auf diese den Kaden einstellt, am Riß abliest und zu der 
so gefundenen Zahl soviel mal die Länge der Rechenteilung in Millimeter hinzufügt, 
wie Ziffern zwischen der abgeetriehenen ersten Ziffer und dem Komma stehen. 
Nachdem diese Summe mit dem Exponenten multipliziert worden, dividiert man das 
Produkt durch die Länge der Recbenteilung und erhält einen gemischten Bruch; 
auf dessen Zähler wird der Riß eingestellt, am Kaden abgelesen und der so erhaltenen 
Zahl soviel Stellen hinzugefügt, wie die ganze Zahl des gemischten Bruches angibt. 

Beispiel: x = 4800 1 ' 0 . 

4 ' 800 170,4 mm 4- 3 • 250 mm = 920,4 mm. 

920,4 mm • 1,6 = 1472 mm. 

1472 mm : 250 = 5 “ s /smc 

222 mm 7,75; 5 bedeutet : 5 Stellen mehr, also x — 775 000. 

Bei echten Dezimalbrücben ist in sinngemäßer Anwendung dieser Kegel, wenn 
die erste Ziffer der Basis an erster, zweiter, dritter u. s. w. Stelle hinter dem Komma 
steht, entsprechend 1-mal, 2-mal. 3-mal u. s.w. die ganze Länge der Rechenteilung abzu- 
ziehen und nach dem Ablegen des Ergebnisses für jede volle oder angefangene 
Länge der Rechenteilung das Komma um eine Stelle nach links, wenn das Ergebnis 
negativ, dagegen nach rechts, wenn es positiv lat, zu setzen. 

9 

Beispiel: x -. K 0,0051 2 ' 

6,12 177,2 mm; 3. Stelle nach dem Komma = — 3 - 250 mm. 

—0,00612 —750 + 177,2 mm = —572,8 mm. 

572,8 mm : 9 = —63,6 mm — —250 + 186,4 mm. 

+ 186,4 mm 5,57 ; - 250 bedeutet: 1 Stelle weniger, also x = 0,557. 

Bei Potenzen mit einer Unbekannten im Exponenten (Kenn a* = b), welche man 
sonst durch logarithmisehe Auflösung (x = berechnet , hat man hier nur 

zu b und a die zugehörige Millimeterzahl am Riß abzulesen, nötigenfalls um die der 
Stelle entsprechenden Teilungslängen zu vergrößern oder zu verkleinern und die 
zu b gehörige durch die zu a gehörige Millimeterzahl zu dividieren. Der Quotient, 
der ln der gewöhnlichen Weise mit Schieber und Läufer auf der Kechenteilung erhalten 
wird, ergibt ohne weiteres den Wert von x. 

Beispiel: 234 = 0,0067*. 

2 ' 34 92,3 + 2 • 250 mm — +592,3 mm. 

0,0067 206,5 —3 • 250 mm = —543,5 mm 

x = +592,3/— 643,5 = -1,09. 

Als Beispiele für Källe, wo das geschilderte Verfahren zur Anwendung kommt, 
seien hier nur die bekannte Zinseszinsformel k~c ■ (l + die Steinmetzsche 

Kormel @=V>'ij 33^, aus der Wechselstromtechnik, die Kormel für die polytrope 
Zustandsünderung p ■ v k — Const. auB der Wärmemechanik in Erinnerung gebracht. 
Aber auch für die Berechnung der gewöhnlichen 3. Wurzel verdient dieses Verfahren 
vor den beiden anderen hierfür gebräuchlichen -) den Vorzug , weil sich dabei 
leichter ablesen läßt und zur Vermeidung von Stellenfehlern keine besondere L'ber- 

') Diesem und den nachfolgenden Beispielen ist ein Kechenstab mit einer Teilung von 
25Ü mm Gesamtlänge zu gründe gelegt; das Zeichen bedeutet ('borgang von der Rechen- 
teilung auf die Millimeterteilung oder umgekehrt. 

-) Vgl. u. a. ; Anleitung zum Gebrauch des Rechenstabos von A. W. Faber iu Stein 
bei Nürnberg. 



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Heit 15. 

I. AngQHt 19<)g. 



Vereinsnachrichten - Kleinere Mitteilungen. 



145 



leg-ung notwendig ist. Die Rechengenauigkeit ist hinreichend groß, da das End- 
ergebnis nur um etwa 1 % im mehr oder minder unrichtig ist. 

Ich habe dieses meines Wissens bisher nicht angewandte Verfahren aus dem 
Grunde ausführlich beschrieben, um die Werkstätten, die sich mit der Herstellung 
von KechenstAben befassen, nicht nur auf die dadurch gebotene Möglichkeit hinzu- 
weisen, einen billigeren und doch recht leistungsfähigen Stab zu liefern, sondern 
auch um sie in die Lage zu versetzen, nach Maßgabe eigener Überlegungen dem etwas 
unvollkommenen Riß die zweckmäßigste Ausgestaltung (in der Form eines an den 
Läufer angelöteten Zeigers, einer Kadenmarke o. dgl.) zu geben. Hierbei empfiehlt 
es eich, an den Millimeterteilungen die Centimeterteilungen nicht oberhalb, sondern 
unterhalb der Nute anzubringen, in welcher der Läufer gleitet, weil bei der bisherigen 
Anordnung die ZilTern an der Abiesestelle verdeckt und überhaupt nach und nach 
durch den Läufer abgeschliffen und unleserlich werden. 



Vereinsnachrichten. 

Anmeldung zur Aufnahme in den 
Hptv. der D. G. f. M. u. 0.: 

Hr. Dr. Max Edelmann jun.; Erdmag- 
netische und physikalische Meßinstrumente; 
Meteorologische, physiologische, elektro- 
medizinische u. s. w. Appnrate; Ablesefern- 
rohre; Elektrotechnische Apparate; Voll- 
ständige Einrichtungen von magnetischen 
Observatorien; München, Nyraphenburger 
Str. 82. 



Kleinere Mitteilungen. 

Gin elektrischer Fernseher. 

Von Fr. Lux. 

Bayer. Ind L- tt. Qtto.-Bl. 38, 8. 13. 1906- 

Die Erfindung von Fr. Lux lat wieder ein 
Versuch, das noch immer ungelöste Problem 
des elektrischen Fernsehers seiner Verwirk- 
lichung nfther zu bringen. Ob dieser Versuch 
zum Ziele führen wird, ist noch nicht abzusehon, 
vorläufig kann von einer praktischen Ver- 
wirklichung nicht die Rede sein. 

Die bisherigen Konstruktionen von Fern- 
sehern kranken nach Ansicht des Erfinders 
daran, daß eie das zu übertragende Bild in 
viele einzelne Teile zerlegen, der Reihe nach 
übertragen uud dem Auge vorfuhren. Lux hat 
eich dagegen das Ziel gesteckt, das Bild auf 
einmal zu übertragen; natürlich muß zu diesem 
Zweck, da ein anderes Mittel nicht zu Gebote 
steht, auch hier die Selenzelle zu Hilfe ge- 
nommen werden, deren elektrischer Widerstand 
von dem Grad der Belichtung abhängig ist. 

Das Prinzip des Apparates beruht auf der 
Benutzung von abgestimmten Federn, welche 
auf einen Wechselstrom von bestimmter Peri- 
odenzahl ansprechen, ein Prinzip, das ja auch 
bei den bekannten Frequenzmessern benutzt ist. 

Eine derartige Feder ist in Fig. 1 dar- 
gestellt; die Feder a schwingt in einem von 



dem betreffenden Strom durchflossenen ßole- 
noid e und kommt uur dann in Schwingung, 
wenn ihre Schwirtguugszahl mit der Parioden- 
zahl des Wechselstroms übereinstimmt. Bei f 
ist die Feder umgebogen, so daß sie von oben 
gesehen, eine broitere Fläche darbietet Der- 
artige verschieden abgestimmte Federn sind, 
wie Fig. 2 zeigt, in mehreren Reihen neben- 
einander angeurdnet, so daß, da die Köpfe der 
Federn geschwärzt sind, dunkle Linien auf 
weißem Hintergrund entstehen. Schwingt nur 
eine Feder, so entsteht eine weiße Lücke in 
der schwarzen Linie, und auf diese Weise wird 
dadurch, daß eine Anzahl Federn ruht und die 
andern schwingen, eiu schraffiertes, allerdings 
etwas unvollkommenes Bild erzeugt Das 




Fehlende wird von dem Auge ergänzt. .Je mehr 
Federn vorhanden sind und je enger sie an- 
einander stehen, desto besser wird natürlich 
das Bild. Dieser eben beschriebene Apparat 
stellt also den Empfänger dar. Der Sender 
besteht aus einem entsprechenden Tableau von 
Selenzellen, so daß jede Feder f des Em- 
pfängers einer Selenzelle des Senders ent- 
spricht. Jede Selenzelle steht wieder mit je 
einem Wechselstromerzeuger iii Verbindung, 
von denon jeder eine andere Periodenzahl be- 
sitzt. Da sich die Wechselströme übereinander 
lagern lassen, wobei jede Feder nur auf den- 
jenigen Strom aiispricht, auf den sie abge- 
stimuit ist, so ist nur ein Verbindungsdraht 



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146 



Kleiner« Mitteilungen 



Doiiterhe 

Me<*h&nlker-Ztt{. 



zwischen Empfänger und Sender nötig. Das 
zu übertragende Bild wird mit einer Sammel- 
linse auf die Flüche, welche die Selenzellen 
enthält, entworfen. Die dadurch belichteten 
Zellen werden dann leitend und lassen den 
ihnen entsprechenden Wechselstrom nach dem 
Bmpfünger übergehen, wahrend die unbe- 
lichteten einen solchen Widerstand besitzen, 
daß kein Strom hindurchgeht und also auch die 
ihnen entsprechenden Federn in Ruhe bleiben. 
Bei einer großen Anzahl von Federn muß man 
noch etwaB kompliziertere Mittel anwenden, um 
zu verhindern, daß auf einen bestimmten Wechsel- 
strom auch die Federn mit doppelter Schwin- 
gungszahl ansprechen; man muß dann die Federn 
in mehrere Stromkreise einordnen, die nach- 
einander durch synchron laufende Motoren ein- 
geschaltet werden. W. J. 

Unlveraal-Bohrschablonen-Parallel- 

schraubstock. 

D. R. G. M. 

Weltmarkt 20. S. 438. 1906. 

Zur Herstellung exakter Bohrungen bedient 
man sich bei der Fabrikation von Massenar- 
tikeln allgemein der Bohrlehren, deren An- 
schaffung jedoch teuer ist und die außerdem 
nur für einen bestimmten Zweck Verwendung 
finden können. Der untenstehend abgebildete, 
von der Firma Arthur Kayser (Berlin SW 68 1 
in den Handel gebrachte Parallelschraubstock, 
der in Amerika bereite vielfach im Gebrauch 
ist, soll diese Bohrlehren ersetzen. Br ist wie 
ein gewöhnlicher Parallelschraubetoek einge- 
richtet und kann nach Abnahme der Nebenteile 
auch als solcher benutzt werden. Beine feste 
Backe hat eine Anzahl Löcher, in welche die 




mit einem Flansch versehene Stütze für die 
Schablone gesteckt werden kann. Letztere ist 
auf dem Flansch verstellbar und trügt die als 
Bohrerführung dienende Düse, welche genau 
die Größe des zu benutzenden Bohrers besitzt; 
sie kann bequem durch eine audere mit größerer 
oder kleinerer Öffnung ersetzt werden. Seitlich 
befinden sich an der festen Backe vertikal und 
horizontal verstellbare Anschläge, gegen die 
das einzuspannende Arbeitsstück gelegt wird. 
Benutzt man eine Schablone mit mehreren 
Bohrlöchern, so kann man leicht Löcher, die 
einen bestimn ten Abstand voneinander haben 



sollen, bei einmaligem Einspannen des Gegen- 
standes in den Schraubstock bohren. Das Ein- 
stellen der Bohrschablone nimmt nur wenig 
Zeit in Anspruch, und man hat bei dem Schraub- 
stock den Vorteil, daß das eingespannte Ar- 
beitsstück unverrückbar festsitzt. 

Der Schraubstock wird für 115, 180 und 
240 mm größte Spannweite hergestellt. 

KIM 

Über einen Sauerstofferzeuger mit 
Selbstkompression und einen 
SauerstoffAzetylenbrenner. 

Von A. d'Arsonval. 

Phü. Mag. 4. S. 190. 1905. 

In dem Apparat (s. Pig.) wird Sauerstoff 
erzeugt und im Augenblick seiner Entstehuug 
durch den eigenen Druck komprimiert Zur 
Herstellung des Sauerstoffes dienen die im Mittel- 
rohr des Apparates befindlichen Zylinder von 
30 mm Durchmesser und 55 mm Höhe, welch© 
aus Kaliumchtorat, einer inaktiven Masse und 
geringer Beimengung eines leicht brennbaren 
Stoffes bestehen. 




Vor der Einführung dieser Zylinder in das 
Rohr entzündet man den untersten, worauf man 
dieselben im Innern des Apparates der Reih© 
nach bei festem Verschluß des Mundstückes 
abbrenoen laßt. Jeder Zylinder braucht zu 
seinem Abbrand zwei Minuten und entwickelt 
hierbei 18 l Sauerstoff. Der Druck des Gases 
nach Vollendung der Entwicklung betrügt 
20 Ätm Die Apparate werden in verschiedenen 
Größen bis zu einer Leistung von 2 cbm Sauer- 



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Heft 15. 

1. August I ftOrt. 



Kleinere Mitteilungen. 



atofT von der C‘« Fran^aise de l'Acdtylene 
dissoua hergestellt. 

Von derselben Gesellschaft wird auch ein 
Gltthlichtbrenner geliefert, bei dem ein kleiner 
(ilühzyüuder von 15 mm Höhe und 5 bis 6 mm 
Durchmesser, aus seltenen Erden hergestellt, 
durch eine Flamme aus Sauerstoff und Azetylen 
zur hellen Weißglut erhitzt wird. Der Brenner 
zur Erzeugung der Flamme entspricht in seiner 
Konstruktion dem Kuallgaagebläse, nur daß 
ihm anstatt des Wasserstoffes Azetylen zu- 
geführt wird Bei Verbrauch von 50 l Azetylen 
in der Stunde gibt dieser Brenner eiue Hellig- 
keit von rd. 1600 HK, er erscheint daher bei 
Projektionsapparaten, zur Bühnenbeleuchtung 
u. dgl. als Ersatz für Bogenlampen wohlge- 
eignet. Mk. 

Einfuhr Ärztlicher, physikalischer« 
optischer und sonstiger wissenschaft- 
licher Instrumente nach Brasilien. 

Der Wert der Einfuhr chirurgischer und 
zahnärztlicher Instrumente nach Brasilien be- 
trug in den Jahren 1902 bis 1904 an Bord vor 
der Ausschiffung (alles in Tausend Mark): 981, 
1233 bezw. 1277. Der Anteil Deutschlands 
wuchs in denselben Jahren von 232 auf 284, 
der Frankreichs von 279 auf 337 und der der 
Vereinigten Staaten von 824 auf 496, wahrend 
Großbritannien mit 126 bis 132 ziemlich station&r 
blieb. Am Import mathematischer, physikalischer 
und sonstiger wissenschaftlicher Instrumente 
waren beteiligt: Frankreich mit 228 bis 269, 
Deutschland mit 125 bis 187. England mit 107 
bis 137 und die Vereinigten Staaten mit 30 bis 85. 

Auf die bedeutendsten Hafen verteilte sich 
die Einfuhr in beiden Klassen 1904 wie folgt: 
Rio de Janeiro und Santos nahmen zusammen 
70 bezw. 60 °/©, die AmazonashAfen 13 bis 14 %, 
Bahia und Pernambuco 8 bis 11%, die Süd- 
hafen Rio Grande und Porto Alegre von chirur- 
gischen Instrumenten nur 4 %, von sonstigen 
wissenschaftlichen Apparaten 8% auf. Letzteres 
erklärt sich dadurch, daß besonders in ärzt- 
lichen und zahnärztlichen Instrumenten von 
Rio aus noch ein beträchtlicher Küstenhandel, 
insbesondere nach den SüdBtaaten, stattfindet, 
wahrend die Amazonasstaaten ihren Bedarf 
tunlichst direkt aus den Importländern beziehen. 

Einzeln aufgeführt sind in der Statistik 
nur die optischen lustrumente, von denen ins- 
gesamt für 160 bis 174 allein aus Frankreich 
für 105 bis 116 kamen. Der deutsche Anteil 
ging von 40 auf 30 zurück 1 ), wahrend England 
und die Vereinigten Staaten ihre kleine Sen- 
dungen verdoppelten. Frankreich hat in Waren 
dieser Klassen seit langem eine feste Position; 

*) Unser Export nach Südamerika geht wohl 
aber vielfach über Frankreich. DU Red. 



147 

zahnärztliche Instrumente kommen zum größten 
Teile aus den Vereinigten Staaten, die auch in 
wissenschaftlichen Instrumenten ihre Einfuhr 
neuerdings sehr vergrößert haben. 

Die Waren beider Klassen unterliegen mit 
wenigen Ausnahmen, wie Operngläser, Brillen, 
Stereoskope, nur Zöllen auf der Grundlage von 
15 % des Wertes, wovon indessen nunmehr 
35 °/ 0 iu Gold zu zahlen sind. Eiue National- 
industrie besteht bis jetzt nur insoweit, als das 
eingeführte Material zu einfacheren Instru- 
menten zusammengesetzt wird. Der Import 
dürfte daher auch weiterhin zunehmen, und es 
wird aus verschiedenen Teilen des Landes ge- 
meldet, daß der Anteil Deutschlands — ■ etwa 
mit Ausnahme der zahnärztlichen Instrumente 
— bei entsprechenden Anstrengungen gegen- 
über dem französischen und nordamerikanischen 
Wettbewerb ausdehnungsftlhig ist. Das Ge- 
schäft in diesen Artikeln liegt zum großen Teil 
in den Händen portugiesischer oder brasilia- 
nischer Detaillisten, die aus alter Gewohnheit 
mit Vorliebe aus Frankreich beziehen und nur 
durch Vorlegunggeeigneter Muster zum Eingehen 
neuer Verbindungen bewogen werden können. 

Für die Universitäten Spaniens sollen durch 
die dortige Regierung wissenschaftliche Instru- 
mente im Werte von 160000 M beschafft werden. 

Elektrotechnische Lehr- und Unter- 
suchungs-Anstalt des Physikalischen 

Vereins zu Frankfurt am Main. 

Die Lehranstalt bezweckt Leuten, welche 
eine Lehrzeit in einer mechanischen Werkstatt 
vollendet haben und bereits als Gehilfen in 
Werkstätten, maschinellen Betrieben oder auf 
Montage tätig gewesen sind, eine theoretische 
Ergänzung ihrer Ausbildung zu geben, welche 
sie in Verbindung mit praktischen Fertigkeiten 
iu den Stand setzen soll, als Mechaniker, Werk- 
meister, Assistenten, Monteure, Revisoren in 
elektrotechnischen Werkstätten, Laboratorien, 
Anlagen oder Installationsgeschäften eine zweck- 
entsprechende Tätigkeit zu entwickeln oder 
kleinere elektrotechnische Geschäfte selbständig 
zu betreiben. 

Für solche, di© längere Zeit auf ihre theo- 
retische Ausbildung verwenden und insbe- 
sondere solche, die sich für Tätigkeit im Meß- 
raum vorbereiten wollen, bietet das Labora- 
torium der Elektrotechnischen Untersuchungs- 
anstatt des Physikalischen Vereins Gelegenheit 
zu weiterer Ausbildung. 

Der Kursus über Anlage von Blitzableitern 
findet ln diesem Jahre von 24. bis 29. Septem- 
ber statt. 

Aufnahmegesuche und Anfragen sind an 
Hm. Dr. C. D 6g u i s n e , Stiftstraßo 32, zu richten. 



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1 18 



Kleinere Mitteilungen. — Gleatechnlschea. 



Deutsch» 



Mechjuitk«r-Ztg. 



Technikum IlmenAu. Die Zahl der Ab- 
solventen, welche die Anstalt im Schuljahr 
1906/06 verlassen haben, betrug- 164; sie haben 
erfreulicherweise sämtlich nach kurzer Zeit Be- 
schilft igung in der Industrie gefunden. Am 
Technikum Ilmenau werden Ingenieure, Tech- 
niker und Werkmeister in Maschinenbau und 
Elektrotechnik »ungebildet. Ein neu erbautes 
Maschinenlaboratorium dient zur praktischen 
Unterstützung des Unterrichts. Ferner ist Ge- 
legenheit zu praktischer Werkstattausbildung 
in der eigenen umfangreichen Fabrik vorhanden. 



Glastechnisches. 



Neue Ornat-Apparate für die 
technluche Gasanalyae. 

Von C. Huhn. 

Zeilschr. d. Ter. Deutsch- Ing. HO, S. 212. 1906. 

Verf. hat zwei einfache Apparate für die 
Bestimmung von Wasserstoff (17), Methan 
(CJüTj, schwere Kohlenwasserstoffe (CJf*, 




Fig. 1. 






wo es in einem Trichterchen verteilt wird, um 
so eine möglichst innige Mischung mit der 
Flüssigkeit einzugehen. Zur Rückführung des 
Gases wird der Huhn der Pipette um 180° 
gedreht. Fig. 2 zeigt eine noch bessere 
Konstruktion. Nachdem das Gas das Rohr c d 
durchströmt hat, tritt es bei d durch eine In- 
jektorspitze in ein spiralförmig nach oben ge- 
richtetes Schlangenrohr, in dem eine innige 
und lange Berührung mit der Absorptions- 
flüssigkeit erfolgt. Das Rohr ist durch einen 
Ansatz bei d nach unten geöffnet, wodurch die 
frischere Lösung fortwährend nach oben ge- 
hebert wird. Auch in diesem Falle muß man 
bei der Rückführung des Gases den Hahn um 
180° drehen, so daß die Stellung erhalten wird, 
welche e in Fig 2 zeigt. Die Gefäße mit 
Schlangenrohr wirken so schnell, daß der CO- 
Gehalt im Leuchtgas, 7 bis 8 ccm in 100 ccm. 
nach zweimaligem Durchleiten und der Sauer- 
stoff der Luft in 100 ccm nach dreimaligem 
Durchleiten vollständig entfernt wird. Die 
Absorptionsgefäße sind mit Marken versehen, 
bis zu denen die Flüssigkeit angesaugt wird. 




C«l/ fl u. s. w. SiTirj, Kohlenoxyd (CO), 
Kohlensäure ( C0 2 ), Sauerstoff (O) und Stick- 
stoff iVi konstruiert, die vor den andern be- 
kannten Konstruktionen drei Vorteile besitzen. 

Erstens wirkt bei den bekannten Orsat- 
Apparaten die langsame Absorption von CO , 
O und SKW störend, die öfter nicht quanti- 
tativ erfolgt, wegen der schlechten Berührung 
des Gases mit der Absorptionsflüssigkeit. Zur 
Vermeidung dieses Übelslandes kommen nun 
zwei Pipetten in Betracht, die eine innige 
Mischung des Gases mit der Flüssigkeit er- 
möglichen; erstens dis Konstruktion von E. 
Hank us 1 ) (Fig. 1), zweitens die von C. Heinz 
in Aachen (Fig. 2). Bei ersterer tritt das 
Gas bei a in das Gefäß und geht durch ein 
nach unten spitz zulaufendes Glasrohr nach b , 

») Österr. Chem-Zlg. 47. S. 81. 1899. 



Zweitens haben viele der bis jetzt bekannten 
Apparate das Meßgefäß nicht an der richtigen 
Stelle. In Fig. 3 ist die fehlerhafte Anordnung 
und durch das punktiert gezeichnete Meßgefäß 
gleichzeitig ihre Berichtigung dargestellt. Es 
muß hinter den Absorptionsgefäßen ab c d ein- 
geschaltet werden, damit nicht das in der 
Röhre f g befindliche Gae mit in das Ver- 
brennungsgeßlß e für C gelangt und mit- 
verbrennt. Verf. hat durch direkte Versuche 
mit Leuchtgas festgestollt, daß das in f g be- 
findliche Gas, mit Luft verbrannt, eine Volumen- 
abnahme von 1,5 ccm ergab, wodurch ein Fehler 
von 6 o/ 0 verursacht wurde. 

Ein dritter Tbelstand bei vielen Apparaten 
liegt in der schwerfälligen Bauart. Die ueueu 
Apparate sind so hergestellt, daß alle Teile 
leicht auseinandernehmbar sind, so daß bei 
einer Ausbesserung niemals das ganze Gerät, 



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Glattftehnisch««. 



149 



H «ft IS. 

I. Ampiat l>Qfl 

sondern nur der betreffende Teil eingesandt zu 
werden braucht. 

Der Verf. beschreibt dann die praktische 
Ausführung der Analyse mit einem verbesserten 
Apparat und beschreibt auch noch einige Ver- 
einfachungen des Apparats, wenn Gose mit 
weniger Einzelbestandteilen als das Leuchtgas 
zur Bestimmung gelangen, z. B. solche, die 
kein Methan enthalten. Die verbesserten 
Apparate werden geliefert von Corn. Heinz 
(Aachen, Vincenzstr. 15). Wb. 

Über ein Glasmanometer nach dem 
Prinzip der Bourdonschen Spirale. 

Von E. Ladenburg u. E. Lehmann. 

Ber. d. Deutsch. Physik. Oes. 4, S. 20. 1906. 

Zur Messung des Drucks von Gasen, die 
Quecksilber und die meisten Metalle angreifen, 
wie z. B. Ozon, haben die Verf. ein Manometer 
aus Glas nach Art der Bourdouschen Spirale 
angeweudet. 

Eine ganz dünne flache Glasröhre ist in der 
Form gebogen, wie es die beistebenden Ab- 
bildungen zeigen. Fig. 1 stellt ein solches In- 
strument dar, das zu Beobachtungen mittels 
Mikroskops geeignet ist. Das Ende des flachen 
Rohres ist zu einer Zeigerspitze A ausgezogen, 
B ist ein dünner mit dem Manometer ver- 
bissener Glasstab, dessen Endpunkt als Null- 



Fia. i. Flg. a. Flg. 3. 

marke dient. Zur besseren Beobachtung mittele 
Mikroskops werden beide Enden umgebogen 
und zu Spitzen ausgezogeu. Manometer und 
Mikroskop müssen auf derselben Grundplatte 
befestigt sein, um parallaktische Fehler zu ver- 
meiden. Der Ausschlag des beweglichen 
Schenkels betragt je nach der Güte des Mano- 
meters 2 bis 4 mm für eine Druckdifferenz von 
760 mm. Da die Bahn des beobachteten 
Punktes keine gerade ist, so ist der gemessene 
Ausschlag dem Drucke nicht vollkommen pro- 
portional. DaB Instrument muß daher vor dem 
Gebrauch geeicht werden, doch sind die Ab- 
weichungen, die bei Vernachlässigung dieser 
Fehlerquelle entstehen, nicht größer als 3 mm 
Quecksilberdruck. Auch die Temperatur be- 
einflußt die Angaben, doch können Unterschiede 
bis 3 oder 4° vernachlässigt werden. 



Die Empfindlichkeit des Instruments laßt 
sich durch Anwendung einer Spiegelablesung 
bedeutend vergrößern. Fig. 2 und 3 zeigen 
die Modelle zweier solcher Übertragungen, die 
sich noch auf verschiedene andere Weisen 
ausführen lassen. Die in Fig. 2 abgebildete 
Form ergibt eine Drehung des Spiegels von 
etwa 60° für die Druckdifferenz von 760 mm, 
gestattet also bei einem Skalenabstand von 1 m 
Druckdifferenzen von ‘/so blB ’/ao ww nach- 
zuweisen. 

Die Herstellung des Instruments hat der 
Glasblaser Hr. Bitter (Charlottenburg, Pesta- 
lozzistraße 38) übernommen. YF6. 



Eine Modifikation 

des Victor Meyerachen Apparats zur 
Bestimmung der Dampfdichten. 

Von B. J. Harrington. 

Am. Joum. of Science. 20, 8. 225. 1905. 
Der Apparat zur Bestimmung der Dampf- 
dichten von Victor Meyer leidet an dem 
Übelstand, daß er sehr hoch und zerbrechlich 
ist, namentlich in den Händen unerfahrener 
Experimentatoren. Verf. hat nun zwei abge- 
Änderte Formen ersonnen, die diese übel- 
stände nicht zeigen und sich in seinem eigenen 
Laboratorium gut bewährt haben. 




Bei der ersten Form (Fig. 1) ist der Be- 
hälter horizontal statt vertikal gelegt und 
die lange Röhre des Mey ersehen Apparats ist 
in mehrfachen Krümmungen gebogen, so daß 




der Apparat nur wenig Raum einnimmt und 
stabiler ist. An Stelle des langen äußeren 
Zylinders, der gewöhnlich angewendet wird, 





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150 



Glattechniscbaa. — BUchvnchau u. Preislisten 



Deataeh« 

Merhsniker-Zte 



braucht Verf. ein Gefäß aus verzinntem Eisen 
oder Kupfer. 

Bei der zweiten Form (.Ffy. 2) ist der Be- 
hälter d d vertikal angeordnet, indem man an- 
nahm, daß in diesem Falle der Dampf weniger 
in die Ablaufröhre gelangen würde, als beim 
Gebrauch der horizontalen Form. 

Verf. hat eine Reihe vergleichender Be- 
stimmungen der Dampfdichte mehrerer Sub- 
stanzen mit dem M eye rächen Apparat und mit 
den beiden von ihm abgeftnderten Apparaten 
gemacht und vorzügliche Übereinstimmung ge- 
funden. Wb, 

Zu dem Aufsatze 

Quecksilber- Kontaktthermometer 
bU 550* C 

auf 8. 116 dieser Zeitschrift macht die Firma 
W. Niehls (Berlin 8W 48, Friedrichetr. 244) 
darauf aufmerksam, daß sie seit vielen Jahren 
Kontaktthermometer bis 575° herstellt; eines 
der ersten, das bis 550° reicht und einen 
Kontakt bei 525° tragt, stammt aus dem 
Jahre 1894 und ist von der Phys. - Techn. 
Reichsanstalt mit PrUfungsschein 5528 ver- 
sehen. Bei diesen hochgradigen Kontakt- 
thermometern ist besonders hervorzuheben, 
daß sie aus ftner Glassorte bestehen. 



Büeherschau u. Preislisten. 

W. Guckes u. E. Jurthe, Rechenbuch für 
Metallarbeiterklassen an gewerblichen Fort- 
bildung«- und Fachschulen. |. Teil. Unter 
Mitwirkung von H. Neuschäfer herausge- 
geben. 8°. 80 S. m. Fig. Frankfurt a. M., 
F. B. Auffarth 1906. 0,75 M. 

R, Krause, Kurzer Leitfaden der Elektrotechnik 
f. Unterricht und Praxis in allgemein ver- 
ständlicher Darstellung. 8°. VIII, 179 8. 
ra. 180 Fig. Berlin. J. Springer 1905. In 
Leinw. 4,00 Af. 

K. Karmasch, Handbuch der mechanischen 
Technologie. In 5. Aufl. hrsg. v. B. Hartig. 
6. neubearb. und erweit. Aufl., hrsg. v. H. 
Fischer. 16. und 17. Lfg., bearbeitet v. E. 
Müller u. A. Haußner. 3. Bd. 8°. S. 1457 
bis 1702 m. Fig. u. 1 lit. Taf. Berlin, W. & 8. 
Loe wen thal 1905. 8,00 M 

Preisverzeichnisse n. dgl. 

Ludw. Löwe & Co. A.-G. Berlin, Katalog der 
Werkzeugmaschinen, Spezial-Werkzeug- und 
Werkstatt - Ausrüstungen, kl. -8°. XII, 359 8. 
mit zahlreichen Abbildungen. 

Der Katalog gibt eine erschöpfende Über- 
sicht Uber die vielseitige Fabrikation dieser 
Weltfirma auf dem Gebiet der Werkzeug- 
maschinen und Werkzeuge. Die überaus zweck- 
mäßige Anordnung des Ganzen wird dem 
Käufer viel Fragen und Unsicherheiten ersparen. 



Aus der großen Zahl der Werkzeugmaschinen 
seien nur diejenigen hervorgehoben, welche 
einschneidende Verbesserungen zeigen. Die 
Firma liefert jetzt sämtliche Leit- und Zug- 
spindelbänke mit selbsttätiger Auslösung der 
Längsbewegung. Die HinterdrehbAnke be- 
dürfen keiner auswechselbaren Kurvenscheiben 
mehr zur Veränderung der Hubhöhen, dieselbe 
geschieht vielmehr in schnellster Weise mittels 
Schraubenspindel. Bei dem gleichen Maschinen- 
typ können jetzt mit den beigegebenen Rädern 
40 Zahne — gegen 26 früher — geschnitten 
werden. Unter den Prllam aachinen sind solche 
mit selbsttätigem Vertikal Vorschub bemerkens- 
wert. Von großem Interesse sind ferner die 
im Katalog enthaltenen Mitteilungen über die 
Ersparnisse beim Rundfräsen. Danach beträgt 
der Zeitgewinn bei Benutzung dieser noch 
ziemlich neuen Bearbeitungsweise gegenüber 
der Arbeitszeit auf dor Drehbank 40 bia 80 %. 
Endlich mag noch erwähnt werden, daß für 
jede Maschine der Energieverbrauch in Pferde- 
stärken angegeben ist. Die Ausstattung des 
Katalogs ist musterhaft. Q. 

G. Heyde (Dresden-A., Friedenstr. 18), Preis- 
liste II. Vermeesungsinstrumente. 8°. 70 8. 
mit zahlreichen lllustr. 1906. 

Die erste Auf lago dieser vortreff liehen 
Preisliste (1904) ist in der Zeitschr f Instrkde 24. 
8. 309. 1904 ausführlich besprochen worden; 
auf die neue, ergänzte und erweiterte Ausgabe, 
in der alle ln der Zwischenzeit erfolgten Ver- 
vollkommnungen und Verbesserungen einzelner 
Instrumente berücksichtigt worden sind, sei 
auch an dieser Btelle aufmerksam gemacht. 

G. Rüdenberg jun. (Hannover und Wien), 
Katalog über Photographie und Optik. 
qu.-8°. 140 8. mit vielen lllustr. 4. Aufl. 1906. 
Bin viel und schön illustriertes Preisver- 
zeichnis Uber photographische Apparate und 
Utensilien, die vou der Firma in sehr reich- 
haltiger Weise geführt werden. 

Ludw. Trapp, G. Weichold ts Nachfolger, 
(Glashütte i. S.), Prospekt über billigere 
Präzisions-Sekundenpendeluhren. 

Die Uhren sind für 8-tägige Gangzeit be- 
rechnet und tragen Gefäß - Quecksilberpendel. 
Das Werk ist, wie bei feineren Uhren üblich, 
getrennt vom Gehäuse auf einem gußeisernen 
Stuhl an der Wand befestigt. Der Preis von 
450 M für eine gute Pendeluhr ist nicht hoch 
zu nennen. Angaben über die Gangleistungen 
sind leider nicht gemacht. Bei den hervor- 
ragenden Leistungen der Firma auf dem Gebiet 
feinster Furnituren w r io Triebe, Räder u. s. w. ist 
indes anzunehmen, daß die Uhren hohen An- 
forderungen an Genauigkeit genügen. Q. 



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tuft 15. 

1. Angnst 190«. 



PaUntaehau. — PiUntllate. 



151 



Patentschau. 

Apparat zum Messen und fortlaufenden Aufzeichnen des Winddruckes mittels 
einer horizontal geführten, au einem Gestänge beweglichen Stoßplatte unter Überwindung eines 
hinter ihr angebrachten Widerstandes, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschiebung des Ge- 
stänges in die Auf- und Abbewegung einer Leitst&nge umgosetzt wird, die mit einem unteren 
Hohlkolben in die QuecksilberfQllung eines Gefäßes taucht, während ein mit der Leitstange 
verbundener Schreibstift diese Tauchbewegung auf einer unter dem Gefäß angebrachten Re- 
gistriertrommel fortlaufend aufzeichnet, zum Zwecke, die Stoßplatte ungleichmäßig beein- 
flussende Widerstände, wie Federn o. dgl., zu vermeiden. C. Gaab in Mannheim. 23. 12. 1902. 
Nr. 168 824. Kl. 42. 

Verfahren zur Bestimmung des Feuchtigkeitsgehaltes von Dampf, Luft oder Gagen, 
dadurch gekennzeichnet, daß als Maß für den Feuchtigkeitsgehalt der durch Vergleich der 
Kapazität eines in dem zu untersuchenden Dampf, Luft oder Gas befindlichen Kondensators mit 
der Kapazität eines oder mehrerer außerhalb desselben befindlicher Kondensatoren ermittelte 
DielektrizitätBkoeffizient des Dampfes u. s. w. dient. R. Schmidt und F. Dohne in Berlin. 
21.4.1903. Nr. 168106. Kl. 42. 

Visierfernrohr, bei welchem in der hinteren Brennebene des Objektivs mehrere 
Punkte festgelegt sind, deren Höhenlage in bezug auf die optische Achse des Fernrohres den 
für verschiedene Entfernungen erforderlichen Erhöhungswinkeln des Geschützrohres entspricht, 
dadurch gekennzeichnet, daß außer der mehrere Punkte aufweisenden Visiermarke am Fernrohr 
eine zweite Visiermarks derart angeorduet ist, daß beim Binstellen der einen Visierraarke in 
das Gesichtsfeld die andere aus dem Gesichtsfeld verschwindet. F. Krupp in Essen, Ruhr. 
2. 2. 1904. Nr. 158 736. Kl. 72. 

Spiralbohrer mit unter konstantem Winkel verlaufender Bpiralnut, dadurch gekenn- 
zeichnet, daß neben dieser Spiralnut eine zweite, von der 8pitze nach dem Schaft des Bohrers 
sich allmählich verbreiternde Nut vorgesehen ist, die das Abführen der Bpäne erleichtert. The 
Pratt & Whitney Cy. in Hartford, V. St. A. 27. 1. 1904. Nr. 159 437. Kl. 49. 

Frequenzmesser mit einem aus verschieden abgestimmten Federzungen bestehenden 
Zungenkamm, dadurch gekennzeichnet, daß der Kamm oder die Zungen einzeln von einer Spule 
derart umschlossen sind, daß die Zungen seitlich zur magnetischen Mittellinie liegen. F. Lux 
in Ludwigshafen a. Rh. 5. 12.1903. Nr. 159 723. Kl. 21. 



Patentliste. 

Bis zum 16. Juli 1906. 

Klasse: Anmeldungen. 

4. K. 30 474. Brenner zur Erzeugung von Blau- 
Hammen hoher Temperatur. K. Küppers, 
Aachen. 9. 10. 06. 

L. 22857. Bunsenbrenner, der im Kopf mit 
einem Einbau von Kanälchen versehen ist 
L. Loewenstein, Wien. 22.3.06. 

12. P. 16 741. Verfahren und Apparat zum Ein- 
leiten elektrischer Lichtbögen zwischen Elek- 
troden mit verhältnismäßig großem Abstand. 
A. J. Petersson, Albi , Schweden, und 
AktieselskabetDetNorskeKoaelstof- 
kompagni, Chris tiania. 20.12.04. 

21. ß. 39 992. Verfahren zur Herstellung von 
Induktionsspulen mit nebeneinander liegen- 
den, abwechselnd entgegengesetzt gewun- 



denen Spulenscheiben. Braun & Bock- 
mann, Mannheim. 17.5.05. 

B. 43 027. Elektrizitätszähler für verschie- 
denen Einheitspreis ; Zus. z. Pat. Nr. 142 945. 
A. Baumann, Zürich. 3.5.06. 

F. 19 924. Stromunterbrecher. M. Le vy, Berlin. 

[ 8. 3. 05. 

L. 21 614. Voltameter nach Art eines Aräo- 
meters mit beweglicher Elektrode. B. 
Loeweuherz, Charlottenburg. 7.10.06. 

Sch. 24 833. Quecksilberdampflampe mit Kipp- 
zündung. Schott&Gen., Jena. 27. 12. 05. 

32. F. 20 843. Haltevorrichtung für zu ver- 
schmelzende Glaswaren. F. Faehllng, 
Berlin. 2. 11. 05. 

42. B. 41511. Farbzuführung für den Registrier- 
stift von empfindlichen Meßgeräten. P. 
Braun & Co., Berlin. 17.11.05. 

B. 42 221. Ablesevorrichtung für Büretten und 
ähnliche Meßinstrumente. W. Brendler,* 
Zittau. 12. 2. 06. 



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152 



l*at«ntttat«. 



Daataehe 
Mechaniker- Zig 



G. 18 681. Verfahren und Vorrichtung zur 
Aufhebung der ablenkend auf die durch das 
Erdmagnetfeid oder eine andere Kraft fest- 
gelegte Richtung eines Magneten oder 
MagnetayBtems wirkenden Einflüsse durch 
eine aufRüokdrehung des Magneten wirkende 
Kompensationseinrichtung. H. Gehrcke, 
Berlin. 31.7.03. 

H. 33 389. Wärmeregler mit Kontaktthermo- 
meter. P. Hensel & Co., London. 13.7.04. 

H. 36 449. Vorrichtung zur Erzielung ellip- 
tischer, geneigter oder ungeneigter Bahnen 
der Himmelskörper bei Tellurien u. s. w.; Zue. 
z. Anm. H. 34 430. G. Hering, Griesheim 
b. Darmstadt. 29. 5. 06. 

L. 21 415. Apparat zur Analyse von Gasge- 
mischen durch Diffusion. L. Löwenet ein, 
Aachen. 12. 8. 06. 

L. 21 780. Optisches Untereuchungsinstrument 
mit gebrochener optischer Achse und einem 
dem Objektivpriema vorgelagerten Prisma 
zum Einfahren in Höhlungen. L. & H. Loe- 
wenetein, Berlin. 17.11.06. 

M. 28 336. Festigkeitsprafer, insbesondere zur 
Prüfung von Papier, mit einem am einen 
Ende des eingespannten Probestückes wirk- 
samen FlOssigkeitebehalter. W. Meyer, 
Düsseldorf. 9. 10. 06. 

M. 29014. Elektrisches Log mit einer in einer 
wasserdichten Umhüllung befindlichen Strom- 
Schlußvorrichtung. A. Men sing, Berlin. 
24. 1. 06. 

N. 7999. Doppelfernrobr mit Vorrichtung zum 
Wechseln der Okulare und der Auszugs- 
längen durch Verschiebung der Objektive 
gegen die feststehenden Okulare. P. Nia- 
mey er, Braunschweig. 6.9.06. 

R. 22 404. Mikrometer-Schraublehre. O. Eil- 
hauer, Neustadt a. Orla, u. P. Rackert, 
Gera (Reuß). 3. 3. 06. 

Sch. 24 608. Meßinstrument, nach Art der 
Mikrometer, mit einem mechanischen Über- 
setzungsgetriebe. Ch. Scheibenstock fils, 
La Chaux-de-Fond*, Bchweiz. 11. 11. 06. 

V. 6999. Vorrichtung zur selbsttätigen und 
ununterbrochenen Feststellung der geogra- 
phischen Koordinaten des Schifforte, be- 
stehend aus einem mittels Kugelgelenkes 
aufgehängten Gestell, welches ein in kar- 
danischen Ringen gelagertes, elektrisch an- 
getriebenes Gyroskop trägt. F. Vanzlni, 
Bologna, Italien. 8. 6. 06 

74. S. 21 668. Schallempfänger und Thertrager 
für unterseeische Signalgebung. Subma- 
rine Signal Cy., Waterville, V. St. A. 
6. 9. 06. 



Sch. 22 351. Elektrischer Fernwaaserstands- 
znelder. A. Schumann, Düsseldorf. 11.7.04. 

Erteilungen. 

21. Nr. 174 744. Verfahren zur Bichung von 
Wechselstrom • Meßgeräten, insbesondere 
Zählern. Siemens & H sinke, Berlin. 
29. 11. 06. 

Nr. 174 788. Vakuumventilröhre. Koch 
& Sterz el, Dresden. 22.3.06. 

Nr. 174 874. Motorelektrizitätszähler nach dem 
Siemens - Prinzip. 8iemens-Schuckert- 
Werke, Berlin. 12.6.04. 

Nr. 174 949. Verfahren zur Bestimmung der 
Röntgenlichtmenge. Reiniger, Gebbert 
& Schall, Erlangen. 11.12.04. 

Nr. 174 952. Verfahren zur Bestimmung der 
Röntgenlichtmenge; Zus. z. Pat. Nr. 174 949. 
Dieselben. 9. 12. 06. 

Nr. 175 032. Elektrizitätszähler. Al lg. Elek- 
trizitäts-Gesellschaft, Berlin. 28. 1. 06. 

32. Nr. 174 748. Vorrichtung zum Gießen von 
Glas unmittelbar vom Schmelzofen. P. Th. 
Sievert, Dresden. 12.3.05. 

Nr. 174 793. Verfahren zur Herstellung von 
gläsomen Durchgangshähnen vor der Glas- 
bläserlampe. F. Fischer & Roewrer, 
8tützerbach, Thür. 14 7. 05. 

42. Nr. 174 752. Temperaturregler mit Kontakt- 
thermometer für die höchste und tiefste 
Temperatur. M. Lwowitch - Kostritza. 
Wilna. 19. 3. 04. 

Nr. 174 753. Vorrichtung zur Heizwertbe- 
Btimmung ständig strömender Wärmegase. 
H. Junkers, Aachen. 2.9.03. 

Nr. 174 764. Resonanzmeßgerüt. Hartmann 
& Braun, Frankfurt a. M. 21.11.05. 

Nr. 174 800. Vorrichtung zur Bestimmung der 
Mengenverhältnisse einesGasgemisches durch 
Beobachtung der Längenänderung einer 
Flamme. P. de Bruyn, Düsseldorf. 25.1.06. 

Nr. 174 915. Zirkel mit einer in glatter Führung 
feststellbarer Einsatznadel; Zus. z. Pat. Nr. 
161 478. G. Schoenner, Nürnberg. 22.8.05. 

Nr. 174 917. Federnde Einsatzbefestigung an 
Zirkeln. Derselbe. 24-2.06. 

Nr. 174 959. Vorrichtung zur Erzielung ellip- 
tischer, geneigter oder ungeneigter Bahnen 
der Himmelskörper bei Planetarien u. s. w. 
G.Hering, Griesheim b.Darmstadt. 29.12.04- 

72. Nr. 174 968. Vorrichtung zum Messen des 
beim Abfeuern einer Patrone entstehenden 
Gasdrucks. Deutsche Waffen- und Mu- 
nitionsfabriken, Berlin. 14.11.06. 

74. Nr. 174 969. Handgerät zum Ermitteln von 
Temperaturerhöhungen. C. Cy on, 8t. Peters- 
burg. 12. 4. 03. 



Kdr dl« Redaktion Terantw örtlich : A. Blaaehke ln B«rlin W. 

Verlag von Jaltna Springer In Berlin N. — Druck von Emil Drayar ln Berlin SW. 



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Deutsche Mechaniker-Zeitung. 

Beiblatt zur Zeitschrift für Instrumentenkunde 

and 

Organ für die gesamte Glasinstrumenten - Industrie. 
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik. 

Redaktion: A. Blaschke, Berlin W30, An der Apostelkirche 5. 

Heft 16. 15. August. 1906. 

Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion gestattet. 



Lehrplan und Ausrüstung der K. Württ. Fachschule 
für Feinmechanik, Uhnnacherei und Elektromeohanik in Schwenningen a. N. 

Vod Prof. Dr. F. Göpel ln Schwenningen. 

Rin günstiger Zufall fügte es, daß im Jahre 1900, kurze Zeit nach der Eröffnung 
der K. Fachschule für Feinmechanik in Schwenningen a. N., der 11. Deutsche Mechaniker- 
tag in Stuttgart stattfand und damit für den Verfasser dieser Mitteilung eine selbst- 
verständliche Veranlassung vorlag. der damaligen Versammlung durch einen Vortrag 
Einrichtung und Ziele der neuen Fachschule vorzuführen. In den seither verflossenen 
0 Jahren sind der Lehrplan und die Ausrüstung der Anstalt wesentlich erweitert und 
vervollkommnet worden, so daß eine Mitteilung über die jetzige Organisation der Schule 
manchem Fachmann willkommen sein dürfte. Dabei liegt es nahe, für den Leserkreis 
dieser Zeitschrift besonders eingehend die Ausbildung der Fein- und Elektromechaniker 
zu behandeln und die Uhrmacherausbildung nur zu streifen, umsomehr, als die Znhl der 
ersteren auch verhältnismäßig groß ist: im abgelaufenen Schuljahr wurden von 69 Schülern 
allein 58 in der Fein- und Elektromechanik und nur 11 in der l'hrmacherei ausgebildet. 

Der Lehrplan der Schule ist auf vier Jahreskurse verteilt. Davon dienen drei 
einheitlich organisierte Kurse der eigentlichen Lehrlingsausbildung, « ährend ein vierter 
sog. Fortbildungskurs ältere Gehilfen aufnimmt. Das Eintrittsalter in den I. Lehrkurs 
ist an sich fast unbeschränkt, insofern als nur die Zurücklegung des 14. Lebensjahres 
Vorschrift ist. Weitaus die meisten Zöglinge treten unmittelbar nach dem Verlassen 
der Schule ein. Sie haben ihre Vorbildung etwa zur Hälfte in der Volksschule, zur 
Hälfte in höheren Schulen genossen: von letzteren ist durchschnittlich wieder die Hälfte 
im Besitz der Berechtigung zum Einjährigen-Dienst Somit schwankt das Eintrittsalter 
mit wenigen Ausnahmen zwischen 14 und 16 Jahren. Eine Prüfung in den Elementar- 
fächern (Rechnen, Aufsatz und LeBen) geht der Aufnahme voraus, unter Beschränkung 
auf diejenigen Angemeldeten, welche die Berechtigung zum Einjährigen-Dienst nicht 
haben. Sämtliche Kurse beginnen am 1. Mai. Da jedoch die höheren Schulen Würt- 
tembergs ihre Abschlußprüfungen erst Ende Juli abhalten, ist den Schülern mit Ein- 
jährigen-Zeugnis der Eintritt bis zum 15. September, dem Ablauf der Sommerferien der 
Fachschule, zugestanden. Junge Leute, welche ihre Ausbildung anderwärts begonnen 
haben, können — ebenfalls nach Bestehen einer Aufnahmeprüfung — je nach ihrem 
Bildungsstand sogleich in den II. oder III, Lehrkurs eintreten. Der Eintritt in den 
Fortbildungskurs Bteht vor allen solchen Gehilfen offen, welche nach ordnungsmäßig 
zurückgelegter Lehrzeit und Bestehen der gesetzlich vorgeschriebenen Gehilfenprüfung 
mindestens zwei Jahre als Gehilfe in ihrem Beruf tätig waren und einige Fertigkeit im 
Fachzeichnen haben. Beim Übergang aus einem Lehrkurs in den andern sind prak- 
tische und theoretische Promotionsprüfungen zu bestehen. Der III. Lehrkurs endet mit 
einer Abschlußprüfung, weicher auf Grund § 129 Abs. 4 der Reicbsgewerbeordnung 
vom K. Württ. Ministerium des Innern die Wirkung der Gehilfenprüfung beigelegt 
worden ist. Die Abschlußprüfung des Fortbildungskurses ist der Meisterprüfung gleich- 
gestellt worden. Schüler, welche aus irgend einem Grunde die Gehilfenprüfung nicht 
abgelegt haben, können dies beim Eintritt in den Fortbildungskurs durch eine der 
Gehilfenprüfung gleichgestellte Ergänzungsprüfung nachholen. Endlich können In alle 
Kurse ältere Leuts als Gäste eintreten und am vollen Unterricht teilnehmen oder auch 
als Zuhörer einzelne Fächer besuchen. 



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154 



P. CBp#l, K. WUrtt Fachschul# für F#lnm#chanlk ln Schw#nnlog#n a N 



Deutsche 

Mechan iher-Ztg. 



I)er Besuch der Schule konzentriert sich auf die drei Lehrkurse. Die Frequenz 
des Fortbildungskurses ist leider schwach. Es macht sich die Erfahrung geltend, daß 
altere Gehilfen, welche einmal in gutem Verdienst stehen, ihr Einkommen ungern auf 
ein Jahr missen wollen, obwohl der Besuch des Kurses keine hohen Opfer fordert. Das 
Schulgeld für jeden Jahreskurs betragt für Reichsdeutsche nur 25 M. Dafür wird vom 
Staat das gesamte Werkzeug und Material gestellt und die Unfallfürsorge bei der Be- 
rufsgenossenschaft und bei dem Allgemeinen Deutschen Versicherungsverein in Stutt- 
gart übernommen. Außerdem gewahrt die Kgl. Zentralstelle für Gewerbe und Handel 
an Württemberger nach Umständen nennenswerte Beihilfen. 

Der Unterricht vereinigt die praktische und theoretische Ausbildung. Die 
wöchentliche Gesamtstundenzahl beträgt in jedem Kurs im Sommer 60, im Winter 
54 Stunden. Der praktischen Unterweisung wird die meiste Zeit gewidmet, im Mittel 
aller Kurse etwa zwei Drittel der Auibildungszelt. 

Zunächst möge der theoretische Lehrplan erläutert werden. 

Im 1. Lehrkurs beherrschen Mathematik, Physik und Zeichnen den Stundenplan. 
Der ganze Lehrstoff ist selbstverständlich so gewählt, daß ein Schüler mit normaler 
Volksschulbildung sicher folgen kann. Der Unterricht in Mathematik umfaßt allein 
5 Wochenstunden. Er beginnt mit einer kurzen Wiederholung des Zahlenrechneus und 
wendet sich dann sofort, getrennt vorschreitend, der Algebra und der Geometrie zu. 
In der Algebra ist das Ziel die Beherrschung der Gleichungen ersten und zweiten 
Grades mit mehreren Unbekannten, die Reihen und ihre Anwendung auf Zinseszins- und 
Kentenrechnung; daB Rechnen mit Logarithmen wird ebenfalls geübt. Dieses Ziel 
wird im I. Lehrkurs nicht erreicht, da auch für die zwei höheren Kurse Mathematik- 
Unterricht vorgesehen ist. Während sich in der zur Verfügung stehenden Zeit eine 
lückenlose Ausbildung in der Algebra erzielen läßt, ist in der Geometrie im Interesse 
einer nötigen Beschränkung eine gewisse Stoffauswahl nicht zu umgehen. So tritt 
namentlich in der Planimetrie eine Abkürzung der Dreieckkonstruktionen ein, natürlich 
ohne Außerachtlassung der praktisch wichtigen Aufgaben. In der Trigonometrie und 
Stereometrie, deren Unterricht wie der Ausbau der Algebra in das II. bezw. III. Schuljahr 
fallt, beschränkt sich der mitgeteilte Stoff ebenfalls auf das praktisch Notwendige. Die 
Trigonometrie wird im II. Lehrkurs möglichst bald abgeschlossen, um für die bequeme 
Behandlung der anderen wissenschaftlichen Fächer, wie Physik und Elektrotechnik, zur 
Hand zu sein. Die Übungen in der Mathematik beginnen sofort mit dem Anfang des 
I. Kurses. Die hier behandelten Aufgaben lehnen eich eng an die Praxis des Fein- 
mechanikers an. Die Übungen werden tunlichst in Form des Einzelunterrichts abge- 
halten; das hat den Vorteil, daß sich begabte und fleißige Schüler besonders rasch 
entfalten können und dadurch auch andere zu größerem Eifer anspornen. Die erle- 
digten Aufgaben werden in sorgfältiger Form in Reinhefte eingetragen. Zur Fest- 
stellung des Ausbildungsstandes und zur Gewöhnung an die zukünftigen schriftlichen 
Prüfungsarbeiten werden in größeren Zwischenräumen Klassenarbeiten geschrieben. Ee 
ist natürlich, daß die rein mathematischen Fächer den meisten Zöglingen viel Mühe 
machen, namentlich denen mit Volksschulbildung. Trotzdem beobachtet man bei solchen 
Schülern nicht selten bessere Erfolge als bei Schülern mit höherer Vorbildung, die 
vieles „ schon gehabt haben*. 

Dem Zeichenunterricht sind 9 Wochenstunden im Sommer, 7 im Winter Vor- 
behalten; je drei Stunden sind dem Freihandzeichnen, die übrigen dem geometrischen 
Zeichnen gewidmet. Das letztere beginnt mit dem elementaren Linearzeichnen, um 
möglichst bald zum Projektionszeichnen nach Holzmodellen überzugehen. Nur bei be- 
sonders begabten Schülern ist es möglich, das Projektionszeichnen schon im ersten 
Jahr ganz abzuschiießen; meist muß der Beginn des II. Kurses zu Hilfe genommen 
werden, um in den Grundlagen für das Fachzeichnen genügende Sicherheit zu erzielen. 
Eine ausführliche Darlegung über den Unterricht im Zeichnen von Hauptlehrer Winkler 
findet der Leser im Anhang zum Jahresbericht der Fachschule auf das Schuljahr 1903/04. 
Es ist selbstverständlich, duß auch das Freihandzeichnen dem Zweck der Schule eng 
angepaßt ist. Sein Zweck ist das flotte Skizzieren nach Werkzeugen und Apparaten in 
geometrischer und prospektivischer Anordnung, in schwarz und in farbiger Ausführung, 
letzteres als Vorübung zum .Anlegen“ der Fachzeichnungen. Auch im II. Kurs sind 
noch 2 Wochenstunden dem Freihandzeichnen Vorbehalten. Für die Uhrmacher ist die 
Einführung ln die Elemente des kunstgewerblichen Zeichnens nicht außer acht gelassen. 



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Heft tft. 

15. Ansaat llKtö. 



P. Göpel, K. WOrtt. Fachschule für Peinmechanik in Schwenningen a. N. 



155 



Für Physik war im ursprünglichen Lehrplan nur eine Wochenstunde vorgesehen. 
Da von vornherein reststand, daß diese Zeit nicht ausreichend sei, wurde der Physik- 
untorricht auf je 2 Wochenstunden im I. und II. Kurs ausgedehnt. Auch das ist keines- 
wegs zu viel. Die Behandlung der Grundzüge der Physik in der jetzt vorhandenen 
Zeit wird nur dadurch möglich, daß die Elektrizitätslehre dem Unterricht in der Elektro- 
technik mit zumilt. Die Hauptaufgabe des Physikunterrichts ist das Vertrautwerden mit 
den wichtigsten Instrumenten und Apparaten und den Grundsätzen ihrer Wirkungsweise. 
Durch das sehr kurz und präzis abgefaßte Lehrbuch von Kleiber-Karsten „Physik 
für Techniken“ wird der Unterricht wesentlich unterstützt. Durch Vorführung wichtiger 
Versuche wird den Schülern auch die Handhabung der Apparate geläufig gemacht. Im 
ersten Schuljahr wird ausschließlich physikalische Mechanik getrieben, weil dieser Teil 
für das Wissen des zukünftigen Feinmechanikers eine besonders wichtige Grundlage 
bildet. Der Unterricht schließt mit den einfachen Maschinen und der Lehre von der 
Reibung. Die Schüler werden angehalten, etwa vorgetragene Ergänzungen des im 
Lehrbuch gebotenen Stoffes zu notieren. Typische Aufgaben, welche möglichst mit der 
Werkstattpraxis Zusammenhang haben, werden gemeinsam gelöst. 

In engstem Zusammenhang mit dem Werkstattunterricht steht ferner Technologie 
und Werkzeugkunde, ln einer Wochenstunde des I. Kurses werden zunächst die wich- 
tigsten Materialien, Metalle und andere Rohstoffe besprochen. Eine faksimilierte Aus- 
arbeitung der Materialienkunde wird den Schülern nach der mündlichen Behandlung 
der einzelnen Abschnitte zur Verfügung gestellt, aber mit der Verpflichtung, den ge- 
botenen Stoff in ein Heft einzutragen. Das hat sich als wünschenswert ergeben, einmal 
um die Schüler mit Fachausdrücken schriftlich besser vertraut zu machen, und dann, 
um ihnen an einem Beispiel zu zeigen, wie sie in Zukunft eigene Niederschriften des 
Unterrichtsstoffes zu gestalten haben. Die Vorbildung der meisten Zöglinge würde im 
ersten Jahr noch nicht ausreichend sein, den Lehrstoff selbst schriftlich und logisch zu 
verarbeiten; das ist auch später nur in bescheidenem Umfange zu erreichen. Der Ma- 
terialienkunde, welche durch eine Sammlung der wichtigsten Rohstoffe und Halbfabrikate 
besonders fruchtbar gemacht wird, folgt etwa zu Beginn des Wintersemesters die Be- 
sprechung der Bearbeitung der Metalle und Legierungen auf Grund der Gießbarkeit 
und der Geschmeidigkeit. Die erforderlichen Werkzeuge werden eingehend besprochen 
und aus einem für den Unterricht besonders zusainincngestellten „Normalwerkzeug“ vor- 
geführt. Die Fortsetzung der Technologie ist dann dem II. Kurs Vorbehalten. 

Im ersten Schuljahr beginnt noch die geschäftliche Ausbildung des Mechanikers 
mit 1 Wochenstunde „Kaufmännischem Unterricht“, in welchem wesentlich gewerb- 
licher Briefwechsel und Behandlung des schriftlichen Verkehrs mit Post und Eisenbahn 
gelehrt werden. Üble Erfahrungen mit der Schreibgewandtheit der Zöglinge haben endlich 
noch die Einführung einer besonderen Unterrichtsstunde in Schön- und Rechtschreiben 
veranlaßt. Auch dieser Unterricht wird nach Kräften für die eigentliche Fachausbildung 
nutzbar gemacht durch Übungen nach einem speziell zusammengestellten Wörter- 
verzeichnis, welches die wichtigsten Fachausdrücke, spezifische Arbeitsbezeichnungen 
und unentbehrliche Fremdwörter aus dem Wortschatz der Feinmechanik enthält. Mit 
der Einführung freierer, mehr kaufmännischer Formen in die notwendig etwas starre 
Schulschrift an Hand eines besonderen Lehrheftes sind gute Erfahrungen gemacht worden. 

Im Jahresmittel umfaßt demnach der theoretische Unterricht im I. Lehrkurs 
18 Wochenstunden. Es mag erwähnt werden, daß dieser Unterricht in allen Kursen 
mit wenigen Ausnahmen in den ersten Vormittagsstunden erledigt wird und daß im 
ersten Jahr Mechaniker und Uhrmacher noch gemeinsam theoretisch unterrichtet werden. 
Ist der Unterricht infolgedessen noch mehr allgemeiner Art, so liegt im II. Lehrkurs 
der Schwerpunkt im eigentlichen Fachunterricht. Die Anzahl der theoretischen Wochen- 
stunden beträgt jetzt 20. 

Zahlenmäßig beherrscht das Zeichnen auch im II. Kurs den Lehrplan mit 8 
hezw. 8 Stunden technischem Fachzeichnen und 2 Stunden Freihandzeichnen, bezüglich 
deren Handhabung auf das oben Gesagte verwiesen wird. Ebenso wurde bereits erwähnt, 
daß auch der Unterricht in Mathematik und Physik mit je 2 Wochenstunden im II. Kurs 
Fortsetzung findet. In der Physik werden jetzt Akustik, Optik und Wärmelehre ähnlich 
der Mechanik behandelt und finden nun nach dem etwas trockenen Physikstoff des 
I. Kurses besonders lebhaftes Interesse. 

Weitergeführt werden auch Technologie und kaufmännischer Unterricht mit je 
1 Wochenstunde. Die Technologie beendet die Besprechung der Bearbeitung der Ma- 



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156 



Vcrtinsnachrichtcn - Klriner« Mitteilungen 



Deutsche 

Merbaoiker-Ztg. 



terialien durch Trennung»-, Zusammenfügungs- und Verschönerungearbeiten so zeitig, 
daß nach einer Vorführung der wichtigsten Mechanismen noch die typischen Werkzeug- 
maschinen kurz behandelt werden können. Der kaufmännische Unterricht vermittelt 
die einfachsten volkswirtschaftlichen Kenntnisse und behandelt dann die wichtigsten 
Fragen der gewerblichen Gesetzgebung einschließlich Arbeiterversicherung. Es Ü6gt in 
der Absicht der Kgl. Zentralstelle für Gewerbe und Handel, diesen Unterricht 
allmählich noch mehr nach der staatsbürgerlichen Seite auszubauen. 

Außerdem treten aber noch zwei neue, wichtige Fächer für die Feinmechaniker 
hinzu: Elektrotechnik und Mechanik mit je 2 Wochenstunden. Wie oben bereits be- 
merkt, fällt dem Unterricht in der Elektrotechnik auch die Einführung in die allgemein«? 
Elektrizitätslehre zu. Auch dieser allgemeine Teil läßt sich durch Vorführung zahl- 
reicher Anwendungen für den eigentlichen Elektrotechnikunterricht nutzbar machen, 
dessen Hauptaufgabe wie in der Physik das Bekanntmachen mit den wichtigsten Appa- 
raten und Instrumenten bildet, unter gleichzeitiger Vorführung von Versuchen. In der 
Mechanik wird zunächst der Lehrstoff des I. Lehrkurses wiederholt, gleichzeitig aber 
werden eingehend die einfachen Maschinen unter Berücksichtigung der Widerstände, 
sowie die übrigen Hauptsätze aus der Statik und Dynamik der festen Körper behandelt. 
Aus der Mechanik der flüssigen und gasförmigen Körper w ird eine Auswahl der Haupt- 
sätze besprochen. Die zahlreichen Übungsaufgaben werden wie in der Mathematik in 
Reinhefte eingetragen. Weiter wird zur besseren Übersicht eine Formelsammlung an- 
gelegt. Im Winter w'ird ferner eine der beiden Stunden zur Einführung in die Festig- 
keitslehre verwendet. 

Der theoretische Fachunterricht für Uhrmacher umfaßt im II. Kurs: Uhren- 

konstruktionslehre (4 8t.), Technologie und Werkzeugkunde (1 St.) und Fachzeichnen 
(6 bezw. 4 St.), von den Mechanikern getrennt. Die Uhrmacher nehmen aber außer- 
dem an den meisten allgemeinen Fächern teil. 

I Schluß folgt) 



Vereinsnachrichten. 

Anmeldung zur Aufnahme in den 
Hptv. der D. G. f. M. u. O.: 

Hr. H. C. KrÖplin; Feinmechanische 
Werkstatt, Fabrikation von Barometern und I 
Sphärometern; Bützow, Mecklenburg. 



Kleinere Mitteilungen. 

Über die Messung der Intensität der 
RÖntgenstrahlen. 

Von B. Walter. 

Vcrh. rl. 1. Röntg enkongr. Berlin 1905. 

S onderabdruck, 7 S. 

Auf dem im Frühjahr 1905 zu Berlin ab- 
gehaltenen 1. Röntgenkongreß hat Verf. die 
verschiedenen Methoden besprochen, nach denen 
die Wirkung der Röntgenstrahlen quantitativ 
gemessen werden kann. Als praktisch bisher 
bewahrt führte er das Verfahren von Holz- 
knecht an, nach dem man neben die durch 
RöntgenBtrahlen zu behandelnde Körpersteile 
einen Reagenskörper legt, der durch die Ein- 
wirkung der Strahlen gefärbt wird, und die 
diesem allmählich zu teil werdende Färbung 
mit einer aus unveränderlichen Farben her- 
gestellten Vergleichsakala vergleicht, um mit 



der Bestrahlung aufzuhören, sobald die Farbe 
des Keagenskürpers eine bestimmte Nummer 
dieser Skala erreicht hat. 

Diese Methode ist insofern nicht ganz voll- 
kommen, als in der Vergleichsskale mehrere 
der aufeinander folgenden Farbenstufen keiuen 
Unterschied erkennen lassen. Verf. emptiehlt 
daher außer dem Molzkn echt sehen Verfahren 
I auch noch die Milliamperemethode von Gaiffe 
zu verwenden. Diese besteht darin, daß man 
den durch die Röhre hindurchgehenden 8trom 
mittels eines Amperemeters nach Deprez 
d’Arsonval mißt. Dann sind die Angaben 
des Instrumentes in Verbindung mit der Ex- 
positionsdauer ein Maß für die Stärke der Be- 
strahlung. Man hat aber außerdem noch die 
Härte der Röhre in Betracht zu ziehen, da die 
Wirkung einer harten Röhre erheblich stärker 
ist als die einer weichen. Ist nun die Härte 
der Röhre bestimmt, so ist durch Stromstärke 
und Belichtungsdauer ihre Wirkung eindeutig 
bestimmt. 

Die Milliamperemethode stellt dem Holz- 
knechtschen Verfahren gegenüber eine Ver- 
feinerung dar, wenn sie auch weniger einfach 
ist. Um den Übergang von dem einen Ver- 
fahren zu dem anderen zu erleichtern, gibt 
Verf. in einer Tabelle Vergleichswerte beider 
Methoden wieder. Mit einer Röntgenröhre von 
l der Härte 7 seiner Skale erhielt er bei 20 cm Ab- 



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Heft 1 *. 

15. Augutt 1906. 



Kleinere Mitteilungen. — Glaetecbnisches. 



157 



stand zwischen Fokus und Keagenskörper mit 
einem Strome von 1 Milliampere nach einer 
Bcstrahlungszeit von 8, 12, 16, 20 Minuten die 
Farbe des Holzknechtachen Reagenzkörpers 
gleich 3,5, 4,5, 5 bis 8, 10. Dabei ist die An- 
gabe für 16 Minuten Bestrahlungszeit deswegen 
unsicher, weil die betreffenden Nummern der 
Holzknecht sehen Vergleichsskalo nicht von- 
einander zu unterscheiden waren. Mk 



Ultramikroskopische Untersuchungen 
Über Stelnsalzfärbungen. 

Von H. Siedentopf. 

Verh d. Deutsch. Physik Oes. 7. S. 268. 1905 

Steinsalz kommt in einigen seltenen Varie- 
täten in gefärbtem Zustande vor. Meistens be- 
sitzen diese eine blaue Färbung, doch treten 
bei ihnen auch alle anderen Farben des Spek- 
trums auf. Es ist schon früher gelungen, der- 
artige Färbungen auf künstlichem Wege an 
farblosen Steinsalzkrystallen hervorzurufen, und 
zwar durch Bestrnhlung mit Kathodenstrahlen, 
mit radioaktiven Emanationen, ultraviolettem 
Licht und Röntgenstrahlen sowie durch Ein- 
wirkung elektrischer Funken. 

Verf. hat diese Färbung nach folgender 
Methode erzielt. Er erhitzte die Steinsalzkri- 
stalle zunächst im Vakuum auf 600°, um sie 
vollkommen wasserfrei zu machen. Darauf ließ 
er in die Prftparatenröhre mit den Kristallen 
etwa 1 ccm reines metallisches Natrium oder 
Kalium hiueindestillieren und erhitzte schließlich 
die Prüparatenröhre in einem elektrischen Ofen 
etwa eine halbe Stunde lang auf 680° hei An- 
wendung von Natrium und auf 590° bei An- 
wendung von Kalium. Die Metalle destillierten 
dann in das Innere der Kristalle hinein und 
letztere erschienen nach dem Erkalten in der 
Regel gelb, braun oder grün gefärbt, zum Teil 
auch bereits blau. Bei nachträglichem Erhitzen 
an freier Flamme wurden sie mit steigender 
Temperatur blau, dann violettrot, wieder 
gelblich und endlich farblos. Das Farblos- 
werden der Kristalle findet erst in der Nahe 
der Siedetemperatur der Alkalimetalle statt, 
da diese dann aus den Kristallen heraus ver- 
dampfen. 

Zum Zwecke der ultramikroskopischen 
Untersuchung werden die gefärbten Steinsalz- 
kristalle an zwei anstoßenden Flachen poliert 
und die polierten Flächen durch aufgekittote 
Dockglaschon dauerhaft gemacht. Die Unter- 
suchung mit dem Ultramikroskop ergab, daß 
die Färbungen nicht durch gleichmäßig ver- 
teilte Lösung der Metallteilchen hervorgerufen 
werden, sondern daß die Metalle wie ein Pig- 
ment in einzelnen, gesonderten, färbenden 
Teilchen im Steinsalz eingebettet sind. Die 



Metalle sind als ultramikroskopische, meist 
nadel- oder blattchcnförmige, zum Teil ploo- 
chroitische Kristallchen ausgeschieden, deren 
Durchmessor nach keiner Richtung 0,4 p über- 
schreitet. Diese Kristallchen Bitzen auf den 
freien Kanten und Ecken des ultramikro- 
skopischen Spaltengefüges im Innern des 
Steinsalzes, und so ist es möglich, die sonst 
unsichtbar bleibende Struktur desselben mittels 
des Ultramikroskopcs zu erkennen. Letzteres 
bewahrt sich also als ein Mittel zur Erforschung 
des elementaren Aufbaues der festen Körper. 

Mk 



Das Technikum Mittwcidn ist ein unter 
Staatsaufsicht stehendes, höheres technisches 
Institut zur Ausbildung von Elektro- und Ma- 
schinen-Ingenieuren, Technikern und Werk- 
meistern, welches alljährlich rd. 3000 Besucher 
zahlt. Das Wintersemester beginnt am 16. Ok- 
tober, und es finden die Aufnahmen für den 
am 25. September beginnenden unentgeltlichen 
Voruuterricht von Anfang September anwochen- 
tftglich statt. Ausführliches Programm mit Be- 
richt wird kostenlos vom Sekretariat des Tech- 
nikums Mittweida (Königreich Sachsen) abge- 
geben. In den mit der Anstalt verbundenen 
rd. 3000 qm Grundfläche umfassenden Lehr- 
Fabrikwerkstatten finden Volontäre zur prak- 
tischen Ausbildung Aufnahme. Auf allen bisher 
beschickten Ausstellungen erhielten das Tech- 
nikum Mittweida und seine Werkstätten her- 
vorragende Auszeichnungen. 



Glastechnisches. 

Über eine neue Form eine« 
Vakuumhahiie«. 

Von S. R. Milner. 

Phil Mag. O. S. 78. 1903. 

Über einen nicht durchlausenden 
Glashahn. 

Von A. P. Chattock. 

Ebenda 11. S. 379. 1906. 

Bei Glashahnen ist gewöhnlich durch das Ab- 
dichtungsmittel wohl das Innere des Apparates 
von der Atmosphäre abgeschlossen, aber nicht 
die beiden durch deu Hahn miteinander ver- 
bundenen Teile gegeneinander; denn die Schliff- 
flAcho bildet augenscheinlich gerade den Weg, 
auf dem ein Ausgleich der verschiedenen Drucke 
stattfindet. 

Bei dem von Milner (Universität in 
Sheffield) angegebenen Hahn (s. Fig. 1 ) ist nun 
die Abdichtung durch Quecksilber eine voll- 
ständige. Allerdings ist der Hahn dadurch 
etwas kompliziert geworden; auch muß er in 



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158 

der echrflgen Stellung, wie sie die Figur zeigt, 
benutzt werden. Das Gehäuse ist mit x, das 
hohle Küken mit y, das Quecksilber mit m„ 
m 2 . m. 4 bezeichnet; A und B sind die Rohre, 
welche zu den beiden durch den Hahu zu ver- 
bindenden Apparatteilen fuhren; C ist eine 
Falle zum Auffangen von überschüssigem 
Quecksilber aus m 6 ln der Figur ist A mit B 
verbunden; wird das Küken um 180° gedreht, 
so schl'ieCt das Quecksilber m 2 die kleine 
Ölfnüng im Kükeu ab. Ist nun in dem mit A 
verbundenen Raum ein Vakuum hergestellt, 
so lastet der volle Atmusphärendruck auf dem 
Küken und preßt es in das Gehäuse; bei der 
Wahl des Konuswinkels wird man hierauf 
Rücksicht nehmen müssen. Der Hahn hielt in 
einem vom Verf. angeführten Beispiel das 
Vakuum sehr gut. 




Chattock zeigt nun, daß es unter Ab- 
änderung der Mi ln ersehen Idee möglich ist, 
einen einfachen Hahn zu konstruieren, der den 
Durchgang von Gas in jeder Richtung ver- 
hindert, unter der Bedingung, daß der gewöhn- 
liche Gebrauch von Fett zulässig ist; ohne Fett 
erfüllt der Hahn den genannten Zweck nicht 
besser, als ein gewöhnlicher Hahn mit schräger 
Bohrung. Die Anwendung von Fett freilich 
ist nicht immer ratsam; bei gemeinsamer An- 
wendung von Fett und Quecksilber tritt leicht 
ein Verschmieren ein. 

Fig. 2 gibt den 
Chattock sehen Hahn 
im Schnitt, das Queck- 
silber ist schwarz an- 
godeutet. Beine An- 
ordnung soll besonders 
den folgenden ('hol- 
st, and vermeiden. Die 
Kanten des Bohr- 
loches im Küken räutneu beim Drehen be- 
kanntlich das Schmierfett leicht fort und graben 



Deutsch« 

Mechm lher-Ztg . 

so einen feinen Kanal, der den Gasen den 
Durchtritt gestattet. Wenn man das Küken 
um 180° dreht, so werden die Löcher a a durch 
Quecksilber verschlossen und somit auch die 
feinen Poren in dom Schmiermittel. 

Verf. setzt dabei voraus, daß keine direkte 
Verbindung zwischen den beiden Ansatzrohren 
auf dem Mantel dos Küken durch das Fett 
hindurch stattfindet. Ale einzigen Übelstand 
gibt er an, daß beim schnellen Öffnen das 
Quecksilber leicht herauageschleudert wird; 
durch vorsichtiges Öffnen läßt sich dies aber 
auch bequem vermeiden. 

Verschiedene diesor von Baird & Tutlock 
hcrgestellte Chattock sehen Hahne sind im 
Laboratorium des Verf. (Universität in Bristol) 
zur Zufriedenheit in Gebrauch gewesen. 

Klßm. 



O e brau chsmuster. 

Klasse: 

21. Nr. 282 507. Röntgenröhre für Dauerbetrieb, 
hei welcher die in der Antikathode ent- 
wickelte Warme durch Vermittlung einer 
pulverisierten Substanz an eine Metallröhre 
von großer Oberfläche abgegeben und nach 
außen geleitet wird. Ailgem. Elektri- 
zitäts-Gesellschaft, Berlin. 2.6.06. 

42. Nr. 281 331. Kolben zur volumetrischen 
Bestimmung des Fettsituregehalts in Seife 
und Fett mit Vorrichtung zur Niveauver- 
auderung des Inhalts. C. Matthaei, Han- 
nover. 21. 5. 06. 

Nr. 281 486. Gasbehälter für Laboratorien, 
mit zwei in Höhenlage gegeneinander ver- 
stellbaren tubulierten Glasflaschen. E. 
üundelach, Gehlborg. 2. 6. 06. 

Nr. 281 930. Heberpipette, bestehend aus einem 
Saromelgefftß mit Heber und Blase- bezw. 
Saugrohr. H.J. Reiff, Wetzlar. 29.5.06. 

Nr. 282 687. Gasbehälter zur Aufnahme von 
Gasen ohne Verlust über Quecksilber, mit 
einem mit Doppelwänden versehenen, zur 
Aufnahme der Quecksilberfüllung dienenden 
Gefäß und einem au der Gasauffangglocke 
augeachmolzenen Glasstab zur Führung der- 
selben im Ständer. E. Gundelach, Gehl- 
berg, Thüringen. 2. 6. 06. 

Nr. 282 794. FieberthermometermU Aluminium- 
skala mit farbiger Auflage. Schwarz 
& Co., Roda b. Ilmenau. 8.6.06. 

Nr. 282 797. Thermometerskalaplatte mit als 
Abziehbilder aufgebrachten und eingebrann- 
ten Skalen und Bezeichnungen. R. Wern er, 
Ilmenau, Thür. 1 1 6. 00. 



G la» tech ni*ch «* . 







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Heft 16. 

IS. August 190«. 



Patentschau. 



159 



Patentachau. 



Kompenftationseinrichtung für Torsionspcndcl, deren Pendolgowicht aus oinem 
wagerecht gelagerten Querstah und darauf verschiebbaren, einen größeren Ausdehnungs- 
koeffizienten als der Stab besitzenden Gewichten besteht, dadurch gekennzeichnet, daß der 
Querstah an seinen Enden mit die Abwärtsbewegung der Gewichte begrenzenden Anschlägen 
versehen und zwischen den Gewichten eine Feder angeordnet ist, welche die Gewichte gegen 
die Anschläge drückt, ihnen jedoch gestattet, sich auf dem Querstah gegeneinander auszudehnen. 
J. V. Inwagen in Chicago. 22.1. 1904. Nr. 159824. Kl. 83. 

Kompaß, dadurch gekennzeichnet, daß senkrecht zur Kose aus magnetisiertem Stahl 
und weichem Eiseu zusammengesetzte Magnetringe angeordnet sind. F. Wilko in Stettin. 
6.11.1903. Nr. 159 555. Kl. 42. 

Maschine zum Schleifen optischer Flächen, bei welcher eine der Schleifscheiben 
feststeht oder sich langsam um ihre Achse dreht, während die andere Scheibe eine Epizykloiden- 
bewegung um die geometrische Achse der ersten macht, dadurch gekennzeichnet, daß die eine 
Kpizykloidenbewegung ausfuhrende Scheibe mit einer stehenden Welle zentrisch oder exzentrisch 
verbunden werden kann, welche in der exzentrischen Nabe einer behufs Drehung um ihre geo- 
metrische Achse in einem Rahmen der Maschine geführten Rierascheibe frei drehbar gelagert 
ist und am oberen Ende ein festgelagertea Zahnrad trägt, das mittels einels Bügels beständig 
mit einem im Maschinenrahmen in der Achse der Riemscheibe festgelagertea Zahnrad in .Eingriff 
gehalten wird. L. Rameau in Paria. 3 9. 1908. Nr. 159 603. Kl. 67. 

Wcchsclstrommeßgerät nach Ferrarisschem Prinsip, dadurch gekennzeichnet, duß 
die Blecho des geblätterten magnetischen Kreises des Nebenschlußfeldes von dem Kraftfluß des 
Nebenschlusses senkrecht zu ihrer breiten Nebenfläche durchsetzt werden, zum Zwecke, bei in- 
duktiver Belastung richtige Augaben des Instrumentes zu erzielen. E. Morck in Frankfurt a. M. 
6.3.1901. Nr. 160 498. Kl. 21. 

Einrichtung zur Zündung von Quecksilberdampflampen und ähnlichen Apparaten 
durch Unterbrechung des Kontaktes zwischen einer der Elektroden und einer ln der Nähe der- 
selben angeordneten Hilfselektrode, dadurch gekennzeichnet, daß diese Hilfselektrode und diu 
zugehörige Haupteloktrode gänzlich oder wenigstens an den kontaktbildenden Teilen fest und 
unverdampfbar sind, so daß ihre gegenseitige Lage durch die in der Lampe stattfindenden 
Verdampfungsvorgänge nicht geändert wird und die Treunungsbewegung auch in horizontaler 
Richtung und daher mit geringem Kraftaufwand erfolgen kann. General Eloctric Cy. in 
Shenectady, V. 8t. A. 11. 3. 1903. Nr. 160 241. Kl. 21. 

Feldmettinstrument für Horizontal- und Vertikalmessungcn mit einem festen und 
einem an einem Gradbogen sich bewegenden Diopterlineal, dadurch gekennzeichnet, daß das 
feste Lineal und der Gradbogen aus zwei durch Scharniere verbundenen Hälften bestehen, um 
nach Drehung der beiden Hälften um 90° das Instrument auch zum Messen von Hühenwinkeln 
verwenden zu können. W. Resnikoff in St. Petersburg. 25.8. 1903. Nr. 160 695. Kl. 42. 

Taschcnteleskop in Form eines flachen Behälters zur Aufnahme der Linsen, dadurch 
gekennzeichnet, daß die an besonderen Gleitstücken drehbar angeordneten Linsen in der Weise 
in dem Behälter übereinander verschiebbar gelagert sind, duß sie zum Gebrauch nach entgegen- 
gesetzten Richtungen aus den in dem Behälter ungeordneten Fächern herausgezogen werden, 
wobei der von den entsprechenden Linsen und ihren Gleitstücken in dem Behälter freigelassene 
Raum zur Aufnahme eines Kompasses, von ErgänzungslinRen o. dgl. benutzt werden kann. 
J. W. H. Harvey in Wandworth-Common, Engl. 1.4.1904. Nr. 160590. Kl. 42. 

Apparat zur Gasanalyse mittels Absorption, bei dem der Meßraum für das zu ana- 
lysierende Gaavolumcn im geeigneten Augenblicke durch eine auf- und abbewegte Flüssigkeit 
abgeaperrt wird, dadurch gekennzeichnet, daß in die auf- und abbewegte Sperrflüssigkeit ein 
mit dem Meßgefäß leitend verbundenes Röhrchen eintaucht, dessen untere Mündung in dem 
Augenblick freigegeben wird, wo die in dem Meßruum steigende Sperrflüssigkeit den Nullpunkt 
erreicht. .Ados“ Feuerungstechnische Gesellschaft m. b. H. in Aachen. 6.1.1904. 
Nr. 160 288. Kl. 42. 



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160 

Getreideprober mit Federwage und mit auswechselbarer Teilung für dlo im Getreide- 
handel vorkoramenden Beschaffenheitsbestiminungen, dadurch gekennzeichnet, daß in dein Füll- 
trichter eine mit Führungsplatte und Zeiger versehene Schraubenfeder angeordnot ist und daß 
das Getreide nach Herausziehen oines Schieben auf die Schraubenfeder wirkt und dieser Druck 
durch den Zeiger auf der Teilung angezeigt wird. R. K orant in Posen. 31. 3. 1904. 
Nr. 160541. Kl. 42. 



Patentschau. — Patentliste. 



Deutsche 

Mechanlker-Ztf. 



Patentliste. 

Bia zum 23. Juli 1906. 

Klasse: Anmeldungen. 

21. B. 40 463. Anode für Röntgenröhren. H. 
Bauer & Co., Berlin. 13.7.05. 

K. 28 628. Einrichtung zur Emplindüchkeits- 
steigerung elektrischer Anzeige- und Rc- 
gulierungsgeräte. M. Kall manu, Berlin. 

27. 12. 04. 

30. T. 0848. Verfahren zur Herstellung oines 
(ilas-Ersatzee. M. J. R. T. Run ci Ihne de 
Chazelles, Abbeville, Frankr. 17.8.04. 

42. A. 12 067. Richtungsanzeiger für Kompasse 
mit einer senkrecht geteilten. In Lagern 
des Kompaßgehäuses drehbar angeordnoteu 
Welle, welche an dem einen Ende mit einem 
Fernrohr und an dem anderen Eudo mit 
init einem für gewöhnlich in derselben senk- 
rechten Ebene wie das Fernrohr gehaltenen 
Zeiger versehen ist. H. P. Arbecam, 
Boston, V. St. A. 19 5. 05. 

A. 12 154. Verfahren und Vorrichtung zur 
selhattAtigen Korrektur der Lage der Rota- 
tionsachse des Schwungkörpers von Kreisel- 
apparaten. H. A lisch Utz-Kaempfe, Kiel. 

28. 6. 05. 

A. 12374. Vorfahreil zur Herbeiführung einer 
der Größe der Erddrehung an jedem be- 
liebigen Punkte der Erdoberfläche gleich- 
kommenden Präzession eines Kreiselappa- 
rates. Derselbe. 9.9.05. 

F. 20 216. Zielmarke aus Glas. J. F. Frifi, 
Vinohrady-Prag, Böhmen. 18. 5. 05. 

T. 10 713. Einstell verfahren für photographische 
Apparate mit Hilfe eines Entfernungsmessers, 
bei welchem zwei Bilder des anvisierten 
Gegenstandes zur Deckung gebracht werden. 
W. Thorner, Berlin. 10. 10.05. 

V. 6344. Vorrichtung zur Bestimmung des 
Feuchtigkeitsgehaltes von gespanntem 
Wasserdampf. Verein Chem. Fabriken, 
Mannheim. 6 1. C6. 

Z. 4681. Tripelspiegel. C. Zei ß, Jena. 7.11.05. 

Z. 4783. Gelenkdoppelfernrohr mit Halter. 
Derselbe. 5.2.06. 

57. B. 42 435. Verfahren und Vorrichtung zur 
Bestimmung der Belichtungsdauer bei photo- 



graphischen Aufnahmen. F. Blanc, Chan- 
tilly, Frankr. 6. 3. 06. 

65. Nr. 175 181. Vorrichtung zum Aufzeichuen 
von Schifl'sgeschwindigkeiten mit im Schiffs- 
körper in einem Wasserzuführungsrohr an- 
gebrachtem Propeller für die Meßvorrichtung. 
W. Ch. Forbes, Melbourne, Victoria, Austr. 
3 3. 05. 

67. A. 13 027. Vorrichtung zum Schleifen der 
Fazetten an Glas, insbesondere Brillen- 
gläsern; Zus. z. Pat. Nr. 144 511. Nitache 
& Günther, Rathenow. 31.3.06. 

74. Sch. 23 920. Elektrisches Fernthermometer. 
Schttffer & Budenberg, Magdeburg- 
Buckau. 7. 6. 05. 

Erteilungen. 

21. Nr. 175 122. Wecbaelstromzähler. F.Conrad, 
Edgewood Park, u. W. M. Bradshaw, 
Wilkinsburg, V. St. A. 12. 11. 04. 

Nr. 175 123. Vorstellbare Vorrichtung zur 
Regelung der Phasemlifferenz bei Wechsel- 
Stromzählern. Dieselben. 28. 5. 05. 

Nr. 175 124 Elektrischer Meßapparat. F. 
Beck, Brüssel. 27. 10.05. 

Nr. 175 126. Elektrizitütszähler, welcher den 
über eine bestimmte Energie hinaus atatt- 
findenden Verbrauch anzeigt. Allgem. 
Elektrizität» - Gesellschaft, Berlin. 
30. 1. 05. 

42. Nr. 175 146. Kartenlupe für freihändigen Ge- 
brauch im Dunkeln. „ Mikrophot oskop“ 
Doutache Karten 1 u pen -Gesellschaft, 
Berlin. 26. 2. 04. 

Nr. 175 235. Geschwiudigkeilsmesser, hoi 
welchem ein permanenter Maguet durch 
einen von der zu messenden Geschwindig- 
keit gedrehten Anker abwechselnd mag- 
netisch geöffnet und geschlossen wird. F. 
Lux, Ludwigshafen a. Rh. 18.4.04. 

Nr. 175 238. Vorrichtung, um das Ableseu von 
Schift'slogs an verschiedenen Stellen des 
Schiffes zu ermöglichen. L. Crawloy, Lob 
Angeles, Calif. 16 1 1. 05. 

74. Nr. 175 272. Vorrichtung zum Anzeigen 
der Cherachreitung einer bestimmten Tem- 
peraturgrenze. P. Orywall, Düsseldorf. 
4. 11.05. 



Für die Redaktion verantwortlich: A. Blaacbke io Berlin W. 

Verlag von Julius Springer ln Berlin N. — Druck von Emil Dreyer In Berlin SW. 



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Deutsche Mechaniker-Zeitung. 

Beiblatt zur Zeitschrift für Iustrumentenkunde 

und 

Organ für die gesamte Glasinstrumenten- Industrie. 
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik. 

Redaktion: A. BlaBchke, Berlin W30, An der Apostelkirche 5. 



Ueft 17. 1. September. 


1906. 


Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion gestattet. 





Der 17. Deutsche Meclninikertag 

Nürnberg, am 17. und IS. August. 

Der diesjährige Mechanikertag hat die Hoffnungen, die man auf ihn gesetzt 
hatte, in reichstem Maße erfüllt. Wenn man auch erwarten durfte, daß die altehr- 
würdige Noris mit ihren Kirchen, Bauwerken, ihrer Burg, ihren Brunnen und ihren 
Patrizierhüusem manchen Fachgenossen anlocken würde, daß die Aussicht, auch des 
modernen Nürnbergs Fabriken und Institute genauer kennen zu lernen, als dies sonst 
dem Fremden möglich ist, daß insbesondere die prAchtige Jubiläumsausstellung viele 
zum Besuche des Mecbanikertags bewegen würde, so war man doch auf das angenehmste 
überrascht, als sich bereits am Begrüßungsabend zeigte, daß der 17. Mechanikertag zu 
den besuchtesten zu rechnen sei: gegen 90 Teilnehmer, darunter an 20 Vertreter von 
Behörden, wies er auf. 

Die Verhandlungen, die den Vormittag des 17. August ausfüllten, nahmen einen 
höchst angeregten und glatten Verlauf. An den ersten Punkt der Tagesordnung, den 
üblichen Jahresbericht, schloß sich eine lebhafte Debatte sozialpolitischen Inhalts. Hr. 
Dr. Max Kdelmann aus München führte nfimlich Klage über die dortige Handwerks- 
kammer, die versuche, den Mechanikern die Zahl der Lehrlinge über Gebühr zu be- 
schränken, und unser Gewerbe Bogar schlechter zu stellen, als Blicker und Schneider; 
man habe sich in München zusammengeschlossen, um diese Absichten der Handwerks- 
kammer zu vereiteln. Von Seiten des Vorsitzenden wurde den Münchener Fachge- 
nossen die kräftigste Unterstützung seitens der D. G. zugesagt; dieses Beispiel zeige 
wieder, wie falsch es sei, nicht rechtzeitigen Anschluß an die D. G. zu nehmen, die 
diese Fragen bereits seit Einführung der neuen Gewerbeordnung behandle und sie 
gegenüber anderen Kammern zu einem beide Teile befriedigenden Abschluß gebracht 
habe. Die Besprechung dieser Angelegenheit brachte manche interessante Mitteilung, 
so daß in Göttingen eine Fachschule und Lehrwerkstatt in kurzem eröffnet werden wird, 
daß die Firma Hartmann & Braun eine Lehrwerkstatt eingerichtet hat, daß der Phy- 
sikalische Verein in Frankfurt a. M. eine Dauerausstellung präzisionsmechanischer In- 
strumente in seinem neuen prächtigen Hause plant. 

Hierauf folgte ein außerordentlich übersichtlicher und klarer Experimentalvor- 
trag von Hrn. Dr. Kalkner über die Konstruktion der ElcktrizilätszUhler und Tarif- 
apparate, auf den in dieser Zeitschrift ausführlich zurückgekommen werden wird. 

In Sachen der Abbe- Stiftung, über die Hr. Prof. Dr. L. Ambronn anstelle des 
erkrankten Prof. Dr. Czapski berichtet, wurde beschlossen, die vorhandenen und noch 
zu sammelnden Gelder der Fraunhofer-Stillung als Abbe-Fonds anzugliedern, aus dessen 
Zinsen unter dem Namen Abbe-Stipendium Unterstützungen an Mechanikergehilfen ver- 
liehen werden sollen. 

Der Antrag des Vorstandes auf Erhöhung des Beitrages von 8 auf 10 M. für 
solche Mitglieder, die keinem Zw'eigverein angehören, wurde nach kurzer Debatte ge- 
nehmigt; die Erhöhung ist somit gemllß tj 17 der Satzungen endgiltig angenommen, 
da zwei aufeinanderfolgende Mechanikertage ihr zugestimmt haben. 

Unter den übrigen geschäftlichen Angelegenheiten sind hier nur noch die Vor- 
standswahlen zu erwähnen, aus denen folgende Herren hervorgingen: Prof. Dr. L. Am- 
bronn, Prof. Dr. Czapski, Prof. Dr. Göpel. W. Handke, Prof. Hartmann, G. Heyde, 



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162 



P Göpel, K WQrtt Fachschule für Feinmechanik in Schwenningen a N 



De Tjlsche 
MschanUter-Ztg 



Dr. Kaempfer, Dr. H. Krüß, Kommerzienrat Gg. Schoenner, Regierungsrat Dr. 
Stadthagen. 

Zeit und Ort des nächsten Mechanikertages zu bestimmen, wurde dem Vor- 
stande überlassen: aus der Mitte der Versammlung wurden folgende Städte genannt: 
Aachen, Cöln, Eisenach, Hannover. 

Aber die Sitzung war diesmal beinahe die Nebensache am Mechanikertage: 
mindestens gleiche Wichtigkeit kam den Besichtigungen zu, vor allem der sachlich und 
äußerlich hochinteressanten Ausstellung, die den altberühmten Kuf bayerischer Kun6t 
und bayerischen Gewerbes aufs neue bekräftigte. Am zweiten Tage wurden von den 
Teilnehmern nach Wahl die Siemens-Schuckert-Werke, die Bingsche Metallwarenfabrik 
oder die Joh. Fabersche Bleistiftfabrik, sodann das Germanische oder das Gewerbe- 
Museum besucht; wie fesselnd und belehrend das dort Gebotene gewesen Ist, kann man 
daraus ersehen, daß jeder behauptete, daß die Auswahl, die er getroffen, die richtigste 
gewesen sei. 

Wenn somit der Mechanikertag wiederum als vorzüglich gelungen bezeichnet 
werden darf, so ist das gewiß zum Teil der glücklichen Wahl des Ortes zuzuschreiben. 
Aber das würde bei weitem nicht genügt haben, wenn Bich nicht der Ortsausschuß, der 
sich in der Hauptsache aus Vertretern der Firmen Gg. Schoenner und Siemens- 
Schuckert-Werke zusammensetzte, in so hervorragender Weise seiner Aufgabe ge- 
wachsen erwiesen hätte; die Gesamtanordnung vereinigte geschickte Ausnutzung der 
Zeit mit kluger Rücksichtnahme auf die Bequemlichkeit der Teilnehmer, denen keine 
zu großen Anstrengungen zugemutet wurden; auch in allen Einzelheiten zeigte sich 
eine ungewöhnliche Sorgfalt und Geschicklichkeit. I)en Herren des Ortsausschusses hat 
daher die 1). G. f. M. u. O. zu danken für das treffliche Gelingen des 17. Mechanikertages. 



Lehrplan und Ausrüstung der K. Württ. Fachschule 
für Feinmechanik, Uhrtnacherei und Elektromechanik in Sohwenningen a. N. 

Von Prof. Dr. F. Göpel io SchwcnnlnKon. 

(OMufiJ 

Im III. Lehrkurs tritt der theoretische Unterricht quantitativ noch mehr gegen 
die praktische Tätigkeit zurück; er umfaßt nur noch 13 Wochenstunden. Wie vorher 
sind 8 bezw. 6 Stunden dem technischen Fachzeichnen Vorbehalten, 2 Stunden Mathe- 
matik dienen in Form von Übungen vorwiegend der Repetition, ebenso je 1 Wochen- 
stunde Physik und Technologie im Wintersemester. Dagegen erfolgt in 2 Stunden 
Elektrotechnik der weitere Ausbau der Kenntnisse, namentlich in der Starkstromtechnik. 
Der Unterricht hierin wird in besonders wirksamer Weise durch folgende Einrichtung 
ergänzt. Im Wintersemester besuchen die Feinmechaniker des III. Kurses gruppenweise 
(3 bis 4 Mann) je 3'/ 2 Stunden wöchentlich das Elektrizitätswerk der Gemeinde Schwen- 
ningen, um den gesamten Betrieb eines solchen Werkes eingehend kennen zu lernen. 
Die Anlage ist vor 4 Jahren von Siemens & Halske erbaut worden und liefert nach 
einer jetzt in Ausführung begriffenen Erweiterung 900 PS Gleichstrom von 220 Volt 
für Kraft und Beleuchtung. Außerdem ist das Werk durch eine Hocbspannungsanlage 
mit dem rd. 8 km entfernten Wasserwerk der Gemeinde verbunden, um in wasserarmen 
Zeiten die Turbinen des Wasserwerks zu unterstützen und umgekehrt bei Wasserüber- 
fluß Strom von einer Dynamoanlage im Wasserwerk zu entnehmen. Die Einführung in 
den Betrieb erfolgt nicht in Form von Besichtigungen und Erklärungen allein, sondern 
auch durch Teilnahme an allen vorkommenden Arbeiten unter Anleitung und Aufsicht 
der Werkbeamten. Hierzu ist der Unterricht in 4 Stationen geteilt; Heizung, Maschinen, 
Schaltung, Akkumulatoren. Obwohl die Teilnahme an dieser Betriebslehre freiwillig 
ist, läßt selten ein Schüler diese Gelegenheit zur Vertiefung der elektrotechnischen 
Kenntnisse unbenutzt. — In 1 Stunde kaufmännischen Unterrichts wird Wechselkunde 
und gewerbliche Buch- und Rechnungsführung eingeübt. Die Uhrmacher des III. Kurses 
nehmen au dem Unterricht in Mathematik, Physik, Technologie und Buchführung eben- 
falls teil, ergänzen ihr Fachwissen aber noch in elektrischen Uhren und Uhren für be- 
sondere Zwecke (2 St.), sowie im Fachzeichnen (6 bezw. 4 St.). 

Der theoretische Unterricht im Fortbildungskurs, welchem vor allem die Auf- 
gabe zufällt, ältere Gehilfen für die Meisterprüfung vorzubereiten, muß als Hauptziel 



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H«rt i7. 

I. September ItMW. 



163 



P. Göpel, K. Wdrit. Fachschule für Feinmechanik in Schwenningen a. N. 



verfolgen, die Schüler zur Selbständigkeit in fachlicher und geschäftlicher Beziehung zu 
erziehen. Der Lehrplan muß außerdem Gelegenheit geben, das Fachwissen noch zu 
ergänzen, namentlich bei Schülern, welche vorher noch keinen theoretischen Fachunter- 
richt genossen haben. Um die vor allem wichtige Werkstattätigkeit nicht zu sehr zu 
kürzen, wurde der theoretische Unterricht auf folgende Wissenszweige beschränkt. Zu- 
nächst war zu berücksichtigen, daß den eintretenden Gehilfen in der Mathematik meist 
nur spärliche Kenntnisse zur Verfügung stehen, und deshalb sind 2 Wochenstunden der 
Einführung in die Elemente der Mathematik Vorbehalten. Je eine Stunde entfällt auf 
den Unterricht in .Materialienkunde, Technologie der Werkzeugmaschinen und Klein- 
motoren, allgemeine Instrumentenkunde und Blilzableiterwesen; 2 Stunden nimmt die 
Schwachstromtechnik und elektrische Instrumentenkunde in Anspruch, während die 
Unterweisung in der Starkstromtechnik gemeinsam mit dem III. Kurs im Elektrizitäts- 
werk erfolgt; 8 bezw. 6 Stunden wird gezeichnet und konstruiert, und endlich werden 
in 4 zusammenhängenden Wochenstunden praktische Versuche mit einfachen mecha- 
nischen und elektrischen Apparaten von den Schülern selbst vorgenommen, um die Ele- 
mente der Beobachtungstechnik kennen zu lernen. Endlich sind 3 Wochenstunden der 
geschäftlichen Ausbildung zugewiesen; davon dienen 2 Stunden der gewerblichen Buch- 
und Rechnungsführung, Wechselkunde und Gewerbegesetzgebung, 1 Stunde der Kalku- 
lation und dem Entwerfen einfachster Werkstattanlagen. Den Teilnehmern am Fort- 
bildungskurs ist es im übrigen gern gestattet, auch noch an einigen anderen Unter- 
richtsfächern der jüngeren Kurse teilzunehmen. Endlich ist den Schülern Gelegenheit 
geboten, Unterricht in Stenographie zu nehmen, wie auch von der Schule gern Zeit 
gegeben wird, gelegentliche Sprachkurse in Französisch und Englisch an der Kauf- 
männischen Fortbildungsschule zu besuchen. 

Ohne Zusammenhang mit dem eigentlichen Lehrplan, aber von großer Bedeu- 
tung für die Berührung der Fachschule mit weiteren technischen Kreisen sind die 
öffentlichen Vorträge, welche alljährlich an mehreren Winterabenden abgehalten werden 
und stets sehr zahlreich besucht sind, nicht am wenigsten von den Uhrmachern und 
Mechanikern der großen Schwenninger Fabriken. So wurden in den ersten 6 Schul- 
jahren folgende größere Vortragsreihen, meist mit Demonstrationen, abgehalten: Tech- 
nologie der Metalle, Wärmelehre, Grundgesetze der Optik, die Mechanismen, das Pendel 
und die Pendelgesetze, Abriß der Geschichte der l’hrmacherkunst. 

Wenden wir uns jetzt dem praktischen Unterricht zu, so ist zunächst voraus- 
zuschicken, daß ein so scharf umgrenzter Lehrplan, wie ihn der theoretische Unterricht 
fordert, für den Werkstattunterricht nicht durchführbar ist. Die Entwicklung der Hand- 
fertigkeit ist in viel augenfälligerer Weise als die wissenschaftliche Ausbildung bei den 
einzelnen Schülern verschieden, und so ergibt sich von selbst die Notwendigkeit, die 
Werkstattunterweisung der praktischen Begabung des Zöglings — natürlich unter Fest- 
haltung einer bestimmten Disposition — im einzelnen besonders anzupassen. Das ist 
um so eher möglich, da die Werkstattausbildung an und Tür sich fast ausnahmslos durch 
Einzelunterricht zu geschehen hat. Dabei ist natürlich nicht ausgeschlossen, daß — 
namentlich zu Beginn der Ausbildung — gewisse elementare Handgriffe und Arbeits- 
verfahren oder auch Werkzeuge und Maschinen einer größeren Zahl von Schülern 
gleichzeitig erklärt werden oder daß zur Besichtigung besonders selten vorkommender 
Arbeiten die Schüler abteilungsweiBe zusammengerufen werden. 

Vor allem ist die Schule bestrebt, die äußeren Arbeitsverhältnisse möglichst 
ähnlich denjenigen einer vielseitig beschäftigten Privatwerkstatt zu gestalten. Der Aus- 
bildungsgang entspricht etwa den Anforderungen, weiche von Herrn W. Handke in 
Berlin in einem Vortrag vor dem 12. Deutschen Mechanikertag niedergelegt worden 
sind. Auch bei solchen Schülern, welche sich später der Elektrotechnik widmen wollen, 
bevorzugt die Lehrlingsausbildung der Fachschule möglichst nur Aufgaben aus der 
eigentlichen Feinmechanik, deren Lösung die Schüler in den meisten Fällen auch vor- 
teilhaft für die Elektromechanik vorbereitet. Die Schüler sind freilich manchmal schwer 
zu überzeugen, daß der Schritt vom Feinmechaniker zum Elektromechaniker bequemer 
und rationeller ist als umgekehrt, und auch bei den Angehörigen begegnet man hie 
und da Mißtrauen, wenn nicht alles , elektrisch“ ist, was die jungen Leute unter die 
Finger bekommen. 

Das erste Ziel, welches die Werkstatt zu erreichen sucht, ist Fertigkeit in der 
Herstellung aller gebräuchlichen Werkzeuge. Damit deckt sich der Grundsatz der Fach- 



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1(14 



F. Göpel, K. WUrtt. Fachschule für Feinmechanik in Schwenniogen a N 



Deutsche 

Mechanlker-Ztg. 



schule, daß im ersten Lehrjahre und meist auch in der ersten Hälfte des zweiten Jahres 
möglichst nur Stahl und Kisen (auch durch Schmieden!) zur Bearbeitung kommen. Da- 
her beginnen die Schüler mit wenigen, durch die Raumverhaltnisse bedingten Aus- 
nahmen ihre praktische Ausbildung unter Leitung eines speziell ausgebildeten Werk- 
zeugmechanikers und treten dann mit Beginn des zweiten Lehrjahres in die eigentlichen 
Feinmechaniker-Werkstätten über, wenn nicht bei einzelnen der Wunsch vorliegt, sich 
ganz der Werkzeugmechanik zu widmen. Mit dieser Beschränkung der Anfangsaus- 
bildung sind gute Erfahrungen gemacht worden. Die hergestellten Werkzeuge bilden 
zugleich den Ersatz für abgenutzte und abgängige Stücke der Werkstattausrüstung. 
Dem weiteren Gang der Ausbildung liegt eine möglichst sorgfältige Beurteilung der be- 
sonderen praktischen Fähigkeiten der einzelnen Schüler zu Grunde, denn schon sehr 
früh zeigt sich, nach welcher Richtung die Handfertigkeit die meisten Erfolge verspricht, 
ob Sinn für wirklich feines, exaktes Arbeiten vorhanden ist oder ob die Hauptstärkc des 
Schülers im quantitativen Schaffen liegt. Diese besonderen Anlagen bedingen dann auch 
die Neigung zu der oder jener Spezialrichtung. 

Die zur Verteilung kommenden praktischen Arbeiten sind so vielseitig wie mög- 
lich. Da die beiden älteren Lehrkurse und die Schüler des Fortbildungskurses gemein- 
sam in den Werkstätten arbeiten, so gesellt sich zu der Unterweisung auch die An- 
regung, welche die Beobachtung der Arbeiten anderer gibt. Je vielseitiger daher die 
Arbeiten sind, desto größer ist der Nutzen für die Gesamtheit der Schüler. 

Möglichst früh werden auch die Schüler daran gewöhnt, nach Zeichnung zu 
arbeiten. Die Prüfungsordnung verlangt bereits bei der Gehilfenprüfung, daß die für 
die praktische Prüfungsarbeit nötige Werkzeichnung vom Schüler selbst hergestellt ist. 

Besondere Aufmerksamkeit wird auch dem Tempo der Arbeit gewidmet, damit 
sich die Schüler beim Eintritt ins Leben den Anforderungen an schnelles Arbeiten an- 
passen können. Da nur wenige größere Maschinen mit Kraftantrieb versehen sind, 
wird der Schüler zu einer größeren Entfaltung seiner Körperkräfte gezwungen als in 
Werkstätten mit ausschließlichem Kraftantrieb. Damit wird auch die zeitlich geringere 
Beanspruchung mit Werkstattarbeit in physischer Beziehung wieder wettgomacht. Zu- 
dem empfinden es die jungen Feinmechaniker als wesentliche Erleichterung, wenn sie 
später in der Praxis nur Maschinen mit Kraftantrieb haben. 

Auf größte Pünktlichkeit im Erscheinen in der Werkstatt wird großer Wert ge- 
legt. Der Eintritt in die Schule wird durch eine Arbeiterkontrolluhr registriert. Über- 
haupt wird die Disziplin in der Werkstatt ebenso streng gehandhabt wie im Hörsaal, 
aber auf die Ausbildung eines ungezwungenen und vertrauensvollen Verkehrs zwischen 
Lehrer und Schüler Wert gelegt. 

Über die Werkstattarbeiten und das verwendete Material hat jeder Schüler Buch 
zu führen. Ebenso wird die Materialienausgabe abwechselnd von den älteren Lehr- 
lingen in kontrollierbarer Weise verwaltet; teurere Materialien befinden sich unter Ver- 
schluß der Meister. Es ist selbstverständlich, daß die Werkzeuge und Maschinen von 
den Schülern selbst in gutem Zustand zu erhalten sind. Ebenso liegt, wie in jedem 
Privatbetrieb, den Schülern der Lehrkurse das Reinigen der Maschinen und Arbeits- 
plätze ob. 

Eine gedrängte Beschreibung der Ausrüstung der Fachschule soll zum Schluß 
noch den Nachweis liefern, daß die Unterrichtsmittel sehr vollständig sind. Das gilt 
vor allem zunächst von den Werkstätten. Für die Mechaniker stehen deren drei mit 
zusammen rd. 300 qm Grundfläche zur Verfügung, während die Uhrmacher nur eine 
Werkstatt von etwa 100 qm Größe mit 14 Arbeitsplätzen haben. Die .Mechanikerwerk- 
stätten enthalten 56 vollständig ausgerüstete Plätze außer sehr reichlichem allgemeinen 
Werkzeug. Während die Schule bei der Eröffnung den bescheidenen Bestand von 
8 Werkzeugmaschinen und 10 Uhrmacherdrehstühlen aufwies, ist die Zahl der ersteren 
dank der Fürsorge der K. Zentralstelle für Gewerbe und Handel in 6 Jahren auf 
50 gestiegen. Hierzu kommen noch 14 Uhrmacherdrehstühle. Die größeren Maschinen 
sind mit elektrischem Einzel- bezw. Gruppenantrieb versehen und hierzu 6 Motoren mit 
zusammen 8 PS vorhanden. Nachfolgende Werkzeugmaschinen sind in den Mechaniker- 
Werkstätten in möglichst gleichartiger Zusammenstellung verteilt: 

13 einfache Drehbänke (Spitzenhöhe 60 bis 155 mm); 4 Vorgelege-Drehbänke 
(Spitzenhöhe 125 bis 190 mm); 2 Leitspindel-Drehbänke (Spitzenhöhe 100 und 200 mm, 
in der Kröpfung 300 mm); 2 Patronen-Drehbänke System Auerbach (Spitzenhöhe 110 
und 130 mm); 1 Patronen-Drehbank mit fliegender Spindel (Spitzenhöhe 125 mm); 



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H»tt 17. 

I. 8 *|>t«mber 1808. 



Vereint- und P«rsonennachricht*n. 



i«5 



1 Pittler-Drehbank (Spitzenhöhe 90 mm)\ 2 Hobelmaschinen (550 und 1500 mm Hobel- 

länge); 1 Shapingtnaschine (150 mm Hobellange); 1 Horizontal -Fräsmaschine ; 1 Univereal- 
Schleifmaschine ; 1 Hinterdrehbank; 1 SBulenpresse (470 X 470 mm Stanzengröße); 

4 Bohrmaschinen (bis zu 23 mm Lochdurchmesser); 2 Hebelblechacheren ; 1 Kaltsäge; 

2 Schleifsteine; 1 Komparator-Längenteilmaschine (1,50 m Länge). 

Hierzu tritt eine vollständige Schmiedeeinrichtung mit Härteofen und die Aus- 
rüstung für Modellschreinerei. 

Die Uhrmacherwerkstatt hat 4 einfache Drehbänke (60 Mb 105 mm Spitzen- 
höhe), 14 Drehstühle, ferner Zahnradfräsmaschine, Wälzmaschine, Rohr-Fräsmaschine 
und Schleifstein. Die Spezialmaschinen dieser Werkstatt stehen auch den Mechanikern 
zur Verfügung. Jede Werkstatt untersteht der Leitung eineB Lehrmeisters. 

Durch die Tätigkeit der Werkstatt und durch Anschaffungen aus Etatmitteln 
haben sich allmählich ansehnliche und wertvolle Lehrmittelsammlungen für den theo- 
retischen Unterricht gebildet, welche für alle Unterrichtszweige in Anspruch genommen 
werden. Für das Fach- und Freihandzeichnen ist eine besondere Modellsammlung an- 
gelegt, welcher allmählich passende Duplikate der Lehrmittel zugeführt werden. Daß 
für Materialkunde und Technologie gleichfalls Spezialsammlungen vorhanden sind, wurde 
oben schon erwähnt. Zur Vervielfältigung von Zeichnungen und zur Herstellung von 
Diapositiven für den großen Zeißschen Projektionsapparat des Physikzimmere sind 
gleichfalls alle Einrichtungen vorhanden. Durch Gewährung ausreichender Etalmittel 
ist dafür gesorgt, daß die mannigfaltigen Sammlungen stetig ergänzt werden, wie auch 
alljährlich zur Anschaffung neuer Spezialmaschinen von der K. Zentralstelle für Ge- 
werbe und Handel bedeutende Mittel zur Verfügung gestellt werden. 



V«p«ins> und Peraonennaohrichten- 



Todesanzeige, 

Am 10. August verstarb zu Cassel unser 
langjähriges Mitglied 

Hr. Eduard Andre, 

Inhaber und Begründer der gleichnamigen 
Firma. 

Die Deutsche Gesellschaft wird des Da- 
hingegangenen, der eine Zierde unseres 
Standes gewesen ist, stets in Liebe und 
Achtung gedenken. 

Der Vorstand. 

Anmeldungen zur Aufnahme in den 
Hptv. der D. G. f. M. u. O.: 

Hr. Waldemar Hensol dt, i. Fa. M. Hen- 
soldt & Söhne, Wetzlarer Optische Werke; 
Wetzlar. . j -.r.-S...: 

Hr. A. v. WalentynoW'ics; Optiker 
und Mechaniker; Königsberg i. Pr., Stein- 
damm 136. 

Aufgenommen in den Hptv. der D. G. 
f. M. u. O. ist: 

Hr. Dr. Max Edelmann jun.; Erdmag- 
netische und physikalische Meßinstrumente; 
Meteorologische, physiologische, elektro- 
medizinische u. s. w. Apparate; Ablesefern- 
rohre; Elektrotechnische Apparate; Voll- 
ständige Einrichtungen von .^magnetischen 



Observatorien; München, Nymphenburger 
Str. 82. 

Den Mitgliedern bei der Physikalisch- 
Technischen Reichsanstalt Prof. Dr. H. F. 
Wiebe und Prof. Dr. Myllus ist der Cha- 
rakter als Geheimer Kegierungsrat verliehen 
worden. 

Am 11. August feierte unser Vorstands- 
mitglied Hr. Louis Schopper in Leipzig 
sein 25 -jähriges Geschäftsjubiläum. Die 
Firma wurde in ganz kleinem Umfang i. J. 
1881 in der Sternwartenstr. 43 gegründet; 
schon 1886 konnte sie nach der Thomasius- 
straße 24 in größere Räume überBiedeln 
und heute befindet sich die Fabrik, in der 
rd. 100 Arbeiter beschäftigt werden, auf 
dem ausgedehnten Grundstücke Amdtstr. 27. 
Die Werkstatt Ist eine der ersten auf dem 
Gebiete der Apparate zur Prüfung von Pa- 
pier, Garn, Tuch und Zement sowie der 
Getreideprober; ihre Apparate finden sich 
nicht nur in den deutschen Zentralstellen, 
die dieses Gebiet der Industrie zu über- 
wachen und zu fördern haben, sondern sie 
sind über alle Teile der zivilisierten Welt 
verbreitet. Die Instrumente sind zum größ- 
ten Teil Erfindungen und eigene Konstruk- 
tionen des Firmeninhabers und vielfach 
durch hohe Auszeichnungen bedacht. 



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166 

Die Feier des Jubiläums fand zunächst 
am Vormittag des 11. August im Kreise der 
Angestellten statt. Nach einem Chorgesang 
sangeBkundiger Mitarbeiter des Hauses und 
einem von dem Lehrling 0. Härtel ge- 
sprochenen Prolog überbrachte Herr Ober- 
meister E. Föhring die Glückwünsche des 
gesamten Personals und übergab dem Ju- 
bilar zugleich in deren Namen eine präch- 
tige bronzene Volivtafel. 

Unter den zahlreichen Gratulanten be- 
fand Bich die D. G. f. M. u. O., eine Ab- 
ordnung ihres Leipziger Zweigvereins mit 
Herrn G, Schmager an der Spitze, der 
Loge „Eiche“ und viele persönliche Freunde. 
Seinem herzlichen Dank für die ihm in so 
reichem Maße gewordenen Ehrungen lieh 
Herr Louis Schopper seinem Personal 
gegenüber in der Stiftung eines Jubiläums- 
fonds in Höhe von 10000 M. Ausdruck. 

Am Nachmittag vereinigte der Jubilar 
seine Mitarbeiter und Freunde zu einem 
fröhlichen Feste im Zoologischen Garten, 
das die Teilnehmer bis in die Morgenstunden 
zusammenhielt. 

Ernannt: Prof. Dr. F. R. P. Grüner in 
Born tum ao. Prof, für theoretische und ma- 
thematische Physik an der Universität Basel; 
Dr. L. A. Bauer zum Direktor der Abteilung 
ftlr Erdmagnetismus an dem Carnegie-Institut 
in Washington. 

Verstorben: Dr. A. Ledebur, Geh. Berg- 
rat. o. Prof, der Bisenhottenkunde. Salinen- 
kunde und mechanisch-metallurgischen Tech- 
nologie au der Bergakademie in Preiberg Sa.; 
Dr. Th. Poleck , froher o. Prof, der Chemie 
und Pharmakologie an der Universität Breslau. 

Habilitiert: Dr. A. de tjuervain (bisher 
in Btraßburg). Assistent der eidgenössischen 
Meteorologischen Zentralstation, fOr Meteoro- 
logie und Geophysik an der Universität Ztlrich. 

Berufen: Dr. A. Marcuse für Astronomie 
und mathematische Geographie an die neue 
Handelshochschule in Berlin; Dr. A. Binz 
(Bonn) für Chemie und Technologie ebendort- 
hin; Dr. F. A. Schulze, Privatdozent der 
Physik an der Universität Marburg, als Prof, 
an die Technische Hochschule in Danzig. 



Kleinere Mitteilungen. 

Uravlerappnrat „Matador“. 

D. R. G. M. 234 694. 

Für die Bezeichnung von Werkzeugen, 
Instrumenten u. s. w., sei es zur Identifi- 
zierung bei der Inventur, sei es, um die- 



Deutsche 

MechJUJlker-Ztg. 

selben beim Auseinandernehmen und Zu- 
sammensetzen wiederzuerkennen, dürfte der 
beistehend abgebildete Gravierapparat „Ma- 
tador“ ein willkommenes Hilfsmittel sein. 

Der Apparat beBteht aus einem Uhr- 
werk und einem durch dasselbe angetrie- 
benen Zentrifugaihammer, de sen Klöppel 
bei jeder Umdrehung auf den Gravier- 
meißel schlägt; letzterer schnellt dadurch 
vor und wird dann durch eine Feder in 
seine Ruhelage zurückgebracht. Durch 
eine Blattfeder, deren Nase in die Speichen 
eines Zahnrades greift, wird das Uhrwerk 




gehemmt. Man nimmt den Apparat in die 
rechte Hand und fährt, während man mit 
dem Daumen auf die Hemmfeder drückt 
und dadurch das Uhrwerk in Gang setzt, 
mit der Spitze des Graviermeißels über 
den zu gravierenden Gegenstand langsam 
hinweg, gerade ao als wenn man mit 
einem Bleistift schreibt; läßt man die Feder 
los, so steht das Werk sofort still. Das 
Uhrwerk läuft etwa eine Minute. 

Der Gravierapparat kostet 6,50 M; 
er ist von Hm. Alexander Cochius 
(Berlins 42, Ritterstraße 113) zu beziehen. 

Kl /Um. 

Untersuchungen Uber WArmelsolat Ion, 
besonders ln bezug auf die fUr 
Konstruktion von Heizapparaten 
gebräuchlichen Materialien. 

Von R. S. Hutton und J. R. Board. 

Trans. Far. Soc 1. August 1905. 

Die Verf. haben eine Reibe von Wärme- 
echutzmittein untersucht, indem eie sowohl ihre 
thermische Leitfähigkeit bei 100°, als such 
ihre Isolierfähigkeit bei Glühtemperaturen er- 
mittelten. 

Die Materialien wurden durch ein Sieb mit 
600 Maschen auf das qcm ausgesiebt und zur 
Bestimmung ihrer Leitfähigkeit in 3,6 mm dicker 



Vereins- und Personennachrichten. — Kleinere Mitteilungen. 



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H «ft 17. 

1. September ISOft. 



Kleinere Mitteilungen. 



167 



Schicht zwischen zwei Messingplatten von 
11,4 cm Durchmesser und 13 cm Dicke gebracht. 
Auf die obere Platte wurde ein durch Wasser- 
dampf erhitzter Heizkörper gesetzt, so daß ihre 
Temperatur, welche an einem Thermometer 
abgelesen werden kounte, nahezu 100° betrug. 
Durch das Isoliermaterial strömte die Wärme 
dann in die untere Platte, deren Temperatur 
ein anderes Thermometer anzeigte. Bin drittes 
Thermometer, welches vor Bestrahlung durch 
den Apparat geschützt war, zeigte die Luft- 
temperatur an. Die Beobachtungen ergaben 



folgende Leitfähigkeiten: 

Sand 0,00 060 

Karbonindum 0,00050 

Quarz 0,00 036 

Feuerfeste Ziegel 0,00 028 

Retortengraphit 0,00 040 

Kalk 0,00029 

Magnesia (geschmolzen) 0,00 047 

„ v. Pattinson, schwach kal- 
ziniert 0,00016 

Kieselgur (Infusorienerde) .... 0,00 013 



Zur Bestimmung der Güte dieser Materialien 
als Wflrmeachutzmittel diente der in der Figur 




dargestelite Apparat. A B bedeutet hierin ein 
von einer elektrisch geheizten Nickelspirale 
umwickeltes Rohr aus unglasiertem Porzellan. 
Dieses Rohr wird durch die Asbestringe D D' 
in der Mitte eines Bisenkörpers gehalten, 
dessen Innenraum bis an das Porzellanrohr 
vollständig mit dem zu untersuchenden Isolier- 
material C ausgefüllt ist. Der Bisenkörper ist 
wiederum von einem Wassermantel WW' um- 
geben, durch den ständig während der Versuche 
kaltes Wasser geleitet wird, um die durch das 
Isoliermaterial hindurchströmepde Wärme abzu- 
führen. Im Innern des Porzellanrohrs ist das 
thermoelektrische Pyrometer V angebracht. 

Bei der Prüfung von Kieselgur und Mag- 
nesia wurden zunächst der Heizspirale 
150 Watt an elektrischer Energie zwei Stunden 
hindurch zugeführt, und darauf dieser Betrag 
auf 100 Watt ermäßigt. Bei Sand, Karborundum 
und feuerfesten Ziegeln betrug die zugeführte 
Energie in den ersten zwei Stunden 300 Watt, 
in den darauf folgenden beiden Stunden 
250 Watt, und wurde schließlich auf 200 Watt 
erniedrigt. 

Auch hierbei zeigte die Kieselgur sieb 
sämtlichen Materialien ale Wärmeschutzmittel 
weit überlegen. Trotzdem bei ihrer Prüfung 
dem elektrischen Ofen nur halb so viel Energie 



zugeführt wurde wie beim Sand, erreichte der 
Ofen eine um fast 300° höhere Temperatur. 
Die Temperaturen, welche der Ofen während 
der einzelnen Versuche annahm, sind im Ori- 
ginal durch ein Diagramm ersichtlich gemacht. 

Mk. 

Ein Telephonrelais. 

Von J. Trowbridge. 

Am. Jottm. of Science 21. S. 339. 1905. 

In der Geschichte des Telegraphenwesens 
hat in früherer Zeit die Konstruktion von Re- 
lais einen hervorragenden Platz eingenommen, 
doch hat in neuerer Zeit mit der Verbesserung 
der Leitungen und Instrumente das telegra- 
phische Relais seine praktische Bedeutung fast 
ganz eingebüßt. Auf dem Gebiete des Tele- 
phonwesens hingegen fordert das entsprechende 
Problem noch heute ein unvermindertes Inter- 
esse. Die Aufgabe, ist aber in diesem Falle 
ungemein viel schwieriger zu lösen, weil das 
Telephon die ganze Mannigfaltigkeit der 




menschlichen Sprache übertragen soll, während 
es sich beim Telegraphen * nur um die Über- 
mittlung eines einzigen Klopfzeichens handelt. 

Die bisherigen Versuche, ein Telephonrelais 
zu konstruieren, bestanden darin, daß man 
einen Mikrophonkontakt auf die vibrierende 
Platte des Telephons wirken ließ oder die Be- 
wegung der letzteren durch einen Hebel zu 
vergrößern suchte. In beiden Fällen scheiterte 
der Versuch daran, daß die geringen Schwin- 
gUDgabewegungen der Membran durch den 
Übertragungsmechanismus gehemmt wurden. 

An Stelle der mechanischen Übertragung 
verwendet Verf. bei seinem Telephonrelais die 
elektromagnetische Energie zur Verstärkung 
der unmerklich geringen Schwingungen der 
Telephonmembran. Er leitet die durch das 
Relais zu verstärkenden Telephonetröme (s. Fig.) 
durch die von den beiden Membranen A und B 
getragene Drahtspule C, welche sich samt ihrem 
geblätterten Eisenkerne zwischen den Polen N 



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Deatach* 

MectumikerZtc. 



Kleinere Mitteilungen. — Glastechnisches. 



168 

und 8 eines gleichmäßig ausgebildeten Magnet- 
feldes befindet. Die Membran A ist mit ihrem 
Räude an die Messingkapscl DE befestigt, 
welche ihrerseits durch einen Mikrophonkontakt 
auf den Telephonhörer T wirkt. Das starke 
Magnetfeld zwischen den Polen N8 wird 
durch die schwachen, in der Spule C fließen- 
den Telephonströme merklich beeinflußt und 
wirkt durch das Hin- und Herschwingen der 
Spule C auf die Membranen A und B. Die 
Schwingungen der Membran A werden wie- 
derum durch die Kapsel DE mittels des Mikro- 
phonkontaktes auf den Hörer T übertragen und 
rufen in diesem ein lautes, artikuliertes Sprechen 
hervor. Mk. 

78. Versammlung Deutscher Natur- 
forscher und Ärzte 

Stuttgart, 16. bis 22. September 1906. 

Im Anschluß an die Mitteilung auf 8. 88 
dieser Zeitsehr. seien diejenigen Vorträge auf- 
gezählt, die für die Mechanik voraussichtlich 
von Interesse sind. 

1. Abt. Mathematik , Astronomie und Geodäsie 

Driencourt (Paria): Sur Fastrolabe ä prieme 
(instrument Claude - Driencourt) et ses risultats 
dam la determination de Vheure et de la lalitude. 
Hammer (Stuttgart): Demonstration einiger 
geodätischer und topographischer Instrumente: 
a) des Guillaume- Carpenterechen Drahtbasis- 
meßapparats mit Invardrähten (Referat mit 
praktischer Vorführung); b) dos Hammer- 
Fennelechen selbstrechnenden Tachymeter- 
Theodolits. 

2. Abt. Physik , einschließlich Instrumentenkunde 
und wissenschaftliche Photographie. 

Bruger (Frankfurt a, M.): Über ein re- 

gistrierendes elektrisches Wideratandsthermo- 
meter, welches auch für graphische Aufzeich- 
nung von Fiebertemperaturen verwendbar ist. 
Fischer (München): Erfahrungen über Her- 
stellung tiefster Temperaturen und Messungen 
auf diesem Gebiet. Looser (Essen): a) Vor- 
führung eines Taupunktapparates; b) Einige 
Versuche über strahlende Wärme. Meyer 
(Freiburg i. Br.): Spektralanalyse des Eigen- 
lichtes von Radiumbromldkryetallen nach Ver- 
suchen von F. Himstedt und G. Meyer. Steffens 
(Hamburg): über ein achsenloses Haarhygro- 
meter. 

3. Abt. Angewandte Mathematik und Physik. 

Hornauor (Cannstatt): Über Oszillographen 
(zum selbsttätigen Aufzeichnen rasch ver- 
laufender Bewegungen . speziell elektrischer 
Ströme). 

5a. Abt. Angcwandlc\CKcmie und Nahrungs- 
mittelforschung. 

Pfungst^ (Frankfurt): Über die Verwen- 
dung von überhitztem Wasserdampf in che- 



mischen Laboratorien, mit Demonstration der 
zur Überhitzung dienenden Apparate nach 
Pfungsts System. 

12. Abt. Mathematischer und naturwissen- 
schaftlicher Unterricht. 

Müll er- Uri (Braunschweig): Einige neue 
physikalische Demonstrationeapparate. 

Der Vers&mmlungBbeitrag ist: a) für Mit- 
glieder der Gesellschaft Deutscher Natur- 
forscher und Ärzte 15 M., b) für Mitglieder der 
Gesellschaft, die den Betrag für die „Verhand- 
lungen“ bereits an den Schatzmeister bezahlt 
haben 9 M . c) für Teilnehmer 20 M.. d) für 
dieselben, falls sie auch die „Verhandlungen" 
zu beziehen wünschen 26 M., e) für Damen 
6 M. Bei Entnahme der Karten für das Fest- 
mahl erhöhen sich diese Beträge um je 5 M 

Genaueres enthält das ausführliche Pro- 
gramm, das von der Geschäftsstelle der Ver- 
sammlung (Stuttgart, Rathaus) zu beziehen ist. 

Die Firma Stra&ser A Rohde (Glashütte) 
erhielt auf der 3. Deutschen Kunstgewerbe- 
Ausstellung in Dresden für herv orragende Lei- 
stung auf dem Gebiete der Präzisions-Pendel- 
uhren und der Feinmechanik die Goldene Me- 
daille. 



filaatflohnisohes. 

Über eine Modifikation de» Beck- 
manngchen Siedeapparate». 

Von E. Rupp. 

Zeitschr. f. physik. Chem ÖS, S 693. 1905. 

Um die Lösungsmittelmenge nicht allein 
durch Volumenmessung, sondern auch durch 
direkte Wägung, wie beim Landsberger- 
schon und Landsberger - Lehnerschen 
Apparat ermitteln zu können, hat der Verf. 
eine kleine Modifikation an dem Beckmann- 
schen Siedeapparat angebracht, die in der 
Hauptsache darin besteht, daß das „8iederohr“ 
aus der Verschmelzung mit dem „8iedem&ntel" 
losgelöst ist. 

Die beistehende Figur läßt leicht erkennen, 
wie dies erreicht wurde. Das mit seitlichem 
Tubus für die Substanzeinfüllung und einer 
SchlifTmanschette für das Thermometer ver- 
sehene Siederohr ist mittels 8chlifls in den 
Siedemantel einaetzbar und kommuniziert durch 
eine weite Lochbobrung und ein an das Bchliff- 
stück des Siedemantels angeschmolzenes Ver- 
bindungarohr mit dem senkrecht stehenden 
Luftkühler. Im letzteren befindet sich durch 
einen Kork verschiebbar festgehalten der Innen- 
kahler für Wasser. Je nachdem man nun da« 
konisch ungeschliffene Ende des InnenkUhlers 



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H«fi n. 

». Rffptffmbr I9QS 



Glastachnlsche*. 



auf dem LuftkQhler aufstehen läßt oder nur 
1 bis 2 mm hochschiebt, hat man cs in der 
Hand, sämtliches Kondensat wieder in das 
8iedorohr zurückzuführen oder in den Siede- 
ranntel hinabfließen zu lassen. 

In die Schliifläche des Siederohres ist eine 
Rille eingefalzt, welche durch entsprechende 
Drehung des letzteren dem Kahler gegenüber- 
geetellt werden kann, so daß der Siedemantel 
in direkte Verbindung mit dem Kahler gesetzt 
ist, wodurch bei einem etwaigen Nachsieden 
im Siedemantel ein Zurücksteigen der Dflmpfe 
in das Siedorohr verhindert wird. 




Wegen der Ausführung einer Bestimmung 
von Molekulargrößen mit diesem Apparat muß 
auf die Originalabhandlung verwiesen worden. 

Das Anfertigungsrecht für den Apparat hat 
die Firma Franz Hugershoff (Leipzig. Caro- 
linenstr. 13) übernommen. Wb. 



Über eine Methode, Meerwasser für 
bakteriologische Untersuchungen 
zu entnehmen. 

Von P. Portier und J. Richard. 

Compt. rcnd. 142. S. 1109. 1906. 

Der Apparat besteht aus einer zylindrischen 
Glasröhre A (s. Fig. 1) von 86 cm Lange und 
16 mm Durchmesser, deren Wände stark genug 
sind, um Drucken von 600 Atmosphären und 
mehr zu widerstehen. Die Röhre ist unten 
in eine kurze Kapillare ba ausgezogen und 
setzt sich oben in ein langes, dreimal umge- 
bogenes Kapillarrohr cd ef g h fort 1 ). 

i) In der Abbildung sind der Deutlichkeit 
wegen die einzelnen Schenkel weiter von- 
einander entfernt gezeichnet, die tatsächliche 
Lage der Röhren ist in Fig. 1 oben angegeben; 



169 



Es wird nun ein Tropfen Wasser in das 
Rohr A eingeführt, letzteres dann vor der 
Lampe bei a geschlossen und die lange Ka- 
pillare mit einer Quocksilberluftpumpe ver- 
bunden. 8obald das Vakuum erreicht ist, 
schließt man die Kapillare bei h vor der Lampe. 
Die von Luft befreite Röhre wird darauf in 
einer Autoklave bei 120° sterilisiert und ist 
zum Gebrauch fertig. Bio wird in einer me- 
tallischen Hülse mittels Kupferdrähten so be- 
festigt, daß die Spitze g h nach oben gekehrt 
ist und aus der Halse herausragt (Fig. 3). 





Fig. S. 



Der am Senkblei in einem Rahmen angebrachte 
Apparat wird dann in dieser Lage in die ge- 
wünschte Tiefe gelassen; durch eine Bewegung 
an der Leine wird die Metallhülse zum Um- 
kippen gebracht, wobei die Kapillare fh gegen 
ein unten am Rahmen befestigtes Messer 
schlägt und bei g durchbricht; das Meerwasser 
tritt nunmehr ein und fallt den leeren Apparat 
vollkommen aus. Man zieht das Instrument in 
die Höhe, wobei, je näher es der Oberfläche 
kommt, desto mehr der Druck im Rohr nach- 
läßt und seine Wiedererwärmung zunimmt, so 
daß etwas Wasser austritt. Der ausfließendc 



die Zerbrechlichkeit und das Volumen des 
Apparats werden durch diese Anordnung ver- 
mindert. 



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170 



Glaatcchnisch««. — Bücherschau. 



D'uuch« 

M»fhM>lk»r-Ztc 



Wasserstrahl verhindert jede Verunreinigung 
der Flüssigkeit ira Rohr durch daa umgehende 
Meerwasser. 

Sobald der Apparat an Bord ist, macht 
man mit einer Feile einen Strich bei a. bricht 
die 8pitze ab, zieht sie durch die Flamme und 
setzt die Röhre auf einen kleinen sterilisierten 
Apparat, wie er im unteren Teil der Fig. 2 ab- 
gebildet ist. Nun wird auch bei d mit der 
Feite ein Strich gemacht und die Kapillar- 
röhre an dieser Stelle abgebrochen, wodurch 
der mehrfach gekrümmte Teil d e f g h entfernt 
wird. Daa Ende d zieht mau dann ebenfalls 
durch die Flamme und setzt ein kleines mit 
Watte gefülltes Röhrchen auf, das gleichfalls 
sterilisiert ist. Wird jetzt der Quetschhahn 
bei a goöffuet, so kann man unter dem Schutz 
der kleinen Glocke C die Flüssigkeit aus der 
Röhre A in eine Reihe von Kulturröhrchen T 
einlassen, ohne irgend eine Verunreinigung 
befürchten zu müssen. Die durch die Röhre m 
in A eintretende Luft wird bei der Filtration 
durch die Watte sterilisiert. 

Die Verf. haben die vorstehend beschriebene 
Anordnung des Apparats getroffen, nachdem 
sie durch zahlreiche Versuche bei ihren Fahrten 
auf der Yacht „Princesse Alice“ an ihrem ersten 
primitiven Apparat mehrfache Modifikationen 
angebracht haben. In der jetzigen Form laßt 
sich der Apparat zur Entnahme von Wasser 
aus sehr großen Tiefen gebrauchen, ohne 
irgend welche Gefahr der Verunreinigung. 

Wb. 



Gebrauchsmuster. 

Klasse: 

12. Nr. 284 548. Heizvorrichtung für Destillier- 
röhren an Fraktionskolben, dargestellt durch 
ein kurzes, weites Absteigrohr und Durch- 
leltungsrohr für die Heizflüssigkeit. F. Hu- 
gerahoff, Leipzig. 6. 7. 06. 

21. Nr. 283 666. Röntgenröhre mit versenkter 
Antikathode. M. Ehrhardt, Berlin. 22. 4.05. 

42. Nr. 238 180. Konisches Glaarohr mit Kugel, 
mit Hahn ln Parallelschaltung, zum Messen 
der hindurchBtrömenden Flüssigkeit. H. 
Rahe, Berlin. 5. 12. 04. 

Nr. 280 319. Garungs-Saccharimeter zur quan- 
titativen Untersuchung des Urins auf Zucker- 
gehalt, mit einem Abschluß durch Glashahn. 
A. K Hehler & Söhne, Ilmenau. 8. 5. 06. 

Nr. 280 790. Apparat zur Bestimmung des 
Schwefels in Eisen u. dgl , aus einem mit 
Trichter versehenen Lösungsk olben, der durch 
einen mit einem Rohr verbundenen Hohl- 
stopfen verschlossen wird. StrÖhlein & 
Co., Düsseldorf. 15. 5. 06. 

Nr. 283 410. Gasanalysator, dessen Absauge- 
vorrichtung als letztes Glied des Gefäßsystems 



hinter dem ßperrwassergefftß angeordnet ist. 
A. Primäres!, Magdeburg. 13. 6. 06. 

Nr. 283 488. Abgekürzter Kompressionsdruck- 
messer zur genauen Messung sehr kleiner 
Partialdrucke von Dampfen und Gasou. W. 
Burger, Pankow-Berlin. 17. 4. 06. 

61. Nr. 283 252. Ein Vakuum oinschließcnder, 
mit Gummidichtung versehener Verschluß- 
Btöpsel für Gefäße. R. Burger & Co., 
Berlin. 11. 6. 06. 



Bücherschau. 

Technolexikon des Vereins Deutscher In- 
genieure. 

An diesem 1901 begonnenen allgemeinen 
technischen Wörterbuche für Übersetzungs- 
zwecke (in den drei Sprachen Deutsch, Englisch 
und Französisch) arbeiten jetzt rund 2000 in- 
und ausländische Firmen und Einzelpersonen 
mit; die Zahl der gesammelten Wortzettel be- 
trögt über 3 000 000. Die Alphabetisieruuga- 
arbeiten sind so weit vorgeschritten, daß die 
Drucklegung Anfang 1907 beginnen wird. 

Druck und Verlag sind der Firma J. J. 
Weber in Leipzig übertragen worden. 

C. Stechcrt, Zeit- und Breitenbestimmungen 
durch die Methoden gleicher Zenitdistanzen. 
(Aus dem Archiv der Deutschen 8ee warte.) 
8°. 64 S. mit 8 Fig. u. 4 Taf. Hamburg, 
Hammerich & Lesser 1905. 

Die dargestellten Methoden eignen sich 
sehr gut zur Benutzung in den weiteren Kreisen 
der astronomischen Liebhaber, Uhrmacher u.s. w., 
denn es sind erstens die Anforderungen, welche 
an die instrumentolle Ausrüstung gestellt 
werden, äußerst gering (es gehört eigentlich 
nur ein Fernrohr mit Niveau dazu); zweitens 
ist die ganze Handhabung des Instrumentes 
bei der Beobachtung ungemein einfach und 
drittens laßt die Berechnung der Beobachtungen 
an Kürze und Durchsichtigkeit kaum etwas zu 
wünschen übrig: auch die Darstellung ist den 
Vorkenntnissen dieses Leserkreises angepaßt. 

Das Buch enthält ausgedehnte Verzeich- 
nisse von Sternpaaren (für Zeitbestimmungen) 
und kürzt durch Berechnung von Hilfsgrößen, 
Grenzenangaben und sonstige Tafeln dio 
unvermeidlichen Vorberoitungsrechnungen mög- 
lichst ab. 

Die im 8. Abschnitt vorgeschlagene Methode 
der Zeitbestimmung durch Beobachtung in 
einem festen Höhcuparalle) ist von besonderem 
Interesse. Diese Methode ist empfehlenswert, 
wenn der Beohachtungsort nicht gewechselt 
wird. Die Handhabung dos Instrumentes ist 
besonders einfach, die Ergebnisse stehen den 
Meridianbeobachtungen in keiner Weise nach 
und die Berechnung ist kürzer. 



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Heft 17. 

I. 8<?ptemb*r 190*. 



Paunlschau. 



171 



Patentsoha u. 



Verfahren zur Messung: der Geschwindigkeit und des Unglcichförmigkeitsgrade9 
einer sich drehenden Welle, dadurch gekennzeichnet, daß der elektrische Widerstand eines mit 
der zu prüfenden Welle umlaufenden druckverändarlicheu Widerstandes gemessen wird, desaon 
Kontaktflächen durch die Schleuderkraft zusammengedruckt werden. H. Hei mann in Berlin. 

7. 5. 1904. Nr. 160 623. Kl. 42. 

Rotierender Quecksilberunterbrecher mit Binstellvorrichtung für den Anlauf des 
zwischen den Polen eines in dem Stromkreise der primären Spule liegenden Elektromagneten 
(oder Solenoides) rotierenden Eisenkörpers, dadurch gekennzeichnet, daß der Eisenkorpor in 
seiner der Stromschlußstellung des rotierenden Teiles des Unterbrechers entsprechenden Lage 
durch eine bei der Inbetriebsetzung des Unterbrechers elektromagnetisch oder mechanisch aus- 
lösbare Sperrvorrichtung festgehalten wird. W. A. Hirschman in Pankow-Berlin. 10.11.1904- 
Nr. 160 991. KL 21. 

Libelle mit einer auf Stützen frei gelagerten Teilung, dadurch gekennzeichnet, daß 
die Teilung durch eine einzige Bewegungsschraube verstellt wird, ao daß weder unmittelbar 
noch mittelbar Materialspannungen auf die Libellenröhre übertragen werden. F. Zwicky in 
Winterthur, Schweiz. 11.9.1903. Nr. 160 696. Kl. 42. 

Eine weitere Ausbildung des in Pat. Nr. 160 355 geachützten Verfahrens zur Messung 
elektrischer Ströme nach der Kompensationsmethode, dadurch gekennzeichnet, daß für die 
zur Herstellung der Differenz von elektromotorischen Kräften benutzten Normalelemente, die in 
ihrer chemischen Zusammensetzung gleich oder voneinander verschieden sein können, die Pro- 
dukte aus elektromotorischer Kraft und Temperaturkoeffizienten einander gleich sind. R. O. 
Heinrich in Berlin. 50. 11. 1904. Nr. 161 245; Zus. z. Pat. Nr. 160 355. Kl. 21. 

Verfahren zur Herstellung von GlasgefäBen mit ttruchnähten, dadurch gekenn- 
zeichnet, daß das Gefäß in einer ringförmigen Zone Beines Umfangs erhitzt wird, worauf durch 
einen Druck senkrecht zur Ebene der Ringzone die erweichte Wandung zum Ausbauchen 
gebracht und die Ausbauchung durch Anpressen gegen oinen metallenen Flansch (Ring o. dgl.) 
in eine aus zwei verschmolzenen Wandteilen bestehende Ringrippe verwandelt wird, von der 
Eigenschaft, daß das Gefäß unmittelbar vor dem Ringe, oder bei Anwendung von zwei Ringen 
zwischen denselben, glatt und ohne Splitter abgebrochen werden kaun. P. Hartmann in Berlin. 
5.6.1904. Nr. 160 792. Kl. 32. 

Elektrouiagnctanonlnung für polarisierte Relais, bei welcher zwei in die Linien- 
leitung eingeschaltete Elektromagnetpaare kreuzförmig um einen gemeinsamen, einen auBbalan- 
ziorten Hebel bildenden Anker angeordnet sind, der in seinor Ruhelage durch eine magnetische, 
mittels eines Ortsstromes oder mittels Dauermagnete an den Elektromagneten hergestellte 
Ruhekraft festgehalten lind nur durch einen Linienstrom bestimmter Richtung zum Ausschlag 
gebracht wird, dadurch gekennzeichnet, daß als Anker ein Stahlmagnet benutzt wird, dessen 
Pole die Enden des Ankers bilden, zu dem Zwecke, die Anbringung der magnetischen Ruhekraft 
an beiden Elektromaguetpaaren zu ermöglichen und auch bei Herstellung der magnetischen 
Ruhekmft an nur einem Elektromagnetpaare die den Ausschlag und Rückschlag des Ankers be- 
wirkenden Kräfte zu verstärken. L Cerebotani in München und A. Silbermann in Berlin. 

8. 7. 1903. Nr. 161 420. KL 21. 

Elektromagnetisches Relais, dadurch gekennzeichnet, daß der beim Anziehen 
zunächst einen zweiten Stromkreis schließende Anker beim Weiteranzieheu den ursprünglich 
wirksamen Stromkreis wieder unterbricht. 

2. Ausführungsform des Relais nach Anspruch 1, bei welcher der Relaisanker zunächst 
einen Arbeitskontakt schließt und infolgedessen selbsttätig weiter angezogen wird, wobei dann 
Ruhekontakte des zuerst geschlossenen Stromkreises geöffnet werden. R. Stock & Co. in 
Berlin. 3. 9. 1904. Nr. 161 421. Kl. 21. 



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Patentliite. 



Daatsch« 

Mechaniker-Ztg. 



172 

Patentliste. 

Bia zum 13. August 1906. 

Kinase: Anmeldungen. 

21. C. 13 877. Empfängerapparat für die Fern- 
Übertragung von Bildern und Ähnlichen 
FlÄchendaretellungen mit Hilfe einerdurch das 
Original verschieden stark belichteten Selen- 
zelle. H. Carbo nn olle, Uccle, Belg. 19. 8. 05. 

F. 19 367. Einrichtung zur Fernübertragung 
von bildlichen Darstellungen wie Photogra- 
phien, Gemälden u. dgl. E. Fortong, Berlin. 
3. 10. 04. 

I. 9138. Induktions -Wechselstromzähler mit 
getrenntem Haupt- und Nebenschlußmagnet; 
Zus. z. Anm. I. 8858. Isaria-Zähler-Werke, 
München. 19. 5. 06. 

M. 28 663. Verfuhren zur Messung des Phasen* 
Unterschiedes elektrischer Wechselströme 
und Spannungen. B. Monasch, Langfuhr 
b. Danzig. 1. 12. 05. 

N. 7958. Quecksilberrelais. A. v. Nikiforoff, 
Warschau. 29. 7. 05. 

R. 22 653. Galvanometer. J, Richard, Paris. 
25. 4. 06. 

Sch 24 691. Vorrichtung zur Fernübertragung 
bildlicher Darstellungen unter Auflösung und 
Zusammensetzung des Bildes in parallele 
Punk treiben. M. Schönau, Blasewitz. 
28. 11. 05. 

S. 22 396. Vorrichtung zum selbsttätigen Auf- 
zeichnen des Verlaufs mehrerer physika- 
lischer Vorgänge. Siemens & Halske, 
Berlin. 28. 11. 03. 

T. 11 055. Kontaktvorrichtung an elektrischen 
oder magnetischen Meßinstrumenten, Relais 
o. dgl. S. G. Tripp, Wilmersdorf - Berlin. 
3. 3. 06. 

42. F. 21731. Vorrichtung zum Anzeigen des 
von einem Schiff zurückgelegten Weges. 

J. u. K. Frey, Nürnberg. 6. 5. 06. 

H. 34 774. Einrichtung zur Bestimmung der 
Refraktion von Augen. W. Härtert, Göt- 
tingen. 23. 2. 05. 

K. 30 293. Verfahren und Vorrichtung zum 
Messer, der Verdrehung einer Welle, elasti- 
schen Kupplung o. dgl. mittels elektrischer 
Ströme. G. Killat, Wilhelmshaven. 7. 9. 05. 

L. 21 325. Tachymeter zur unmittelbaren Be- 
stimmung der Horizontaldistanz und des re- 
lativen Höhenunterschiedes mit Hilfe eines 
mit der Fernrohrachse fest verbundenen 
Armes. W. Lüska, Lemberg, und R. u. 
A. Rost, Wien. 17. 7. 05. 

R. 2270. Verfahren zum Dichten der Schau- 
feln des Kreiselrades von Quecksilber-Va- 
kuumpumpen. Radium Elektrizitäts- 
Gesellschaft, Wipperfürth, Rheinpr. 3.5.06. 









R 22 171. Schwiugende Quecksilberluftpumpe. 

U. v. Reden, Franzburg b. Gehrden b. Han- 
nover. 9. 11. 05. 

Sch. 23500. Kopfgelenk für Zirkel. G. Schoen- 
ner, Nürnberg. 11. 3. 05. 

8. 20 297. Vorrichtung zum Bestimmen der 
Rauchstärke. H. Silbermann, Königsberg 

I. Pr. 23. 11. 04. 

S. 21 081. Projektionsapparat mit mineralhal- 
tigen Bogenlichtkohlen. Sautter, Harle & 
Cie., Paris. 5. 5. 06. 

St. 9646. Vorrichtung zum Bestimmen des 
Feuchtigkeitsgehaltes der Luft. 0. Steffens, 
Hamburg. 11. 7. 05. 

U. 2750. Kupplungsvorrichtung für von Uhr- 
werken angetriebene Registriertrommelu. 
G. Ulivi, Florenz. 8. 4. 05. 

W. 24 146. Bildumkehrendes Prismensyetem 

M. Hensoldt & Söhne, Wetzlar. 13. 4. 06. 

W. 24 728. Alltriebsvorrichtung für im luft- 
verdünnten Raume durch Drehung des Ge- 
häuses in Umdrehung versetzte Gyroskope. 
P. Winand, Cöln. 7. 11. 05. 

Z. 4804 Ramsdensches Okular mit einem zu- 
sammengesetzten Augenimsensystem, in dem 
eine chromatisch korrigierende Kittfläche 
ihre konkave Seite der Feldlinse zukehrt. 
C. Zeiß, Jena. 19. 2. 06. 

! 47. F. 21 108. Mutter für Bewegungsschrauben. 

O. Komm, Chemnitz. 5. 1 06. 

72. N. 7709. Zielfernrohr für Gewehre und Ge- 
schütze. F. Neuber, Wiener Neustadt, u. 
W. v. Preiß, Baden. 23. 2. 05. 

O. 4851. Zielfernrohrbefestigung, die ein Vor- 
wärtsgleiten dos Fernrohres beim Schuß ge- 
stattet. Optische Werke, Cassel. 28.4.05. 

74. .1. 8674. Beleuchtungsvorrichtung für Meß- 
instrumente, insbesondere Geschwindigkeits- 
messer. C. Junghans, Schramberg, Würt- 
temberg. 22. 9. 05. 

N. 7880. Vorrichtung zur elektrischen Fern- 
Uhertragung der Kompaßstellungen. Neu- 
feldt & Kuhnke, Kiel, u. B. Freeso, Del- 
menhorst. 7. 6. 05. 

Erteilungen. 

21. Nr. 175 443. Ferraris - Meßgerät. Isaria- 
Zähler-Werke, München. 27. 11. 01. 

Nr. 175448. Isolierraittel für elektrische Zwecke. 

J. Fuchs, Charlottenburg. 10. 8. 05. 

82. Nr. 175 385. Verfahren zur Herstellung von 
blasen freiem Quarzglas. W. C. Heraeua, 
Hanau. 27. 10. 04. 

42. Nr. 175 354. Wärmemesser für hohe Tempe- 
raturen; Zus. z. Pat. Nr. 156 008. Hart- 
mann & Braun, Frankfurt a. M. 13. 11. 04- 

Nr. 175 355. Röhrenfederthermometer. J. B. 
Fournier, Paris. 25. 12. 04. 



Für die Redaktion verantwortlich: A. Ulasch ko ln Berlin W. 

Verlag von Julia« Springer ln Berlin N. — Drack von Emil Drepsr ln Berlin SW. 



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Deutsche Mechaniker-Zeitung 



Beiblatt zur Zeitschrift für lustrumenteukunde 



Organ für die gesamte Glasinstrumenten - Industrie. 
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik. 



Redaktion: A. Blaschke, Berlin W30, An der Apostelkirche 5. 



13. September. 



Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion gestattet. 



Einspannfutter für die Drehbank. 

Vf n C. Reichel iu Berlin. 

Für mechanische Werkstätten eignet sich das nachstehend beschriebene Einspann- 
futter zur Bedrohung rechtwinklig zu den Hauplflächen gelegener Begrenzungetlächen. 
Es bietet den Vorteil, daß die Ausrichtung leicht und sicher zu bewirken und korrekte 
Arbeit in unbeschränkter MeDgc zu erzielen ist. 

Meine Erfah- 
rungen mit solchen | 

Futtern reichen zurück 
bis zum Jahre 1867. 

Für meine frühere Fräs- 
maschine hatte ich mir 
zwei solcher Futter zur ^ 

Einspannung beliebig 
langer Stäbe (Maßstäbe) ' 
innerhalb der Grenzen 
der Maschine hergesteilt 
und mit ausgezeichne- 
ten Erfolgen benutzt. 

Nach Aufgeben 
meiner Werkstatt hatte 
ich das Bedürfnis, auf 
der Drehbank kleinere 
Stücke schnell und ge- 
nau rechtwinklig bear- 1 
beiten zu können, und 
so übertrug ich die 
bewährte Konstruktion 
auf die Drehbank. Das 
für meine Drehbank von 
950 mm Wangenlänge und 



140 mm Spitzenhöhe i; » I 

hergestellte Futter F ( Fig . 1) hat die Form eines U .. . j> 

in folgenden Abmessungen (im Lichten): Länge 95 mm, 

Breite 90 mm und Tiefe 50 mm. Ich kann darin t 

Stücke bis zu etwa 270 mm Länge, die dann aus 

dem U an beiden Seiten überragen, rechtwinklig f 

bedrehen. Das gilt für alle Materialien, die in | V 

mechanischen Werkstätten zu bearbeiten sind. 

Das Futter ist frei von allen Schrauben- t 

löchern und Schrauben; nur die glatten Seitenwände 
SS dienen zum Richten und Festspannen der Werk- 
stücke unter Vermittelung kleiner Spannstücke wie T, j ; ’ i 

von denen, je nach der Dicke der Arbeitsstücke, 

solche von passender Größe zur Anwendung kommen. Bei solchen Werkstücken, welche 
für die Befestigung nur wenig Raum lassen, benutze ich sogenannte Parallelkeilc, d. h. 



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174 



C. Reichel, Einepannfulter für die Drehbank. 



Doutecke 

Meehenlker-Ztg 



Keile von gleicher Neigung, die in entgegengesetzter Richtung zu prismatischen Stöcken 
von rechteckigem Längsschnitt sich ergänzen. Ich besitze zwei gleiche aufeinander 
folgende Reihen von je 4 Stück aus hartem Holz und zwei Reihen von je 4 Stück aus 
Gußeisen von größerer Dicke, so daß ich sehr verschieden große Löcken damit aus- 
füllen kann. 

Das aus Gußeisen gearbeitete Futter ist, wie aus der Fig. 1 ersichtlich, mit 
sehr starken Seitenwänden versehen, also gegen Biegung und Federung durchaus ge- 
schätzt. Da die darin bearbeiteten Stöcke jede strenge Nachprüfung aushalten sollen, 
so habe ich auf seine Herstellung alle Sorgfalt verwendet und mir ein Fundamental- 
werkzeug geschaffen, dem eine weite Anwendungsfähigkeit eigen ist. 

Die Herstellung geschah in folgender Weise. Das rohe Gußstück aus dichtem 
weichem Eigen wurde zuerst mit dem Muttergewinde für die Drehbankspindel versehen. 
Die bei Anfertigung von Futtern für die Drehbank in mechanischen Werkstätten viel- 
fach geübte Einschneidung des Gewindes mit dem Handgewindestahl genügt hier nicht, 
das Gewinde entbehrt dann nämlich der hinreichenden Genauigkeit; dagegen liefert der 
in den Support gespannte Einzahn6tahl unter Anwendung einer schwindelfreien Patronen- 
führung ein korrektes Gewinde, das den eben gedrehten Ansatz zur zwangfreien 
Deckung mit dem laufenden Spindelansatz bringt, eine Bedingung, von der die dauernde 
Brauchbarkeit des Futters abbängt. 

Die Vorarbeit für die drei inneren Flächen G und SS besteht im Ebendrehen 
von G bis zur Berührung von SS und dem hohlzylindrischen Andrehen der letzteren 
bis G, so weit, daß reine Metallüäehen zum Vorschein kommen. Für die weitere Vor- 
arbeit durch Drehen sind die Außenwände des Futters mittels einer in den Support 
oder die Vorlage eingespannten Bohrvorrichtung so anzubohren, daß durch zwei gegen- 
überliegende Anbohrungen je eine Rotationsachse geschaffen wird, die gestattet, daß 
zwischen Spitzen die dem Keitstock zugekehrte Fläche, desgleichen aber auch die 
beiden Flächen SS teilweise eben gedreht werden können, bis sie die im Anfang er- 
wähnten hohlzylindrischen Anbohrungen berühren. Damit die Ebendrehungen so weit 
als möglich geschehen können, müssen die Anbohrungen der Grundfläche G nahe liegen. 

Besondere Sorgfalt ist darauf zu verwenden, daß die Anbohrungen nach einer 
guten Kreisteilung geschehen, damit die sich kreuzenden Rotationsachsen rechtwinklig 
zueinander liegende Flächen liefern. Es bleibt noch die Bedrohung der äußeren 
schrägen Strebeflachen übrig, die deswegen von Bedeutung ist, weil dadurch das Futter 
in das indifferente Gleichgewicht gebracht werden kann. Fällt der Schwerpunkt eines 
Futters von erheblichem Gewicht (hier 4,5 kg) nicht mit der Spindelachse zusammen, 
so tritt bei schneller Rotation leicht eine unangenehme pendelnde Bewegung der Dreh- 
bank ein. Zu den in Anwendung gekommenen Rotationsachsen sind nun noch zwei 
sich kreuzende zu schaffen durch Anbohrung einer jeden Bchrägen Fläche, und zwar so, 
daß je eine Anbohrung einer gegenüberliegenden kurzen Außenfläche mit dieser eine 
Rotationsachse bildet, die rechtwinklig durch die schräge Fläche geht. 

Nach Beendigung der Dreharbeiten folgt die weitere Bearbeitung der drei 
Flächen G und SS. Die bei der Bedrohung roh gebliebenen Flächenteile, die vom 
Stichel nicht erreicht werden können, werden zunächst mit der Feile so nahe als mög- 
lich in die Fortsetzung der Andrehungen gebracht. Diese Arbeit reicht aber für die 
Fertigstellung der Flächen keineswegs aus, da mit dem unvollkommenen Werkzeug, 
der Feile, ebene Flächen nicht zu erzielen sind. 

Eine ausgezeichnete Methode, ebene Flächen herzustellen, wird im Pein- 
maschinenbau fast durchweg angewendet, ist aber in mechanischen Werkstätten wenig 
bekannt und nicht genügend gewürdigt, nämlich die Methode des SchabenB, die darin 
besteht, daß die über der zu erzielenden Ebene liegenden Teilchen durch eine scharfe 
Kante abgeschabt werden. Die Feile stellt zwar eine Anzahl miteinander fest ver- 
bundener Schaber in ihren Zähnen dar, aber sie deckt dem Arbeiter die zu beschabende 
Stelle vollständig zu uud nimmt leicht Teile weg, die stehen bleiben müssen, während 
der einfache Schaber nur das entfernt, was überschüssig ist; er arbeitet viel sicherer 
und feiner als die Feile. Eine ausführliche Beschreibung der Schabemethode zu geben, 
würde hier zu weit führen, es sei nur angedeutet, daß an Hilfsstücken erforderlich sind zwei 
eben geschabte Normalplatten von der Größe der Flächen SS, ein genau gerades kurzes 
Lineal zur Orientierung über die Gestalt der zu beschabenden Flächen und eine kleine 
Aufsatzlibelle mit ebener Sohle, wie die in der Figur mit L angedeutete, außerdem 
eiDe ebene Richtplatte mit drei Stellschrauben. Die Drehbank, für welche das Futter 



Heft 18. 

IV 8f'|ttenibi*r IWW. 



C. Reichel, Einjpannfutler für die Drehbank, 



175 



bestimmt ist, muß annähernd nach der Libelle horizontal ausgerichtet sein. Vor der 
Beschabung der flächen ist es notwendig, die Hohlkanten zwischen 0 und £5 mit 
einer Messerfeile zu unterfeilen, damit die Normalplatten bei Prüfung der Flächen sich 
vollkommen frei anschließen können. 

Es wird am zweckmäßigsten sein, zunächst die Grundfläche 0 zu schaben; 
ihre Lage ist durch die Libelle vorzuprüfen. Das Futter wird mit seiner Ansatzfläche 
auf die horizontale Richtplatte gestellt und unter der auf O stehenden Libelle in zwei 
rechtwinklig sich kreuzenden Lagen umgesetzt. Der halbe Unterschied in den Aus- 
schlägen, welche die Libelle beim Umsetzen ergibt, ist durch Schaben an der Flüche 
zu beseitigen. Hier müssen Lineal, Libelle und Normalplatte angewendet werden zur 
Erkennung dessen, was durch Schaben zu beseitigen ist, bis schließlich die Ebene in 
genau paralleler Lage zur Ansatzfläche erreicht ist. 

Für die Beschabung der Flächen SS ist das Futter auf die Drehbank zu 
schrauben. Eine dieser Flächen wird in der Querrichtung zur Spindel nach der Li- 
belle L durch leichtes Klopfen am Futter horizontal gerichtet, dann auf ihr die Libelle 
um 90° umgesetzt, also parallel der Spindelachse gestellt, und der Blasenstand notiert. 
In dem Futter wird nun mittels des Spannslücks T eine der erwähnten Normalplatten 
gegen die eben untersuchte Fläche S so geklemmt, dnß sie nach zwei Richtungen über 
diese hinausragt, um der Libelle Raum zur Aufstellung zu lassen, wenn ihre Fläche 
durch Drehung der Spindel nach oben gerichtet worden ist. Da nun die Hervor- 
ragungen der Platte die Fortsetzung der Fläche S bilden, so gibt die Libelle an ihrer 
Skale an, in welchem Sinne und um wie viel die Lage der Fläche gegen die Spindel- 
achse zu verändern ist. Dabei ist zu berücksichtigen, daß der Unterschied der beiden 
Libellenausschläge gleich ist der doppelten Abweichung der Flächenlage zur Spindel- 
achse. Sind in beiden Lagen der Fläche die Ausschläge der Libelle gleich groß in 
gleichem Sinne, so ist die Fläche parallel der Spindel. Um zu diesem Ziel zu ge- 
langen, müssen Libelle, Lineal, Probeftäche und Schaber Zusammenarbeiten. 

Es ist Wert darauf zu legen, daß die Flächen SS nicht allein parallol zur 
Spindel liegen, sondern daß sie auch in der Querrichtung zur Spindel untereinander 
parallel werden, damit die Anwendung der erwähnten Parallelkeile möglich ist. Bei 
sorgfältiger Arbeit werden die vorgearbeiteten Flächen nur geringe Abweichungen von 
der korrekten Lage zeigen, die Schabearbeit wird daher vorzugsweise die Erzielung 
ebener Flächen anzustreben haben. 

Die Anwendungsfähigkeit des Futters ist eine vielseitige. In der Figur 1 ist die 
Bearbeitung einer Platte P zur rechtwinkligen Bedrehung ihrer Begrenzungsflächen an- 
gedeutet. Die der Ebene am nächsten kommende rohe Begrenzungsfläche (vorausgesetzt 
ist, daß beide Grundflächen schon parallel gedreht sind) wird gegen O gelehnt, die Platte 
gegen S durch T befestigt und die herausragende Fläche bedreht, dann P umgespannt 
und die zweite rohe Fläche der eben bearbeiteten parallel gedreht. Die dritte Fläche soll 
nun rechtwinklig zu den eben fertig gewordenen gedreht werden. Unter leichter Ein- 
spannung, die noch eine Drehung zuläßt, wird P so nach der Libelle ausgerichtet, daß die 
beiden bedrehten Begrenzungsflächen parallel der Spindel werden. Die vierte Fläche 
darf hierbei die Grundfläche nicht berühren, wie die Figur 1 es andeutet, andern- 
falls würde eine Drehung der Platte nicht stattlinden können. Klopfen mit einem 
kleinen Holzhammer bringt leicht die Platte nach der Libelle in die richtige Lage, in 
der dann durch Nachziehen der Spannschraube die Feststellung zu bewirken ist. Für 
die vierte Flüche genügt die Anlage der eben bedrohten dritten gegen G. Alle Be- 
grenzungsflächen sind nun untereinander und zu den Hauptflächen rechtwinklig. 

Nicht nur Körper von quadratischem oder rechteckigem Querschnitt, sondern 
auch solche prismatische Körper, deren Grundflächen von drei oder mehr Linien be- 
grenzt sind, können in dem Futter bearbeitet werden, wenn ihre Länge geringer ist, 
als die Entfernung der Flächen SS voneinander. Die Stücke sind dann, wenn die Winkel 
aneinander stoßender Flächen bestimmt sind, nach entsprechenden Schablonen mit einer 
Grundfläche gegen eine Fläche S zu spannen. 

Soll die Platte P an einer ihrer Grundflächen eine zylindrische Aussparung er- 
halten, so kann Bie durch geeignete Zwisehenlagen aus Holz oder Metall in die passende 
Lage gebracht werden. Ich besitze eine große Zahl sehr verschiedener Stücke aus 
hartem Holz von rechteckigem Querschnitt, die sich zu solchen Zwisehenlagen eignen. 
In den meisten Fällen genügt für die Befestigung im Futter ein Spannstück T, nur bei 
großen, schweren Stücken sind zwei solcher nötig. 



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176 



C Reichel, Einspannfutter für dio Drehbank. Mechaniker -Zt" 

Ale bis jetzt kleinstes Stück habe ich einen Körper bedreht von 10 X 14 mm 
und einer Dicke von 8 mm; es steht aber nichts im Wege, noch weit unter diese Di- 
mensionen zu gehen. Hier ist ein direktes Einspannen mit T nicht möglich. Da die 
zu bedrohende Flüche über der Vorderfläche des Futters um so viel hervorragen muß, 
daß der Stiche) die letztere nicht berühren kann, so ist für den parallelen Anschluß 
des Stückes an 0 ein Zwischenstück Z (Fig. 2) erforderlich, außerdem zur Befestigung 
ein kräftiges oblonges Stück 17, , dessen Dünge mindestens dem größten Durchmesser 
von T gleich sein muß, mit einer der Unterlegplalte U (Fig. 1) gleichen Einsenkung in 
seiner Mitte. U l ist an seiner Auflagefläche gegen Z und P, in der Mitte ausgespart, 
damit es sich unzweifelhaft sicher den festzuspannenden Stücken anschließen kann. 
Ungleiche Dicken von Z und P, sind durch ein geeignetes Stück Z x zu gleichen 
zu ergänzen. 

Ich habe für solche Fälle in langen Jahren Abschnitte parallel gedrehter oder 
gefräster Stücke gesammelt, ebenso auch Holzklötze der verschiedensten Dimensionen, 
und habe daher immer Hilfsstücke zur Verfügung. Geringe Unterschiede gleiche ich 
durch dünne Blechstücke oder Kartenbliltter aus. 

Hat man eine größere Anzahl gleicher Stücke zu bedreben, so kann man sie 
leicht zugleich einspannen, ohne eine Verschiebung gegeneinander besorgen zu müssen. 

Hat man sich einmal eine der Normalplatten P (Fig. 1) an ihren Begrenzungs- 
flächen nach dem beschriebenen Ausrichtverfahren mit der Libelle rechtwinklig bedreht, 
so kann diese benutzt werden zur Ausrichtung aller Werkstücke, indem eine ihrer Be- 





FIg. 2 




grenzungsflächen gegen 0 und das zu richtende Stück mit einer schon bedrehten 
Fläche gegen die parallel der Spindelachse laufende Fläche gelegt wird; das mehr Zeit 
kostende Auaricbtverfahren mit der Libelle, welches nur ein Fundamentalstück wie P 
liefern soll, ist dann entbehrlich. 

Da das Einspannen von Werkstücken das indifferente Gleichgewicht des Futters 
stört, so ist es zweckmäßig, in die kurzen, der Spindel parallelen Außenwände zylin- 
drische Stangen zu schrauben, auf denen Ausgleichsgewichte in passender Entfernung 
von der Achse fcstgeklemmt werden können. 

Ein Vergleich meines Futters mit dem in dieser Zeitschrift 18%. S. 13 be- 
schriebenen dürfte das meinige wohl vorteilhafter in der Anwendung erscheinen lassen, 
besonders in der Schnelligkeit und Sicherheit der Einspannung. Dort sind Überwürfe 
und Schrauben der verschiedensten Dimensionen nötig, die, den Stücken entsprechend, 
in den Löchern zu versetzen Bind, außerdem aber stets noch Unterstützungsstücke für 
die Überwürfe von der Dicke der Werkstücke. Selten genügt auch da die Anwendung 
eines Überwurfs, der elastisch bei der Anspannung durch die Schraube sich biegend, 
nicht hinreichende Befestigung bietet. Ich selbst habe lange Jahre ein im Prinzip ähn- 
liches Futter benutzt (vgl. Zeitsehr. f. Imtrkde. 12. 8.220. 1892); ich hatte mir dieses 
Futter schon im Jahre 1862 hergestellt, die beiden Spannfutter für die Fräsmaschine 
1867. Letztere hatte ich zuerst mit Klemmschrauben versehen, die durch eine der 
Seitenw ände 8 geführt die Futter zu Schraubzwingen machten. Ein Nachteil der Klemm- 
schrauben aber bestand darin, daß die Stücke bei der Anspannung verschoben wurden, 



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flwrt 18. 

II». S r [>iemb fir ivoft. 



Vereinsnachrichten. — Kleiner« Mitteilungen 



177 



also die ihnen vorher angewiesene Lage nicht beibehielten. Nach Erfindung der Spann- 
stücke T fiel dieser Nachteil fort; Überwürfe sind aber nicht ganz frei davon. 

Die Grundidee der Futter aus dieser Zeitschr. 1896 und meinem vom .lahre 
1862 fand ich schon in der mechanischen Werkstatt von l’istor ät Martins bei meinem 
Eintritt im Jahre 1850 vor. Es waren dort zwei Futter aus Duchsbaumholz vorhanden, 
das eine von quadratischem, das andere von rhombischem Querschnitt von 120°; jedes 
war ungefähr 150 mm lang und in der Mitte an zwei aneinanderstoßenden Flüchen mit 
dem Drehbankgewinde versehen. Das erstere diente zur Bedrohung der Spiegelstühle 
für nautische Instrumente, das zweite zur Bedrehung der Winkelstücke für Kompaß- 
stativköpfe. Drei dieser Winkelstücke von je 120° waren an der Unterfläche einer ko- 
nischen Hülso durch Schrauben befestigt und bildeten die Scharnierteile für die höl- 
zernen Stativfüße. Die Winkelstücke wurden mit Siegellack an den Futtern befestigt. 
Ein Umkitten der Stücke nach Bedrehung einer Fläche brauchte nicht vorgenommen 
zu werden, sondern nur ein Umschrauben des Futters auf der Spindel. Die Fehler- 
quellen dieser Futter lagen nur in dem veränderlichen Material und der Aufkittung. 
Ich selbst habe erfahren, daß die bedrohten Stücke in ihren Winkeln merkbare Ab- 
weichungen zeigten. Metallfutter würden jedenfalls dauernd korrekte Arbeit geliefert 
haben in der Voraussetzung, daß sie genau ausgeführt worden wären. 



Vereinsnachrichten. 

Aufgenommen in den Hptv. der D. G. 
f. M. u. 0. ist: 

Hr. H. C. Kröplin; Feinmechanische 
Werkstatt, Fabrikation von Barometern und 
Sphärometern; Bützow, Mecklenburg. 

Zweigverein Ilmenau. 

Verein Deutscher Ülnslnstruinenton- 
Fabrikanten. E. V. 

Mit dem Patentanwalt Hrn. M. Thier 
in Erfurt ist vom Verein Deutscher Glas- 
instrumenten - Fabrikanten ein Abkommen 
getroffen worden, ihm die alleinige Ver- 
tretung in Patent- und Musterschutz - An- 
gelegenheiten zu übertragen, da er über 
die nötige Kenntnis der Branche verfügt. 

Wir bitten unsere Mitglieder in allen 
vorkommenden Fällen, auch bei Einholung 
derartiger Auskünfte, sich der Vertretung 
des Genannten zu bedienen, weil sie ge- 
wissenhafter, sachgemäßer Vertretung und 
großen Entgegenkommens sicher sind. 

Der Vorstand. 

M. Biel er, Vorsitzender. 



Kleinere Mitteilungen. 

Das neue physikalische Institut 
der Universität I.eipzlg 
und Geschichtliches, 

Von O. Wiener 
Phyt. Zntichr. 7. S. 1. 1906. 

Bei der am 8. Juli 1905 atattgehabten Bin- | 
weihung des neuen physikalischen Instituts 



der Universität Leipzig wurde über die ge- 
schichtliche Entwicklung dieses Instituts von 
dem Direktor desselben, Prof. Dr. 0. Wiener, 
berichtet. Entstanden ist dasselbe aus physi- 
kalischen Privatsammlungen von Leipziger Do- 
zenten des 18. Jahrhunderts, die vom sächsischen 
Staate angekauft wurden. Erst im Beginn des 
19. Jahrhunderts, von 1809 ab, zahlto der Staat 
jährlich 150 Taler zur Erhaltung und Ver- 
mehrung der Apparate: dies geschah auf Antrag 
von Prof. Weiß, dem späteren Berliner Mine- 
ralogen, deseen Nachfolger Gilbert, dor erste 
Herausgeber der Annalen der Physik, wurde. 
Aber weder unter diesom noch unter seinem 
Nachfolger Brandes existierte ein eigentliches 
Institut, welches Hörsaal und Sammlung in 
einem Gebäude umfaßt hätte. Ein solches kam 
erst 1835 unter Pechner zu stände und wurde 
in dem damals neu erbauten, Augustinum ge- 
nannten Universitätsgebäude untergebracht. 
Hier lehrten sodann nach einander Wilhelm 
Wobor und Hankel. Zu des letzteren Zeit, 
Im 7. Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts, stieg die 
Zahl der Studierenden an der Leipziger Uni- 
versität, welche bis dahin unter 1000 geblieben 
war, sehr rasch auf mehr als 2000. Dies gab 
Veranlassung zur Errichtung eines besonderen 
Gebäudes für das Institut, in welchem außer 
einem größeren Hörsaal auch genügend Platz 
für physikalische Arbeiten geschaffen wurde, 
da 600 gm an Lahoratoriumsräumcn zur Ver- 
fügung standen. 

Der weitere Anstieg der Besuchsziffer 
Leipzigs hat nunmehr zur Errichtung eines 
neuen Institutsgebäudes geführt, dos 2000 i/m 
Flache für Laboratoriumsräunie umfaßt, nur 
400 qm weniger als das Züricher Institut, 
welches das größte seiner Art ist. Sämtliche 
Raume umschließen einen das Gebäude 



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178 



Kleinere Mitteilungen. — GlaelechnLsches. 



Deaucbe 

M«ctuRlker-Ztg. 



bis zum Dach durchsetzenden Lichthof, 
der auch heizbar ist und fflr Arbeiten, die 
gröberen Kaum beanspruchen, gute Dienste zu 
leisten verspricht. In diesen Lichthof können 
Wagen, mit Pferden bespannt, direkt hinein- 
fahren, wodurch ein ungestörtes Abladen und 
Auspacken größerer Maschinen ermöglicht wird. 

Die Heizung der Laboratoriumsrflume erfolgt 
durch Niederdruckdampf; die Heizkörper sind 
aber in den Laboratorien nicht, wie sonst 
üblich, in der Nahe der Fenster, sondern im 
Innern der Zimmer angebracht; besondere Ver- 
suche hatten nämlich gezeigt, daß hierdurch 
eine gleichförmigere Temperatur der Räume 
erzielt wird. 

Zur Beleuchtung wurde aus Rücksicht auf 
dio Billigkeit des Betriebes GasglUhlicht ge- 
wühlt, doch sind Hörstile und PraktikumeAle 
mit Bogenlampen ausgestattet. 

Dio instrumenteilen Hilfsmittel des Instituts 
sind wesentlich vermehrt w’orden. Als solche 
seien u. a. erwähnt: ein Luftkompressor für 
10 Atm. } eine dreipferdige fahrbare Dampf- 
maschine, eine zweistufige Kohleusaurekalte- 
inaschine, verschiedene elektrische Dynamo- 
maschinen und Motoren, darunter zwei Gleich- 
strommaschinen der Siemens- Schlickert- 
Werke für je 5000 Voft, im ganzen also 10000 \ 
Volt hei 0,1 Ampere maximaler Stromstärke, 
ferner eine Hochdruckinfluenzmaschino nach 
Töplor-Hempel- Lehmann, welche in einen 
Kessel für 4 Atm. (’berdruck eingebaut ist und 
einen Strom von 0,1 Milliampere hei 210000 Volt 
Spannung liefert, endlich auch ein Ultrnmikroskop 
nach Siedentopf und Zsigmondy. Mk 

Besuch (1er Fortbildungsschulen. 

Das Kammergericht hat in einer Strafsache 
dahin entschieden, daß auf Grund der Gewerbe- 
ordnung ein Lehrling nur gezwungen werden 
kann, dio Fortbildungsschule in der Gemeinde 
zu besuchen, in der er beschäftigt wird; dio 
Fortbildungsschule seines Wohnortes braucht 
er dann nicht zu besuchen, wenn er in einer 
anderen Gemeinde tätig ist. Dies Urteil ist 
besonders für solche Orte wichtig, wo Lehr- 
linge aus den Vororten arbeiten, und umge- 
kehrt, viele Werkstätten In den Vororten liegen, 
deren Lehrlinge im Hauptorte wohnen. 

Maile in Germany muß eich, worauf der 
preußische Minister für Handel und Gewerbe 
im „Ministerialblatt d. Handels- u. Gewerbe- 
verwalt.“ aufmerksam macht , auch auf den 
deutschen Waren, die nach Transvaal einge- 
führt worden sollen, aufgebracht sein ; wegen 
mangelnder Bescheinigung des Ursprungs- 
landes haben wiederholt Beschlagnahmen statt- 
gefunden. 



Glastechnisches. 

Ein Apparat zur Messung der Durch- 
dringungsstärke und der Quantität 
der KÖntgenstrahlen und zur 
photometrischen Bestimmung Ihrer 
Dauerwirkung. 

Von G. Contremoulins. 

Compt. reml 141 . 8. 26. 1905 . 

Bereits im Jahre 1902 (Compt. rend. 134. 
8. 649 ) hat Verf. einen Apparat angegeben, um 
die Durchdrtngungsfähigkeit und die Menge 
von Röntgenstrahlen zu messen. Der neuer- 
dings beschriebene Apparat, welcher nach dem 
gleichen Prinzip konstruiert ist, besteht aus 
zwei Teilen: 1. dem Metroradioskop, welches 
die DurchdringungsschArfe und die Menge der 
Röntgenstrahlen zu messen gostattet; 2. dem 
Radiophotometer, welches die Gesamtwirkung 
bei dauernder Bestrahlung auf photographischem 
Wege bestimmt. 




Das Metroradioskop ist ein Photometer für 
Röntge n strahlen, welches auf der Vergleichung 
von drei leuchtenden Flachen C, P und Q be- 
ruht, deren Helligkeit gleich gomacht wird. 
Die Flache C ist ein Stück eines Bariumplatin- 
cyanürschirmes. das von einem Bündel der zu 
messenden Röntgenstrahlen bestrahlt wird und 
vor dem sich, zwischen Schirm und Auge dea 
Beobachters, eine farblose, 70 °/ 0 der Strahlung 
absorbierende Glasscheibe befindet. Zur 
Messung der DurchdringungsfAhigkeit der 
Strahlen dient die Flache P, welche von einem 
Stück des gleichen Fluoreszenzschirmes ge- 
bildet wird. Hinter der Flache P ist eine dreh- 
bare Scheibe so angebracht, daß nacheinander 
8 in diese Scheibe eingesetzte Sektoren in den 
Gang der auf P auffallenden Iiöntgenatrahlen 
eingeschaltet werden können. Diese Sektoren 
bestehen aus dünnen Schichten elektrolytisch 
niedergeschlagenen Silbers, deren Starke arith- 
metisch von 0,02 bis 0,16 mm ansteigt, so daß 
sie eine aebtstufige Skale zur Messung der 
Durchdringungscharfe bilden. Zur Ausführung 
der Messung kann man nun entweder die 
Scheibe soweit drehen, bis die Flachen C und P 



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15. 8,“«mb«r 1808. OlMtMhnJjch*«. 

gleiche Helligkeit besitzen, oder man kann die ' 
Röntgenröhre soweit regulieren, bis tür eine 
bestimmte Stellung der Scheibe diese Gleichheit 
eintritt. Die Flache Q bildet ein totalreflek- 
tierendes Prisma, das von einer Lichtquelle mit 
photometriech bestimmter Helligkeit bestrahlt 
wird. Verf. hat hierzu eine Azetylcnlarape von 
F6ry gewählt. Um dem Lichte dieser Lampe 
den gleichen Farbentou wie dem Fluoreszenz- 
schirm zu geben, ist in dem Gang der Licht- 
strahlen eine 20 mm dicke Schicht einer 30-pro- 
zentigen Kupfersulfatlösung SC eingeschaltet. 
Vor dieser Schicht ist überdies eine optische 
Vorrichtung angebracht, welche die auf ^ 
fallende Strahlung beliebig abzuachwftchen ge- 
stattet und mit einem die Größe dieser Ab- 
schwächung angebenden Index versehen ist. 
Hat man nun durch Einstellung der optischen 
Vorrichtung die Helligkeit der Flachen C und Q 
gleich gemacht, so bildet die Angabe des Index 



— Patontschau. 179 

derselben ein Muß für dio Menge der auf C 
fallenden Strahlung. 

Das Radiophotometer wird gebildet von 
zwei Reihen elektrolytisch hergeatellter Silber- 
schichten, deren Dicken bei der einen Reihe 
in arithmetischer, bei der anderen in geome- 
trischer Progression anwachsen. Mit dieser 
radiophotometrischeu Skale bedeckt man eine 
photographische Platte von gleicher Art wie 
diejenige, welche hei dem Strahlungsverfluche 
benutzt wurde, und setzt sie eine bestimmte 
Zeit hindurch der Wirkung der Röntgenröhre 
aus, deren Intensität und Strahiungsmcnge man 
mit dem Radioskop bestimmt hat. Darauf 
werden beide photographische Platten unter 
den gleichen Umstünden entwickelt und aus 
dem Vergleich der benutzten Platte mit der 
mittels des Radiophotometers erhaltenen Skale 
wird auf die Dauerwirkung der Strahlung ge- 
schlossen. Mk. 



Patentschau. 

Glashohlkörper aus zwei Teilen und Verfahren zu dessen Herstellung, dadurch ge- 
kennzeichnet, daß der Anschlußrandstreifen des einen Teils von dem des andern Teils um- 
schlossen ist und der eine Randstreifen mit Erhöhungen in Vertiefungen des andern greift, bo 
daß beide Teile untrennbar verbunden sind. 

Verfahren zur Herstellung des Glashohlkörpera nach Anspruch 1, dadurch gekenn- 
zeichnet, daß der Randstreifen des ciuen Teils mit Vertiefungen ausgestattet wird, der andere 
Randstreifen vor oder nach dem Ineinanderstecken der Teile an den Stellen, die den Ver- 
tiefungen des ersten entsprechen, durch Erhitzeu erweicht wird und schließlich die erweichten 
Teile in die Vertiefungen des ersten Streifens gedrückt werden. Schott & Gen. in Jena. 
2.8.1904. Nr. 160 890. Kl. 32. 

Fernrohr mit einer Vergrößerungsziffer, die Eins nahe liegt, dadurch gekenn- 
zeichnet, daß bei Einräumung eines großen Gesichtsfeldes, aber Anwendung eines Okulars von 
gewöhnlicher Art und gewöhnlichen Abmessungen ein anomaler Strahlengang im Siiino einer 
Verlegung der Bintrittspupille vor das Objektiv herbeigeführt und dadurch trotz des gewöhn- 
lichen Okulars das große Gesichtsfeld übersehbar gemacht ist, während zugleich durch eine dem 
anomalen Strahlengang entsprechende Korrektion deB Objektivs die Bildschärfe bis zum Rande 
des großen Gesichtsfeldes ausgedehnt ist. C. Zeiß in Jena. 8.7.1902. Nr. 160 847. Kl. 42. 

Verfahren zur maschinellen Erzeugung von Hohlkörpern aus Glas, durch Ein- 
saugung des geschmolzenen Glases aus einem Behälter in die Vorform und Aufblosen der vor- 
geformten Glasmasse, dadurch gekennzeichnet, daß dio Vorform zwecks guten Ausfüllens mit 
der Glasmasse mit dem einen offenen Ende unmittelbar mit der Glasschmelze in Berührung 
gebracht und daß zugleich vom andern Ende her die Luft abgesaugt wird. The Toledo 
Glass Cy. in Toledo, Ohio, V. St. A. 18. 9. 1902. Nr. 161 344. Kl. 32. 

Verfahren zur Herstellung optischer Gitterpolarisatoren, dadurch gekennzeichnet, 
daß auf oder in einem durchsichtigen Träger mikroskopische oder submikroskopische Teilchen 
eines undurchsichtigen Körpers parallel oder nahezu parallel ungeordnet werden. 

2. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß 
die mikroskopischen oder submikroskopischen Teilchen durch elektrische Zerstäubung auf eine 
der bekannten Arten, beispielsweise durch Kuthodeuzerstilubuug oder Flascheneutladuug, auf 
dem durchsichtigen Träger festgelegt werden. F. Braun in Straßburg i. B. 19. 1. 1904. 
Nr. 161 686. Kl. 42. 



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180 



Patentschau. — Patentliste. 



UeoUrh« 
Merhaolker Ztr 



Vorrichtung zur Vermehrung: tlc» Luftinhaltes einer zu hart gewordenen Röntgen- 
röhre, dadurch gekennzeichnet, daß in einer mit der Hauptröhre in direkter Verbindung 
»tobenden Nebenröhre eine Hilfskathode angebracht int. mit welcher Glimmer o. dgl. verbunden 
tat, der ein gewisses Quantum Gas abgibt, sobald an dieser Uilfskathode Kathodenatrahlen ent- 
wickelt werden. C. H. F. Müller in Hamburg. 16.2.1901. Nr. 161514. Kl. 21. 

Verfahren zum Verbinden von Wärmemessern mit Flaschen o. dgl. durch Ein- 
schmelzen, dadurch gekennzeichnet, daß ein der Flaschenform entsprechend gebogenes Thermo- 
motorrohr in die Form der zu blasenden Flasche eingesetzt und beim Blasen der Flasche mit 
verschmolzen wird, wobei das Quecksilber oder Weingeist aufnehmende verdickte Ende inmitten 
des Flaschenbodens in den Hohlraum der Flasche hineinreicht. G. Schroth in Coswig i. S, 
und M. Siodla in Dresden. 17.9. 1903. Nr. 161314. Kl. 32. 

Als Einzel- oder Doppelfernrohr verwendbares Fernglas aus zwei Rohren, dadurch 
gekennzeichnet, daß die Einzelfornrohre durch lösbare Zwischenglieder sowohl nebeneinander 
zur Erreichung eines großen Gesichtsfeldes als auch voreinander zur Erzielung starker Ver- 
größerung verbunden worden können. 0. Zeh in Meiningen. 21. 8 1904. Nr. 161 652. Kl. 42. 

Kcgistricrapparat für empfindliche Mefsgeräte , dadurch gekennzeichnet , daß der 
Zeiger oder ein dieseu ersetzender Vorsprung an dem Meßgerät sich der Drehung eines peri- 
odisch über das Ausschlagsgebiet des Zeigers geführten Armes entgegengestellt und dadurch 
ein Niederdrücken dos Schreibstiftes herbeiführt, wobei der für diesen Zweck nötige Widerstand 
des Vorsprunges durch Aufdrücken desselben an eine feste Unterlage erzeugt wird. P. Braun 
& Co. in Borlin. 1. 12. 1904. Nr. 161 429. Kl. 42. 

Zeigerthermometer mit selbsttätiger Korrektion der Zeigerstell ung nach Pat. Nr. 148857, 

dadurch gekennzeichnet, daß der liechen zur Deckung der Zeigerwello um eine feste Achse 
drehbar tat und von der Therraometerfeder aus durch ein Hebelwerk, dem eine von der Aub- 
gleichfeder beeinflußte Stützung gegeben ist, bewogt wird, so daß der Ausgleich der Bewegung 
der beiden Federn außerhalb des Zeigerworkes erfolgt und der Rechen bereits die fertige Re- 
sultante der boiden Federbowegungen erhält. Steinle & Hartung in Quedlinburg. 19. 5. 1904. 
Nr. 161857; Zu«, z. Pat. Nr. 148 857. Kl. 42. 



Patentliste. 

Bis zum 30. August 1906. 

Klasse: Anmeldnngen. 

21. G. 22 240. Verfahren zur Messung der 
Dämpfung elektrischer Bchwingungskreise 
mittels eines Vergleichskreises. Gesell- 
schaft für drahtlose Telegraphie, 
Berlin. 11. 12. 05. 

K. 30 208. Relais mit einer flachen Draht- 
spule ohne Eisenkern in dem Kraftünien- 
felde permanenter Magnete; Zus. z. Pat. 
Nr. 160 445. Kapsch & Söhne, Wien. 
23. 8. 05. 

K. 30 651. Elektrischer Leiter. W. & G. Keß- 
ler, Berlin. 5. 8. 05. 

L. 22276. Kuthodetistrahlenrelais. R. v. Lieben, 
Wien. 9. 1. 05. 

32. H. 37 221. Verfahren zum Erschmelzen von 
Quarzglas aus ßergkrtatall u. dgl. W. C. 
Herueus, Hanau. 22. 2. 06. 

42. B. 42 280. Gerat zum Nachbilden von Zeich- 
nungen mit an Schienen mittels Schnur- 



laufs gegenläufig bewegtem Fahr- und 
Zcichenstift; Zus. z. Pat. Nr. 173 797. E. 
Bronn er, Eberbach a. N. 16. 2. 06. 

D. 15 837. Nullenzirkel. A. bau, Charlotten* 
bürg. 27. 4. 05. 

P. 18 067. Zum Aufatecken an Reißfedern 
geeignete Vorrichtung zur Ermöglichung 
größerer Füllungen. M. Piolunkowski, 
München. 15 1. 06. 

W. 24 050. Geschwindigkeitsmesser mit um- 
laufenden Magneten und von diesen durch 
Wirbelströme beeinflußtem Leiter. H. Wäl- 
der, Meilcn-ZQrich. 24. 6. 05. 

57. P. 17 824. Feuerschutzeinrichtung an Pro- 
jektionsapparaten zur Wiedergabe lebender 
Bilder mit bei unnormalem Gange des Film» 
zwischen Film und Beleuchtungsvorrichtung 
tretender Verschlußklappe. P. Porschke, 
Berlin. 8. 11. 05. 

F.rtellnnren. 

Fehlen. 



h'Ur dlo Krnlaktlon verantwortlich: A. Blaechke in Berlin W. 

Vertag von J alias Springer In Berlin N. — Druck von Emil Dreyer ln Berlin SW. 



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Deutsche Mechaniker-Zeitung. 

Beiblatt zur Zeitschrift für Inatrumentenkunde 

und 

Organ für die gesamte Glasinstrumenten -Industrie. 
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik. 



Redaktion: A. Blaschke, Berlin W30, An der Apostelkirche E. 



Heft 19. 1. Oktober. 


1906. 


Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion gestattet. 





Zahnräder-ÜbersetzuDgen. 

Von Ing- Rieh. Soomaan in Charlottenbarg. 

Bei der Verwendung von Zabnriidern herrscht vielfach Unklarheit darüber, 
welche Übersetzungsverhältnisse zu wählen sind und welche man gegebenenfalls be- 
vorzugen soll. Zweck dieser Zeilen ist die Beantwortung der Frage nach der geringsten 
Anzahl der Zähne und der billigsten Übersetzung. Es wird im folgenden die theoretische 
Ableitung der kleinsten Summe der Zähnezahlen und der billigsten Übersetzung ge- 
geben werden. 

Das Übersetzungsverhältnis ist ein Bruch, dessen Zähler als das Produkt aus 
den Zähnezahlen der treibenden und dessen Nenner als das Produkt aus den Zähne- 
zahlen der getriebenen Räder anzusehen ist. Heißt n die Umdrehzahl der ersten, 
n, die Umdrehzuhl der letzten Achse und nennt man a b c . . . die Halbmesser, 
Z t Z 3 . . . die Zähnezahlen der treibenden, ebenso a, 6 t . . . die Halbmesser 
sowie Z, Z t Z e . . . die Zühnezahlen der getriebenen Räder, so ist das Übersetzungs- 
verhältnis gegeben durch die Gleichung 

n _ a h e . . . _ Z x Z 2 Z,. 

»i, u, E, f| . . . Z 2 Z± Z^ 

Für eine Räderkette von ( k + 1) Achsen, also k Räderpaaren, in der jedes 
treibende Rad p und jedes getriebene Rad w Zähne besitzt, wo w die größte und p 
die kleinste Zähnezahl sein möge, welche inan praktisch noch ausführt, gilt daher auch 
die Gleichung 

n _ Z, Z 3 Z r , __ 

«1 Z 2 Z i Z ä \P) 

In dieser Gleichung bedeutet k die um 1 verminderte Anzahl der Achsen, also 

eine ganze Zahl, und es ist Z t - Z 2 = Z : , . . . < w, ferner Z t = Z t - Z t . . , > p. 

Die theoretische Ableitung zur Bestimmung der Minimalwerte der Zähne- und 
I’aarzahien wurde von den Professoren Young und Reuleaux gegeben. 

Young suchte theoretisch das günstigste Verhältnis zwischen den Zähnezahlen 
der treibenden und den Zähnezahlen der getriebenen Räder festzustellen und setzte 
es variabel, gleich x. Alsdann ist 

w 

x - — , 

P 

und daraus folgt die Zähnezahi eines jeden getriebenen Rades 

w = p • x, 

da jedes treibende die Zähnezahi p besitzt. Somit hat die ganze Räderkette eine 
Gesamtzäbnczahl von 

kw + kp = kp (1 + x). 

Hier ist vorausgesetzt, daß die erste und die letzte Achse nur je ein Rad enthält. 

Ist das Übersetzungsverhältnis konstant = <p, wie es auch fast immer verlangt 
wird, werden also keine unrunden, sondern nur kreisrunde Räder verwendet, so laßt 




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182 



R. Seemann, Zahnräder* Übersetzungen 



Deateehe 

Mechenlker-Ztg. 



lny = k Ina: und k 



Daraus erholt man, indem man zu den Logarithmen übergeht, 

ln 91 

ln« 

Für die Gesamtsumme der Zähnezahlen fanden wir den Ausdruck 

kp (1 + *). 

hier ein und nennt die Zähnezahl- 



Setzt man den Wert für 



* = !?* 



lnx 



Summe y, so erhält man die Gleichung 

1) y = p ■ k (1 + x) = J>ln y • 1 ln + i r - 

Diese Gesamtsumme der Zähnezahlen soll ein Minimum werden, das heißt, es 

1 + x 

ist zu bestimmen, ob die Kurve von der Gleichung y — p\ntf • — — eine horizontale 



Tangente hat. 

Wir setzen also den Differentialquotienten 



dy 

<lx 



= 0 



0 = 



( L iv/)1 



ilx 



und erhalten nach x differenziert, da 9. und p konstant sind, 
p ■ Inip • lnx dx — p ■ lny (1 + x) 



dx 



und hieraus den Wert 



(lnx) 2 

2) lnx *• — - ■*. 

x 



Durch diese Gleichung der unbestimmten Ana'yBis (transcendente Gleichung) 
ist ganz allgemein die Minimalsumme der Zähnezablen bestimmt. Die Lösung derselben 
geschieht zweckmäßig auf graphischem Wege, indem man jede der beiden Seiten der 

1 " 4 ” oc 

Gleichung, sowohl lnx als auch ' , über x als Kurve aufträgt, dann ergibt jeder 

x 

Schnittpunkt der beiden Kurven eine Wurzel der Gleichung. 



• 1 

1 p 

x = - 

p 


"1 - 

! ln* y = 1 1 + I 
In x j 


(ln x)> 


1+x 

7 (ln X)- : 


11 

1+x 

X 


III 

»c-:i 


1 


| 0 '00 


0 


CO 


2 


4 


1,5 


0,405 | 6,1b 


0,164 


15,2 






2 


0,693 | 4.32 


0,48 


6,25 


1,5 


3 


2,5 


0,917 j 3,82 


0,84 


4.17 






8 


1,10 3,64 


1,21 


331 


1,33 


2,66 


3,5 


1,266 3,59 


1,57 


2 87 






* 


1,385 | 3,61 


1,94 


2.58 


1,25 


2,5 


5 


1,61 3,73 


2,69 


2,32 


1,2 


2,4 


6 


1,795 3,90 


3,22 


2,17 


1,166 


2,33 


7 


1.946 | 4,10 


3.95 


2 126 


1 1,14 


2,28 


8 


2,08 I 4,33 


, 4.33 


2,t>7 


1,125 


2,25 


9 


2,2 | 4,55 


4,84 


2,065 


1,11 


2,22 


10 


2,303 I 4,79 


5,29 


2,08 


1,10 


2,20 


15 


2,71 5,90 


7,34 


2,18 






20 


3,0 7,0 


9,0 


2,33 






30 


3,41 9,1 


11,62 


2,67 






5 0 


3,92 13,0 


15,37 


3.30 







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Hsft 1». 

I. Oktober IW. 



R. Seemann, ZahnrSder-Oberaetzungen. 



183 



Die vorstehende Tabelle enthält die zum Aufträgen nötigen Kurvenpunkte. 
In derselben sind für x fortlaufende Zahlen angenommen, der In derselben und die 
1 + x 

Werte berechnet. 

x 

Die beiden Kurven I und II in Fig. 1 schneiden sich beim Wert x — 3,59. 
Für diesen Wert wird auch die Gleichung 2) erfüllt, wie man auch durch Probieren 
Anden kann. 

Dieses Young’sche Theorem enthält ein für die Praxis wichtiges Resultat, 
welches in Worten wiederholt zu werden verdient; es lautet: 

Bei jeder Zahnräder-Übersetzung erhält man die kleinste Summe der Zähne- 
zahlen, wenn man das Verhältnis der Zähnezahlcn zweier ineinander greifender 
Räder wie 1 zu 3,59 wählt. 

Weitere Ausbildung hat dieses Theorem durch Reuleaux erfahren. Derselbe 
untersuchte, ob außer dem Minimum für die Summe der Zähnezahlen auch noch für 




Diese Gleichung nach x differenziert und gleich 0 gesetzt, ergibt 
(lnx) 2 dx — { I + r) ^-- n - dx 
0 = 1 



(ln.<:) 4 



und hieraus folgt: 



4) lnx = 2 ( 1 -±^)- 
Der Schnittpunkt der Kurve III 2 ^ j mit I in Fig. 1 ergibt eine Wurzel der 
Gleichung beim Wert x = 9,19. 

Dieses zweite Resultat ist für die Technik ebenfalls sehr wichtig und interessant; 
in Worten ausgesprochen heißt dasselbe: 

Bei jeder Zahnräder-Übersetzung erhält man das kleinste Produkt aus Zähne- 
zahlen und Radachsen, wenn das Verhältnis der Zähnezahlen ineinander greifender 
Räder wie 1 zu 9,19 gewählt wird, das heißt: Die billigste Räderiibersetzung erhält 
man durch Verwendung von Rädern, deren Übersetzungsverhältnis 1 zu 9 beträgt. 
Ein Beispiel möge die Richtigkeit dieser Ableitungen zeigen. Ist das Über- 



setzungsverhältnis = 



1 



1 



auszuführen 
1 zu 3 und die kleinste 



durch Zahnräder 

«, 9-Ö-9-9 S-S-S-3-S-3-S-3 

und wählt man das Verhältnis aller Einzelübersetzungen 
Zähnezahl p = 10, so ist w = 30. 

Zur Ausführung der geforderten Gesamtübersetzung sind dann 9 Achsen und 
16 Räder nötig. 

n ^lO lO lO lO lO-lO lO lO 
n, 30-30 30 30 - 30 -30 -30 -30' 



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Deutsch« 

Mwh»nlk*r-Ztf 



184 



R- Seemann, Zahnräder-Obersetzungen. 



Die Summe der Zähnezahlen ist y — 8 ■ 30 + 8 • 10 = 320 und k = 8. 

Wählt man dagegen für die geforderte Gesamtübersetzung das Verhältnis aller 
Einzelübersetzungen 1 zu 9, für p wieder 10 und w — 90, dann erhält man 5 Achsen 
und 8 Räder 

n = 10- 10- 10- 10. 
n, = 90 • 90 • 90 • 90 ' 

deren Zahnezahlsumme y = 4 • 90 + 4 • 10 = 400 ist, k = 4. Die Paarzahl y ' = y ■ k 
bei der Übersetzung l zu 3 wird 8 • 320 = 2560; bei der Übersetzung 1 zu 9 wird 
sie 4 • 400 = 1600 betragen. 

Bei der ersten Übersetzung braucht man 16 Räder und 9 Achsen, während bei 
der letzteren nur 8 Räder und 5 Achsen nötig sind. Es ist wohl klar, daß letztere 
Anordnung unter gleichen Gesichtspunkten wie die erstere betrachtet, die billigere Aus- 
führung darstellt. Jedes andere Verhältnis der Zähnezahlen als 1 zu 3,59 gibt eine 
größere Gesamtzähnezahl, und jedes andere Verhältnis als 1 zu 9, 19 gibt eine größere 
Paarzahl. 



Mi 

% 






4 - 

3 



y 

y 



Um festzustellen, ob die Minimalwerte der beiden Gleichungen 

y=p^{\~) und y' = p(i n y)* ( ( f n "^=) 

flach oder spitz verlaufen, sind in Fig. 2 nach der Tabelle die 
Kurven dieser Gleichungen aufgetragen worden, wobei der Ein- 




fachheit halber lny> = 1 und p = 1 angenommen ist. Unter dieser Voraussetzung 
zeigen die Kurven deutlich die Richtung, nach der man sich noch Abweichungen 
vom Übersetzungsverhältnis gestatten darf. Die Aufzeichnung derselben hat insofern 
praktisches Interesse, als man hierdurch einen größeren Überblick erhält und sofort 
ersieht, welches Übersetzungsverhältnis man zweckmäßig wählen muß, um billige und 
brauchbare Rädervorgelege zu erhalten. 

Aus dem Verlauf der Kurven lassen sich folgende Schlüsse ziehen; Die Minimal- 
paarzahl ist bedeutend kleiner, als die Minimalzähnezahl. Für x — e = 2,718 schneiden 
sich die beiden Kurven; für diesen Punkt gilt, daß die Zähnezahl gleich der Paarzahl ist. 
Geht man auf beiden Kurven nach links, so wächst sowohl die Gesamtzähnezahl, als 
auch die Paarzahl sehr rasch, für x - 1 sind beide oo. Daraus folgt, je kleiner das 
Verhältnis der zusammenarbeitenden Räder, um so größer wird die Zähnezahlsumme und 
die Paarzahl. Auf der rechten Seite dagegen zeigen beide Kurven einen flachen Ver- 
lauf, das heißt; die Zähne- und Paarzahl ändert sich innerhalb gewisser Grenzen wenig 
und es gilt für die Praxis das Minimum der Zähnezahlsumme auch noch für 
Übersetzungen, die zwischen 1/2,5 und 1/0,0 liegen, das Minimum der Paarzahl, 
Produkt aus Zähnezahl mal Achsenzahl, auch noch für Übersetzungen zwischen 
1/6 und 1/16. 

Billige Zahnrädervorgelege fangen also bereits bei einem Übersetzungs- 
verhältnis 1/6 an. 

Diese Resultate mögen ausgedehnte Anwendung Anden und zur Konstruktion 
konkurrenzfähiger Zahnräder- Übersetzungen führen. 



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H*n io. 

1. Oktober iwm. 



Vcrrinsnac!. richten. — Klclatra MiUvilungcn 



185 



Vereinsnachrichten. 

AufKenommen in den Hptv. der D. 0. 
f. M. u. 0. sind die Herren: 

Waldemar Hensoldt, i. Pa. M. Hen- 
soldt & Söhne, Wetzlarer Optische Werke; 
Wetzlar. 

A. v. Walentynowicz; Optiker und 
Mechaniker ; Königsberg i. Pr. , Stein- 
damm 136. 

Mitgliederverzeichnia. 

ln der Zeit vom 1. Juli bis 30. Sep- 
tember d. J. sind folgende Veränderungen 
bekannt geworden: 

A. Neue Mitglieder: 

Dr. Max Edelmann jr. ; Erdmagne- 
tische und physikalische Meßinstrumente; 
Meteorologische, physiologische, elektro- 
medizinische Apparate; Ablesefernrohre; 
Elektrotechnische Apparate; Vollständige 
Einrichtungen von magnetischen Observato- 
rien; Mönchen, Nymphenburgerstr.82. Hptv. 

Waldemar Hensoldt, i. Fa. M. Hen- 
soldt A Söhne, Wetzlarer Optische Werke; 
Wetzlar. Hptv. 

H. C. Kröplin; Feinmechanische Werk- 
statt , Fabrikation von Barometern und 
Sphärometern; Bötzow, Mecklenburg. Hptv. 

Friedrich Schön feid; Fabrikant von 
Glasinstrumenten; Ilmenau, Thör. Ilm. 

Prof. Dr. Hermann Th. Simon; o. Prof, 
an der Universität; Göttingen, Nicolaus- 
berger Weg 20. Gttg. 

A. v. Walentynowicz; Optiker und 
Mechaniker; Königsberg i. Pr. , Stein- 
damm 136. Hptv. 

B. Ausgcschicilen: 

C. Haase; Berlin. 

Gpt. A. Mensing; Berlin. 

C. Schneider, Oberweißbach. 

C. Änderungen in den Adressen: 

Prof. 0. Behrendsen; Güttingen, 

Sternstr. 7. 

Dr. K. G. Frank; Cöln (Rhein), Schil- 
lingstr. 10. 

D. G. f. M. ii. O. Abt. Berlin E. V. 

Sitzung vom 18. September 1906. Vor- 
sitzender Hr. W. Hundke. 

Der Vorsitzende berichtet, nach einigen 
ßegrUBungsworten anläßlich des Wieder- 
beginns der Sitzungsperiode, über den 17. Me- 
chanikertag in Nürnberg, wobei er besonders 
die Verdienste des Ortsausschusses hervor- 
hobt, über die Bayerische Jubiläumsausstellung 



und Ober die Bielstiftfabrik von Joh. Fahor; 
im Anschluß daran sprechen Hr. Blaschke 
Uber den Besuch in der Metallwarenfabrik Gebr. 
Bing und Ur. v. Liechtenstein über die 
Siemens-Schuckert-Werke in Nürnberg und das 
Germanische Nationalmuseum. 

Zur Aufnahme hat sich gemeldet: Hr. Otto 
Daefler, i. Fa. C. Ossyra; Werkstatt für Mo- 
delle und Holzmaßstäbe; Berlin N 20, Wiesen- 
str. 2b. Bl 



Kleinere Mitteilungen. 

Tino!, eine neue Lßtmasae. 

Von M. Corsepius. 

Vrrhandl d. Yer. z. Beförd. d. Grwrrbft 
sr». S. 237 . 1906 

Dio Firma Küppers Metall werke in 
Bonn stellt eine durch Patent geschützte Masse 
für Weichlötung, Tinol genannt, her, bei dor das 
Weichlot(Legierung aus Zinn und Blei) als feines 
Pulver mit dom die Oxydation verhindernden 
bezw. das Oxyd lösenden Mittel (Chlorammonium 
oder Chlorzink) zu einer salbenartigen Paste 
mittels indifferenter flüssiger Stoffe (z B. Gly- 
zerin, hochsiedender Kohlenwasserstoffe oder 
Alkohole, Vaseline, öle und Fette) vermischt 
ist; durch Zusatz eines ohne Rückstand ver- 
brennenden oder beim Löten verschwindenden 
Mittels, etwa Zellulose, wird mehr oder weniger 
starke Konsistenz erreicht. Das Weichlot wird 
dadurch pulverisiert, daß das geschmolzene 
Metall vor einer Düse durch Preßluft oder 
Dampf zerstäubt wird, ein Verfahren, das zur 
Herstellung des Metallpulvers für Bleistaub- 
akkumulatoren der Elektrizitäts-Gesell- 
schaft Gelnhausen früher patcntieit 
wurde. Besonders beachtenswert für dio Aus- 
wahl der Bestandteile des Tinols sind ihre 
Schmelz- bozw. Siedetemperaturen. Dos Löt- 
zinn schmilzt bei 180° bis 200°; wählt man das 
Desoxydationsmittel nun so, daß es eist bei 
einer höheren Temperatur siedet (z. B. Glyzerin 
bei 290°), so würd eine Oxydation des Lotos, 
da bei der oben angegebenen Herstellungsart 
jedes Lotteilchen von Paste umgeben ist, bis 
zum Schmelzen und während desselben ver- 
hindert, weil ein Luftzutritt nicht stattfinden 
kann. 

Ein Vorzug des Tinols gegenüber der üb- 
lichen Zinnlötung ist, daß infolge der Pasten- 
form, die das Lot fein verteilt enthält, das 
Löten kleiner Gegenstände ebenso bequem ist 
wie das Löten großer. Die Paste kann in jeder 
beliebigen Menge auf die Lötstelle aufgestrichen 
oder mittels Pinsels aufgetragen werden, und 
man kann dünn entweder den Gegenstand 



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186 



Kleinere Mitteilungen. 



Deutsche 

Mecbantker-Ztg. 



mittel« Lötkolbens oder einer Flamme erhitzen 
oder bei Massenlötungen die Erwärmung in 
einem Warme- oder Lötofen stattfinden lassen. 

Für die Verwendung in der Elektrotechnik 
dürfte sich das Tinol besonders gut eignen. 
Nach den „Sicherheitsvorschriften für die Er- 
richtung elektrischer Starkstromanlngen“ wird 
verlangt, daß zur Herstellung von Lötungen 
ein säurefreies Flußmittel Verwendung findet, 
damit die Lötstellen nicht nachträglich ange- 
griffen werden; man benutzt daher gewöhn- 
liche Harze, die jedoch einen fiebrigen Rück- 
stand hinterlassen und somit wenig geeignet 
sind, wahrend dem Tinol diesor übelstand nicht 
anhaftet. 

Verf. erörtert dann einige Lötversuche an 
Drähten mit gewöhnlichem Stangenlot und mit 
Tinol. Er verglich zur Beurteilung der Güte 
der Lötstellen (entsprechend den genannten 
„Sicherheitsvorachrifton“) den Widerstand von 
Drahten ohne Lötstellen mit gleich langen, nach 
beiden Methoden gelöteten Drähten und kam 
zu dem Ergebnis, „daß die Stücke mit Löt- 
stellen beuer leiteten, als die fortlaufende unge- 
lötete Leitung“. Verf. hat hier augenscheinlich 
übersehen, daß die Leitung an der Lötstelle 
infolge des Lotes und des Zusammenfügens 
der zu verlötenden Stellen durch Drillen (er 
spricht von Würgelötstellen) einen größeren 
Querschnitt erhalten hat und daß hauptsächlich 
dadurch der Widerstand ein geringerer ge- 
worden ist Auch die Erhitzung bei der Lötung 
könnte Kiufluß auf den Widerstand haben, da 
der Draht dadurch weicher wird; jedoch sind 



Resultate zu erhalten, müßten Drähte senk- 
recht oder schräg zur Drahtachse durchschnitten 
und dann mit der Schnittfläche direkt auf- 
einander gelötet werden, so daß der Draht wie 
ein ungelöteter erscheint. Es würden sich dann 
w'ohl nur sehr geringe Unterschiede zwischen 
den verschiedenen Arten der Lötung und 
zwischen diesen und dem fortlaufenden Draht 
zeigen. Bei derartig angestellten Versuchen 
müßte natürlich auch das überflüssige Lot 
jedesmal gleich weit entfernt werden, da auch 
Lötungen mit Stangenzinn, w*enn auch viel- 
leicht schwieriger, sauber ausgeführt werden 
könuen. Die vom Verf. angestellten Versuche 
entsprechen zwar der wirklichen Anwendunga- 
weise in der Elektrotechnik beim Verbinden 
von Leitungen, können aber zum Vergleich 
mit ununterbrochenem Draht nicht dienen. 

Durch einen gleichen Irrtum sind die Resul- 
tate der Zerreißversuche an Lötstellen ( Wickel - 
lötstellen ) entstanden; cs zeigte sich nämlich, 
„daß sämtliche Drähte im zusammenhängenden 
Draht und nicht in der Lötstelle gerissen 
waren.“ Der Querschnitt der Wickellötstellen 
war eben größer. 

Unstreitbar ist aber das Tinol in der An- 
wendung wesentlich bequemer als dio Be- 
nutzung von Stangen zinn. Klßm 

BÖrdelmaschlne 

der Firma Oskar Becker in Aue i. Sa. 

Mitgeteilt von Dr. K. G. Frank in Cöln. 

Die Maschine dient dem Zweck, aus Blechen 
kreisrunde Scheiben zu schneiden und diese 




die ermittelten Unterschiede von 5 bis 6% 
zwischen dem Widerstand der fortlaufenden 
Leitung und der mit Lötstelle versehenen hier- 
durch nicht zu erklären. Auch hat Verf. teil- 
weise für seine Versuche verseilte Drahte und 
Litzen benutzt, die natürlich viel von dem Lot : 
aufsaugen und dadurch ihren Leitungsquer 
schnitt wesentlich ändern Cm vergleichbare 



I mit einem Bord zu versehen. 8ie soll natürlich 
nicht die Stanze ersetzen, wohl aber das 
unrationelle Holzfutter, auf dem noch vielfach 
ein Rand oder Bord „gedrückt“ wird. Vor dem 
Stanzen wie vor dom Drückverfahren hat das 
Bördeln mit dieser Maschine den Vorteil, daß 
man ohne weiteres Durchmesser der Scheibe 
und Bordhöhe verändern kann; außerdem kann 



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Heft 19. 

t. Oktober t«0B 



• Kleinere Mitteilungen. 



187 



man aber auch stärkere Bleche (bis 4 mm auf 
kleineren Maschinen) bearbeiten. Solche Ma- 
schinen werden deshalb überall da von Vorteil 
sein, wo Gehäuse und Kappen für Meßinstru- 
mente , Böden und Deckel für Metallgefäße 
nicht ln so großer Anzahl herzustcllen sind, 
daß 8tanzen lohnt; ferner käme in Betracht 
die Herstellung von Blenden für große Fern- 
rohre, das Ausschneiden von runden Scheiben 
aus Eisen- und Messingblech überhaupt. Kurz- 
um die Verwendung einer solchen Maschine 
wird in Werkstätten, die nicht in Massenfabri- 
kation herstellen, ebenso mannigfach wie lohnend 
Bein. Die Einrichtung der Maschine ist so 
einfach, daß ein Blick auf die Abbildung zur 
Erklärung genügt. 

Bearbeitung und Verwendung von 
Hart- und Weichgummi. 

Oummiztg. 1905. S. 138. 

Zur Erwärmung zwecks Biegens und Formens 
von Gegenständen aus Hartgummi bedient man 
sich eines flachen Blechkastens, der völlig ge- 
schlossen ist und in dem heißer Wasserdampf 
zirkuliert; man kann auch siedendes Wasser ver- 
wenden, in welchem Falle der Kasten natürlich 
Öffnungen für Rinfüllen des Wassers und Abzug 
des Dampfes haben muß. Bei gehöriger Vorsicht 
kann man auch eine Metallplatte gleichmäßig 
durch Gas erwärmen, und zwar indem man ein 
Gasrohr inS-Form biegt und auf der der Platte zu- 
gekehrten Seite mit vielen kleinen Löchern ver- 
sieht. Die Hartgummigegenstände werden nun 
auf den Kasten oder die Platte gelegt, mit 
Tuch oder Filz bedeckt, nach Erweichen bei 
etwa 100° C schnell in die gewünschte Form 
gebracht und im kalten Wasser abgekühlt. 
Beim Biegen komplizierter Teile ist es zweck- 
mäßig, durch eine Filzplatte denjenigen Teil 
gegen Erwärmung zu schützen, der nicht ge- 
bogen werden soll oder schon gebogen ist. 

Für eine Anzahl medizinischer Bedarfsartikel 
geschieht die Herstellung zweckmäßig derart, 
daß man die bis zum Biegen fertig gestellten 
Stücke Hartgummi in kochendes Wasser wirft 
und sie dann nach Erweichen in vorgewärmten 
Metallformen preßt und noch in diesen Formen 
iu kaltem Wasser abkühlt. 

Beim Befestigen von Oummixiberzugen auf 
MetaUen ist zu beachten, daß die Haftintensität 
des vulkanisierten Gummis — also der Art, 
die fast ausschließlich in den Handel kommt, 
— auf solchen Metallen am größten ist, die 
sich am leichtesten mit Schwefel verbinden. 
Deshalb ist Kupfer dasjenige Metall, das sich 
am festesten mit Gummi verbindet. Selbst auf 
einer flachen, verhältnismäßig glatten Kupfer- 
fläche haften die Gummiüberzüge durch Auf- 
vulkanisieren so fest, duß sie nur durch Ab- 



stemmen in kleinen Stücken losgetrennt werden 
können; direkt auf Kupfer in düunen Lagen 
aufgelegte Weichgummischichten kann man 
nur durch Abschneiden in kleinen Fetzen ent- 
fernen. Freilich muß die Metalloberfläche völlig 
entfettet und trocken sein. Es empfiehlt sich 
demnach, andere Metalle, z. B. Zink, Zinn, Blei, 
Bisen, wenn große, glatte Flächen überzogen 
werden sollen, mit einem Kupferniederschlag 
zu versehen, um eine gute Haftung zu erhalten. 

Dieses .Aufvulkanisieren** von Gummi uuf 
Metall erfordert allerdings einen speziellen Ofen, 
und man übergibt deshalb am besten die zu 
überziehenden Gegenstände einem Gummiwerk. 

Ein anderes Verfahren gestattet schon eher, 
das Überziehen selbst zu besorgen. 

Man bedient eich dazu eines besonderen 
KitteB, Almeidin genannt, der durch Erhitzen 
dünnflüssig gemacht wird. Die Metallteile 
werden ebenfalls stark angewärmt, die heiße 
Lösung gleichmäßig aufgestrichen und dann 
der Gummi fest aufgepreßt. Nach dem Erkalten 
haftet der Gummi sehr fest auf der Metallobor- 
fläche, denn Almeidin ist ein ausgezeichneter 
Kitt, dem auch nach dem Erkalten eine ge- 
wisse Elastizität verbleibt. Dieser Kitt kann 
von jeder Gummifabrik bezogen werden 

Dr Karl G. Frank 



Neuer Zolltarif in Spanien. 

Der neue Zolltarif vom 23. März 1906 ist 
revidiert und in der revidierten Gestalt, in der 
er am 1. Juli in Kraft getreten ist, veröffent- 
licht. Von besonderem Interesse sind folgende 
Positionen (in Pesetas = 0,80 M für 100 kg) 



Glas, Kristall und Halbkrlstall, 


jetit 


früher 


weder gefärbt u. b w. . . . 


40 


45 


Desgleichen, gefärbt u. s. w. . 
Aluminium und dessen Legie- 
rungen, verarbeitet, zu an- 
deren Gegenständen als zum 


65 


75 


häuslichen Gebrauch . . . 
Alle sonstigen gewöhnlichen 
Metalle und deren Legie- 


4 


8 


rungen, verarbeitet .... 
Optische Apparate und Instru- 


65 


75 


mente für Sternkunde u. s. w. 


10 


16 



Apparate für Telegraphen und 
Fernsprecher, Elektrizitäts- 
zähler u. s w 2,50 3 



Entscheidungen der Zollbehörden. 

Im Australischen Bund zahlen Umschaltor- 
tafcln aus Marmor mit Amperemetern, Volt- 
metern, WatUtundenmesaern und Synchronisier- 
apparat, vollständig, als elektrische Maschinen 



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188 

und Apparate, 12,5 °/ 0 ihres Wertes als Ein* 
gangszoll. 

In Chile sind Retorten mit 25 v. H. des 
Werts zu verzollen und dabei gemäß Nr. 571 
mit 2,50 Pesos für I kg einschließlich der in- 
neren Umhüllung zu bewerten. 



Die Einfuhr Rußlands aus Deutschland 

an wissenschaftlichen Instrumenten ist i. J. 1905 
auf 2 789 000 Rubel (rd. 6 000 000 M) zurückge- 
gangen gegenüber 3 156000 Rubel (rd. 6700000 M ) 
i. J. 1904. 



Glastechnieches. 

Abriampfsrhalen mit Nollzratid. 

Chem.-Zig. 30. S. 71S. 1906. 

Die Neuheit an der Abdampfschale, dio in 
allen Größen und Formen hergestellt werden 
kann, besteht in der Anbringung eines An- 
satzes mit mattierter Oberfläche, auf der sich 
mit einem harten Blei- oder Tintenstift Notizen 



GeseWicfi Geschult. 




schreiben lassen. Hierdurch werden Verwechse- 
lungen vermieden, gegen die einfaches Numerie- 
ren nur wenig nützt. Auch kann man auf dem 
Ansatz Bemerkungen machen, die sich auf den 
Verlauf der Analyse beziehen. Die Notizen 
lassen sich leicht wieder abwischen, werden 
aber nicht von selbst unkenntlich, da sie mit 
dem Dampf nicht in unmittelbare Berührung 
kommen. Dieso Abdampfschalen werden von der 
Firma Gustav Müller in Ilmenau vertrieben. 



Porös© Körper als Durchweg© für Gase. 
Poröser Kontakt. 

Von K. Prytz. 

Ann. d. Phys IS. S. 617. 1905. 

Um beim Arbeiten mit der Quecksilber- 
luftpumpe die Gase vor Verunreinigungen oder 
mangelhafter Dichtung zu sichern, hat man 
ein ganz zuverlässiges Mittel, nämlich die 
Verbindungen durch Zusammenschmelzen der 
Glasröhren herzustellen. Dieses Verfahren 
kann jedoch dann nicht angewendot werden, 
wenn es sich um zwei schon verschlossene Be- 
hälter, die nicht vor der Verbindung geöffnet 
werden dürfen, handelt, wenn man eine Ver- 
bindung zeitweilig unterbrechen muß, oder 



Deutecb* 
Mechanik er-Ztg. 

wenn man mit Röhren aus verschiedenen 
Materialien arbeitet, z. B. Glas und Quarz. In 
solchen Fällen verwendet der Verf. mit Vorteil 
die gegenseitige Berührung zwischen zwei 
porösen Körpern unter Quecksilber. Die Poren 
müssen so eng sein, daß das Quecksilber nicht 
bei dem Überdruck einer Atmosphäre hinein- 
dringt: im übrigen wird man sie möglichst weit 
wählen. Am geeignetsten hat sich Schamotte 
erwiesen, wie sie zu den Deckoln der Ver- 
brennungsöfen verwendet wird. 

Das Prinzip des Verfahrens ist aus Fig. 1 
ersichtlich. Unterhalb der trichterförmigen Er- 
weiterung des Rohres r ist ein Schamofto- 
stöpael mittels Siegellacks festgekittet; lu die 
Erweiterung wird Quecksilber gegossen. Das 
Rohr r 4 , das unten durch einen gleichen, ein 
wenig aus dem Rohre hervorragenden Stöpsel 
verschlossen Ist, wird in das Quecksilber des 
Trichters hcrabgeführt und oben mit der Luft- 
pumpe verbunden. Das Quecksilber dringt 




Fl*. 1. Fig. 2. Flg- *• 



nach dem Auspumpen nicht hinein: wenn man 
aber dio beiden Stöpsel gegeneinander preßt, 
so wird eine Gasverbindung zwischen den 
beiden Röhren r und r' hergestellt, was sirh 
dadurch zeigt, daß das Quecksilber in r empor- 
steigt. Die Gasverbindung ist völlig zuver- 
lässig; Bie wird hergestellt, sobald die beiden 
Stöpsel gegeneinander gedrückt werden, und 
augenblicklich unterbrochen, sobald sie getrennt 
werden. 

Verf. beschreibt dann eine Reihe von An- 
wendungen poröser Stöpsel und erläutert die- 
selben durch Abbildungen. Bo gelang es dem 
Verf., in Gemeinschaft mit Hm. Th. Thor- 
kelsson, durch Verwendung des porösen 
Kontakts aus Gasen von mehreren isländischen 
heißen Quellen Argon und Helium zu isolieren. 

Auch zur Herstellung eines Barometers ver- 
wendete der Verf. die porösen Stöpsel, wie aus 
Fig 2 ersichtlich ist. Der eine Schenkel eines 
gebogenen Rohres ist unterhalb einer Er- 
weiterung durch einen Scbamottestöpscl gc- 



Kleinere Mitteilungen. — Glastechnischcs. 



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Hort iy. 

I. Okti>l»«r IftOfl. 



Glas technisches. 



189 



schlossen, der andere Ist mit einem Quecksilber- 
gefäß in Verbindung. Gießt man Quecksilber 
in die Erweiterung, so kann man das Rohr 
mittels der Quecksilberpumpo evakuieren, 
eventuell unter Erwärmung des grüßten Teiles 
des Rohres. Nach dem Auspumpcn laßt man 
das Quecksilber aus dem Behälter in das Rohr 
hintlharfließen. Die ganz mit Quecksilber ge- 
füllte Erweiterung wird mit Leder verbunden, 
um ein Abfließon des Quecksilbers zu ver- 
hindern. Das Barometer hat don Vorteil, daß 
es zu jeder Zeit leicht aufs neue durch den 
Stöpsel evakuiert werden kann. 

Eine Anwendung des porösen Stöpsels, die 
namentlich viel von Glasbläsern gebraucht 
werden kann zum genauen Abmessen einer 
gegebenen Menge von Quecksilber, zeigt Fig. 3. 
Ein Glasrohr wird an einem Endo zu einer 
feinen Spitze ausgezogen, das andere Ende 
wird mittels eines Stöpsels von Gips ge- 
schlossen. Stockt man die Spitze in Queck- 
silber, wahrend ein über das andere Ende ge- 
schobener Schlauch mit der Wasserluftpumpo 
verbunden wird, so steigt das Quecksilber in 
das Rohr hinauf, bis es vom Gipestöpsel zurück- 
gehalten wird. Das Rohr wird aus dom Gefäß 
emporgehoben, wahrend das Vakuum in den 
Boren des Gipses noch vorhanden ist; nachher 
kann oben Luft eintreten, ohne daß das Queck- 
silber ausfließt. Durch eiuen angemessenen 
Überdruck wird die ganze Menge ausgetrieben. 
Diese Vorrichtung dürfte z. B. auch beim Ju- 
stieren von chemischen Meßgeräten Verwendung 
finden können. Wb. 

Ein© einfache Form 
von rotierenden Elektroden für 
elektrolytische Analysen. 

Von F. Mollwo Perkill. 

Chem. Newa &7. S 283. 1906. 

Einen einfachen Apparat für elektrolytische 
Analysen, der in jedem Laboratorium hergestellt 
werden kann, zeigt nachstehende Figur. Die 
heiden Elektroden worden von zwei 1 mm 
starken Platindrühten gebildet, welche in einem 
mit Abflußhahn versehenen Glasgefäß ange- 
orduet sind. Die Kathode ist an einer dreh- 
baren Achse befestigt, so daß sie wahrend der 
Analyse in Rotation versetzt werden kann. 

Die Form des Gefäßes ist für den Fall sehr 
bequem, wenn es erforderlich ist, den Metall- 
niederschlag nach beendeter Analyse auszu- 
waschen, ohne den Strom zu unterbrochen. 
Man braucht dann nur den Hahn zu öffnen 
und von oben destilliertes Wasser nachzugießen. 

Für die Analyse von manchen Metallen halt 
es Vorf. für empfehlenswert, die Platindrahte 
mit dem Sandgebläse zu behandeln, um auf der 
rauhen Oberfläche ein besseres Haften des 
Metallniederschlages zu erzielen; doch ist dies 




für eine sehr große Anzahl von Metallen nicht 
erforderlich. Mit Rücksicht auf don hohen 
Prois des Platins macht Verf. darauf auf- 
merksam, daß man in vielen Fällen, z. B. hei 
der elektrolytischen Füllung von Kupfer, Zink 
oder Eisen, das Platin ohne Nachteil durch 
Nickel ersetzen kann: man muß 
dann allerdings nach jeder Ana- 
lyse die Nickelelektroden wägen, 
um etwaige Gewichtsverluste 
festzustellen, w r as bei Platin- 
elektroden in dor Regel nicht 
nötig ist. Immerhin ist auch 
Platin nicht so unangreifbar, 
wie dies sonst allgemein ange- 
nommen wird. Nicht nur ist os 
in Künigswassor löslich, sondern 
es wird such bei elektroche- 
mischen Reaktionen vielfach an- 
gegriffen , so beispielsweise, 
wenn es als Anode in einer 
Cyankalilösung verwandt wird. 
Dem gegenüber weist Verf. da- 
rauf hin, daß neuerdings von der 
Firma Johnson, Matthey & Co. Iridium von 
99 % Reinheit geliefert wird. Dieses Metall 
ist so hart wie Stahl und kann ln Königswasser 
gekocht werden, ohne irgendwie angegriffen 
zu werden, auch geschmolzenes Blei wirkt 
nicht darauf ein; es läßt sich allerdings nicht 
zu Draht ziehen, sondern kann nur in heißem 
Zustande zu Platten ausgewalzt werden. 

Mk. 



Gebrauchsmuster. 

Klasse : 

12. Nr. 285 969. Kochkolben mit exzentrisch 
angebrachtem Hals. W. v. Bolton, Char- 
lottenburg. 19. 7. 06. 

Nr. 286 439. Trichter mit ein Sieb enthalten- 
dem Oberteil. E. Schneider, Berlin. 7.7.06. 

21. Nr. 286 599. Vakuumglasgefäß mit Knöpfen 
neben den EinfUhrungsdrähten. Schott & 
Gen., Jena. 6. 11. 05. 

Nr. 287 059 u. 287 060. Schutzhüllen für Rönt- 
genröhren u. dgl. Apparate, mit im Innern 
angeordneten Rippen und mit aus eiuem 
Stück hergeatelltem Rohr (Tubus, Stutzen). 
H. Traun & Söhno. vorm. Harburgor 
Gummikamm - Co. t Harburg. 14.3.06. 

30. Nr. 286 934. Garkolben, dadurch gekenn- 
zeichnet, daß der offene Schenkel des gra- 
duierten Rohres mittels Stopfens verschlossen 
i ist. F. Hugorahoff, Leipzig. 4. 8. 06. 

, Nr. 286 774. Ülzersfcäuber, bestehend aus einem 
Glasgefäß mit aufgesteckten Zubehörteilen 
aus Metall. Selzer Sc Co., Cassel. 11.5.06. 

42. Nr. 284 941. Kaliapparat mit drei konzeu- 
1 trischen Absorptionsgefäßen. J. Rothe, 
Groß-Lichterfelde. 26. 6. 06. 



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190 



Glaatvchnlachca. — Bücherschau. 



Deutsch# 

liechaolker-Zte- 



Nr. 285 171. Bürette mit angcblaaenem Kolben 
und seitlichem Ablaßhahn. F, Hugersho ff, 
Leipzig. 12. 7. 06. 

Nr. 286 053. Apparat zur Bestimmung der 
flüchtigen Säure ira Wein, bestehend aus 
einem schlanken Kochgefäß, einem Sicher- 
hoitaschutznctz und einer A ufh fl n ge Vorrich- 
tung. H. Boettiehor, Geisenheim a. Hh. 
4. 7. 06. 

Nr. 286 311. Sicherheitspipette mit Überlauf- 
Back und Absperrhahn. H. Kappeller, 
Wien. 28. 7. 06. 

Nr. 286 313. Fieberthermometer mit zum unter 
die Zunge Stecken geformtem Quecksilber- 
behält er. C. Horbach, Biebrich a. Rh. 

30. 7. 06. 

Nr. 286 627. Für ärztliche Thermometer die- 
nendes Etui mit zwei an einem Endo be- 
findlichen, nach verschiedenen Richtungen 
aufklappbaren Deckelteilchen. O. Baum- 
gärtner, Leipzig-Schönefeld. 10. 7. 06. 

Nr. 286 632 Vorrichtung zum schnellen Füllen 
und Entleeren von Pyknometern durch 
Saugen oder Blasen. P. Hugershoff, 
Leipzig. 16. 7. 06. 

Nr. 286 861. Apparat zum direkten Ablesen 
des Stärkegehalts und Trockensubstanzge- 
halts in Kurtoffelproben, dadurch gekenn- 
zeichnet, daß an einem in eine Spindel mit 
Skala auslaufenden Senkkörper ein Gefäß 
zur Aufnahme der KartutTeln angebracht ist. 
H. v. der Heide, Duisburg. 12. 4. 06. 



Bücherschau. 

W. Volkraatm, Der Aufbau physikalischer 
Apparate aus selbständigen Apparatenteilen 
(Physikalischer Baukasten) gr. 8°. VIII, 98 8. 
mit 1 10 Fig. Berlin, JuliusSpringer 1905. 
2,00 Af. 

Dieses kleine Werk sollte kein Physlk- 
lehrer versäumen sich anzuschalTen; ein jeder 
wird darin neue Hilfsmittel für die Ausge- 
staltung des Experimentalunterrichtes finden. 

Der Verf., Assistent für Physik an der 
Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin, hat die 
Möglichkeit dargelegt, dio für physikalische 
Vorlesungen erforderlichen Demonstrations- 
appnrate vor den Augen dor Zuhörer während 
der Vorlesung selbst aus den einzelnen Appa* 
ratenteilen aufzubauen. Dio Vorteile dieses 
Verfahrens in didaktischer Beziehung sind un- 
mittelbar einleuchtend. Während der Hörer 
sich sonst mit dem äußeren Anblick der fertigen 
Apparate begnügen muß und sein Verständnis 
für die Bedeutung dor einzelnen Apparatenteile 
ein oberflächliches bleibt, kann der Lehrer beim 
Aufbau des Apparates während des Unter- 
richtes den Zweck jedes einzelnen Teiles er- < 



klären und seinen Zusammenhang mit den 
übrigen Teilen des Apparates und die Art seiner 
Wirkung darlegen. 

Als Mittel zu dieser Ausgestaltung des 
physikalischen Unterrichtes dient dom Verf. 
das Bunsenstativ nebst seinen Zubehörteilen, 
den Muffen, Klemmen u. s. w. Gemeinsam mit 
der Firma Georg Beck & Cie. in Berlin- 
Rummolsburg hat er diese Apparateueleraente 
konstruktiv durchgebildet, so daß der Aufbau 
von Apparaten der kompliziertesten und mannig- 
faltigsten Art mittels derselben möglich ist. 
Durch ßftubere Bearbeitung dor bisher meist 
in «ehr roher Ausführung hergestellten Bunsen- 
stativo und ihrer Zubehörteile werden die aus 
ihnen aufgebnuten Instrumente zur genauen 
Justierung und zur Ausführung von Messungen 
geeignet. 

Die Stäbe der Stative bestehen aus genau 
kreisrund gezogenem harten Eisen und bei 
oisenfieien Stativen aus gezogenem Messing. 
Der Fuß der Stative hat drei Ausläufer, von 
denen einer flacher gehalten ist als die beiden 
anderen, so daß er unter den gleichartigen 
Fuß eines zweiten Statives geschoben und 
Bomit zwei oder mehrere Stative bis zur Be- 
rührung ihrer Mittelstucke aneinander gerückt 
werden können. Dio Muffen und Klemmen 
werden an ihren Klemmflächen ausgefrftst. 
Hierdurch wird erreicht, daß die Achsen der 
durch die Teile zusammengehaltenen Stücke 
sich genau senkrecht kreuzen. Um bei ein- 
seitiger Belastung der Stative die erforderliche 
Stabilität zu erhalten, bringt Verf. auf hori- 
zontalen Achsen verschiebbare Ausgleich- 
gewichte an. Außer don bisher üblichen Zu- 
behörteilen zum Bunsenstativ verwendet Verf. 
noch eine große Reihe neu von ihm konstru- 
ierter, so z. B. eine Vorrichtung zur Parallel- 
verschiebung mit Zahntrieb, eine Zentrier- 
klemme mit zwei beweglichen Backen, die ein 
genaues Ausrichten auf den Stiel als Um- 
drehungsachso erlaubt, eine drehbare Achse, 
welche nach einem einfachen Teilkreis um 
jeden Winkel gedreht und festgestellt werden 
kann, u. a. m. Durch geschickte Verwendung 
all dieser einzelneu Apparatenteile gelingt es 
dem Verf., fast sämtlicho beim Unterricht in 
der Mechanik und Optik üblichen Instrumente 
zusammenzusetzen. 

Wünschenswert wäre es, wenn die Fabri- 
kanten von Laboratoriumseinrichtungen, dio 
vom Verf. gegebenen Anregungen beachten 
würden und mehr Sorgfalt auf dio präzise Aus- 
führung der Laboratoriumsgegenstände ver- 
wenden wollten. Auch von den Neukonstruk- 
tionen sind manche für den Laboratoriums- 
gebrauch geeignet und würden beim Arbeiten 
treffliche Dienste leisten. Mk. 



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El «fl 19. 

1. Oktober WO*. 



Patentichau. 



191 



Patentschau. 



Anzeige- oder Meßvorrichtung für Zeigerinstrumente mit einem dem Zeiger 
mittels Motors nachgestellten Kontakt, dadurch gekennzeichnet, daß der Weg, welchen der 
Kontakt beschreibt, von dem Weg deB Zeigers bezw. des an ihm befestigten Kontaktstückes 
verschieden ist, um die Angaben des Zeigers vergrößern oder verkleinern zu können. J. M. 
Boy le in New-York. 19. 11. 1902. Nr. 161927. Kl. 42. 

Vorrichtung zum Mattieren und Durchbrechen von Glas und glasierten Gegen- 
ständen unter Benutzung der Zentrifugalkraft als Schleudermittel für die Schleifkörner, dadurch 
gekennzeichnet, daß innerhalb eines geschlossenen Behälters eine schnell umlaufende Bürsten- 
scheibe angeordnet ist, welche die in den Behälter zurttckfallonden Schleifkörner an dem Um- 
fange des Behälters entlang führt und an einer zur Auflage des Werkstückes dienenden Stelle 
des Behälters gegen das Werkstück schleudert. F. liugorshoff in Leipzig. 18. 2. 1904. 
Nr. 159 605. Kl. 67. 

Elektrolytischer Elektrizitätszähler, bestehend aus einer drehbar aufgehängten 
Meßzelle, die infolge der durch den Stromdurchgang bewirkten Schwerpunktsveränderung eine 
Drehbewegung macht und dadurch ein Zählwerk antreibt, dadurch gekennzeichnet, daß bei 
jeder Drehbewegung die in einem höher gelegenen Teil der Meßzelle niedergeschlagene Meß- 
flüssigkeit (z. B. Quecksilber) wieder nach der tiefer gelegenen Anode zurückfließt, zum Zwecke, 
den Aufangszustand fortlaufend wieder herzustellen und bo ein dauerndes Arbeiten zu ermög- 
lichen. J. Busch iu Pinneberg. 23. 3. 1904. Nr. 159 914. Kl. 21. 

Kelais, dadurch gekennzeichnet, daß zur Erhöhung der Empfindlichkeit die Wickelung 
eines gewöhnlichen Relais mit einem Galvanometer hintereinander geschaltet ist, derartig, daß 
Bich die Wirkungen beidor auf die Relaiszunge unter gleichzeitiger Benutzung der Galvanometer- 
dflmpfung addieren. H. Mos ler in Charlottenburg. 27. 7. 1904. Nr. 159 849. Kl. 21. 

Röntgenröhre mit einer aus einer Hilfskathode bestehenden Vakuum- Regulier- 
vorrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß der negative Pol in dauernder leitender Verbindung 
steht mit der weiter als die Kathode von der Antikathode entfernten Hilfskathode und mit dem 
zwischen dieser und der Knthodo angeordnetem Umschalter, um die bei Unterbrechung der 
Stromloitung zur Kathode und bei Wiederherstellung derselben entstehenden Funken zu ver- 
meiden. M. Ehrhardt in Berlin. 12. 3. 1904. Nr. 159 916. Kl. 21. 

Verfahren zur Vergleichung der relativen Helligkeit von Arbeitsplätzen u. s. w. mit 
der Helligkeit des jeweils herrschenden lliminelslicbts, dadurch gekennzeichnet, daß ein 
Teil des Himmolslichts auf ein Vergleichsfold projiziert wird, das Uber einem das Licht des 
Arbeitsplatzes direkt empfangenden Vergleichsfelde so angeordnet ist, daß beide gleichzeitig 
beobachtet werden können. F. Schmidt & Haensch in Berlin. 22. 4. 1904. Nr. 159633. Kl. 42. 

Fcineinstellvorrichtiing für Einsatxnadcln an Zirkeln, bei welcher die Einsatz- 
nadel mittels einer am Zirkelschenkel drehbar gelagerten, mit einer spiralförmigen Nut ver- 
sehenen Schoibe verstellt wird, dadurch gekennzeichnet, daß der in die Stellscheibe eingreifendo 
Teil der Einsatznadel als ein flacher, winklig abgebogener Arm ausgeführt ist, der durch einen 
Schlitz zwischen den beiden Lappen des Zirkelschenkels hindurchtritt, so daß er die Einsatz- 
nadel gegen Verdrehung sichert. G. Schoenner in Nürnberg, 25.3 1904. Nr. 159949. Kl. 42. 

Regelungsvorrichtung für elektrische Heizungen, bei welcher der thermostatische 
Teil aus einer U-förmigen, teilweise mit Quecksilber gefüllten und mit elektrischen Kontakten 
versehenen Röhre besteht, Uber deren einem Schenkel ein bestimmtes, boi Wärmeänderungen 
die Quecksilbersäule verschiebendes Gasvolumen abgesperrt ist, dadurch gekennzeichnet, daß 
das U-förmige Rohr zum Zwecke des Einstellens der Vorrichtung auf gewünschte Temperaturen 
um eine horizontale Achse gedreht werden kann, wodurch die Druckhöhe der Quecksilbersäule 
vergrößert oder verringert wird. C. Regnud in Lyon, Rhöne. 7. 2 1902. Nr. 159 267. KI. 42. 

Vorrichtung für Elcktrizitatszühlcr mit Doppeltarif, bei welchen zwei Zählwerke 
abwechselnd durch zwei Relais angetrieben werden, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden 
Relaisspulen in Reihe geschaltet sind, wobei je nach Stellung der Umscbaltuhr bald das eine 



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192 



bald das andere Relais unwirksam gemacht wird. Siemens-Schuckert-Werke in Berlin 
20. 4. 1904. Nr. 160 091. Kl. 21. 

Verfahren zur Messung elektrischer Ströme nach der Kompensationsmethode, 

bestellend iu der direkten Kompensation des Spannungsabfalles an einem von einem Strom 
durchflossenen Widerstand gegen die Differenz der elektromotorischen Kräfte zweier Normal- 
clcmcnte gleicher chemischer Zusammensetzung, »her mit verschiedener Konzentration der 
Lösungen. R. 0. Heinrich in Berlin. 24 . 7. 1901. Nr. 160355. Kl. 21. 

Einrichtung zur Ausübung einer beliebigen unter zahlreichen möglichen Fern- 
wirkungen durch Kombinationen von kurzen und langen oder positiven und negativen 
Stromstößen, z. B. zur Feststellung eines beliebigen Punktes des Umfanges einer Trommel, 
oder zur Einschaltung eines ganz bestimmten Stromkreises für Telegraphie-, Fernsprech- oder 
Signalzwecke, dadurch gekennzeichnet, daß einzelue, abwechselnd mit einer Stromquelle ver- 
bundene und mit der Stromquelle im Sinne der benutzten Stromstoßkombinationeu zu ver- 
bindende Kontaktfelder reihenweise ho angeordnet sind, daß die erste Reihe so viel Kontakt- 
felder aufweist wie herzustellende Fernwirkungen vorhanden sind, die zweite Reihe dagegen 
nur halb so viele Kontaktfeldor aufweist, wie die erste, die dritte Reihe wieder nur halb so 
viele wie dio zweite u. b. w , bis die letzte Reihe nur zwei Kontaktfelder aufweist, wobei dann 
über den einzelnen Reihen von Kontaktfoldern Schleifkontakte geführt werden, dio die Ein- 
schaltung der betreffenden Leitung o. dgl. in geeigneter Weise bewirken, sobald die Schleif- 
kontakte sämtlich mit unter Strom stehenden Kontaktfedern in Berührung kommen. G. Roi- 
mann und G. Graboach in Berlin. 9. 11. 1901. Nr. 1G0 143. Kl. 21. 



Patentachau. — PatentUate. 



Deutsche 

Mechanlker-Ztg. 



Patentliste. 

Bis zum 13. September 1906. 

Klasse: Anmeldungen. 

21. P. 17 041. Verfahren zur elektrolytischen 
Aufnahme und Wiedergabe von Lauten. 

J. Palla, Prag. 17. 3. 05. 

S. 22 436. Verfahren zum feinstufigen Schalten 
von Widerstanden. Siemens - Schu ckert- 
Werke, Berlin. 9. 3. 06. 

Erteilungen. 

12. Nr. 175 793. Gefäß zur Absorption von 
Gasen durch Flüssigkeiten. G. Lüttgen, 
Berlin-Halensee. 25. 6. 04. 

21. Nr. 176 003. Röntgenröhre mit Kühlung 
der Antikathode; Zus. z. Pak Nr. 113 430. 
C. H. F. Müller, Hamburg. 17. 5. 05. 
Nr.176008. Röntgenröhre. 8 iemens&Halske, 
Berlin. 15. 3. 05. 

Nr. 176403. Instrument zum Messen der Wellen- 
länge elektrischer Wellen J. A. Fleming, 
London. 8. 2. 05. 

30. Nr. 176 243. Vorrichtung zur Aufbewahrung j 
und Benutzung leicht zersetzlicher chemischer ' 
Flüssigkeiten in Form einer Liegeflasche. 

K. zum Tobel, Ravensburg, Württeinbg. 
30. 7. 04. 

32. Nr. 175 867. Verfahren zur Erzeugung von 
Gegenständen aus geschmolzenem Quarz. 

J. Bredel, Höchst a. M. 1. 10. 05. 

Nr. 176 093. Glashlasemaschine. Dresdener 
Chem. Laboratorium Lingner, Dresden. 

4. 3. 06. 

42. Nr. 175 891. Mit Nonieuteilung versehenes 
Meßinstrument, dessen rotierende Skalen- 



scheibe mit einem Tastarm versehen ist. 
G. Favre-Jacot & Cie., Le Locle, Schweiz. 

9. 7. 05. 

Nr. 175 901. Kreiselapparat. H. Auschütz- 
Kaempfe, Kiel. 18. 6. 05. 

Nr. 176 281. Hahn, dessen Küken eo lange 
durch einen Schwimmer gesperrt wird, bis 
die Flüssigkeit aus einem Meßgefäß aus- 
gelaufen ist. R. Pawlikowski, Görlitz. 
25. 8. 05. 

Nr. 176 441. Zirkel mit Zwiesel- oder Stell- 
schraube. E. ü. Richter & Co., Chemnitz. 

10. 9. 05. 

57. Nr. 175 967. Photometer, bei dem der licht- 
empfindliche Streifen auf der Grundplatte 
gehalten und der die Skala tragende Deckel 
an der Grundplatte angelenkt ist. H. Hils- 
dorf, Bingen a. Rh 26. 9. 05. 

Nr. 176 320. Vorrichtung an photographischen 
Objektiven zum Ausschalten von Licht- 
strahlen durch Filter von ungleichmäßiger, 
stetig oder unstetig eich ändernder Absorp- 
tionsfähigkeit. Ch. L. A. Brasseur, Berlin. 
9. 6. 05. 

Nr. 176 319. Photometrisches Verfahren, bei 
dom die Lichtmessung durch Vergleichung 
von durch Einwirkung von Licht und von 
Entwicklern auf stark lichtempfindlichen 
Schichten entstehenden Färbungen mit fest- 
gelegten Farben geschieht. E. Mertens, 
Groß-Lichtorfeldo. 3. 11. 03. 

72. Nr. 176 103. Als Fernrohr zu verwendendes 
Bajonett. F. W. Stillwell, Scranton, Penns., 
V. St. A. 18. 1. 06. 



FQr die Redaktion verantwortlich: A. 13 Usch Wo ln Berlin W. 

Varlag von Jalina Springer ln Berlin N. — Drock von Emil Drayar ln Berlin SW. 



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Deutsche Mechaniker-Zeitung. 

Beiblatt zur Zeitschrift für Instrumentenkunde 

and 

Organ für die gesamte Olasinstrumenten- Industrie. 
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik. 



Redaktion: A. Blaschke, Berlin W30, An der Apostelkirche 6. 



lieft 20. 15. Oktober. 


1906. 


Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion gestattet. 





Unimsal-Fernrohrträger mit Horizontal-, Vertikal- und Kippbewegung. 

Von Ing. Alfred Schütze in Frankfurt a. M 

Die Mehrzahl der zur Zeit bekannten Fernrohrtrfiger leidet an dem Übelstande, 
nur für je ein Fernrohr von gegebenem Durchmesser verwendbar zu sein. Es liegt auf 
der Hand, daß Laboratorien, Lehrinstitute u. 8. w., die oft mit sehr beschrankten Mitteln 
zu arbeiten gezwungen sind, nicht in die Lage 
kommen, mehrere komplett montierte Fernrohre an- 
zuschaffen, da die Ausgaben für den mit dem 
Fernrohre verbundenen Trftger den Anschaffungs- 
preis wesentlich erhöhen. Es dürfte daher im all- 
gemeinen Interesse liegen, auf einen Universal -Fern- 
rohrtrfiger mit Skalenhalter (Fig. 1 u. 2) hinzuweisen, 
der für Fernrohre verschiedener Dimensionen Ver- 
wendung finden kann und bei gefälliger Form den 
Vorzug einfachster Handhabung besitzt. 

In einem hufeisenförmigen Fuß f, 
der gleichzeitig griffartig ausgebildet ist und 
so einen bequemen Transport des Apparates 
gestattet, ist senkrecht verschiebbar eine 
hohle Sftule r angeordnet. Ein im Innern 
dieser befindlicher, schwer beweglicher 
langer Kolben g kann mittels einer am 
unteren Ende der Sftule angebrachten Feinbewegungs- 
schraube m und einer als Gegenkraft im Innern der 
Sftule befestigten Spiralfeder e in achsialer Richtung 
bewegt werden. Auf diesem Kolben und mit ihm 
fest verbunden ist der eigentliche Fernrohrtriiger 
montiert. Die Sftule r selbst kann ziemlich ihrer 
ganzen Lttnge nach im Fuße f verschoben und durch 
eine Rohrschelle s mit Flügelhebel h festgestellt 
werden. Durch diese Anordnung ist eine für viele 
Zwecke benötigte vertikale Grobeinstellung in ver- 
haltnismUBig weiten Grenzen erzielt worden. Die 
feinere Höhenbewegung ist, wie aus vorstehendem 
bereits entnommen werden kann, durch Verstellung 
des Kolbens im Innern der Säule gegeben. Als ein 
konstruktiver Vorzug dieses Apparates ist besonders 
hervorzuheben, daß diejenigen mechanischen Teile, 
die die Höhenbewegung hervorbringen, gleichzeitig 
Organe der Vertikalbewegung sind. Ein in belie- 
biger Höhe auf der Sftule verstellbarer Anschlagring a sorgt bei gleichbleibender 
Höhe für die Möglichkeit einer seitlichen Drehung des Fernrohres um unbegrenzte 
Winkelbetrfige, insofern er der durch öffnen der Führungsschelle s gelösten, nunmehr 
drehbaren Sftule als feste Auflage dient. Die Horizontal-Feinverstellung wird auch hier 




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194 



A. Schütze, Universal- PernrohrtrSger. 



Deutsche 

Mechanlker-Ztg. 




wieder durch den Kolben bewirkt, und zwar so, daß eine durch die längliche Aus- 
sparung in» Mantel der Säule hervorragende Nase des Kolbens von einer auf dem 
ROhrenmantel angeordneten Feinstellschraube c beeinflußt wird, die die Feindrehung 
des Kolbens um einen Winkelbetrag von rd. 30° erlaubt. Als Gegenkraft dient hier 
ebenfalls die Spiralfeder e für die Höhenbewegung. Das Fernrohr i lagert in einem 
ovalen Gußkörper o, dessen untere zapfenförmige Verlängerung mit dem Kolben fest 
verbunden ist, während die obere in 
eine zylindrische Säule t von gleichem 
Durchmesser wie die Trägersäule r 
übergeht. Beide Säulen, die Träger- 
säule wie die obere, dienen zur Auf- 
nahme des Skalenhalters u, der für 
den Universal - Fernrohrträger als 
Universal-Skalenhalter ausgebildet ist 
und über und unter dem Fernrohre 
in beliebiger Höhe angebracht werden 
kann. Die Auswechselbarkeit des 
Fernrohres wird dadurch erzielt, daß 
alle Fernrohre ein schellenartig ge- 
formtes Achsenstück d gleicher Di- 
mensionierung erhalten, das leicht 
in das ovale Gußstück o des Fern- 
rohrträgers eingebracht werden kann. 

Durch einen Flügelhebel läßt sich 
die eingesetzte Fernrohrachse mit 
einem Mitnehmerhebel n kuppeln, 
den eine am ovalen Gußkörper an- 
gebrachte feingängige Schraube k, 
nebst gegenüber liegender Feder- 
büchse b als Gegenkraft, derart be- 
einflußt, daß eine genügend große 
mikrometrische Kippbewegung des 
Fernrohres erreicht wird. Durch 
Dösen des Flügelhebels ist die Kipp- 
bewegung in verhältnismäßig weiten, 
durch die Form des ovalen Guß- 
körpers bedingten Grenzen freige- 
geben. Die bequeme Auswechsel- 
barkeit der schellenartigen Achsen- 
stücke gestaltet ohne weiteres, Fern- 
rohre von etwa 20 bis 45 mm Durch- 
messer in dem Universal-Fernrohr- 
träger zu verwenden. 

Hinsichtlich seiner mechani- 
schen Ausführung bietet dieser Ap- 
parat eine wesentliche Neuerung 
gegenüber anderen Präzisionsinstru- 
menten, insofern als bei ihm zum 
ersten Mal mit der traditionellen 
Gepflogenheit gebrochen wird, das 
Äußere der Apparate durch winklig 
aufeinander stoßende Flächen und 
demzufolge scharfe Kanten hervor- 
zuheben. Hei dem Universal-Fernrohrstativ sind diese streng vermieden worden, 
wie im allgemeinen vorwiegend die runde resp die ovale Form zur Geltung kommt. 
Blanke Stellen, die nach längerem Gebrauch an den hervorragenden Kanten entstehen, 
werden an derartig gearbeiteten Apparaten natürlich weit weniger zu fürchten sein, 
als bei Instrumenten alter Formgebung. 

Vom Universal-Skalenhalter u soll hier nur kurz erwähnt werden, daß sich 
dessen Klemmvorrichtung zum möglichst raschen und bequemen, wenn erforderlich auch 



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Heft 20. 

15. Oktober 1906. 



A. Schatze, Uni verial- Fernrohr tr5ger. - Vereins- u. Pereonennachrichten. 



105 



ganz einseitigen Festapannen von Skalen mit rechteckigem, flachrundem oder T- förmigem 



F. 




Flg. 3. 



Querschnitt eignet. Die Klemmbacken v 
stehen in jeder ÖfTnungsweite parallel. 
Die Schelle des Skalenhalters, mit der 
er auf dem Stativrohr festgeklemmt wird, 
ist derartig konstruiert, daß sie sich 
nach Lösen deB Flügelhebels l selbsttätig 
öffnet und so dem lästigen Ankleben 
der Schelle am Rohre, bedingt durch 
Oxydation des Metallzylinders, vorge- 
beugt wird. 

Um für verschiedene Zwecke die 
Skale auch getrennt vom Fernrohrträger 
verwenden zu können, ist für den Uni- 
versal- Skalenhalter allein ein einfacher 
Ständer, bestehend aus einem schweren 
Fuß mit vertikalem Stativrohr, geschaffen 
worden ( Fig . 5), der eine vielseitige Be- 
nutzung des Skalenhalters gestattet. 

Vorstehend beschriebene Apparate 
werden von der Firma Hartmann & 
Braun in Frankfurt a. M. hergestellt und 
in den Handel gebracht. 



Varein«- und Per 

Todesanzeige, 

Nach kurzer, schwerer Krankheit ver- 
schied am 3. Oktober im 57. Lebensjahre 
infolge einer Lungenentzündung unser ge- 
treues Mitglied 

Hr. Fedor Sokol. 

Treu bis in den Tod!, das ruft der 
Vorstand unserem Vorstandsmitgliede nach, 
das müssen alle Fachgenossen von ihm 
sagen, die sein Interesse für unsere Ver- 
einigung seit 1879 zu jeder Zeit wahr- 
nehmen konnten. 

Mit seltenem Geschick hat sich der 
Entschlafene noch bis vor wenigen Tagen 
in amtlicher Eigenschaft fachlich betätigt, 
und durch seine gewinnende, versöhnliche 
Art hat er der Berliner Mechanik und 
Optik große Dienste geleistet. Als er die 
Früchte seiner Arbeit in Ruhe hätte ge- 
nießen dürfen, hat der Entschlafene seine 
Muße in selbstlosester Weise der Gesamt- 
heit zum Opfer gebracht und eine Reihe 
von Ehrenämtern, u. a. das eines Beauf- 
tragten der Handwerkskammer, auf sich 
genommen. 

Mit Fedor Sokol haben wir einen 
guten Kameraden, einen Freund verloren, 
dein wir stets ein ehrendes Andenken be- 
wahren werden. 

Der Vorstand der Abteilung Berlin 

i. A. 

W. Handke. 



D. G. f. M. ii. O. Zwelgvereftn Ham- 
burg-Altona. Sitzung vom 2. Oktober 
1906. Vorsitzender: Hr. Dr. H. Krüß. 

Nach Erledigung einiger geschäftlicher An- 
gelegenheiten berichtet der Vorsitzende 
Ober den Verlauf des 17. Deutschen Mecha- 
nikertages in Nürnberg. Eine größere Anzahl 
von Behörden hatte Abgeordnete zur Ver- 
sammlung gesandt, welche durch die Wahl 
des Ortes sehr stark besucht war. Die Be- 
sichtigung verschiedener Fabriken, des Bayer. 
Gowerbemuseums und des Germanischen Mu- 
seums sowie der Landesausstellung bot außer- 
i ordentlich viel Anregung und Belehrung. 
Durch die freundliche Fürsorge des Ortsaus- 
schusses verliefen auch die geselligen Zu- 
sammenkünfte in vorzüglicher Weise. Die Vor- 
handlungen selbst brachten die Arbeiten der 
Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik 
ein gutes Stück weiter. 

Hr. Dr. Krüß sprach sodann über das Ge- 
nossenschaftswesen, wobei er im wesentlichen 
Bericht erstattete über die von Hr. Rat Dr. 
Hampke vor 3 Jahren und von Hr. Verbauds- 
direktor Kort ha ub im Mai d. J. über diesen 
Gegenstand hier gehaltenen Vorträge. Es 
wurde dabei betont, daß für die Feinmechanik 
hauptsächlich eine Einkaufsgenossenschaft, 
vielleicht auch eine Kreditgenossenschaft in 
Frage kommen könne, um die kleinen Betriebe 
konkurrenzfähig mit den größeren kapital- 
kräftigeren zu erhalten. Bei der hierauf fol- 
genden^Besprechung wird hervorgehoben, daß 



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196 

dio Bedürfnisse der Feinmechanik an Roh- 
material so sehr verschiedenartig seien, daß 
ein großes Bager und infolgedessen ein großes 
Kapital für eine Finkaufagenossenschart Er- 
forderlich sein wOrde. H. K. 

Hr. Th. Lutlewlg, Prokurist der Firma 
Carl Bamberg, bat den Kronen-Orden 
IV. Kl. erhalten. 

Die Firma C. P. Goerz hat auf der 
Ausstellung, die init der Wanderversamm- 
lung des Deutschen Photographenvereins 
zu Breslau verbunden war. die Goldene 
Medaille, Hr. C. Richter auf der Inter- 
nationalen Ausstellung für Meereskunde in 
Marseille den Grand Prix erhalten 



Kleinere Mitteilungen. 

Verstellbare 

Wandnrm- und Zugpendeilauipen 

der Firma Wügner & Weller 
in Leutzsch bei Leipzig. 

Mitgeteilt von Dr. Karl G. Frank in COln. 

Diese Lampen lösen in glücklicher 
Weise das Problem der Werkstattheleuch- 



tung, sowohl für den Arbeitsplatz, wie für 
Drehbank, Fräsmaschine u. 8. w. Gerade 
in feinmechanischen Werkstätten ist es ja 
besonders für Arbeiten an der Drehbank 
nötig, schnell den Ort und die Strahlungs- 
richtung der Lichtquelle zu verändern, da 
häufig Bohren, Drehen, Gewindeschneiden, 
Abstechen und sonstige Manipulationen an 
einem Stück auszufüliren sind und jede 
dieser eine Verstellung der Lampe er- 
fordert. Außerdem genügt bei der üblichen 
Anordnung, daß die Drehbank gleich hinter 
dem Arbeitsplatz Bleht, eine solche Pendel- 
lampe für beide. Bei einem Ausschwenken 
von 60° gegen die Vertikale und einer 
Pendellänge von rd. 2,60 m beträgt näm- 
lich der Durchmesser des horizontalen Ver- 
stellungskreises etwa 1,35 m, welches Maß 
sich bei Hinzurechnung der seitlichen 



Denteche 
Mechanlker-Zt*. 

Drehung der Lampe selbst auf etwa 1,5 m 
erhöht. 

Die Pendel bestehen im wesentlichen 
aus zwei ineinander verschiebbaren Rohren, 
deren Außeres mittels eines Friktions- 
gelenkes an der Decke oder der Wand 
befestigt wird. Unmittelbar über der Lampe 
sind zwei Friktionsgelenke vorgesehen, 
von denen das untere eine Verstellung der 
Lampe gegen die Rohrachse, das obere 
eine Drehung der Lampe um die Rohr- 
achse zuläßt. 



Rostschutzmittel. 

Zeitschr. d. Ver. Deutsch. Ingen . 50. S. 1424. 1906 
nach Papiermarkt 1906. lieft 4. 

Von der American Society for Testing Ma- 
terials sind seit etwa 11 Jahren mehr als 50 
verschiedene Rostschutzmittel untersucht wor- 
den; sie gaben aber sämtlich keine zufrieden- 
stellenden Resultate, selbst bei dreimaligem 
Aufträgen bot kein einziger Anstrich einen 
genügenden Schutz. Innerhalb eines Jahres 
zeigten sich doch schon Poststellen; der An- 
strich wurde teilweise vom Stahl direkt ab- 
gehoben, was zu dem Schlüsse führte, daß nicht 
etwa eine mangelhafte Ausführung des 
Anstrichs, sondern vielmehr die Durch- 
lässigkeit desselben die Schuld trug 
und daß so der Sauerstoff oder die 
Feuchtigkeit der Luft durch den An- 
strich hindurch mit der Metallober- 
flAche in Verbindung treten konnte. 

Dr. Dudley hat nun gefunden, 
daß Papier, speziell Pergamentpapicr, 
das geeignetste Material ist, welches 
Luft und Feuchtigkeit nicht durchlftßt. 
Die untersuchten Arten Pergament- 
papier haben sich zwar bewahr^ sind aber zu 
wenig schmiegsam ; er hat daher Paraffinpapier 
genommen und auf Grund 4-jAhriger Versuche 
bei der genannten Gesellschaft festgestellt, 
daß dieses einen sicheren Rostschutz bildet, 
obwohl die damit geschützten Bisen- und 
Stahlsorten der Wirkung von Rauch, schäd- 
lichen Gasen , SüuredAmpfen , Feuchtigkeit 
u. s. w. ausgesetzt waren. 

Das Verfahren ist folgendes. Die Eisen- 
stücke werden mittels Drahtbürste oder durch 
andere Mittel zunAchst von dem vorhandenen 
Rost befreit, darauf mit Schutzfarbe bestrichen, 
dann mit dem in Streifen von passender Breite 
geschnittenen Paraffinpapier umwickelt und 
endlich noch mit einem Äußeren Anstrich von 
beliebiger Farbe versehen. Derart geschützte 
Biseugerüste, die ins Meer versenkt wurden, 
waren nach 2 Jahren nirgends angerostet; 



Vereins- u. Personennachrichten. — Kleiner« Mitteilungen. 




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1 5 . Oktober 190 C. Kltln«« MllteUung«n 



auch die aus dem Wasser herausragenden 
Teile waren ebenfalls vollkommen rostfrei. 

Klßm. 

Zollamtliche Behandlung von Preis- 
listen u.s.w. lm südafrikanischen Zoll- 
verein. 

Mittlgn ■ d. llandelavertragevereins. 

Aus Anlaß von Beschwerden über die An- 
ordnung der Zollverwaltung, wonach auch mit 
der Post eingehende Preislisten mit 2 Pence für 
das Pfund und einer Anmeldegebühr von 6 Pence 
für das Paket belegt werden sollten, hat die 
Zollbehörde in Johannesburg nunmehr ent- 
schieden, daß Preislisten, Kataloge u. s. w., die 
mit der Post als Drucksachen ankommen, zoll- 
frei zugelaaseu werden, wenn sie weniger als 
ein halbes englisches Pfund wiegen. Druck- 
sachen, die ein halbes englische? Pfund oder 
mehr wiegen, unterliegen dem Zoll von 2 Pence 
für das Pfund und einer Abfertigungsgebühr 
von 6 Pence für jedes Paket. (1 engl. Pf. = 450»/) 

Die neue Bestimmung ist am 26. Juli d. J. 
in Transvaal in Kraft getreten, und in der Kap- 
kolonie sollen die Zollbehörden angewiesen 
sein, nach denselben Grundsätzen zu verfahren. 
Es i9t anzunehmen, daß sich die Zollbehörden 
der verschiedenen Kolonien, die dem Zollverein 
angehören, ins Einvernehmen gesetzt haben 
und demnach eine gleiche Maßnahme für ganz 
Britisch-Südafrika in Kraft getreten ist. 

Für deutsche Vergeuder empfiehlt es sich, 
Kataloge und sonstige Reklamedrucksachen, 
die mehr als 25 g wiegen, wenn irgend mög- 
lich, in zwei oder mehreren Paketen, von 
denen keines mehr als 225 g wiegt, nach Bri- 
tisch-Südwestafrika zu versenden. Erscheint 
dies nicht tunlich, so sollten schwerere Druck- 
sachen nur auf Wunsch gesandt oder es sollte 
den Empfängern mitgeteilt werden, daß der 
verauslagte Zoll vergütet wird, da andernfalls 
zu erwarten ist, daß die Annahme in den 
meisten Fällen verweigert werden wird. 

Mit Bezug auf Drucksachen, die Güter- 
sendungen beigepackt werden, wird darauf hin- 
gewiesen, daß es zweckmäßig ist, die Druck- 
sachen mit Angabe des Gewichts in den Rech- 
nungen aufzuführen, da sonst von den Zoll- 
behörden beim Vorfinden von nicht deklarierten 
Druchsachen in Warensendungen der Versuch 
einer Zollhinterziehung angenommen werden 
kann. 

Deutschlands Einfuhr nach Grote- 
brltannlen. 

Zu der englischen Handelsstatistik für 1904 
ist kürzlich ein Ergänzungshand erschienen, in 
dem u. a. zum ersten Mal dargestellt ist, wie- 
viel von der großbritannischon Einfuhr der ein- 
zelnen Ursprungsländer nach Abzug der Wieder- 



— Glasttchnlsches 197 



ausfuhr im Lande zurückgeblieben ist und mit- 
hin als für den einheimischen Verbrauch be- 
stimmt betrachtet werden kann. Nach dieser 
Quelle gingen aus Dentschlond im Jahre 1904 
in den Verbrauch Großbritanniens über an 
Elektrischen Apparaten für 6,1 Millionen Mark, 
außerdem au Wissenschaftlichen Instrumenten 
und Apparaten für 3,7 Millionen Mark. Der Ver- 
brauch an Glasapparaten ist nicht aufgeführt. 



Qlasteohnisohes. 

Zwei Manometer hoher Empfindlich- 
keit für geringe Drucke 
und eine Gaswnge. 

Von E. Grimsohl in Hamburg. 
Zeitechr.f. d. phy$ u. ehern. Unterr. IN* S.198. 1905. 

Das nachstehend [Fig. 1) abgebildete Mano- 
meter ist mit zwei Flüssigkeiten gefüllt, die 




Bich nicht mischen, nicht chemisch aufeinander 
einwirken und sich in der Dichte nur wenig 
unterscheiden. Die Trennungsfläche liegt, wie 
aus der Figur zu ersehon, im unteren Teile 
des bis zur Erweiterung längeren Schenkels 
und dient als Ablesungsmarko. Ist der Unter- 
schied der Dichte 0.1, beispielsweise öl und 
gefärbtes Wasser, so wird die Druckdifferenz 
Über beiden FlUssigkoitsoberflächen in den er- 
weiterten Teilen von der Trennungsfläche mit 
der zehnfachen Empfindlichkeit gegenüber den 
Angaben eines einfachen Wassermanometers 
angezeigt. Man hat es in der Hand, durch 
Wahl anderer Manometerflüssigkeiten, welche 
in der Dichte noch mehr sich einander nähern 
die Empfindlichkeit zu steigern. 



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198 



Glaatcchnischca. — BOchcnchau. 



D«otsch« 

Merhanlkvr-ZtR 



Eine wesentlich größere Empfindlichkeit 
zeigt das in (Fig. 2) abgebildete Modell, das in 
seiner Form an das Lippmannsche Kapillar» 
elektrometer erinnert. Der Apparat ist in der 
Verbindungsröhre und bis zur Mitte der kurzen 
weiten Schenkel mit gefärbtem Wasser gefüllt. 
Die den Druck anzeigende Marke wird von 
einer mäßig großen Luftblase gebildet, die 
ohne Schwierigkeit in die Mitte des horiontalen 
Rohrs sich bringen läßt. Man bringt durch 
Neigen die Füllung des einen Gefäßes 

teilweise in das andere und laßt dann wieder 
zurückfließen, wobei man Luft in das 

höher liegende Gefäß einbl&st; unter den so 
sich bildenden Blasen wählt man eine ge- 

eignete auB und entfernt die übrigen durch 
zweckmäßiges Neigen. Wirkt in einem der 

kurzen weiten Schenkel ein Überdruck, so wird 
die Luftblase um die Strecke rf * *) wandern, 

wenn D und d die Durchmesser der weiten 
8chenkel und des engen Verhiudutigsrohrs sind. 
Beträgt beispielsweise die Weite der ersten 
30 mm, die der Verbindungsröhre 3 mm, so 
entspricht 1 mm Wasserdruck dem Fortschreiten 
der Luftblase um'50 mm. 





Fig. 2 . 

Verfasser wendet nun das zuletzt he* 
schriebene Manometer zur Messung der Gas- 
dichte in sinnreicher Weise an und nennt 
diesen erweiterten Apparat eine Gaswage. 
Br versieht ein langes vertikales Druckrohr 
unten mit Dreiweghahn und schließt durch 
diesen Gasometer und Manometer an. Er laßt 
zunächst Gas durch die Röhre strömen und 
verbindet dann mit dem Manometer. 

Ist die Länge des Druckrohrs £ die Dichte 
der Luft s, die des zu bestimmenden Gases 
so ist der vom Manometer angezeigte Skaien- 
teil a = l (*—#,) D 2 /2d- f wenn, wie vorher an- 
genommen, D und d die Durchmesser der 
weiten Schenkel und des horizontalen Skalen- 
rohrs sind. 

Wählt man das Druckrohr Über dem Drei- 
wegbahn 2 m lang, so Ist l = 2000, und es 

*) Die Formeln sind vom Verfasser nicht 
Aufgestellt, sondern es ist nur je ein Zahlen- 
beiepiel mitgeteilt worden. 



wird a = 100 000 (#—#,), wenn man D = 30 und 
d = 3 mm annimmt. 

Man beobachtet also die Dichtedifferenz 
mittels des Manometers so, daß I mm Ver- 
schiebung der Indexblase der Einheit der 
fünften Dezimale entspricht. Die Dichte der Luft 
zu 0,00129 angenommen, würde WasserstofTgas 
mit der Dichte 0,00009 durch 120 mm Ver- 
schiebung gemessen worden. 

Verfasser erwähnt noch, daß, wenn das 
Druckrohr mit geeigneter Heizoinrichtung um- 
geben wird, auch Dampfdichten mit dieser 
Gaswage bestimmt werden können. J. 

Schlauchechutz aus künstlichem Rofc- 
haar. 

D. R. G. M. Nr. 261 332. 

Die Firma C. Desaga in Heidelberg bringt 
unter der Bezeichnung „Sorpentinette* einst i- 
sehe SchlauchUberzüge in den Handel, die als 
Ersatz für die zur Verhinderung des Umknickena 
meist verwendeten Metallspiralen dienen sollen. 
Die neuen Schlauchüberzüge sind aus starkem 
künstlichen Roßhaar, das aus kolloidaler Zellu- 
lose gewonnen wird, hergeatellt und gegen die 
Labor&toriumsluft widerstandsfähig. Auch kön- 
nen sie Feuchtigkeit vertragen und gewinnen 
nach dem Trocknen ihre alte Elastizität wieder. 

Wb 



Büchersohaii. 

C. Fricdheim, Leitfaden für die quantitative 
chemische Analyse unter Berücksichtigung 
von Maßanalyse, Gasanalyse, Elektrolyse. 
6. gänzlich umgearb. Aufl. von C. F. R am- 
meisberg« Leitfaden für die quantitative 
Analyse. (Der IJmarbeitg. 2. Aufl.) XVI, 
8°. 648 8. mit 40 Fig. u. 2 Tab. Berlin, 
C. Habel 1905. Geb. in Leinw. 14,00 M 

G. Eichhorn, Entwicklungsgang der draht- 
losen Telegraphie. Lex.*8°. 26 S. mit 20 Illu- 
strationen (Nr. 59 der Sammlung populärer 
Schriften, hrsg. v. der Gesellschaft Urania.) 
Berlin, H. Paetel 1904. 1,00 M. 

K. Weidlich, Wann und warum sehen wir 
Farben? Ein Beitrag zur Farbenlehre. Lex. -8°. 
44 S. mit Fig. Leipzig, J. J. Weber 
1904. 2,00 M. 

E. Glinzer, Otto Jessen. Lebensbild des am 
28. März 1904 verstorbenen Direktors der 
I. Hund werkerschule zu Berlin. gr.-8°. 32 S. 
mit 2 eingedruckten Bildnissen. Leipzig, 
Seemann & Co. 1904. 0,80 M 

R. Vafer, Dampf und Dampfmaschine. 8°. 
VI, 138 S. mit 44 Abbildgn. 1905. 



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H*fl 20. 

lä. Oktober wo«. 



Patentschau. 



IflO 



Patentechau. 

Vorrichtung zum Dämpfen der Bewegungen des Quecksilbers in Apparaten bei 
Kursoren Erschütterungen, bestehend in der gleichzeitigen Bedeckung des Quecksilbers mit 
einem oder mehreren, die Oberfläche fast ganz bedeckenden Schwimmern, sowie einer die Wan- 
dungen benetzenden Flüssigkeit, so daß in dem engen Kaum zwischen den Wandungen des 
Schwimmers und des Behälters eine widerstandsfähige, flüssigo Schicht gebildet ist, welche sich 
dem Durchtritt des Quecksilbers unter der 8toßwirkung widersetzt. J. H. Johnston in 
Paris. 3. 9. 1903. Nr. 160 017. Kl. 42. 

Vorrichtung zur Fern Übertragung von Zeigerstellungen mittels mehrerer Selen- 
zellen, die durch einen Ausschnitt einer mit dem Zeiger beweglichen Blende eine wechselnde 
Belichtung orfahren, dadurch gekennzeichnet, daß die Selenzellen über abgestufte Widerstünde 
parallel zueinander in den Stromkreis einer Stromquelle konstanter Spannung eingeschaltet 
sind, derart, daß bis bei der Belichtung Ströme verschiedener Stärke durchlassen, welche einem 
als Empfänger dienenden Galvanometer eine entsprechende Einstellung erteilen. F. Lux jun. 
in Ludwigshafen a. Rh. 7. 6. 1901. Nr. 160 097. Kl. 74. 

Verfahren zur Herstellung von Barometern und Thermometern mit gemeinsamem 
Vakuumraum, dadurch gekennzeichnet, daß beide an einem Ende ineinander übergehende Rohre 
in umgekehrter Lage durch das eine Rohr hindurch mit Quecksilber gefüllt werden, dann ein 
Eisenkern in das Barometer eingeführt und dieser durch Zugabe weiteren Quecksilbers bis zur 
Verbindungsstelle der beiden Rohre geführt wird, wobei der Überschuß an Quecksilber dureh 
das Thermometerrohr abfließt, worauf dann die Kugel des Thermometers verschlossen und das 
Instrument aufrecht gestellt wird, so daß die beiden Quecksilbersäulen sich an der Verbindungs- 
stelle teilen und der Eisenkern, ein wenig von Quecksilber bedeckt, nahe an der Oberfläche der 
Quecksilbersäule in dem Barometerrohr schwimmt. W. K. L. Dickson in London. 24. 5. 1903. 
Nr. 159 591. Kl. 42. 

kesonanzmeßgerät für VmlAufgegchwindigkeiten, dessen Resonanzkörper in einer 
der zu messenden Geschwindigkeit entsprechenden Aufeinanderfolge magnetische Anstöße er- 
halten, dadurch gekennzeichnet, daß die magnetischen Stöße durch Drehen eines sternförmigen 
Eisenankers im Streufelde permanenter Magnete bezw. durch Drehen der Magnete oder deren 
Polansätze hervorgebracht werden. Uartmann & Braun in Frankfurt a. M. 15. 7. 1904. 
Nr. 161 859. Kl. 42. 

Magnetprüfer, dadurch gekennzeichnet, daß ein Wechselstrom- oder Gleichstrom- 
Meßinstrument in Verbindung gebracht wird mit einem für die Entnahme von Wechsel- oder 
Gleichstrom eingerichteten Anker beliebiger Art (Ringanker, Trommelanker, Doppel-T-Anker 
u. s. w.), der zwischen den Polen der zu prüfenden Magnete oder zwischen eisernen, für die An- 
bringung der zu prüfenden MAgnete eingerichteten Polschuhen gedreht werden kann und der 
entweder allein oder in Verbindung mit einem Zusatzapparat, z. B. mit einer Drosselspule, eine 
so große Selbstinduktion besitzt, daß nach Überschreitung einer gewissen Umdrehungsgeschwin- 
digkeit unter Einwirkung des zu prüfenden Magneten ein von weiterer Geschwindigkeitszunahme 
unabhängiger konstanter Strom entsteht, zu dem Zwecke, in der Ablenkung des Meßinstruments 
ein Maß für die Kraftlinienzahl zu erhalten, die der zu prüfende Magnet ln den Ankerkreiseu 
erzeugt. R. Krüger in Berlin. 11. 12. 1904. Nr. 162 067. Kl. 12. 

Verfahren zum Aufbau der Sekundärspulen von Funkeninduktoren oder Trans- 
formatoren, gekennzeichnet durch die Verwendung einzelner Elemente, deren jedes aus einer 
mit vorspringendem Band versehenen Isolationescheibe und zwei gegeneinander isoliert darauf 
gewickelten Drahtscheiben besteht, derart, daß beim Zusammenlegen mehrerer Elemente der 
vorspringende Flansch des vorhergehenden in die Höhlung des folgenden hineinpaßt, eo daß 
durch den Aufbau ein Gebilde entsteht, das gegen seitliche Verschiebung gesichert ist. H. Boas 
in Berlin. 3.1.1905. Nr. 162116. Kl. 21. 



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200 



Patentliste. 

Bia zum 28. September 1906. 

Klaeae: Anmeldungen. 

21. A. 11 896. Registrierende* Kapillarelektro- 
meter. J. T. Armstrong u. A. Orling, 
London. 23. 3. 05. 

B. 42 600. Verfahren und Einrichtung zur 
Messung elektrischer Ströme durch Elektro- 
lyse. Cb. 0. Bastian u. G. Calvert, 
London. 22. 3. 06. 

C. 14114. Anordnung zum Schutz der Magnete 
elektrischer Gleichstrommeßapparate gegen 
Kurzschluß. Cie. p. la Fahr. d. Comp* 
teurs et Matdriel d'Usincs ä Gaz, Paris. 
25. 11. 06. 

F. 20 053. Verfahren zum Betrieb von Rönt- 
genröhren mit hochgespanntem Wechsel- 
strom. M. Levy, Berlin. 10. 4. 05. 

K. 31 098. Verfahren zur elektrischen Fern* 
Übertragung von Bildern und graphischen 
Darstellungen, bei welcher Selenzellen im 
Geber verwendet werden. A. Korn, Mün- 
chen. 11. 1. 06. 

S. 22 689. Wattstundenzahler. H. Seidel, 
Wien. 26. 4. 06. 

39. C. 13 700. Metallisch elastischer Stoff, be- 
stehend aus der innigen Vereinigung von 
Kautschuk und feinen MetatlspAnen. J. P. 
Crane, Chicago. 13. 6. 05. 

42. G. 21715. Vorrichtung zur unmittelbaren 
Darstellung der Verdrehung von Wellen auf 
elektrischem Wege. L. Gümbel, Bremen. 
12. 8. 06. 

H. 37 670. Selenphotometer. L. Haub, Mainz. 
19. 4. 06. 

M. 27 745. Registrierkompaß. E. J. M. L. 
Mo iss oii, Paris. 24. 6. 05. 

Sch. 23 995. Einrichtung zur Messung von 
Druckunterschieden zwecks Bestimmung der 
Geschwindigkeit von 8chiffen und strömen- 
dem Wasser, des Druckes von Gasen oder 
Flüssigkeiten u. s. w. mittels der Durch 
biegung von Membranen. G. A. Schultze, 
Charlotteuburg, u. A. Koepael, Charlotten- 
burg. 28. 6. 05. 

W. 24 592. Projektionsapparat mit einer Gas- 
glühlichtlarope, deren Strahlen, ohne durch 
einen Kondensator gesammelt zu werden, 
direkt auf das Projektionsbild fallen. A. 
Wünsche, Leipzig. 16. 10. 05. 

W. 25 630. Schreibvorrichtung für registrie- 
rende Meßinstrumente. A. Wagner, Lang- 
fuhr b. Danzig. 23. 4. 06. 

Erteilungen. 

21. Nr. 176 836. Elektrisches Meßinstrument, 
bei welchem der Stand einer unter dem Ein- 
fluß eines magnetischen Feldes und des zu 



Deotache 
Mechanik er-Zt«. 

messenden Stromes bewegten Flüssigkeit»- 
sftule das Maß angibt. Allg. Elektrizitä ts- 
gesellschaft, Berlin. 30. 3. 06. 

Nr. 176 843. Elektrisches Meßinstrument nach 
Art eines MotorelektrizitätazAhlors. Th. W. 
Varley, New-York. 19. 10. 05. 

Nr. 176 847. Einrichtung an Vakuumglasge- 
faßen mit 8tromeinführungsdrAhton zur Ent- 
lastung dieser Drahte von mechanischer 
Beanspruchung. Schott & Gen., Jena. 
7. 11. 05. 

Nr. 177 257. Optische Spannungs- und Iso- 
latiousanzeigevorrichtung. M. Kali mann, 
Berlin 24. 1. 06. 

Nr. 177 258. Verfahren zur Herstellung einer 
Isolation uuf metallischen Leitern. E. Her- 
noaud, Meißen. 5. 12. 03. 

32. Nr. 170 509 Glasblasemaschine. E Kögl er 
u. G. Hegenbart, Außig (Elbe), Böhm. 
12 6. 05 

Nr. 176 512. Verfahren, metallene Zubehör- 
teile auf Quarzglasgegenständen zu be- 
festigen. J. F Bottomley, Wallsend-on- 
Tyne, u. A. Paget, North Cray, Kent, Engl. 
13. 9. 05. 

Nr. 176 959. Maschine zur selbsttätigen Her- 
stellung von Glashohlkörpern. The Toledo 
Glass Cy.. Toledo, Ohio. V. St. A. 1. 7. 06. 

Nr. 177 180. Abstich an Wannenöfen zum 
Schmelzen von Glas und Ähnlich schmelz- 
baren Stoffen. C. Reim, Odessa. 30. 6. 05. 

42. Nr. 176 531. Vorrichtung zum fortlaufenden 
Aufzeichnen von Kurven, die nur allmfthlich 
ihre Richtung Andern, insbesondere von 
Kompaßbewegungen. W. Ch. Forbes, Mel- 
bourne, Austr. 3. 3. 05. 

Nr. 176 532. Schreibvorrichtung für Registrier- 
zwecke. Hartman n & Braun, Frankfurt 
a. M.-Bockenheim. 15. 4. 05. 

Nr. 176 764. Vorrichtung zur Bestimmung der 
Himmelsrichtungen als Kompaßersati. .1. J. 
T. Chabot, Degerloch, Württ. 14. 2. 04. 

Nr. 177 065. Verfahren und Vorrichtung zur 
Messung von Lichtstärken mit Hilfe einer 
Selenzelle. K. Hoecken, Darmstadt. 23. 3. 06. 

Nr. 177 230. Festigkeitaprüfor, insbesondere 
zur Prüfung von Papier, mit einem an einem 
Ende des eingespannten Probestücks wirk- 
samen Fi Ussigkeitsbeh Alter. W. Meyer, 

Düsseldorf. 10. 10. 05. 



Druckfehlerberichtigung. 

Io dem Artikel C. Reichel, Rinspann- 
futter für die Drehbank, muß es auf S. 17-t, 
Z. 28 statt Anbohrungen heißen: Andre- 
hungen. 



Patentliate. — Druckfehlerberichtigung. 



Für die Redaktion verantwortlich: A. Blaschke in Berlin W. 

Verla« von J alias Springer ln Berlin N. — Druck von Emil Dreyer ln Berlin SW. 



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Deutsche Mechaniker-Zeitung. 

Beiblatt zur Zeitschrift für Instrumentenkunde 

nnd 

Organ für die gesamte Glaainstrumenten- Industrie. 
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik. 

Redaktion: A. Blaschke, Berlin W30, An der Apostelkirche 5. 

Heft 21. 1. November. 1906. 

Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion gestattet. 



Spektrograph. 

Von Dr K. 8log-l in Innsbruck. 

Ein großer Teil der modernen Probleme der Spektralanalyse beschäftigt sich 
mit den Veränderungen, welche an den Spektrallinien eines leuchtenden Gases oder 
Dampfes auftroten bei Änderung von Druck und Temperatur oder unter dem Einflüsse 
elektrischer und magnetischer Kräfte. Diese verschiedenen Effekte (Dopplereffekt, 
Zeemaneffekt u. a.) lassen sich am genauesten auf photographischem Wege studieren, 
wozu allerdings ein Spektrograph mit großer Dispersion und Lichtstärke erforderlich ist. 
Zur Untersuchung von Fluoreszenz Spektren, Flammenspektren der Alkalien u. dgl. ist 
oft eine besonders große Empfindlichkeit im grünen Teil des Spektrums erwünscht. 
Diese Bedingungen erfüllt der von mir konstruierte Spektrograph. Derselbe besitzt 
zwei Prismen aus ThalliumUint, dem schwersten Jenaer Normalglase, mit den Brechungs- 
winkeln von je 60°. Die optischen Konstanten der Prismen sind: Brechungsexponent 
für die 9-Lisie rin = 1,80-19, der Einfallswinkel 17 , — 2f>,4, Variation von n C — F = 0,03108, 
C — D — 0,00884, D — F =• 0,02284. Die Prismen stehen für F im Minimum der 
Ablenkung. Das Kollimatorobjektiv hat eine Brennweite von 20 cm und besteht 
aus einem sphärisch und chromatisch genau korrigierten System von drei Linsen. Das 
Kameraobjektiv ist ebenso wie die Prismen aus ThalliumUint gearbeitet, wodurch man 
erreicht, daß das Spektrum ln einer zur Mittelrichtung des Strahlenfächers geneigten 
Ebene erscheint, und so die Verwendung von gekrümmten Films vermeidet ‘). Der 
Spektrograph besitzt zwei Kameraobjektive von 25 und 50 cm Brennweite, welche sich 
einzeln und zusammen verwenden lassen. Diese Einrichtung bietet den Vorteil, daß 
man mit dem Apparate drei verschiedene Dispersionen und Lichtstärken herstellen kann. 
Die Maximaldispersion von A~ L beträgt 15 cm. Ersetzt man die photographische 
Kassette durch ein Mikroskop mit .Mikrometerteilung, so läßt sich der Apparat auch für 
visuelle Beobachtungen, z. B. zur Bestimmung der Verbreiterung von SpektralUnlen, 
sehr gut verwenden. Wegen seiner großen Lichtstärke eignet sich dieser Spektrograph 
zur spektralanalytischen Untersuchung lichtschwacher Objekte, ferner wegen der großen 
Empfindlichkeit im Grün zum Studium des Polarlichtes u. dgl. Er ist zu diesem letzteren 
Zwecke leicht zerlegbar und in dem zwischen Kameraobjekt und Kassette befindlichen 
Teile mit einem Auszuge versehen, welcher zusammengeschoben sehr wenig Platz be- 
ansprucht. Dadurch läßt sich der ganze Apparat in einem leicht transportablen Kasten 
mit Handgriff unterbringen, was ihn zu einem praktischen Reiseinstrument macht. Die 
Herstellung des Spektrographen hat die Firma Spindler & Hoyer in Göttingen über- 
nommen, welche ihn mit vorzüglicher Optik ausstattet, Verfasser hat denselben im 
Institute des Hrn. Geheimrat Riecke in Göttingen konstruiert, welcher in zuvorkom- 
mendster Weise die dazu nötigen Hilfsmittel zur Verfügung stellte. Ferner hat 
Hr. Prof J. Stark dem Verfasser bei seinen spektralanalytischen Arbeiten viele prak- 
tische Winke und Ratschläge erteilt. Beiden Herren sei an dieser Stelle für ihre 
Liebenswürdigkeit der wärmste Dank ausgesprochen. 

Innsbruck, im Juni 1906. 

') J. Hartmann, Über ein neues Kamer.objektiv fttr Spektrographen. Zcitsehr. f. 
Instrkde. 24. S. 257. 1»04. 



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202 



Vereint- u. Pertonenntchrichten. 



Kleinere Mltteilunfen. 



Deutsche 

Mechenlker-ZlfC 



Vereins- und Personen- 
nachrichten. 



Anmeldung zur Aufnahme in den 
Hptv. der D. G. f. M. u. 0.: 

Hr. Dr. Max Pauly; Wissenschaft- 
licher Mitarbeiter bei Carl Zeiß; Jena, 
Botzstr. 9. 

Dr. A. Broslnsky ist zum Kegierungs- 
rat und Mitglied der Kais. Normal-Kichungs- 
Kommiaaion ernannt worden. 

Die Firma W. A. Hlrschmann in Berlin 
hat auf der Mailänder Weltausstellung für 
die in der Abteilung des Preußischen Kriegs- 
ministeriums und des Deutschen Roten 
Kreuzes ausgestellten Köntgenapparate und 
Hilfsutensilien den Qrand Prix erhalten. 

Am 22. August d. J. starb im Alter von 
47 Jahren Carl Reinhertz» Prof, der Geodäsie 
an der Technischen Hochschule Hannover. 
Reinhertz, ein Schüler von Helmert, habi- 
litierte sich 1888 in Bonn, wurde von dort 1892 
nach Poppeldorf und von da 1899 als Nach- 
folger von W. Jordan nach Hannover berufen. 
Reinhertz Arbeiten befaßten sich besonders 
mit Untersuchungen von Instrumenten und 
Meßverfahren (vgl. u. a. ZeiUchr. f. In*lrkde. 7 . 
8. 163, 189 u. 402 . 1887; 10. S. 309 «. 347. 
1890): Reinhertz war außerdem seit seiner 
Übersiedelung nach Hannover Redakteur der 
Zeitschrift fdr Vermessungswesen. 

Habilitiert: Dr. H. Happel an der Uni- 
versität Tübingen für physikalische Chemie; 
Dr. F. Ilcnle in Straßburg und Dr. W. Prandtl 
in München für Chemie; Dr. M. Koch an der 
Universität Wien für org. Chemie. 

Ernannt: Prof. Dr. 11* Rubens zum o. Prof, 
der Physik an der Universität Berlin als Nach- 
folger von P. Drude; Prof. Dr. M. Le Blanc 
zum o. Prof, an der Universität Leipzig als 
Nachfolger von Prof. Dr. W. Ostwald; Prof. 
Dr. M. Bodenstein in Leipzig zum Nachfolger 
von Prof. Dr. Jahn als Abteilungsvorsteher am 
Phys.-Ühem. Institut in Berlin; Dr. A. Sommer- 
feld, Prof, an der Technischen Hochschule in 
Aachen, zum o. Prof, der theoretischen Physik 
in München; Privatdozent Dr. Th. Goillewski 
zum ao. Prof, für allgem. u. techn. Physik an 
der Technischen Hochschule in Lemberg; Prof. 
R. Gcigel an der forstl. Hochschule zu Aschafleu- 
burg zum o. Prof, der Physik u. Geodäsie; Dr. 
J. T. Rood zum Professor dor Mathematik und 



Physik am Ursinus College, Collegoville Pa.; 
Dr. R. Rosemann, ao. Prof, der Chemie an 
der Universität Münster i. W., zum o. Prof.; 
Prof. A. Pictot zum Prof, der Chemie an der 
Universität Genf; Dr. W. Koch zum Prof, 
der physikalischen Chemie an der Universität 
Chicago; Privatdozent der Chemie Dr. A. 
Windaus in Freiburg i. B. zum ao. Prof.; 
Prof. l)r. F. llabcr in Karlsruhe zum o. Prof, 
für physikalische Elektrochemie an der dortigen 
Technischen Hochschule; Dr. Kunckell, Privat- 
dozent für Chemie an der Universität Rostock, 
zum Prof.; Prof. Dr. E. Anding, München, zum 
Direktor der Sternwarte in Gotha; Prof. Dr. 
J. Stein S. J. in Katwyk zum Observator au 
der vatikanischen Sternwarte in Rom; Privat- 
dozent I)r. E. Großmann in Kiel zum Ob- 
servator für Erdmessung bei der Akademie 
der Wissenschaften in München; der Prof, der 
medizinischen Chemie I)r. E. Ludwig in Wien 
zum wirklichen, und der ao. Prof für Chemie 
Dr. J. Herzig in Wien, zum korrespondierenden 
Mitglied der Kais. Akadomie der Wissenschaften. 

Verstorben: Prof. G. A. Rayet, Direktor 
der Sternwarte Bordeaux -Floirac u. Prof, der 
physikalischen Astronomie an der Universität 
Bordeaux; Dr. E. A. Kehrer, ao. Prof, der 
analytischen Chemie au der Technischen Hoch- 
schule in Stuttgart; Dr. E. Lauber, Chemiker 
in Leipzig; Prof. Dr. II. Jahn, Prof, der Chemie 
und Abteilungsvorsteher am Physikalisch-Che- 
mischen Institut der Universität Berlin; J. F. 
Bessert, Astronom der Sternwarte in Paris; 
Hofrat Dr. L. Boltzmann, Prof, der mathemat. 
Physik au der Universität Wien. 



Kleinere Mitteilungen. 

Der Unlverealzlrkel von Pllaatneek. 

Von A. Buchholtz in Riga. 

Der Pilsatoeeksche Universalzirkel ist 
in erater Linie zum gleichzeitigen Aufträgen 
der Abszissen und Ordinaten eines recht- 
winkligen Koordinatensystems bestimmt. Wie 
aus nebenstehenden Figuren ersichtlich, stellt 
das Instrument einen dreischenkligen Zirkel 
vor, dessen Schenkel sich in zwei zuein- 
ander senkrecht stehenden Ebenen bewegen 
und dessen drei Spitzen A, B und C bei 
jeder beliebigen Lage der Schenkel ein bei 
A rechtwinkliges Dreieck bilden. Letzteres 
wird dadurch erreicht, daß der Schenkel C 
entsprechend seiner Ablenkung derartig ver- 
lflngerbar ist, daß seine Lflnge in jeglicher 
Lage der Hypotenuse eines rechtwinkligen 
Dreiecks entspricht, dessen konstante Ka- 
thete der Schenkel A bildet. Zu diesem 



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H*n 21. 

1. Notnmbfr 190«. 



203 



Klaioar* Mitteilungen. 



Zweck ist der verlängerbare Schenkel als 
zylindrische Büchse konstruiert, welche einer 
Stange F als Führung dient, deren unteres 
linde als Zirkelspitze ausgebildet ist, wah- 
rend das obere mittels einer Spiralfeder 
S mit einem an der Stange befestigten 
Stift P gegen einen am Schenkel A ange- 
brachten Arm D von bestimmter Form ge- 
drückt wird. Dieser Arm ist außerdem mit 
einer Langen- und Winkelmeßskala versehen. 
Das Instrument dient, wie bereits bemerkt, 
hauptsächlich zum Aufträgen von orthogo- 
nalen Koordinaten, doch ermöglicht seine 
Konstruktion auch noch die schnelle und 
bequeme Lösung folgender Aufgaben: 1) Zie- 
hen von geraden Linien, 2) Errichten und 
Fällen von Perpendikeln, 3) Konstruieren 
von Winkeln beliebiger Größe, 4) Beschrei- 
ben von Kreisen, 6) Messen von geraden 




Linien. Um eine Gerade zwischen 2 Punkten 
zu ziehen, stellt man den Zirkel so auf, 
daß seine Spitzen A und B sich in den 
betreffenden Punkten befinden, während der 
ein wenig abgeschobene dritte Schenkel C 
zur Fixierung des Instruments in dieser Lage 
dient. Durch Heranschieben der mit einem 
Blei- resp. Kreidestift versehenen Spitze B 
an die Spitze A erhält man die gewünschte 
Linie ohne Zuhilfenahme eines Lineals. 
Wenn man eine Senkrechte auf einer Linie 
zu errichten bat, so stelle man A und C 
auf diese Linie, und zwar die Spitze .4 in 
den Punkt, durch welchen die Senkrechte 
geben soll; dann ist diese Aufgabe augen- 
scheinlich auf die vorhergehende zurück- 



geftthrt. Zum Konstruieren von Winkeln 
bringt man zunächst die auf dem Gelenke 
des Schenkels B befindlichen Striche R 
durch Drehen dieses Schenkels zum Ein- 
spielen. Hierauf stellt man den verlänger- 
baren Schenkel C nach der auf dem Arm 
D befindlichen Winkelskala auf die ent- 
sprechende Teilung ein, wobei man den 
gewünschten Winkel zwischen den Zirkel- 
spitzen, und zwar bei B, erhält. Winkel 
bis 50° zeichnet man direkt, alle übrigen 
als Ergänzungswinkel. Zum Beschreiben 
von Kreisen lassen sich bei zugeklapptem 
Schenkel C die beiden anderen Schenkel 
wie jeder andere Zirkel benutzen. Zum 
Messen von Geraden befindet eich auf dem 
Arm D eine Skala, deren Teilung den Ab- 
stand der Spitzen A und C in Centimeter 
angibt. 




Der Erfinder führt sein Instrument in 
zwei Modellen aus: einem großen, dessen 
Schenkel aus Holz bestehen und das für 
den Gebrauch an Wandtafeln bestimmt ist, 
und einem kleinen aus Metall für den Ge- 
brauch auf Papier. Beide Modelle sind so 
eingerichtet, daß die Spitze B bei Bedarf 
mit einem Kreide- resp. Bleistift versehen 
werden kann. 

Der Zirkel ist in Deutschland unter 
Nr. 169 757 patentiert, außerdem auch in 
den Vereinigten Staaten und der Schweiz; 
er ist zu beziehen von dem Erfinder 
J. Pilsatneek, Riga, Gr. Newastraße 9. 



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204 

Neuere Blechscheren. 

D.R. G.M. 236 244. 

Mitgeteilt von W. Klußmann in Charlotten- 
burg. 

Da der Körper der Hebelscheren in der 
Regel aus Grauguß hergegtellt wird, ist es 
notwendig, um dieselben gegen Bruch bei 
zu starker Beanspruchung zu sichern, den 
Körper möglichst massiv zu machen; da- 
durch werden die Scheren sehr Bchwer 
und sind mithin nicht gut transportabel. 

Die Schraubstockfabrik und Gesenk- 
schmiederei von Kerd. Peddinghaus in 
Gevelsberg (Westfalen) stellt nebenstehende 
Ausführungsart der Scheren her, die ver- 
schiedene Vorteile haben. Fig. 1 zeigt eine 
Schere, deren Körper im Gesenk ge- 
schmiedet ist. Als Material wird bestes 
Schmiedeeisen Verwendet, so daß dadurch 
das Gewicht wesentlich vermindert werden 
konnte, ohne die Leistungsfähigkeit und 
Haltbarkeit zu beeinträchtigen. Das Ge- 
samtgewicht betrögt etwa 6 leg bei 120 mm 




Messeriönge; die Schere kann also bequem 
außerhalb der Werkstatt auf Montage mit- 
genommen werden. Da die Schneide des 
ObermesserB nicht geradlinig, sondern ge- 
bogen ist, wird ein ziehender Schnitt bei 
günstigem Schnittwinkei erzielt, wodurch 
sich die Leistungsfähigkeit der Schere 
wesentlich erhöht; auch ist dadurch die 
Möglichkeit gegeben, Kurven zu schneiden. 
Ferner ist in die Führungsbacke des Ober- 
messers ein gehärteter Gußstahlring ein- 
gesetzt, durch welchen rundes oder kan- 
tiges Material geschoben und mit dem fayo- 
nierten Obermesser abgeschnitten werden 
kann. Bei Verwendung eines Stellmaßes 
können Drähte und Bleche auf bestimmte 
Länge geschnitten werden. I)as_ Unter- 



Deutsche 
Mech&nlker-Ztf 

messer ist nachstellbar, damit die Schneiden 
steta dicht Zusammenarbeiten, um gratfreie 
Schnittflächen zu liefern. Die Hebelüber- 
eetzung int eine äußerst günstige. Die 
Schere kann sowohl in den Schraubstock 
gespannt als auch in einen Holzklotz ge- 
trieben oder in den Ambos gesteckt werden 
In der Ausführung von Fig. 2 läßt 
sich die Schere auch auf einem Block 
oder Tisch festschrauben. Der Körper be- 
steht aus schmiedbarem Temperstahlguß. 
Modell 1 und 2 sind für Blech bis 4 mm 
und Draht bis 9 mm bestimmt. Ein drittes 
Modell ist ebenso wie Fig. 2 ausgeführt, 
nur ist es wesentlich stärker gehalten und 
kann für Blech bis 5 mm oder Draht bis 
13 mm gebraucht werden. Die Scheren 
werden entweder mit festem oder mit ab- 
nehmbarem Hebel, so daß sie für’ den Trans- 
port besser geeignet sind, hergestellt. 

Die Preise der Modelle 1 und 2 nur für 
Blech betragen 25 3/, für Blech und Draht 
27,50 M, für das Modell 3 42 bezw. 45 3/; 
für abnehmbaren Hebel werden 3 3/, für 
Stellmaß 2 M berechnet; ein Paar Ersatz- 
messer kostet 9 bezw. 10 M. 

Neues Stativ zu Handspektroskopen 

der Firma Carl Zeiß in Jena. 

Von F. Löwe. 

Phoiogr. Chronik 13. S. 380. 1906. 

Das nachstehend abgebildete liandspektro- 
ekop ist so kontruiert. daß Reagenzgläser da- 
vor angebracht werden können parallel dem 
senkrecht gestellten 
Spalte des Spektro- 
skopes. Die metallene 
Tischplatte T , welche 
von dem hölzernen 
GrifT G getragen wird, 
ist sowohl mit dem 
Spektroskop wie mit 
dem Reagenzglas in 
feste Verbindung ge- 
bracht . Durch das 

Winkelstück TT drückt 
man das Spektroskop 
in seiu mit Kork ausge- 
kleidetes Lager, stellt 
den Spalt senkrecht 
und zieht dann die 
Klemmschraube K fest 
an, während das Re- 
agenzglas von oben 
oder von der Seite her 
ln seinem Halter U 
geschoben und hiervon 
der Feder F fe*» 1 ' 
gehalten wird. D© r 



Kleinere Mitteilungen. 




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H«n st. 

I. .Vov«n>bw HK* 



Kleiner« Mitteilungen 



20j 



Rengenzglashalter kann auch kleine Kü- 
vetten, Farbgläser oder Emulsionsfarbfilter 
in eich aufnehmen. Der Reflektor S, der von 
einem SilberBpiegel, einer Milchglasscheibe 
oder einem Kartonblatt gebildet wird, soll dos 
Vergleichsprisma beleuchten, falls das Spektro 
skop ein solches besitzt. Hat es dagegen eine 
Wellenlängenskale, so wird diese von der Licht- 
quelle direkt beleuchtet Bei Benutzung einer 
künstlichen Lichtquelle bringt man diese in 
die Verengerung der Bpektroakopachse. Wenn 
man aber mit Tageslicht arbeitet, zieht mau 
den Handgriff von der SAule des Stative ab 
und beobachtet gegen den hellen Himmel. 

Mk 



Schnellfixiersalz der Aktien - Gesell- 
schaft für Anilinfabrikation 
in Berlin. 

* Agfa“ -Schnellfixiersalz fixiert in erster Linie 
bedeutend schneller als alle seither bekannten 
Fixiermittel, nAchstdem aber wird bei fort- 
schreitender Ausnützung des Bades seine Wirk- 
samkeit nur wenig verlangsamt. Man braucht 
z. B. hei frischen BAderu mit Schnellflxieranl/ 
nur die Hfilfte, boi ausgenutzten Bädern gegen 
das Ende ihrer Wirksamkeit nur noch etwa ein 
Viertel der Fixierdauer, die ein gleich stark be- 
nutztes Hyposulfitbad 1:4 Wasser erfordert. Es 
sind Büchsen für 400, 1000 und 2000 ccm so- 
wie Glasröhren für 100 cctn Schnellfixierbad im 
Handel. „Agfa“* Schnellfixiersalz ergibt ein 
saures Schnellfixierbad. Das PrAparat ist zum 
D. R. P. angemeldet. 



Lehrverh&ltnls zwischen Vater und 
Sohn* 

Ein Urteil von weittragondor Bedeutung 
hat das Oberlandesgericht in Breslau am 
20. April d. J. gefallt. Der Angeklagte hatte 
keinen ordnungsmäßigen schriftlichen Lehrver- 
trag mit seinem Bohne abgeschlossen; er war 
daher der Übertretung des § 150. 4 a R. G. O. 
für schuldig befunden worden. In den Gründen 
heißt es: Die Revision der Königl. Staatsan- 
waltschaft ist für begründet zu erachten. § 126 b 
der R. G. O. bestimmt, daß der Lehrvertrag 
binnen 4 Wochen • nach Beginn der Lehre 
schriftlich abzuschließen ist. Wie die Motive 
dieser Vorschrift ergeben, sollte das Erforder- 
nis der Schriftlichkeit dazu dienen, um in 
allen FAllen die aus dem Lehrvertrage dem 
Lehrherrn erwachsende Verpflichtung und Ver- 
antwortlichkeit schArfer zu bestimmen. Eine 
Ausnahme für das LehrverhAltnie zwischen 
Vater und Sohn ist nicht gemacht. Notwendige 
Voraussetzung für die Anwendung der ge- 



dachten Vorschrift ist es selbstverständlich, 
daß von den Beteiligten die Begründung eines 
LehrverhAitnisaes im gewerblichen Sinne wirk- 
lich gewollt ist. Von einem solchen Lehrver- 
hältnis kann nicht die Rede sein, wenn der 
Vater das Kind nur aushilfsweise in seinem 
Gewerbe beschäftigt, ohne daß die Absicht 
vorliegt, das Kind als Lehrling in dem Hand- 
werke dauernd zu beschäftigen und auazu- 
bilden. So liegt aber der Fall hier nicht. 
Denn nach den von der Strafkammer ge- 
troffenen Feststellungen will der Angeklagte 
seinen Sohn als gewerblichen Lehrling be- 
handelt wissen, er hat ihn als solchen zur 
Lehrlingsrolle der Innung augemeldet uud mit 
ihm sogar einen schriftlichen Lehrvertrag ab- 
geschlossen, der allerdings wegen der Vor- 
schrift der §§ 107 >), 181 3 ) B. G. B. der Rechts- 
gültigkeit entbehrt. Ein solches Verhältnis 
ist, wie schon das Oberlandesgericht Naumburg 
in dem Urteil vom 15. November 1902 zu- 
treffend angenommen hat, nicht lediglich an- 
zuseheu als eine fortgesetzte Ausübung der 
elterlichen Gewalt und der durch sie ge- 
gebenen Befugnis, den Sohn zu erziehen, zu 
beaufsichtigen und seinen Aufenthalt zu be- 
stimmen. (§ 1631 B. G. B.) Diese Befugnisse 
geben zwar dem Vater das Recht zu be- 
stimmen, ob und welchen Beruf sein Sohn 
ergreifen soll, und ob er eventuell die Aus- 
bildung einem Dritten Übertragen will. Aber 
innerhalb des gewählten Berufes kann der 
Vater nicht durch seine elterliche Gewalt die 
Anwendung der gesetzlichen Bestimmungen 
ausschließen. Was von anderen gegen diese 
Auffassung angeführt wird, Ist nicht über- 
zeugend. Hätte das Gesetz für den Hand- 
werker, der seinen Sohn als Lehrling annimmt, 
eino Ausnahmo von dem Erfordernis des 
schriftlichen Lehrvertrags aufstellen wollen, so 
hätte cs dies zum Ausdruck bringen müssen. 
Das Gesetz macht aber keinen Unterschied, 
und es ist auch weder aus dem Wesen der 
elterlichen Gewalt noch aus der Natur und 
dem Zweck des LehrverhAitnisaes ein hin- 
reichender Grund dafür zu entnehmen, daß die 
für jeden Lehrherrn gültige Vorschrift dann 

*) Der Minderjährige bedarf zu einer Willens- 
erklärung, durch die er nicht lediglich einen 
rechtlichen Vorteil erlangt, der Einwilligung 
seines gesetzlichen Vertreters. 

2 ) Ein Vertreter kann, sow’eit nicht ein 
anderes ihm gestattet ist, im Namen des Ver- 
tretenen mit sich im eigenen Namen oder als 
Vertreter eines Dritten ein Rechtsgeschäft 
nicht vornehmen, es sei denn, daß das Rechts- 
geschäft ausschließlich in dor Erfüllung einer 
Verbindlichkeit besteht. 



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20 ß 

nicht anwendbar nein sollte, wenn der anzu- 
roeldende Lehrling der Sohn des MeisterB ist* 

Wink© für die Ausfuhr nach China. 

Der Bericht amerikanischer Spezinlagenten, 
welche nach China entsandt wurden, um die 
dortigen Marktverhältnisse und die Aussichten 
für den Absatz amerikanischer Waren zu stu- 
dieren, wurde seitens der Regierung der Ver- 
einigten Staaten von Amerika in einem Heft 
mit dem Titel Trade with China veröffentlicht 
Das Heft enthält unter anderem verschiedene 
auch für die deutschen Exporteure beachtens- 
werte Winke für die Ausfuhr nach China. Die 
Drucksache liegt in den nächsten 4 Wochen 
im Reichsarat deB Innern (Berlin W, Wilhelm- 
straße 74, Zimmer 174) für Interessenten zur 
Einsichtnahme aus. 

Frei© Fortbildungskurse für Arbeiter 
ln Charlottenburg. 

Die Kurse werden von der sozial wissen- 
schaftlichen Abteilung der Wildenschaft der 
Technischen Hochschule veranstaltet; im Winter 
1906/07 sollen in der Gemeindeschule 3 zu 
Charlottenburg (Schloßstr. 2) abends von 8 bis 
10 Uhr folgende Kurse abgehalten werden : 
Deutsch (I Ober-, 2 Mittel-, 1 Unterkursus 
Freitag); Rechnen (Ober-, Mittel-, und Uuter- 
kursus; Dienstag); Gewerbliche Buchführung 
(Montag); Algebra oder Rechnen mit Buch- 
staben (Donnerstag); Geometrie (Donnerstag); 
Ausgewahlte Kapitel auB der Mechanik (Freitag); 
Ausgewählte Kapitel aus der Physik (Diens- 
tag»; Übungen im Zeichnen (Geometrisches 
Zeichnen, Bauzeichnen, Maschinenzeichnern, Frei- 
handzeichnen; Montag); Arbeiterversicherung 
(Donnerstag); Gewerbekrankheiten und Ge- 
werbehygiene (Montag); Allgemeine Übungen, 
nach Wunsch der Hörer, an allen Bchulabeuden. 
Neben den Kursen finden Exkursionen und 
Exkursionsvortrflge, Museumsführungen und ge- 
meinschaftliche Theaterbesuche zu ermäßigten 
Preisen statt. Die Teilnehmergebühr beträgt 
pro Kursus (29. Oktober 1906 bis 15. März 1907) 
50 Pf , für sonstige Veranstaltungen je 10 Pf. 
Programme sind bei Dipl. Ing Alfons Pinkel- 
stein (Charlottenburg, Wilmersdorfer 8tr. 106) 
erhältlich. 

Die Firma Emst Lcitz in Wetzlar hat vom 
15. v. M. an, nachdem sie sich durch eine Ab- 
stimmung des Einverständnisses der Gehilfen- 
schaft versichert hatte, den Achtstundentag in 
sämtlichen Abteilungen eingeführt. Da jedoch 
die hieraus folgende Verkürzung der bisherigen 
Arbeitsdauer die Leistungsfähigkeit weder des 
Werkes noch der darin Beschäftigten beein* 



Deutsch* 
Mech*nlk*r-Zt* 

trächtigen soll, sind Vorkehrungen getroffen, 
um eine möglichst vollkommene Ausnützung 
der neuen Arbeitszeit zu ermöglichen; hierzu 
gehören u. a. die Aufhebung der bisherigen 
Frühstücks- und Vesperpnusen , sowie eine 
strenge Ausschließung des Alkohols. Die Neu- 
einrichtung ist unter Beibehaltung der bis- 
herigen Akkordsätze zunächst probeweise lür 
die Dauer eines Jahres vorgesehen. Es sei 
noch bemerkt, daß die genannte Firma bereits 
vor langen Jahren eine Invaliden-, Witwen- 
und Waisenkssse, sowio eine Unterstützungs- 
kasse eingerichtet und beide Kassen mit be- 
trächtlichen Zuwendungen ausgestattet hat; 
ebenso hat sie die Begründung eigener Wohn- 
stätten für ihr Personal von jeher dadurch 
erfolgreich gefördert, daß sie Darlehen für 
diesen Zweck zur Verfügung stellte. 



Glastechniaches. 

Aufsatz für Bakterlenfllter bei kleinen 
Flüsslgkeltsmengen. 

Von Reiser. 

Chem.-Ztg. 90. S. 686. 1906. 
über die Filterkerze F wird ein Röhrchen si 
mit Glasansatz uud Gummischlauch so gesetzt, 
daß nur ein kapillarer Zwischenraum bleibt. 




Wird nun an dem Schlauch gesaugt, bis die 
ganze Filterkerze von Flüssigkeit umgeben lat. 
und der Quetschhahn geschlossen, so geht die 
Filtration ungestört bis zum letzten Tropfen 
weiter. Wenn dieser Aufsatz fnicht benutzt 



Kleiner* Mitteilung*!) — Glaetcchnlsches 



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Heft 2t. 

. November ISftft. 



Claatechnlachei. 



207 



wird, vielmehr die Kerze aus der zu filtrie- 
tenden Flüssigkeit herausragt, so vereitelt die 
mit durchgezogene Luft die Verminderung des 
Luftdrucks, wodurch die Filtration sehr ver- 
zögert wird. 

Unten an der Röhre ist ein Bürstenkranz K 
angebracht, der beim Heben und Senken die 
Filterkerze vom Bakterieuschlamm reinigt. 

Wb. 



Röntgenröhre 

mit automatischer Regulierung. 

Von G. Berlemunt. 

Compt. rtnd. 142. S. 1189. 1906. 

Verf. hat eine Röntgenröhre, welche mittels 
Osmose durch die Antikathode eine Regulierung 
ihrer Hftrto gestattet, in der Weise konstruiert, 
daß er an die Antikathode ein nach außen ge- 
richtet es Platinrohr anschmil/.t, welches gegen 
die äußere Atmosphäre durch einen Hahn ab- 
geschlossen ist und in einer feuchte Baumwolle 
enthaltenden Erweiterung endigt. 

Wenn die Röntgenröhre zu hart geworden 
ist, öffnet man den Hahn auf eine oder zwei 
Sekunden, dann wird die von der zutretenden 
Luft aus der Baumwolle mitgefQhrte Feuchtig- 
keit an dem rotglühenden Bleche der Anti- 
kathode dissoziiert und der auf diese Weise 
entstehende Wasserstoff dringt durch das 
glühende Blech in das Innere der Röntgen- 
röhre. Man kann durch eine jede solche 
Operation die Hörte der Rühre eo weit er- 
niedrigen, daß die ihr entsprechende Funken- 
strecke um 2 bis 3 cm vermindert wird. 

Diese Einrichtung hat überdies don Vorteil, 
daß vermöge der in der Kapillare enthaltenen 
geringen Daropfmenge die Hörte der Röhre 
eine hinreichende Zeit konstant erhalten wird, 
wenn es sich um eine Radiographie oder Radio- 
therapie von längerer Dauer handelt. Mk. 



Neue Glashßhne mit groteem Durch- 
laß. 

D. R. P. Nr. 174 793. 

Chem.-Ztg. SO. 8. 733. 1906. 

Dos Küken des Hahnes besteht aus drei 
miteinander verschmolzenen Teilen, in deren 




mittlerem sich der Durchgangskanal befindet. 
Die Ansatzstellen der Röhren am Hahngehäuae 



sind kreisrund und haben den gleichen Durch- 
messer wie das Zu- und Abflußrohr. Auf diese 
Weise sind Verengungen vermieden, wie sie 
sich bei der sonst üblichen Heratellungsweise 
im Durchgan gekannt des Kükens leicht bilden. 
Derartige Hahne werden von der Firma Fritz 
Fischer & Iiflwer in Stutzerbach i. Th. her- 
gestellt; sie dürften als Ersatz für Tonhabne 
vielfach Verwendung finden. Wb. 

Neuer Gasentwlckluogsapparat, 

Von E. Steiger. 

Ch*m.-Ztg. SO. S. 833 . 1906. 

In der 89. Jahresversammlung der schweize- 
rischen naturforschendeii Gesellschaft zu 8t. 
Gallen hat Herr Prof. Dr. Steiger einen Gaa- 
entwicktungsapparat vorgeführt, dem ein 
neues Prinzip zu Grunde liegt, nämlich das 
der Säurezirkulation- Dies 
wird, wie nebenstehende Ab- 
bildung erkennen läßt, da- 
durch erreicht, daß in das 
mit Zink oder Schwefeleisen 
beschickte linke Gefaßt) ©in 
Trichterrohr eingesetzt ist. 
Die von den aufeteigenden 
Gasblaseu mitgerissene 
schwere Salzlösung fällt oben 
in den Trichter, wird durch 
das Rohr auf den Boden der 
Woulf sehen Flasche gelei- 
tet, wo sie sich schlieren* 
förmig auBbreitet und be- 
wirkt, daß die spezifisch leich- 
tere Säure in das linke Gefäß 
von unten eindringt und hier 
das Zink oder Schwefeleisen 
angreift. Die Zirkulation der 
Saure bietet zwei Vorteile: 
einereeits eine gesteigerte 
Gasentwicklung und anderer- 
seits eine sehr gute Ausnut- 
zung der Säure. 

Weitere Vorteile des Ap- 
parat« sind große Leistungs- 
fähigkeit und Lebensdauer infolge großer 
Säurekapazität sowie leichte und bequeme 
Handhabung. Der Apparat ist zu Gunsten 
der Firma C. Desaga in Heidelberg unter 
Musterschutz gestellt worden. Wb. 

') In der Abbildung ist die Füllung mit 
Zink und Schwefeleisen nicht besonders ge- 
kennzeichnet worden, um da« Aufsteigen der 
Gaablaaen deutlich zu machen. 




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208 



GlMi«chnl»ch«t. 



Deutsch« 

Mechanlkcr-Ztg. 



Exsikkator. 

D. H. 0. M. Nr. 278 412. 

Von C. Nalenz. 

Chem.-Ztg. 30. 8 . 696. 1906. 

In dem Deckel dea Exsikkators ist, Ähnlich 
wie bei einigen anderen Ausfahrungen, ein 
Hahn angebracht, um beim Erkalten der ein- 
gesetzten Substanzen den Luftzutritt regulieren 
zu können. Bei dem hier abgebildeten Apparat 
besteht der Hahn in einem Hohlstopfen mit 
Griff, der nur wenig Ober den Deckelknopf 




hervorragt. Der Eintritt der Luft erfolgt durch 
zwei in halber Höhe des Deckelknopfes ange- 
brachte Bohrungen, denen zwei Löcher im 
Stopfen entsprechen. Durch diese Anordnung 
ist der Hahn vor Zerstörung durch Abstoßen 
geschätzt und hindert auch nicht beim Ab- 
nehmen des Deckels. Der Apparat wird von 
der Firma 8tröhlein & Co. in Düsseldorf her- 
gestellt. Wb. 



Neuer Laboratorlumsausgufe. 

Von Dr. H. Göckel. 

Chem.-Ztg. 30. S 765. 1906. 

Um das lRstige SchrAghalten langer Glas- 
gegenstände beim Heinigen unter dem Wasser- 



’t*— -425 





hahn der Ausgußbecken zu vermeiden, hat Verf. 
ein Becken aus Steinzeug konstiuiert, das, in 



Tischhöhe angebracht, einen bis auf den Boden 
reichenden kegelförmigen Unterteil besitzt, so 
daß ein Bespritzen der Umgebung und Bruch 
woniger leicht eintreten. 

Die Neuerung scheint uns außerordentlich 
praktisch, zumal auch noch an der Rückwand 
ein kleiner Balkon angebracht ist, der das Auf- 
stellen und Auflegen von Chemikalienflaschen, 
Bürsten und sonstigen Gegenständen, die man 
beim Reinigen benötigt, gestattet. Der Ausguß 
ist unter D. R. G. M. Nr. 279 873 geschützt und 
von den Firmen Dr. Heinrich Göckel (Berlin 
NW 6, Luisenstr. 21) und Deutsche Ton- und 
Steinzeugw'erke, A. G. (Charlottenburg) zu 
beziehen. Wb. 

Die böhmischen Glasfabriken haben be- 
schlossen, vom 1. Januar 1907 ab die Glaspreise 
zu erhöhen, und zwar für farbloses Glas um 
5®/<>, für gefftrbte« um 10%. 



Gebrauchsmuster. 

Klasse: 

4 . Nr. 288 300. GasgeblAselampe mit scht.lg 
nach oben gerichteter Regelungsschraube. 
J. Prigge, Lechhausen. 12. 6. 06. 

30. Nr. 288 2hl. Verschließbares StandgefAß mit 
als MischgefAß dienendem Stülpdeckel, ver- 
bunden mit Misch- u. Auftragspatel. J. P 
Schwarzlose Böhne, Berlin. 10. 8 06. 

Nr. 288 542. Luftdicht schließendes Augen- 
tropfglas mit Überhängglocke. F. Mollen- 
kopf, Stuttgart. 2. 8. 06. 

42 . Nr. 288 522. Schwingende Quecksilberluft- 
pumpe. deren QuecksilberbehAlter zu einem 
kreisförmigen Rohr ausgebildet ist. U. v. 
Reden, Franzburg b. Gehrden, Hann. 
12. 1. 06. 

Nr. 288 596. Thermometer und Thermometer- 
hülse mit Einrichtung zum Herabbringen 
des Quecksilberfadens in Maximumthertno- 
metern durch Zentrifugalkraft. A. Küchler 
& Söhne, Ilmenau. 17. 8. 06. 

Nr. 288 788. Abmeßvorrichtuug mit einem Hohl- 
raum im Stopfen dea Glasbahns, der eine 
bestimmte Flüssigkeitsmenge aufnimmt und 
bei einfacher Umdrehung abgibt. C. Witz- 
mann, Stützerbach 1. Th. 7. 8. 06. 

64. Nr. 287 617. Saugheber mit Überlaufs- 
schenkelverbindung von verjüngtem Quer- 
schnitt, für tropfenweisen Zulauf. A. Kirch- 
ner, Werdau i. S. 7. 8. 06. 

Nr. 287 898. Trichter mit graduierter Eintei- 
lung und Einrichtung zum Offnen und 
Schließen, ferner passend zu verschieden 
weiten Flaschenhälsen. H. 0. Thörner, 
Finsterwalde. 6. 7. 06. 



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Heft 2t. 

1. November IDO«. 



Bücherschau. 



200 



Bücherschau. 

F. Kohlrausch, Lehrbuch der praktischen 

Physik. 10 verm. Aufl. des Leitf. derprakt. 

Physik. Gr. -8°. XXVIII, 656 S. mit zahlreichen 

Fig. Leipzig und Berlin, B. G. Teubnor 

1905. Geb. in Leinw. 9,00 M. 

Von dein Leitfaden der praktischen Physik 
hat bald nach dem im Jahre 1901 erfolgten Er- 
scheinen der 9. Auflage eine neue Ausgabe, das 
23. bis 27. Tausend , herauagegeben werden 
können, die den Titel „Lehrbuch dor praktischen 
Physik“ erhalten hat. Dies© Abänderung wurde 
vorgenommen, weil gleichzeitig mitder9. Auflage 
eine kleinere Ausgabe iIob Werkes erschien, 
welche, dem ursprünglichen Zwecke des Buches 
entsprechend, als Leitfaden zum Gebrauche bei 
physikalischen Übungen für Anfänger dienen 
sollte. Im Gegensätze hierzu uimmt das Lehr- 
buch vorwiegend Rücksicht auf alle physi 
kalischen Arbeiten, welche wissenschaftlichen 
Zwecken dienen. Daß nun von dem Lehrbuch 
schon nach so kurzer Zeit eine neue Auflage 
hat erscheinen können, trotzdem ihm in der 
kleinen Form des Leitfadens eine Konkurrenz 
geschafTer) wurde, ist ein Beweis dafür, wie 
sehr dieses Werk den Bedürfnissen weiter 
Kreise, sowohl rein wissenschaftlicher als auch 
technischer Interessenten, entgegenkommt. 

Bei Abfassung der neuen Auflage ist den in 
den letzten Jahren fast auf allen Gebieten der 
Physik erfolgten Fortschritten vollauf Rechnung 
getragen, infolgedessen hat sich auch die Seiten- 
zahl um etwa ein Zwölftel vermehrt. Es sind 
einerseits in die meisten Abschnitte zahlreiche 
kleine Einfügungen eingeschoben, andererseits 
sind aber auch ganze Abschnitte neu hinzu- 
gekommen. So ist in die einleitende Abteilung 
„Allgemeines Uber Messungen“ ein Abschnitt 
eingefügt, in der eine von Helmert ange- 
gebene Methode beschrieben wird, welche es 
ermöglicht, die Beohachtuugsfehler auf sämt- 
liche beobachteten Größen zu verteilen, während 
nach den bisher üblichen Methoden die Fehler- 
verteilung nur auf eine einzige willkürlich ge- 
wühlte Größe erfolgte. Weitere neu hinzuge- 
kommene Abschnitte betreffen die spezifische 
Warme in Gasen, die Diffusion, das astatische 
Torsionsmagnetometer und Messungen an 
ionisierten Gasen. Umfangreiche Ergänzungen 
haben u. a. erfahren die Abschnitte über elek- 
trische Wellen, über Drehstrommessungen, über 
Kapillarreibung, Über optische Pyrometer und 
Uber Quadrantelektrometer. 

Kleinere Einfügungen weist auch die Ab- 
teilung über Licht und Wärmestrahlung in 
großer Zahl auf; so z. B. das Stufenspektro- 
skop von Michelson. das Glasplattenspektro- 
skop von Lummer und Gehrcke, eine Figur . 



zum Beweise dafür, daß ein Linsensystem gleich 
wie eine einfache Linse zwei Brennpunkte und 
zwei Hauptpunkte besitzt, u. a. m. Der Ab- 
schnitt über Photometrie laßt noch einige Er- 
gänzungen wünschenswert erscheinen. Auf 
3. 330 ist von Flackererscheinungen die Rede, 
es ist aber nirgends eins der vielen Flimmer- 
photometer angeführt, welche gerade neuer- 
dings in zahlreichen Ausführungen in tech- 
nischen Kreisen Verwendung gefunden habon. 
Auch das Ul brich tscho Photometer, welches 
gestattet, durch eine einzige Messung die mitt- 
lere sphärische Helligkeit einer Lichtquelle zu 
bestimmen, hatte wohl verdient, erwähnt zu 
werden. Es fehlt endlich auch eine Angabe 
über die üblichen Methoden, wie man aus den 
in verschiedenen Richtungen gemesseuen Inten- 
sitäten einer Lichtquelle die mittlere sphärische 
oder hemisphärische Helligkeit erhält; eine 
Anweisung hierüber dürfte auch in der kleinen 
Ausgahe des Leitfadens willkommen sein 

Die zahlreichen neu hinzugekommenen Fi- 
guren sind vorzüglich ausgeführt. Trotz des 
Eingehens auf alle Einzelheiten der betreffenden 
Apparate sind die schematischen Darstellungen 
klar und übersichtlich. Wünschenswert wäre 
es, wenn die Verlagsbuchhandlung die aus den 
alteren Auflagen übernommenen Figuren durch 
neue ersetzen ließe, um sie der modernen Kon- 
vention etwas mehr anzupasseu. Beispielsweise 
könnten alsdann in der Abteilung über Elektri- 
zität die Galvanometer durch das in der tech- 
nischen Literatur allgemein gebräuchliche 
Symbol bezeichnet und auch die Kreuzung 
stromführender Drfthte in den Figuren in üb- 
licher Weise angedeutet werden. 

Das alphabetische Verzeichnis ist nicht ganz 
konsequent ausgeführt; einige Apparate sind 
zweimal darin angegeben, einmal nach ihrer 
sachlichen Bezeichnung und außerdem nach 
ihrem Konstrukteur; es wäre wünschenswert, 
daß .dies für alle wichtigeren Apparate ge- 
schähe. Namentlich neuere Apparate, hei denen 
sich noch keine feststehende sachliche Be- 
zeichnung allgemein eingebürgert hat, sind 
schwer aufzufiuden, wenn sie nicht unter dem 
Namen des Autors stehen, der sie zuerst be- 
schrieben .Vielleicht würde es sich empfehlen, 
außer dem Sachregister ein Verzeichnis aller 
angeführten Autoren heizufügen, wie dieses 
sonst in wissenschaftlichen Werken vielfach zu 
finden ist. 

Selbstverständlich wird durch die vor- 
stehenden Bemerkungen der Wert dieses Buches 
in keiner Weise beeinträchtigt, zumal dessen 
Bedeutung sich seit Jahrzehnten der Aner- 
kennung von aller Welt erfreut* Seit vielen 
Jahren ist dieses Werk jedem, der sich mit 
physikalischen Arbeiten zu beschäftigen hat, 
ein treuer und stets zuverlässiger Ratgeber ge- 



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210 



Fat«ntschau, 



Dänische 

Mschsniksr-Zt«. 



wesen und sein Wert hat sich mit jeder neuen 
Auflage fortgesetzt gesteigert. Auch diese 
letzte Auflage ist wiederum ein Beleg hierfür. 
Ks ist geradezu erstaunlich, was für eine Fülle 
mannigfaltigen Materials dasselbe auf verhüll- 



nismüßig knappem Raume in handlicher und 
leicht verständlicher Form darbietet. Sicherlich 
hat es weder in der deutschen noch in einer 
anderen wissenschaftlichen Literatur in seiner 
Art seinesgleichen. Mk. 



Patentschau. 



Spritzflaschc mit in Erweiterungen des Luftein- und des Flüssigkeitsaustrittsrohres 
vorgesehenen Rückschlagventilen aus süure- und laugebeatflndigen Stoffen, dadurch gekenn- 
zeichnet, daß der Körper des im Lufteintrittsrohr angeordneten Ventils mit einem Stab oder 
einem zugeschmolzenen Rohr ausgerüstet ist, das bei geschlossenem Ventil aus dem Einbl&srohr 
herausragt, damit mittels eines auf das freie Ende des Rohres ausgeühten Druckes das Ventil 
geöffnet werden kann. Th. Meyer in Gelsenkirchen-Bulmke. 19. 3. 1904. Nr. 162 086. Kl. 42. 

Thermoelektrischer Ofen mit innen heizbarem Hohlkörper, dessen Außenfläche mit 
einer die Elektrizität nicht leitenden und die Thermoelemente tragenden Schicht überzogen ist, 
dadurch gekennzeichnet, daß die W&rmezuleitung zu den Thermoelementen durch Heizbleche er- 
folgt, die auf die isolierende Schicht flach aufgepreßt sind und in Bruchteilen ihres eigenen 
wärmeleitenden Querschnittes je mit den zu erwärmenden Stellen des zugehörigen Thermo- 
elementes in geeigneter Verbindung stehen. A. Heil in Frankfurt a. M. 13. 11. 1903. 
Nr. 163 171. Kl. 21. 

Elektrolytischer Zähler, bestehend aus einem Quecksilbervoltametcr in Parallelschal- 
tung zu einem konstanten Widerstand, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Elektroden in 
gleicher Höhe und in üußerst geringem gegenseitigen Abstand angeordnet sind. F. Becker in 
Friedenau-Berlin. 16. 7. 1904. Nr. 162 468. Kl. 21. 

Röntgenröhre mit im Inneren angebrachter Blende, dadurch gekennzeichnet, daß 
die letztere entweder die von der Antikathode ausgehenden, weniger durchdringungsfühigen 
Röntgenstrahlen absorbiert bezw’. in durchdritigungsfahigore transformiert, oder nur oder vor- 
wiegend Sekundär-, Tertiür- u. s. w. Strahlen nach außen treten Wißt, zum Zwecke, Röntgen- 
strahlengemische zu erhalten, bei welchen dio durchdringuugsfühigoren Strahlen vorherrschen. 
„Polyphos" Elektrizitfttsges. in. b. H. in München. 6. 10. 1904. Nr. 162 369. Kl. 21. 

Fernrohraufsatz für Landgeschütze, dadurch gekennzeichnet, daß das Fernrohr von 
derjenigen Art ist, dio bei beliebiger Drehung des Eintrittsreflektors längs des Horizonts ohne 
Richtungsünderung der Okularachse aufrechte Bilder liefert, C. P. Goerz in Friedenau-Berlin. 
22. 7. 1902. Nr. 162 953. Kl. 72. 

Einrichtung zur Erzeugung vou variierenden Strömen oder Wechselströmen 
hoher Frequenz durch dio Anwendung eines elektrischen Lichtbogens oder Ersatz desselben 
von solchen Eigenschaften, daß das Verhältnis zwischen einer Änderung in dem den Lichtbogen 
durchfließenden Strom zur entsprechenden Änderung, die die Potentialdilferenz zwischen den 
Endpunkten des betreffenden Lichtbogens erleidet, eine negative Größe ist, in Verbindung mit 
einer Elektrizitütaquelle in solcher Weise, daß der betreffende Lichtbogen einen Teil des Strom- 
kreises, in welchem die variierenden oder wechselnden Ströme erzeugt werden, ausmacht, da- 
durch gekennzeichnet, daß der Lichtbogen oder Ersatz desselben in einer Atmosphäre von 
Wasserstoff oder Wasserstoffverbindungon angeordnet ist. W. Po u Isen in Kopenhagen. 12. 7. 1903. 
Nr. 162 945. Kl. 21. 

Elektrischer Gas- oder Dampf Apparat nach Art der Hewittschon Lampe, welcher 
durch einen Flüssigkeitsstrom von Elektrode zu Elektrode infolge Kippeus angelassen wird, da- 
durchjgekennzeichnet, daß zur Verhütung des Durchbrennens der Einschmelzdrühte der untere 
Elektrodenbehülter eine solche Form hat, daß in ihm, auch wenn der Apparat gekippt wird, 
stets etwas von der leitenden Flüssigkeit verbleibt. 8t. E. Flichtner in Englewood. V.St.A. 
24.2.1904. Nr. 163106. Kl. 21. 



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Heft 21. 

I. Nnvnmb«r l!#WS. 



Patentechau. 



211 



Opernglas mit längsverschiebb&ren und auf die Aagenentlernung durch Verschiebung 
der Rohre gegeneinander einstellbaren Okularen, dadurch gekennzeichnet, daß zwecks Längs- 
verschiebung eine auf einer Querachse zwischen den Rohren angeordnete Kurbelscheibe mit 
einer Schubstange an einem an der Inneuseite des Objektivmantels gelagerten, die hinteren Enden 
des Okulars erfassenden Querstück angreift, welches mit der Schubstange zwischen zwei paral- 
lelen, zur Einstellung auf dio Augeneutfernung dienenden verstellbaren breiten SeitenfUhrungen 
ungeordnet ist. L. Ch. M. Balbreck in Paris. 23. 12. 1903 Nr. 162 163. Kl. 42. 

Geschwindigkeitsmesser mit zwei verschieden schweren Flüssigkeiten in einem sich 
drehenden Gefäfs, dadurch gekennzeichnet, daß der Ringraum, in welchem die schwerere Flüssig- 
keit bei Zunahme der Geschwindigkeit emporsteigt, kegelförmig und unten weiter als oben ist, 
um die einer gewissen Geschwindigkeitszunahme entsprechende Steighöhe der leichteren Flüssig- 
keit an allen Stellen der Skala nahezu gleich zu machen. J. T. F. Conti in Paris. 3. 7. 1904. 
Nr. 161 905. Kl. 42. 

Apparat zum Filtrieren unter Luftabschluß, dadurch gekennzeichnet, daß ein doppel- 
seitiger Stopfen, auf dessen beide Seiten Flaschen luftdicht aufgesetzt werden können, mit einem 
Filter und einem Kohr versehen ist, zu dem Zwecke, die in die eiue der Flaschen eingebrachte 
Flüssigkeit nach dem Umkehren des Apparates durch das Filter in dio andere Flasche fließen 
zu lassen. P. Din gütiger in Mewe, Westpreußen. 28. 8. 1901. Nr. 162821. Kl. 12. 

Bequem tragbares Elcktrizitntsmeügerät, dadurch gekennzeichnet, daß in einem 
uhrgehäuseühnlichcn metallischen Gehäuse auf einer isolierenden Platine ein Bolenoid, das Zeiger- 
lager mit dem Zeiger und ein Federhaus mit Feder angeordnet Bind, von denen das letztere 
das Aufwickeln eines aus dem Gehäuse herausgeführten Leitungsdrahtes bewirkt, wobei die 
zweite Kontaktspitze durch oinen den Aufhängekopf des Gehäuses durchquerenden Metallstift 
gebildet wird, welcher mittels des Aufhängekopfes und einer durch diesen geführten Schraube 
in der Ruhelage gesichert ist, wobei die Einwirkung auf den unabhängig von dem Solenoid iso- 
lierten, in dem Gehäuse angeordneten Zeiger mittels eines au der Spule auswechselbar ange- 
ordneten Solenoides bewirkt wird. P. u. H. Bourgeois in Damprichard, Doubs, Frank r. 
20. 1. 1905. Nr. 162 881. Kl. 21. 

1. Verfahren zum Entfärben von Glasmasse zur Erzielung eines schönen weißen Glases 
im llafeu oder in der Wanne durch Anwendung von Titan in beliebiger Form, eventuell unter 
Zusatz eines Reduktionsmittels. 

2. Verfahren zum Entfärben von Glasmasse durch bekannte Entfärbungsmittel in Ge- 
meinschaft mit Titanverbindungen. J. K ersten in Fichtenau b. Rahnsdorf, Post Erkner. 
20. 2. 1903. Nr. 162 607. Kl. 32. 

Entfernungsmesser für zweiäugige Beobachtung, gekennzeichnet durch zwei Doppel- 
fernrohre, deren totale Plastik im Werte oder im Vorzeichen oder in beiden verschieden ist, 
und die so vereinigt sind, daß der Beobachter die boiden Raumbilder, die die Doppelfernrohre 
von jedem Objektpunkt entwerfen, gleichzeitig oder nacheinander durch zweiäugiges Sehen 
wahrnehmen kann, in Verbindung mit einer mikrometrischen Einrichtung, um von den vier 
Systemen von Strahlenbüscheln, die die beiden Doppelfcrnrohre durchlaufen, eins oder mehrere 
abzulenken, bis die beiden Raumbilder als gleich fern erkannt werden, damit aus der dann er- 
reichten Anzeige der Mikrometerskala die Entfernung des Objektpuuktes entnommen werden 
kann. C. Zeiß iu Jena. 6. 8. 1903. Nr. 162 471. Kl. 42. 

Entfernungsmesser, bei welchem zwei Bilder eines Gegenstandes mit Hilfe zweier an 
den Enden eines Grundrohres ungeordneter Reflektoren und verschiebbarer Prismen in einem 
mit vorgeschaltetem Trennungspriama versehenen Okular zur Dockung gebracht werden, da- 
durch gekennzeichnet, daß das von dem einen Ende des Grundrohres ausgehende Bild durch die 
eine Hälfte eines Objektivs und dos zugehörige verschiebbare Prisma direkt zu dem mit seiner 
Trennungskante im Brennpunkt des Objektivs liegenden TrennungspriBma gelangt, während das 
von dem anderen Ende ausgehende Bild mit Hilfe eines Umkehrprismas durch die andere Hälfte 
des Objektivs und das zugehörige verschiebbare Prisma auf das Trennungsprisma fällt, wodurch 
das zur Eindeckung und Besichtigung der Bilder dienende optische System eng aneinander ge- 
gliedert wird, um das aus zwei oder drei Teilen bestehende Grundrohr in eine handliche Form 
zusammen falten zu können. A. Barr in Glasgow und W. Stroud in Leeds, Engl. 19. 6. 1803. 
Nr. 162 887. Kl. 42. 



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212 

l'rismen fernrohr, Feldstecher o. dgl. mit vor der ersten Fläche des Prismen- 
systems angeordneter Hilfslinse, dadurch gekennzeichnet, daß die lotitere eine konkave oder 
bikonkave Linse ist, zu dem Zwecke, die wirksame Öffnung dea Objektivs und damit die Licht- 
stärke des Glases zu vergrößern. J. Aitchiaon in London. 24. 2. 1903. Nr. 162786. KL 42. 

Verfahren zur Feststellung der Farbenwerte, dadurch gekennzeichnet, daß die far- 
bige Fläche unter Vorschaltung eines Kot-, Grün- und Blaufilters mit einer gleichmäßig abge- 
etuften Grauakala bezüglich der Helligkeit verglichen wird, wobei durch die erlangten Zahlen- 
werte für den Rot, Grün- und Blauwert ein Maß für die Farbe gewonnen wird. E. Detlefaen 
in Wismar. 28. 6. 1904. Nr. 162 838- Kl. 42. 

ItoppelCcrnruhr mit F.instcllung auf den Augenahstand durch gegenseitige Ver- 
schiebung der Einzellernrohre, dadurch gekennzeichnet, daß der Träger, an dem die beiden 
Fernrohre geradegeftlhrt sind (oder der mit dem einen Fernrohr starr verbunden ist, und an 
dem das andere geradegeftlhrt ist), zur Sicherung gegen Verbiegen als Mantel des Doppelfern- 
rohre mit Öffnungen an den Objektivenden und für die Okularrohre gestaltet ist. C. Zeiß Sn 
Jona. 3. 6. 1904. Nr. 162 839. Kl. 42. „ 

f’rismendoppelfernrohr, dadurch gekennzeichnet, daß die eintrotenden Lichtstrahlen 
die Zwischenräume von einer Augenachse zur anderen, und zwar zwischen deu Prismen senk- 
recht zu den Augenachsen ein oder mehrere Male durchlaufen, zum Zwecke der Verkürzung 
und zur Erzielung leichterer Bauart das Instruments. Optische Werke Cassel in Cassel. 
13. 11. 1903. Nr. 162 952. Kl. 42. 



Psttntschsu. — Patte Ulst«. 



Dt tusche 
Meetiaöiker-Zlg 



Patentliste. 

Bis zum 11. Oktober 1906. 

Klasse: Anmeldungen. 

21. B. 43 474. Quecksilberfritter. H. Boas, Berlin. 
22. 6. 06. 

S. 21177. Telephonograph. M. Sand ri, Genua, 
Ital. 26. 5. 05. 

W. 26 023. Bifilarelektrometer. Th. Wulf, Val- 
kenburg, Holl. 14. 7. 06. 

42. C. 14 171. Nivellierinstrument mit pendelnd 
aufgehängtem Fernrohr. J. Cerutti, Gre- 
nobie, Frankr. 13. 12. 05. 

R. 21 837. Verfahren zur Aufzeichnung von 
Schallschwingungen mittels des elektrischen 
Stromes. L. Rosenthal, Frankfurt a. M. 
28. 10. 06. 

Sch. 25 063. Vorrichtung zum Messen der 
Wärmemenge, welche in einem Heizkörper 
einer durchströmenilen Flüssigkeit entnom- 
men ist. H. Schuhmacher, Berlin. 6.2.06. 

W. 25 174. Dammeruogsfemrohr. C. Wald- 
stein, Wien. 9. 2. 06. 

48. L. 19 955. Verfahren zur Herstellung einer 
auf kaltem Wege gießbaren Metallmasse be- 
hufs Erzeugung von Metallgegenständen 
o. dgl. Küppers Metallwerke, Bonn a.Rh. 
16. 1. 04. 

Erteilungen. 

21. Nr. 177 665. Wechselstrom - Meßinstrument. 
H. Groll mann, Braunschweig. 30. 3. 0(5. 

Nr. 177 666. Röntgenröhre. H. Bauer, Berlin. 
19. 4. 05. 



42. Nr. 177 266. Sphärisch, chromatisch und ko- 
matisch korrigiertes photographisches Dop- 
pelobjektiv mit auastiginatischer Bildfeld- 
dehnung. F. Co blitz, Regen im Bayer. 
Wald. 8. 5. 04. 

Nr. 177 583. Vorrichtung zur Erzielung ellip 
tischer, geneigter oder ungeneigter Bahnen 
der Himmelskörper bei Tellurien u. s. w.; 
'/am. z. Pat. Nr. 174 959. G. Hering, Gries- 
heim b. Darmstadt. 30. 5. 05. 

Nr. 177 627. Mikrometer-Schraublehre. O. Bil- 
hauer, Neustadt a. Oria, u. P. Rücke rt, 
Gera, Reuß. 4. 3. 06. 

Nr. 177 630. Doppelfernrohr mit Vorrichtung 
zum Wechseln der Okulare und der Aus- 
zugslftngen durch Verschiebung der Objek- 
tive gegen die feststehenden Okulare. F. 
Niem oy er, Braunschweig. 6. 9. 05. 

Nr. 177 929. Vorrichtung zum Anzeigen des 
Kohlensäuregehaltes von Rauchgasen durch 
Absorption. A. Schiatter u. L. Deutsch, 
Budapest. 20. 12. 04. 

Nr. 177 995. Abblendevorrichtung für optische 
Pyrometer. Cy. p. 1. Fabrication des 
Comptours ot Matöriel d'Uain es u G az 
u. Ch. F4ry, Paris. 23. 6. 05. 

72. Nr. 178008. Zielfernrohrbefestigung, die ein 
Vorwärtsgleiten dos Fernrohres beim Schuß 
gestattet. OptischeWerk e Cassel, Cassel. 
29. 4. 05. 

74. Nr. 177 946. Vorrichtung zur elektrischen 
FernUbertragung von Kompaßstellungen. 
Neufeldt & Kuhnke, Kiel, u. B. Freese, 
Delmenhorst. 8- 6. 05. 



Für die Redaktion verantwortlich: A. Blaechke ln Berlin W. 

Verlag von Jnllne Springer ln Berlin N. — Druck von Krall Dreyer In Berlin SW. 



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Deutsche Mechaniker-Zeitung. 

Beiblatt zur Zeitschrift für Instrumentenkunde 

und 

Organ für die gesamte Glasinstrumenten- Industrie. 
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik. 

Redaktion: A. Blaschke, Berlin W30, An der Apostelkirche 5. 

Heft 22. 15. November. 1906. 

Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion gestattet. 



Beschreibung eines Deviationsmodelles. 

Von Prof. Dr. X.. W>b«r in Kiel. 

Der Zweck dieses Apparates ist cs, die Gesetze der Deviation auf eisernen 
Schilfen an einem kleineren, im Übungssaale aufzustellenden Schiffsmodelle zu studieren, 
d. h. die vorhandene, durch permanente und temporare Magnete willkürlich hergestellte 
Deviation ihrem Betrage nach zu ermitteln, sodann eine Kompensation nach den 
üblichen Methoden vorzunehmen, eventuell den verbleibenden Rest der Deviation fesl- 
zusteilen und die zugehörige Steuertabelle zu entwerfen, und schließlich zur Demon- 
stration bei Entwicklung der Deviationsformeln zu dienen. Hierzu ist ein die Rolle des 
Schiffes spielender, einen Kompaß tragender Körper erforderlich, der in verschiedene 
Kurse gedreht und um gewisse Winkel gekrängt werden kann und mit Vorrichtungen 
versehen ist, welche eine Bestückung mit Magnetstaben, weichem Eisen und Kompen- 
sationsmagneten gestatten. 

Ein solches Modell ist bereits früher in ausgezeichneter Form von Herrn 

G. v. Neumayer 1 ) konstruiert worden. Ein ähnliches Modell habe ich bei Herrn 

H. Heustreu in Kiel ausführen lassen, wobei jedoch eine die ganze Anwendung 
wesentlich beeinflussende Änderung vorgenommen ist. Ich habe dasselbe auf dem 
Mechanikertag in Kiel 1905 vorgezeigt 2 ) und lasse die genaue Beschreibung hier folgen. 

Daß die hier vorgenommene Änderung in allen Fällen der Benutzung eine 
Verbesserung gegenüber dem Neumayerschen Modelle sei, kann nicht behauptet 
werden. Sie hat einige Vorteile, aber auch einige Nachteile. Veranlaßt ist dieselbe 
durch den Wunsch, die Ablesungen des Kompasses mit der Genauigkeit der Spiegel- 
ablesungen machen zu können und zugleich die Änderungen der Kompaßstellung etwas 
weiter für Demonstrationszwecke sichtbar zu machen. Aus diesem Grunde ist die 
Kompaßnadel nicht auf dem Schiffskörper selbst angebracht, sondern wird von einem 
an der Drehung und Krängung des Schiffes nicht teilnehmenden, im Raum festigenden 
Gestelle getragen. Hierdurch wurde es dann sogleich ermöglicht, die Nadel am Kokon- 
faden aufzuhängen und mit Spiegelabiesung zu versehen. Die Skale blieb natürlich 
ebenfalls im Raume fest, während alle Eisenteile und Magnete auf dem Schiffskörper 
montiert wurden. Als Bedingung mußte hierbei gelten, die Mitte der Nadel genau in 
die Umdrehungsachse des Schiffskörpers und zugleich in die Krängungsachse zu bringen. 
Das macht die erste JuBtierung des Apparates etwas umständlicher, als bei dem Neu- 
mayerschen Modelle Der Einfluß eines hierbei etwa noch verbleibenden kleinen 
Fehlers ist übrigens von derselben Art, wie ihn eine Differenz zwischen der magnetischen 
Milte der Kompaßmagnete und der Spitze der Finne zur Folge hat. Mit der räumlich 
festen Aufstellung der Skalen ist nun weiter bedingt, daß die Ablesung der Nadel nicht, 
wie es in der Praxis und ebenso bei dem Neumayerschen Modell der Fall ist, den 
sogenannten Kompaßkurs £' ergibt, sondern vielmehr unmittelbar die Deviation d. Für 
Demonstrationszwecke ist dies ein erheblicher Vorteil. Man kann z. B. unmittelbar den 
Unterschied der halbkreis- und viertelkreiaförinigen Deviation sichtbar machen, indem 
der Schiffskörper gedreht wird, und sieht dabei den Flammenzeiger auf der Skale einen 
bezw. zwei Hin- und Hergänge aueführen. Für die Berechnungen ist es dagegen 

*) Archiv der deutschen Seewarte T. AV. 3. 1884, und Deutsche See warte, Der Kompaß 
an Bord. Anhang 8 8. 

3 j Diese Zeitschrift 1805- S. U38. 



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214 



L. Weber, Beschreibung eine! DevlatlonemodeUee. 



Deutsch« 

Uechealker-Ztg 




ziemlich unwesentlich, ob man aus dem beobachteten Kompaßkurs £' und dem ge- 
steuerten SchifTskurse £ die Deviation <1 mittels 3 = £ — £ oder ob man aus dem 
direkt beobachteten 3 und dem am Apparate abgelesenen Kurse £ den Kompaßkurs £ 
mittelst f = £ - J berechnet. Einen gewissen konstruktiven Vorteil bietet die von 
mir benutzte Anbringung der Nadel dadurch, daß mehr Platz unter und neben der- 
selben für die am Schiffskörper befestigten Kompensationsmagnete und Thomsonzchen 
Kugeln entsteht, wie dies aus der weiteren Beschreibung ersichtlich sein wird. 

Der Apparat steht auf der kreisförmigen Platte A des festgefügten und er- 
schütterungsfrei aufzustellenden Bockes B. In die Platte A sind drei Messingplatten 6 
eingelegt, von denen eine gekörnt ist, die beiden anderen mit radialer Rinne versehen 

sind, zur Aufnahme der Fuß- 
echrauben D des Apparates. 
Das aus Bronze gegossene 
ringförmige Grundstück E wird 
mit Hilfe des zentralen federn- 
den Zapfens F und der drei 
Fußschrauben D auf der Platte 
A festgebalten , so daß ein 
Umkippen des oben stark seit- 
lich ausladenden Apparates ver- 
hindert wird. Der Ring E zeigt 
* auf seiner Außenfläche auf ver- 
silbertem Grunde zwei Marken 
G, und G 2 , von denen 
genau quer zu dem mit E fest 
verbundenen und also im Raume 
unverändert fest bleibenden, aus 
Mahagoni gearbeiteten, 1 m 
langen Rabmen H steht, wäh- 
rend G s um 45° entfernt ist; 
diese zweite Marke G 2 lat nur 
deswegen erforderlich, weil bei 
gewissen Stellungen der sogleich 
zu beschreibenden drehbaren 
Teile die Marke G, verdeckt 
wird. Mit E konzentrisch und 
konisch eingeschlilfen dreht 
sich die Scheibe J. Dieselbe 
ist an ihrer äußeren zylindrischen 
Fläche mit Teilung in ganze 
Grade versehen, die an deD 
Marken O l oder G 2 abgelesen 
wird. In diese Scheibe J 
ist das obere Ende des 
Zapfens F eingelassen , so 
daß hierdurch zugleich der 
Ring E und die Scheibe J mit 
den an ihnen befestigten Rahmenstücken gegen Umkippen geschützt werden. Mit 
der Scheibe J fest verschraubt ist das aus Mahagoni hergestellte Winkelstück K. Das- 
selbe ist etwas kürzer als der Rahmen H und läßt sich zusammen mit der Scheibe J 
durch letzteren hindurch in jeden beliebigen Kurs leicht und sanft einstellen; der 
Kurs wird dabei an den Marken G abgelesen. In dem Winkelstück K bängt der durch 
ein starkes Mahagonibrett L dargestellte Schiffskörper. Diese Aufhängung geschieht 
durch zwei hohle Achsen M, um welche sich die Messingarme N drehen; letztere 
sind an L befestigt. Bei der der Krängung des Schilfes entsprechenden Drehung um 
die Achse M schnappen zwei federnde Stifte in die von 5° zu 5° gesetzten Löcher 
zweier messingener Kreisbogen 0. (Der eine dieser Bogen ist in der Zeichnung per- 
spektivisch verdeckt und ragt nur wenig hinter dem Winkelstück K hervor.) 

Um den ganzen Schiffskörper mit seinen darauf befestigten Eisenteilen senkrecht 
zu beben , entsprechend einer Tieferlegung des Kompasses an Bord , ist in den 



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21b 

Messingarmen N 10 cm unterhalb der Achse M ein «weites Paar von Bohrungen vor- 
gesehen, bo daß man den Schiffskörper um 10 rm heben kann, wenn man die von 
außen herausnehmbaren Hohlachsen M lüftet und nun die unteren Bohrlöcher über 
die Drehungsachsen schiebt. Diese Vorrichtung ist übrigens in der Regel entbehrlich. 

An den Schiffskörper L lassen sich nun nach Belieben eiserne und stählerne 
Gegenstände befestigen, z. B. zwei eiserne Platten P, von denen die eine angesteckt, 
die andere sichtbar auf dem Bocke liegt, odor eiserne Stäbe und Magnete Q. Zur Be- 
festigung dienen kleine, beliebig einzuschraubende Messingbülsen mit Klammern R. In 
der Mitte dos Schiffskörpers, und zwar bei Krängung Null genau in die vertikale Um- 
drehungsachse des Modelles fallend, sitzt mit Bajonettverschluß das leicht abnehmbare 
Messingrohr S. Dasselbe trägt in federnden Hülsen verschiebbar zwei Paar kleine 
kompensierende Magnete t und einen gleichfalls mit Hülse verschiebbaren Doppelarm w, 
auf ^welchem zwei Thomsonsche Kugeln v aus weichem Eisen sitzen und nach der 
Mitte zu verschiebbar sind. Zur Kompensation der Krängungsdeviation wird ein vertikuler 
Magnet im Innern des Rohres 5 verschoben. Man sieht davon in der Pigur nur den 
durch einen Schlitz nach außen gehenden Knopf tv. 

Anstelle des Kompasses tritt das Magnetometer a. Dasselbe ruht auf drei zur 
Vertikalstellung der Magnetometerachse erforderlichen Stellschrauben auf der Oberfläche 
des Rahmens H und wird durch einen hier befindlichen Schütz von oben in den 
Rahmen gesetzt. Der Schlitz ist so weit, daß eine seitliche Verschiebung des Magneto- 
meters zwecks genauer Zentrierung in die Umdrehungsachse des ganzen Apparates er- 
folgen kann. Zu diesem Behufe ist eine Messingplatte mit gekörnten Löchern für die 
drei Stellschrauben auf der Oberfläche von H verschiebbar. Um auch die Höhe des 
Magnetometers derart justieren zu können, daß die Magnetmitte in die Achse MM fällt, 
ist das ganze Magnetometer in einer Hülse vertikal verschiebbar. Es besteht nämlich 
aus dem unteren starken KupfergehüuBe b und dem mit letzterem durch ein Messingrohr 
verbundenen oberen SpiegelgehäuBe. Das Messingrohr ist in der mit den drei Stell- 
schrauben versehenen Hülse verschiebbar. In dem unteren, zwecks Dämpfung massiv 
kupfernen Gehäuse schwebt in einer rautenförmigen Aussparung der ebenso geformte, 
hochkant gestellte kleine Magnet. Die Mitte desselben ist durchlocht und die Stirn- 
flächen des Gehäuses b sind mit Glimmer geschlossen, um so eine ViBicrrichtung durch 
die hohlen Achsen und das Loch des Magneten zu schaffen. Mit dem in c schwebenden 
Spiegel ist der Magnet durch einen sorgfältig gerade gezogenen, dünnen Aluminiumstab 
verbunden. Der letztere wird bei der Zusammensetzung von oben eingeführt und in 
die hohe Kante des Magneten geschraubt. Die Aufhängung des Magnet- und Spiegel- 
systems geschieht durch einen Kokonfaden, der in bequemer Weise am oberen, mit 
Zentrierscheibe versehenen Torsionskopf befestigt wird. 

Je nachdem eine Skalenablesung mit Fernrohr oder mit Flammenzeiger ge- 
wünscht wird, verschließt man das Spiegelgehäuse mit Planglas oder mit Konvexlinse 
und befestigt an der Außenseite des feststehenden Rahmens H entweder eine kreis- 
förmig gebogene transparente Skale d mit Tischchen / und Schlitzlampe e oder die (in 
der Figur unten auf dem Bock liegende) Skale mit Fernrohr. 

Zur Aufstellung des ganzen Apparates setzt man zuerst den Bock auf einen 
festen Steinpfeiler oder guten Fußboden derart, daß der feste Rahmen senkrecht zum 
magnetischen Meridian liegt. Wenn alsdann Spiegel und Magnet genau parallel gestellt 
werden, so spielt der Flammenzeiger auf die Mitte der Skale ein. Sollte eine andere 
Aufstellung des festen Rahmens H der Lokalität besser entsprechen, so kann auch jede 
andere Richtung gewählt werden, indem man das Spiegelgehäuse gegen das Kupfer- 
gehäuse und zugleich den Spiegel gegen den Magneten dreht. Die Kursablesung, 
welche auf die zuerst beschriebene Aufstellung durch Bezeichnung der Hauptkurs- 
richtungen zugepaßt ist, muß dann natürlich entsprechend abgeändert werden. Nun- 
mehr richtet man mittels der Fußschrauben C die Hauptdrehungsachse genau vertikal, 
was durch Visieren des für die Kompensationsmagnete bestimmten Trägers S nach 
einem Fadenlote mit genügender Genauigkeit ausführbar ist. Etwas umständlicher Ist 
die Justierung des Magnetometers. Die Achse des Magnetometers wird mittels der 
Stellschrauben genau vertikal gestellt; sodann wird durch Zentrierung des Torsions- 
kopfes der Magnet mit seinem Gehäuse zentriert; darauf schiebt man das Magnetometer 
in seiner Hülse so tief, daß die Magnetmitte in die Höhe der Achse M kommt, und 
durch Verschiebung der auf der Oberseite von H liegenden Grundplatte so weit, daß die 
Magnelmilte genau in die Achse M und zugleich in die vertikale Umdrehungsachse des 



tun m 

t:>. November 11KWS. 



L. Weber, Beschreibung eine« Deviatlonamodellee. 



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216 



L W«ber, Beschreibung ein®« D«viationamod«lln. — V«r®lnsnachnchUn. 



Deutsch« 

MchinlkcrZtg 



Modellen fallt. Ist dies erreicht, so muß man durch die Hohlachse M und das Loch 
des Magneten hindurchsehen können und zu gleicher Zeit muß das Kohr S genau in 
der Richtung des messingenen Magnetometerrobres liegen (natürlich bei nicht gekrängtem 
Schiffskörper). 

Ist diese einmalige Einstellung des Magneten genau bewerkstelligt, so laßt sich 
das Modell in derselben Weise wie das Neuinay ersehe zur Demonstration der 
Deviationsgesetze verwenden, und die Einstellungen des Magneten sind dabei auch für 
etwas ferner stehende Zuhörer sichtbar zu machen. Die zur Erläuterung vorzuf&hrenden 
Versuche sind in klassischer Form von Hm. v. Neumayer in seinem für alle Zeiten vor- 
bildlichen „Leitfaden für den populären Unterricht in der Deviationeiehre“ ') beschrieben, 
so daß ein weiteres Eingehen auf dieselben hier überflüssig wäre. Die durch die oben 
beschriebene Konstruktion für die 28 Neumayerechen Experimente erforderlichen und 
sich von selbst ergebenden Abänderungen bestehen im wesentlichen darin, daß die 
direkt beobachtete Größe in dem einen Falle die Deviation, in dem anderen der 
Kompaßkurs ist, die in der oben angegebenen einfachen Weise mittels des abzu- 
lesenden magnetischen Kurses wechselweise auseinander zu entnehmen sind. 

Geht man zu weiteren Studien über, etwa zu der grundlegenden Aufgabe, die 
funktionelle Beziehung zwischen Kompaßkurs und Deviation durch Berechnung der 
fünf Deviationskoefflzienten zu bestimmen und hieraus die Steuertabelle zu entwerfen, 
so ist das Verfahren bei beiden Modellen dasselbe, da die der Rechnung zugrunde 
zu legenden Beobachtungsdaten in beiden Füllen dieselben sind. Der durch die Spiegel- 
ablesung hier für die Genauigkeit der Rechnungen zu erzielende Vorteil steht und füllt 
übrigens, wie hier nochmals hervorgehoben werden möge, mit der auf die Zentrierung 
des Magneten verwendeten Sorgfalt. Denn eine ungenügende Zentrierung würde zwar 
die meisten der 28 Experimente nicht wesentlich stören, wohl aber bei der Berechnung 
der Deviationskoeffizienten sehr merkliche Abweichungen zwischen Beobachtung und 
Rechnung ergeben, da eine rechnerische Berücksichtigung einer solchen Exzentrizität 
als ausgeschlossen gelten dürfte. 



Versinsnaehrichten. 



Der Hauptvorstand der 
D. O. f. M. u. O. 

setzt sich, nachdem die in § 11 Abs. 1 
vorgeschriebcuen Wahlen stattgefunden 
haben, in folgender Weise zusammen: 
Vorsitzender: Dr. H. Krüß; 
Stellvertretender Vorsitzender: Prof. 

Dr. S. Cznpski; 

Schatzmeister: W. Handke; 
sowie ferner: 

a) Oewählt t’om 17 . Mechanikertage 1906: 

Prof. Dr. L. Ambronn, 

Prof. Dr. F. Göpel, 

Prof. E. Hartmann, 

G. Heyde, 

Dr. D. Kaempfer, 

Kommerzienrat Gg. Schoenner, 
Regierungsrat Dr. H. Stadthagen, 
sowie die 3 oben Genannten. 

b) Vertreter der Zweigvereine: 

Berlin: W. Haensch, Baurat B. 

Pensky, (2 weitere Mandate sind 
zur Zeit nicht besetzt); 

Göttingen: W. Sartorius; 



I Halle: R. Kleemann; 

Hamburg- Altona: M. Bekel; 

Ilmenau: M. Bieler, Prof. A. Böttcher; 
Leipzig: L. Schopper. 

c) Der Redakteur der Zeitschrift für 
Instrum eilten kü nde : 

Prof. Dr. St. Lindeck. 

Dr. II. Krüll, 

Vorsitzender. 



D. G. f. M. u. O. Zweigverein Halle. 

Sitzung vomB.Oktober 1906. Vorsitzender: 
Hr. R. Kleemann. 

Die erste Sitzung nach den Ferien 
wurde vom Vorsitzenden unter be- 
grüßenden Worten mit der Bitte, den Vereine- 
sitzungou mehr Aufmerksamkeit schenken zu 
wollen, eröffnet. Derselbe berichtet noch, daß 
im vergangenen Sommer ein gemeinschaftlicher 
Ausflug nach Wörlitz sowie eine Kremserpartie 
nach Burgliebenau und Merseburg ausgeftlhrt 
seien und daß die Teilnehmer voll befriedigt 
waren: indes hatte auch hier die Beteiligung 



) /trcAie der heutscha» Sericarte <i. Kr. 2. 1881. 



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Heft 22. 

!■>. ,VoTBmb»r l»Ofl 



V*r«ln*nachrlcht«n. 



217 



zu wünBchen übrig gelassen. Sodann berichtet 
Hr. Unbekannt über den 17. Deutschen Me- 
chanikertag in Nürnberg in ausführlicher Weise, 
ebenso über einen Gang durch die Bleistift- 
fabrik von Joh. Faber, wobei derselbe den 
ganzen Werdegang des Bleistiftes vorführte. 
Ferner legte er ein paar Enixantos-Gläser vor. 
Weiter führte Hr. Unbekannt eine Anzahl 
Crookesscher Röhren vor, in welchen ver- 
schiedenartige Mineralien (Kalkarten) in Form 
von Blumen, Käfern, Schmetterlingen etc. ein- 
gefügt waren, die unter Einfluß der Kathoden- 
strahlen zum Aufleuchten gebracht wurden. 

Hr. M ft der stiftete dem Verein ein ge- 
schmackvoll aus einer Wagenkapsel gefertigtes 
Schreibzeug, wofür ihm der Dank des Vor- 
sitzenden abgestattet wurde. 

Hr. Lehrer Otto wurde als Mitglied an- 
gemeldet. 

Hr. Baumgartel lenkt die Aufmerksamkeit 
auf das Sägen starker Eisenplatten mittels 
schnell rotierender Eisenplatten. Bei Krupp 
in Essen werden zur Zeit Panzerplatten von 
15 ein Stärke und 3 m Breite glatt durch- 
schnitten Es entspann sich hierüber eine lang 
anhaltende, interessante ' Debatte. Es wurde 
betont, daß auch die Wissenschaft dafür noch 
keine Erklärung gefunden habe, daß man 
mittels ganz weichen Eisens den harten Stahl 
bearbeiten könne, ohne die Scheibe wesentlich 
abzunutzen. Hr. Baumgartel erbietet sich in 
seiner Werkstatt einmal einen Versuch anzu- 
stellen. Sodann wurde noch mitgeteilt, daß 
die Härte des Tantal so bedeutend sei, daß ein 
Blech von 1 mm Stärke während dreier Tage 
und Nächte mit einem Diamantbohrer bearbeitet 
worden sei und nach dieser Zeit nur eine ganz 
geringfügige Vertiefung gezeigt habe. 

Da weitere Eingänge nicht erfolgt waren, 
schloß der Vorsitzende um a / 4 12 Uhr die 
sehr angeregt verlaufene Sitzung. 22. £2. 

Zweig verein Göttingen. Sitzung 

vom 16. Oktober 1906. Vorsitzender: Hr. Prof. 
Dr. Ambronn. 

Der Vorsitzende eröffnet die Sitzung mit 
der Mitteilung, daß Hr. R. Brunn de ihm ein 
Schreiben gesandt habe, in welchem er sein 
Amt als 1. Vorsitzender niedorlegt und auch 
eine eventuelle Wiederwahl nicht mehr an- 
nehmen zu können erklärt. Dieses Schreiben 
wird verlesen und alsdann zur Vorstandswahl 
geschritten, zu welcher statutengemäß einge- 
laden worden war. Durch Stimmzettel wurden 
gewählt als i. Vorsi ttender Hr. ErnstRuhstrat, 
alB 3 Vorsitscndcr Hr. Prof. Dr. Ambronn, als 
Ka$$emc<irt Hr. W. Sartorius, als Schriftwart 
Hr. Prof. Behrendsen. Mit Ausnahme des 
Letztgenannten, der verreist ist. nehmen die 



Qenannten die Wahl an. — Zum Vertreter des 
Zweigvereins in dem Hauptvorstand wird Hr. 
W. Sartorius gewählt, der ebenfalls die Wahl 
annimmt. — Hierauf macht Hr. Prof. Ambronn 
Mitteilungen über den Verlauf des 17. Mecha- 
nikertages, die Bayer. Landesausstellung und 
den Besuch bei einigen hervorragenden Fa- 
briken in Nürnberg. B. 

Abi. Berlin E. V. Sitzung vom 30. Ok- 
tober 1906. Vorsitzender: Hr. W. Handke. 

Hr. Dr. Br. Glatzel spricht über: Neuere 
mikroskopische Untersuchuugsmethoden. Abbe 
und Helmboltz haben gezeigt, daß die Grenze 
des Auflösungsvermögens beim Mikroskop er- 
reicht wird, wenn die aufzulösenden Streifen 
um die halbe Wellenlänge des verwendeten 
Lichtes voneinander abstehen, weil dann 
Beugungserscheinungen auftreten, die das Bild 
verfälschen; dieB wird an Drahtgittern demon- 
striert. Die Firma Carl Zeiß hat daher Mikro- 
skope konstruiert, bei denen sie ultraviolettes 
Licht mittels Kadmiums oder Magnesiums als 
Beleuchtung verwendet ; dadurch wird die Auf- 
lösungsfähigkeit erhöht; das Okular dieser 
Mikroskope ist ein sog. fluoreszierendes und 
wird nach der Einstellung des Objektes 
durch eine photographische Kammer ersetzt 
Sieden topf, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei 
Carl Zeiß, und Zsigmondy haben es erreicht, 
daß man noch kleinere Partikelchen, z. B. das 
im Rubinglase fein verteilte Gold, wenigstens 
indirekt erkennt, indem die durch jene Teilchen 
hervorgerufenen Beugungserscheinungen im 
Gesichtsfelde sichtbar gemacht werden. Braun 
in Straßburg hat gezeigt, daß man noch fest- 
zustellen vermag, ob an der beobachteten 
Stelle Struktur vorhanden ist oder nicht. Der 
Vortragende schloß seinen durch viele Licht- 
bildor und Demonstrationen erläuterten Vortrag 
mit einem Dank an die Firmen F ranz Schmidt 
& Haensch und Carl Zeiß für das ihm zur 
Verfügung gestellte Demonstrationsmaterial. 

Nachdem Hr. Handke dem Vortragenden 
gedankt, widmet er dem jüngBt verstorbenen 
Mitglied F. Sokol warme Worte des Ge- 
denkens; die Anwesenden erheben sich von 
ihren Plfttzen. 

Aufgenommen wird: Hr. Otto Daefler, in 
Firma C. Ösayra; Werkstatt für Modelle und 
Holzmaßstäbe; Berlin N 20, Wiesenstr. 25. 

Bl 

ZwelgTerein Hamburg- Altona. Sit- 
zung vom 6. November 1906. Vorsitzender: 
Hr. Dr. H. Krüß. 

Der Vorsitzende teilt den Inhalt einiger 
Zuschriften der Hamburgischen Gewerbe- 
kammer mit. 



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21K 



BUchcrschau u. Preislisten. 



Patentliste. 



Deutsche 
M ec h antkerJZtg. 



Hierauf halt Hr. Kmil Go 11 mann einen 
sehr interessanten Vortrag Uber das Kisenbahn- 
sicherungswesen, wobei er die Einrichtung der 
Blockstationen eingehend beschreibt unter 
Vorführung eines sehr lehrreichen Modells 
und Anwendung der einzelnen Konstruktionen 
auf ein- und zweigleisige Bahnen; hierauf folgt 
die Schilderung der isolierten Gleisstrecke und 
des durch die Durchbiegung der Schienen 
bewirkten Kontaktes sowie der Weichen* 
Sicherung. H . K. 



Bücherschau u. Preislisten. 

Preinverselchni»«« u. dgl. 

C. 1’. Goerz, Friedenau-Berlin. Photo-Ob- 
jektivo und -Apparate, Hand -Doppelfern- 
rohre und Zielfernrohre. 8°. 111 S. mit 70 Fig. 
und zahlreichen Bildtafeln. 

Der Katalog ist eine sehr ausführliche 
Darlegung alles dessen, was an den Objektiven, 
Kameras u. s. w. wesentlich und wissenswert 
ist; er beschrankt sich nicht darauf, eine 
trockene Aufzahlung der Gegenstände nebst 
Preisangaben zu geben, sondern bietet, wie 
dies bei modernen Katalogen ja immer mehr 
Brauch wird, dem Rat Suchenden genaue, 
tabellarisch zusammengefaßte Daten Uber die 
Eigenschaften der Erzeugnisse und klare An- 
weisungen für eine zweckmäßige Wahl. — 
Außer den bekannten Objektiven der Firma, 
von denen nicht weniger als 200000 Stück bis 
jetzt geliefert w'orden sind (Doppel-Anastigmate, 
Lynkeioskope, Paraplanat, Choroskop und Tele- 
objektiv) enthalt der Katalog noch Angaben 
Uber folgende photographische Gegenstände: 
Prismen und Spiegol, Farbenfiltor, Lupen, Ka- 
meras (darunter das interessante Stereo-Binocle, 
das Kamera, Theaterglas und Fernrohr zugleich 
ist),MomentverächlU8se, Vorgrößerungsapparato. 
Daran schließen sich Stereoskope, dio Triöder- 
ßinocles (von denen bis jetzt 100000 Stück ge- 
liefert wurden) und schließlich Zielfernrohre. 

Die Ausstattung des Katalogs verdient dio 
größte Anerkennung, besonders erwähnt seien 
die sehr zahlreichen Reproduktionen von Bildern, 
die mit Goorzschen Objektiven hergestellt sind; 
diese Tafeln geben nicht nur eine Anschauung 
davon, wie Vorzügliches sich mit den Objek- 
tiven leisten Hißt, sondern sie gewahren auch 
— nur als Bilder betrachtet — einen so schönen 
ästhetischen Genuß, daß man immer wieder 
gern zu dem Kataloge greifen wird. 



Patentliste» 

Bia zum 20. Oktober 1906. 

Klusse: Anmeldungen, 

21. A. 12 590. Meßgerät für Widerstande um! 
Kapazitäten. Allg. Elektrizitäts-Gesell- 
schaft, Berlin. 20. 11. (3. 

B. 40 214. Verfahren zur Übertragung von 
reellen optischen Bildern in dioFomo; Zus. 
z. Pat. Nr. 173 783. E. & M. Belin, Lyon, 
Frankr. 14. 6. 05. 

B. 41 686. Wechselstrom • Induktionsmeßgerat. 
VV. M. Bradshaw, Wilkinsburg, V. St. A. 
13. 12. 05. 

B. 42 933 Einrichtung zum Schutze der Ab- 
schmelzröhro an elektrischen Vakuumappa- 
raten mit innerer Flüssigkeitsfüllung. H. 
Boas, Berlin. 26. 4. 06. 

42. A. 11353. Verfahren und Einrichtung zur 
Aufhebung bezw. Herabsetzung des Rei- 
buugseinftusses bei in Lagern bewegten 
Körpern unter Anwendung beweglicher La- 
ger. N. Ach, Marburg i. H. 24. 9. 04. 

H. 37 234- Manometer zur Messung kleiner 
Drucke. A. Heil, Frankfurt a. M. 23.2.06. 

K. 30 277. Vorrichtung zum Aufzeichnen oder 
Anzeigen des aus Druck und Menge sich 
zusammensetzenden Wertes von Gasen und 
Dampfen; Zus. z. Pat. Nr. 162 674. G. Kie- 
fer, Feuerbach, u. E. Honold, Stuttgart. 
2. 9. 05. 

K. 31 827. Verfahren zur Bestimmung der 
Gasdichte durch aörostatische Druckmessung. 
A. Krön er, Leipzig. 14. 4. 06. 

Erteilungen. 

21. Nr. 178 462. Quecksilberdampflampe. O. D. 
Lucas, London. 15. 11. 05. 

Nr. 178 466. Quecksilberdampflampe mit Kipp- 
zündung. Schott & Gen., Jena. 28. 12. 05. 

Nr. 178 859. Meßgerät nach Ferrarisschem 
Prinzip; Zus. z. Pat. Nr. 174 248. Hart- 
mann & Braun, Frankfurt a. M. 26.4. 06. 

Nr. 178 8G0. Galvanometer. J. Richard, Pa- 
ris. 26 4 06. 

Nr. 179 093. Vorrichtung zum selbsttätigen 
Aufzeichnen des Verlaufs mehrerer physi- 
kalischer Vorgänge. Siemens & Halske, 
Berlin. 29. 11. 03. 

Nr. 179 284. Einrichtung zur Empfindlichkeits- 
steigerung elektrischer Anzeige- und Re- 
gulierungsgerate. M. Kall mann, Berlin. 
28. 12. 04. 

32. Nr. 178 520. Verfahren zum Verspiogeln 
durchsichtiger Gegenstände, von Heyden, 
Radobeul b. Dresden. 26. 7. 05. 

42. Nr. 178 136. Quecksilberluftpumpe nach 
Sprengel. A. Beutel), Santiago de Chile. 
19. 1. 06. 

1 Nr. 178 137 Able»evor» ichtung für Büretten 



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lieft 22 

IS, November üMX». 



Bemerkungen su dem Referat „Tinol 1 



uud Ähnliche Meßinstrumente. W. B rend- 
ler, Zittau. 13. 2. 06. 

Nr. 178 256. Vorrichtung zur Bestimmung der 
Seitenlangen beliebiger Dreiecke. 0. A Os- 
monson, Grand Forke, H. Haroldaon u. 
K. J. Berg, Crookston, V. St. A. 9. 7. 05. 

Nr. 178 316. Farbzuführung für den Registrier- 
etift von empfindlichen Meßgeräten. P. Braun 
ft Co., Berlin. 18. 11. 05. 

Nr. 178 527. Meßinstrument nach Art der Mi- 
krometer, mit einem mechanischen Über 
eetzungsgetriehe. C. Bchoibenetock file, 
La Chaux-de-Fonds, Schweiz. 12. 11. 05. 

Nr. 178 708. Tripelspiegel. C. Zeiß, Jena. 
8. 11. 05. 

Nr. 178 709. Gelenkdoppelfcmrohr mit Halter 
Derselbe. 6. 2. 06. 



[^Bemerkungen zu dem Referat: 
f P* i Tinol, eine neue LÖtmasec. 

Diete Zeitvehr. 1906. S. 185. 

Der Berichterstatter, welcher a. a O. Ober 
Tinol eine kleinere Mitteilung bringt, meint, 
ich hätte bei meinen Messungen und Zahlen- 
angaben einiges übersehen. Dem muß ich ent- 
gegentreten. Ich bin mir selbstverständlich 
vollkommen der einfachen klaren Tatsache 
bewußt gewesen, daß die Lötstellen, seien es 
nun Würge- oder Wickellötstellen oder Löt- 
stellen in Litzen, einen größeren Metallquer- 
schnitt besitzen als die fortlaufende Leitung 
und deswegen weniger Widerstand haben als 
diese. Der Widerstand eines einige Lötstellen 
enthaltenden Drahtes fällt also aus diesem 
Grunde geringer aus als derjenige des unge- 
teilten Drahtes; 5 bis 6% ist hierfür durchaus 
kein hoher Betrag und, im Gegensatz zu der 
Behauptung des Berichterstatters, der Unter- 
schied hiermit durchaus zu erklären. Würde 
ich die Zahl der Lötstellen pro Meter größer 
gewählt haben, so wäre der Betrag noch größer 
geworden; ja, wenn sich Lötstelle an Lötstelle 
reihen würde, könnte man etwa den halben 
Widerstand erbalten wie ohne Lötstellen. Be 
handelt sich bei der ganzen Aufgabe, die ich 
mir gestellt hatte, eben um die Frage, ob 
Tinol-Lötstellen in der Leitung der Bedingung 
genügen, daß durch sie der Widerstand der 
Leitung nicht vermehrt wird. Der Vollständig- 
keit und des Vergleichs wegen wurden Löt- 
stellen mit Stangenlot mit zur Beobachtung 
herangezogen. Das, was der Berichterstatter 
will, nämlich Untersuchung des Widerstandes 
des Lotes selbst, war nicht Gegenstand der 
Aufgabe. Ich möchte hier noch erwähnen, 
daß die Kupfernormalien des Verbandes 
Deutscher Elektrotechniker bestimmen, daß die 
Querschnitte grundsätzlich durch Widerstands- 
messung zu ermitteln sind. Dies ist durchaus 



219 

sinngemäß, denn man will doch, wenn man 
eine Leitung verlegt, in erster Linie, daß der 
Widerstand zwischen den beiden verbundenen 
Punkten einen gewissen Wert nicht über- 
schreitet. Dr. M . Corsepius . 

Erwiderung aul vorstehende Bemerkungen. 

Nach der Ende Juni erfolgten Abfassung 
des o. a. O. abgedruckten Referats hatte ich 
Gelegenheit, das Löten mit Tinol zu sehen und 
mich von der Brauchbarkeit des Tinols als 
Lötmasse auch durch eigene Versuche zu über- 
zeugen ; dabei hat sich das im 2. und 3. Absatz 
sowie am Schluß meines Referats gefällte 
Urteil vollkommen bestätigt. 

Was meine Kritik der von Hm. Dr. M. 
Corsepius an Leitungsdrähten und Litzen 
Angestellten Versuche betrifft, bo bezweifele 
ich gar nicht, daß ihm die Querschnittsver- 
größerung durch die Lötstellen bekannt war. 
Aber die Fassung, die Hr. Dr. Corsepius den 
Folgerungen aus seinen Resultaten gibt, könnon 
bei dem Nichtelektrotecbniker — und deren 
sind gar viele unter den Mitgliedern des 
Vereins zur Beförderung des Gewerbfleißes — 
leicht eine falsche Vorstellung von der Wirkung 
dos Lotes erwecken. Da die Endergebnisse 
durch die Leitfähigkeit k (also bezogen auf 1 m 
und 1 qmm) und nicht durch den Widerstands- 
wert in Ohm ausgedrUckt sind, so könnten 
Nichtelektrotechniker beinahe auf den Gedanken 
kommen, daß sich aus den Versuchen eine 
bessere Leitfähigkeit des mit Tinol gelöteten 
Drahtes gegenüber dem ungelöteten oder auf 
gewöhnliche Weise golöteten ergebe. Die 
Versuche aber zeigen lediglich, daß Drähte, 
welche durch Wickeln oder Würgen miteinander 
verbunden und nachher mit Tinol verlötet sind, 
dem 8trom keinen wesentlichen Widerstand 
entgegensetzen (gerade wie dies bei gewöhn- 
lichen Zinnlötungen der Fall ist), daß mithin 
den Verbands Vorschriften Genüge geleistet 
wird, und die Lötstellen bei Verwendung von 
Tinol in der Tat leiten , während ungelötete oder 
schlecht gelötete Wickel- oder Würgelötstellen 
infolge der nur an einzelnen Punkten statt- 
findenden Berührung einen höheren Widerstand 
haben können. 

Meine Worte „jedoch sind die ermittelten 
Unterschiede von 5 bis 6 % zwischen dem 
Widerstand der fortlaufenden Leitung und der 
mit Lötstellen versehenen hierdurch nicht zu 
erklären“, beziehen sich, wie auch aus der 
(allerdings nicht sehr glücklich gewählten) 
Satzbildung und Interpunktion hervorgeht, auf 
die Erhitzung bei der Lötung. 

IF. Klußmann 



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220 



Protokoll dea 17. Deutachen Mechanikertagea. 



Deotarb* 

M achanlke r-Ztg 



17. Deutscher Mechanikertag in Nürnberg 

am 17. und 18. August 1906. 



Verzeichnis der Teilnehmer. 

A. Behörden und Vereine: 

1. Reichs- Marine- Amt, vertreten durch Hrn. KapitAuleutnant Schmidt. 

2. Bayerisches Ministerium des Äußern, vertreten durch Hrn. Regierungsrat 
Weidner. 

3. Regierung von Mittelfrauken, vertreten durch Denselben. 

4. Württemb. Centralstelle für Gewerbe und Handel, vertreten durch Hrn. Dir. 
Prof. Dr. Göpel. 

5. Physikalisch-Technische Reichsanstalt, vertreten durch das Mitglied Hrn. 
Franc v. Liechtenstein. 

6. Normal-Eichungs-Kommisaion, vertreten durch die Mitglieder Hrn. Regierungs- 
rat Dr. Stadthagen und Hm. Baurat Pensky. 

7. Preußisches Meteorologisches Institut, vertreten durch Hm. Prof. Dr. Arendt. 

8. Bayer. Eisenbahn- Betriebsdiroktion zu Nürnberg, vertreten durch Hrn. 
Direktionsrat Fischer. 

9. Bayer. Oberpostamt für Mittelfranken, vertreten durch Hrn. log. Nikloa. 

10. Beru fsgenossenschaft für Fein mechauik, vertreten durch Hm. Ing. Renz. 

11. Magistrat der Stadt Nürnberg, vertreten durch Hrn. Ober-Baurat Weber. 

12. Handels- und Gewerbekammer für Mittelfranken, vertretet» durch Hrn. 
Fabrikbesitzer Seiler. 

13. Germanisches Museum, vertreten durch Hm. Direktor Stegmann. 

14. Gh. Sächsische Prüzisionstochnische Lehranstalten in Ilmenau, vertreten 
durch Hrn. Dir. Prof. Böttcher. 

15. Central verband der Inhaber optischer Ladengeschäfte, vertreten durch 
Hrn. W. Pfa ff- Heidelberg. 

B. Die Herren: 



1. Prüf. Dr. L Amhronn-Göttingen. 

2. Dir. R. Baumann-Purtwangen. 

3. M. Berger, v. d. Fa. Carl Zeiß-Jena. 

4. A Blaschke-Berlin. 

5. E. Böhme, i. Fa. C. Lüttig-Berlin. 

6. 0. Boettger, i. Fa. O. M. Hempel-Berlin. 

7. Paul Buettger-Berlin. 

8. A. Burkhardt-Glashütte Sa. 

9. J. Dennert-Altona. 

10. Dr. M. Edelmann -Müuchen. 

11. Dr. K. G. Frauk-Cöln a. Rh. 

12. H. Haecke-Berlin. 

13. W. Handke-Berlin. 

14. Prof. E. Hartmann-Frankfurt a. M. 

15. Prof. Dr. E. Hartwig-Bamberg. 

16. Const. Heintz-Stützerbach. 

17. W. Hensoldt-Wetzlar. 

18. G Heydo-Dresden. 

19. Dr.F. Kalkner, v.d.Fa.Siemsns-Schuckert- 
Werke-N ürnberg. 

20. Dr. D. Kaempfer-Braumchweig. 

21. P. Kertzingor-Halle a. S. 

22. G. Klünder-Nürnberg. 

23. F. Köhler-Leipzig. 

24. P. Kretlow, v. d. Fa. W. v. Pittier A.-G.- 
Berlin. 

25. Dr. H. Krttß-Hamburg. 

*26. R. Küchler-llmenau. 

C. 14 Damen. 



27. E. Kühne, v. d. Fa. Siemens-Schuckert- 
Werke-Nürnberg. 

28. Prof. Dr. 8t. Lindeck-Charlottenburg. 

29. Th. Ludewig-Berlin. 

30. E. Marawske-Berlin. 

31. K. Martin, v. d. Fa. E. Busch-Rathenow. 

32. E. Meiser-Dresden. 

33. Br. Mitteletraß-Magdeburg 

34. C. Mittelstraß-Magdeburg. 

35. A. Peßler-Freiberg Sa. 

86. W. Petzold-Lcipzig. 

37. R. Riedel-Leipzig. 

38. E. Ruhstrat-Göttingen. 

39. H. F. Ruß, v d. Fa. Carl Zeiß-Jena. 

40 H. Schmidt-Berlin. 

41. Kommerzienrat G. Schoenner-Nürnberg 

42. L. Schopper-Leipzig. 

43. P. Schüll-Bockenheim. 

44. F. Bokol-Berlin. 

45. P. Stein-Frankfurt a. M. 

46. E. Steinor, v. d. Fa. F. Schwabe-Moskau. 

47. A. Steis v. d. Fa. A. Ott-Kempten. 

48. E. Strech, v. d. Fa. Siemens & Halsko- 

Berlin. 

49. O. Unhekanut-Halle a. S. 

50. A. v. Walentynowicz-Königsberg Pr. 

51. Prof. Dr. Zickermann, v. d. Fa. Siemena- 
8chuckert-Werke-N ürnberg. 



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Heft 22 

15. November 190*'.. 



Protokoll de« 17. Deutschen Mechanikertages. 



221 



Sitzung: im großen Vortragssaale des Bayerischen Gewerbemusetims. 
Freitag, den 17. August 19(X>. 

Vorsitzender: Hr. Dr. H. Krüß. — Anfang: 9% Uhr. 

Der Vorsitzende begrüßt die Teilnehmer am Mechanikertage, sowie die Ver- 
treter der Behörden und Korporationen. 

Redner spricht seine besondere Freude darüber aus, daß die D. G. f. M. u. 0. einmal 
wieder in Suddeutschland ihre Tagung begehe, was seit dem Mechanikertage in München 
im Jahre 1893 nicht der Fall gewesen sei. Wenn damals nach dem Tode des verdienten 
bisherigen Vorsitzenden, Dir. Loewenherz, man etwas verzagt in die Zukunft gesehen habe, 
so sei erfreulicher Weiso die Entwicklung der Gesellschaft, namentlich durch die Be- 
gründung einer Reihe von Zweigvereinen, eine sehr befriedigende gewesen, und es sei zu 
hoffen, daß die diesmalige Versammlung zur weiteren Ausdehnung namentlich in Bayern 
Veranlassung geben werde. 

Im Namen ihrer Behörden sprechen die Herren Weidner, Weber, Seiler, 
v. Liechtenstein und Stadthagen, denen der Vorsitzende den Dank des Mechaniker- 
tages für das erwiesene Interesse ausdrückt. 

I. Der Vorsitzende erstattet den Jahresbericht. 

Der zu erstattende Jahresbericht kann dieses Mal ziemlich kurz werden, denn wir haben 
ein recht ruhiges Jahr in unserem Gesellschaftsleben zu verzeichnen. Es war keinerlei Arbeit 
für eine größere gemeinsame Ausstellung zu leisten; die im vorjährigen Bericht erwähnten 
Vorhereitungen zur Erleichterung der Beteiligung unserer Mitglieder an der Dauerausstellung 
für die ärztlich- technische Industrie im Kaiserin Friedrich - Hause zu Berlin haben dank der 
Mühewaltung unserer damit betrauten Kommission zu einer Belegung einer AuestellungsflAche 
seitens unserer Gesellschaft geführt, von welcher der Vorstand kleinere Stücke in vorteil- 
hafter Weise an die Mitglieder abgibt. Wir hoffen, daß die Mitglieder dauernd davon 
Gebrauch machen werden. Der Aufwand für die von uns zu diesem Zwecke zu be- 
schaffenden SchrAnke wird durch eine dafür von den Ausstellern zu erhebende Miete im 
Laufe der Zeit wieder eingebracht. 

Unser Verhältnis zu den Handwerkskammern ist geregelt. Der letzte Handwerks- 
kammertag im August 1905 in Cöln hat die Befürchtungen, welche die gleiche Versammlung 
im Jahre 1904 in bezug auf die Einführung des Befähigungsnachweises entstehen ließ, 
zerstreut. Es haben die gemäßigteren Anschauungen die Oberhand gewouncn, so daß man 
den Befähigungsnachweis nur für das Baugewerbe gefordert hat, also für ein Gewerbe, bei 
dem Gefahren für Leben und Gesundheit in Betracht kommen; im übrigen hielt man 
einen weiteren Ausbau der Gesetzgebung nach der Richtung hin für dringend erforderlich, 
daß der Meistertitel mit größeren Vorrechten ausgestattet wird. Es entsprach dieser 
Beschluß einem von der Hamburger Gewerbekammer zu dem Beratungsgegenstande ein- 
gebrachten Anträge. 

Für das von Hrn. Kleemann im Aufträge des Zweigvereins Halle begründete 
Hilfsbuch für den theoretischen Teil der Gehilfenprüfung ist eine neue Auflage in Vorbereitung. 
Es hat sich dieses Mal der Vorstand unserer Gesellschaft durch eine von ihm eingesetzte 
Kommission mit dieser Arbeit befaßt; wir hoffen, durch Berücksichtigung aller bei den Ge- 
hilfenprüfungen bisher gemachten Erfahrungen ein dem Zwecke dienliches Hilfsmittel her- 
zustellen. 

Wenn auch im allgemeinen die Stellung unserer Gesellschaft zw den gesetzlichen ge- 
werblichen Organisationen eine sehr freundliche ist, so kann es nicht ausbleiben, daß an 
einzelnen Stellen noch ungelöste Meinungsverschiedenheiten vorhanden Bind, welche zur 
Verbitterung der WerkstAtteninhaber führen, die sich durch die Maßnahmen der Handwerks- 
kammern geschädigt fühlen. Diese Erscheinungen sind von der Einführung des Handwerker- 
gesetzes an namentlich dort aufgetreten, wo nur einzelne oder wenige feinmechanische 
Werkstätten im Bezirke der Handwerkskammer vorhanden sind, da dort die Kammer nicht 
in der Lage ist, die Eigenart dieser Betriebe genügend zu berücksichtigen. Ein weiterer 
Grund zur Beunruhigung liegt vielfach darin, daß das Verhältnis zwiscbeu Fabrik und 
Haudwerk nicht ganz^klar geordnet ist und diejenigen Betriebe, welche von der Aufsicht 



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222 



Protokoll des 17 Deutschen Mechanikertag««. 



Deutsche 
Mechaniker Ztg: 



dor Handwerkskammer dadurch befreit sind, daß eie als fabrikmäßige Betriebe anerkannt 
werden, nun nicht in der Lage sind, ihre Lehrlinge zur GehilfenprQfung zugelaeaen zu 
sehen. Daß hier eine Regelung durchaus erforderlich ist, ist selbstverständlich, und ich 
glaube deshalb, daß sie auch kommen wird. 

Das auf dem vorjährigen Mechanikertage Uber die Beschaffenheit und Prüfung von 
Werkstattrezepten erstattete Referat klang dahin aus, daß es einzelnen Werkstattinhabern und 
auch unserer Gesellschaft nicht möglich sei, in dieser Frage vorwärts zu kommen, da dazu 
erhebliche technische und chemische Kenntnisse, sowie große Opfer an Zeit und Geld er- 
forderlich Beien, daß man vielmehr eine wissenschaftlich - technische Stelle zu finden ver- 
suchen müsse. Ich darf dem Mechanikertage die höchst erfreuliche Mitteilung machen, daß 
infolge eines Berichtes des Mitgliedes der Physikalisch - Technischen Reichsanstalt, Hrn. 
von Liechtenstein, welcher dem letzten Mechanikertage als Vertreter der Reichsanstalt 
beiwohnte, der Herr Präsident der Reichsanstalt seine Bereitwilligkeit erklärt hat, ver- 
schiedene Gebiete der Werkstattrezepte in der Physikalisch • Technischen Reichsanstalt be- 
arbeiten zu lassen. Der Vorstand hatte gehofft und gebeten, daß über diese Arbeiten schon 
auf dem diesjährigen Mechanikertage Bericht erstattet würde; das hat sich aber nicht er- 
möglichen lassen. 

Die Erhebungen zum Zwecke der Statistik des deutschen Außenhandels haben Anfang 
dieses Jahres zum letzten Mal nach dem alten, für uns sehr ungünstigen Warenverzeichnis 
stattgefunden. Mit dem 1. März dieses Jahres ist ein auf Grund des neuen Zolltarifes be- 
arbeitetes, neues statistisches Warenverzeichnis in Kraft getreten. Für die Einfuhr mußte 
die für uns ungünstige Einteilung des neuen Zolltarifes beibehalten werden, für die Ausfuhr 
ist aber, dank dem Entgegenkommen der Behörden, das von unserer Gesellschaft aufge- 
stellte Schema für die Einteilung unserer Erzeugnisse fast vollständig angenommen 
worden, so daß wir im Laufe der nächsten Jahre ein naturgetreueres Bild unserer Ausfuhr 
gewinnen werden, als dieses bisher möglich war. 

Die Fragen der Neuausgabe einer Geschichte der mechanischen Kunst und der Beteiligung 
unserer Gesellschaft an einer Abbe-Stiftung sind von den damit betrauten Kommissionen be- 
handelt worden; ihre Berichte stehen auf unserer Tagesordnung. 

Wenn ich am Anfänge gesagt habe, daß unsere Gesellschaft ein ruhiges Jahr gehabt 
hat, so soll damit nicht behauptet Bein, daß in unserer Industrie nicht ein reges Leben ge- 
herrscht habe. So weit ich es beurteilen kann, ist in unseren Betrieben emsig gearbeitet 
worden, unsere Erzeugnisse an Quantität und Qualität zu heben; es wurden viele neue Kon- 
struktionen wissenschaftlicher Instrumente und solcher, die wissenschaftlich-technischen 
Zwecken dienen, auf den Markt gebracht, und zwar nicht nur auf Grund von Anregungen, 
die von außen her durch die Wissenschaft erfolgten, sondern auch auf eigene Initiative der 
Werkstätteninhaber hin. Mehr und mehr suchen sich auch Werkstätten mittleren Umfauges 
durch Anstellung wissenschaftlich vorgebildeter Mitarbeiter zu stärken. Das stete Wachsen 
der Materialpreise und Löhne und das Bestreben, dem Auslände gegenüber konkurrenzfähig 
zu bleiben, erfordert die höchste Anspannung aller Kräfte, um bei der Herstellung der Er- 
zeugnisse einen guten Verdienst für alle in unserem Fache Beschäftigten zu ermöglichen; 
es wird eine bessere Einrichtung der Arbeit, die Vervollkommnung der Arbeitsmaschinen, 
die Beschaffung eines Materials mit für den besonderen Zweck passenden Eigenschaften und 
die möglichste Ausnutzung des Materials erforderlich. Alle diese Bestrebungen haben ein 
allgemeines Interesse für alle unsere Fachgenossen, sie bilden ein Bindeglied für eie und 
helfen mit dazu beitragen, daß trotz scharfer Konkurrenz, welche die Fabrikanten gleich- 
artiger Instrumente untereinander treiben müssen, wenn überhaupt Leben und Fortschritt 
vorhanden sein soll, das Gefühl der Kollegialität in unseren Kreisen stetig wächst. 
Zu meiner Freude kann ich es aussprechen und die Besucher unserer Versammlungen 
werden es bestätigen, daß sich in unserer Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik 
zwischen Männern, die geschäftlich Konkurrenten sein müssen, persönliche Freundschafts- 
beziehungen recht häufig herausgebildet haben, derart, daß vorkommenden Falls — also 
z. B. bei den gemeinsam von uns veranstalteten Ausstellungen — einer für die Interessen 
des anderen gern eingetreten ist. 

Endlich möchte ich noch auf die erfreuliche Tatsache hinweisen, daß das Deutsche 
Museum von Meisterwerken der Naturwissenschaft und Technik in vorläufig dafür her- 
gerichteten Räumen im Herbst dieses Jahres eröffnet werden wird. Nachdem der 
15. Deutsche Mechanikertag in Goslar in der Erkenntnis der Bedeutung eines solchen 
Museums auch für unsere Kunst die Mitarbeit der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und 
Optik zugesichert hatte, hat eine Anzahl unserer Mitglieder den Ausbau der Sammlung 



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Heft 23. 

IN. November UKW. 



Protokoll des 17. Deutschen Mechanikertages. 



223 



mit gefördert. Der Vorstand des Museums laßt die Teilnehmer am Mechanikertage einladen, 
einen Abstecher nach München zu machen und die bereits aufgestetlten Instrumente zu be- 
sichtigen. 

Wie notwendig es ist, daß die historisch wertvollen Instrumente gesammelt und fftr 
alte Zeiten an einer Zentralstelle aufbewahrt werden, zeigt folgendes Vorkommnis. Es be- 
tritt den Theodolit Fraunhofers, mit Hilfe dessen er 1814 die Entdeckung der schwarzen 
Linien im Spektrum machto 1 ), wodurch er die Möglichkeit schuf, die optischen Eigen- 
schaften der brechenden Medien prftzis in Zahlen auszudrUckcn. Ohne diese Entdeckung 
Fraunhofers erscheint die Entwicklung, welche die praktische Optik genommen hat, 
geradezu undenkbar. Dieses für uns also sehr wichtige und interessante Instrument, welches 
die Firmenbezeichnung „Utzschneider, Reichenbach Sc Liebherr“ trügt, war Ende 
der vierziger Jahre von dem damaligen Rektor der Nürnberger Polytechnischen Schule, 
Georg Simon Ohm, von dem Nachfolger Fraunhofers, der Firma Merz in München, 
erworben worden; es ging später in den Besitz der hiesigen Industrieschule über. Im Jahre 
1882 sah ich dieses Instrument auf der damals hier stattfindenden Lundes-Industrie-Ausstellung 
und erwähnte es in einem Bericht über die wissenschaftlichen Instrumente dieser Aus- 
stellung 2 ); im Jahre 1898 wurde es von dem damaligen Rektor Fiechtbauor sogar in der 
Abteilung für Instrumenteukundo der hier tagenden Naturforscher-Versammlung vorgeführt 3 ). 

Trotzdem konnte cs geschehen, daß der Lehranstalt, in der das Instrument aufbewahrt 
war, die Kenntnis von seiner Bedeutung ganz entschwand; es diente als ( v bungsinstniment 
und wurde dem Deutschen Museum gegen Ersatz durch ein Schülermodell um 92 M als 
einfacher Theodolit angeboten und vom Museum zunächst abgelehnt, da derartige Instru- 
mente bereits zahlreich vorhanden waren. 

Erst der günstige Zufall, daß Herr Prof. Dr. Czapek i auf die Vorführung dos Instru- 
mentes auf der Naturforscher- Versammlung hinwios, veraulaßte weitere Nachforschungen, 
welche dio Fberführung in das Deutsche Museum zur Folge hatten. 

Wenn solcher Vorfall selbst hier in Nürnberg, wo der historische Sinn gehegt uud 
gepflegt wird, wie kaum sonst irgendwo, möglich war, wie viele wertvolle historische 
Instrumente mögen wohl noch unbeachtet in den Instituten zu finden sein. 

Nach dieser kleinen Abschweifung wende ich mich zu dem, was noch geschäftlich 
mitzuteilen ist, und berichte, daß der Vorstand am 5. Mai und am gestrigen Tage Bitzungen 



abgchalten hat. 










Den Stand unserer Mitglieder zeigt die folgende Tabelle: 








Zur Zeit des 


Seitdem 


Zur Zeit de 




16. Mecha- 
nikertages 


eingetreten 


ausgetreten 


17 Mecha- 
nikertages 


Hauptverein ....... 


153 


8 


5 


156 


Ztceigvo ein Berlin 


167 


8 


4 


171 


* Hamburg- Altona . 


45 


f» 


1 


49 


- Ilmenau .... 


96 


2 


2 


96 


„ Göttingen . . . 


31 


X 


3 


29 


„ Halle a. S. . . . 


36 


1 


3 


34 


. Ltiptig .... 


22 


2 


1 


23 


Zusammen : 


550 


27 


19 


558 



Durch den Tod verloren wir in dem Berichtsjahre vier liebe Mitglieder, die Herren 
Franz Haase, Ed. Sprenger, J. J. Buddingh und Ed. Andrä. Wir wollen ihr Andenken 
durch Erheben von den Sitzen ehren. (Geschieht ) 

Hr. F. Franc v. Liechtenstein 

weist auf die Wichtigkeit der Rezeptfrago hin; dio D. G. solle sich hier an den Arbeiten 
der Reichsanstalt aktiver als bisher beteiligen. 

Der Vorsitzende 

erwidert, daß der Vorstand gestern beschlossen habe, eine ausführliche Denkschrift durch 
eine Kommission ausarboiten zu lassen und sie der Koichsaustalt zu Überreichen. 

') Schumachers Astron. Abhandlungen, Heft 2, XL 8.39. 1823 und Denkschriften der 
Münchener Akademie, ßd. IS, S. 1317. 

2 | Centralztg. f Opt u Afcch V. S. 2*8. 1882. 

3 ) Verh. d. Ges. Deutsch Naturf. w. Ärzte 1893. 2. Teil 8. 19. 



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224 



Protokoll dH 17. D«uMch«n M*chanlkeitafes 



Deatache 
Mecha niker- Zig 



Hr. Prof. E. Hartmann 

bemerkt im Anschluß an die Mitteilungen de« Jahresbericht« aber die Ausstellung im Kaiserin 
Friedrich-Hause, daß der Physikalische Verein zu Frankfurt a. M. bereit« vor jener Aus- 
stellung den Plan gefaßt habe, in seinem neu erbauten Heim eine ständige Ausstellung: 
wissenschaftlicher Instrumente zu veranstalten. In einer Stadt wie Frankfurt werde eine 
solche Veranstaltung sicher größerem Interesse begegnen, als eine Ausstellung in der an 
ablenkenden Dingen reichen Reichshauptstadt; dazu komme, daß Frankfurt einen sehr 
starken Fremdenverkehr aufweise und der Sitz der offiziellen Fortbildungskurse für Natur- 
wissenschaften sei. Redner hofft, daß, wenn der Plan festere Gestalt angenommen haben 
wird, das Unternehmen auch bei der D. G. Entgegenkommen finden werde. 

Der Vorsitzende 

sagt dies zu und fordert den Vorredner auf, an der Verwirklichung dieser ausgezeichneten 
Idee kräftig weiterzuarbeiten. 

Hr. Dr. M. Edelmann; 

In München sind in der letzten Zeit die Beziehungen zwischen Handwerkskammer und 
Mechanikern sehr gespannte geworden. Die Kammer versucht, in bezug auf das Halten von 
Lehrlingen die Mechaniker in unerträglicher Weise zu bevormunden, und hat, ohne die be- 
teiligten Werkstattbesitzer zu hören, Bestimmungen erlassen über die zulässige Zahl von 
Lehrlingen, die weit hinter den von der D. G. in Jena 1899 aufgestellten Normen Zurück- 
bleiben und die Mechanik in München schlechter stellen würden, als alle anderen Gewerbe. 
Es wird ja niemand einer Lehrlingszüchterei das Wort reden wollen, aber angesichts der 
großen Zahl von Gehilfen, die zu anderen Fächern übertreten, muß doch der Mechanik die 
Möglichkeit gegeben werden, für die Heranbildung einer ausreichenden Zahl brauchbarer 
Gehilfen zu sorgen. Die Mechaniker Münchens sind durch das Vorgehen der Kammer in 
die größte Verlegenheit gebracht worden; einerseits verlangt die Kammer jetzt die Ent- 
lassung von 1, 2, auch 3 Lehrlingen, nachdem sie im vorigen Jahre deren Lehrvertrage ge- 
nehmigt hat; andererseits liegen jetzt schou Gesuche und Vormerkungen von Lehrlingen 
vor und man weiß nicht, wie man sich gegen deren Eltern zu verhalten hat. Die Mecha- 
niker Münchens haben sich jetzt zusammengeschlossen, um gemeinsam gegen die Kammer 
vorzugehen; es ist eine Beschwerde bei der Regierung eingereicht worden, eine Antwort 
ist bis jetzt noch nicht eingetrofTen. Die D. G. f. M. u. 0. möge die Mechaniker Münchens 
in ihrem Kampfe gegen die das Gewerbe schwer schädigenden Bestimmungen der dortigen 
Handwerkskammer unterstützen. 

Der Vorsitzende 

sagt diese Unterstützung zu. Es seien bis jetzt wiederholt solche Unstimmigkeiten zwischen 
Mechanikern und den Handwerkskammern vorgekommen; aber es sei immer noch gelungen, 
eine beide Teile befriedigende Vereinbarung zu erzielen. Vor allen Dingen müsse man er- 
streben, daß in der Kammer ein Mechaniker Bitz und Stimme bekommt; dann finde sich 
bald ein Weg zur Verständigung. Den Mechanikern Münchens könne der Vorwurf nicht 
erspart werden, daß sie sich zu spat zusammengeschlossen haben und viel zu spat den An- 
schluß an die D. G. gesucht habeu; sie mögen das so bald als möglich nschholen; die D. G. 
werde es nie an sich fehlen lassen, wo es gelte, die Fachgenossen gegen schädliches Ein- 
greifen von Behörden zu schützen. 

Hr. Prof. E. Hartmann 

halt die Bestimmungen, die seinerzeit von der D. G. für die Lehrlingszahl getroffen worden, 
für zu weitgehend. Man müsse berücksichtigen, eine wie große Zahl von gut ausgebildeten 
Gehilfen der Feinmechanik verloren gehe durch Übertritt in andere Gewerbe, in den Staats- 
dienst u. s. w. Gerade den kleinen Betrieben könne man nur dankbar sein, wenn sie der Aus- 
bildung von Lehrlingen sich widmen und so für einen guten Nachwuchs sorgen. Aber auch 
die großen Fabriken sollten sich an dieser Arbeit beteiligen; da in den Fabriken eine 
Lehrlingsausbildung kaum möglich sei, so müßten hier eigene Lehrwerkstätten eingerichtet 
werden. In dieser Richtung sei seine Firma vorgegangen; unter einem besonderen Meister 
in einem besonderen Raume würden hier die jungen Leute in 3 bis 4 Jahren systematisch 
auegebihlet. Die Erfolgo seien ausgezeichnet; freilich sei die Einrichtung etwas kostspielig, 
denn der Lehrling koste rd. 1000 Af. 



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Heft 22. 

15. November isott. 



Protokoll de« 17 . Deutschen Mechanikertag««. 



225 



Hr. W. Handke 

erinnert an die L J. 1904 von ihm verfaßte, von dem Mechanikertage in Goslar heraus- 
gegebene Denkschrift Ober die Lehrlings frage; diese stehe den Herren in München zur Ver- 
fügung. Redner hofft, daß es auch in München gelingen werde, wie in Berlin, die Hand- 
werkskammer davon zu überzeugen, daß sie keinerlei Bestimmungen Uber die Feinmechanik 
trefTeu dürfe, ohne vorher einen Fachmann gehört zu haben. 

Hr. Prof. Dr. L. Ambronn 

teilt mit, daß es in Göttingen gelungen sei, den Plan zur Gründung einer Fachschule durch- 
zusetzen; in die Kosten werden sich die Stadt, der Staat und die Mechaniker teilen; außer- 
dem sei auch die Beihilfe der Göttinger Vereinigung zur Förderung der angewandten Physik 
und Mathematik in sichere Aussicht gestellt. 

Hr. Baurat B. Penaky 

regt an, immer wieder dahin zu streben, daß der Staat die Feinmechanik, soweit sie Bich 
mit der Herstellung wissenschaftlicher Präzisionsinstrumente befaßt, getrennt vom Hand- 
werk behandelt, so daß sie von den einschränkenden Bestimmungen des Handwerkergesetzes 
unberührt bleibe. Freilich sei dazu eine scharfe Definition des Begriffes Präzlsionsmechanik 
nötig, um den staatlichen Organen den nötigen sicheren Anhalt zur Beurteilung zu liefern. 

Der Vorsitzende 

stellt mit Befriedigung fest, ein wie lebhaftes Interesse die Lehrlingsfrage im allgemeinen 
und die Bedrängnis der Münchener Fachgenossen im besonderen gefunden habe. 

II. Hr. Dr. F. Kalkner (von den Siemena-Schuckert- Werken Nürnberg) spricht 
über Zweck , Konstruktion und Wirkungsweise der Elektrizitätszähler und der neueren 
Tarifapparate. 

Der Vortragende beschränkte seine Darlegungen auf die Konstruktionen der 
Siemens-Schuckert-Werke,da sonst die zurVerfügung stehendeZeit nicht im entferntesten 
reichen würde. Die B.-B.-Werke bauen nur Motorzähler, das sind Zähler, bei deuen durch 
den zu messenden Strom ein kleiner Motor angetrieben wird, dessen Umdrehungszahl dem 
Energieverbrauch proportional gehalten und gezählt wird; dabei verwendet man eine sog. 
Deprezsche Bremse, eine Alumlniumscheibe, die sich zwischen den Polen eines Magneten 
dreht; diese Bremse hat den Vorteil, reibungsfrei und durch Verschiebung des Magneten 
veränderbar zu sein, so daß man dadurch den Zähler einreguliereu kann. Die Motorzähler 
zerfallen in 3 Klassen, je nachdem sie für Gleich-, Wechsel- oder Drehstrom bestimmt sind. 
Das einfachste Modell eines Zählers ist der Amperestundenzähler für Gleichstrom; hier wird 
von dem zu messenden Strom ein Teil abgezweigt und durch den Motor geleitet, während 
der übrige Strom durch einen anderen parallel geschalteten Widerstand geht; in der Ab- 
gleichung dieser Widerstände liegt die Schwierigkeit beim Bau dieser Zähler, weil nämlich 
sich der Widerstand der Kontaktbürsten am Motor durch Btaub- oder Metallteilchen leicht 
ändert. — Der Wattstundenzahler nach Hummel hat einen kugeligen Anker von 14 Spulen 
zu 400 Windungen, die stets unter Vorschaltung eines großen Widerstandes an das Netz 
angeschlossen, also stete von einem schwachen Btrom durchflossen sind; der für die Verbrauchs- 
leitung bestimmte Btrom geht zuvor durch eine in der Nähe des Ankers befindliche Spule, 
die infolgedessen als Magnet wirkt und den Anker in Drehung versetzt. Der Zähler ist 
sehr dauerhaft und leicht reparierbar. — Für Wechselstrom werden die Zähler nach Ferraris- 
Prinzip gebaut: in einer Aluminiumscheibe werden durch einen kleinen Elektromagneten 
Ströme erregt; ein zweiter, vom Verbrauchsstrom betätigter Elektromagnet erzeugt nunmehr 
anziehende oder abstoßende Kräfte in der Bcheibe, und diese muß somit rotieren. Damit 
diese Zähler richtige Angaben machen, muß noch Phasenverschiebung von 90° hergeetellt 
werden, was nach einem Patente von Raab durch Kombination magnetischer Felder ver- 
schiedener Phase erreicht wird. Die Ferrariszähler haben also weder Kollektor noch Bürsten, 
ihre Reibung ist mithin sehr gering und läßt sich noch weiter durch Anwendung sog. Schüttel- 
magnete erniedrigen. — Für Drehstrom verwendet mau eine Kombination zweier Wechsel- 
stromzähler. — Die Konstruktion der Zähler steht in engster Beziehung zu dem von dem 
Btromlieferanten angewendeten Tarifsystem. Der Pauschaltarif bedarf freilich der Zähler 
nur in gewissen Ausuahmefällen. Eine Variation eines Vorschlages von John Hopkinson 
ist der Wrightsche Maximaltarif, wo außer der Gebühr für den Stromverbrauch ein Zuschlag 
für den Maximal verbrauch erhoben wird; um den letzteren zu ermitteln, dient ein Zähler 
mit zwei Zifferwerken, von denen das eine durch eine Uhr alle Viertelstunde auf Null gestellt 



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226 



Protokoll de« 17. Deutschen Mechaniker lüge«. 



Deutsche 

MechAnikarZtt; 



wird, ohne daß sein Zoiger zurückgeht; dieser bleibt also auf dem Maximalverbrauch stehen. 
Sehr gebräuchlich ist ferner der sog. Mehrfachtarif, der den Stromverbrauch je nach der 
Tageszeit höher oder niedriger bewertet; auch hier hat der Zähler mehrere Zifferwerke, die 
durch eine Uhr ein- und ausgeschaltet werden. Auch Automaten für Vorausbezahlung, 
ähnlich den Gasautomateu, sind heute mehrfach im Gebrauch. 

Der Vortrag wurde durch eine großo Zahl von Experimenten, Lichtbildern, Demon- 
strationen von Zählern, sowie durch eine Broschüre der 8.-S. -Werke erläutert. 

Der Vorsitzende 

dankt dem Redner für seinen lehrreichen Vortrag und den Siemens-Schuckert-Werken 
für das dem Mechanikertage erwiesene Entgegenkommen. 

III. Stand der Arbeiten zur Herausgabe einer Geschichte der mechanischen 

Kunst. 

Hr. Prof. Dr. L. Ambronn 

erinnert an sein vorjähriges* Referat; das Deutsche Museum in München beabsichtige 
gleichfalls, Monographien über bedeutende Techniker herauszugeben, und man werde 
bestrebt sein müssen, mit dem Museum hierin zusammenzuarbeiten. Er beantrage 
das Mandat der Kommission bis auf weiteres zu verlängern. 

Die Versammlung beschließt demgemäß. 

IV. Die Abbe - Stiftung. An Stelle des durch Krankheit am Erscheinen ver- 
hinderten Hrn. Prof. Dr. Czapski berichtet Hr. Prof. Dr. L. Ambronn. 

Bis jetzt sei die Konkurrenz für ein Abbe - Denkmal ergebnislos verlaufen, die 
Idee sei aber nicht aufgegeben, sondern es sei ein neuer Wettbewerb ausgeschrieben. 
Damit die der D. G. für eine Abbe - Stiftung zur Verfügung gestellten Gelder nunmehr 
sowohl im Sinne des Verstorbenen als auch im Interesse der Feinmechanik verwendet 
werden können, beantragt Berichterstatter namens des Vorstandes; 

Die der D. Q. für eine Abbe - Stiftung übergebenen souie etwaige weiter einlaufende Beträge 
sollen der Fraunhofer - Stiftung übergeben werden unter der Bedingung , daß sie gesondert unter 
dem Namen „ Abbe- Stiftung“ verwaltet und daß ihre Zinsen jährlich unter dem Namen „Abbe-Stipen- 
dium 0 an würdige Mechanikergehilfen als Unterstützung zu ihrer Ausbildung gegeben 1 oerden. 

Hr. W. Handke 

erklärt namens der Fraunhofer • Stiftung die Bereitwilligkeit, diese Verwaltung zu über- 
nehmen; bis jetzt seien freilich nur 2370 M eingezahlt worden. 

Hr. Kegiciung8rat Dr. H. Stadthagen 

regt deshalb an, bei denjenigen, die Geld für ein Abbe-Denkmal an die Kasse der D. G. 
gegeben hAben, anzufragen, ob sie damit einverstanden seien, daß diese Summen für die 
Abbe-Stiftung verwendet werdeu. 

Hr. W. Handke 

teilt mit, daß diese Gelder schon au das Denkmalkomitee abgefübrt sind. 

Der Vorsitzende 

macht einige nähere Mitteilungen über den Verlauf der Denkmalskonkurrenz; er legt ferner 
den III. Band von Abbes Gesammelten Abhandlungen „Sozialpolitische Schriften“ vor; die 
Firma Carl Zoiß in Jena sei bereit, diesen Band an Mitglieder des Mechanikertages zum 
Vorzugspreise von 3,75 M (broschiert) und 4,4b M (gebunden) abzugeben. 

Die Versammlung nimmt den Antrag des Berichterstatters an. 

V. Wiederholter Antrag des Vorstandes auf Erhöhung der Mitgliederbelträge ; 
§ 5 der Satzungen, erster Satz, solle lauten: 

Der jährliche, an die Kasse der Gesellschaft zu zahlende Beitrag für 
Mitglieder, welche einem Zweigvereine nicht angehören, beträgt zehn Mark 



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Heft 22. 

15. Xovemtor UM*;. 



Protokoll de« 17 Deutschen Mechaniker tag es 



227 



Der Vorsitzende 

erinnert daran, daß dieser Antrag bereits vom vorigen Mechanikertage angenommen worden 
sei; der Antrag habe aber bei der darauf folgenden schriftlichen Abstimmung nicht die 
nach § 17 der Satzungen erforderliche Zustimmung von zwei Dritteln aller Mitglieder der 
D. G. gefunden; freilich haben dazu nur 11 Stimmen gefehlt, während 160 Mitglieder sich an 
der Abstimmung nicht beteiligt hätten. Die Erhöhung der Beiträge sei unumgänglich nötig, 
weil die neuen Aufgaben, die eich die D. G. gestellt habe, größere Mittel erfordern. Der 
Vorstand habe daher beschlossen, den zweiten im § 17 der Satzungen vorgeschriebenen 
Weg zu gehen, indem er den Antrag von zwei aufeinander folgenden Mechanikertagen au* 
nehmen lasse. 

Hr. W. Handke 

betont, daß die Erhöhung der Beiträge erst für das Jahr 1907 in Kraft treten würde. 

Hr. W. Pfaff 

spricht sich gegen den Antrag aus, weil vielleicht mancher deswegen aus der D. G. aus* 
treten könnte. Redner benutze diese Gelegenheit, um die D. G. der vollsten Sympathie des 
Zentralverbands der Inhaber optischer Ladengeschäfte, als dessen Vertreter er hier sei, 
zu versichern; es seien so viele Punkte, in denen sich die Interessen beider Vereine be- 
rühren, daß ein Zusammenwirken für beide nur ersprießlich sein könnte. Hierher gehöre 
vor allem die für den Zentralverband akut gewordene Lehrlingsprüfungsfrage; die jungen 
Leute unterstehen zur Zeit nur den von der D. G. aufgestellten Prüfungsbedingungen, 
während der Zentralverband eine mehr seinen Anforderungen entsprechende Regelung für 
soine Lehrlinge erstrebe und hoffe, dies Hand in Hand mit der D. G. zu erreichen. Die D. G. 
möge auch die Bedürfnisse kleinerer Werkstätten mehr berücksichtigen und deren Sorgen 
zu erleichtern streben, damit diese Mechaniker ein größeres Äquivalent für ihren Beitrag haben. 

Der Vorsitzende 

nimmt die D. G. gegen die Behauptung in Schutz, daß sie zu wenig für dio kleineren Werk- 
stätten tue; im Gegenteil sei die ganze Arbeit des Vereins auf dem sozialen Gebiete im 
Interesse gerade der kleineren Werkstätten erfolgt, denn die größeren seien Fabrikbetriebe. 
Die freundlichen Erklärungen, die der Vorredner im Namen des Zentral verband es abgegeben 
habe, begrüße er mit großer Freude und erwidere sie namens der D. G. 

Hr. L. Schoppet* 

spricht sich entschieden für den Antrag aus. 

Hr. Dr. M. Edelmann 

ist gleichfalls für die Erhöhung der Beiträge; die D. G. müsse auch bestrebt sein, sich 
einen größeren Reservefonds zu schaffen. 

Hr. Dr. K. G. Frank 

regt eine Erweiterung der Tätigkeit des Vereins nach der wirtschaftlichen Seite an durch 
gemeinsamen Bezug von Rohmaterialien, Erteilung von Auskünften u. dgl. 

Hr. Dir. Prof. A. Böttcher 

meint, daß diese Aufgaben naturgemäß und besser von den Zweigvereinen erledigt werden. 
Die Debatte wird auf Antrag von Hm. G. Hey de geschlossen, der Antrag des 
Vorstandes mit allen gegen eine Stimme angenommen. 

VI. Hr. A. Blaschke spricht über die wichtigsten Patente des letzten Jahres. 
In der Hauptsache war die Richtung, in der sich die Erfindertätigkeit im letzten Jahre 
betätigte, genau dieselbe wie im vorhergegangenen; Redner verweist wegen der Kürze der 
zur Verfügung stehenden Zeit auf seinen ausführlichen Bericht im Protokoll des Kieler Mecha- 
nikertages (Deutsche Mech.-Ztg. 1906 . 8. 239 bis 241): nur einige wenige Punkte sind be- 
sonders hervorzuheben. Auf dem Gebiete der elektrischen Instrumente tritt neben großen, 
kleinen und kleinsten Abänderungen der Zähler die Telephonie hervor, wo insbesondere 
durch Ersinnen zweckmäßiger Schaltungen der Betrieb vereinfacht werden soll; sodann sind 
zu nennen die drahtlose Telegraphie, die immer mehr Monopol weniger Firmen wird, die 



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228 



Protokoll dea 17. Deutschen Mechanikertag««. 



Deafeebe 

Mechanlker-Zu 



Dsmpflampen und die Versuche, die Rflntgenstrahlen exakter Messung zu unterwerfen. 
Von Initrumentm (Kl. 42) sind zu erwähnen EntferuuDgs- und Geschwindigkeitsmesser, 
Apparate fUr die submarine Technik (Signale, Fernrohre), Zielfernrohre (auch für Ge- 
schütze) u. e. w. Tn der Oluttecknik sind die eigentlichen Glasapparate, die in den letzten 
Jahren zahlreich unter den Patenten vertreten waren, wieder in die Gebrauchsmuster zurück- 
getreten; die Versuche, das Quarzglas leicher verarbeitbar zu machen, dauern fort. Bei 
den Metallegierungen kommt das Aluminium wieder stärker auf. 

VII. Geschäftliche Angelegenheiten. 

a) Wahlen zum Vorstände gemllß § 10 der Satzungen. Es sind zu wählen: 
aus der Zahl der keinem Zweigverein angehörenden Mitglieder (156) 4 Vorstands- 
mitglieder, aus der Gesamtzahl (568) 6 Vorstandsmitglieder. 

Die Wahlzettel waren bereits nach dem Vortrage des Hrn.Dr. Kalkner verteilt worden; 
sie werden nunmehr gesammelt; die Verkündigung des Resultats erfolgt erst kurz vor Schluß 



der Sitzung. 

Es erhielten; 

W. Handke .... 38 Stimmen W. Petzold 18 Stimmen 

Dr. H. KrUS 38 . Dr. M. Edelmann 15 . 

Prof. Dr. 8 . Czapski ... 87 „ Geh. Reg.-Rat Prof. Dr.Weatphal 15 . 

Prof. Dr. 1». Ambronn . . 35 W. Sartorius 8 » 

Prof. Dr. F. Göpel ... 30 * A. Fennel ... 7 „ 

Prof. E. Hartmann ... 28 . Kommerzienrat Dr. R. Küchler . 7 „ 

KommerzienratG.Schoenner 28 . Dir. F. Nerz 7 . 

G. Hoyde 27 . Dr. 8. Riefler 6 

Dir. Dr. D. Kaempfer ... 22 . G. Sauter 2 „ 

Reg.-Rat Dr. H. Btadthagen 22 » 



Somit sind gewählt die Herren: Prof. Dr. L. Ambronn, Prof. Dr. 8. Czapski, 
Prof. Dr. F. Göpel, W. Handke, Prof. E. Hartmann, G. Heyde, Dir. Dr. D. Kaempfer, 
Dr. H. Krüß, Kommerzienrat G. Schoenner, Kegierungsrat Dr. H. Stadtbagen. 

b) Abrechnung für 1905/06 wird vom Schatzmeister, Hrn. W. Handke, 
vorgelegt. 

Namens der Kassenrevisoren beantragt Hr. F. Franc v. Liechtenstein Ent- 
lastung, die dem Schatzmeister unter Dank für seine Mühewaltung erteilt wird. 

c) Der Voranschlag für 1906107 wird vom Schatzmeister erläutert und von 
der Versammlung gutgeheißen. 

d) Zu Kassenrevisoren werden die Herren F. Franc v. Liechtenstein und 
W. Haensch gewählt. 

e) Ort und Zeit des nächsten Mcchanikertuges festzusteilen, Qberläßt die Ver- 
sammlung dem Vorstande. 

Als Ort werden genannt: Cöln, Eisenach, Hannover. 

Schluß: 1 Uhr. 

V. w. o. 



I)r. Hugo Krüß 
Vorsitzender. 



Blaschke 

Geschäftsführer. 



For dl« Redaktion verantwortlich: A. Blaachk« In B«rlln W, 

Vortag von Julia« Springer In Berlin N. — Druck von Emil Dr«y«r in Berlin 8W. 



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Deutsche Mechaniker-Zeitung. 

Beiblatt zur Zeitschrift für Instrumentoukunde 

and 

Organ für die gesamte Glasinstrumenten- Industrie. 
Vereinsblatt der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik. 

Redaktion: A. Blaschke, Berlin W 30, An der Apostelkirche 5. 

lieft 23. 1. Dezember. 1906. 

Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion gestattet. 



Denkschrift 

betreffend 

Rezepte für den Gebrauch in präzisionsmechanischen Werkstätten 1 ). 

Der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik hat in 
einem Schreiben, das er unter dem 5. Oktober v. J. an die Physikalisch-Technische 
Iieichsanstalt gerichtet hat, einige der Bedürfnisse genannt, die in bezug auf Rezepte 
für den Gebrauch in präzisionsmechanischen Werkstätten bestehen. Im folgenden soll 
unter besonderer Berücksichtigung der Metallfllrbungen des näheren ausgeführt werden, 
in welcher Weise das auf diesem Gebiete vorhandene Material bei solchen Arbeiten 
heranzuziehen und die bestehenden großen Lücken auszufülicn sein möchten, und dies 
an einigen Beispielen erläutert werden. 

Die Vielseitigkeit der Aufgaben, welche den feinmechanischen Werkstätten 
gestellt werden, die sich mit der Herstellung von Apparaten und Instrumenten zu 
wissenschaftlichem Gebrauche beschäftigen, bringt es mit sich, daß die Zahl der in 
diesen Werkstätten zur Verwendung gelangenden Materialien in der Regel größer ist 
als in den meisten anderen Zweigen gewerblicher Tätigkeit. 

Diese große Mannigfaltigkeit wird durch verschiedene Ursachen bedingt. Mit 
den Fortschritten der Wissenschaft und mit der Ausdehnung wissenschaftlicher Methoden 
auf immer weitere Gebiete sind die Anforderungen einerseits an die Genauigkeit der 
messenden Instrumente, andererseits an die Bequemlichkeit und Leichtigkeit ihrer Hand- 
habung wie an die Sicherung ihrer Transportfähigkeit stetig gestiegen. Dadurch ist 
die wissenschaftliche Präzisionstechnik gezwungen, alle von der Großindustrie gebotenen 
neuen Materialien, welche besondere Eigenschaften aufweisen, die der Erreichung obiger 
Zwecke förderlich sein könnten, zur Verwendung heranzuziehen. Dagegen sind die 
Inhaber präzisionstechnischer Betriebe nur ganz ausnahmsweise in der I/age, die be- 
sonderen physikalisch-technischen Eigenschaften solcher Materialien durch eigene exakte 
Versuche festzustellen und sich dadurch über den Grad wie den Umkreis ihrer Ver- 
wendbarkeit selbst ein sicheres Urteil zu verschaffen. 

Hier ist die Präzisionstechnik meist auf die Angaben der allgemeinen tech- 
nischen Literatur wie der diese Materialien erzeugenden Firmen angewiesen. Solche 
Angaben beziehen sieh nur in seltenen Fällen auf diejenigen Eigenschaften, welche für 
die Präzisionstechnik in erster Reihe stehen (Ausdehnung, Dichte, Härte, Zähigkeit, 
Dehnbarkeit, Bearbeitbarkeit, Politurfähigkeit), und die Mitteilungen der Fabrikanten 
sind, weil aus geschäftlichen Rücksichten entsprungen, nur zum Teil sachlich zutreffend. 

Zur Sicherung stetiger Vervollkommnung ihrer Erzeugnisse in wissenschaftlicher 
Beziehung und zur Vermeidung von Mißgriffen ist die Präzisionstechnik auf diesem Ge- 
biete der Materialienkunde auf die Hilfe solcher Institute angewiesen, deren Aufgabe 
die Förderung wissenschaftlicher Arbeit ist, die eines der Mittel zu solcher Förderung 

*) Dies» Denkschrift ist aus den Beratungen der im vorigen Heft 8. 223 erwähnten 
Kommission (Herren A. Blaschke, W. Handke, W. Haeusch, G. Heyde, C. Leiß, Th. Lu- 
dewig und Baurat B. Peusky) hervorgegangen und am 10. November d. J. der Phya.-Techn. 
Relchsanatalt überreicht worden. 



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230 



Denkschrift bstr Rezept« f. d. Gebrauch ln prfixlslontmechanlschen Werkstätten. 



Deutsche 

Mechan lker-Ztg 



in der Hebung der Leistungen der Präzisionstechnik erblicken und die über die Mittel 
zur Ausführung physikalisch-technischer Untersuchungen verfügen. 

Nicht minder wichtig wie die physikalisch-technische Materialienkunde ist für 
die Präzisionstechnik die chemisch - technische Behandlung der Oberflächen der ver- 
schiedensten Materialien. 

Bis zum Beginne der siebziger .Jahre des vorigen Jahrhunderts waren die 
Vorfertiger physikalischer Apparate und wissenschaftlicher Instrumente in der Lage, mit 
nur wenigen Verfahrungsarten die fiußere Fertigstellung ihrer Erzeugnisse zu bewirken; 
soweit diese bearbeitete Messlngfliiehen nufwiesen, wurden solche fast ausnahmslos mit 
Strich sauber poliert und gelb lackiert. Seit jener Zeit haben sehr verschiedene Ur- 
sachen zusammengewirkt, um das Bedürfnis nach einer größeren Zahl von Verrahrunge- 
weisen, die gewisse dauerharte Flirbungen auf den immer zahlreicheren Materialien mit 
Sicherheit hervorbringen, wachzurufen. Teils war es bei steigenden Arbeitslöhnen 
nötig, billigere Verfahren an die Stelle des eine teure, saubere Vorarbeit erfordernden 
Gelblackierens zu setzen, teils wurde ein gefälligeres Aussehen erstrebt, teils drängten 
Zweckinfißigkeitsgründe dazu, die blendende Gelbfärbung oder andere blanke Überzüge 
durch geeignete, stumpfe, das Auge des Beobachters — besonders bei Sonnenstrahlung 
— nicht irritierende Färbungen zu ersetzen. Oft auch muß jeder Lacküberzug ver- 
mieden werden und die Oberflächenfärbung dauernd den Einflüssen der Atmosphäre 
widerstehen, und vielfach ist eine geeignete Färbung von bestimmter physikalischer 
Wirkung durch den Zweck bedingt, wie z. B. die Schwarzfärbung von Teilen optischer 
Instramente. 

Den in der Präzisionstechnik auftretenden Bedürfnissen der vorgenannten Art 
können nur Verfahrutigsw eisen genügen, welche einfach sind und, nach bestimmten 
Vorschriflen angewendet, stets ein gleichmäßiges Ergebnis liefern. Dazu ist nötig, daß 
ihr Anwendungsgebiet näher umschrieben, also die Natur der Materialien gekenn- 
zeichnet w ird, für welche das Verfahren brauchbar ist. Desgleichen müssen die näheren 
Umstände, welche das gewünschte Ergebnis sichern, ebenso bekannt sein wie die, 
welche es gefährden. 

Gerade in dieser Beziehung ist eine empfindliche Lücke vorhanden. Zwar 
fehlt es für die gebräuchlichsten Materialien durchaus nicht an Vorschriften und 
Rezepten zur Erzeugung verschiedener Färbungen, man kann vielmehr fast ein 
Übermaß an solchen beklagen. Unter den vielen Werkstattsrezepten befinden 
sich wohl solche, die unter gewissen günstigen Bedingungen zum Erfolge 
führen; aber oft versagen auch eie aus scheinbar geringfügigen oder gar nicht erkenn- 
baren Ursachen. Die meisten der vorhandenen Werkstattsrezepte für Metailfärbung 
haben aber für den Präzisionstechniker keine Bedeutung, da sie für die Gebiete kunst- 
gewerblicher Metallwarenfabrikation bestimmt oder aus diesem entnommen, also den 
Bedürfnissen der Massenanwendung angepaßt sind. Oft handelt es sich dabei um Ver- 
fahren, die, ursprünglich als Fabrikgeheimnis bewahrt, nur unvollständig, unter Fort- 
lassung wesentlicher Momente, öffentlich bekannt wurden. Solche unvollständigen An- 
gaben passieren dann in einem Kreisläufe die technische Journalliteratur und werden 
dabei vielfach bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. 

Vorschriften und Rezepte zur Metallfärbung, welche im oben (S. 230) erörterten 
Sinne den Bedürfnissen der Präzisionstechnik genügen, werden sich lediglich auf dem 
Wege systematischer Erprobung gewinnen lassen, den zu beschreiten der einzelne 
Präzisionstecbniker nicht in der Lage ist. Es wurde deshalb von der Deutschen Ge- 
sellschaft für Mechanik und Optik mit Dank erkannt, daß der Herr Präsident der 
Physikalisch-Technischen Reichsanstnlt seine Bereitwilligkeit ausgesprochen hat, 
solche chemisch-technische Erprobungen neuerdings in das Arbeitsprogramm der ihm 
unterstehenden Anstalt wieder aufzunehmen. 

Das Bedürfnis nach geeigneten, erprobten und sicher wirkenden Verfahren zur 
Herstellung von gleichmäßigen, haltbaren und auch wetterbeständigen Färbungen auf 
chemischem Woge in den Farben schwarz, blau, grau, grün und braun besteht für alle 
in der Feintechnik verwendeten Konstruktionsmaterialien, also vorzugsweise für: Messing- 
legierungen, die von 20 "/« bis zu 50 % Zink enthalten, Rotguß und Bronze, insbe- 
sondere Fhospborbronzeguß, Zink, Eisen, Stahl und neuerdings auch für Aluminium und 
Nickel sowie für die Legierungen aus diesen Metallen (z. B. Magnalium). 

(Schluß folgt.) 



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Heft 23 

I. D<‘/oniW l&Ott. 



Vereinsnachrichten. 



Vereins nach richten. 

Ein neuer Zweigverein In Mönchen. 

Was nach den Verhandlungen auf dem 
letzten Mechanikertage in München mit 
Sicherheit erhoITt werden konnte, ist nun- 
mehr zu unserer größten Freude einge- 
treten: Die Mechaniker Münchens haben 
sich, vornehmlich um gegen ungerecht- 
fertigte und schädliche Anforderungen ihrer 
Handwerkskammer erfolgreich Auftreten zu 
können, vereinigt und eich der D.G.f.M.u.O. 
angegliedert. Wir rufen dem neuen Zweig- 
verein ein herzliches Willkommen und fröh- 
liches Glückauf zu; wie der folgende Be- 
richt zeigt, ist in München schon ein be- 
deutender Erfolg erzielt worden: es ist ge- 
lungen. der Feinmechanik in der Kammer 
eine Vertretung zu verschaffen in dem 
Leiter der Münchener Fachgenossen, Hm. 
Dr. M. Edelmann jun.; mögen weitere 
Erfolge und ein reges Vereinsleben der 
jungen Vereinigung bcschieden sein. 

Die JLed. 

In einer Versammlung vom 8. No- 
verabor 1906 wurde eino Vereinigung fein- 
mechanischer und optischer Betriebe Münchens 
gegründet. Die junge Vereinigung zahlt bereits 
29 Mitglieder, nämlich die Firmen: Bischoff 
Böhm & Wiedemann, Böttcher, Deckel, 
Ebermay er,Edolmanu,Ertel&Soh n,Faltor 
& Sohn, Görgen, Isaria Zahlerwerke, 
Linhof, Neher Söhne, G. u. L. Mors, Pho ty- 
phös El.-W., ltoinor, Kcinfelder & Hertel, 
Riefler, Rietsschel, Rodenstock, Sedl- 
bauer, Sendtner, Gebrüder Stargel, 
Stollnreuther, Tostorf, Uttenreu ther, 
Wugus, Wieser, Zettler, Zipperer; es 
steht sicher zu erwarten, daß sich noch eine 
weitere Anzahl von Herren anschließen wird. 

Dr. M. Edolman n jun. erläuterte in längerem 
Referate die Verdienste und Vorteile der 
D. G. f. M. u. 0. und berichtete über den letzten 
Mechanikertag. Es wurde nunmehr einstimmig 
beschlosen, der I>. G. f. M. u. 0. als Zweigverein 
beizutreten, und in Aussicht genommen, diesen 
Zweigverein eventuell zum Landesverband für 
das Königreich Bayern auszudehnen. Zum For- 
ritzenden wurde Hr. Dr. M. Edelmann jun. 
(Nymphenburgor Str. 82), zum Schriftführer Hr. 
Dipl.-Ing. Sendtner und zum Kassierer Hr. 
Sedlbauer gewählt. 

Es folgte eine Beratung Über eine eiufache 
Definition, was unter Feinmechanik gegenüber 
Mechanik Überhaupt zu verstehen sei. Die 
Handwerkskammer von Oberbayern hatte sich 
nämlich diesbezüglich an Dr. Edelmann als 
neugewähltes Kammermitglied und Vertreter 



231 



der feinmechanischen Betriebe gewandt, da sie 
betreffs Höchstzahl der Lehrlinge eine Trennung 
von Mechanik und Feinmechanik beschlossen 
hat. Es wurde allseitig die Schwierigkeit einer 
präzisen Definition bezw. Trennung betont, 
jedoch wurde folgende Antwort beschlossen: 

„Die Feinmechanik begreift die Herstellung 
von wissenschaftlichen und technischen Präzi- 
sionsinstrumenten in sich, wobei in zweifelhaften 
Fallen gebeten wird, das Gutachten des Ver- 
treters der feinmechanischen Betriebe einzu- 
holen.“ 

Als Versammlungstag wurde jeweils der 
dritte Freitag im Monat gewählt, als General- 
versammlung der ins Vereinsregister einzu- 
tragenden Vereinigung gilt die erste Vor- 
sammlung jedes Kalenderjahres. 

Als Grundlage bei Aufstellung der Satzungen 
dienten die in liebenswürdiger Weise zur Ver- 
fügung gestellten Statuten der Zweigvereine in 
Göttingen und Hamburg. 



Aufgenommen in den Hptv. der D. G. 
f. M. u. O. ist: 

Hr. Dr. Max Pauly; Wissenschaft- 
licher Mitarbeiter bei Carl Zeiß; Jena, 
Botzstr. 9. 

D. G. f. M. u. O. Zweigverein Halle. 

Sitzung vom b. November 1906. Vor- 
sitzender Hr. R. Klee mann. 

Der Vorsitzende berichtet zunächst über 
die in Halle geplante Gründung einer Schutz- 
gemeinschaft für Handel und Gewerbe. Die- 
selbe soll dazu dienen, für uueiutreibbar geltende 
Forderungen durch die Gemeinschaft noch 
herauszuwirtschaften. Die Beiträge und Ge- 
bühren sind sehr mäßig zu nennen. Gleich- 
zeitig dient dieselbe aber auch dazu, durch die 
in den Händen der Mitglieder sich befindenden 
Listen fauler Zahler, diese zur Vorsicht bei Ab- 
gabe von Waren zu veranlassen. Die Zweck- 
mäßigkeit und Notwendigkeit einer solchen 
Einrichtung wurde allseitig anerkannt und das 
Vorgehen zur GrUuduug einer solchen Gemein- 
schaft freudig begrüßt. Sodann wurde berichtot 
über die geplante Gründung einer Kranken- 
kasse im Bezirk der Handwerkskammer und der 
Beitritt zu derselben empfohlen. Als Mitglied 
I wird der Lehrer an der Fortbildungsschule 
Halle-Nord, Hr. Otto, nufgenommen. Zur Teil- 
nahme an dem Stiftungsfest des Leipziger 
Zweigvoreins wird vom Vorsitzenden mit den 
Worten, daß es gelte eine treue und fostc 
Kollegenschaft auch mit den auswärtigen Kol- 
legen zu huiten, aufgefordert. Wenn auch viel 
in dem gegenseitigen Verhältnis der Handwerks- 
kammer zum Beruf der Mechanik gebessert 



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232 

sei, so gelte ea doch, die Augen offen zu halten, 
um etwaigen weiteren Bedingungen eine fcBto 
geschlossene Kollegialität entgegenzuatellen. 
Er erinnere beispielsweise nur an die immer 
wiederkehrende Frage der Festsetzung der 
Höchstzahl der Lehrlinge und das HindrAngen 
zum BefBhigungsnacliweis, 

Unter Geschäftliches entapann eich eine 
ftngore Debatte über die Frage Fortbildungs- 
schule. Rin Mechaniker hatte plötzlich ein 
Strafmandat Uber 2 M erhalten, weil er seinen 
Lehrling nicht zur Fortbildungsschule ange- 
meldet hatte. Der betreffende Lehrling hatte 
vor Antritt der Lehre ein halbes Jahr die Hand- 
werkerschule besucht, und soll ihm da vom 
Schulleiter gesagt sein, er brauche die Fort- 
bildungsschule nicht zu besuchen, da er zu 
dieser Zeit nicht Lehrling war. Der Lehrherr 
glaubt seine Verpflichtungen nach § 7 des 
Lehrvertrags erfüllt, da er den Lehrling resp. 
dessen Vater darauf aufmerksam machte, daß 
der Schulbesuch wohl erfolgen müsse. ZunAcbst 
ist Widerspruch gegen die Straffestsetzung 
erfolgt und Freistellung beantragt. Ob der 
Verein der Angelegenheit weitere Folge zu 
geben haben wird, soll erst noch durch eine 
persönliche Rücksprache mit dem Schulleiter 
festgestellt werden. Der Vorsitzende legte 
noch einen Sextantenspiegel vor, den derselbe 
bei der Firma Carl Möller (Wedel, Holstein) 
hatte versilbern lassen. Die Versilberung ist 
tadellos, außerdem durch galvanischen Überzug 
und Lack gegen Beschädigungen geschützt, 
billig und außerordentlich schnell geliefert. 

R. Kl. 



Zweigverein Leipzig. 5. Stiftungs- 
fest am 11. November 1906 im „Deutschen 
Haus". 

Das Fest nahm einen Äußerst harmonischen 
Verlauf und kann gleich seinen VorgAngem 
in jeder Hinsicht als wohlgelungen bezeichnet 
werden. Zur größten Freude war der Hallenser 
Zweigverein durch eine Abordnung, bestehend 
aus Hrn. R. Kleemann mit Familie und Hrn. 
Otto Unbekannt, vertreten. Es sei auch 
von dieser 8tollo den Hallenser Kollegen der 
Dank für die den Leipzigern dadurch erwiesene 
Ehre ausgesprochen. 

Hr. Köhler leitete die Festtafel durch Be- 
grüßung der Teilnehmer ein. Bald darauf erhob 
sich Hr. Schopper zur Festrede, welcho er in 
einem Hoch auf die Deutsche Gesellschaft für 
Mechanik und Optik, in Sonderheit auf den 
Zweigverein Leipzig als das Geburtstagskind, 
ausklingen ließ. Hr. Matth es brachto ein 
Hoch auf die Hallenser und die übrigen GAste 
aus. Hierauf gab Hr. Kleemann dom Dank 
dor Hallenser Kollegen für den ihnen bereiteten 



Deutarhe 
Mechaniker Z»ir 



warmen Empfang herzlichen Ausdruck und 
ging dann in längerer Rede auf berufliche An- 
gelegenheiten ein. Hrn. Schmagers erster 
Toast war don Damen gewidmet, der zweite 
den Jubilaren, die ihr 2h- jähriges Geschäfts - 
jubilAum in diesem Jahre feiern konnten; im 
Namen der beiden Jubilare, Wilhelm Fetzold 
und Louis Scho p per, dankte letzterer. Hr. 
Kühler, Frl. Hey ne mann, Frl. Pfau und 
Frl. Petzold erfreuten die Teilnehmer wöhrend 
der Tafel durch gelungene VortrAge. 

An die Tafel schloß sich ein Ball an, der 
bis in die frühen Morgenstunden dauerte. 
Wahrend der Tanzpausen gab es theatralische 
Darbietungen und Überraschungen verschieden- 
ster Art, wobei sich wiederum Frl. Heyne- 
rnann und Frl. Pfau um die Unterhaltung der 
Gesellschaft in hervorragender Weise verdient 
machten. Durch eine allgemeine Kaffeetafel 
fand das Fest seinen Abschluß. 

Besonderer Dank gebührt den Herren des 
Vergnügungsausschusses, durch deren auf- 
opfernde Arbeit sich das Fest zu einem so 
glanzenden gestaltet hat. L. S. 



Abt. IJerlln, E. V. Sitzung vom 13. No- 
vember 1906. Vorsitzender: Hr. W. Handke. 

Hr. Geh. Keg. - Rat Prof. Dr. H. F. Wiebe 
spricht über die Mechanik und Glasbläserei 
auf der Mailänder Ausstellung 1906. Einleitend 
gibt Redner einen Abriß über die Entstehung 
der Ausstellung und eine durch Projektions- 
bilder erläuterte Darstellung ihrer Äußeren Er- 
scheinung; darauf werden die in den einzelnen 
Teilen dargohotenen Ausstellungen auf dem 
Gebiete dor PrAzisionsmechanik und Glas- 
blAserei, nach Materien und LAndern geordnet, 
besprochen. 

Nachdem dor Vorsitzende dem Vortragen- 
den gedankt, demonstriert Hr. W. Be ehstein 
(von dor Fa. Franz Schmidt & Haonsch) ein 
neues Photometer mit proportionaler Teilung 
und dezimal erweiterbarem Meßbereich. Die 
Einstellung erfolgt durch einen verstellbaren 
Sektor mit rotierendem Lichtbüschel, das Meß- 
bereich kann durch passende Vorschaltung von 
2 Milchglasscheiben geAndert werden, und zwar 
so, daß dio Einstellungen am Sektor mit 0,1, 
1, 10, 100 u. s. f. zu multiplizieren sind, wahrend 
bisher bei Erweiterung des Meßbereiches irra- 
tionale Zahlen als Faktoren auftraten. 

Der Vorsitzende daukt dem Vortragenden 
sowie seiner Firma und teilt mit, daß der 
Vorstand sich demnächst auf Veranlassung der 
Handwerkskammer mit der Frage beschäftigen 
werde, wer der Kammer als Beauftragter an 
Stelle des verstorbenen F. Sokol vorzuschlagen 
sei. Bi 



Ver*insnachricbten. 



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tun 28 

l Pfiombgr UH* 



V«r*ln«nachrichUn. — Kleinere Mituilunjen. 



233 



Zwelgyerein Göttlngeu. Sitzung 
vom 16. November 1906. Vorsitzender: Hr. 
E. Kuhstrat. 

Nach Verlesung des Protokolls der vorigen 
Sitzung berichten die Hrn. C. Winkel und 
A. Höver, daß sie die Kasse revidiert und alles 
in Ordnung gefunden hätten. Es wird dem 
bisherigen Kassenwart, Hm. A. Becker, De- 
charge erteilt und vom Vorsitzenden ihm für 
seine Mühewaltung gedankt. 

Darauf gibt Hr. Direktor Berlepsch einen 
Bericht Uber die Schulangelegenheit und ent- 
wirft ein sehr klares und anschauliches Bild 
von der augenblicklichen Sachlage, die er als 
sehr günstig und hoffnungsvoll schildert. 

Alsdann berichtet Hr. Prof. Ambronn Über 
Bestrebungen hierorts, von einigen Universitäts- 
lehrern angeregt, die dahin gehen, daß durch 
Vertrüge, welche namentlich altere Studierende 
halten sollen, hiesigen Gehilfen und Lehrlingen 
der technischen Berufe Gelegenheit gegeben 
werden soll, sich in einigen in ihr Fach schlagen- 
den Gebieten weiter zu bilden. — Eine sich 
daran schließende, lebhafte Debatte laßt nicht 
eine besondere Zustimmung der Anwesenden 
zu diesem Plane erkennen. 

Es wird endlich die Zirkulation einer Zoit- 
schriftenmappe besprochen und vorläufig be- 
schlossen, eine Nachfrage zu veranstalteu, 
welchen Mitgliedern überhaupt die Zusendung 
der Mappe genehm ist. B. 



Kleinere Mitteilungen. 

Flüssige Luft und Holzkohle bei 
niedriger Temperatur. 

Von J. De war. 

Engineering SJ. S. 796. 1906. 

Eine Reihe sehr wirkungsvoller Experi- 
meutal versuche führte Sir James De war bei 
seinem letzten Vortrage in der Royal Insti- 
tution zu London vor: 

Eine mit flüssiger Luft gefüllte U-Röhro 
wurde an einem Schenkel durch Reiben mit 
Flanell elektrisch gemacht, worauf sich an 
diesem Schenkel allein die Feuchtigkeit der 
Atmosphäre in Eiekristallen niederschlug, die 
senkrecht zur Glasoberflache nach allen Rich- 
tungen aiisstrahlten. 

Drahte aus Kupfer, Messing oder Wismut, 
mit einem Endo in flüssige Luft getaucht, 
überzogen eich nach dem Herausziehen mit 
einer Eisschicht und diese 8chicht war au 
Lange und Dicke verschieden je nach der 
Wärmeleitfähigkeit des Metalls. 

Tropfen flüssiger Luft, auf Wasser gegossen, 
wirbelten auf dessen Oberfläche in sph&roidalem 



Zustande umher und erzeugten im Raume 
darüber dichte Wolken von kondensiertem 
Wasserdampf. Wurde dem Wasser etwas 
Alkali oder Schwefelsäure zugesetzt, so ver- 
minderte sich die Wolkenbildung ganz be- 
deutend, da hierdurch die Spannung des Wasser- 
dampfes erheblich herabgedruckt wurde. Auf 
konzentrierter Schwefelsäure, deren Siedepunkt 
wesentlich höher liegt als der des Wassert», 
bei 338°, und dersn Dampfspannung bei ge- 
wöhnlicher Temperatur außerordentlich gering 
ist, bewegten sich die Tropfen flüssiger Luft 
nur langsam umher, ohne umherzuwirbeln und 
ohne Wolken zu bilden. Dagegen erzeugten 
sie auf Tetrachlorkohlenstoff, dessen Siedepunkt 
bei 46° liegt, außerordentlich dichte Wolken 
und sprangen auf das lebhafteste über die 
Oberfläche der Flüssigkeit hin , indem sie 
Schweife von D&mpfen hinter sich Herzogen, 
in der Form von Kometen. 

Von praktischer Bedeutung ist die Ver- 
wendung der flüssigen Luft zur Abkühlung 
von Holzkohle, um deren Absorptionsfähigkeit 
für Gase zu steigern. Es ist jetzt möglich, mit 

1 g Holzkohle 4&0 ccm Luft zu absorbieren. 
Die Absorptionskraft der Kohle ist übrigens 
verschieden je nach der Temperatur und der 
Gasart; sie absorbiert in Vielfachen ihres 
Volumens: 

von Helium Wasserstoff 
bei — 186 0 2,5 137 

- —210° 5 180 

- — 252° 160 250 

- — 258° 195 — 

Das Absorptionsvermögen der Kohle ist 
ferner ein selektives. Sättigt man dieselbe 
vollständig mit Luft und taucht sie daun in 
flüssigen Wasserstoff, so wird der in ihr ent- 
haltene Sauerstoff durch Wasserstoff vollständig 
verdrängt. Läßt man einen Strom gewöhn- 
licher Luft, der aus 4 TI. Btickstotf und 1 TI. 
Sauerstoff besteht, dauernd Uber Kohle hin- 
streichen, so besteht das von der Kohle auf* 
gesaugte Gasgemisch aus 3 TI. Bauerstotf und 

2 TI. Stickstoff. 

Um das große Absorptionsvermögen der 
Kohle zu demonstrieren, zeigte De war eine 
Röntgenröhre, an welche ein kleiner Kolben 
mit Kohlepulver augeschmolzen war. Beim 
Eint&ucheu des Kolbens in flüssige Luft wurde 
das Licht der Röhre bedeutend vermindert, da 
der Gasdruck im Innern zu gering wurde. In 
flüssigen Wasserstoff eingetuueht erlosch die 
Röhre sogar vollständig, da keine Entladung 
durch sie hindurchging. Eine in gleicher 
Weise hergerichtete, mit Helium gefüllte Spek- 
tralröhre leuchtete beim Eintreten in flüssige 
Luft unverändert weiter, erlosch dagegen 
gleichfalls beim Eintauchen in flüssigen Wasser- 
stoff. 



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234 



Kl.in«r« Mitteilungen. — Gltatechnlachee. 



Deutsche 

Mechanlker-Zuj. 



Durch einen Apparat, der aus 3 Spektral« 
röhren und 3 Kohlepulverkolben, abwechselnd 
hintereinander geschaltet, bestand, wurde ein 
Luftstrom geleitet, der mit einigen Millimeter 
Druck ein-, und mit. weniger als 0,01 mm Druck 
austrat, nachdem die Kohlepulverkolben iu 
flüssige Luft gebracht waren. Del Beginn des 
Versuches zeigten die Spektralröhren die üb- 
liche grüne Farbe; bei Fortgang desselben 
nahm die letzte Röhre alsbald die rötliche 
Farbe von Helium und Neon an, und diese 
Färbung pflanzte sich durch den Apparat ent- 
gegen der Richtung des Luftstroms allmählich 
fort. Da Helium und Neon von der Kohle am 
wenigsten absorbiert werden, so mußten diese 
bei Fortdauer des Versuches im Innern der 
Spektralröhren immer mehr hervortreten. 

Mit Hilfe der Kohle ist es De war auch ge- 
lungen, die bisher zur Aufbewahrung flüssiger 
Luft verwandten, doppelwandigen Gefäße aus 
dem zerbrechlichen Glas, durch solche aus 
Metall, nus Kupfer, Nickel, Messing u. s. vv. zu 
ersetzen. Diese Gefäße haben dieselbe Form 
wie die früheren Glasgefäße, doch ist das 
Vakuum zwischen ihren Wänden verbessert 
durch Einfüllung von gut ausgeglühter Holz- 
kohle. 

Zum Schlüsse seines Vortrage« zeigte De war 
die Verwendung der Absorptionskraft der Kohle 
für kalorimetrische Versuche. Ein in flüssige 
Luft getauchter kleiner Kolben wurde mit luft- 
gesättigter Holzkohle gefüllt und durch ein 
Glasrohr mit einem Schwefelsäuremanometer 
verbunden. Brachte man nun eine Kerzen- 
flamme in die Nähe des Apparates, so zeigte 
das Manometer sofort eine Drucksteigerung an, 
so daß also die Flaminenstrahlung durch die 
dreifache Glaswandung und eiue 4 cm dicke 
Schicht flüssiger Luft hindurch auf den Kohlen- 
pulverkolben einwirkte. Ala ein kleines Blei- 
stück, von 0,5 Grammkalorie Wasserwert, in 
die flüssige Luft geworfen wurde, ließ die 
geringe hiervon abgegebene Wärmemenge das 
Manometer explosionsartig emporachnelleu. Auf 
diese Weise lassen sich die geringsten Wärme- 
mengen noch bei einer Temperatur von 20® 
der absoluten Skale messen. Mk. 

Schnelliuesser 

von A. Meissner in Freiburg in Sachsen. 

Mitgeteilt von Dr. Karl G. Frank in Cöln. 
Die genannte Firma bringt ein nettes 
kleines Meßgerät auf den Markt, das in 
der Art der Sehraubenmikrometer kon- 
struiert ist, sich aber von diesen dadurch 
unterscheidet, daß durch eine Zahnrad- 
Übertragung ein Zeiger über einem Ziffer- 
blatt gedreht wird und die Dicke des ge- 
messenen Gegenstandes anzeigt. Dieses 



Instrumentchen eignet sich besonders zum 
Messen von dünnen Riechen, Drähten, 
Papier u. dgl. Ein einfacher Druck genügt, 
um die Messung Auszuführen. 



Glastechnisches. 

Über die Justierung gasanalytlscher 
Mefsgeräte. 

Von W. Schloeaser in Charlottenburg. 

Die Justierung gasanalytischer Geräte er- 
folgt auf Ein- bezw. Ausguß, je nachdem 
sie mit einer benetzenden, also wässerigen 
Flüssigkeit, oder mit einer nicht benetzenden, 
d. h. Quecksilber, gebraucht werden. 

Reim praktischen Gebrauche nimmt die 
Verdrängung benetzender Flüssigkeiten — 
von denen für die Justierung nur Wasser 
in Frage kommt — durch das Gas zwar 
eine unbestimmte, in der Kegel aber doch 
eine so lange Zeit in Anspruch, daß die 
Ablesung bei nahezu konstant gewordenem 
Nachlauf vorgenommen werden wird. Daher 
muß auch bei der Justierung der Stand der 
j Flüssigkeit nach beendetem Nachlauf markiert 
I werden. Die Zeit, nach welcher dies eintritt, 
hängt außer von dem Raumgehalt und den 
Dimensionen der Geräte besonders von 
der Geschwindigkeit des Ablaufs ab. Es 
empfiehlt sich deshalb, das Gerät durch 
eine möglichst enge, vermittels Kautschuk- 
schlauchs angesetzte Spitze zu entleeren. 
Im übrigen verfährt man wie bei maß- 
analytischen Büretten unter Benutzung der 
bekannten Tabellen. 

Bei der Justierung mit Quecksilber kann 
man die folgenden Tafeln benutzen, in 
denen die Gewichte in Gramm angeführt sind, 
die 1 ccm Quecksilber bei Temperaturen 
von 15° bis 30° im lufterfüllten Raume hat. 





T«np. 


Gewicht 


Temp. 


Gewicht 


Tomp 


Gewicht 


dt»« Qneckftilber* 


dp« Quecksilber« 


Qneckfdlber» 




Normaltem 


p e ratu r 15“ 




16» 


13,6593 


200 


13,5489 


25» | 


13,5385 


16 


6573 


21 


5168 


26 


5364 


17 


6552 


22 


5447 


27 


5343 


18 


5531 


23 


5426 


28 ' 


5322 


1 1» 


5510 


24 


5405 


29 


5301 


20 


5189 


25 


5385 


30 


5280 




Norm 


altem 


p o r» t u r 20° 





150 


13,5575 


20» 


13.5471 


25« 


13,5366 


16 


5554 


21 


5460 


26 


5846 


17 


5533 


22 


5429 


27 


5325 


18 


5513 


23 


5408 


28 


5304 


19 


5492 


24 


5387 


29 


5283 


20 


5471 


25 


5366 


30 


5262 



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Heit tl. 

I. Dezember IW«. 



GlaeteehniechM. 



285 



- 



Will man aber mit Quecksilber ein ge- 
wisses Volumen abgrenzen, so kann dies, 
da eine Verwendung von Kautschukschlauch 
ausgeschlossen ist, im allgemeinen nur ge- 
schehen, wenn das geschlossene Ende des 
Rohres sich unten befindet. Folglich muß 
auch in dieser Lage der Scheitelpunkt des 
Quecksilberwulstes, des .Meniskus“, auf 
dem Rohre markiert 
werden. Da sich 
nun bei dem prak- 
tischen Gebrauche 
das geschlossene 
Ende des Rohres 
oben befindet , so 
würde das Gas, wenn 
es das Quecksilber 
bis zur Marke ver- 
drängte, einen Raum 
einnehmen, der offen- 
bar um das doppelte 
Volumen des Menis- 
kus größer ist, als 
der Bezifferung der 
Marke entsprechen 
würde. Dieses Vo- 
lumen, das also nicht 
vom Raumgehalt, 
sondern vom Durch- 
messer des Geräts 

abhängt, ist mehrfach, letzthin auch in der 
Normal - Eichungs - Kommission , bestimmt 
worden. Seine Beträge , ausgedrückt als 
Höbe eines Zylinders von dem Durch- 
messer des Rohres, lasse ich hier unter 
„Korrektion“ folgen: 







Dnrchm. 

WIN 


Korrekt 

mm 


Dnrchm. 

mm 


Korrekt. 


Dnrchm. 


Korrekt 

mm 


4 


0,63 


12 


1,17 


20 


0,94 


5 


0,65 


13 


1,15 


21 


0,92 


6 


0.82 


14 


1,11 


22 


0,90 


7 


1,05 


15 


1,08 


23 


0,87 


ft 


1,16 


10 


1,05 


24 


0,85 


9 


1,20 


17 


1,02 


25 


0,83 


10 


1.21 


18 


1.00 


26 


0,82 


11 


1,20 


19 


0.97 


27 


0,80 


12 


1,17 


20 


0,94 


28 


0,78 



Man wolle beispielsweise in einem Ge- 
räte der vorstehend skizzierten Art mit 
Quecksilber von 19,7° die Punkte 5, 15, 30, 
100 ccm für eine Normaltemperatur von 
15° festlegen. Die inneren Durchmesser 
mögen bezw. 10,3, 10,3, 95,6, 18,7 mm be- 
tragen. Dann hätte man einzuwägen : 
66,75+ 135,50 + 203,24 + 9-18,47 g Queck- 
silber; die betr. Marken wären aber nicht 
in der Ebene des höchsten Punktes des - 



Meniskus anzubringen, sondern, wie in 
der Skizze angedeutet lat, um bezw. 1,21, 
1,21, 0,82 und 0,98 mm tiefer zu legen 
als diese. 

Daß man die Wägung auch durch 
Messung mit geeigneten Pyknometern er- 
setzen kann, braucht nicht hervorgehoben 
zu werden. 



Die Ausstellung der „Glasbläserei“ 
des Instituts für Gäruugsgewerbe auf 
der Brauerelmasclilnen - Ausstellung 
zu Berlin 1906. 

Mit der diesjährigen Brauereimaschinen- 
Ausstellung, welche vom 6. bis 14. Oktober 
auf dem Gelände des Instituts für Gärungs- 
gewerbe (Berlin N, Seestraße) stattfand, war 
wie in früheren Jahren eine Ausstellung 
der „Glasbläserei“ des genannten Instituts 
verbunden. 

Diese Ausstellung war in einem Neben- 
raume der großen Ausstellungshalle in zwei 
größeren Schränken und zwei kleineren 
Vitrinen untergebracht und machte durch 
die geschmackvolle Anordnung der sauber 
ausgeführten Apparate und Instrumente, die 
größtenteils in der „Glasbläserei“ selbst 
oder in deren Aufträge von selbständigen 
Meistern vorwiegend nach Angaben von 
Beamten des Instituts ausgeführt sind, einen 
vorzüglichen Eindruck. 

Der erste große Schrank enthielt u. a. 
die vollsändige Einrichtung eines Stickstoff- 
laboratoriums, wozu u. a. eine Aufschließvor- 
richtung für Gerste mit Destillierapparat ein- 
schließlich 6 Kolben aus Jenaer Glas, sowie 
eine Filtriervorrichtung gehören. Als fer- 
nere Bestandteile des Laboratoriums waren 
ausgestellt ein Trockenschrank mit Zubehör, 
oine Seckscbe Feinmehlmühle, ein Exsik- 
kator, eine chemische Wage mit Gewichts- 
satz u. a. In demselben Schrank waren 
noch weiter untergebracht ein Keimapparat 
nach Prof. Schön fe Id und einige andere 
Apparate zur Untersuchung der Gerste. 

Der zweite große Schrank enthielt viele 
kleinere Glas- und Metallapparate, wie einen 
Apparat zur Kohlensäure-Bestimmung nach 
Dr. Bode, einen Destillierapparat zur Be- 
stimmung des Alkohols im Bier mit einer 
Alkoholspindel von 0 bis 6 Gewichts-Pro- 
zent, ein Maischbad zur Bestimmung der 
Verzuckerungstemperatur nach Dr. Schol- 
vien, einen Hefetriebkraftapparat nach 
Kusserow, einen Apparat zur Ammoniak- 
bestimmung nach Schmitz. Besonders zu 
erwähnen ist ein neuer Wasserbestimmungs- 
apparat für Getreide nach J. F. Ho ff mann, 
weil er zu einer Bestimmung nur 20 Minuten 



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236 



Glaitechnlachta. 



D«nt»cha 

Mechaal k er-Ztg. 



erfordert, wahrend die Operation imTrocken- 
sehrank 4 Stunden dauert. Ein anderer 
ausgestellter neu konstruierter Trocken- 
schrank sollte allerdings die Bestimmung 
auf 1 Stunde abkürzen, aber eg lagen noch 
nicht genügende Erfahrungen damit vor. 

Des weiteren waren im zweiten großen 
Schranke sehr viele Thermometer zu den ver- 
schiedenen Zwecken des Brauereigewerbes 
ausgestellt, große Stockthermometer, Darr- 
thermometer mit Drahtkorli zum Aufstellen. 
Tennenthermometer, Kühlschiff - Thermo- 
meter, Gär- und Lagerkeller-Thermometer, 
Maischthermometer, Eismaschinen -Thermo- 
meter, Winkelthermometer u. s. w. Die In- 
strumente zeichneten sich besonders durch 
deutliche Bezifferung aus, die aus einge- 
brannten Zahlen im Biocktypus bestand, die 
meist aufgedruckt werden. Eine deutliche 
Bezifferung ist sehr wichtig, da der Brau- 
meister vielfach in dunklen Bäumen arbeitet 
und irrtümliche Ablesungen für den ganzen 
Betrieb verhängnisvolle Folgen nach sich 
ziehen. Einige der Thermometer zeigten 
einen neuen, von dem Glasbllisermeister des 
Instituts, Hrn. Klemann, erfundenen Ver- 
schluß. Dieser Verschluß besteht aus einem 
geformten Stück Kohle, das in der Mitte aus- 
gehöhlt ist und als Lager für eine spiral- 
förmige Feder dient. Die Feder drückt auf 
die Skala und hält sie in der richtigen 
Lage. In einem Schlitz des Kohlestück- 
chens ist eine durch die Feder gehaltene 
Metallöse angebracht, welche zur Führung 
der Kapillare dient, so daß das Festbinden 
der letzteren an der Skala mittels Drahts 
fort fällt. 

In demselben Schrank waren noch ein 
Registrierthermometer für Darren von der 
Firma K. Fue ß-Steglitz und Mikroskope 
der Firmen Zeiß, Leitz, Reichardt aus- 
gestellt. 

Die erste kleine Vitrine enthielt u. a. 
einen Kasten mit sämtlichen Kontrollinstru- 
menten für Brauereibetrieb: Saccharometer 
von 0 bis 20%, Alkoholometer, Lutter- 
prober, verschiedenartige Thermometer. 

ln der zweiten Vitrine waren in noch 
größerer Mannigfaltigkeit die gleichen und 
ähnliche Instrumente ausgestellt, unter denen 
sich die Thermometer durch breiten yueck- 
silberfaden auszeichneten, was die deutliche. 
Ablesbarkeit wesentlich erhöht. Die Ther- 
mometer waren sämtlich mit durchsichtigen 
Kapillaren versehen; es sind in der Ver- 
suchsanstalt auch mit farbig belegten Ka- 
pillarröhren Versuche angestellt worden, 
die, wie die Versuche der ReichBanetalt, er- 
geben haben, daß nur gelb belegte Köhren 
bei Dämmerbeleuchtung brauchbar sind. 



Besonderes Interesse erregte ein auch 
im Betriebe vorgeführter Spundapparat 
eigenen Systems (System V. L. B.), der im 
wesentlichen aus einem dreischenkligen, 
gläsernen .Manometerrohr besteht und dazu 
dient, den Kohlensäuredruck im Faß zu 
regeln und zu messen. Der Apparat ist 
im Ingenieurlaboratorium der Königl. Aka- 
demie Weihenstephan durch Vergleichung 
mit anderen Spundapparaten geprüft und 
hat sich dabei gut bewährt. 

An der Wand war unter Glas und Rah- 
men der Herstellungsgang eines Thermo- 
Alkoholometers in 16 verschiedenen Stadien 
sehr anschaulich dargestellt. 

Die Glasbläserei des Instituts steht unter 
Leitung eines wissenschaftlichen Beamten, 
des Herrn F. Goldiner, und hat im Jahre 
1905 einen Umsatz von 71 000 M gehabt, 
rund .10000 ,1/ mehr als 3 Jahre vorher. 
Sie hält aber auch auf angemessene Preise 
für ihre Waren ; so kostet bei ihr z. B. ein 
Stockthermometer 8 bis 10 -V, das in Thü- 
ringen für etwa 2 AI verkauft wird . Aller- 
dings besteht auch ein erheblicher Unter- 
schied in der Beschaffenheit der Waren; wäh- 
rend die uns vorgeführten Instrumente des 
Instituts in jeder Beziehung sauber nusge- 
führt sind und jedes Instrument vor dem 
Versand auf seine Richtigkeit von dem 
wissenschaftlichen Leiter geprüft wird, 
können nach meinen eigenen Erfahrungen 
die billigen Instrumente, die von einigen 
thüringer Firmen auf den Markt gebracht 
werden, oft den einfachsten Ansprüchen 
nicht genügen. Aus dem steigenden Ab- 
satz der „Glasbläserei“ des Instituts geht 
aber auch hervor, daß durchaus keine 
Notwendigkeit vorliegt, die Preise der Glas- 
instrumente fortdauernd herunterzusetzen 
und die Waren zu Schleuderpreisen 
zu verkaufen. Sowohl im allgemeinen 
Interesse der deutschen Glasinstrumenten- 
Industrie wie besonders auch im thüringi- 
schen Interesse wäre sehr zu wünschen, daß 
diese Erkenntnis sich überall Bahn bräche 
und die Fabrikanten sich solidarisch er- 
klärten, um den selbstmörderischen Prak- 
tiken einzelner Geschäftsleute Einhalt zu tun. 

Im Anschluß hieran sei gestattet, noch 
mit w'enigen Worten auf einige andere, 
unsere Leser interessierende Ausstellungs- 
gegenstände einzugehen. Vor allem sei 
der kleinen, aber vorzüglichen Ausstellung 
meteorologischer Instrumente der Firma 
i R. Fueß-Steglitz gedacht. Sie war auf 
der Galerie der großen Ausstellungshalle 
untergebracht und umfaßte Registrierinstru- 
I mente für Temperatur, Feuchtigkeit, Druck, 



Digitiz« 




Heft 2X 

». D-'zembfsr IMS. 



Glantechnltches. — Bücherschau 



237 



Regenmenge. Auch ein Haarhygrometer 
neuer Form und ein Metallthermometer mit 
Maximum Vorrichtung waren ausgestellt. Un- 
ter den verschiedenen Anemometern befand 
sich eines, dessen Flügel aus Glimmerbllltt- 
chen angefertigt waren. 

Die Firma H. Bockhacker (Berlin N) 
hatte einige Wagen für größere Lasten 
vorgeführt. Drei Firmen hatten Apparate 
für Kauchgasanalyse ausgestellt, unter denen 
der Heizeffektmesser „Ados“ und der Luft- 
überschußmesser „ökonograph“ hier er- 
wähnt seien. Wiebe. 

Gebrauchsmuster. 

Klasse: 

42. Nr. 289 176. Aus nicht rostendem Draht 
hergeatellte Thermometerfassung mit Klapp- 
verschluß nach Gebrauchsmuster Nr. 230747, 
bei wolchom auch der Handgriff beweglich 
eingerichtetst. C.Schlegelrailch, Schmie- 
defeld i. Thür. 6. 8. 06. 

Nr. 289 234. Thermometer mit in die Äußere 
Glashülle eingebauter, Skala und Kapillar- 
rohr beleuchtender elektrischer Glühlampe. 
F. Senglaub, Elgersburg L Th. 12. 9. 06 

Nr. 289 248. Quecksilberluftpumpe nachToep- 
ler-Hagen, doren Ventil an seiner höchsten 
Stelle durch eino Röhre mit dem Vakuum- 
raume verbunden ist. A. Haak, Jena. 
21. 6. 06 

Nr. 289 921. U-Röhre von Glas mit besonderer, 
zwischen den Schenkeln derselben fest an- 
gebrachter Versteifung. C. Gerhardt, Bonn 
a. Rh. 6. 9. OG. 

Nr. 298 941. Bürettenhalter mit Foucaultscher 
Aufhängung. F. Hugerahoff, Leipzig. 
20. 9. 06. 

Nr. 290 109. Tropen - Fieberthermometer mit 
oben auageburhtoter Skala und oben er- 
weiterter Kapillarröhre. W. Uobe, Zerbst 
80. 8. 06. 

Nr. 290 458. Ärzteihermometer mit Vorrichtung 
zum Zurückachleudern der Quecksilbersäule, 
aus einem Thermometer und Bchutzhülso 
lösbar verbindenden Zugmittel. O. Kircher, 
Elgersburg i. Tb. 28. 9. 06. 

Nr. 290 671. Badethermometer mit verlängerter 
und sichtbar in den Griff der Zwinge hinein- 
ragender Kapillare und Skala, sowie Ver- 
schluß im Griff. O. Kircher, Elgersburg 
i. Thür. 28. 9. 06. 

Nr. 290 672. Vollständig unelastische Schutz- 
hülse für alle Arten Fieberthermometer, an 
deren hinterem Ende eine elastische Vor- 
richtung mit einem Bajonettverschluß an- 
gebracht ist, welche das Herunterachleudern 
dos Quecksilberfadens bei Maximalthermo- 
metern erleichtert. VV.L Scheffor & Kühn, 
Manebach i. Thür. 29. 9. 06. 



Nr. 290 665. Bürette zur Untersuchung brenn- 
barer Gaae, mit kugeliger Erweiterung über 
einem engen, mit Marko versehenen Hals. 
O. Pfeiffer, Magdeburg. 22.9.06. 

Nr. 290 741. Aus einem teilweise mit Flüssig- 
keit gefüllten Glasballou, in den je unten 
und oben ein Ruhr eiumündet, bestellendes 
Manometer. A. Heil, Frankfurt a. M. 
25. 9. 06. 

Nr. 290 771. Bürette zur Fettbestimmung in 
Milch, mit oberem hohlen Verachlußatopfen 
und unterem Ablaßliahn. F. Hugorshoff, 
Leipzig. 5. 10. 06. 

Nr. 290 931. SchwefelbestimmungBapparat,bei 
welchem die zur Kühlung und Ableitung 
der entwickelten Gase, sowie die zur Ein- 
führung von Säure dienenden Glasteile kon- 
zentrisch angeordnet und direkt auf dem 
Entwicklungäkolbeu eingeschliffen sind, mit 
zugehöriger, ebenfalls eingeschliffener Vor- 
lage. (’. Gerhardt, Bonn. 18.9.06. 

Nr. 290 998. Meßzylinder mit Thermometer 
R. Kempe, Dresden. 24 9.06. 

Nr. 291 334. Kurzes Kompressions - Vakuum- 
metcr aus Glas. A. Pfeiffer, Wetzlar. 
8. 10. 06. 



Bücherachau. 



Fr. Locscher, Deutscher Kamera - Almanach 
1905. Jahrbuch für Amateurphotographen. 8°. 
VIII, 260 S. m. 131 Abbildungen u. 1 Grav. 
Berlin, G. Schmidt. 3,50 M geb. in Leinw. 

4.00 M. 

A. F. Wein hold. Physikalische Demonstrati- 
onen. 4. Auff. 2. Lfg. Leipzig, Quandt 
& Haerte). 9,00 M 

E. Hirscbfcld, Handbuch der Schaltungs- 
schemata für elektrische Starkstromanlagen. 
2 umgearb. u. vorm. Aufl. in 2 Bdn. Für 
die Praxis bearb. unter Mitwirkung von H. 
Kittilsen. II. Bd. Sekundärstationen. Schal- 
tung in Leitungsnetzen, der Energiever- 
braucher und Nobenapparate. Lex. -8°. 
XV11I, 232 S. mit 369 Schaltungsschematen 
auf 122 Taf. 8°. Berlin, L. Marcus 1905. 

30.00 Af. 

A. Gross, Elektrizität und Magnetismus. Ge- 
meinverständliche Darstellung der Grund- 
lagen der Elektrotechnik, mit vielen An- 
leitungen zu Versuchen. gr.-H'’. IV, 174 S. 
m. 285 Fig. Stuttgart, St recker & Schröder 
1905. Geb in Leinw. 3,00 Af. 



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Patentichau. 



Dentwhe 

Mtrh&nlkcr-Zlc. 



Patentschau. 



Registrierendes Galvanometer mit selbsttätiger Tintenentnahme, dad